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OberhcUche 3citung

Zweites Blatt

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Die pikanten Gerüchte, di esich die Herren

'n ihr auf den Kurhausbänken erzählten, hat

r"'*v*- uu| uvu jvutyuusounren erzayuen, yai- »Handl« Mn keinen sicheren Boden, aber sie witterten sie leLfteJ Me Feinschmecker Houtgouf beim Mstd^ "

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haben Vorteil, wenn Sie Pf eine» & Billers Kaffee - Ellenz verwen­den. Sie bieten Ihrer Familie ein belfere* feine« Kaffee - GetrKnM und machen trofjdem Ertpamin«, Taufende von Haushalten haben diele Erfahrung gemacht, ein Ver* luch wird es Ihnen bestätigen«

Mldwemi.

Deutsche demokratische Parte«.

Weihe Servierhaube aufstecken würde und Mama ins Japanservice, das nur zu dem Zweck ge­laust zu sein schien, in einer GlaSditrine zu stehn, ^rauegeben würde, statt dieses entsetzlichen Zwie- Dekmusters, das in der Mainzer Straße chronisch Mle diese Widerwärtigkeiten machten Liane das Arbrn schwer und sie war immer froh, den Fit­schen der Mama einmal zu entschlüpfen, wenn ^gendjemand sie auf ein Landgut oder zu einer Äeise in die Schweiz einlud. Aber bis es Som- Mer tret, mußte sie sich in Geduld einhüllen.

morgens ans Bett, duldete Frau von Herwegh nur, weil Liane immer ein zartes Kind gewesen".Ja­wohl", sagte Liane,Lutz und ich wurden mit der Flasche aufgezogen, das rächt sich jetzt, für Ernst, DGI eine Amme da, deshalb steht er auch robuster dem Leben gegenüber wie wir. Und wenn Her­bert nicht erschienen wäre, wäre die Menschheit auch nicht ärmer."

Liane hatte sich endlich herbeigelassen, ihre Lchwägerin zum Tee zu besuchen, unter derBe­dingung, daß keineGesichter" dazu geladen wur­den. Sie kam allein.

wn der bisherigen Negierung gestellten Voraus- l- Setzungen wird keine deutsche Regierung auf sich

Nehmen können. Die auf dem Standpunkte der wirtschaftlichen Vernunft stehenden Kreise inner­halb der Entente werden sogar in einer steif- uackigen deutschen Regierung einen erwünschteren Bundesgenossen finden als in einer Regierung, die en vornherein in dem Verdacht steht, letzten Endes

Am zweiten Derhandlungstage sprachen Geh. Finanzrat ®t. Kitzler überWährung und Kre- 6tt, der Direktor der bahrischen Landesbauern- , kammer, Dr. Horlacher, über die .Forderung' gen der Landwirtschaft zur Handel«- und Zoll­politik". Als weitere Redner seien erwähnt der -Syndikus der Bereinigung der Arbeitgeberver­bände, Dr. Meißinger. Reichsfinanzminister Dr. Luther, Geheimrat Dr. Quatz, Ritterguts­besitzer v. Oppen, Geheimrat Dr. Tacke, Freiherr v. Wangenheim und Andeere.

Sämtliche Entschließungen wurden darauf an­genommen. Zum Schluß wurde das Ergebnis der Tagung folgendermaßen zusammengefaßt.

Das Bild, das die Verhandlungen der Haupt­versammlung von der Lage der deutschen Land­wirtschaft entrollen, ist außervrbentstch ernst. Der deutsche Landwirtschaftsrat warnt die Regierun­dringend davor, zu einer Regelung der Kriegskvn- tributivnen die Hand zu bieten, welche über di« Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft hlmurs- geht. Die Jahresleistungen, die der deutsche» Wirtschaft in dem Gutachten der Sachverständi­gen angesonnen werden, Hütt der deutsche Land» wirtschastsrat nicht für erfüllbar. Auf alle Fäll«' aber hält er die Regelung auf dem in diesem Gutachten vorgezeichneten Wege, abgesehen von der Höhe der Jahresleistungen, nur dann für gangbar, wenn die Voraussetzungen erfüllt werden, von' denen er im vergangenen Frühjahr seine Mitar«? beit an der ßßfung des ReparationSproble.nS ab­hängig gemacht hat: 1. Das gesamte Reparati­onsproblem muß endgültig gelöst werden; es mutz sich um den Abschluß des Krieges und nicht etwa nur um den der Sanktionen und der Ruhrbe­setzung handeln. 2. Die anzubietenden Pfänder müssen für vollwertig anerkannt und auf andere Pfänder muß verzichtet werden; den Verschlepp­ten und Verurteilten muß die Freiheit wiederge­geben werden. 3. die volle Souveränität des Deutschen Reiches, b. h. seine Gleichberechtigung dn Verkehr mit anderen Rationen muß sicherge- ftelst werden. 4. Deutschland muh die Freiheit In bet Gestaltung seiner Handelsbeziehungen wieder­erhalten. Die Gestaltung der Zölle und der Eisen- bahntarife darf nicht in die Hand des Ausland«« gegeben werden.

