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Die Reichstagswahlen

4

9

32

Deuisch-völk. Freiheitspartei 1917 578

Mandat«: 471

Damit geht das Mandat des Berliner

nehmen.

5 681

9 439

1847

V ■

Stimmen

5 973 700

3 899 022

2 642 843

5 755 609

1657 451

941982

3 712 001 683 093

318 451

58 880

124 880

36 130

338 356 36122 23 828

568 288

59 788

133 628 46 975 45 775

25 607

Mandate

100

65

44

96

28

16

62

10

5

Die Reichsregierung und die Wahlen.

Berlin, 6. Mai. Laut „Boss. Zeitg." wird das Reichskabinett heute nachmittag zusam­mentreten. Hauptgegenstand der Erörterung werde das Ergebnis der Reichstagswahlen sein.

Wie der „Lokalanzeiger" wissen will, 'vertrete man in Negierungskreisen den Standpunkt, daß zu­nächst das amtliche Ergebnis der Wahlen abge- wartet werden müsse, bevor man einen Beschluß darüber fasse, ob die Regierung zurück­treten solle ober welch« Maßnahme man zu ergreifen hätte.

Marburg

KittM ien 7. M

itr. 107 i=

Bayerischer Mittelbund . .

Völkischer Block......

Parteilose Wirtschaftsgruppe .

Zusammen

G!eri in mMMMn Seikre«;.

Schwerin, 6. Mai. In der heutigen Sitzung deh Landtags gab Ministerpräsident Exzellen» von Brandens stein eine Erklärung über seine StelKingnahmt bei be^ Mrnisterbesprechung über das SachverständigengutachteO^ ab. Diese gipfelte darin, daß er als einziger in dieser! Besprechung die Einleitung von BerhandlunegN vo» bet Erfüllung weitgehender Bedingungen abhängig gemacht habe, die ein« Versklavung des deutschen Volkes Merfriu*. der». Trotzdem brachten die Deutsch-Völkischen ei» Miß4 ttauensvolum gegen den Ministerpräsidenten, nicht gtge« das ganze Ministerium ein. |

, Der Mr'ßtrauensantrag wurde mit bew Stimmender Sozial demokraten, der ÄoWt muniflcn und der Freiheilspartei äugte nommen. 3

Das Ministerium trat darauf in seiner @ee| samtheitzurück. Aus die Tagesordnung der morge^ nachmiUag 3 Uhr stattfindenden Landtagssitzung wiird» • als erster Punkt „Neuwahl des MinisteriuurS" gesttzi.

Wahlkreises auf Herrn v. Raumer über. Der Abg. Hepp ist sowohl in Koblenz-Trier tute in He^en-Rafsau gewählt. Er wird das Mandat in Keblenz-Trier annehmen und das in Hessen-Rassau dem bisherigen Abg. Seibert übergeben. Auch der Abg. Behtin ist doppelt gewählt und zwar in Thüringen und Hannover-Ost. Er wird das Han­no!. eroner Mandat annehmen, sodaß in Thüringen das zweite Mandat der Deutschen Vvlkspartei an Frau Dr. Magnus v. Hansen übergeht.

Berlin, 6. Mai. Bezüglich der Einbe­rufung des neuen Reichst«ges, die durch den Reichskanzler zu erfolgen hat, ist noch keine Entscheidung erfolgt. Es ist aber anzuneh­men, daß der Reichstag im letzten Dritte! des Monats Mai zusammentteten wird. Am ersten Sitzungstag wird unter Leitung des Alters­präsidenten der Abgeordneten erfolgen, während

auf der Tagesordnung der zweiten Sitzung die Wahl des Präsidenten steht. Durch die starke Beteiligung an den Wahlen hat sich die Zahl der Abgeordneten um mindestens 10 erhöht. Infolge­dessen müssen neue Plätze im Sitzungssaal« ein­gekaut werden. Eine Entscheidung über die Platz. Verteilung im Sihungssaale ist nicht getroffen. Die einzelnen Fraktionen werben, sobald das endgültige Wahlergebnis vvrliegt, aufgefvrdert werden, ihre Wünsche hinsichtlich der Platzverteilung zu äußern, die dann nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die Deutschdölkifchen werden voraussichtlich hinter den Reihen der Deutschen DolkSpartei und des Zentrums ihre Plätze einnehmen. Mit der Wahl des neuen Reichstages sind die Rechte deS asten Reicbstogs und seiner Abgeordneten erledigt. Auch die Freifahrtscheine galten nur noch bis zum Tage nach der Dahl. Der AuSwärttge Ausschuß und der Sparausschutz bestehen formell noch bis zum Z^semmenttltt des neuen Reichstags weiter. Ebenso gelten die Befugnisse deS bisherigen Reichstags- Präsidenten bis zum gleichen Tag noch fort. An eine Einberufung des alten Auswärtigen Aus­schusses ist jedoch nicht mehr zu denken. Der Spar- ausschuh wird aber Mittwoch, den 7. Mai noch einmal zu einer Sitzung zusammentteten. Unter seinen Mitgliedern befinden sich auch einige Herren, die nicht wiedergewähtt worden sind.

