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Amtliches Verkiindigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher knrhessifchej Oberhessen

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Zweites Blatt

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Beteiligung Japans an der

L c n d o n. 2. Mai. Reuter

die deutsche Geschichte ihr Wirken. Reichskanzler das deutsche Volk aus de: Höhe des Glückes stand. Durchlaucht beschieden fein, auch aus tiefster Not zu sehen.

die japan ische Regierung habe beschlossen, an der Err i ch tu ng der geplanten deut» scheu Währungsbank teilzunehmen. Der Einladung der Bank von England, sich mit 50C OCC Pfund zu beteiligen, gedenkt die Re­gie« ung durch Verkauf von Bargeld im Ausland statrzngeben.

Wäbrungsbank.

meldet aus Tokio,

59. W.

1924

erhielt men an amtlicher Stelle keinerlei Aus­schluß. ES steht nur mit ziemlicher Sicherheit fest, daß die Rote im Laufe der nächsten Woche ubgehen wird und die alliierten Regierungen im Pt''r»<ip an den Forderungen bezüglich der Ab­rüstung, so wie sie in den vorangegangenen Roten bereits definiert worden sind, festhalten werden.

Berlin. 2 Mai. Der Reichskanzler hat an den Fürsten Bülow in Rom, Villa Malta, folgendes Telegramm gesandt:Ew. Durchlaucht spreche ich im Namen der Reichsregierung die aufrichtigsten Glückwünsche zur Vollendung des 7 5. Lebensjahres aus. Dankbar gedenkt das deutsche Voll morgen Ihrer als des Staatsmannes, der weh'- als ein Jahrzehnt die Politik des Reiches mit sicherer Hand geführt hat und selbstlos die schwterigstcn Aufgaben der deutschen Diplomatie übernahm, als mehrere Jahre nach dem AuS- schridrn Ew. Durchlaucht aus dem Amt schwerstes Geschick unser Vaterland traf. Anauslöschbar bucht

Minifterrat i« Paris.

P a r i s, 2- Mai. Anter dem Vorsitz von M i I lerand hat gestern im Elhsee ein Minister rat stcttgefunden.

Die Maifeier in Italien.

Rom, 2. Mai. Der kommunistische Abgeord­nete P i c e t t i versuchte gestern auf dem Balkoi des Abaco:dnetenhauses eine rote Fahne zr hissen. Er wurde von einem anderen Abgeordnete» daran gehindert und von diesem der Polizei übergeben. Die Maifeier ist ohne Zwi« . scheu fall verlaufen. In Rom, Genna, Tu­rin und Mailand ist es zu keinerlei Ruhestörungen gekommen.

neue Kris« nz«ichen auf. Ter Hauvteinpeitscher bet liberalen Partei überreichte gestern ein U l t i m a t u m an die Regierung, in dem die Liberalen als Vorbedingung ihrer weiteren Unterstützung verlangen, daß die Bcr- hältniswahlvorlage im Unterhaus zur Sprache gebracht wird und von der Regierung unterstützt werden soll. Eine amtliche Erklärung besagt, daß das Kabinett gestern über eine Aenderung des Reprasentantengesehes von 1918 beraten habe. Wahrscheinlich handelte es sich hierbn um den liberalen Wahlentwurf, der die Verhältniswahl vorsieht.

England zu den deutschen Wahlen.

London, 2. Mai. TerDaily Telegraph" schreibt in einem Leitartikel über die deutschen Wahlen, das 'Ergebnis dieser Wahlen werde bestimmen, ob die deutsche Politik von einer Kompination der Parteien weiterge- sübtt werden soll, die gegenwärtig die Regierung bilden, wovon das Schicksal der Regierung abhänge und das Schicksal des S a ch v e r st ä n di g e n p l a ne s für die Reparationsregelung. Tas Kabinett Marx habe vor­sätzlich diesem Plan den Charakter einer nationalen Abstimmun g über die Frage gegeben, ob Deutschland in Hinsicht auf den Dawes-Bericht eine sofortig« ehrliche Aktion unternehmen solle. Die deutsche Regierung habe wahrscheinlich klug in ihrem Interesse ebenso wie 'n dem Deutschlands gehandelt, als sie sich dafür entschied, den Bericht grundsätzlich ohne Zweideutigkeiten anzunehmen. Es seien starke Anzeichen dafür vorhanden, bist die deutsche Regierung ihre Stellung dadurch ver­bessert habe. DerDaily Telegraph" betont, was von dem Ergebnis der am Sonntag stattfindenden Wah­len abhänge, und gibt der ernsten Hoffnung Ausdruck, dah die deutsche Wählerschaft sich vorAusschreitungen" politischen Wahnsinns retten werde. Das Zentrum b'lde mit den übrigen Regierungsparteien einen Block, der viele Sitze verlieren könne, ohne seine Mehrheit einzu- büken, und der zweifellos die Kräfte der Vernunft und Mäßigung umfasse. Wenn es ibm nicht gelingen sollte, feine Kontrolle über die parlamentarische Sage btt diesen Wahlen wieder herzustellen, so werde dies täte internationale Katastrophe sein. Dies werde auch von dem vernünftigsten Teil der deutschen Wähler- sch.ift wohlverstanden. Auf dieses Verständnis sei die Hoffnung auf eine europäische Regelung zum sehr großen Teil gegründet.

