i AmÜiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
ft. 105
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Marburg
SfmitM. Jen 5. Kni
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59. Mri M
Die Reichstagswahlen.
Die bisherigen Teilergebnisse.
- Der gestrige Wahltag ist nach den vorliegenden Mel- Jungen im allgemeinen ruhig verlaufen. Die Wahlbelei» Pgung ist scheinbar verhältnismäßig stark gewesen Tie Zusammenstellung der Ergebnisse ist angesichts der Schwierigkeit des Listenwahlsystems, besonders bei den vielen Parteien, sehr langwierig gewesen, sodaß nicht so schnell Joie früher festgestellt werden kann, wieviele Bewerber' kr einzelnen Parteien in den Reichstag einziehen können. Unsere Redaktion mußte sich infolgedessen auch diese Nacht Darauf beschränken, nur die Reichstagswahlergebn'sse aus Stadt und Land Marburg und einigen umliegendem Juden im Extrablatt einer großen Menge Harrender »itznteilen. Und auch das hatte noch Schwierigkeiten, ja einzelne Wahlbezirke erst sehr spät mit dem Aus- »ählen fertig wurden. Das Feschesten der Ergebnisse der S/adtverordnetenwahlen nahm noch vielmehr Zeit in Anspnich.
Tie Erfolge oder Nichtersolge der einzelnen Parteien lassen sich einigermaßen sicher heute noch nicht beurteilen. In unserem Kreise hat stch der „Zug nach rechts" besonders stark geltend gemacht, ein Beweis dafür, daß der politische Grundcharakter einer Gegend — Und der ist bei uns seit Jahrzehnten ausgesprochen rechts — sich wohl einmal infolge politischer Wirren verschieben läßt, er bricht aber nimmer wieder in seiner Reinheit durch. Die Ergebnisse im Reiche scheinen diesen Ruck nach rechts zu bestätigen. Es scheint so, als ob das Zentrum wie immer sich auch diesmal in seinem D'sitz- stand einigermaßen gehalten hat. Sozialdemokratie und Deutsche Volkspartei tragen Verluste z. T. ■ auch die Demokraten. Gewinner sind die Kommunisten aas der staken Seite ,vor allem aber die Deutschnatianale Volk?« Partei die gestärkt aus dem Wahlkampf hervorgegangen sein dürfte. Die zum erstenmale auf«- Getretenen Völkischen haben eine stattliche Zahl Wähler huf sich vereinigt, aber die Hoffnungen resp. Befürchtungen, die aus sie gesetzt werden, (man sprach von 100 Narchaten) scheinen doch nicht in Erfüllung gegangen za kn sein. In München hat sich im Gegenteil ein nicht »nbeträchtliches Abflauen der Bewegung gegenüber den öandtagswahlen von vor einigen Wochen (20 Prozent) »kzeigt. x
Vor morgen dürfte ein einigermaßen sicheres Ergebnis eicht zu erwarten sein. Dann wird es Zeit sein, über d'e politische Bedeutung der Wahl u. s. f. zu sprechen £b es möglich sein wird, im neuen Reichstag Mehrheiten »u bilden, die eine kommende.Regierung stützen, das ist jetzt Me Frage. Im Augenblicke sind aber die Aussichten in dieser Beziehung no chsehr trübe. Eine so bedeutende Versicherung wie sie dazu nötig wäre, scheint sich nicht ersehen zu haben.
gung 3300, Deutschvölkische 24 550, Deutschsoziale 21149, Zentrum 28170, Demokraten 49 500, Sozialdemokraten 168 000, Kommunisten 155 000, Unabhängige 22 800, Rcvublikanische Partei 4970, Sozialistischer Bund 5780, Ireiwirtschaftsbung 27 500, Hauber 622, Nationale Freiheitspartei 1500.
. Wahlkreis 34 Hamburg. Deutschn. 120 000, Deutsche Volksv. 74 000, Deutschvölk. 36 000, Demokraten 80 000, Sozialdemokraten 170 000, Kommunisten 112 000.
Wahlkreis 1 Ostpreußen. Sammelergebnis aus Provinz Ostpreußen bis 10 Uhr abend«. Deutschnat. 20 568, Volksvartei 2327, völkische 2128, Sozialdemokr. 5926, Kommunisten 3023.
