f Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher kurhessischej Overhessen
Ht.Ul
1924
Die „Obetbeifildit Bettung* erlebe tut ie&emal wöchentlich. — Lezugsoreir monatlich 2 Mart aurlchlietzlich Zustellungrgebühr. Für ausfaUenbe Nummern infolge Streits ob. tiement.6teigniiie lein 61105. — Set.ag von Dr. 6. Higerotd. — Druck der llnin.-Buchdruckerei »ex Jod. Lu,. Koch, Siartt 2123. — ^eminretber 55, Toftltbecfionte: Nr. 5015 Smt Rtanfintt a. Mair.
Marburg
Rsvlas. len 12. Rsl
Der ®njeiaent>reis betrlgt fSr Ma lOgefp. Zeilenmitttmeter 0,08 Selbmert Stätlich« auswärt. Anzeigen 0.10 Eoldmart. Bet ichwier.Satz 5v»/.ilug»lag. Sammelaa^tg. 100*1. HD T||M «uiRblag. etiamen 0^5 Eoldmart. Jeder Rabatt gilt al, Barradatt. Belege werM» •»« ö»l»l berechnet, ebenio Austunft durch die «eicbfiftsfteHe und Zusendung der Angebote. Zablaug ----
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Bis Srittos d« HtiisliisBiilti.
Berlin, 9. Mai Nach den neuesten amtlichen Feststellungen des Wahlergebnisses, die zum Teil bereits auf den von den Kreiswablausfchüssen anerkannten Berechnungen beruhen, find abgegeben worden:
Insgesamt 29 311442 gültige Stimmen Davon entfallen aur:
Seutschnationale Volkspartei 5 764 623
Landliste 588 780
Deutsch-Völkische Freiheit-Partei 922 626
Deutsche Voltsvartei 2 636 747
Deutsch-Soziale 338 358
BereiuiSt« Sozialdem. Partei Deutschland» 5 991 547
Zentrum 3 901 087
Demokratische Partei 1661 425
Xommuuistische Parteien 8 728 089
Bayerische Volkspartei - 941982
tanerischee Bauernbund 685 273
«nnovernner 318 505
Ferner U. S. P. D. 234 708. Bund der Geusen 58 890, bristl. Sozial -Bolksgemeinsch. 124 626, Arbeitnebm. 6199, Fr. Wirtsch.-Bd. 36 024, Säusser 23 802, Rat. t. P. 59114, Rat. Minderb. 133 540, Part. d. Mieter 6991, Revubl. P. 45 867, Soz. Bd. 25 617; nicht an ieichsliste angeschlossene Gruppen: 16967.
Die Verteilung der Mandate, Kreissitzen, Verbandssihen und ist solgende: Deutschnationale volkspartet Landliste
Deutsch-völkische Freiheit-Partei Deutscke volkspartet Deutsch-Soziale v. S. P. D.
Zentrum
Demokratische Partei Kommunistische Partei vaner-sche Volksvartrt Bayerischer Bauernbund löannooeraner
ausgeschieden nach Reichswablvorschlägen,
80 N. 3 «L 13 (96)
7 n. 1 tu 1 (9)
13 U. 9 tu 10 (32)
30«. 8«. 6 (44)
0 n. 2 n. 2 (4)
82 tu 11 e. 7 (100)
52 «. 5 «. 8 (65)
9 tu 12 tu 7 (28)
42 tu 11 tu 9 (62)
14 tu 0 «. 2 (16)
3 tu 2 tu 5 (10)
4 tu 0 tu 1 (5)
Gesamtzahl der Mandate 336 und 64 und 71 gleich 471. ' Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gesamtzahl bet Abgeordnetensitze noch eine geringe Erhöhung erfährt, und zwar nicht bei der Feststellung des amtlichen Er- gebniffes, sondern bei der späteren Durchprüfung der Abstimmung-Niederschriften. Es bat fich nämlich her- ausgestellt, daß die Zahl der ungültigen Stimmen gegenüber früheren Wahlen stark g e - stiegen ist, wahrend 1920 die Söchstzahl der ungültigen Stimmen in einem Wahlkreise 12 000 betrug, mel- den diesmal^ Merseburg 14 361, Düsseldorf-Vst 24 904. Westialen-Süd 34 484 ungültige Stimmen. Es ist mög- Kch, dah ein Teil dieser Stimmen nachträglich kür aik- 4ig erklärt werden wird, so dah der einen oder anderen Partei noch ein Mandat zufallen könnte.
