, Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Rk. 110
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Marburg
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59. ?rtn.
1924
3« 8llt •
Mer etwa geglaubt hat, daß nach Berndigung s -es Wahlkampfes eine gewisse Beruhigung im po- gtischen Leben Platz greifen würden, sieht sich vorläufig recht enttäuscht. Denn nun beginnt die leidenschaftliche Diskussion über die Frage derR e » 'glerungsbildung. ES liegt nahe, daß eS sich per vorläufig immer um Kombinationen und Versuche handelt. Der wesentliche Kampf dürfte hier em die Slel ungn hme der Deutschnationalen Par- lei entbrennen. Die Partei darf ihrer Stärke nach He Führung beanspruchen. Sie wird aber kaum ge- sein, die Politik der alten Regierung fonzu- fihren. Sie wird zwar nicht von vornherein die Entfachen, wie sie nun einmal liegen, auf den K,,ps stellen können, aber sie wird Vorbehalte »er. wesentlicher Bedeutung machen,wie »st sie bereits gestern andeuteten, sowohl m bet «uswärtigen Politik, als auch besonders natürlich tu der preußischen Politik, wo bisher immer der stärsste Stein des Anstoßes lag.
. !' Die Mittelparteien haben bisher eine Betuliche Reserve beobachtet und nur betont, daß sie keinesfalls eine Außenpolitik mitmachen tourten, die die Früchte der Arbeit des Kabinetts Stresemann, wie sie es auffassen, bringen könnte. Unter allen Umständen wird es außerordentlich schwierig sein, eine feste Mehrheit zufemmenzu- lningen, und gar die Bildung einer Zweidrittelmehrheit, die man für verschiedene verfassungs- D»dernde Geleite der Reparationsgutacht-n braucht, «scheint augenblicklich noch beinahe aussichtslos.
Dabei fehlt es nicht an innen und außenpolitischen Krisen, die eine feste Hand und eine klare Leitung verlangen, wenn sie sich nicht zu schweren Schädigungen auswachsen sollen. Die Korn m u - Risten, übermütig gemacht durch ihren überrasch« nde« Wohlerfolg, dürsten nach einer Machtprobe. Die ungünstigen und komplizierten Verhältnisse im Kohlenbergbau bieten ihnen den erwünschten Anlaß, mit Generalstreikparol« und Kotzzügigei Propaganda eine revolutionäre Bewegung zu entfesseln und die Arbeiterschaft nicht »ehr zur Ruhe kommen zu lassen. Dazu kommt noch die HanSsuchnng In der Berliner Han- delsvertretung Sowjetrußlands, die eine, Menge belastendes Material zutage für- derte und den Beweis erbrachte, daß diese Srga- «ffation seit langem der Brennpunkt einer unterirdischen bolschewistischen Propaganda gewesen iS, die es besonders auf die Reichswehr und die Polizei abgesehen hatte. Wenn man Ur Moskau Nicht einsichtig genug ist, um Deutschland doS Recht pizugestehen, sich gegen solche gefährliche Minier- erbeil zu wenden, so würde man damit der West wut zeigen, daß ein sachliches und vertrauensvolles Zusammenarbeiten mit der Sowjetregierung eben doch nicht möglich ist. Alles das mahnt, die Regierungskrise nicht zu verewigen und so bald wie möglich eine feste und dauerhafte Führung zu schaffen. ,
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Die bayerische Orduungszekle.
Mit der offiziösen Meldung, baß auch der Oberst dort Seisfe: nicht mehr auf seinem Posten als Ehef der Sandespolizei bleiben wird, schließt einen toen'g erfreulichen Abschnitt der bayrischen Geschichte. Die drei »DaterlandSretter" vom 9. Rov. 1923, v. Kahr, v.Lossow und Seisser sind kalt gestellt worden. Man braucht sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, ob sie dem VolkS- intoillen über ihre Taktik geopfert wurden, oder »6 ihnen auch die Regierung den Vorwurf eines inkorrekten Verhaltens macht. Zur Be- vchigung der Gemüter in Bayern dürfte es je« denfasts gut fein, daß die meistumstrittenen Per- stmlichkeilcn der berfloffenen Aera vorläufig von dec politischen Bühne abtret«!. Damit kann sich Betret» das Epitheton „Die Ordnungszelle". das schon beinahe zum Spvttwort geworden war, Wiede' redlich verdienen. Der Ausfall der RelchStagS- Dahlcn scheint ja die Münchener Regierung bereits dazv ermutigt zu haben, die Ordnungs- lifiel etwas straffer anzuziehen, and auch im Leger der Rationalsozialisten macht sich, auf die Mahnungen Ludendorffs hin. eine Besinnung bemerkbar Run bleibt noch die Frage der bayrischen Regierungsbildung offen.