Wahlkreis 35 Mecklenburg. Vorläufiges Ergebnis aus Mecklenburg-Lübeck: Deutschnat. 62 363 (mithin gewählt Dr. Everling), Deutsche Volksvartei 27 773, Deutschvölkisch 53 044, Zentrum 2021, Demokr. 15 929. Sozialdemokr. 71 650 (mithin gewählt Kröger), Kommunisten 26 530, Unabhängige 1068, nationale Freiheitspartei 1624, Arbeitnebmerpartei 461, Häuber- bund 460. nationale Minderheiten 471.
Stettin. 4. Mai. Die Wahlhandlung in Pommern isß soweit Meldungen bisher oorliegen, allgemein ruhig verlaufen. Die Auszählung der Stimmen wird sich durch das Zusammenfallen mit der Eemetnde- wabl verzögern.
Wablkrei 32 Baden (Mannheim-Stadt.) Gesamtergebnis. Deutschnat. 4407, Volksvartei 18 251, Deutfchvölkisch 4670, Zentrum 14 566, Demokraten 4803, Sozialdemokraten 23 690, Kommunisten 19 630, Unabhängige 1002, Republikaner 186.
Wahlkreis 2 5. Rieder-Bayern. Sammel- ergebnes bis 10 Uhr abends. Deutschnat. 2600, Colts« vartei 1600, völkische 10 700. Zentrum 1700. Banerische Volkspartei 37 000, Demokraten 800. Sozialdemokraten 8000, Kommunisten 7000, Bayrischer Bauernbund 15 500. Unabhängige 500.
Wahlkreis 14, Weser-Ems,Bremen. (AnS 118 Bezirken.) Abgegebene Stimmen 159308. Davon erhielten: Deutschnationale 20 761, Deutsche Volkspartei 28 377, Deutschvölkische 14463, Dentschsoziale 341. Zentrum 3 331, Demokraten 17 853, Sozialdemokraten 47 866, Kommunisten 22234, Christlich-soziale 467, Frei- Wirtschaftsbund 188, Polnische Volkspartei 217, Unabhängige 584, Dentschhannoveraner 845, Republikaner 332, ungültig 1548 Stimmen.
Wahlkreis 9 Oppeln (Endergebnis): D. N. P. 102 333, D. V. P. 17 768; Deutschvölkische 17 552; Soz. 10 703; Zentr. 182 170; Dem. 11046; Soz. 24 795; Komm. 125 408; Pol. 48 264.
Deuihen, 4. Mai. Im 22. Bezirk Dom- brr Da ereignete sich nach Schluß der Wahl ein Zwischenfall. Eine Bande von 220 Män- nein drang in das Wahllokal und versuchte die
Berlin. 5. Mai. Nach den hier vorliegenden Ergebnissen lind die Wahlen im Reiche sehr ruhig verkaufen. Die Wahlbewegung in Berlin betrug rund 8(1 %. Am Vormittag war die Beteiligung schwach, am Nachmittag erreichte die Beteiligung ihren Höhepunkt. Die Volizeit hatte grobe Sicherheitsmaßnahmen getrof- en, brauchte aber in keinem Fall einzuschreiten. Auch ie Technik wurde in den Wahlkampf mit eingezogen, sn Berlin waren an 4 Plätzen Radien-Aoparate mit lirseulautsprechern aufgestellt, welche die Ergebnisse ors dem Reich bekannt gaben. Der Andrang zu diesen Steilen war so stark, daß auch hier die Polizei Sicher- Kltsmabnahmen treffen mußte. — Von Köngsberg rird eine Wahlbeteiligung von 85 % gemeldet. Aus Mitteldeutschland, Weimar, wird eine starke Wablbe- »iligung der Linksparteien gemeldet. — Wie feststebt toben das Zentrum und Demokraten ihre Stimmen ge- Müber der vorigen Wahl. Die Deutschnationalen da-, egen haben erhebliche Fortschritte gemacht, so wurden X einzelnen Bezirken eine Vermehrung der Stimmen Jen 100 % festgestellt. Die Völkischen haben etwa die Rlite der Stimmen der Deutschen Volksvartei er-
Vorläufige Ergebnisse.
Gassef, 4. Mai. Bei einer Wahlbeteiligung 90 Prozent wurden von 111000 Wahlberechtigten .abgegeben für Dntl. 19515, D. Bp. 16 525, PreiheitSP. 116, Völk. 8 1748, Deutsche Wirtschuftsp. P69, Zentr. 4 598, Dem. 11492, Sozialdemokraten Bl 098. A.S P. 403, Komm. 6 379, Häußerbund 60, stimmen
mit dem Wahlgeschäft beauftragten Personen zu verprügeln und das Stimm-Material an sich zu reißen. Der Wahl-Borsteher mußte den Schutz der Feuerwehr in Anspruch nehmen, die ihn im Auto nach Beulhen brachte.