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veichstagszusammenttitt am 27. Mai.
Berlin, 10. Mai. Der Reickstag wird, wie jetzt fcststeht, am DienSta g. 27. Mai zufam- ttentreten.
Der Sleich-laudbuttd im Wablergebni».
Nach dem bisherigen Ergebnis sind bei den R'ichStags- wahkn am 4.Mai 52 Landbundmitglicder ge- teählt worden, darunter der Präsident des Reichs-Land- bundeS Herr Hepp und die Mitglieder des Bunde?v->r° staickes Döbrich. v. Goldacker, Oekonomierat WellnbÄk. Mbr. b. Richthosen, Stubbcndorsi. Auf der Landlis_> stich gewählt: in Thüringen zwei Abgeordnete, in Würt- tanberfl vier Abgeordnete, in Baden einer, in Hessen einer, taf der „Landliste" (Reichswahlvorschlag) 1. Bon den msher gewählten Abgeordneten ,die LandbundmitgliÄxr stnd, gehören 44 der Deutschnatjonalen Bolls bartet an. <
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Sie stmMStn Kmnmniin.
Paris, 11. Mai. Der Wahltag ist in Paris n«b. foweü Nachrichten vorliegen, in ganz Frankreich in vollkomme-ner Ruhe verlauk-n. Die Wahlhandlung wurde um 6 Uhr geschlossen. Da dies- tnal eine außerordentlich große Zahl von Wahllisten doriiegt, ist cs kaum wahrscheinlich, daß vor morgen vor- mrttag irgendwelche endgültigen Ergebnisse bekannt werden. In den meisten Wahllokalen war bis zur Mittags- Wnde die Wahlbeteilrgung ziemlich stark, w wurde im 1. Bezirk von Paris bis zur Mittagsstunde etwa 40 Prozent der wahlberechtigten Stimmen ^gegebeon, in Bordeaux etwa 33 Prozent. Der Präsident der Republik, begleitet von seinem Sohn, hat heute vormittag in seinem Wahlbezirk seiner Wahl- dsttcht genügt. Im allgemeinen rotrb angenommen, daß w Paris und Umgebung sonne im Süden rind Norden "ronkneichs eine stärkere Wahlbeterligung als Anläßlich der Wühlen von 1919 zu verzeichnen ist.
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Paris, 12. Mai. Gegen Vt? Uhr vormittags bkröfsentlichte Havas folgende Statistik aus 177 Wahl- «izrlen. Danach sind gewählt: Konservative 8 (gewinnen 2, verlieren 8), Anagogruppe 14 (verlieren 41), Lrnksrepuhstkaner 17 (gewinnen 5, verlieren 25), Dissi- dirrende Republikaner 11 (gewinnen 3, verlieren 12), Radikal-Sozialisten 60 (gewinnen 34, verlieren 4), Sozial- Rrpublikaner 18 (gewinnen 6, verlieren 2), Sozialisten *1 (gewinnen 25, verlieren 1), Kommunisten 4 (gewinnen verlieren 8). Stichwahlen haben in Vier Wahlbezirken staitzusinden. , .. .L- ,
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Paris, 12. Mai. Um 8,30 Uhr veröffentlicht Havas aus 301 Wahlbezirken folgende Ergebnis: Kon- servative 6, Republikaner (Arago) 63, darunter 22 neue, Linksrepublikaner 41, darunter 10 neue, Dissidierende Republikaner 21. darunter 7 neue, Radiwle und Radikal, iozialisten 83, darunter 52 neue, sozialistische Republikaner 20, darunter 11 neue, Sozialisten 58, darunter 33 nette. Kommunisten 9, darunter V neue.
