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* Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (bas früher knrheMche) Oberhessen

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Di« »OderhelMche Zeitung" ericheint sechsmal wöchentlich. Lezuzsvreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern rniolge Streik/od. elemeni.Ereigniste kein Triatz. Derlag non Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.-Luckdruckerei von Sob. Lug. Noch. Markt ZVZS. Kerniprecher 56, Postscheckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Mat«.

Marburg

Freitag, den 16. Mal

I Der Snzeigenvrei, betrügt kür den lOgefp. Zetlenmtkltmeter 0,08 6e(b*ert Amtliche « auswärt. Anzeigen 040 Goldmark. Bei schwfer.Satz 50 */, Aufschlag. Sammelanzeiz. 100*/, Aufschlag. Reklame« 0,35 Goldmark. Jeder Rabatt gilt al» Larradatt. Beleg« werd«« berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagt« (1 Dollar 4,20 Goldmarks, Berechnung nach dem Berliner Mittel, kur» de» Zahlung»-EiMg««g»tage». Verzugszinsen pro Tag nach de« Bankzinsfuß

59. glitt.

1924

Zusammenstoß zwischen Polizei und Kommunisten.

Essen. 15. Mai. Im Anschluß an eine Ver- famm'uag der Kommunisten, die gestern Abend 'n !' S Hagenbeck abgehalten wurde, zogen die

r in geschloffenem D e MF n st r a 1 i - > ' durch die Grabenstraße zum Limbeckcr

Der Bergarbeiterstreik in Oberschlefie«.

Lieiwitz, 15. Mai. Der Ausstanb in den Sergweiken und Süllen Oberschlesiens W letzt allse- ln e i n. eeit heute früh streiken die staatliche Zeche in SJialaponc, und das Borsigwerk, das beute vor­mittag eine Belegschaftsversammlung abhielt, sowie ein fcerl von Oberde darf, sodaß nur noch die Oberschlest- fchen Elekrizitäis werke und die staatliche Hütte in Elei- rütz arbeiten. Die Bergwerke, bei denen der Ausstand )r«t 10 Tage dauert, liegen sämtlich still.

H < ndenburg, 15. Mai. Aeber die Slreik- Jage ifj zu berichten, daß die Belegschaft d-S> l ten amtet Malapane heute ebenfalls in den Streik Hei leien ist. Auf dem Borsigwerk fand heute früh rin: Belegschastsversammlung der Arbeiter dar- 15e# statt, ob man sich dem Streik durch Pas­sive Resistenz anschließen solle. Auf drei Gruben L Verden dieRotstandsarbeiten durch die Be- mmenschaft ausgeführt.

' "s Kurz vor diesem versuchte ein Polizei- o u , ,j e 5 u t von etwa 15 Mann unter Füh­rung eines Kommissars den Zug aufzulösen. Aus der Menge fielen hierauf Schüsse, durch die der Kornw.issar Ade an der Hand verletzt wurde. Wei­ter bedrohten die Demonstranten die Polizei mit Totschlägern. Die Beamten zogen darauf Hanf und säuberten die Straße. Dabet wurden einige Personen, die Waffen bei sich trugen, ver- : -aste:. Ferner wurden im Segeroth-Biertel aus dem Hinterhalt nochmals Schüsse auf die Polizei- tcomten abgegeben, die aber niemand verletzten.

Hi ter Siir.

Betriebseinschränkungen in Ruhrgebiet.

, Bochum, 15. Mat. Rach Mitteilung der Betriebsleitung des Bochumer Vereins macht sich der Rohstoffmangel infolge der fehlenden Kohlenzufuhr im Werke stärker fühlbar. Soll­ten die Kvhlezufuhren nicht spätestens bis An­fang nächster Woche ausgenommen sein, so ist mit Stillegung zu rechnen. Selbst wenn dann die 'Kvhlenlieferungen wieder einsetzen sollten, so wür­ben infolge des zurzeit entstandenen Rvhstoffma- terlal-DokuumS die Betriebe erst allmählich wieder auf die alte Leistungsfähigkeit gebracht werben können.