Wahlkreis 18 Weftfalen-Süd (Endergebnis): D.N.P. 129 000; D.V.P. 90 000; Deutschsoz. P. 3500; Zentr. 225 000; Dem. 43 000; Soz. 135 006; Komm. 160000; Polen 7000; Nat. Freihettsp. 52 000; U. S. P. 18 600; Völ'. Bl. 5000; Völk.-Soz. Bl. 9000.
Wahlkreis 20 Köln-Aachen (bis 2 Uhr nachts): D. N. P. 61447; D.V.P. 63 640; Völkische 12 502; Deutschsoziale 7113; Wirtschaftspartei 24451; Zentrum 376 245; Dem. 23 033; Soz. 83 795; Komm. 115 219; Polen 663; U. S. P. D. 5590; Republikaner 1256; Mieterschutz 22 710.
Wahlkreis 21 Koblenz-Trier (vorläufiges amtl. Ergebnis): D.N.V. 40 185; D.D. 54 282; Deutsch-Volk. 7331; Deutsch-Soziale 4108; Wirtschaftspartei 10 989; Zentrum 322 659; Dem. 16 900; Soz. 47 943; Komm. 33 662; Christi. Verein. 4843: Republikaner 864.
Wahlkreis 22b Düsseldorf-Ost: D. V.P. 115 311; D. R. P. 154 447; Soz. 109 865; Dem. 41451; Polen 2885; Völk.-Soz. Block 38 054; Christi. Vereinig. 16 361; Zentrum 216 716; Nat. Freiheitspartet 2029; Komm. 239 846; U. S. P. D. 16149; freier Wirtschaftsbund 5117; Republikaner
Auf Grund des Ergebnisses der Stadtverordneten- wbl entfallen auf das Zentrum 2, die Sozialdemo- caten 19, die Deutsche Volksvartei 9, die Kommunisten , die Völkischen 4, die Deutschnationalen 13, die Demo- raten 5 Mandate
Frankfurt a. M. Ver. Liste der Deutschvölk. Leiheitspartei 15 410: Deutschnat. Volksvartei 37 951; Deutsche Volkspcrrtei23 829; Deutsche Zentrumspartei ■ 147,• Deutsche Demokr. Partei 24 476; Ver. Sozial- Nmoft. Partei 3 527; Komm. Partei 27 325.
■: Wab 1 kreis 16 Hannover. Vorläufiges Hmtliches Ergebnis: Die Zahl der abgegebenen Stirn« *en beträgt 241 994. Es erhielten: Deutschnationale ■ 918, Deutsche Volkspartei 30 274. Deutichvölkische *0 680, Dentschnationale 1976, Zentum 10 502, Derno- fraten 88.39, Sozialdemokraten 72 401, Kommunisten £8 457, Deutschhannoversche 38 888, Deutsche Arbeitued- Mervartei 793, Unabhängige 954, Christlich-soziale 791, »c!en 277, Säuger 133. ungültig 3103.
Wahlkreis 2 Berlin. Um 12% Ubr waren jtolflenbe Zahlen bekannt: Deutschnationale 149 715, ft'utiche Volkspartei 46 760, Rational liberale Bereini
999; Rhein. Wirtschaftsbund 22 808.
Wahlkr. 31 Württemberg-Hohen- zollern. Dem. 115 222 (mit Reststimmcn von Baden 2 Mandate); Soz. 191968 (3); Wirtsch.-P. 47191; Haenßer-Bund 1150; Bauernbund 238 276 (mit d. Reststimmen v. Baden 4 Mand.); D. B. P. 53333 (mit Reststimmen von Baden 1); Komm. 138 909 (2); Parteilose 1847; Zentrum 265 484 (4); Mittelstaudsvcreinigung 8189; Rechtsblock 123 317 (2); Völk -Soz 50 800 (1); Land- und Volksbund 2173; Geusten-Bund 29 962; Republikaner 1110.
Stuttgart (Landtagswahl): Bauernbund 240 162; Dem. 25 624; D.V.P. 55 040; Wirtschafts- Partei 3749; Komm. 138 583; Land- u. Volksbund 627; Rechtsblock 124 502; Soz. 190 323; Völk.-Soz. 47 283; Grustenbund 15 078; Zentrum 24.8 704.
