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/.Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhefsifchej Oberhessen

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Marburg

Mag, Den S. Ra!

DI« „OberheML« Zeitung" «richeint ledismal wöchentlich. — Seiugspteis monatlich 2 Mark aurschlietzlich Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummer, iniolg« Str«il» oo. eiement.€«igitifi« l«i« Erjag. — Vertag von Dr. L. Higrrotd. — Druck der Univ.»Buchdruckerei oo« Jod. Lug. Noch, Markt 21,28. — ^ernjpreche« 56, Vollicheckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Main.

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Sie MitZlWmhI«.

Proteste gegen die Reichstagswahle«.

Lern Wahlprüfungsgericht, bas nach •en neuesten Bestimmungen des Reichswahlge- fetzes an die Stelle des bisherigen Wahlprüftmgs- »iSsch'lsse-° des Reichstages tritt, sind bereits zwei Urvteste gegen die ReichStagsw.ahlen «hängig gemacht. In einem Falle handelt es Pch um den Wahlkreis Oberschlesien. Rach den Bestimmungen des Reichswahlgesetzes mutz ein i Vahlvorkchlog 500 Unterschriften tragen. Wenn Aber der Wahlvvrschlag schon in einem anderen Wahlkreis SCO Anterschriften hat, müssen für den Leuen Wahlkreis 20 Anterschriften genügen. Der llSahlkreiSlciter in Oberschlesien hat diese Bestim­mungen nicht anerkannt, wie ihm ein Wahlvor- Mag aus einem anderen Kreise eingereicht wurde.

Las Mahrprüfungsgericht wird zunächst yi prü. ftn hoben, ob durch einen formellen Fehler eine Ikenachteiligung irgendeiner Partei eingetreten ist. Kur im Falle der Feststellung einer Benachteiligung vmde das Wahlprüfungsgericht zur Anordnung Arer Neuwahl in Oberschlesien kommen.

Der zweite Fall bettifft einen Vorgang im Wahlkreis Berlin 2. Dort ist im vezirk Lira lauer Tor ein Reichswahlzetlel mit dem Kon- ütdaten der Parteienaufzählung für den Wahl­reis Potsdam 2 an sämtliche Wähler Les Bezirks ♦erteilt, wodurch natürlich zahlreiche Mißvrrstäad. «He vorgekommen sind.

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Wann tritt der Reichstag zusammen?

Berlin, 8. Mai. Der noch amtierende Reich, - f Lgsprältdent Löbe nh”*»1 —.

♦etuiuna des neuen Reichstags etwa rwi- Men dem 23. und 26. Mai erfolgen kann.

MlMdnis i» Mn-AaW.

Nachdem jetzt die bisher noch ausstehenden 22 Frank- ' sttter Bezirke bekannt geworden find, stellt fich das vor- M«fige Endergebnis im Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau) ♦«« folgt:

Rationale Freiheitspartei 4676

Sängerbund 687

Demokratische Partei 86 851

Unabhängige 11537

Sozialdemokr. Partei 302 788

D. Wirtschaftspakt« 23 841

Zentrum NS 900

Deutsche Volkspartei 147 405

BMsch-sezialer 67 474

Dcutschnationale 241 049

«ommnnifie» _ 112 284

ruf.: 1202 498

Damit hat die Ser. Soj. Partei einen weiteren, den Saiten, Sitz erhalten. Als gewählt dürfen nunmehr Ititen:

Drei Deutschnationale:

Landwirt Heinr. Lind, Niederissigheim, strbeitrrsckretär Emil Hartwig, Spandau, Pfarrer Karl D e i d t, Frankfurt a. Bi.

Ein Kommunist:

Schriftstellerin Klara Zetkin.Sillenbach (Württd.) Ein Völkisch-Sozialer Block:

Rektor Heinr. Blume, Melsungen.

Am Sonabend wird das amtliche endgültige Ergeb­nis durch den Wahlausschub sestgestellt werden.

Zwei Deutsche Volkspartei: Direktor Dr. Wilhelm Kalle, Frankfurt a. M. Lokomotivführer Theodor Seibert, Frankfurt a. M. '.An Stelle des doppelt gewählten Landwirts Hepv, der in Koblenz angenommen bat.)