Ser. Sozialdemokr. Partei . Zentrum........

Deutsche Bottspartei . . . . Deutschnationale.....

Demokraten..... .

Bayerische Bottspartei . . . Kommunistische Partei . . . Bayerischer Bauernbund . . Deutsch-Hannoveraner . . . Bund der Geusen.....

Ehristl.-soz. Volksgemeinschaft Deutsche Arbeitnehmerpartei . Deutsch-soziale Partei . . . Freiwirtschaftsbund . . . . Häuherbund ...... Landliste........

Nationale Freiheitspartei . . Nationale Minderheiten . . Partei der Mieter .... Republik. Partei Deutschlands Sozialistischer Bund . . . .

Die SemeitiemaMea ii Met

t Bei der Bielgestalt der Wahlkörper, bie sämkliH erst ihre Ergebnisse auSrechnen müssen, bauert ti natur­gemäss bei bew Gemeindewahlen noch länger tif bei den Reichstagswahlen, die Ergebnisse zusammenzm -stellen. Immerhin ergeben die bereits borftegetibt^ Resultat« ein Biü>, das stark parallele Erschek« nungen zu den Reichstag-Wahlen $rigt. Dis Sozialdemokratie hat ebenso wie die Mitteln, Partei auch in den Gemeinden starke Stimmen^ Verlust« zu Gunsten der Deutichnationaleyl Völkischen und Kommunisten zu verzeichnen, In den Gemeinden haben auch die verschiedenen Splitter­parteien und Wittschastsgruppen gewisse Erfolge gehabt. Die sozialistisch-kommunistischen Mehrhei­ten sind in fast allen Gemeinden, über die bisher Nach-f richten vorliegen, gebrochen. ES dürsten sich in bewi Gemeinden leichter als in den politischen Parlament»! bürgerliche Zweckgemeinschaften gegen bie, sozialistüch-kommun-^schen Gruppen bilden, um die un­nötig polittsiette Verwaltung her Gemeinwesen weite» aus einen sachlichen Boden zu stellen. Auffällig stutz die starken Stimmenrückgänge deS Zen­trums in Wesideutschland. Die absoluten Mehrheitetz sind in sehr vielen Städten beseitigt worden. Gerade die Teutschnationalrn haben dort Erfolge r.i:fzn« weisen, auch die Volks Partei schein! sich -» a" ge­meinen gut behauptet zu haben.

Amüiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesfifchej Oberhessen

Das vorläufige amtliche Ergebnis der Reichs- tagswahlen zeigt, daß' im kommenden Reichstag die Deutschnationale Reichstagsfrak­tion mit 96 auf der Deutschnationalen Liste und mit 9 auf der Landliste gewählten Mitgliedern die st ä r k st e Fraktion sein wird. Infolgedessen wird bei der Wahl des Prästdenten und der Vize­präsidenten des Reichstags die Deutschnationale Fraktion den Anspruch auf den P o st e n des Präsidenten erheben, da nach parlamentari­schem Gebrauch die stärkste Fraktion den Präsiden­ten stellt. Es fragt sich, ob bei der Wahl die übri­gen bürgerlichen Parteien und auch die Deutsch- völkische Freiheitspartei entschlossen sind, die bür­gerliche und nationale Richtung im Reichstag zu stützen. Die Vizepräsidenten stellen nach der bis jetzt festgelegten Stärke der Fraktionen dann die Sozialdemokraten, das Zentrum und — die Kom­munisten. Es kann wohl als ausgeschlossen gelten, daß sich irgendeine Fraktion des Reichstags ent­schließt, ihre Stimme für die Wahl eines kommu­nistischen Vizepräsidenten abzugeben, nachdem die kommunistische Partei sich offiziell gegen den Par­lamentarismus ausgesprochen und die S a b o t a ge der Verhandlung des Reichstags als ihr einziges Programm vroklamiirt hat.