Wahlkreis 27 Bayern-Nord: Soz. 82201; Komm. 48 545; Bölk.-Nat. Rechte (D.V.P. u. Landbund) 79 047; Bayer. V. P. 62 760; Zentr. 38 172; Völk. Block 20 546; Dem. 10 958. Gewühlt
sind Heßmasn (Soz.) Bayersdorf und Dr. Zapf (D. V. P.). Der Volksentscheid ist mit % Mehrheit verworfen worden. Das Ergebnis der Landtagswahl war wegen der Kompliziertheit des Wahlverfahrens und der großen Zersplitterung der Stimmen bis jetzt noch nicht festzustellen.
Wahlkreis 13 Schleswig-Holstein: Dem. 60 976; D. N. P. 230 424; U. S. P. D. 7926; Schleswiger Vereinig. 7659; Komm. 46 408; Freier Wirtschaftsb. 3630; Soz. 186 733; D. V. P. 90583; Schlesw.-Holstein. Landespartei 5594; Mieterschutz 12176; Zentrum 7454; Polen 705; Republikaner 760; Völk.-Soz. Bl. 55130. — 5 kleine Wahlbezirke fehlen noch.
Wahlkreis 29 Leipzig: Soz. 324 899; D.N.V. 174188; Dem. 77 491; Deutsch-Soz. 3519; U. S. P. D. 6760; Ebristlich-Soz. 1442; D. V. P. 188 994; Soz.-Bund 1024; Komm. 167 637; Zentr. 2429; Nat.-Lib. Vereinig. 1150; Völk.-Soz. Block 91 695; Republikaner 91 595.
Wahlkreis 10 Magdeburg-Anhalt (vorläuf. Ergebnis): D.N.P. 207 000; D.V.P. 125 577; Dem. u. Deutscher Bauernbd. 60 800; Soz. 299 880; Komm. 88 000: Zentrum 15 829; Völk. Bl. 43 29t; Wirtschaft?,,. 29 811.
Wahlkreis 30 Chemnitz-Zwickau (Endergebnis): Deutschn. 159 896; D. Vpt. 109 316; Nationallib. Ver. 1495; Deutsch-Völk. Block 69 228, ll. S. P. 3867; Wirtschaftsp. 72 717; Zentrum 3580; Demokraten 58 381; Soz. 255 938; Komm. 182 457; Soz. Bund 4958' Republikaner 2744.
Darmstadt. Amtliches Ergebnis von Hessen: Soz. 171131; Dt. Volksp. 64 986: Kam. 54 926; Demokr. 44 240; Haeußerbund 624; Deutschnational 36 281; Zentrum 93 707; Unabh. Soz. 3653; Wirt- schastsp. 7057; Völk. Block 17 889; Eeußenbund 9816; Wirtschaftsbund 4925; Bauernbund 81823. Bestimmt gewählt: Staatspräsident Ullrich und Reichsminister Dr. David (Soz.), Dr. Becker (D. VpL), Dr.-Dkckius-Mainz (Zentr.), Dorsch-Wolfersheim (H. B. BZ; voraussichtlich wird noch ein dritter Sozialdemokrat, Dr. Quesfel-Darmstadt, in Frage kommen.
Wahlkreis 3 (Potsdam 2). Bis 2Uhr nachts tagens die Ergebnisse von 652 Bezirken vor. Danach erhielten die Demokraten 78585; Soziald. 113 976 Deutsch-Soz. 35 634; Komm. 82 634; Dtsche. Volksp. 79 033; Deutschn P. 182 318; Völk. Block 45 321; Zentr. 25 532; Wirtschaftsp. 26 950; Republikaner 4434; Nat.-Lib. Vereinig. 6229; Nat. Freiheitspartei 1754; U. S. P. D. 11949. — 64 Bezirke fehlen noch.
