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Amtliches VerLndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheMchej Oberhefsm

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Dl« „Dberbeffii»« Zeitung- erjcheint ie<bsmal «ödxntüd». — Bepiqsgteis monatlich 2 Mark ausschließlich Zuftellungsgedühr. Für austallenve Nummern tmolge Streits oo. elemenr.Lreigniü« kein Lria?. — Ber.az oon Dr. L Hiuerord. — Druck der Univ.»Buchdruckerei oon 3ob. Aua. Noch, Markt 21,23. — Urrnivrecher 55, Doiticheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt o. Mair.

Marburg

Sienstao, im 13. Mai

An^iaenvret, beträgt 'Sr de» lOgefo. Zeilenmillimeter 0,03 Soldmark. Amtliche u- ausmärt. Anzeigen 0,10 Goldmark. Bei ichwier.Sal, 50 »f. Aufschlag. C-mmelunzetg. 100*1 Buifchlag. •' »Harne« 0,35 Eoldmark. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege »erden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geichäitsltelle und Zusendun» der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Dogen (1 Dollar —4,20 Eoldmarks, Berechnung nach dem Berliner Mittel­kur» dr» Zablunas-«»s<m,»tages. Verzugszinsen pro Tag nach dem Laakziarsuß

59. Ml.

1924

Eine towere Niederlage •

Ein Ministerium Briand?

Die sonderbar verwickelte Form des französischen Wahlsystems macht den Ueberblick über die Wablergeb- »isis noch schwieriger und langwieriger, als es in I Deutschland der Fall ist. Müssen doch nicht nur die ; ' Itimmergebnisie der einzelnen Listen, sondern die der einzelnen Kandidaten zusammengezäblt werden. Außer­dem spielt die Listenverbindung bei der Berechnung eine grobe Rolle. Es ist wohl nicht ebne Absicht ae- lcheben, daß die französische Regierung den im Grunde Eon seit langem ungern erwarteten Wahlakt aut den Ahrestag der nationalen Schutzheiligen Frankreichs.

1 ■ bei Jungfrau von Orleans, gelegt hat. Soweit sich die i k»smmenentwicklung übersehen läßt, kann behauptet 1 »erden, dah die französische Wählerschaft nicht un-

< mittelbar im Zeichen der gepanzerten Jungfrau ge-

I wählt hat. Der nationale Block bat sehr bedenkliche ktimmeneinbuhen erlitten. Eine Reibe von Dor- Srropfcrn des Nationalismus wie Tardieux und der Llockvräsident Arago, sind im Wahlkampfe unterlegen bie anscheinend nicht mehr zu bestreitenden Erfolge

, Ks Linksblocks dürsten zum Teil darin begründet sein ^aß es in zahlreichen Wahlbezirken noch in letzter 'i : ktnnde gelungen ist, Wahlkartelle der Linksvarte»en »er Radikalsozialisten und Sozialisten, zu schließen

Die unter Vorausetzung gewisier außenpolitischer Hoffnungen in Deutschland immer wieder zum Zwecke btt Wahlbeeinflussung geäußerten Befürchtungen, al» i «nässe ein Ruck nach rechts Hei den deutschen Wahlen I1 tzie Stellung des nationalen Blocks in Frankreich un- mrgieifbar machen, Hot sich also nicht bewabrhei- te t. Es ist bei der Gestaltung der französischen Sin- rcsart und der innervolitischen Berbältnisie in Frank- >vich überhaupt bedenklich, die Wahlen in Frankreich außenpolitisch besonders hoch tu bewerten Falls überhaupt ftimmtmuemobi» mßenvolitische Gesichtspunkte bei der Einstellung der Wählerschaft eine Rolle gespielt haben, so 'bunte es Nelleicht die auch in Frankreich aufdämmernde Erkenn!' Hs sein, daß die auch zahlenmäßig bei den Reichsrags-- ■ : oahlen zum Ausdruck gelangte deutsche Rechtsentwick- »ng eine Folge des bisher in Frankreich zur Anwen- I -uns gelangten politischen Systems ist. Mit einem rußenvolitischen Systemwechsel aber uns gegenüber zu rechnen, wäre durchaus verfehlt. Darin sind sich alle Kranzosen einig- Höchstens könnte sich die Tonart