$Ml itnfiln LMMWmt.

Bremen, 26. April. Die Plenarsitzung des deutschen LandwirischastSrateS wurde gestern vom Präsidenten BrandeS-Althoff im Bürgerschafts­saale der Bremer Börse eröffnet. Der Präsident begrüßte die erschienenen Gäste, darunter ReichS- ernährungSminister Graf Kanitz, Reichsfinanz­minister Dr. Luther, Staatssekretär Hage­dorn, Ministerialdirektor Dr. Hoffmann, Mi- nisterialdirettor Dr. QuassowSki vom Ernäh­rungsministerium, Geheimrat Schulz vom Ver­kehrministerium, Staatssekretär Hamm vom Preuß. Landwirtschaftsministerium, sowie die Vertreter der Reichsbahn und der Reickspost, des Wirtschafts­ministeriums. des oldenburgischen Innenministeri­ums. des hessischen WirtschastsministeriumS, des ReichSarbeitS und ReichSwirtschaftSministeriumS, des mecklenburgischen Ministeriums und der Re­gierungskanzlei Bremen. Graf Kanitz hielt eine Rede, in der er u. a. darauf hinwieS. daß die inner6eutfcbe Agrarkrise Hand in Hand mit der Weltagrarkrise arbeite, ein Gefahrenmoment von größter Tragweste für die deutsche Zukunft. Die Verschuldung der Landwirtschaft durch Personal- kredite nehme ein bedenkliches Ausmaß an. An­gesichts des Ernstes der Stunde scheine die deut­sche Landwirtschaft vor zwei Aufgaben zu stehen: 1. Organisatorischer Zusammenschluß und Schlies­sung der Reihen, um die berechtigten Belange wirklich durchsetzen zu können und 2. als selbstver­ständliche Erkennung der wirtschaftlichen und des­halb nicht minder patriotischen Aufgaben fteu- dige. stets opferbereste Bejahung der Staatsnot­wendigkeiten. die heute wohl mehr denn je in zwei Worten:Raftvnale Disziplin" zusammenge- faßi werden können.

Aach der Rede des Ernährungsministers über- brachte Staatssekretär Hamm die Wünsche der preußischen Regierung, vor allem des Lanbwirt- schaftsministers Wendorff, der durch eine Krank­heit am Erscheinen verhindert sei. Hamm gab u.a. der Hoffnung Ausdruck, daß es in Preußen gelinget würde, für die Zukunft zunächst jähr­lich 1520 000 Morgen Moorland zu kultivieren. Im geschäftlichen Teil der Tagesordnung wurde als zwester stellvertretender Vorsitzender Geheim­rat Sreiger-Dresden und als Mitglied des stän­digen Ausschusses Freiherr v. Maltzahn-Motzow gewählt. M. a. stand zur Verhandlung das Thema Die außen- und innerwirffchastliche Lage der deutschen Landwirffchaft. Hierzu sprachen Geh. Regierungsrat Dr. S e r i n g-Berlin und der stell­vertretende Direktor der preußischen Hauptland- w nschaftskammer, Oekvnomierat Ke ise r-Be kin.