Berlin, 5. Mai. Um 6 Uhr morgens lagen aus 22 Wahlkreisen die vorläufigen Resultate vor. Danach sind insgesamt 244 Abgeordnete als gewählt zu betrachten. Diese verteilen sich folgendermaßen: Soz. 58: Komm. 33; Demokraten 12, Zentrum 39, Deutsche Volkspartei 25, Deutschaationale Volkspartei 42, außerdem entfallen auf Völk.-Soz. Freiheitspartei 1, auf den Landbund in Thüringen 2, auf Völk.-Soz. in Thüringen 1, auf den Völk.- Soz. Block in Hessen-Nassau 1, in Oberbayern lSchwaben) 6, Bay. Bauernbund 1, Völk. Block 2, Südbayer. Bauernvereinigung 3 und Bauernbund 1; in Franken Bauernvereinigung 4 und Völkischer Block 3; in Dr den-Bautzen Völk.-Soz. Block 1, in Leipzig Völk.-S<,. Partei 1; in Chemnitz-Zwickau Völk.-Soz. Block 1 und Wirtschaftsbund 1. Zn Württemberg auf den Völk. Rechtsbund 2 und auf den Bauern- und Wsingärtnerbund 4; in Baden Landbundl; Hessen-Darmstadt Hess. Landbund 1.
München, 4. Mai. Bei den Wahlen zum Reichstag in München büßte der Völkische Block etwa 18—20 Prozent ein, die der Liste der Deutsch- nationalen zugute kommen. Auch die Baqr. Volks- partei hat etwas verloren. Dagegen konnten die Kommunisten auf Kosten der Sozialdemskrateu eiaeu kleine« Gewinn verzeichne«.
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Nürnberg, 4. Mai. Bei der Wrchbetei- ligung in Nürnberg ist die Abnahme gegenüber derjenigen bei der kürzlichen Sandtagswahl erheblich; in verschiedenen Wahllokalen hatten bis tum Mittag nich« mehr als 50 Prozent aller Stimmberech- rigten gewählt. Der Wahlverlauf war ruh'g
K k l n. 4. April. Im Gebiet des Brückenkopfes Köln ist der Wahltag vollkommen ruhig verlausen.
Karlsruhe. Ver. Soz. 13 077; Zentrum 14247; Temokraien 5750; Kommunisten 6099; U S. P. 427; Dt. Bolisp. 13 935; Deutfchnational 8476; Völk.-Soz. Block 4664; Wirtschaft!. Bereinig. 2547; Geußen-Bund 597; Republikaner 121.
Offenbach. Soz. 12732; Komm lnisftn 8496; Zentrum 5046; U. S. P. 328; Bölk.-Soz. Block 4128; Demokr. 2872; Dt. Wirtschaftsp. 1756; Dt. Volksp. 1717; Geußenbund 616; Hansabund 83; Deutschn. 3072.
Mainz. Soz. 18 054; Zentrum 13090; Demokraten 3363, Dt. Voiisp. 4419, Deutschnational 2511; Völk.- Soz. Block 463, Geußen-Bund 67; Hacußer-Bnnd 55; Wirtschaftsp. 62; U. S. P. 424; Kommunisten 4053.
Kreis Wetzlar. Deutschnational 5326; Deutsche Volkspartei 5918; Völk.-Soz. Block 1484; Wirtschaftsp. 136; Zentrum 131; Demokraten 1257; Ver. Soz. 9984; Kommunisten 1598; U. S. P. 278; Haeußer-Bund ö; Wirtschaftsp. 86. . -
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Corbach -Stadt. Wahlresultat:Dem. 237, A. S.P. ll, Sozialdem. 986, Zentrum 100, D. Bp. 374, Völk. 282. Deutschnat!. 985, Komm. 129 Stimmen.
Ziegenhain - KreiS. Frciheitspartei 704, Haeußer 6, Demokraten 1047, Unabhängige 78, Sozialdemokraten 3 784, Wirtschaftspartei 84, Zentrum 106 Volkspartei 1225, Völkische 1894, Deutschnationale 8503, Kommunisten 453. s
Schotten, 4. Mai. Wahlergebnis Sozialdemokratie 407, Deutsche Dolkspartei 204, Kommunisten S, Demokraten 202, Deutschnationale 143» Zentrum 16, A. S. P. 9, Wirtschaftspartei 15, Völkische 20, Hess. Bauernbund 6 und Bauernbund 156.
Bad Nauheim, 4. Mai. Hier schritten 5283 Wähler zur Wahlurne, davon 588 Kurgäste. Wahlergebnis: Soz. 996, Dt. Volksp. 871; Kom. 306; Demokr. 472; Haeußer-Bund 4, Deutschnat. 1182, Zentrum 548; U. S. P. 35; D. Wirtschaftsp. 261, Völk.-Soz. Block 427; Geußen-Bund 51, Hess. Wirt- schaftsbund 9, Hess. Bauernbund 89. 82 Stimmzettel waren ungültig.