: 1! Indern. . • •

Die Gründe für die Mißstimmung der breiten Masie j t Frankreich liegen vorwiegen auf innervolitifch-wirt- *6 chaftlrchem Gebiete. Die Tarsache, daß die Währung ? »ieses Siegerstaates auf sehr schwankendem Grunde | steht, wie ein Lalutaausschlag in den lebten Tagen I Mi>ch erwiesen hat, und daß eben dieser Siegerstaat I krankreich sich, um feine Währung zu stützen, in un­mittelbarer Abhängigkeit vom ausländischen Kapital begeben muß, ist vonseiten der Lmken im Wahlkampf stark ausacbeutet worden. Mit dem Hinweis auf die kästen, die Frankreich zur Stabilisierung seines Etats j stch auserlesen muß, sind in Frankreich mehr Stimmen ftr haben als etwa mit der Forderung einer Revision ter Außenpolitik, einer Neueinstellung gegenüber Deutschland. Es ist nicht bekannt geworden, daß, ab- leseben von den bedeutungslosen Kommunisten, irgend litte Gruppe außenpolitische Gesichtspunkte dieser Art ä den Dordergrung der Agitation geschoben bat.

t r Wie steht nun ein etwaiger Regierungsblock der linken aus, falls die' Wahlergebniste zu einer solchen Kabinettsbildung führen? In Deutschland besteht üelfach die Anschauung, als bestehe der Block der Lin­ien aus lammesmiitigen Pazifisten und Demokroten, ne nichts sehnlicher wünschen als auf die Vorteile des Versailler Diktats zu verzichten und die Völker dies- ieits und jenseits der Vogesen, den Michel und die riaiianne. für alle Zeiten in friedlicher Ebe zu ver­einigen. Zur Zerstörung dieses schönen Traumbildes - zenügt der Hinweis darauf, daß der Block der Lin- | len den ganzen Krieg Über am Ruder oe= ivesen ist, daß er Politiker wie Cllmenceau und fwincare außenpolitisch uneingeschränkt bat schalten lasien Auch der Block der Linken denkt nicht daran, ! ' tut" die Vormachtstellung zu verzichten, die Frankreich i unter geschickter Ausnutzung aller Schwächen seiner sämtlichen Kriegs- und Nachkriegsgegner errungen bat Vorsichtige Verurteilungen beispielsweise des Ruhr- Muternehmens aus den Reihen der Linken beraus sind bisher Ausnabmeerfcheiuungen geblieben. Deutschland bat sich bei seiner Wahlentscheidung nicht durch falsche Hoffnungen auf einen angeblichen Dersöhnungswillen ks Linksblocks in Frankreich beeinflussen lasien. Die Folgezeit wird den schlüsiigen Beweis erbringen, daß bit französische Politik in ihren Grundlinien sich immer vleichbleibt, mag sie von Ludwig XIV., von Napoleon, i won Clemenceau, von Poinrare oder wieder einmal Wen Briand geleitet werden.

Niederlage des Rationalen Blocks.

Paris, 12. Mai. Alle Anzeichen lassen darauf schließen, daß der Block der Linken unter der Führung von H e r r i o t und Briand in der Kammer die Mehrheit haben wird. Ein französisches Blatt rechnet mit einem Rücktritt > e r R e g i e r.u n g. In der „Victoire" gibt Hervet tu, daß d i e Nationalisten geschlagen worden eien.

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Bisher 537 Resultate.