Zwei Zentrum:

Mätelschullebrer Jean Albert Schwarz, Frank­furt a. M. „

Verbandsdirektor August Trone-Münzebrok, Berlin.

Ein Demokrat: Professor Walter Schäcking, Berlin.

Fünf Sozialdemokraten: Oberbürgermeister Phil. Scheidemann, Cassel, t Verbandsvorsttz. Robert Dihmann, Stuttgart. Lchriftsteller Gustav Hoch, Hanau, Partei ekretär Michael Schnabrich, Hersseld, Schriftstellerin Toni Sender, Frankfurt a. M.

M Mitii und Mr.

England für völlige wirtschaftliche Freiheit im

*• Ruhrgebiet.

ss London, 8. Mai. Fühler, die von London aus = Washington und Newyork ausgestreckt wurden, '.Haben ergeben, dab die dortigen finanziellen Kreise teer.» entschieden gegen die vorzeitige Auf­stellung von Sanktionen gegenüber Deutsch­land sind und dab die 10 Millionen P i d. - A n - leihe gefährdet werden könne, wenn die Allner- ten sich nichi genau an die Mahnung des Daweschen Be­richtes halten. Eine ähnliche Stimmung herrscht in po­litischen Kreisen Englands. Es bestätigt sich, dab bie Engländer die völlige ökonomische Freiheit des Nubrgebieres, wie sie im Dowesbericht vorgefchlagon ist, für eine Haupt-

Der Ruhrkampf verschärft.

Die Kohlenversorgüng nicht gefährdet.

Köln. 8. Mai. Die Lage im Ruhrgebiet hat sich seit gestern außerordentlich verschärft, da einc Anzahl Belegschaften nach Leistung der Siebenstundenschicht ausgefahren ist and fri.st- loS entlassen wurde. Die Zahl der noch im Betrieb gebliebenen Zechen schmilzt immer mehr zusammen. Die Einstellung der Kohlenförderung zieht vor ollem auch die Micum in Mitlei­denschaft. Die von der Micum bettiebenen Kokereien echalten keine Kohlenzufuhr mehr, da die Zechen, die mit der Kohlenversorgüng veaus- trogt sind, sich in deutscher Verwaltung befin­den und jetzt infolge des Streiks zum Erliegen ge­bracht sind Im Laufe des gestrigen Abends haben einzelne Abordnungen der Belegschaften sich unter Ausscheidung der OrganisattonSleitung der Bergarbciterverbände direkt an die M'cum ge­wandt, dotz diese in den Konflikt eingreifen müsse. Die Micurn hat jedoch erklärt, daß sie eine av:var­tende und beobachtende Haltung vorerst eiuzu- nehmen gedenke.

* *

Berlin. 8. Mai. Das Bild der großen Bergarbeiterbewegung im Ruhrgebiet zeigt den Blättern zufolge heute keine wesentliche Veränderung gegen gestern. Von den Ruhrzechen liegen auch heute etwa 90 Prozent still. Der Reichs« arbeitsminister, der übrigens entgegen einer Mor» l»C;4CM »»«» -’jn •» •— -— - “ jv »

sthren ist, hat auf Ersuchen des Deutschen Eewerk- ichastsbundes die Gewerkschaftsführer zu heute nach­mittag zu einer informativen Aussprache ins Reichsarbeitsministerium geladen. Der Einladung sind die Christlichen und Hirsch-Dunckerschen Ge­werkschaften gefolgt. Ob die Vorbesprechung den Anfang zur Aufnahme von Verhandlungen bildet, steht zur Stunde noch nicht fest. Mit den Arbeitern wurde, den Blättern zufolge, noch nicht Fühlung ge­nommen. lieber die Kosten des Kampfes teilt die „Vojs. Ztg." mit, daß von industrieller Seite der Verlust für den Bergbau auf täglich 8—9 Mil - linoen Goldmark geschätzt wird. Dazu komme die außerordentliche Kapitalnot, die den Bergwerken die Durchhaltung des Kampfes er­schwere. Andererseits seien aber auch die Berg­arbeiterkaffen recht spärlich gefüllt. Die großen Gewerkschaften seien nicht in der Lage, einen langen Arbeitskampf zu finanzieren. _ Es liege also im Interesse beider Parteien, möglichst schnell zu einem Ausgleich zu gelangen.