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Neuer Frankensturz.
Unmittelbar vor den Wahlen beginnt der Franken, dessen Stützung das beträchtlichste Kropagandaaktivum der Regierung Po.ncare dar- stellte, wieder zu f ch w a n k e n. ES liegt natür- 8ch bet französischen Presse sehr nahe und ist dußerst beauem, sofort wieder Deutschland als den Schuldigen an dieser neuen Dalutabr-
Der Kamps an der Ruhr.
Vermittlung der Regierung.
Berlin, 9. Mai. Die Lage im Ruhrgebiet ist im' großen und ganzen unverändert. Bon; .mehreren Zechen wirb gemeldet., baß Belegschas'smit- klicder, welche zur Arbeit gehen wollten, tatsächlich angegriffen und bedroht worden sind. Aus den Kruvv'schcn Merken wild durch Anschlag der Direstion bekannt- gegeben, daß voraussichtlich vom 11. Mai an infolge Kohlenmangels Kurz- und Feierschichten eingelegt werden mästen. Auch die Gute tzofsnungshütte in Obrrlmrüen u't bereits gestern wegen Gas- und Strommangels zum größten Teil zum Erliegen gekommen.
Essen, 9. Mai. Im Ruhrbergbau sind bei der heutigen Frühschicht 93,7 0 Prozent der Gesamtbelegschaft nicht angefahren.
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Essen, 9 Mai. Den großen Rcvierkonserenzen der Bergarbeiterverbände folgten am Donnerstag im g-sawtcn Rnbrrevier Belegs chasts-Versammln n gen , deren Zahl aus über 300 geschätzt wird. Soweit Meldungen vorliegen, nahmen sie alle einen, ruhigen Verlaus. In allen Versammlungen, die über- füllt waren und teilweise n.ttcr irrem Dimmet statt- fanden, wurde das Vorgehen der Grubenbesitzer äuss schärfste verurteilt, der Wille bei Bergarbeiter zur Arbeit entschieden betont und jede Streikparol- nachdrücklich abgelehnt. Die Aufforderungen zum Generalstreik, die in einigen Versammlungen von An- häugern der Union erhoben wurden, fanden bei dem Gros der Teilnehmer eine entschiedene Able bnung. Es wurde gefordert, daß die Bergarbeiter nicht allein die Träger der Reparationslasten sein dürsten. Diese Lasten seien vielmehr gleichmäUg aus- alle Sckulte.rn ix» Volkes zu legen. An der Forderung der Beibehaltung der 7-S1vndenschicht unter Tage und der 8-Stundenlchrcht üb« Tage wurde von der Ruhrbergarbeiterschaft fest- gehalten Tie Beschlüsse der Revierkonferenzen wurden einmütig gebilligt. Das Angebot des Schiedsspruches in der Lohn- und Arbeitszeitfrage fei für die Bergleute unannehmbar.
vermittlnngsaktto«.
D o r t m u n d, 9. Mai. Reichs- und Stoatskommtffar Mehlich, der heute von ein« Reise zurückgekehrt ist, leitete unvnzüglich eine Bermittelun gSaktiou zur Beilegung des Kampfes im Bergbau ein: eS sind zunächst Vertret« b« vier Bergarbeiter- verbSr.de zu Freitag abend zu ein« Besvrechuug ge- tfcien; morgen sollen die Besprechungen mit Vertretern der Zechenverbände ßattfinben.
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Essen, 9. Mai. Stete begannen zwischen dem Zecheuverband und den B«garbeit«organisationen die Beratungen über den R a bmen ta ri fvertr-1 ,i Ikfc« weitere Fragen, insbesondere über die zur Zeit im Rubr- bergbau vorliegenden Verhältnisse, wurde in dieser Sitzung nicht gesprochen.
