OlmheMche Zeitung
Zweites Blatt
flf
rfcuaed.
t SM
tnnfd)ajr
Schars
i wird.
rür jeden Schuh
befflÄ»
ßntinenfal
^‘“'Absätze Mö Sohlen
if Surfe
So gut wie Continental-Reifen!
Nachdruck verboten.
flammten seiner Zucht, Me er im Hofe, zu Frau
weit iffen.
Glas,"
Ihr Schützling, ein cellofplelender junger
Künstler, „Sie haben ihn gewiß schon im Äurgar
LichL, Winner.
Iustizrat Ehrlich, der einen nie And er legte einem das Geld an wie irgendein Bankier. Wan sechs Prozent bei Herwegh. Er
5 Prof. iule in [» und )ie Ar« unmehr en von
zu dem groben ausreden ließ außerdem besser bekam fünf bis
ist am 1
—(L
nmt zu- Holeck Buw- anfereg 2608
Ernsts Praxis hatte sich allmählich ausgebaut.
Es gab in dieser Stadt eine Wenge wohlhabender Witwen, die sich das Jahr hindurch meist auf Reisen befanden und nur heimzukehren schienen, um die Maifestspiele mitzumachen.
Diese hatten ihren Weg zu Herweghs Büro gesunden. ES gab keinen lieebenswürdigeren Berater wie Herwegh. Er war so recht das Gegenstück
arburg.
Buch- ceibung
Seiten Ml fast h von jt wer- r Frei- ieilneh- )er sich
‘ i a April >. Lemp t.
ht der lausch« behaa
re Müh^ ilung iq ächt ab- llgesehteq C.
. O.-G. hc, HÄt t
War nun dieser endlose Prozeß in der Tat reif geworden, oder hatte sich das hohe Reichsgericht anders besonnen, jedenfalls hatte nach einigen Wochen Frau Rumpf diesen Prozeß gewonnen.
Ihre Dankbarkeit strömte auf Herwegh über.
Ihre sämtlichen Freundinnen, eine Schar älterer Witwen, die nachmittags die roten Samtbänk« des Kurhauses füllen, kamen nun mit ihren Hypotheken, Aktien und Beschwerden zu ihm.
Es sttömten allmählich Goldguellen in das Herweghsche Büro, daß cs dem braven Herrn Ban- telmann angst und bange wurde.
Es galt als abgemacht, Prozesse, die. Her-
geben hattiff war von einer Frauensperson vrr- fühtt worden, die nun auf Alimeente klagte. Wan konnte ihr zwar auch andere Männerbekanntschaften Nachweisen, aber sie war nun einmal darauf versessen, von dem Künstler geheiratet zu werden, und" drohte sonst mit einem Skandal. Herwegh nahm sich der Sache an und ordnete die Angelegenheit zur Zufriedenheit aller Patteien. Das Mädchen wurde abgefunden, und Frau Rumpf konnte nun w'-eder beruhigt in den Kurgarten gehen und während d:s Ccllosolos triumphierend wie eine aufgeregte Henne den Musikpavillon umkreisen, wo der junge Mann seine Kunststücke auf der Kniegeige aussühtte.
Ihre Dankbarkeit dem jungen Anwalt gegenüber äußerte sich darin, daß sie diesen nun auch mit ihren geschäftlichen Angelegenheiten bettaute. Bor allem mit einem Prozeß, der schon so lang lief, daß er keinen Menschen mehr interessiene außer Frau Rumpf. Es war eine kniffliche juristische Sache, die sich'um ein von ihr gekauftes Haus drehte, in dem sich nachträglich dec Schwamm herausgestellt hatte. Der ehemalige Besitzer der Billa Trocadero war unterdessen gestorben und der Prozeß zu Angunsten der Witwe Rumpf entschieden worden. Sie hatte dagegen Berufung eingelegt, und sie »hing noch immer mit dem verdammten Haus in der Luft", denn hineinziehen konnte sie schon wegen ihres Rheumas nicht.