Sondervroblem eingehender zu behandeln Di« sei für eine solche Erörterung noch nicht geeignet.

Reue Krisenzeichen in London.

London, 2.Mai. Di« innerpolitische Lage

(gez.) Reichskanzler Marx.

Berlin, 2. Mai. Der preußische Mini« stetPresident hat an Fürst Bülow in Rom, V'lla Malta, folgendes Glückwunschtelegrtmnn ge­sandt: ,Iu Ihrem 75. Geburtstag sage ich IhnrH zugleich im Namen des preußischen Staatsminlste» rium aufrichtige Glückwünsche im Gedenken an Ihre langjährigeverdienstvolleTätig- keil als preußischer Ministerpräsident.

Ministerpräsident Braun".

Deutsches Reich.

Brandenstein und die Deutschvölkischen.

Mecklenburg. 2. Mai. Zu den Angriffen de: Deutsch-völkischenFreiheitsPartei auf den Mecklenburgischen Ministerpräsidenten. -Freiherrn v. Brandenstein schreibt die' Pressestelle der Deutschnationalen Volkspartei: Beti der Besprechung des Reichskanzlers mit den 2Bini*| sterrpräsidenten bezgl. des Sachverständigen-Dut- achtcics stimmte Ministerpräsident v. Brandenstein der 2lbsrcht der Reichsregierung, mit den alliierten Regierungen in eine Besprechung des Gutachtens einzutreten, zu, wobei er gleichzeitig auf di« un­möglich tragbaren Bedingungen des Gutachtens hinwies und die Reichsregierung warnte, sich vor» behaploS zu binden. Diese Stellungnahme ist der Freiheitspartei bekannt. Sie verlangte darüber hinaus genaue Mitteilung der Vorgänge bei dieser Ministerkvnferenz in der Oeffentlichkelt. Minister­präsident v. Brandenstein mußte dieses Verlangen ablehnen, weil die Konferenz ausdrücklich aK vertraulich erklärt wurde.

Aiu hm Mtfctei Stiitt.

Ueberfall auf einen französtschen Pofte« bei Speyer.

Paris, 2. Mai. DemEcho be Paris" wird aus Mainz gemeldet, daß ein Deutscher gestern abend auf einen französischen Wachtposten in der Nähe von Speyer drei Schüsse abgegeben habe. Der Posten erwiderte bas Feuer, doch gelang es dem

Der 1. MI.

Ausschreitungen bei der Maifeier im Reich.

Bremen, 2. Mai Anläßlich der Maifeier kam es hier bereits in den Vormittagsstunden zu Zusam­menstößen zwischen Kommunisten und der Polizei. Die Beamten wurden mehrfach tätlich angegriffen.

Gera, 2. Mai. Im Laufe des gestrigen Tages kam es in Gera an mehreren Stellen der Stadt zu blutigen Unruhen. Nach der Maifeier- verfammlung der Kommunisten bildete sich ein Demonstrationszug. Als die Polizei zur Auflösung aufforderte, wurde sie sofort mit Knüppeln angegriffen. Im Laufe des Nachmittags kam es zu weiteren Ansammlungen und bluti, gen Zwischenfällen zwischen Kommu­ni st en und Deutschvölkischen. Am Abend wurde die gesamte in Gera stationierte Landes­polizei sowie die blaue Polizei zur Säuberung bei ganzen Innenstadt eingesetzt. Es erlitten sieben Polizeibeamte Kopfverletzungen durch Knüppel­schläge. Die Haupträdelsführer der Kom­munisten konnten zum größten Teil festgenom- m e n werden.