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Essen, 9. Mai. Ter Gewerkverein christlicher Bergarbeiter legt Wert auf die Feststellung, daß die Arbeiter nuf der die Städte Münst« und Hamm mit Gas versorgenden Zeche Radbrod nicht stc fen, fonbtrn ausgesperrt wurden. D« Betriebsausschnß batte sich «boten, den Kokereibetrieb aufrechtzuerhalten• dies sei ihm sedach verweigert worden.
Die Stillegungen wegen Kohlenmanqel» beginnen.
Tortmund, 9. April. Weg?n Kohlenmangel ist der Kochofen 5 der Dortmund« Union st j l l g e l e g r. Auch das Martinwerk d« Union muß wegen K"''ie..- mangel die Arbeit ernstellen.
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Der Kampf ist ein wirtschaftlicher.
E s s < n , 9 Mai. Die vier Brrgarbeiterverbände »er- öffentlichen eine Erklärung, in btt b« Austastung entgegengetreten wird, daß der gegenwärtig.' Konflikt j im Ruhrbergbau politisch« Motiven entsprungen
sei und die Bewegung der Ruhrbergarbeiter unter dem Einfluß drr Kommunisten und Unionisten stehe. Ter Font« munistisch-nnionistischen Generalstreikparole seien nur 1,5 Prozent der Belegschaft gefolgt. In dem Aufruf der vier an dem Tarifvertrag beteiligten Bergarbeiterverb inde sei wird«holt dargelegt worden, daß die Differenzen rein wirtschaftlicher und gewerkschaftlicher Art sind.
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Der „Vorwärts" veröffentlicht einen Aufruf des Allgemeinen deutschen Gewerkschastsbundes und des Afa- bnndes, in wechem die Arbeit« und Angestellten aus- gefordert werden, für die ausgesperrten Bergarbeiter» t«s Ruhrgebietes unverzüglich Sammlungen einzuleiten, da es sich f ?i oe" Ka,.ipse der Bergarbeiter um die Verteidigung des Achtstundentages der deutschen Arbeiter handele.
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Dr. Jarres mahnt.
Duisburg, 9. Mai. Reichsministrr des Innern Dr. Jarres gewährte einem Vertreter des „Duisburger Generalanzeigers" eine Unterredung über die politische Lage nach den Reichstagswahlen. Dabei bezeichnete Dr. Jarres die gegenwärtige Bewegung im Ruhrgebiet als außerordentlich beklagenswert. Die Verhältnisse tut Bergbau ließen sich zur Zeit in ihrem ganzen Umfange kaum übersehen, und es wäre leicht möglich, daß die neue Streikbewegung ernste folgen nach sich ziehe. Dis streikende Arbeiterschaft sei sich offenbar des Ernstes der Lage nicht bewußt. Es genüge nicht, zu sagen, wir wollten das Sachverständigengutachten annehmen, bemerkte Dr. Jarres, man müsse sich vielmehr auch darüber klar werden, daß die ungeheuren Reparationsoer- pflichtungen die Anspannung aller Kräfte sowie harte Entbehrungen notwendig machten. Der Bergbau im Ruhrgebiet habe unter den Micumver- tlägen fc sehr gelitten, daß ihm nicht zugemutet werden könnte, allein die Opfer auf sich zu nehmen.
Brsatzangsbehörde» und Separatist«« j«w Kampf in Bergbau.
Düsseldorf, 9. Mai. Die Separatisten machen sich jetzt bei dem Kamps im Bergbau in Reumühl bemerkbar, ©fe treten unter dem Namen „Rhei nisch« Volkshund" aus und stehen unter Führung des Separatisten Gatin er. , Bezeichnenderweise wurde sei- fen» der Besatzungsbehörden eine Belegschaftsversammlung genehmigt, während sonst solche Versammlungen der- boten sind. In dieser Versammlung wurde die Lage besprochen und beschlossen, auch die Notstandsar- beite» nicht zu verrichten. Diejenigen Bergarbeit«, welche die Notstandsarbeiten ausführen, sollen durch die republikanische Notwehr (R e tt o, so nennen sich neuerdings die bewaffneten Separatisten truppe.t) daran gehindert werben. Es wurde eine Kampfleitung. bestrheich auS einem Sozialdemokraten und vier Sonderbündlern, gewählt.