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llmtttdnle £oit an itr stiiit.
Die offenbare Zuspitzung der Lage im Ruhrgebiet und Mitteldeutschland hat die Regierung zum Beginn von tatkräftigen Verhandlungen veranlaßt. Es war in der Tat hohe Zeit, daß auch der Reichsarbeitsmini fter sich eingehend um die Dinge küm wert, die eine große Gefahr für die nächste Entwicklung Deutschlands, namentlich im Hinblick aus die Verhandlungen aus Grund des Gutachtens, in sich bergen. Beiden Teilen, Arbeitgebern wie Arbeitnehmern, sollte eindringlich zu Gcmüte geführt werden, daß unter den ob waltend«» Umständen weniger als je Wirren, wie sic dort entstanden sind, geduldet werden dürfen. Leider läßt sich eine besondere Erscheinung nicht unterdrücken. Der starke Erfolg der Kommunisten in der Reickstagswahl und die damit verbünde« Schwächung der Sozialdemokraten mach! sich auf diesem Gebiet gelten) Den Kommunisten ist der Kamm geschwollen und sie suchen side Gelegenheit wahrzunehmcn, im Trüh-n zu fischen unh Volk weiter zu verhetzen. Die Radikalisierung der Bergnrbeiterscha st ist unverkennbar. Und gerade hierin siegt eine sehr ernfi- Warnung für die Regierung, aber auch siir die Arbeitgeber, soweit Entgegenkommen zu zergen wie irgend möglich. Unbestreitbar legen die Micumverträge der Iickustrie rm Ruhrgebiet unerträgliche Lasten aus. Und biestn Gesichtspunkt sollte vor allen Dingen die Arbeiterschaft nicht aus dem Auge verlieren. Auch sie muß ihren Teil am allgemeinen Aufbau beit m gen und darf sich nicht auf Forderungen versteifen, die an sich vielleicht gerechtfertigt, unter den obwaltenden Umständen aber durchaus ungerechttertigt erscheinen müsse« Eine Verkürzung der Arbeitszeit in einem Augenblick, w o gewaltige Leistungen gefordert werden, ist Wahnsinn Wir wollen hoffen, daß eim weitere Ausdehnung und Verschärfung der Lage vermieden werden kann und daß eS der Regie», rung gelingt, schlimmcve Zusammenstöße und eine weitere Radikalisierung der Arbefterschaft zu vermeiden. Sonst sind sehr ernst« Folgen zu befürchten.
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Berlin, 10. Mai. Noch BlättermeLungen aus Essen trat in der Ruhrbergbaukrik« heute vormittag keine Aenderung ein. Nach wie vor liegt der gesamte Ruhrbergbau still. In der Großindustrie führte der Kvhtenmangel zu weiteren umfangreichen Betriebseinschränkungen. Tie Eisenbahnregie teilt tmrch Anschlag am Hauptbahnhos Essen mit, daß 13 Züge wegen Kohlenmangel auS- s al len. Auch die Rheinschifiahrt wird von dem Son- stift im Bergbau in Mitleidenschaft gezogen, da die Kohlenzufuhr nach den Rheinhäsen so gut wie aufgehött hat.
Ergebnisloser Brrlans der Verhandlungen.
Recklinghausen, 10. Mai. Die gestrigen Verhandlungen in Recklinghausen sind ergebnislos verlaufen. Hande'Swin sie'- Sie - ring erklärte, daß infolge der Micumlasten unbedingt an der acht- bezw. zehnstündigen Arbeitszeit festgehalten würde. Von Gewerkschaftsseite wird mitgeteilt, daß in Bergarbeiterkressen durchs aus Verständnis dafür vorhanden fei, dah Mehrarbeit geleistet werden müsse, nur wolle man für diese Mehrarbeit auch die Zuschläge für Aeberstundenarb eit haben.
Vertagung der Bethandlungen Über den vahmenteris.
Essen, 10. Mai. Die Verhandlungen über den Rahmentarif im Bergbau, die gestern begonnen haben, sind auf Montag vertagt worden.