Paris, 12. Mai. Die französischen Wahlen stnd völlig ruhig verlaufen. Sie zeigten eine sehr Ätoße Wahlbeteiligung. Wenn auch irgendwelche iür den Ausgang der Wah­

len noch nicht vorliegen, so steht doch bis jetzt der über alles Erwarten große Sieg der Linken fest. Die Linksblätter triumphieren über die Nie­derlage der Regierung.

Um 8 Uhr sind folgende Ergebnisse von den französischen Wahlen bekannt:

Konservativ« 11

Rechtsrepublikaner 132

Linksrepublikaner 89

Dissidenten der Radikale« Partei 34

Radikale Sozialisten 39

Unifizierte Sozialisten 91

Ks-nmunisten 16

Radikale 125

An außerordentlich zahlreichen Stellen ist die

Liste des linken Blockes mit absoluter Mehr­heit durchgedrungen. Kein einziger der Führer der Linken ist geschlagen, abgesehen von Bouifion von der Liga der Menschenrechte, der im $ Pariser Wahlkreis unterlag. Der nationale Block hingegen verliert zahlreiche seiner prominenten Persönlich­keiten und viele frühere Minister. Im Departe­ment Untere Loire wurde der frühere Minister- Präsident Briand gewählt. Im Departement Sövres find sämtliche Sitze dem nationalen Block verloren gegangen.

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Eia Kabinett Briand?

Paris, 12. Mai. Hier rechnet man mit der Wahrscheinlichkeit eines Kabinetts Briand.

Die Resultate aus 64 Wahlkreisen liegen nun» mehr vor. Danach sind bis jetzt gewählt:

Bloc national 118 Abgeordnete Linksblock 187 * .

Kommunisten 8 *

Royalisten — *

Eine Aenderung dieses Verhältnisses scheint ausge- schlosien.

Große Bestürzung in Paris.

P a r i s, 12. Mai. An der hiesigen Börse ver­ursachten die bisherigen Wahlergebnisse, die einen unbedingten und über Erwarten großen Sieg der Linksparteien bedeuten, eine außer- ordentliche Erregung. Im Devisengeschäft ist ein vollständiger Umschwung eingetreten. Das Pfund das am Bormittag mit 74 notiert wurde, stieg auf 78 und wird weiter steigen. Der Dollar ist von 16,95 auf 17,85 gestiegen.

Die politifche Situation ist noch gar nicht zu übersehen. Sicher scheint nur zu sein, daß man m einer Ersetzung des bisherigen Kabi­netts durch ein Ministerium Briand rechnen kann.

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Paris, 12. Mai. Im »Oeuvre" schreibt Robert de Louvenel: Die Regierung, die aus die Feinde der Republik gehetzt hätte, habe die Partie verloren. Str habe jetzt nur noch bi» Konseauenzen aus der Lage zu ziehen, die sie ge­wollt habe. Zuerst aber müsse der Präsident der Republik gehen, der vor vier Jahren der Gründer des jetzt vor vier Jahren zusammengebrochenen Rationalen Mocks gewesen sei und der ohne Unter­laß seine Neigung für eine Partei bekundet habe, die Frankreich mit einem Fußtritt fortschicke. Der Bruch sei da zwischen dem Lande und den Gegnern, dir fünf Jahre lang den Anspruch gemacht hätten, es zu regieren. Es lebe die Republik, es lebe der Friede, es lebe Frankreich!

Der soziclistischr »Pvpulaire" stellt fest, aus den zuletzt vorliegenden Informationen gehe un­streitig hervor, daß das Land das e k 1 a t r n - teste Rerdammungsurteil über dis Po-- litik des Nationalen Blocks gefällt habe. Während Blätter wie der „Figaro" und der ,Gau- lois" in ihrer Sonderausgabe von heute Vormittag erklären man müsse abwarten, bis man ein Urteil über das Ergebnis der Wahlen fällen könne, schreib! der „E; z e l f i o r", die Resultate, die im Mini­sterium des Innern angenommen seien, brächten eine L inkSOrientierung klar zum Ausdruck, und schon jetzt sei es sicher, daß die Parteien der Mitte eine ziemlich gleiche Zahl von Sitzen zu Dunsten der Radikalen Sozialisten und der So­zialisten verlieren.