Frankreich und die Aussperrung in Ruhrbergbau.
Paris, 9. Mai. Das Ministerium für öffentlich« Arbeiten gibt bekannt: Die allgemeine Aussperrung im Ruhrgebiet kann in keiner Weise die Interessen der französischen Industrie in Mit- leidenschait ziehen. Was namentlich die Metallindustrie anbelangt, so ist die Versorgung mit Koks in wkitgehendem Maße sichergestellt. Durch die Erhöhung der au» dem Micumvertrage resultierenden Lieferungen ist es ermöglicht in den französischen Fabriken mehr als 250 000 Tonnen aufzustaveln. Andererseits sind diese Lieferungen so rasch «höbt worden, daß mehr als 85 Züge mit 60 900 Tonnen Koks gegenwärtig an bet französischen Grenze Liegen Die Situation sieht daher in keiner Weife bedrohlich au».
rocgimg hinzustellen. In eingeweihten Kreisen auch in Paris, ist man sich natürlich über die wahren Gründe des unliebsamen Ereignisses itr klaren. Einmal hat es sich in den letzten Lagen an der Pariser Börse herausgestellt, dah brr 3m ‘ porlhandel plötzlich große Devisenküu^e getätigt ho und zwar, weil er eS versäumt hat, rechtzeitig un.‘ allmählich seinen Bedarf für Einfuhrnotwendig leiten zu decken. Diese plötzliche und starke Nachfrage muß naturgemäß auch eine gutfundierte Valuta erschüttern, geschtveig edenn die mit Mühe und großer Kunst gestützte Frankentoähru ag. Sxn- zu kommt »daß die internationale Börse gewisse Ba- fürchtungen hinsichtlich der zugesagten aber bisher nicht eingehaltenen Maßnahmen zur Ausgleichung des Etats hegt. Ob daneben auch noch p o - iilischeGründe mispehea, ist natürlich schwer zu en'scheiden. Es liegt an sich nahe, daß angesichts der ton Poincare gegenüber dem Sachverständigen- grsiachle.' geölten Bersch! p nagstak tk in Epg.and i ie Neigung besteht, Frankreich an der» Punbte
etwas zu beeinflussen, an welchem es am empfindlichster, ist.
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MttüiiM über tit SiMIra?
Berlin. 9. Mai. Me der „Sozialdemokra- ische Parlamentsdienst" erfährt, hat oet Bor» tand der B. S P. D. in feiner heutigen Sitzung instimmig den Beschluß gefaßt, in der Frage der Annahme oder Ablehnung der Sachverstündi« genvorschläge den Volksentscheid zu beantragen. Da der Kampf zwischen den 23 Parteien die erforderliche Klarheit nicht gebracht habe, solle das Volk selbst durch Za oder Nein ent» icheiden.
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Zusammenkunft Poi«ear<-s mit Mac Donald.
Paris, 9. Mai. Der »Eclair" erfährt aus offiziöser Quelle, daß eine Zusammenkunft
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Mac Donalds und Poincarö» zwischen de» 20. und 25 Mai in Boulogne für Mer stattstnden werde. Die Information des Blatte« erscheint durchaus glaubwürdig. 2lm 15. Mai trifft in Paris zu dreitägigem Aufenthatt der Priazregent von Äelhivpien ein. Das serbisch« Königspaar wird für den 26. Mai erwartet. In der Zwischenzeit wird Poincarö, wie der »Watin" bestätigt, Gelegenheit finden, sich mit de« englischen Premierminister zu treffen.