Zunahme von Arbeitswilligen.
Essen, 10. Mai. Die Lage im Ruhrgebiet ist unverändert. Bon der Gesamtbelegschaft der Frühschicht ist 93,24 Prozent nicht eingcsahren. Aus mehreren Bezirken wird eine Zunahmcder Arbeitswilligen gemeldet. Aus den Thvssenschächten erklärten sich über 1800 Mann zur Arbeit wieder bereit.
Di« Stadt Essen ebne 8as-
Essen, 10. Mai. Die Gasversorgung der Stadt Essen ist infolge der Streikbewegung im Bergbau gestern Abend vollständig eingestellt worden.
Di« Fslern des Bergarbrfterpretks.
Bochum, 10. Mai. Wegen Anter brech u n g der Zufuhr von Kohle und Koks Hit der Bochumer Verein sich genötigt gesehen, die Mir'mswcrke stillzulegen. Die dort beschäftigten Arbeiter sind in anderen Betrieben Des. Werks untergebracht worden. Die Oefen bleiben unter Feuer, sodaß bei Wiederaufnahme der Förderung auf den zum Bochumer. Verein gehörenden Zechen der Betrieb der Martinswrrke wieder ausgenommen
werden kann. Dir Hochöfen sind beschrätckt worden.
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Dortmund, 10. Mai. Da« gesamte Eisen» stablwerk bösch in Dortmund liegt still, abgesehen von zwei Hochöfen, die jedoch abgekämpft arbeiten. Bei bet Dortrnunbet Union unb bet Phönix machen fick ebenfalls umfangreiche Be» triebsschwierigkeiten bemerkbar. Heute morgen wurde das gesamte Martinwalzwerk der Dortmunder Union stillgelegt. Der Dortmunder Verein ist seit drei Tagen von jeder Koblenzufubr abgeschnitten. Bei längerer Dauer der Unterbindung der Koblenrufubr ist eine Stilllegung der gesamten Betriebe unvermeidlich.
Der Reichsarbeit-minifter «bet die Betbandlungen ht Saturn.
Berlin. 10. Mai. Die öffentliche Erörterung der Arbcitskämpfc im Ruhrbergdau befaßte sick eingefjenb mit den Vermittlungsversuchen und der Ver- biicklich'eitserklärung der Schiedssprüche durch den Reichsarbcitsminister am 3.Mai in Hamm. Der RciLsarl-citsminister stellt licrzu folgendes fest.
1. Bei den SBerkaltblütigen waren alle Beteiligten bat über klar und gaben dem auch mehrmals Ausdruck, daß es unmöglich war. in bet unmittelbar vor dem Wahltag verfügbaren beschränkten Zeit sämtliche schwebercken Fragen der Arbeitszeit, des Lohnes unb bet Manteltarise endgültig zu klären. Demnack konnte es sich nur darum handeln, eine Brücke zu baldigen Verhandlungen zu gewinnen, um den bereits beginnenden £amVf wenigstens solange abzubiegcn, als noch irgendwelche VerhaMungsmöcilichkciten gegeben waren. Das setzte voraus, daß wenigstens die dringendsten Streitfragen vorläufig geregelt würben unb beiberseits der Wille zur Verständigung Ausdruck fand.
2. Sinngemäß erklärten sich bi« Arbeitgeber aus An- regtrno b-8 Ministers bereit, die Urlaubssperre für den lausenden Monat aufzuhcbcn und von Maßregelungen anläßlich der letzten Tarisstreifizkeiten 915- ttanb zu nehmen. Im übrigen fanden di« Fragen des Manteltarifs eine vorläufige Erledigung durch bie Verbindlichteits-rlläruttg des SchiedSspruchS vom 28. April, der im Punkt 5 bestimmt: Der Mantel- tarif wird bis zum 11. Ium verlängert.
