Zweites Blatt
Die Reirhsregiermg zur MstkgMhl
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Niederlagen in allen Stadtt eilen
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Nidüs wirkt hüßüäier
von und Eck« im euch
nicht aufgelegt. Allerdings trifft es zu. daß die See ratungen über die Beteiligung an dieser Anleih« chon ziemlich weit gediehen find. Insbesondere oird von amerikanischer Seite nachdrücklich für dis Beschaffung der notwendigen Geldmittel gesorgt, und nach der jetzigen Erklärung des amerikanischen Präsidenten, daß die Regierung selber wünsche, daß >as amerikanOhe Kapital sich an der Wiedergene« una Europas beteilige, haben diese Bemühungen auch einen sehr starken realen Untergrund. Zn diesen Tagen werden gleichzeitig in Paris und iH London die ersten Vorberatungen mit amerikanft chen Finanzleutrn über die technischen Einzelheiten der Anleihe stattfinden. Man erwartet, daß viel« leicht noch im Laufe dieses Monats dann auch in Berlin selbst derartige Verhandlungen geführt werden können. Im ganzen kann nach dem Heu- tigen Stand der Dinge gesagt werden, datz die in Aussicht genommene Summe von 800 Millionen Eoldmark schon heute ziemlich gesichert erscheint. Mindestens etwa 100 Millionen Eoldmark werden voraussichtlich von dem neutralen Ausland übernommen.
Herwegh war jetzt viel unterwegs.
In Eppenhausen war immer etwas los. Enr- weder streikten die Arbeiter oder sie hatten untereinander Streit, oder die Aktionäre sträubten sich vor den kostspieligen Wohlfahrtseinrichtungen.
Man berief den Anwalt fortwährend dorthin, denn nur ihm gelang es, die Arbeiter Wieder an ihre Plätze zurückzuführen, er hatte Einflutz auf die Leute,' er verstand sie zu nehmen, und sie suchten, wo sie konnten, seiner habhaft zu werden, um ihm ihre Familienzwiste vorzutragen, oder ihn um Rat zu fragen in juristischen Angelegenheiten.
Die Hauptsache war, datz die Fabrik jetzt arbeitete. denn die Aktionäre erwarteten von ihrem Geld auch endlich Leistungen.
Herwegh hatte seine Arbeit allmählich liebgewonnen. denn sie brachte ihn den Menschen nahe. Wie vielen hatte er schon den rechten Weg gewiesen, in wieviel zerrüttete Ehen hatte seine Hand rettend eingegriffen, er kam sich oft vor wie ein Arzt.
Wenn er dann abends hinaufkam in seine helle, blumengeschmückte Wohnung, lietz er alle Sorgen hinter sich und setzte sich an seinen Blüthnerflügel und spielte Bach.
Bei den Klängen seiner herrlichen Fugen wurde er über alles Irdische hinweggetragen. Und diese Fugen hatte der alte Meister als Uebungen für seine Schüler geschrieben'
Ich bin doch ein glücklicher Mensch, dachte er. Die Hypothekenangelegenheiten und die Verwaltung der Gelder hatte er allmählich dem Bürovorsteher Bantelmann überlassen müsien, einem etwas verknöcherten Beamten, der zwanzig Jahre auf dem Ehrlichschen Büro Vorsteher gewesen war.
Der Zulauf, den allmählich das Herweghsche Büro hatte, überraschte am meisten den alten Goldenberg. Auf diesen Erfolg hatte er nicht gerechnet, aber Lutz hatte ihn vorausgesagt, und die Prophezeiungen dieses jungen Mannes pflegten meist in Erfüllung zu gehen.
Diese milde Stimmung benutzte Lutz zu einer neuen Anleihe. Und der Alte gab sie schlietzlich unter der BedinguM, datz Lutz einen Posten Ziga
retten übernahm, „Marke Neptun", der er linksrheinische unterzubringen hatte, denn auf dieser Rheinseite war die vorzügliche Marke bereits be» kannt. Sie hatte insofern mit dem Meeresgott etwas zu tun, als sie auf der Ueberfahrt natz gs» morgen waren, sie waren aber wieder getrocknet, und Goldenberg besatz einen Waggon davon.