Run hatte sie endlich einen Mieter dafür gefunden, einen Herrn Kottenhan, der aus Rußland kam und Größenwahn hatte und Zimmer- wändc einreißen ließ, um eine Orgel einznbauen. -Dieser Rarr hatte nun auch etwas von dem „Sckwamm" gehört und hatte sie verklagt, denn sie hatte ihn gleich mit einem zehnjährigen Kon- ttaki festgenagelt.
Darauf hatte sie wieder Kottenhan verklagt, weil er die Wände eingerissen hatte, ohne sie darum zu fragen. '
wegh führte, gewann man.
Er wurde "schon bei Gericht gefürchtet.
Er hatte di<e Rede in einem Maße Gewall, daß die Hörer wie hhpnotisiett ten. Er gab sich nie eine Blöße und beite alle Menschen gleich menschlich.
„Aber er sieht alles durch ein rosa
nur Continental»Absätze und »Sohlen. Sie sind ge» schneidiger und sparsame* als Leder, machen den Gang leicht und schonen die Nerven. Verlangen Sie von Ihrem Schuhmacher
hatte immer Hypotheken auf Goldenbergsche Häu- ler zu vergeben, denn diesem fiel es nicht ein, sein Geld auf Häusern rosten zu lassen. Häuser in der Kochbrunnenstraße waren Gold wett, und die Witwen scheuten auch^vor einer dritten Hhpo- chek nicht zurück, wenn ihnen Herwegh dazu riet.
So war eines Tages Frau Adelheid Rumpf, die Eellotante. in Herweghs Büro erschienen. Reich, geizig, gichtig, in helle Mäntel gepreßt, auf dem Kopf einen turbanariigen Kopfputz, der mit Federn oder Reihern geschmückt war, einen steifen, feisten Mops an der Leine führend, begegnete man ihr überall, auf der Promenade, in den Kaffees, im
Levy zähe, aber mit Gewinn verhandelt. Sie ent»
und der Ausgewiesenen mutzten gleichen Schrittes mit erledigt werden. Wie mehrere Mitglieder des Kabinetts schon zum Ausdruck gebracht hätten, könne dem deutschen Volke nicht zugemutet werden, die wirtschaftlichen Lasten auf sich zu nehmen ohne gleichzeitige Lösung dieser politischen Fragen und Ehrenpunkte. Solle die Lösung eine wirkliche Lösung im Sinne der Befriedigung der Welt sein, so miitzte endlich die ganze europäische Atmosphäre gereinigt werden. So stehe das deutsche Volk trotz der grundsätzlichen Erklä^mg der Regierung und der im Gange befindlichen Vorbereitungen einer endgültigen Entscheidung noch in völliger Freiheit gegenüber.
Endlich teilte der Minister mit, datz nach zuverlässigen Meldungen eine der Hauptvoraussetzungen des ganzen Gutachtens, nämlich die Aufbringung der internationalen Anleihe von 800 Millionen Goldmark zugunsten Deutschlands beste Aussicht habe, indem in Am-rika WO ^Rillionsn Dollar und in England 75 Millionen Dollar bereits als Zeichnungen gesichert erscheinen.
Immer daran denken Hau»frau,^datz
gum Rät. en von Kreidern, Blusen, Gardinen ujw. nicht» Besseres gibt, als die weltberühmten echten Hettmann'» Farbe«, Mark» Fuchskopj tat Stern.
Heitmann'» Farbe spart dem Färber.
Kirchliche Nachrichte».
Christi. Verein junger Mädchen, Julienstist. Sonntag, 4Uhr: Vereinsstunde. Dienstag, 8 Uhr: Vereinsslnnde. Donnerstag, 8 Uhr: Chorstunde.