3 Um den Streit über die Arbeitszeit und den Lohn bis zu den vorgesehenen neuen Berhandlungen zur Ruhe zu bringen, mußten die vorliegenden Schi.össprüche verbildlich erllätt werden. Die Etliche Wirkung dieser "erblndlichkeitSerklärung war so zu be- grcnzen, daß dem Zweck der vorläufigen Befriedigung Rechnung gettagen wurde. Irgendwelche rechtlichen ^Bedenken dagegen wurden von Kiner Partei geltend gemacht, im Gegenteil, eS wurde von gewerkschaftlicher Seite ausdrücklich zugegeben, daß durch bie Verbtndüchkeitserll5- rung eint „neue Rechtslage geschaffen" sei. Was bie Arbeitetvertretcr ablehnten, war lediglich die Ueber- nahmc der Verpstichtung, sich für b*e Durchführung der VerhandlvngSergt batsse bei ihren Organiiationen etnzn- fetzen, womit sie aber keineswegs ihrerfctt« eine Ablehnung aussprachen. Eine Aussicht auf irgend einem anderen Weg auch nut zu einer vorläufigen Ver- stäickigung zu kommen, hat sich auf den Hamm» Verhandlungen nicht ergeben.
Der Srubeuftreik in Schlesien.
Hindenburg, 10. Mai. Gestern nachmittag siand im großen Saale des Gewerkschaftshauses eine Konferenz der Betriebsräte sämtlicher Richtungen statt, in deren V»lauf der Antrag auf Einstellung der Notstandsarbeiten auf den Gruben eingebrocht wurde. Nach bewegt^ Debatte stimmte» von den 89 anwefenden Betriebsräten 65 für und 19 gegen die Einstellung. Der Rest enthielt sich der Stimme.
Heute vormittag fand eine Versammlung von Frauen der Streikenden statt, die gegen de» Schiedsspruch des Reichsarbeitsministers protestierte. Nach Schluß der Versammlung kam es auf der Straße zu erregten Szenen. Ein Bergrat wurde von den Frauen überfallen und mißhandett. Eimgen Kindern wurde bas Mittagessen, daS sie ihren Vätern bringen wollten, aus die Straße geschüttet. Hierauf zog die Menge vor bx oberschlesischen Elektrizitätswerke und versuchte die Arbeiter aus den Betrieben herauszubolen. Die Polizei Detbinbctte ernste Zwischenfälle.
Sie technische Nothilfe in Oftvrentzen eingesetzt
Königsberg, 10. Mai. In den Kreisen Kömgs- berg, Fischhausen, Labia», Prenß.-Ehlau unb ©erbauen ist die te ch nische Not hi lfe noch aus 163 Gütern mit 974 Nothelsmt, im Regierungsbezirk Westpreußen aus 10 Gütern mit 40 Nothel fern, im Regierungsbezirk Allenstein auf 24 Gütern mit 142 Nothelfern unb int Regierungsbezirk Gumbinnen auf 167 Gütern mit 709 Notheiscrn eingefetzt.
Witze Mme».
Moskau, 10. Mai. Die russische Telegra- phen-Agentut Rvsta verbreitet eine aus London stammende Meldung, nach welcher angeblich einige der herirrragendften Mitglieder der konsecvaliven und der liberalen Partei Rakowski ihre C m p ö - rung über die von der deutschen Regierung unler.iommenen Schritte ausgesprochen haben sollen. Eine dem früheren Kabinett Lloyd George uahe- stehnrde Persönlichkeit soll erklärt haben, daß der Schritt der deutschen Regierung einer
der unsinnigsten sei. der deutscherseits t* mal« begangen wäre. Die ^Zswestija" bringt etoee in schärfsten Tönen gehaltenen Leitartikel St* lows, in dem es zum Schluß heißt: Die Sowjets macht wird in dieser Frage auf kein Rompto« miß eingehen und wird nicht erlaube», daß ihre internationale Lage ein Spielzeug des hmemt^ Kampfes der deutschen Parteien wird. Mr fot<‘ dem volle Genugtuung, die eBettfej öffentlich sein muß, wie die zugefstgte Beleidigung,) sonst werde» wir Maßnahmen ergreife»,; die der deutschen Polizei unb ihren Beschützer»! zeigen Verden, daß man mit der iluio# Dec] S. S. R. nicht spaßen kann.