" Weiterhin blickt man mit einer gewissen Besorg- Bis auf den Ausfall der Wahlen in Deutsch- tanb, von deren Ergebnis man eine Umstür- l au n g der bisher von der Reichsregierung ge- Mhrten Außenpolitik erwartet. Diese Angst geht | aus einer starken Ueberschätzung der Zwangsläufig- g-feiten hervor, in deren Zwang jede aber auch jede I Rcichsregierung sich bewegen mutz. Das Sachver- Eständigengutachten, so unmöglich es in seiner | augenblicklichen Gestalt auch ist, wird und kann ' keine Rcichsregierung, auch keine Rechts- - Regierung, von vornherein als Verhandlungs- Nundlage zurückweijen. Auf dem Boden dieser Stellungnahme wird den bisher in der Macht be­findlichen Regierungsmännern auch jede etwa kom­mende Reichsregierung folgen. Absolut unmög- fiche Forderungen unter Nichterfüllung der auch

Ja. wahrlich, Liane würde doch einmal einen Prinzen oder einen Jndustriemagnaten heiraten...

And wenn mst'S mal ganz übel geht, mach' ich einen Laden auf," sagt edie Schwägerin,und lehre euch Rlänner behandeln..."

Z r jeder neuen Toilette trug Liane ein neues Schmuckstück. Es war ein Glück, daß sie dichten konnte, sie erfand nicht allein Kleider, sondern cusch Verse in wundervoll hinreißendem Rhhth- nus und einer glutvollen Sprache, deren Poesie man der kühlen Liane nicht zugetraut hätte.

Liane lächelte ihr undurchdringliches Lächeln. Sie dichtete, gewiß, aber sie hatte von diesen Ge­dichten noch nie viel mehr gehabt, als die Ehre, in einem modernen ästhettschen Blatt gedruckt zu werden, das nur ein auserwählter Streik sich hielt. Uni) Piche Blätter pflegen meist schwlecht oder gar nicht zu bezahlen.

Ihre Mutter glaubte, daß Liane in der Pferde­lotterie gewonnen habe. Herbett hatte immer solckie zerknitterte Lose in seiner Hosentasche, die er Gott und der Welt anbot und auf die doch ein­mal einer oder der andere hereinfiel.

Liane und Lutz waren eben Glückskinder.

G:ete glaubte nicht an dieseLotterie". Diele :sel umgaben Liane. Dieses Prinzessinenleben, das Liane fühtte, man brachte ihr schon den Tee

hast

287t

Nr. 101

Mittwoch, 30. April

1924

Augenblicklich interessierte Liane Rafsenhhgiene. Sie war seit einiger Zeit von dem hohen Adel ab- gekmnmen und zu der Wissenschaft übergegangen«

Wer gibt dir denn diese Bücher, Liane?" Ein Freund", sagte diese ruhig. ; >

Ein Freund. Eine märchenhafte Perspektiv« tat sich vor Grete auf. Der arme Rickert war e« sicher nicht. Der hatte ja auf ihrer HochzeU von Lianc einen Korb bekommen. Sie hatte ihm et Härt-Wir paffen nicht zusammen, Herr Doktor, Sie würden mit mir sehr unglücklich werden, denn ich tauge ebensowenig zur Ehe, wie Sie zum Jung- gefclkn. Verheiraten Sie sich recht bald und tragen Sie meine Offenheit Mama nicht nach, denn )ie liebt Sie nun einmal."

Sie hatte mit dem armen Rickett auf gute Kameradschaft angestoßen, aber dieser hatte nur hr Glas mit dem seinen leicht berührt und es daim weggesetzt, und war bald darauf still gegangen.

Er war tödlich geftänkt.

And wie das so ist bei den Gutmüttgen, es Ilauert lange, bis sie gekränft sind, aber sind sie es einmal, so kann keine Macht der Well sie wieder umstimmen. Er kündigte seine Wohnung Ecke Mainzer Sttahe, verzog in die obere Taunus- ttaße und schickte Frau Kollin seine Rechnung, die übrig.-nS recht bescheiden ausfiel.

(Fortsetzung folgt.)

Nachdruck verboten.

Die Hevrveghs.

Roman von Liesbet Dill, '.irh.berrccht bei M. Feuchtwan^r, Halle a. S.