*
Das große Ereignis, auf welches das Whistkränzchen spannte, lietz »»dessen immer noch auf sich warten. _ „ „
„Wie steht's denn bei der fungen Frau, Fraulein Schmidt? Immer noch nix in Aussicht?"
als eine unreine Haut l Pickel, Mitesser, Pusteln und «He sonstige Hautunreinheiten beseitigt die Aok - Seesand-Mandeikleie, die einen wunderbaren Teint nut einem mattschimmernden, pUr- siebartigen Hauch herverzaubert. Ächten Sie au! den Namen , Ä o k *. UeberaH zu haben.
Die Herweghs.
Roman von Liesbet Dill.
* Urheberrecht bei M. Feuchtwan-^r, Halle a. S.
14. Fortsetzung
Die Eppenhausener Ziegelei arbeitete 'hrem Bankerott entgegen.
Seit Ernst als juristischer ‘Beirat im AufsichtS- tat einen Einblick in die Geschäfte bekommen hatte, ß°h er. datz nur eines helfen konnte, nämlich die Konkuricnzfabrik aufzukaufen und sie mit der an» tervn zu vereinigen. Winterich war dagegen, und die enberen Aktionäre hatten keine Lust, noch mehr Geld In dieses zweifelhafte Unternehmen zu stecken. V inter ich schlug vor, eine bessere Konjunktur ab- zuwarlen und die ungeduldigen Aktionäre einst- veilen mit drei Prozent abzuspeisen.
Aber Herwegh war nicht für solche Flicke- Kien. Er gab den Kampf so leicht nicht auf, wochenlang gingen die Verhandlungen hin und her. kiS endlich eine Generalversammlung über das Schicksal der Fabrik entschied. Er hatte die meisten Stimmen auf seine Seite bekommen, und der Kauf der zweiten Fabrik wurde beschlossen. Sie war nicht billig, der Unternehmer, ein Verwand- fct Goldenbergs, war fest bei seinem hochge- ßhraubten Preise geblieben.
Winterich legte sein Amt als Leiter nieder »nd kündigte die Hypothek.
Das war ein schwerer Schlag. Herwegh hatte ihn aber erwartet. Die beiden, Kaufmann und Zurist, standen sich von vornherein als Gegner gegenüber. Herwegh sah die Gründe der fortwährenden Streiks der Arbeiten in ihrer Unzufriedenheit mit den elenden Wohnungen, in denen sie lebten. In Eppenhausen wurde so gut wie gar nicht gebaut, man flickte an den alten baufälligen Häusern herum, kroch unter, wo gerade Platz war, das Städtchen vergrößerte sich nicht.
Wirtschaftliches.
Anzeichen der Besserung.
Von unserem wirtschaftspolitischen Mitarbeiter wird uns geschrieben: Die gegenwärtige Vör^'n- lage steht in einem geradezu grotesken Widerspruch zu den allenthalben sich geltend machenden Anzeichen der Besserung auf so ziemlich allen Wirtschaftsgebieten. Wäre nicht eine katastrophale Kreditnot. die durch die jüngsten Vorgänge auf dem Geldmarkt noch verschärft worden ist, so würden wir ganz zweifellos in eine neuerliche Blüte unseres Wirtschafti-ie.ens hineinkommen. Als einige dieser Anzeichen wirtschaftlicher Besserung wollen wir für heute nur folgende nennen: Die Förderung an Kohle hat sich im letzten Monat ganz erheblich ge- beffert. Im Frieden hatten wir durchschnittlich im Ruhrgebiet 9 Millionen Tonnen Kohlenförderung im Monat, im Monat März hatte di- Eesamtförde- rung 81/ Millionen Tonnen erreicht. Zm mitteldeutschen Braunkohlengebie! wurden ebenfalls im März über 8 Millionen Tonnen erzielt gegen etwa '1VA im Monat Februar. Die gleiche Zunahme ist bei der Brikettförderung zu beobachten. — Die Sparkasseneinlagen, die immer ein Gradmesser für die wirtschaftliche Situation waren, beliefen sich im
Von den Wohlfahrtsbestrebungen Herweghs aber hielt Winterich nicht viel, wenigstens würde dabei nichts Ersprießliches herauskommen, weder für die Aktionäre, nett) für Herwegh, denn Dank hatte man dofch nie davon.