In den letzten Tagen sind auch Versuch« gemacht worden, innerhalb der Banken durch ein solches Clearing-Vwfah» ren eine Uebersicht über die bestehenden Verpflichtungen w gewinnen. Auch die Reichsbank hat sich an diesen Bemühungen beteiligt, und zwar mit Recht, denn wir haben kein Interesse daran, die an sich schon bestehende schwierige Lage unserer Finanzinstitute noch ;u ver« mehren. Nach den Ergebnissen der bisherigen Btiprech- üngen kann man wohl kicher damit rechnen, daß der Avril-Ultimo ohne große- Unheil vorübergehen wird. ES scheint, daß es gelungen ist, die Schwierigkeiten zu beheben, di« bei einzelnen Firmen zweifellos bestände-» haben. Damit ist aber die Gefahr nicht beseitigt, da ein großer Teil der Verpflichtungen erst Ende Mai fällig wird Aber man ist schon stoh, die Aagenblickssorge überwunden zu haben und überläßt das andere zunächst einmal der Zukunst.
Bezeichnenderweise spricht man von einer weitere« Heraufsetzung des Bankdiskonts, d. h. also von einer weiteren Verschärfung der Krckntmöglichkiten. E:ne solche Politik mag unbedingt notwendig sein, wenn die Rentenmark weiter vollwertig erhalten werden soll. Sie ist aber natürlich für unsere Wittschast sehr schwer tragbar Unter diesen Umständen wird man es wohl begreifen, raß die Industrie ohne jede Ausnahme auf eine Durch-üßrung des Sachverständi^en-Gutachtens mit Bestimmtheit rechnet und von der Regierung die Annahme des Gut» atmens verlangt, da sich hier Kreditquellen öffnen, die west über die Mittel der Golddiskontbank hinaus unft^er Industrie frische Lebenskräite zusührrn kennen. D-e Sach« lieferungen sollen bekanntlich auch im ersten Richtjahre austecht erhalten und durch die Mittel einer ausländischen Anleihe finanziert werden. Tie Zeichnung der Anleihe ist so gut wie gesichett. Das Ausland Hai also Vettrauen zu unserer Wirtschaft. Dieses Vertrauen wird nicht getäuscht werden, wenn unsere Industrie durch ausländische Kapitalshilfe erst ihre Antriebe erhält Deshalb besteht von Dr Bögler bis zu Dr. Siemens über die Notwendigkeit, das Gutachten anzunehmen, in der Industrie nicht die geringste Meinungsverschiedenheit.
Bankgeschäft. Der letzte Schritt sei noch, daß die Börse offiziell die Regierung übernehme. Das deutsche et den Banken völlig tribut» und zinsy süchtig geworden. Die Völkischen würden nicht ruhen, bts die Ketten der Zinsknechtschaft gebrochen. Die Gegner seien nicht zu unterschätzen, der Kampf sei schwer, aber er würde zu Ende geführt, so oder so. Die gewalttgen Einnahme» des Großbankentums seien dem Volke gestohlen, da würde angefangen. Keine Staatsausgabe solle in Zukunft mit Anleihen gedeckt werden, damü der Zinsendienst «uf« höre. _ Die Völkischen befürworteten auch das Arktiks« pftichtjahr, das alle Kreise ohne Ausnahme des Standes umfassen müsse. Die an den Straßenecken herumstehenden Zigaretten rauchenden jungen Leute würden bei der Arbeit mit Hacke und Schippe wieder Ordnung lernen In seinen weiteren AuSsührungen fordert: der Redner Ausnahmebestimmungen für die Juden Das sei die eine Kette, die gesprengt werden müsse. Die andere Kette sei der Parteiparlamentarismus. Der Berufsparlamentarismus sei zu erstreben. Tie Frag« der Staatsform ei völlig nebensächlich. Später würde ein« Volksabstimmung entscheiden, ob Monarchie oder Republik, den» auf anderem Wege sei nichts zu erreichen. Da? hab« man ja am 9. November gesehen. Die letzte Fessel sei die Kette des Versailler Diktats. Wie weil man mit der Erfüllungs-Politik gekommen, wisse man. Im bürgerliche« Leben veracht« man ja auch denjenigen, der demütig aus dem Bauch rutsche und zu allem Ja sage. Wir müßte« mehr nationalen Willen zeigen. Diese Kttten se'en z» sprengen. Geling« dies nicht, dann hätte Deutschland ausgespielt. Der Redner ermahnte zum Schluß bei der Wahl völkische Kandidaten in den Reichstag zu enden Es müsse der Tag kommen, daß Deutschland nieder ehrenvoll dastände in der Welt. — An der Ansprache beteiligten sich sechs Redner. Ein Republikaner bezeichnete die völkische Bewegung als ein Gemisch ver« chiedener Parteien. Ein Bodenreformer beschwert« sich» daß Damaschkes Forderungen von keiner Partei ersültt würden. Ein Demokrat führte aus, daß das deutschvölkische Programm große Aehnlichkeit mit dem frühere« Programm der Nattonalsozialen habe und mit der Wsten« chast nicht vereinbar sei. Ein Parteiloesr macht« da- Großkapital und die Großindustrie für alles Unglück verantwortlich. Sie saugten die Vermögen der Kleinhandwerker auf Ein weiterer Patteilosrr sordette Zusammenhalt der Christen, auch gegen die „weißen Juden". Ei« Volksparteiler warnte vor der Volksspaltung und mahnte zur Besonnenheit. Erst um 12 Uhr kam der Haupt- «edner zum Schlußwott.