England.

England »ad die Rudrgefangenen.

London, 1. Mai. Vor Schluß der gestrigen Anterbaussitzung lenkte das liberale Darlamentsmit- filieb Harvey, der die bereits gemeldeten Erkundig­ungen wegen der Ausweisung und Einker-, kerung deutscher Untertanen im besetzten deutschen Gebiet erbeten batte, die Aufmerksamkeit des Ministeriums auf die Zahl der deutschen Untertanen, die jetzt wegen politischer oder anderer Vergehen in­folge der Urteilssprüche alliierter Kriegsgerichte im besetzten Webtet Gefängnisstrafen zu verbüßen hätten.

Harvey fragte, ob für diese Fälle eine allgemeine Amnestie geplant sei, und richtete an die Regierung die Aufforde­rung. ihren Einfluß bei Frankreich und Belgien zwecks Freilassung dieser Ge­fangenen geltend zu machen.

Unterstaatssekretär des Aeußeren P o n s o n d y ver­sicherte Harvey, daß die von ihm erwähnten bedauer- lichenUmstände dauernd die Aufmerksamkeit der briti- Vren Regierung beschäftigen. Die von den Rheinlän­dern eingelegten Proteste sowie die von der britischen Regierung unternommene Aktion in der Pfalz seien dem Hause wohl bekannt Das Ruhrunternehmen sei emAbenteuer, an dem England nicht teilgenommen hab?, und die von den französtschen und belgischen Be­satzungsbehörden dorr verfügten Einkerkerungen seien vor. der britischen Regierung nicht zum Gegenstand amtlicher Vorstellungen gemacht worden. Die Regie­rung habe indes die Frage keinen Augenblick aus vem Auge gekästen und sei bereit, allen Einfluß, den sie be­sitze. für die Wiederherstellung normaler Verhältniste im Lesetzten Gebiet anzuwenden. In dieser Zeit aber, wo man vernünftigerweise die Regelung größerer Fra­gen erbosten könne, fübl« er sich nicht berechtigt, dieses

Die MlnhW» ii £onte.

London. 2. Mai. T h « u n i S und Hyman find gestern Abend in London eingetroffen. Heute i refftr. sie mit Mac Donald zusammen. In ihrer Anterholtung wird die R u h r fr a g e zweifel­los im Vordergründe stehen. England vertritt natürlich nach-wie vor den Standpunkt, daß die Ruhrbefetzung ungesetzlich sei. Wie es hier heißt, sind die belgischen Minister mit P oi n- carä besonders über die Frage, inwieweit eine militärische Besetzung die ökonomische Freiheit der Ruhr und vor allem der Ruhreisenbahn die Arbeit verhindern werde, nicht einig geworden. Die belgischen Minister werden gewisse Klau­seln Vorschlägen, um die Rechte und Sicherheit der Bei atzungstruppen und die Verfassung der neuen deutschen Eisen ba hnaesell- s ch a s t zn sichern. Die englische Regierung steht auf dem Standpunkt, dah die Repara­tionskommission nur in dem Fall den DaweSschen Bericht ergänzen kann, in dem von den Sachverständigen die Kommission ausdrücklich dazu tai'gefordert wird. Poincare vertritt da- gegen die Ansicht, daß die Kommission den Bericht ergänzen oder abändern darf, wann und wie sie will.

Paris, 2. Mai. Der Matin schreibt, daß die belgischen Minister in London die Frage der Garantien und Sanktionen gründlich be­sprechen werden. Die Debatte sei jetzt umgrenzt, da niemand mehr Einwendungen gegen die Auf- reure.Hilling der französischen Garnison an der Ruhr erhebe. Das dornigste Problem bleibe dcSjenige der rheinischen Eisenbah­nen. Die 10 OOO sranzks schon w d belgischen Eisen- bahnet, die an der Ruhr und im Rheinland ihr bewv.r drrnswe tes W:rl" vollbracht haben, müh­ten die Möglichkeit erhalten, nötigenfalls den Be­trieb der drei oder vier für die Verpflegung der französischen Truppen an der Ruhr notwendigen Linien aufrechtzuerhatten. Es müsse aber gleich­wohl ein Abkommen zustande!ommen, wodurch die Verpflegung der französischen Truppen, die man nicht drm guten Willen der Deutschen überlassen dürfe, sichtrgestelll werde.