Die Kohlenversorgung nicht gefährdet.

Amtlichen Feststellungen zufolge find die Be­fürchtungen, daß die allgemeine Kohlenoer- sorgung durch den Konflikt im Ruhrbergwerk schon in nächster Zeit schwer beeinträchtigt werden könnte, nicht gerechtfertigt. So­wohl die Reichsbahn wie die Gas- und

Elektrizitätswerke find hinreichend mit Kohlen versehen, auch die allge­meine Versorgung ist für die nächste Zeit gesichert.

E s s e n, 8. Mai. Gestern nachmittag haben die vier Bergarbeiterverbände wieder getagt. Nach einer Zusammenstellung der Zechenverbände sind gestern noch 14,34 Prozent der Bergarbeiter ange­fahren und 85,66 Prozent nicht erschienen. Soweit technisch möglich, werden die Arbeitswilligen be­schäftigt. Der Ruhrbergbau beschäftigt rund 450 000 Bergarbeiter gegenüber 550 000 vor der Ruhrbesetzung. Heute ruht von Hamm bis Duis­burg der ganze Bergbau.

Die Technische Rothilfe eingesetzt.

H a m m, 8. Mai. Auf der bestreikten Zeche Radbod bei Hamm, von der die Ferngas­versorgung der Städte Hamm und Münster abhängt, ist auf Verlangen der Stadt­verwaltungen dieser beiden Orte gestern abend mit Genehmigung des Regierungspräsidenten in Mün­ster die Technische N o t h i l f e zur Easabgabe in Hamm und Münster in der Kokerei der Zeche Radbod eingesetzt worden. Ferner mußte die Not- Hilfe infolge eines auf den Norddeutschen Kohlen- und Kokswerken in Hamburg- Harburg ausgebrochenen Lohnstreiks gestern auf Veranlassung des Polizeipräsidenten eingesetzt wer» Werke bereits im August v. I. eingesetzt X. steht in der von bett Ausständischen verweigerten Warmhaltung von drei Kammeröfen, deren Er­kalten eine Wiederaufnahme des Betriebes nach Streikende für längere Zeit unterbunden hätte.

Dresden. 8. Mai. Das sächsische Arbeite« m i n i st e r i u tn bot dem Bergbaulichen Verein in Zwickau seine Vermittelung im Konflikt int sächsischen Steinkohlenbergbau an. Der Bergbau­liche Verein lehnte es jedoch ab, an den Verhand­lungen unter dem Vorsitz des sächsischen Arbeits­ministeriums teilzunehmen, da im vorliegenden Falle lediglich das Reich zuständig sei.

Berlin, 8. Mai. Rach einer Meldung der „Vcss. Ztg." aus D r e s d e n sollen heute Rachmit­tag in Zwickau Verhandlungen zur Beile­gung des Konfliktes im sächsischen Steinkoh­lenbergbau beginnen. Dem Blatte zufolge rechnet man mit einer baldigen Beendigung des Kampfes.

Beuthen, 8. Mai. Zn der Streiklage auf den oberschlesischen Gruben ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Auf einer Grube sind etwa 30 Prozent der Belegschaft wieder eingefahren. Von den Hüttenbetrieben haben die Deichselwerke in Hindenburg die Arbeit wieder aufgenommen. Da­gegen sind die Iulienhütte und die Redenhutte neu in den Streik Retteten.

V

bedingung der Anleihe halten. Was die militärische Freiheit der Ruhr anbelangt, so würde diese Frage noch im Verlaus dieses Jahres diskutiert werden muffen, da England sich bis sunt 1. Januar des nächsten Jahres entschieden haben muh, ob es seine Garnisonen aus dem Kölner Brückenkopf zu- rückzieht oder nicht.

General Degouties Riiumungsvlan.