Die Moagenblätter nehmen heute alle zu der Frage Stellung, ob es stn Interesse Frankreich« liege, noch vor einer Klärung der innerpolitische» Sag. Deutschlands aus der bisherigen Zurückhcck« tung herauszutreten. Die meisten Blätter beantworten die Frage in bejahendem Sinne, oder lassen sie zuw mindesten offen. Der »Matin" schreibt: Me Zusammenkunft zwischen Mac Donald und Po- inctiie ist wünschenswert, denn man darf keine Zeit verlieren, um der deutschen Reaktion zu beweisen, Laß ihr keine Macht in der Politik der Auflehnung gegen den Versailler Vertrag beistehe» wird. Der Sachverständigenbericht ist allenthalben gutgcheißen worden, nur Deutschland umgibt ihn mit Vorbehalten. ES kommt darauf an, Deutschland zu der Erkenntnis zu bringen, daß eine solche Politik es nur ins Verderben stürzen kann. Die englische Regierung und der Dawes-Bericht.
London, 9. Mai. Der diplomatische Mit» arbeiier des „Daily Telegraph" schreibt nach einer kurzen Wiedergabe der in der F r a g e d e s Sach- Verständigenberichtes stattgefundene« Verhandlungen, daß ein umfangreicher Brief» wechsel zwischen London und Pari» und den anderen europäischen Hauptstädten nächst« Woche kurz nach den französischen Wahlen vor sich gehen werde. Jedermann beginne heute die Gefahr zu verstehen, die für den Dawes-Be» richt aus weiteren Verzögerungen entstehe. Besonders habe der Oberst Logan, der militärisch« Beobachter bei der Reparations-Kommission, vo« dieser Gefahr gesprochen und gesagt, daß damit eventl. eine Abkühlung oder Erkältung des Geld« Marktes eintreten würde.
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Eine neue Haager Konferenz.
Rewyork, 9. Mai. Senator Lodz« bracht« gestern im Senat einen Antrag auf Schaffung eines Weltgerichtshofes ein, durch welchen der Präsident ermächtigt werden soll, ein« Weltkonferenz nach dem Haag einzuberufen, um einen Schiedshof zu errichten, der organisatorisch vorn Völkerbund völlig losgelöst ist.
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Morgan schweigt über sei«« Weife.
Re wyork, 9. Mai. Bei feinet Rückkehr nach Amerika hat Morgan die in der Wallstreet umgehender Gerüchte, daß er mit einem Vertrag über hundert Millionen Dollar Reparationsanleihe für Deutschland in der Tasche aus Europa zurückkehre, weder bestäkigt noch dementiert. Morgan Jagte, „Wenn ich einen solchen Vertrag in der Tasche hätte, könnte ich über feinen Inhalt doch nicht sprechen, bevor ich Gelegenheit gehabt hätte, mit meinen Eeschäftsteilhabern zu sprechen." Auf die Bitte, die Erklärung von Owen Young, daß Amerika gern die Hälfte der vorgeichlagenen 200 Millionen Dollar-Anleihe für Deutschland übernehmen würde, zu bestätigen, fegte Morgan: „Ich zögere, darüber zu sprechen, weil so viele Fragen damit verbunden sind, und weil fe viele der Kompetenz der Regierung unterstehende Phasen noch erwogen werde« muffen, ehe wir Bankiers auch nur daran gehe« kinmen.'die Frage zu prüfen."
X. v, r “ ♦ ~~~
England.
vor einem neuen Ultimatum der englisch«» Liberal«».
London, 9. Mai. Bei den Beratungeen,di« da« Komitee des Unterhauses Über das Miet- gesetz abgehalten hol, kam eS gestern zu erregten Auseinandersetzungen, da die konservative Partei fortgesetzt Obstruktion betreibt und zwar deswegen, well die Regierung sich über ihre Absichten offiziell nicht auslassen will. Mo« spricht wiederholt von einem neuen Ultimatum der Liberalen an di« Regierung. Auf all« Fälle ist die Lage der Regierung schlechter geworden und 6N kommende Woche kann bedeutende Entscheidungen dringen.
Mae Donald stellt bi« vertraueasfrag«.
London, 9. Mai. 3m Unterhaus erklärt« gestern sein Leiter Elhnes, daß die Regierung im Hinblick auf den am Dienstag zur Verhandlung kommenden Antrag Baldwins gegen die Aufhebung der Mac Kenna-Zölle die Vertrauensfrage stellen werd«. Die liberale« »Dail- Reus" sehen hierin keine Gefahr für die Regierung»