neu Be« sikalischr - $cV.e der ’ rie Fest« tt a.M.
sagte Liane.
„Qlun, ist es nicht besser, als die Welt so nüchtern anzusehen, wie du mit deinen dreiundzvan- zig Jahren?" sagte die Mutter. Auf sie fiel nun ein doppelter Glanz zurück: der Reichtum der Schwiegertochter und die Siege ihres Sohnes am Gericht. ■■
„Vielleicht wäre es besser umgekehrt/ erwiderte die Tochter. „Aber es ist nun mal so." Sie ahnte eine Gefahr.
„Er ist für diese vielen verwickelten Deldgr- schäfte zu unerfahren und zu anständig."
„Man kann nie zu anständig sein," sagte die Mama. „Besonders als Jurist."
Aber Liane blieb dabei, er nimmt zu vieles an, und sie blickte dem bläulichen Rauch ihrer Ii- garette gedankenvoll nach. (Fortietzung wlatil
lkünflke«
Cs war ein Rattenschwanz von Klagen und Be- | rufungen „in Sachen der Witwe Rumpf", aber ten gehört," dem sie das Geld zum Studium ge-1 Herwegh machte sich guten Mutes dahinter,__
Die Herweghs.
Roman von Liesbet Till, llrhcberrecht bei M. Feuchtwauo-r, Halle g. S.
13. Fortsetzung .v
Ku:garten und Theater. Sie kam in. einer diskreten Angelegenheit.
jprtl , I Brief "OFC
4.21 157,39 70,78
111,03
18,85 26,87 74,79
12,54 642 5.32
Nr. 97
Sonnabend, 26. April
1924
Wählerversammlung des Dentsch-Bölkischen Blocks.
Am Donnerstag sprach in einer überfüllten Wählerversammlung in den Stadtsälen der Spitzenkandidat des Deutsch-Völkischen Blocks, Rettor Blume ans Melsungen Zur Aufrechterhaltung der Ordnung hatte die Polizei umfangreich« Vorkehrungen getroffen. Der Leiter der Versammlung gab zunächst Ausschluß über die Zweck« und Ziel« der Völkischen Bewegung, woraus Rektor Blume sich etwa zwei Stunden lang über das seinem Bor'rag zu Grunde gelegte Thema: „Brecht die Ketten" verbreitete Er schilderte eingangs die schweren Demütigungen, die uns seitens unserer Feind« zugefügt wurden und noch werden, sowie di« wirtschaftlichen Nöten, die sich seit der Zeit heranSgebildet, in der wir auf der ganzen Linie gesiep. r' “'t?n Die Einstellung auf den Marxismus habe völlig versagt, die Massen seien irregeleitet worden und die Führer seien die allein Schuldigen. Im Anschluß beschäftigte sich der Redner längere Zeit mit der Sozialdemokratie, die als eine Schutztruppe des internationalen Großkapitals zu betrachten sei, das in Deutschlanv die Macht habe. Das deutsche Volk auszubeuten urch alles an sich zu bringen, das sei immer das Bestreben der Börsen- leute gewesen. Durch das Anleihewesen, das schon der Vorkriegsstaat so fleißig geübt, sei das deutsche Volk den Banken zirispflichtta geworden. Auch mit den Kriegs« geftllschaften beschäftigte sich der Redner. Diele seien 'üdische Familienunternehmen gewesen. Während unsere Kinder barfuß gingen, hätten dies« Leute 200 bis 300 Prozent Dividende verteilt. Die Inflation vom vottgev Jahre bezeichnete er als großen Börsenschwindel, der den Zweck gehabt, dem Sparer den letzten Groschen aus der Tasche zu ziehen. Auch der Sachverständigenbericht gebe zu denken, di« Eisenbahn solle verpfändet werden an das Ausland, weil diese jährlich 660 Millionen lleberichuß herauswirtschaften solle, um die Kriegsschuld zu bezahlen. Die Ausländsanleihe bedeute ein olänzendes
ffiirWWt WtniW.