16. Fortsetzung An solchen Morgen überlegte sich Liane,wäh­rend sie sich die Strumpfbänder an den schlanken

MKa» »-itiMSec fc - jede Forderung zu bewilligen. Besagt doch die bisherige Haltung Frankreichs, wie sie soeben erst wieder in der Note zum Sachverständigengutachten zum Ausdruck gekommen ist deutlich, dätz jede Hin­nahme des Unerfüllbaren zwecklos ist, weil Frank­reich im Augenblick der Nichtleistung aus Unmög­lichkeit wieder mit seinen allbekannten Druck­mitteln beginnen würde. Die in Richtung der Wahlbefürchtungen sich bewegenden Bedenken der ausländischen Presie dürften zudem auch im wesent­lichen ein Niederschlag gleichzeitiger Stimmungs- äutzerungcn aus Deutschland selbst sein, die wieder­um unmittelbare Wahlzwecke verfolgen.

Sehr ernst zu nehmen find dagegen die Be­dingungen, die Morgan als Vertreter bet internationalen Hochfinanz für den Fall der Be­gebung einer Anleihe stellt. Die allgemeine Rege­lung sämtlicher interalliierten Unstimmigkeiten einschließlich der Schuldenfrage bedeutet als Vor­bedingung für eine Reparationsanleihe, deren Her­gabe wiederum die Grundlage für den Sachverstän­digenplan ist. eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit. Wenn die internationale Finanz, wie es den Anschein hat und wie es vom geschäftlichen Stand­punkte al? auch berechtigt ist, eine Regelung im Geiste eines wirklichen freundschaftlichen Zusam­menwirkens fordert, so dürfte gerade Herr Mor­gan, der Bankier Frankreichs, wissen, datz Frank­reich ganz andere Ziele als die eines Wie­deraufbaus im freundschaftlich:» Geiste verfolgt.

Die Hoffnungen, die angesichts dieser Hemmungen übrig bleiben, sind also wirklich nicht v l l z u groß. Die Betonung der Notwendigkeit eines gedeihlichen Zusammenarbeitens, an die sich alle Hoffnungen knüpfen, ist immer noch so normte, genb formaler Natur, datz der sachlichen Entwick- lung und Ausreifung kaum Raum gelassen wird.

Lest ihr nut eure Leihbibliotheksromans mit den Wanzen, ich will das Leben kennen fernen.

Aber ist das nicht gefährlich?" fragte Grete.

Liane zuckte die Achseln.Einige tauchen un-

r."

2696

Deutsche Demokratische Partei hielt am Montag, 28. Avril, ihre zweite öffentliche Wahl­versammlung ab. Professor Rade gedachte in den Eröffnungswotten des ttagifchen Todes Helf, ferichs, der einen Verlust für dos polittfche Deutsch­land bedeute. Redner des Abends war ©tu* dicnrat Dr. Schwarte» Weilburg. Sein Thema war: Gegen Radikalismus! Politik b«r Vernunst oder der Katastrophe?" Der Redner sprach aus dem Drang nach Wahrheit und Klarheit, mit dem Willen zu äußerster Sachlich* kell. Er stellte die erhabenen Gebaken eines Fichte, Stein und Gneisenau hinein in die Schwer« der Gegenwart: Klare Besonnenheit, Einsicht la unsre Kraft und die Mittel zur Rettung! Also eine Politik des Verstandes ist notwendig. An folgenden Tatsachen kann kein Politiker vorbei! 1. der verlorene Wellkrieg, 2. der verlötens Ruhr­krieg, 3. der Zusammenbruch der Monarchie 1918. Es wird kein Aufatmen geben, ehe nicht die Ket­ten des Vettrages von Versailles gesprengt sind. Diesen Kampf können wir nur führen mit mvra-

5« MMMA IlMikümll».