Aber Herwegh beanspruchte keinen Dank.
Er hatte billiges Gelände erworben, und die kleinen Häuschen der neuen Kolonie begannen aus dem Boden ernpvrzuschiehen wie frische Pilze. Am brauchte man dazu neues Kapital.
Sein Schwiegervater wollte nichts mehr von dieser Fabrik hören, aber Goldenberg fand sich endlich bereit, die Hypothek zu stellen.
Ernst führte ihn durch die Fabrik und zeigte ihm die neuen Anlagen. • Wenn alles gut ging, kein Krieg kam und kein Streik, konnte man in einigen Jahren zehnfache Prozente verteilen.
„Und wenn wir auch nichts daran verdienen, so haben wir doch etwas Gutes damit getan," schloß Ernst. Und er wies auf die weißen Arbeiterhäuschen der neuen Kolonie, die frischgestrichen in der Sonne glänzten. u
„Tun Sie niemals etwas Gutes, mein Lieber, sagte Goldenberg, „wenn Sie sich vor Kummer fürchten." Und er überschlug im stillen, wie lange sich dieses überlastete Unternehmen wohl über Wasser zu halten vermöge und wie lange er seine Hypothek darauf stehen lassen würde. Er übernahm ein paar Aktien, die jetzt sehr niedrig im Kurs standen, im übrigen aber lietz sich Goldenberg nicht durch einen jungen Enthusiasten blenden. Seine Hypothek war eine Hilfe, aber sie genügte nicht. Und andere Freunde des Unternehmens wollten sich jetzt nicht finden. Ernst selbst sah sich im Besitze großer Mittel, die Klienten drängten ihm das Geld ja auf. Sollte er es in dieses neue Unternehmen stecken, statt es in Hypotheken anzulegen? Diese Sorgen warfen ihre Schatten auf feinen Weg. Er konnte an gar nichts anderes mehr denken.
Weshalb sollte er die Summen, die man ihm anzulegen überlieg, nicht in diese Fabrik stecke», die et für sicher genug hielt, um ihr sein ganzes eigenes Vermögen amuvertrauen?
Nr. 98
Montag, 28. April
1924
beiden?"
„Wie meinst du das, Mama? fragte
Fräulein Schmidt schüttelte betrübt den Kopf, als sei sie selbst mit daran schuld. Gretes Mutter nahm diese Frage merkwürdig leicht. Aber „die Kollin" hatte es in ihrem Leben noch zu keiner eigenen Meinung gebracht und waghe der Tochter nichts zu sagen. Eines Sonntags nahm Frau Herwegh ihren Sohn zwischen Mittagessen Kaffee, in der Stunde-, da sich jeder in seine zurückgezogen hatte und Mittagsruhe hielt. Gebet. „Wie steht's denn eigentlich mit
Reparationsfrage, zur ® e fr e*u ü 8 unserer Brüder an Rhein und Ruhr gelangen. Auch die Vorschläge der Sachverständigen fordern von uns die allergrößten DPjer. Aber sie wollen die uns bedrückende milt- lärische Gewalt ersetzen durch Grundsätze und Forderungen wirtschaftlicher Vernunft. Das bedeutet für uns als wehrloses Volk einen Fortschritt.
Zeigen die Gegner dieser Politik einen anderen Ausweg aus unserer Bedrängnis? Rein, sie beschranken sich darauf, die Arbeit der Reichs- regierung herabzusetzen und gegen die Gutachten der Sachverständigen die Volksleidenschaften aufzu- peitschen. Was wäre die Folge, wenn ihnen die Möglichkeit geboten würde, ihre Worte wahr zu machen und nack ihren Methoden das deutsche Volk zn regieren? Die Folge könnte nut fein: bedingungslose Unterwerfung mit Hinnahme neuer schwerer Demütigungen, oder der Krieg c gen die ganze Welt. Wer unser deutsches Volk wirklich liebt, der wird alles daran fetzen, um es vor diesem Schicksal zu bewahren. Nur das ist wahrhaft nationale Politik!