Im Dortmunder Bezirk sind von,den 7000 Ar­beitern des Eisen- und Stahlwerkes Hösch infolge »t Betriebseinschränkungen 4000 Arbeiter er» verbslos geworden. Bei der Dortmunder. Inion find aus demselben Grunde zwei Hoch- »fen abgeblaseN'worden. 5000 Arbeiter wur­den beurlaubt. Bei den weiterarbeitenden In­dustriebetrieben im Dortmunder Bezirk wurden für die nächste Woche Beurlaubungen und Feierschich­ten angckündigi. Im Gelsenkirchener Bezirk wur­den drei Hochöfen bei der Gelsenkirchener Berg- vcrkS-A. G. abgchlasen. Bei der Gute Hoffnung^!- >ütte in Oberhausen sind 17 000 Arbeiter der Er- verbSlosenfürsorge überwiesen worden.

5 Kein« Unterstützung durch die Behörde».

' Beuthen, 15. Mai. Zwischen Vertretern der «berhcssischen Städte haben gestern in Hinden­burg Besprechungen über das Ersuchen der Strei­kenden urr Unterstützung durch Massenspeisungen »fw. stattgefunden. Die Gemeinden stellten sich auf den Standpuntt, daß eine solche Antecstützung ein Eingriff in den Streit sei und lehnten daher bas Ersuchen ab. In den allerdringendsten Fällen fcn die Armenpflege helfen oder sollen di« Ar­beiterkinder gespeist werden.

lil die SrnotiiM fit Still W?

Mtt sehr gemischten Gefühlen hat der deutsch« Staats- Ifirget vernommen, Deutschland sich im Verlauft hon äußerst geheim gehaltenen Verhandlungen v c r - tflichtet hat, Rußland Genugtuung für n Zwischenfall in der Berliner Lii/denstmße zu ge- -lett. Sogar ein hoher Verwaltungsbeamter ist bereits Nr Ehre Moskaus geopfert worden. Nun erhebt sich «nwrllkürlich die rFoae: Welche Genugtuung »ird Sowjetrußland Deutschland geben? Welche Genugtuung wird dafür gegeben, daß ein deut­scher Strafst fangt ncr durch Angestellte deretfmü lvrtaleu" Handelsdelegation befreit worden ist? Daß deutsch- Beamte ausexterritorialem" Boden an der Aus- tSung ihrer Pflicht verhindert worden sind? Welche Sicherheiten sind ferner in Aussicht gestalt, um einen weiteren Mißbrauch der angeblichen Handel 'ommftiariate 1» -.ovagandistisch-revslutiosäre» Stoet-

Die Regierungskrise in Frankreich.

Ein Kabinett Herriot?

Di« fitzialistische Partei Frankreich» und die Regierungskrise.

Paris, 15. Mai. Die sozialistlsche Par­teileitung hat gestern abend beschlossen, einen nationalen Kongreß auf den 1. und 2. Juni einzn- berufenk Den Gegenstand der Aussprache bildet die eventl. Mitwirkung der Pattei an der Regie­rungsbildung. sowie die allgemeine politische Situ­ation. Leon Blum nimmt in einem Leitarti­kel imPopuläre" die Möglichkeit einer soziali­stischen Mitarbeit an dem neuen Kabinett Stellung. Blum erinnert aus die an dem Parteitag in Mar­seille gefaßte Resolution und stellt fest, daß kei­ner dcr gegenwärtigen Umstände zu den in her Resolution von Amsterdam vorgesehenen Au°nah« mesällen gerechnet werden könnte. Die Mitwir­kung der Sozialisten werde für die Radikalen und die Sozialistische Partei große Schwierigkeiten mV sich bringen. Ferner erklärte Leon Blum, daß die Sozialistische Partei bereit fei, in die Regierung einzutreten oder ihr in weitgehendem Matze die Unterstützung zu gewähren, d. h für sie auf jeden Fall zu stimmen, wenn sie die politischen Aufgaben im Geiste auf­richtiger Demo kratie in Angttff nehme. ES ist zu beachten, daß Leon Blum nur für seine Per­son spricht. Man glaubt, baß eine Reihe füh­render Sozialisten wie Bracke, LebaS, Paul Faure und andere den Standpunkt Blums auf dem ruttio- nalen Kongreß unterschreiben und verteidigen wer- den.