Leipzig, 26. April. In den letzten Tagen wurde fiter der Evangelische Reichselterntag ab- gehalten. Etwa 300 Bettreter der evangelischen Ellern- bünde aus ganz Deutschland waren erschienen. Da« Hauptrefevat über bas Thema:Staatsrecht und Elternrecht" hi-lten Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Weymann aus Berlin und Genevalsuperintendent Dr. Zöllneraus Münster in Westfalen. Die Ausführungen beider Referenten wurden in Leitsätzen zusammengefatzt, dte u. a. besagen, daß die Erziehung her Kinder zur ätschen Tüchtigkeit in der Reichsverfassung als na- türliches Recht und.oberste Psticht der Eltern anerkannt H Diese Anerkennung bedinge, daß den Eltern die Möglichkeiten gewähtt werden müssen, ohne die feine Erzrekungsausgaben durchgeführt werden können Das Rechtder Eltern auf E i»fl« ß a u f di^S ch u le und namentlich Schutz gegen störende Eingriffe in die elterliche Erziehungstätigkeit müsse gewährt wechen. Dann btelt Lehrer D i e s e n e r aus Berlin einen Bottvag über das ThemaAbbau". Der Redner forderte, daß der Abbau, der eine Folge des Rückgangs der Schülerzaht und der Sparmaßnahmen fei, nicht mit Rücksicht auf die politische und konfessionell Gesinnung erfolgen dürfe. Marter Görnandt aus Magdeburg sprach zur Frage der weltlichen Schule. Er forderte die anwesenden Elternbünde auf. olles zur Erhaltung der evan- ge Irschen Schule zu tun. Pastor Götzeaus Braun- schwelg forderte in einem Vortrag über:Die Sicherung des Religionsunterttchts in bei Grundschule" die Lehre des ungekürzten Evangeliums im Religionsunterttcht für alle evangelischen Kinder. Ferner sprach sich der Redner gegen den Moralunterricht ans, der die christ- ltche Religion gefährde.

Hebei d.' christliche EUerybewegung wurde mitgeieill, baß sich die Zahl der Ortsgruppen seit 1923 per doppelt habe. Der Reichselternbund zähle jetzt 4618 Ortsgruppen mit über 2 Millionen Mitgliedern Eine halbe Million der Mitglieder entfalle aus Sa ch sen. In Schlesien bestehen 1125 Gruppen. In Berlin ist die Zahl von 110 auf 230 gestiegen. Schließlich

A cbcr Lianes Vergangenheit zerbrachen sich die Männer den Kopf, die anderen, die sie kann­ten, schwiegen.

Grete hatte den Teetisch im Salon gedeckt, vor dem Gaskamin, und ihr feinstes Service aufge­stellt. Aeberall lagen frische Spitzendecken ausge- breitet und dufteten Orchideen in hohen Gläsern.

Das Teewasser siedete in dem zierlichen sil- bernen Kessel, denn Liane ttank nur selbstberei- teten Tee. Das Wasser mußte erst wallen, die Teekanne durste um Gottes willen nicht aus Silber fein, denn lonll schmeckte der Tee nach Putzpvmade, und die Porzellankanne mußte erst mit kochendem Wasser ausgespült werden. Der Tee wurde nach dem ersten Aufguß rasch wieder abgegossen und von dem Staub besteit, dann erst goß Liane das kochende Wasser tropfenweise auf den Tee, es wurde ein köstliches Gettänk. Das ganze Zim­mer duftete danach.Don btr kann man wahr­haftig noch etwas lernen," sagte Grete.

And dieses Teekleid von Liane, wie eS ihr um die feinen Schultern floß! Ein Gedicht aus gelb­lichen Spitzen, rosig getöntem Chiffon unter blaß- grünem Crepe de Chine, an der feinen Taille steckte ein Bukett violetter Parmaveilchen. Ach ja... wenn Grete doch einmal day Geheimnis dieser Toiletten ergründet hätte, die sich Liane selbst erfand. Sie waren zwar nur lose geheftet, und auf die Hüte steckte sich Liane meist erst im Wagen die Reiher mit Stecknadeln fest. Ehe sie Liane kannte, hatte sie diese unvergleichlichen Gewänder als..vonMetzer an der Kurpromenade" stammend gehalten, dem Hoflieferanten, der nur für ErlerS und Amerikanerinnen und die ganz großen Kokotten arbeitete. D en anderen Sterb­lichen war er zu teuer.

Warum könnt ihr denn nicht eure paar Fähn- chen selber zuschneiden?" sagte Liane, in die seide­nen Kissen hingegossen. Ich brauch das nicht zu können..,^ - v- - . >