Auch der „Homme Libre" gibt zu, dah d<.s Ergebnis c n? starke Schwenkung nach links bedeute. Das allgemeine Sttmmrecht habe die v o r s i n t -- flullichc Schöpfung, die man nationalen Mock nenne, den Uebcrrest einer Aera der Ver­blendung und des Irrtums, beseittgen wollen, deren sichtbarste Ergebnisse die Teuerung, die polUischk Verwirrung und eine allgemeine axefee KiisrnstimmunL Spesen seien.

Her iS, 12. Mai. Um 1.30 Uhr veröffentlichte die Havasagentur folgende Gewinn» und Ver » ' Ust 'ist en:: Kvnservattve Gewinn 2, Verlust 17; Republikaner (Nationaler Block)) Gewinn 21, Ver­lust 87: Linksrepublikaner Gewinn 12, Verlust 74; llrisfidierende Radikale Gewinn 9. Verlust 23: Ra­dikale und Radikalsoziattsten Gewinn 61, Verlust 15; Sozi Ist sche R publikaner Gew-nn 12, Verlust 12; Sr-zia listen Gewinn 52, Verlust 8, Kommunisten Gewinn 21, Verlust 7.

U ter den Be r ff Republikaner, der bei den offiziellen Stattstiken auftritt, sind alle Grup­pen. die rechts von den Linksrepubli- k a n e r n stehen g-me'nt mit Ausnahme der äußer­sten Renten, die als Konservative bezeichnet wird. Unter Kc -servativen werden auch die Anhänger der Artion Francaise bezeichnet.

Die Wahle» in Java».

To Ho, 11. Mai. Dtt Wahlen in Japan haben sich i nfcer Ha-l'vtsiabt in Rübe vollzogen. Aus der Provinz liegen jedoch Meldungen vor, wonach eS an einigen Orten zu blutigen Zusamm nsiösi n zwischen politischen Gegnern gekommen ist. 800 Wablagenten sind unter der Be- schuldiaung, das Wahlgesetz verletzt zu habe», verhaftet worden.

Nach einer Havasmeldung aus Tokio ist der Vorsitzende der Seiimkai Takahaschi, gewählt worden. Die Ker« seikai-Partei zäblle bisher 37, die Sciyukai-Partei 21 Stimmen. Es wird allgemein angenomi». i. daß die Re­gier« ng sich in der Minderheit befinde.

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London, 12. Mai. Ein politischer Beobachter fr? „Daily Telegraph" schreibt, Poincarö komme nach Checauers „in einer Geistesversansfung, die einer auf einem Kompromiß auf den breitesten Grundlagen gegründeten Vereinbarung günstig ist". ES werde be­stätigt, daß die französische Regierung alle- tue, was in ihrer Macht stehe, um die ReparationSkommission zu einer praktischen Anwendung deS Sachverständigen- p'anes zu fr wegen. Die Haltung der franzSsischen militä­rischen Cbcss in der Frage der Sanktionen habe in den letzten Wochen eine bemerkenswerte Aenderung durchgemacht. Die kranzösischen militärische« Führer ol'ck-en jetzt mit unerwartetem Wohlwollen auf den Gedanken einer schließlichen Intervention deS Völker­bundes Natürlich sei es der französische Staub« vunkt mif dem Standpunkt Mac Donalds nicht identisch. Wenn bet Böllervund der > >ers. Schiedsrichter sein solle, so müsse er auch mit wirksamer Macht zur Unterstützung seiner Beschlüsse ausgestattet weiden. Viel­leicht könne ein Kompromiß in Aussicht genommen Herben, bas bte Schasfung eines Generalstabes, der dem Völkerbund attadjiert sei unb sich aus den besten aller Köpfe zusammensetzt, votsieht. Tie Auf­gabe eines derartigen Generalstabes würbe fein, bte Bewegungen in den gefährlichen Gebieten zu beob­achten und dem Völkerbund unverzüglich darüber Be­richt zu erstatten. Der Korrespondent sieht, daß in all diesem eine „Veränderung in der Lage eingetreten- ist" und er ist der Ansicht, daß ein Uebereinkommen zwischen Frankreich unb Großbritannien möglich und „vielleicht sogar bevorstehend" ist.