Bon unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
In der Welt der Banken hat ein großes Sterben begonnen. Tie Insolvenzen häufen sich und man sicht noch nicht den Puntt, in dem diese Abwärtsbewegung zum Stillstand kommen kann. In einzelnen Fällen hat der völlige Umschlag der Konjunktur auch ältere Firmen getroffen. Im Großen und Ganzen aber handelt es sich um ein Aufräumen, das einmal kommen mußtt und das auch in anderen Zweigen unserer Wirtschaft teils schon im Gange ist, teils sicher noch kommen wird. Ti« Jnflationswittschaft hat uns eine Erbschaft von wilden Gründungen hinterlaisen, die auf dem Sand der Geld cntioettung gebaut waren und di« notgedrungen in einer Zeit Zusammenstürzen müssen, in der auch alte und solide Betriebe schwer zu kämpftn Haven. Wie aesogt: Ein Auftäumen und ein Großreinemachen, das nicht als Krankheitserscheinung aufzufassen ist, sondern das eine notwendige Begleitererscheinung der Krisis ist. in der sich die gesamte deutsche Wirtschaft augenblicklich befindet.
Kein Wunder, wenn in einer solchen Atmosphäre der Konkurse und Zahlungsschwierigkeiten das Barometer der Börse immer tiefer sinkt. Es finden an der Börie überhaupt nur noch so weit Umsätze statt, als es sich um Zwangs- und Notverkäufe handelt und daß unter einem solchen Druck die Kürse noch weiter sinken müssen, versteht sich von selbst. Das Bankgeschäft schrumpft weiter zusammen und die Schwierigkeiten wachsen namentlich für diejenigen Firmen, die nicht zu dem Konz'rn der Großbanken gehören. Daraus erklärt es sich, daß das mittler« Bankgewerbe gegenwärtig von einer Konzen« trationsbewegung ergriffen ist, die zu einem stärkeren Zusammenschluß verschiedener Bankhäuser geführt htt. Mit einer Vettrustung hat diese Bewegung nichts zu tun. Sie ist nicht aus einem Stärkegefühl erwachsen, sondern aus einem Gefühl der Hilfsbedürstigkeit, das Lei'oensgenosien zusammenftihtt. Die mittleren Banken streben nach einer Zusammenfassung ihrer Kräfte, weil der Einzelne sich bei beit' augenblicklichen Schwierigkeiten zu schwach fühlt.
Man hatte für den April schon mit einem außerocdenk lick kritischen Ultimo gerechnet. Zweifellos liegen «n- ganzc Anzahl von Franken-Verpflichtungen vor, die Ende April eingelöst werden müssen. Bei dem ständig steigenden Kurs des Franken ein« recht üble Sache. Zweifellos sind daran auch die Banken in erheblichem Maße beteiligt. Außer ihnen in erster Linie der Metallund der Getrechehandel. Bei diesem letztgenannten Wirtschaftszweige hat man schon ein Clearing-Verfahren ein» geführt, um die Lage besser übersehen und drohenden Zusammenbrüchen rechtzeitig vorbeugen zu können Man weiß, wie gerade in dftsem Geschäftszweige eins mit dem andern Jerkn'üVft ist und wie leicht durch den Sturz irf.ciüsiciner yiVia eine andere mitgerissen werden kann
Sirrts lesen irauiHit Mit.