Die Fraktionsftärle der Deutschnationalen.

Berlin, 6. Mai. Die acht Landwirte, die in Thüringen, Württemberg, Baden und Hessen auf die mit dem Reichswahlvorschlag der La-td- Listc verbundenen Wahlvorschlüge gewählt sind, werdeen voraussichtlich der deutschnationa- len Reichstagsfraktion beitreten. Herr Dr. Moretzki, der auf dem Reichswahlvorschlag bei Landliste gewählt worden ist, wird mutnratzlich der deutschnativnalen Fraktion als Hospitant angehören. Aach der neuesten Zu­sammenstellung der Ergebnisse werden der Frak - tirn der Deutschnationalen 104 Mit­glieder und ein Hospitant angehören.

Dentschvolksparteiliche Doppelmandate.

Berlin, 6. Mai. Dr. S t r e s e m a n n, der anher in seinem Wahlkreis auch auf der Reichs- lifte der Deutschen Bvlkspartei an 1. Stelle ausge­stellt worden ist, wird das Mandat der Rrichs- lift? onnehmen. Danach ist ' die Wahl des Herrn Kardorff im Wahlkreis 2 gesichert. Pros. Dr. Kuhl wird das Mandat auf der Reichsliste an-

SmfreiiH SamettoiM

Paris, 6. Mai. Der Ausgang der Kam­merwahlen am kommenden Sonntag wird in hohem Grade von dem neuen Wahlsystem beeinflutzt, ta­dle Demeter sämtlicher Parteien übereinstimmend als widersinnig bezeichnen. Dieses neue Wahl­gesetz ist von der alten Kammer kurz vor ihrem Auseinandergehen beschlossen worden. ES Ist ei» Kompromiß zwischen der bisherigen Methode der Entscheidung durch Stimmenmehrheit bezw, Stichwahl und dem System der Verhältniswahl in Deutschland. Gewählt werden diesmal im Gan­zen 584 Abgeordnete gegen 624 in der vorigen Kammer. Die Wahlen finden auf Grund Vv»^ Kandidatenlisten nach Departements statt. Ent-

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schewend ist zunächst die absolute Mehrheit b* abgegebenen Stimmen. Eine Dewerberliste, Mtj diese erreicht, ist unter Ausschluß sämtlicher ®egea»< listen gewählt. Wird die absolute Wehrhest keine der abgegebenen Listen erzielt, so kommt bie Verhältniswahl in Anwendung. Eine unge< heuerliche Bestimmung ist die Erlaubnis für btzu Wähler, die Kandidatenliste insofern zu änderw als er die Aamen verschiedener Kandidaten ein« Wahlkreises selbständig zu einer neuen Liste zru sammenziehen kann. Dies führt zu einer ZerH splitterung, aus der so bald kein Endergeb^' nis herauszufinden ist. Die Verwirrung wird noa gesteigert dar chdie große Zahl von Kandidaten^ listen. Für ganz Frankreich find nicht) weniger a i s 2500 Kandidaten angemcl- det.

Dao vorläufige amtliche Wahlergebnis.

B e r 1 i n. 6. Mai. Nach den bis heute mittag ^Begangenen Meldungen erhielten:

Aus dm Metten 6efc

Di« Kommunalwahlen im Rheinland.

Köln, 5. Mai. Die Ergebnisse der Stabtver«,' ordnetenwahlen in der besetzten Westmark zeige», im allgemeinen dieselben Erscheinungen wie di« Reichstagswahlen. Die Mittelparteien haben zu­gunsten der Deutschnationalen starke Ein­bußen erlitten. Am schwersten hat wohl die Sozialdemokratie gelitten, die in Köln von44aufl1,inDüsseldorfvon33auss 6Sitze sank. Das Zentrum zieht in Köl» mit 27 (49), in Düsseldorf mit 21 (WÄt tretern in das Stadtvarlament. Seine o5jStutc Mehrheit hat es in Bon», in Aachen und selbst in der alten westfälische» Bischof-'- -

Di« „Dberbelfilthe Zeitung" eridietnt letösmal wächentlia,. — Sejugsottis monatlich 2 Bfart a«»!chli«hlich Zuitellungsgedühr. Für ausfalltnne Nummern infolge Streits oo. elemenl.Lreigmiie kein (irias. — Ser a; von Dr. L. Hiyeratd. — Druck der Univ.-Buckvruckerei von Jod. «uq. Koch. Markt 21-23. — ^«rn,precher 55, Boitlcheckkonto: Nr. 5015 $m: Jrankturr a. Main.