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V
Moskau, 11. Mai. Trotzki erklärte einem Korrespondenten, daß die Smpvrung wegen des AeberfalleS auf die Berliner Handelsvertretung immer weitere Kreise der Bevölkerung ergreife und fich in Protestversammlungen Lust mache. 3» Odessa habe eine Volksmenge von 30000 Personen vor dem deutschen Konsulat demonstriert«, Krassin sagte einem »Rvsta"-Kvrrespondenten, et sei ein naiver Irrtum der deutschen Regierung, bi«? von der Sowjetregierung an den Tag gelegte Langmut als Zeichen der Schwäche anzusehen. Auf, jede Provokation solle mit eine m doppelt so starken Schlage geantwortet, werde n. Fürs erste würden di« Warenladunge», in deutschen Häfen möglichst eingeschränlt unb bie; Gctreidelieferungen eingestellt. Deutschland toetbe eS schwer haben, Rohstoffe und Getreide auf <m* deren Märkten zu finden. Der wieder zurückge« kehrte Vorsitzende der Volkskommissare, Rykov^ spraW sick gleichfalls über den Ernst der Sagt aus. Erst wenn Rußland feste Garantien erhallen habe, daß sich in Zukunst ähnliche Fäll« nicht wiederholen, werde es eine normale Handelstätigkeit in Deutschland wieder aufnehme» tßn* nen. Anderenfalls würde sie btt auf ei» 38t*, mum eingeschränkt werden.
Deutschland ist auf den Vetreidedqug au« 3kuß» land in keiner Weife angewiesen. S« kann da» notwendige Jmportgetreide an anderer Stelle bei Weltmarktes finden. Die Einstellung des rustifch» deutschen Wirtschaftsverkehrs wird letzten (Bnbel nicht Deutschland, sondern Rußland schweren Schaden zufügen. •
V Die verhaftete» entlassen.
Berlin. 10. Mai. Wie wir erfahre«, ist bie Anterfuchung gegen die am 3. Mai in der russischen Handelsvertretung festgenommenen Personen nunmehr soweit durchgeführt. daß die Gefangenen gestern aus der Hast entlasse» werden konnten.
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Bi ilt W.
Günstige Aufnahme der amerilanifchen Anleib« Ilt Dentfchlmtb.
Paris ,10. Mai. Aach dem „AewhorkHeralb" würde die von den Sachverständigen für Deutschland vorgeschlagene Anleihe von 800 Millionen Goldmark kurz nach dem 15.Jun' ausgebucht sein.
Die amerikanische Lebensmittelanleib«.
Washington, 10. Mai. Senator Howell brachte eine Resolution im Senat ein, wodurch die Regierung ermächtigt wird, eine Anleihe von 25 Millionen Dollar an Deutschland zu begeben, wodurch es in den Stand gesetzt werde. Lebensmittel und Getteide in den Der-' einigten Staaten zu laufen. Die Resolution wurde an den Ausschuß für auswärttge Angelegenheiten verwiesen.
• • eine Konferenz amerikanischer Bankier».
Rewhork, 10. Mai. Die Rückkehr Mor- ganS nach Amerika hat in hiesigen Finanzkrei- fen eine Diskussion über die Wirkung des Streikch im Ruhrgebiet unb in Sachse n auf bi«| Anleiheabfichten ausgelöst. ESist wahrscheinlich, daß in der nächsten Woche eine Kvnferen,! der führenden amerikanischen.Bankier-^ stattsindet.
Wutart - Kat Detail.
Poincare reift nach Ebequer».
London, 10. Mai. »Exchange Telegraph« meldet aus Paris, dah PoincarL auf Grund einer telephonischen Unterhaltung, die er von sei-, nem Landsitz Compiögne gefühtt hat, am 20. Mal nach London gehen wird. Mac Donald u»d> Poincare werden am 20. Mai abends in Ehe«) quers zusammentrcf fen. *