Um die Baukonferenz.

London, 12. Mai. Der diplomatische Bericht- erstattet des „Dailh Telegraph" hält e3 für wabt- scheinlich, daß die Frage bet Abhaltung einet Soll« kaufe tenz in bet Hauptsache von bet kommenden Erörterung zwischen Voincate unb Mac Donald ab- hängcn wird. Da Poincate jedoch wie verlautet, weder von Finanz- noch militärischen Sachverständigen be­gleitet sein wird, könnte von derartiger Zusammenkunft kein konkretes Ergebnis erwartet werden. Wahrschein, sich werde eine eingehende Neuprüfung bei Dau.es- berichtes bnrch verschiedene Gruppen von Sachverstän­digen folgen, die mit dem allgemeinen MeinuNgs.rus- tausch durch.die gewohnten diplomatischen Kanäle vor der Einberufung des Obersten Rmes zusammenfalleif würde. In alliierten Kreisen sei man jetzt allgemein der An­sicht, baß eine Regelung nur stufenweise erzielt werden könne. ■'

London, 12. Mai. „Daily Chronicke" schreibt in einem Leitartikel, alle Parteien in Englarü» würden die bevorstehenden Besprechungen zwischen Mar Donald und Poincate günstig ansehen als Zeichen,^ daß Frankreich verhandeln will. Inzwischen sei rS jedoch frbaueriid). daß zu einem Zeitpunkt, wo England im Begriff steht, das rumänische Königspaar urb den rumänischen Außenminister zu begrüßen, die fran-- iösische Diplomatie glücklicherweise vergeblich versucht baf, -»n Mißverständn s zwischen Rumänien und England 6er- vorzurus-n. Ter Versuch, Rumänien zu ->n:nr nparaten Garantievertrag mit Fvankveich zu überreden and cs dochurch von England zu trennen und in di, Airrre Frankreichs zu zwingen, sei eine unglückliche Ein­leitung zu einem engeren EiWerstandnis zwischen öen Alliierte« werde nicht erleichtett, wen neine Alacht die Ausdehimng des Systems, der von ihr abhängigen Va­sallenstaat erjlteLl. -- ..<■ -i

Die Konferenz mit Mac Donald aufgegebe»?

London ,5. Mai. Wie Reuter erfährt wird wegen der Wahlniederlage Poincarös die Zusammenkunft mit Mac Donak» wahrscheinlich ausgegeben.

Sie tritt WtzMMW.

Berlin ,12. Mai. Der neue Reichstag wirb, wie nunmehr endgülttg feststeht, am Diens­tag. 27. Mai, nachmittags 3 Uhr zu feiner erste» Sitzung zufammentteten. Die öffentlichen Finka- dungsfchreiben find noch nicht hinausgegangen, weil die Namen aller gewählten Abgeordneten noch nicht feststehen. Hier und da kommen Verände­rungen vor. sodaß Abgeordnete, die bereits oM gewählt genannt worden find, wieder gestrichen werden und andere neue hfnzukommen. Es find in der Montagssitzung des ReichSwahlauSfchufseS drei neue Abgeordnete als gewählt erklärt worden, wcdurch ebensoviel Abgeordnete von der Wahlliste verschwinden. Die meisten ReichStagSfrak- tionen hoben bereits unverbindsiche Besprechun­gen mit dem Parteivorstand abgehalten. Die Sit­zungen der Fraktionen werben offiziell in dieser Woche in ReichStagSgebäud« den Anfang nehmen. Von den AuSfchüsien des Reichstages ist noch der Au-fcbsß zur Aeberwachung der Durchführung der Perfonalabbauverordnung versammelt, der auch tw der nächsten Woche noch einmal zusammenttetea soll.