Das Ausland zum Wahlergebnis.

Die ausländische Presse nimmt zu Len Ergeb­nissen 6et Reichstagswahlen naturgemäß in erster Lmie vom außenpolitischen Standpunkt aus Stellung. Das Schicksal des Sachver­ständigen-Gutachtens steht im Vorder­gründe der Auseinandersetzungen in Eng­land sowohl wie in Frankreich. Eine Reihe fran­zösischer Zeitungen, wie der „QKatin“ fühlen intensiv heraus, baß der Widerstand gegen den Vei sailler Vertrag pvsittv gesehen die brutale Politik PvincareS Ursache an dem Anwach­sen dec in den Rechtsparteien verkörprtten natio­nalen Leidenschaften ist. Man glaubt in Frank- re-ch im Allgemeinen, daß die Deutschnattonalen sich vorläufig mit dem Sachverständigenbericht ab­finden werden, falls sie in eine Regierung hinein- gehen. Bei der Durchführung der Bestimmungen deS Gutachtens, b. h. von Deutschland ausgesehett, bei der Unmöglichkeit der Durchführung, erwar­tet man stärkere Widerstände von der kommenden Regierung, als sie von der vergangenen befürch­tet wurden. Die englische Presse stellt über- einstimmend die Tatsache fest, daß der Schlüssel der Loge nunmehr bei den Deutschnativnalen liege. Man hat in England eben das gesunde Empfinden, dch es in der Politik nicht nur auf KvalittonSgeo- mettie, sondern in erster Linie auf die Gestattung bei in den Wahlen am stärksten zum Ausdruck gelangten Willensrichtung ankommt. Aus diesen Erwägungen heraus ist seinerzeit auchch der Führer der Arbeitspartei mit der Kabinettsbildung beauf­tragt worden und nicht die im Wahlkampf ge­schlagene, wenn auch ttvtzdem noch an Zahl stärkste konservative Partei. Heber die Gröhe deS Er- solgeS der Rechtsgruppen gehen die Ansichten in ter englischen Presse stark auseinander. Das Reuterbüro ertoartet offiziös, daß die Dnutschnativpalen der Annahme des Sachverständigengutachtens leige gros­sen Schwierigkeiten machen wird, nach­dem bie väterlichen Ermahnungen des Herrn Mac Donal! g an das Deutsche Voll, nicht rechts zu wählen, wirkungslos geblieben sind. Einige Blät­ter versuchen auch jetzt bereits mit Drohungen und Warnungen aus die Deutschnationalen in Richtung der Annahme der Sachverständigenvorschläge hin- zuwirken. Auf die eigentlichen späterliegenden Schwierigkeiten bei &er Bildung einer Zweidrittel- Mehrheit zur Annahme verfassungSändernder 'Be­stimmungen geht die englische Presse noch nicht ein.

Ter »nxeiaetwteis beträgt für »en lOgtfp. 3«ilenmtnimet«t 0,03 $elb««tl »mtlt*« M. » L

auswärt, »njeigen 0,10 Golbmark. «ei Ichwier.Satz 50Aufschlag. Sautme(«yetg. 106•/, hfl I*|ML Aufschlag iienamen 0,35 (Bolbmart Jeder Rabatt gilt al- Barrabatt. Belege werde« berechnet, ebenso Auskunft dur» die GelchSst-stelle und Zusendung der Angebote. Zatzluug innerhalb 5 Tagen fl Dollar — 4,20 Eoldmarks, Berechnung nach de« Berliuer Mittel» kur, de, Zahluna,-Ei»z««g»tage,. Ber,ugs,insen pro Tag nach de« Banstiuefus!

Die neue MmMm.

Man wird sich noch eine ganze Weile gedulden Missen, bis man endgültig feststellen kann, »eiche Parteien die neue Reichsregierung bilden. Denn die Entscheidung über die Koalitions- Zgdung im neuen Reichstag liegt allein bei den Draktionen, und diese dürften frühestens in Mrzehn Tagen zusammentreten. Vorläufig hal- st-n die meisten Neugewählten sich noch in ihren Mühlkreisen auf.