1 Politisch sieht man für die Weiterentwicklung anfc Verwirklichung der Gutachterdenkschrift Zwei Gefahrenguellen. Die englische Presie Mer Schattierungen, abgesehen von einigen Blat­tern der traditionellen Franzosenfreundschaft, zei- ftn an der französischen Stellungnahme, die sie den 5t wesentlichen einheitlichen Aeutzerungen der 11 Ihrigen Ententemächte entgegenstellen, die deut- i fiwe Absicht, alle Türen für eine Weiterführung der bisherigen Politik offen zu halten. Die unselige Kcrquickung der Reparationsfrage mit der angev- ftch notwendigen .Sicherung" ist auch hier wie­der Schuld an der Unmöglichkeit einer Entwirrung. Bezahlen kann nur ein lei ft unge­fügiges, d. h. erstarktes Deutschland. Die Erstarkung mutz aber aus Gründen der franzö- fischen Sicherheit, d. h. um den Zustand der augen­blicklichen Versklavung aufrecht zu erhalten, ver­hindert werden. Die Frage der Wieder Her­fi ellung der Wirtschaftseinheit, die Rückgabe der deutschen Eisenbahnen, hie Verfügung stber die deutsche Pro - du k t i o n, alles das find Probleme, die zwar für ein Land, das Kriegskontributionen eintieiten und Hann den besiegten Gegner in Ruhe lasten will, Mr leicht zu lösen sind, nicht aber für ein 40 Mil- Lvnen-Volk, das mit Hilfe feiner Vasallen in alle Ewigkeit einen Volksblock von annähernd 100 Mil­lionen unter seiner Hörigkeit halten will.

, Meinen befestigte, ob sie dc»ch nicht besser einst- *' 2« **ilc Doktor Rickett geheiratet hätte. So ost We ihre Freundin zum Tee bei sich sehen wollte,

SiSmira Mb ftmnnti.

f Die Presie bet gesamten politischen 'N Betracht fcmmenben Welt ist augenblicklich damit beschaf- Mtt auf Grund der Antworten der Entente-Mächte die'Zukunftsaussichten des Sachverstan- tzegengutachtens zu erörtern. Datz dabei ein starker Optimismus vorherrscht, kann nicht gerade be- Vtuptet werden. Das Kapitel des jüngsten Ee- ^ichtsabschnittes, über welchem die Ueberschrift ^eparationsfrage" steht, ist in feinem bisherigen Verlauf auch nicht.dazu angetan, Hoffnungen zu er« »ecken. Man braucht sich nur der groyen Erwar- jengen zu erinnern, mit denen die gesamte Welt ausschlietzlich Frankreichs, das damals wie heute «Lein Weg und Ziel der ihm vorschwebenden Po­litik kannte, in die Zeitspanne der großen Kon- fertnsen eintrat, die mit der grellen Fanfare Pom- jierö und die Ruhr abschlotz. Znzwischen ist sehr i«iel Wasier den Rhein heruntergeflosien. Die we­sentlichsten Ziele und Methoden der französischen Politik haben sich so aller Hüllen bloß gezeigt, datz iean heute bester als vor Zähren französische Noten Md das, was hinter ihren Worten steht, zu lesen

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wurden {Referate über die schulpolitischen Ausgaben ge­halten. Hierüber berichtete Direktor Linderer, lieber die Stellung der Lehrer zu den Elternbürchen sprach Rektor Krüger auS Hannover. Ein Teil der Lehner stehe den Bestrebungen nicht günstig gegenüber. Das liege aber nicht an dem Mangel an religiösen Em­pfinden der Lehrer, sondern an der Befürchtung, daß die geistliche Schulaufsicht Iviederkomme.

Der Reichselterntag nahm schließlich eine Anzahl Entschti'»,. nxen er Dann hnr * vor allen Dingen ein Reichsschulgesetz gewünscht. Ferner wurde gesordett, die Herstellung verfassungs­mäßiger Zustände im Braunschweiger Schulwesen. In einer anderen Entschließung heißt es, baß, die Ellernbünde mit Sorge d« Gefährdung der evangelischen Schulinteressrn durch den Lehrerabban empfinden. Ferner wurde betont, daß der Kampf um die evangelische Schule hoffnungsvolle Erfolge erzielt habe und daß er zum vollen Siege führen toere.

1 Groß und elegant flieg sie aus dem Wagen, Wmma ttß die Tür auf wie vor einer Fürstin, und * yvj ta ersten Stock hoben die Schreiber ihre Rasen ,TCU fcon den bestaubten Akten, Liane kannten sie alle dvn der Kurhauspromenade her. Die Atmosphäre des Geheimnisses umschwebte sie wie ein Par-

e tzab es jedesmal vorher mit Mama eine Szene. PfS Lnd diese Kämpfe, ob Lianes Zimmer geheizt il \ Serben konnte, ob die unbelehrbare Sri na die