Die neue französische Regierung ohne SoO«liste«?

Paris, 15. Mai. Die überwiegende Mehr­heit der vereinigten Sozialisten und na­mentlich die Abgeordneten find nach wie vor Geg­ner einer Beteiligung an der Regierung, wenn sie auch bereit sind, einer Linksregierung der Ra- ditileu oder Radikalsozialisten nicht nur Reutra- lität. sondern sogar wohlwollende Unterstützung zuzusagen.

Sölioti Setrist.

WAGEN80AG

Rach demEcho de Paris" ist Eduard Herriot (Radikal-Sozialer), der di« meiste Anwartschaft darauf hat, derNachfolgerPoincares zu werden, Bürgermeister von Lyon. Er griff in seiner letzten Rede in der franzöfischen Kammer die Regierung wegen ihrer Wiederaufbau-Politik scharf^an. Diese Rede zeigte ein für einen Franzosen weitgehendes Verständnis der deutschen Lage. Auch sagt« er, daß er nicht das Säbelrasseln Ludendorffs fürchte, wohl aber den Geist Fichtes, der im deutschen Volke wieder lebendig werden kSnne.

keu zu verhindern? Welche Schritte sind getan worden, um Aufklärung und Genugtuung über die unerhörten Beschimpfungen und Verleumdungen zu erhalten, die durch amtliche russische Persönlichkeiten in Wort und Schrift gegen Deutschland und seine Regierung geschleu­dert worden sind? Daß Deutschland von Paris aus Ohrfeigen und Säbelhiebe in Empfang nimmt, ist leider schon zu gewohntem Erlebnis geworden. Welche 9iot- wendialeit besteht, daß auch Moskau sich einen gleichen Verlehrston angewöhnt? Glaubt man wirklich Ruß­lands politische Einstellung durch einen Bußegang bean-

-erriot btt kommend« Mann.

London, 15. Mal. Im Laufe einer Unter» retung mit dem Korrespondenten derQRor- ningpost" gab Herriot folgende Erklärung ab: Frankreich muß und will, wenn wieder ein dau­ernder Stiebe hergestellt sein soll, seine Bünd­nisse aus der KrtegSzett aufrecht er­halten. Die Entente ist heute notwendiger als jemals. Wenn Frankreich energischer als die an­deren Rattonen auf der Entwaffnung Deutschlands und dem Wiederaufbau besteht, so ist es, weil es durch die deutsche Gefahr stärker bedroht wird stftd weil eS stärker durch den Krieg gelitten hat. England darf deshalb den Verleumdungen, die vom französischen Im­perialismus reden, keinen Glauben schenken. Ande­rerseits mutz Frankreich verstehen, daß England infolge seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten ge­nötigt ist, zuerst an seine eigenen Interessen zu denken. Zum Schluß tritt Herriot dafür ein, daß die Staatsmänner beider Länder sich auf ein ge­meinsames Dorgehen einigen, um den Frieden ge­meinsam zu gewinnen» wie dies während des Krie­ges geschehen sei. j, .

Pari«, 15. Mai. .Daily Mail" behauptet, indem sie den Ereignissen vorgreift, daß das Ka­bln ett Herriot unter Ausschluß der Sozla- listtn. die es selbst nicht anders wollte«, lediglich aus Radikalfozialisteu und Linksrepu- blikauern zusammengesetzt sein werde. SS sei wenig wahrscheinlich, daß Briand de« Posten eines Ministers der Auswärttgen Angelegenheiten annehmen werde. Das Programm Herri- ots könne in die nachstehenden Punkte zukammen- gefaßt werben:

1. Eine Zusammenarbeit mit Groß­britannien zur Verwirklichung des Sachverstän- digenplanes ohne irgendwelche Vorbehalle hin­sichtlich künftiger Sankttonen für den Fall deutscher Verfehlungen.

2. Fortdauer der militäri scheu Ope­rationen im Ruhrgebiet, bis die Bezahlung der Reparationen durch angemessene Garantien sicher- gestellt wird. 1

3. Stärkung der französischen Finan­zen durch eine Politik internationaler Verstän­digung.

Für die innere Politik:

1. Erlaß einer allgemeinen politischen Amnestie, die sich nicht auf die Kommunisten und die Revolutionäre erstrecken würde, sondern in die auch besonders ©aillaujt einbegriffen sei.