Darum, deutsche Männer und Frauen, gebt nicht den Leuten Eure Stimme, die unter den 23 verschiedenen Parteien Euch die größten Perspre- chungen machen und Euch in der Stunde der Gefahr im Stiche lasten! Prüft sorgsam ob Ihr Eure Stimme einem Bewerber gebt, der von Beran t w o r t u n g s q e-f u h l burd)br ungen, die Eewäkr für die Erhaltung des Friedens bietet. Nur dann wird die Währung vor neuem Verfall und die Wirtschaft vor endaul- tigem Zusammenbruch gesichert sein. Nur dann werdet Ihr einer. Reichstag bekommen, der den Frieden bewahrt und Arbeit schafft, der Freiheit erringt und das Reich erhält.
Ein harter Kampf wird am 4. Mai ausgefoch- ten werden. Zu diesem ruft das Vate:land auch den letzten Mann auf. Deutsche Männer und Frauen! Erfüllt alle Eure Ehrenpflicht! Es gift Deutschland, es gilt den Frieden, es gilt die Freiheit, es gift das Glück unserer Kinder!
Die Reichsregierung.
Der AttmIluiMiit Her KeiM.
I Berlin, 25. April. Der Reichspräsident har tuf Vorschlag des Reichspostministers die Mit- fllieter des BerwallungSrateS bei der Deutschen Le'.chspost ernannt. Cs gehören dem Verwaltung-;, tat an sieben Mitglieder des Reichstages: Steinkopf (Svz), Benter (Soz.). Allekotte (Zentr.), Dr. Most (D.B.P.). Bruhn (SntL), Delius (Dem.). Leicht-Berlin, Dr. Sommer-Berlin, Möhner-Mün- chen. Graf v. Holtzendorff-Berlin, Külin-Stutt- gart, Schumann-Hamburg, Boden-Berlin, ein Bet« freier des Reichsf nmzministers, Dr. Auer-Berlin, «l’ten Bertr tit des P stperftnais: G nl-kr (Prä- fifcent), Kieselbach (Oberpostdirektor), Hotz (Mini- flerialrat) Rottacker (Postrat), Kugler (Postkekre-- Mr). Kolshorn (Telegraph?nsefteiär), Wichmann ( Wostinlpektor), neun Vertreter der Wirtschaft und beS Beriete# ■ Grühfeld-Berlin, Maurer-Pforz- heim, Klöckner-Ldttringhausen. Gulten-Chemnitz, Dr. Bamberger-Mainz. Dr. Wausch-H.rnnvver, Graf von ter Schulenburg-Grünthal (Mark), Dr. Helbt-RegenSburg, Schumann-Berlin.
Der BerwaltungSrat wird in den ersten Tagen des Mai zusammentreten, um den Etat der ReichSpost zu verabschieden.
Zm Rahmen des neuen ReichSpostuniernehmenS fft der BerwaltungSrat nach dem Reichspostmini- |et die wichtigste Instanz. Er übernimmt olle Ausgaben, in die sich bisher die parlamentarischen Instanzen (Reichstag, ReichSrat) und der Ber- kehrsbeirat geteilt haben. In allen wichtigen Fragen ist der Reichspostminister an die Zustimmung des BriwaltungsrateS gebunden. Stimmen der Re ichspvstmi nister und der BerwaltungSrat nicht fitere in so bleibt dem Reichspostminister nichts weiter übrig, als an die Entscheidung des ReichS- knbinettS zu appellieren.
Berlin, 26. April. Tie Eeichsregiernng veröffentlicht folgenden Aufruf:
gln das deutsche Volk!
Der Wahltag am 4. Mai ist Schicksalstag für das deutsche Volk. Der neue Reichstag wird über Gedeih und Verderb unseres Reiches die Entscheidung fällen rnüsten.