London, 8. Mai. „Times" melden aus Brüffel: Gestern bat in der Hauptstadt Belgiens ein Mei­nungsaustausch im Hinblick auf die Möglichkeit der Räumung des Ruhrgebietes stattgekun- den. Wie verlautete, habe General Degoutte die Gefahr betont, die in einer völligen Aufgabe der Leitung der Ruhreisenbahnen liege, solange noch Trup­pen im Ruhrgebiet verblieben. Seiner Ansicht nach sollten einzelne französische Eisenbahn-Angestellte zurück- bchalten werden, um den Dienst der notwendigen Li­nien flcherzustellen, solange an gewissen Punkten Trup­pen, wenn auch in Form der unsichtbaren Besatzung, ru- rückbehalten würden.

Mac Donald berichtet PoincarL

London, 8. Mai. Em Schreiben, das Mac Do­nald durch Vermittlung der englischen Botschaft in Paris an Poincare gesandt hat, unterrichtet den fran­zösischen Ministerpräsidenten über die .Vo rg änge in EhegucreS atn End« der vergangenen Woche, als der britische Premierminister Besprechungen mit Theunis und Hmnans hatte. Das nur kurze Schreiben, das iehr 'reundlich gehülten sein soll, bezieht sich, wie ver­lautet, auf den unformellen und zwanglosen Charakter der Besprech", ilgen in Chequers und gibt der Ansicht Aus­druck, daß diese dazu beitragen werden, die Lust zu klären dadurch, daß sie zu einem genauen Verständnis der aegenidtieeii Standpunkte beitragen. Da die belgischen Minister wenige Tage vorher Poincare besucht harten.

waren sie in der Lage, Mae Donald sehr nützliche An­gaben über ihre Unterhaltung mit dem stanzösischen Mi- nisterpräschenten zu machen, und man glaubt, daß Mac Donald seine Genugtuung darüber ausgesprochen hat, -auf diese Weise so eingehend über die Interessen der be­teiligten Patteien unterrichtet worden zu {ein. Man glaubt hier allgemein, daß der Besuch der belgischen Staatsmänner in Paris und London und die außer­ordentlich freundschaftliche und zwanglose Art und Weise, tu welcher der Meinungsaustausch unter den Alliierten geführt wurde, die Rep aratio ns fr age, soweit die Alliierten in Betracht kommen, aus eine außerordentlich günstige und Erfolg versprechende Grundlage gebracht hätten. Die Erwägungen bezüglich der Zukunft richten sich jetzt hauptsächlich aus Deutschland. In London gib! ntan sich weiter der Hoffnung hrn, daß die deutschen Patteien die Verantwortlichkeit voll schätzen werden, die daraus auf sie fallen würde, wenn sie die günstige Ge­legenheit nicht benutzten, die der Sachverständigenbericht ihnen und Europa biete, sich aus dem wirtschaftlichen und politischen Chaos der vergangenen Jahre zu retten.

England.

Churchill gegen die Arbeiterregiernng.

Lo ndo n, 8. Mai. Churchill sagte, in einer Rede in Liverpool, in der er die gegenwärtige Regierung scharf angttsf und für ein Zusammenwirken der Liberalen und Konservativen gegen den So­zialismus eintrat, bie Regierung habe keine politischen Grundsätze iraendwelcher Art. Sie sei eine rein op­portunistische Körperschaft, welche von Tag zu Tag von der Hand in den Mund lebe.

Sergis ,3a*.

Die Zweifel, die darüber entstehen konnte«, ob die Deutschnationalen nun auch wirklich jur Aebernahrne der Verantwortung bereit seien, oder ob sie auf das Verbleiben in der tak­tisch becmemeren v p Po s i t io n hinarbriten wür- i)en, sind durch die Erklärungen des Herrn Hergt befetttgt morden. Zum mindesten — wenn man ganz korrekt sein will — insoweit beseitigt, olS die Meinung des Parteiführers klipp und klar für eine Beteiligung an der Regier« ng fest, gelegt ist. Die deutschnativnale Reichstagsfrak­tion könnte zwar, wenn sie in anderthalb Wochen zusammentritt, eine andere Stellung einnehmen, vielleicht nur indirekt durch Verschärfung der Be­dingungen für eine Koalition, aber das würde immer auf eine Desavouierung des Führers hinaus­laufen. Leicht wird ja Herrn Hergt di« Leitung feiner großen Fraktton gewiß nicht gemacht wer­den. Er galt dem rechten Flügel immer schon als zu „weich", und es wird sich erst nach den ersten Frak­tionssitzungen Herausstellen, wie die verschiedenen Richtungen unter den neuen Männern verteilt sind.