2. Abschaffung der Einkommen­steuer.

StaatefetretSr Bergmann in Pari«.

Paris, 15. Mai. Staatssekretär Berg­mann, der bekanntlich mit Staatssekretär Vogt Deutschland in dem Organisationsausschuß für dte Reichseisenbahngesellschaft vertritt, ist beute vormittag in Paris eingetroffen, um Fühlung mit den alliierten Vertretern im Organisationsausschuh, 8c» woE und Leverve, zu nehmen. In der Revarations- kommisfion nahestehenden Kreisen hofft man, daß der Organifationsausschuh bald, mit seinen Arbeiten ve- ginnen tarnt.

Die deutsch« Sprache al» offizielle Sprache in der franzöfischen Abgeordnetenkammer zugelafien.

Paris, 15. Mai. Beim Wiederzusammcnt.itt der französischen Abgevrdnetenkammei im Juni wird die deutsche als offizielle Sprache zugelasfev werden. Der neue kommunistische Ab­geordnete aus dem Elsaß, Huch er, beabsichtigt, seine erste Rede in deutscher Sprache zu hatten. Dieser, der wahrfcheinllch nur von einer geringen Zahl feiner Kollegen verstanden werden wird, be­hauptet, die deutsche Sprache sei die einzige, die er gründlich kenne und daß er nicht imstande fei, an einer Debatte io französischer Sprache teilzu­nehmen.

Puffen zu können? Rußland wird, wenn es sein Vorteil erheischt, in den großen politischen Ausein- a Übersetzungen der Zukunft an Deutschlands Seite stehen. Es wird sich ebenso schnell zu den Feinden Deutschlands schlagen, wenn es sich davon eine Förderung seiner Interessen verspricht. Davon wird kein noch so großes und demütigend empfundenes Entgegenkommen etwas änötrn. Oder sollte melleicht die Brio.gn.s angesichts des Anwachsen» der wmmunistischen Bewegung in Deutschland auch, wenigstens im Unter bewußten, bei der Stellungualmre zum deutsch-rusfijcheu Zwischenfall

maßgebend gewesen sein? In dieser Beziehung dürste ctw allzuweiteS Entgegenkommen gerade das Gegenteil do etwa erstrebten Wirkung erreichen. » ,

Ser SMIritt MMtrno Mtrt.

Die Frage beS Rücktritt- der jetzigen Regierung ist durch Mitteilung der Presse, wonach beabiichtigt sei« der Regierung Marx- Stresemann ein Ultimatum zu stellen, wieder in den Vordergrund der politischen Debatten gestellt worden. Indessen wird, wie wir anS Berlin hören, ein Rücktritt der Regierung unmöglich vor dem Wiederzusammentritt des Reichstages erfolgen tonnen, also nicht vor dem 27. Mai. Gerade bei der gegenwärtigen außenpolitischen Situation würde em, wenn auch nur wenige Tage andauernder regierungsloser Zu­stand verhängnisvoll wirken. Denn die Verhandlungen« die in einer Fülle von Rückfragen an die Regierung bestehen, gehen fortgefefct weiter. Außerdem erscheint es nach allen Erfahrungen bei bisherigen Regierung-» krisen als unerläßlich, baß man schon über die künf­tige Entwicklung sich einigermaßen schlüssig geworven ist. wenn die Krise selber zum Ausbruch kommt. Dr-feuk Zwecke der gegenseitigen Fühlungnahme über die be­vorstehenden wichtigen politischen und parlamentarischen Entschließungen dienen darum auch der Erörterungen, die jetzt auch offiziell von den Parteileitungen der neu- gebildeten Fraktionen in die Wege gelotet sind.