Die Boransietzunge» der Anleihe.

London, 2. Wai. Daily Chrvnicle fühlt in einem Leitartikel aus, der Besuch der bel­gischen Minister in Paris, London und Rom stelle einen endgültigen und sehr lvbenSw.er- ten Versuch der belgischen Regierung dar, zwischen ihren drei Hauptalliierten eine Vereinbarung Über den Dawesbericht zustande zu bringen. Der Dc-wesplan könne ohne die vorgesehene inter- nationale Anleihe nicht durchgeführt inert en und das Geld dafür werde niema iS gezeichnet werden, wenn nicht die Kapitalisten in der ganzen Welt lonlrete Versicherungen erhalten, daß Frankreich seine willkürlichen Eingriffe in das deutsch- Win'chastsleben aufgibt und sie nicht wie- derhrlcn wird.

Der Brüssclrr Korrespondent der Times schreibt Für Belgien sei die Besetzung des Ä u h! g e b i e t e s stets Mittel und nicht Iweck gernef-.n. Die belgischen Truppen würden nicht einen Tag länger als notwendig im Ruhrgebiet bleiben. Sobald greifbare Ga­rantien durch Deutschland gegeben worden wären, und zwar hauptsächlich Garantien materiellen Cha- rakrers, weide das augenblickliche Regime im Ruhr-

Dir . ! Ke W.

Paris. 2. Mai. £- oischafte-konfe- renz hat gestern morgen im Ministerium des Aeuhern eine Sitzung abgehalten. SS wurde fol­gendes Communque der Presse übermittelt: Die heutige Botschafterkonferenz, die heute morgen im Quai d'Qrseh stattfand, hat sich mit laufenden Fra­gen beschäfttgt und auch mit der Antwort, welche demnächst an Deutschland über die Frage der Militärkontrolle von den Alliierten gerichtet wer­den soll.

Paris, 2. Mai. Die gestrige Botschaster- konserenz dauerte von 111 rchr. Heber den Inhalt der an Deutschland zu richtenden Note

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r ES war in den Märztageu dieses Jahres, als die i peberzeugung, baß der letzt« Reichstag in gar Kur; | Betft mehr der Ausdruck des VolkswlllrnS sei, daß er i nicht- mehr seriigbringen würde, wie er nichts fertig i «bracht hätte, allgemein war. Die Regierung war vom Karlament schon seit Wochen mehr ober minder Unabhängig unb arbeitete mit Notverordnungen. Der Reichstag war prattisch ausgeschaltet. Tos Volk sehnte sich nach Neuwahlen, wenn bet Glaube an das Parla­ment als den tragenden polittschen Faktor im Reiche, der er doch nach der Verfassung ist, nicht ganz zusammen-

| ftnlen sollte.

Und nun soll morgen gewählt werden. Wer die Ber- ßirechungen und die reklamehasten Schlagworte in den Wahlplakaten liest, könnte annehmen, daß es eigenf- ftch ein Verbrechen ist, das deutsche Volk in einen Wahk- lamps zu stürzen, wo doch alle sich bemüht haben uno sich bemühen, mit den einfachsten Mitteln (und mit dem Munde sind alle Mittel einfach!)' das deutichr Volk zu retten. Tiefe Schlagwortpolitik rechnet »ffrio bar mit einem Pubblikum Hessen politischer Horizont so eng ist, wie es bloß bei einem völlig unpolitischen Volk Möglich ist. Doch wir wollen auf Beispiele verzichten. Immerhin ist der Wahlkampf, den der morgige Tao beendet, mit einer Ruhe verlausen, die mau aus früheren Jetten nicht gewohnt war. Kommt es daher, daß die »Opposition" sich jetzt aus Kreisen zusammenketzt, die ab- Wesek^n von den Radikalinskis weniger auf Radau ein­gestellt sind als früher? Eber daher, baß bas Volk selbst txm ganzen Parteien;anbcr überhaupt durchaus ab­lehnend gegenübersteht? Zweisellos ist das bet Falk pnd die Parteien haben ein feines Gefühl dafür. Noch nie hat man so sehr das Gemeinsame im Wahlkamps be­tonen hören, wie gerade jetzt denn allmählich hat auch Michel eingesehen, daß zum puren Leben wenigsten- eim gewisse Eintracht für uns notwendig ist. Doch was ßm das, noch kömpsen 23 sage und schreibe brei» Midzwanzig Parteien um bie Ehre und Ausgabe, Deutschlaich besseren Seiten entgegenzuführen.