Auf der Tagesordnung der erste« Reichstags« fttzung am 27. Mai steht nur der Namensaufruf der Abgeordneten Diese Sitzung wird von dem Abge­ordneten Dock-Gotha al» Alterspräsident gelei­tet werben, der hn 79. Lebensjahre steht. Der»

——A iKrn Kn.n M. 'Wfc/wAvfwtetM»

Dr. Spahn (Zentrum) und Zubefl (Soz.). Der Namensaufruf dient zur Feststellung der Beschluh- sähfgkeft des Reichstages, zu der die Anwesenheit von mehr al» der Hälfte der Mstglieder erfor­derlich ist. In der zweften Sitzung, am Wstt- woch, den 28. Mai, wird da» Präsidi um de» Reichstage» gewählt werden. Da am näch­sten Tage, am Donnerstag, den 29. Mai. Him­melfahrt ist, wird der Reichstag voraussichtlich jetzt eine kleine Pause eintreten lassen, um de» Fraktionen Gelegenheit zu gebe», zu verschiedene» aktuellen Fragen Stellung zu nehmen. Die Ple­narsitzungen werden dann voraussichtlich am Dienstag, 3. Juni ausgenommen werd?».

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Das alte Lied.

Berlin, 12. Mai. Wie „W.B." erfährt, sind bei den Mittelparteien Besttebunge« tm Gau e aiS dem Zentrum, der Deutsche» Volkspartei und den Demokraten eine Fraktion zusammenzuschließen, die vielleicht de» Namen ^Nationaler Block der Mitte" führt, und in der d,e einzelnen Parteien ihre po- !t ff e Selbständige . & 6 Ihn wür en. Das Zen­trum würde mit seinen 65 Stimmen die stärkste Gruppe fein und könnte also den Reichskanzler Marx auch für öen neuen Reichstag präsentie­ren E» wird damit ^.ccechnet, daß die neue Frak­tion bte wohlwollende Neutralität der Sozialdemokrat en finde n werde. Käme di« angestrebte Fraktionsbildung zustande, so würde sich folgende Gruppierung ergeben: Block der Mitte 137. Deutschnativnale 105, S o j la l- demokraten 100, Kommunisten 62 unb Deutschvölkische 32. ' ; ......

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Die Rcichsregicrung »reift ein.

Gelsenkirchen, 12. Mai. Die Aussichten, den Auhrkonflikt einer raschen Lösung zuzusühren. scheinen «unmehr günstiger zu sein, da der RrichS- kanz'er und der ReicbSarbeltSminifter selbst die ent­scheidende Vermittlung übernehmen wollen. Der Reichsarbeitsminister hat nämlich die bei- den ftreitenben Parteien aufgefordert, zu Eini- g.. n soerhnnd-lungen am Mittwoch i« 05 v i l i n zu erscheinen. Vorher werden die Ver­treter des Ruhrgebiets auch vom Reichskanzler empfanoen weiden. Man kann überhaupt anneh­men. daß die Haupttriebfeder dieser DermMlungS« atiion Reick skanzler Marx gewesen ist, da er ja von den Ve:tr^ecn der Ruhrstädte in Köln unter Hin- u?eis auf die aus dem Konflikt- zu erwartenden Geiahcen ausdrücklich und dringend gebeten wor­den ist, feinen Einfluß geltend zu machen. Die beiden Parteien werden der Einladung Folge lei­sten. Wie verlautet, wird auch Deichs- und Staat»« kommisfar Mehlich morgen nach Berlin fahren. Sei» Vermittlungsversuch ist bekanntlich ergebnis­los grbliebeli. Herr Mehlich gehört ober j» de»