Berlin, 16. Mai. Die Patteileitung bet Deutsch» nationalen Volksvartei iaht« beute eine Entschließung, in bet sie ,f o t b e 11, baß Di« gegenwärtige Reichoregterung entsvrechenb dem Ausfall bet Wahlen dem Reichsoräfidenten alsbald ihren Rücktritt onbtetet Eie eiklärt, baß bk gegenwärtige Regierung jeglichen Recht» ent­behre, Deutschlanb in ben Verhandlungen übet da» Sachverständigengutachten noch entscheidend ru eettte» ten. Die Deutschnationale Volksvartei werb« etwaig» Erklärungen bet Reichsregierung in dieser Frage gtgew über der Reparativnskommission nicht al» für st» bindend anerkennen.

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Berkin, 16. Mai. Zu bet Entschließung btt Parteileitung bet Deutschnationalen V eltee vartei, in bet bie Reichsregierung anfg»« forbert wird, entsprechend dem Ausfall bet Wade ten zurückzutreten, erfährt Wolfibüto: Di« Reichsregierung ist entschlossen, pflicht' gemäß bie ihr übertragenen Regierung» geschäfte nicht vor dem Zusammentritt des Reichstages aus der Sand zu geben, hat niit)* nu- da» Recht, sondern auch bie Pflicht Deutschland in den Verhandlungen über die Sachver­ständigengutachten zu vertreten und die zur Durchfüh­rung der Gutachten erforderlichen Gesetzentwürfe vom zubereiten sowohl im Hinblick aus die immer bebrobe licher- werbende Kreditkrise, die finanziellen und nrtrfa schaftlichen Erfordernisse Deutschlands, die ohne gro­ßen Aufschub befriedigt werden müssen, al» aber auch in dem Bewußtsein, dadurch dem Willen der Mehrheit des deutschen Volke» und der Mehrheit de» neuen Reichstages zu entsprechen. Der von bet Retchsregt« rung vertretene Standpunkt hinsichtlich der Sachver­ständigengutachten wird nach den eigenen Erklärungen geteilt von der Sozialdemokratischen Partei, von bet Zentrumsvartei, von bet Deutschen Volkspartei, von bet Demokratischen Partei und von der Bayrischen Dolksvattei, die auch im neuen Reichstag auf jeden Fall über eine weit größere Stimmenzabl verfügen al» eine etwaige gemeinsame Opposition der Deutschnarto« nalen Volksvartei und der Völkischen Freibeitsvartei. Die schnellste Klärung der politischen Lage könnte di« Deutschnationale Volksvartei selbst schaffen, wenn fit antworten wollte, mtf die fortgesetzt an sie gestellte Frage, wie ste stch denn zu den groben und wichtigen Einzelfragen der deutschen Außenpolitik stellt. Da» wäre auch die beste Vorbereitung der bevorstehenden Regierungsbildung.

Kabinettsfitzungen.

Berlin. 15. Mai. Die Reichsregierung, deren Mitglieder jetzt wieder vollzadlich in Berlin versammelt sind, wird am Freitag und Samstag zusammentreten. In der ersten Sitzung dürften Fra­gen der Außenpolitik, insbesondere die Sachverständi- gen-Eutachten, zur Erörterung stehen. Des weiteren dürfte stch die Reichsregierung mit bet durch die Wah­len geschaffenen Parlamentslage beiassen, vor allem dann mit der Frage, wie bie Stegierungsbil» bung erfolgen kann.

3erSM der Mitte".

Auch d e Demokraten gegen ben Block.

Berlin 15. Mai Der Vorsitzende der bemo« kratischen Partei, Reichsminister a. D. Koch, äußerte sich in einet Rede int demokratischen flub, in der et die Ausgaben seiner Partei bebanbelte, u a. auch über den Plan einer Partei bet Mitte. Da er dazu ansiührte. daß weder von der demokratischen Partei und »och viel weniger von der Deutschen Volks­partei und vom Zentrum an eine Preisgabe ihrer politischen Selbständigkeit gedacht werde, bedeutet bim Stcllungnabme des demokratischen Porteifüb.er» gleich- solls eine glatte Ablehnung des Plan«» einerParteiderMitte. <

Keine Vorverhandlungen übet den Bürgerblock.

Berlin, 15. Mai. Ein Berliner Mittagsblatt bringt die Meldung, daß am Mittwoch im Anschluß an die Sitzung bet Reichstagsiraltion bet Deutschen Volksvartei Vorv.erhanblungen mit den Deutjchnationalen wegen Bildung