Beachtenswert ist an den Erklärungen, die einem Vertreter des „Lokalanzeiger" gegenüber der demschnattonale Führer abgegeben hat, zunächst die Zuversicht, mit der er keinen Rückgang, son­dern sogar einen Zuwachs der Anhänger auf die RegierungStätigkeit der Partei hin erwartet, wenn diese nur wirklich regiere und führe. Hoffentlich teilt sich dieser Optimismus der ganzen Fraktion mit, sodaß keine Furcht vor der „Konkurrenz" der „nKLmo An»*

Lmu^ifußpcn" Lager in das „vaterländische" hin­übergewandert seien, und daß somit die groß« Koalition den Mittelharteren mehr Verluste eingetragen habe, als den Sozialisten, so Hingt das überzeugend; mir darf dabei die Haltung der Kommunisten nicht übersehen werden, die ja sowohl koaliti­onsfeindlich, als auch „n a t i o n a l i sti f ch"., nämlich scharfe Gegner der Annahme des Sachver-1 Mndigengutochtens find. Jedenfalls ist es auch aus diesem Grunde zutteffend, daß „die groß« Koalition ins Herz getroffen ist".

Dos Hauptstück der Erklärung bleibt aber na­türlich dir Stelle, die von der Behandln ngder Sachverständigen.Gutachten und der ganzen Reparationsfrage handelt. Herr Hergt bestätigt hier vollkommen die Auffassung, daß die Deutschnattvnolen eine positive, und zwar eine möglicheAußenpolitikmitdem Ziele der Verständigung treiben wollen, o sehr sie auch Gewicht auf die Vertretung der LebenSintereffen des deutschen Volkes legen und ihre Zaftimmung zu dem Gutachten von der Erfül­lung gewisser Vorbedingungen abhängig machen. Hierzu find die sogenannten Ehrenpunkte, ölt politischen Fragen der Besetzung usw. zu rechnen. Wüiden die Deutschnationalen, so fügt ihr Führer hinzu, schließlich ihre Unterschrift unter ein er­füllbares Abkommen über die Reparationen setzen, dann hätte die Entente aber auch jum erste« Mal die Garantie, daß das Versprechen vorn deutschen Volke gehalten werden wird. Dies Ist vollkommen richtig — so richtig, daß auch aus dem AuSlaode längst Stimmen zu uns gedrungen sind, die eine Beteiligung der Rechten an der Regierung forderten, weil nur dann eine Garantie für eint dauernd- EttMung des Erfüllbaren gegeben sei.

Riemand wird bestreiten können, baß die Aevtze- rung HcrgtS über die Gutachten in anderer Ton­art gehalten ist, als die Erklärungen seiner Partei vor Öen Wahlen. Aber das war noch immer der Fall bei Patteien, die von der Opposition x« Regierung übergingen; nnd. eS erscheint nnS als sehr kurzsichtig, wenn die Presse der Mittest) orteten als Malice diese« Wechsel der Tonart besonders stark hervorhebt und dadurch den Deutsch- nationalen den riebergang erschwert. Hier haben wir doch eine der ganz großen Schick­salsfragen unsres Vaterlandes vor UNS. Da svlltt wahrlich niemand dein ReichSwagea Steine in Den Weg wetten, sondern jeder bemüht sein, die Straße, auf der ein möglichst starker Teil des Volkes wan­deln soll, zu ebnen.

Doch es gibt noch sachliche Vor eehaltt, die noch einer Klärung bedürfen, bevor das end­gültige „Ja" z'! den Vorschlägen der Dawes-Kon»- nt ff oa a: sae P o ren werden kann: Was geschieht wenn die internationale Anleihe von 800 Mil­lionen im ersten Jahr nicht voll gezeichnet wttd: oder wenn im zweiten Jahr die 250 Millt» wen aus dem Erlöse der Eifenbahn-VorzugS-