Als Reichsregierung ist es unsere Pflicht, allen Volksgenosten die Bedeutung dieser Reichstagswahl eindringlichst vor Angen zu führen. Wir vergessen zu schnell' Denkt zurück an die Zeit der wahnwitzige.. Geldentwertung! Erinnert Euch an die Tage des vergangenen Jahres, wo aus den Tausenden die Millionen, aus den Millionen die Milliarden und aus den Milliarden die Billionen wurden Da war das Ende nahe. Da standen wir wirklich vor dem Verderben. Wehe, wenn damals der drohende Umsturz von rechts und links die Oberhand gewonnen hätte! Wir find nicht in den Abgrund gestürzt, mir sind nicht der Verzweiflung zum Opfer gefallen. Die Staatsgewalt hat sich behauptet, das Reich ist nicht zerbrochen. Aber alles haben wir daransetzen müsten, um im letzten Augenblick mit äußerster, fast schon versagender Kraft den Zusammenbruch aufzuhaften.
Große Opfer hat die Rettung vor dem Untergang gefordert, und wir werden noch weiter schwere Lasten auf uns nehmen müsten, ehe wir wieder ganz gesicherten Boden unter den Füßen haben, aber wir haben doch wieder die feste Mark. Die entsetzliche Arbeitslosigkeit ist tm Schwinden. In Staat und Wirtschaft, in Gemeinde- und Einzelhaushalt können wir wieder mit Soll und Haben, mit festen Einnahmen und Ausgaben rechnen.
Ernst und eindringlich aber fei es gesagt: Jedes Abirren von dem von uns beschrittenen Wege der Ordnung und Vernunft wird das Ende des Reiches, das Verderben des Volkes fein! Nur durch Arbeit und Opfer werden wir den Weg aus dem Elend in die Freiheit finden.
Tagung der Städteverbände.
Der Deutsche Städtetag und der Preutzische Sfadte- «6 haben in diesen Tagen in Berlin ie eine Vor- ßandssitzung abse halten. Der Deutsche Städtetag be- Woh dabei seine diesjährige Mitgliederversammlung, hu Herbst in Hannover abzuhalten. Dabei sollen die E-age der Selbstverwaltung und die Gold- und Kredit- »eibältnijfe der Städte besonders besprochen werden. Der Vorstand de» Preubische» Städtetages nahm in Buer Sitzung u. a. Stellung zur Reuordnung des deren Schulwesens in Preußen. Eine allgemeine Werlängerung der Schulddauer auf über 12 Jahre hinaus wurde mit Rücksicht auf die schweren Nachteile kür die Betroffenen für nicht ertarglich erachtet, da- BCßen eine beschleunigte Regelung der sogen, mitt» Irren Reife und ihrer Berechtigungen dringend gewünscht. Der Städtetag hält auch eine erweiterte Reim der Leibesübungen für erforderlich. Im Unterricht jedes einzelnen Tages soll hierfür eine Stunde vorgesehen werden. Das vor einiger Zeit erlastene Eesttz über die staatlichen Verwaltungsgebühren wirkt sich als unerträglicher Eingriff in die Selbftoerroab hing aus, indem der Staat auf den verschiedensten Gebieten, wo die Gemeinden die Eesamtkosten zu trage.» haben, Anspruch auf die Hälfte der aufkommenden Schuhten erhebt. Abgesehen von der finanziellen Wirkung bringt das gesamte Verwaltungsgebübren- wrsen eine aicherordentliche Belastung des täglichen Berwaltungslebens mit sich. Weiter sprach sich der. tterstand gegen die schablonenmäsiige Bildung von be= örtlichen Lastengemeinschaften bei der Erwerbslostn- ftstsorge aus Falls die Einrichtung notwendig ist, empfiehlt man, von vornherein einen möglichst breiten Lasten träger wie das Reich oder Preuben für den Ausgleich zu wählen.
Frieden auf etwa 385 Millionen Eoldmark. Nach der Inflation waren kaum noch etwas über 2a Oü J Goldmark an solchen Einlagen im gesamten Reichs gebiet zu verzeichnen. Heute aber befinden sich doch schon wieder etwa 2 Millionen in den deutschen Sparkasten, ein Zeichen dafür, daß sich allmählich der Spargeist wieder hebt. — Auch die Kasienver- waltung des Reiches zeigt einen, wenn -auch noch geringen Ueberschuß im letzten Monat, der indesien umso mehr ins Gewicht fällt, als bisher der Zu- schußbedarf in phantastischer Höhe sich bewegte. Da gleichzeitig der Beschäftigungsgrad der deutschen Industrie allmählich bester wird, was sich aus den Ziffern des Arbeitsmarktes zeigt, so kann man fest- stellcn, daß immerhin bescheidene, aber doch erfreuliche Zeichen einer Besserung der gesamten Wirtschaftslage sich geltend machen
Eine deutsch« Anleihe.