i Wir sind ein unpolitische- Boll. Ein Boll, dar sich in einer solchen Lage 23 Parteien leistet, wo die Klar­heit des einen nationalen Willens alle Unterschiede üher- tnicken sollte, kann gatnicht anders gewertet werden. Doch daran ist nichts mehr zu andern. Wenn nur dir Par­teien nach dem Wahlkampf vergessen, daß sie Pa.t.nen sind, und das Vaterland wirklich über sich selbst stellen. Ln dieser Frucht sollte man sie erkennen. Aber der Wähler hat es schwer. Er so! Ijetzt entscheiden, wie bie Partei Han dein wich. Und die Ersahrung I ytt, ^a6 die Parteien nicht immer das getan haben, toaü i x Wähler von ihnen boraussetzten und was sie selbst ter» tzroch-n haben.

Darüber freilich wich maA sich flar sein müllen t! in unserer Lage weder ein Diktator, noch eine Partei imstande' sein wttd, von heute ans mor» -en bessere Zeiten herbeizuführen. Was in dieser Beziehung von den Patt eien im Wahlkampf versprochen wird, wird wohl von niemanden ernst genommen. Man tveiß seht genau, wie die einzelnen Patteien innerlich f ringeflettt sind, mögen ihre Programme noch so sehr l sich gleichen. Man weiß sehr genau, ob die eine Partei - trotz ihrer Betonung des Deutschtums, mehr international ; gerichtet ist ober mehr national. Es weiß sehr genau.

tote das Verhältnis zur Sozialdemokratie bei den bücger-- 'kichen Patteien sich abstust, obwohl ste vielleicht all« die­selben Worte im Munde führen. Man weiß auch, was bedeutet, wenn radikale Parteien zu Wahlzeiten ein­mal ihren Radikalismus nicht voll zur Schau tragen, »bet mit den schärfsten Mitteln zu mitten suchen, je nachdem eS paA.

Das Volk aber will Taten sehen. Unb mit Recht! Kann man eS ihm verdenken, wenn es Lus der Erfahrung gewitzigt skeptisch geworden ist, in feilten Betrachtungen über Parlament, Parteiwesen, Ver­sprechungen und Hoffnungen?

i Und dennoch gibt eS kein ande-es Mit­tel für jeden heute, auf bie Gestaltung des staatlichen Lebens Einfluß zu nehmen als tnit dem Stimmzettel. Das möge jeber be­denken, der aus Verärgerung, Interesselosigkeit, Trägheit morgen glaubt zu Hause bleiben zu können.

! Wir haben in den Wahlkampf selbst tn keiner . Weise angegriffen und eingreifen wollen, da eS nicht unsere Aufgabe ist, einer Partei zu bienen. Wir wol­len auch heute nicht für eine Partei werben

Tas aber möchten wir sagen: Daß bet deutsche Bürger kein Recht hat, nachträglich übet den Reichstag zu schimpfen, wenn et heute sein« Pflicht als Wühler 'versäumt. Mag man zu der Weimarer Verfassung stehen tote man will, und auch wir halten die Bismarcksch» Ver­fassung für bie einzig mögliche, ste ist geltendes Recht, und muß als soleches gewertet werden, und in ihrem Rahmen muß das deutsche Volk jetzt versuchen, sottzukommen. T,s heißt: Jeder Einzelne muß soviel Einfluß auf bie Fort­entwicklung der Dinge sich zu sichern suchen als a kann. Unb dazu dient ihm der Stimmzettel.

Freilich ist es dem Wähler morgen nicht leicht gemacht. Kn wählen. Der Wahlmodus ist etwas kehr kompliziert. Man mag überhaupt bedauern, daß die Verhandlungen über eine Aenderung unseres Wahlrechts nicht vor den Wahlen zu einem Abschluß sühtten. Aber nun ist es einmal so. Trotz allem:

Jeder muß wählen!

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Eine neue Forderung von de Metz.

München. 2. Mai. Nach einer biesigen Blatte» Meldung bat General de Metz bei bet bayrischen Re­gierung Schritte unternommen wegen Entlassung des von den rechtsrheinifchen Behörden unter bet 8* fchuldigung des Landesverrates verhafteten Separat listen namens Glichet aus Lauterecken,

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Marburg

Somteni. ito S. Hai

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