’ Vor allem eins: Die in der Wahlzeit natur» gemäß auf die Spitze getriebenen P a r t e i z ä n - ttereien müssen nun verstummen! Jetzt allerernsteste positive Arbeit zu leisten, ;enb da darf es unter den Parteien nicht mehr (wie harter Backfischen) die Erklärung geben: „Mit der \L . . . spiele ich nicht mehr." Es kann sich vielmehr Mi darum handeln, welche Parteien nach ihrer Ee- .'lemtcinftellung die Möglichkeit einer sachlichen (Zusammenarbeit haben und welche nicht. Mir müssen selbstverständlich mit den Verhand­lungen über die Sachv Wst ändigengut- »chten weiterkommen und können nicht »Les zu Boden werfen, was die Reichsregierung bisher getan hat. Hierbei ist jedoch festzustellen, H vorläufig nur die grundsätzliche Be­tze itwilligkeit erklärt ist, die Gutachten als Perhandlungsgrundlage anzunehmen, daß dagegen eed) keinerlei Einzelheiten feststehen. Wenn des­halb die Lage so dargeftellt wird, als ob der bisher -»nausgefüllte Rahmen nur in der Weise bestickt '«erden könnte, wie die Regierung Marx—Strese- Cntann sich's gedacht hat, so ist das ^ine Irre« -Führung. Niemand kann heute mit Bestimmt- t Voraussagen, wie ein stärkerer deutscher Wider­lich auswirken würde: und aus den Stimmen Auslandes, *ud) den uns augenblicklich wohl- llenden, kann man es ganz gewiß nicht erfahren.

,tne mit der vollen Verantwort»n'g eia stete Reichsregierung wird stets hre Wünsche mit den praktischen Möglichkeiten in Einklang bringen Müssen, mag fi e rechts oder links ptz i e n t i e r t fein.

! Die immer noch in den Einzelheiten sich verschie- spenden Mandatsziffern des neuen Reichs- J#fles zeigen doch immer deutlicher den Sieg der Rechten. Voraussichtlich wird die Deutschnatio- frale Vollspartei durch Hinzutritt der auf der f»Landliste" Gewählten die stärkste Partei im Meichsiag werden, der dann also nicht nur die Wräsentierung des Reichstagspräsi- tdenten zufiele, sondern auch der erste Auf­trag des Reichspräsidenten zur Neu­bildung des Kabinetts. Hiermit ist freie noch lange nicht gesagt, daß dem Parteiführer Hergt — oder Herrn Wallraf, der ja vielfach Ms der deutschnationale Kanzlerkandidat genannt Jäh) - die Kabinettsbildung auch gelingen würde. Das wird sowohl von der eigenen Neigung der prnrtei zu einer Koalition mit den Mittelparteien efe auch von deren Lust zu einem Zusammengehen ;«nt der Rechten abhängen. In dem deutschvölki- «Hen „Deutschen Tageblatt" warnt bereits Herr ® u lle die Deutschnationalen dringlichst vor Kon- Wionen an die Mitte. Und es liegt ja auf der Hand, daß jene vom reinen Parteistandpunkt aus Mauer handeln wurden, wenn sie vorläufig in der Opposition blieben und die auf keinen Fall erfreu» lMe Liquidierung der Reparationsfrage den an- ,deren Parteien überließen. Die Geneigtheit, biefe schwere Bürde auf sich zu nehmen, ist denn auch oc’ einem Teil der Deutschnationalen gar .Webt sehr groß.

: Unzweifelhaft wäre eine Koalition, die ’S"** ®!n Deutschnationalen bis mindestens zur ^tte der Demokraten reichte, mit über 250 Abge- jttöncten bte stärkste, die im neuen Reichstag Sie wurde auch, wenn für verfasiungs- ■nbernbe. Gesetze eine Zweibrittelmehr- t notmenbig ist, burch Drohung mit Neuwahlen »Einen Erfolg erzielen können, als bie Linkskoalttion. Denn bie Sozialbemo- ftaten burften gar keine Lust zu einem lalbigen JUuen Appell an die Wähler haben, währenb man •K. ®cr Opposition gebliebene Recht kaum bamit se’ ^dererseits bebcnke man einmal bas Sch'cksal der Mittelparteien, wenn sie jetzt mit Sozialbemokraten paktieren unb bann im tverbst wieber vor die Wähler treten sollten' Wir Mlauben, baß ein erheblicher Teil ber ll'Euen volksparteilichen Fraktion, «der aud) bes Zentrums und bei De­mokraten sich für ein solches Experi­ment bebanken würbe.