Die Beteiligungdes Auslandes an einer deutschen Anleihe steht auch in diesem Augenblick noch nicht fest. Eine Prestemel- dung, wonach von den im Sachverständigenplan vorgesehenen 800 Millionen Goldmark an Ausländsanleihe bereits 700 Millionen, und zwar 400 und 300 von englischer Seite gezeichnet worden seien, trifft nicht zu Die Anleihe ist ofstztell noch
MWmmi.
Kommunistische Wäblerversammlun«.
In einer von der Ortsgruppe Marburg am Freitag in den Stadtsälen veranstalteten Wählerversammlung childerte Herr Lehrer Mebnert aus Frankfurt die Zwecke und Ziele seiner Partei. Er führte zunächst aus, dab manche Parteien des alten Deutschland, weil ie sich unter ihren alten Namen nicht mehr sehen lasten könnten, jetzt neue zugelegt hätten. Es handle sich um die Leute, die sich als Vertreter des Erobgrund» besitzes und des Atels in ihren Rechten geschmälert fühlen und die sich unter neuen Firmen etablier? hätten, um die Stimmen bester einfangen zu können Alle diese sog. bürgerlichen Parteien ständen etwa» im Gegensatz, in einem seien sie sich jedoch alle einig, nämlich in der Ausbeutung der arbeitenden Masten. Der Reihe nach beschäftigt-, er sich dann mit den nett (fitebenen Parteien und bezeichnete schlieblich di» völkischen als eine Eruove, die sich wegen der nicht ab zuleugnenden Verarmung des Mittelstandes durch bk Syndikate entwickelt habe Das habe Marx ja schon vor 80 Jahren prophezeit. Der Kleinhandwerker und kleine Bauer sei dem Erobkavital aufsässig geworden, sie suchten in dem Alleinschuldigen den Juden. Das wäre falsch, denn diese seien nicht allein die Schuld^ gen. Die groben Kapitalisten führten keinen Klassen- kamvf. die seien international, das habe man ja bet den Kavitalverichiebungen nach dem Ausland gesehen. ll:>d doch sprächen diese Kapitalisten von einem Vaterland Deshalb liebe sich auf nationaler Erundlam niemals das Kapital bekämpfen. Im Anschlub schilderte der Redner die Verhältniste in Rubland. Dort habe das Kapital keine Macht, mir der dürfe wählen, der von seiner eigenen Arbeitskraft lebe, die Gewählten würden scharf beobachtet, ob sie ihre Pflicht erfüllten. D>e Hand- und Kopfarbeiter in Gemeinschaft mit dem Bauernstand besähen das Recht und eint. Macht, die, wie Bismarck einst gesagt, sich auf die Bajonette des ganzen Volkes stützen könne. Der Redner behauptete weiter, dah der Ruhrkonllikt von den deutschen Kavitalisten mit Absicht durch die unterlaßenen- Holzlieferungen usw. berteiaefübrt sei. Die Kapitalisten aller Länder seien sich einig, sie hätten fein Vaterland, nur die ausgebeuteten Schichten der Bevölkerung bildeten sich ein, ein solches zu haben. Der Reichtum, und wenn er aus den dunkelsten Quellen stumme und sogar in einer Zeit angesammelt worden fei. in der das aanie mit1 Bot-rteno in höchste Rot gekommen, würde beschützt. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen, die sich oft wiederholten, empfahl der Redner die Internationale: die ausländischen Arbeiter seien jetzt auch vom nationalen Fimmel geteilt. (?) Der russische Arbeiter sei ein Freund der
ahnungslose Ernst. v
Frau von Herwegh faltete die Hande über For» der auf ihrem Schoße schlummerte. „Run, iH meine, wünscht ihr euch keine, oder wie ist das?" ,
(Fortsetzung folgt.)
Durch dir von ausländischen Sachver- s i gen im Auftrage ihrer Regierung erstat- fiten wollen wir zu einer Lösung der