Vorläufige Mandate.
Berlin, 5. Mai. Bis heute vormittag 8 Uhr lagen folgende Ergebnisse aus 28 Wahlkreise« mit 308 gewählten Abgeordneten vor. Davon entfalle« auf Sozialisten 71; Kommunisten 42; Demokraten 16; Zentrum 46; Deutsche Volkspartei 31; Deutschnationale Partei 53; Völkische 17; Wirtschaftsbund 3; Deutschsoziale 1; Landbund 3; Bayer. Volksp. 14; Deutsch-Hanns». Partei 4; Bayer. Bauernbund 2; Bauern u. Weingärtner 3; Hess. Bauernbund 1. Es ist bei dieser Aufstellung zu berücksichtige«, daß die Ergebnisse noch nicht endgültig find und eine große Zahl der auf den Rcichswahloorschlag tut* fallenden Stimmen noch nicht berücksichtigt ist. So weit cs sich bisher übersetzen läßt, dürfte die Wahlbeteiligung 75 Prozent der eingeschriebenen Wahl«» betrage«.
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Die Besprechungen geheim.
London, 3. Mai. Die „Times" berichtet, daß MacDonald und die belgischen M i n i st er übereingekomen sind, nichts über die Natur ihrer Erörterungen zu enthüllen. Die belgischen Minister würden wahrscheinlich nicht vor morgen vormittag nach Brüssel zurückkehren.
Paris, 4. Mai. Nach einer Londoner Mitteilung des „Echo de Paris" findet heute eine Besprechung zwischen dem französischen und belgischen Botschafter in London statt.
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Pari- ,4. Mai. lieber die Besprechungen Mae Don alb8 mit Theunis und Hymans geben die Pariser Blätter ziemlich vage Bettchte, woraus erkennbar wird, baß, wie angekündigt, von beteiligter Seite keine Angaben über den Gegenstand und das Ergebnis der Beratungen gemacht wurden. Der Pariser Bettreter beto Agcnce Beige erklärt, bie belgischen Minister nähmen, ohne bie noch zu überwindenden Schwierigkeiten zu verheimlichen, die Hoffnung mit nach Brüssel, daß in naher Zukunst ein Einverständnis möglich sein werde. Andere» seits will der Londoner Korrespondent der Agentuv Havas festgestellt haben, man halte in gewöhnlich gut unterrichteten englischen Kreisen für wenig wahrscheinlich, baß die belgisch-englischen Besprechungen die Zusammenkunft Poincares mit Mac Donald beschleunigen werben .
Trotzdem also alle interessierten Persönlichkeiten nichts mitteilten, glaubt bet Vertreter des „MaKn" doch sagen zu können, es sei hauptsächlich diskutiett worden, die Frage der Eisenbahnregie, die Wiederherstellung der brutschen Verwaltung im Ruhrgebiet einerseits, Sanftio nen andererseits, (tn der ersteren Angekegnheit werde die britische Regierung ihren bekannten Standpunkt wohl aufrecht erhalten. Was dir Sanktionen anlange, so habe Mac Donald die Notwendigkeit von solchen für den Falk, daß Deutschland nicht erfüllen sollte, den belgischen Plan der wirtschaftlichen Blockade, wobei auch Polen und Südstawien Mitwirken sollten, für nicht unpraktisch beurteilt, da er Frankreich Garantien gebe« würde, bei deren Gewährung es sich zur vollkommene« Beseitigung der wittschastlichen Kontrolle im Ruhrgebiet und zur Genehmigung der Rückkehr aller auSge-i wiese nen deutschen Beamten verstehen würbe.
Auch bet Londoner Berichterstatter des „Petit Pa- rifien" erhärt, der britische Premierminister fei nicht abgeneigt, dem belgischen Blockadeplan rnzustimme,/ wünsche aber, baß der Völkerbund ihn durchfahre,
Borläufiy keine Antwort auf die deutsche Stete übet die Militärkontrolle.
. Paris, 3. April. Die Botfchafterkvn- ferenz hat sich, soviel heute verlautet, ent« ichlvsfen, vorläufig nicht auf die letzte deutsche Note über die Mililärkvntrvlle zu antworten. ES heißt anderseits, daß siekeinesWegSaufdem Standpunkt steht, daß es an der Zeit Wärt, ‘ -----jU