/ Stettin. 23. April. In der heutigen großen Wahlversammlung der Deutschen Volkspartei in Stettin hatte der Reichsminister Dr. Jarres das Peferat über die politische Lage übernommen. Zur Lage der äußeren Politik bemerkte er folgendes: Nach außerordentlich eingehenden Bera- liungen unter Zuziehung der Hauptkenner des .schwierigen Reparationsproblems habe die Reichs- Regierung die Sachverständigengutachten der Reparationskommission gegenüber auch ihrer- fits als eine praktische Grundlage für ie schnelle Lösung des Reparations- Problems erklärt und sich bereit erklärt, an dem Plan der Sachverständigen mitzuarbeiten. Dieser Luffaffung hätten sich die Vertreter der Länder einstimmig angeschlossen. Bei diesen Beratungen kamen selbstverständlich die schweren Bedenken gegen die in den Gutachten vorgesehenen Kontrollen wichtigster Teile des deutschen Wirtschaftslebens, namentlich der Reichseisenbahn und der Reichsbank, «um Ausdruck, ebenso wie gegen die offenbare Leberschätzung der deutschen Leistungsfähigkeit.
Wenn die deutsche Regierung sich zur Mitarbeit bereit erklärt und insbesondere auch die Vorbereitung der nötigen Gesetze und Verordnungen übernommen habe, so habe sie so handeln müssen, weil pe zurzeit die Verantwortung trage und Eile namentlich im deutschen Interesse am Platze sei. Selbstverständlich hat die endgültige Entscheidung der neue Reichstag zu treffen, dem durch diese Vorbereitung nicht vor- «egriffen sei. Wenn von deutschnationaler Seite Behauptet werde, die Regierung sei dem Drucke der Linken in ihrer Entscheidung gewichen, so sei daran kein wahres Wort. Andererseits legte der Minister größten Wert daraus, zu betonen, daßnachAuf- fassung des Kabinetts es nicht allein «uf die wirtschaftliche Seite des Problems ankomme, so wichtig diese sei, es müßten vielmehr die mindestens ebenso wichtigen, wenn nicht wichtigeren politischen Fragen gleichzeitig mit erledigt werden
L ■ Das sei auch die klare Auffassung der Sachver- ■ ständigen, wenn diese sich auch in ihrem Gutachten Zunächst nur mit den wirtschaftlichen Problemen zu ^.befasien hatten. Die wirtschaftliche und fiskalische Einheit des Reiches könne ohne Wiederherstellung der Verwaltungshoheit [ nicht als gesichert angesehen werden. Diese deutsche Auffassung werde offenbar auch von den Ve r - Einigten Staaten und England sowie I Italien geteilt und selbst Belgien scheine sich I dieser billigen Forderung nicht mehr | ganz zu verschließen.
| Auch feie Ehrenfrage des deutschen Volkes, die Entlastung der Gefangenen des Ruhrkampfes
lein Schmidts Kummer, unterhielt, und schließlich hatte er Mamas Grsnatschmuck, der in einer t>cr» gessenen Kassette ein nutzloses Dasein führte, verkauft. Run wollte er auch etwas von seinem Samstagabend haben.
„Silina, wohl bekomms!" Er drückte den Hut auf den Kopf jnt&- lief) Trina allein mit ihren Vielen StrKMstfen. And die Haustüre lieh er, da
Rch ja, würden Sie liebM^ ^re Aufgaben machen," sagte Trina, die i per einsamen Lampe ht Badezimmer sah Strümpfe stopfte. »Was Haben sie denn dakvon?" > ,
„Davon verstehen Sie nichts, Trina. V^^he' dott die switzend.e Säule, das kalte ckenster und andere Dinge, -derentwegen der ulte Erler erst nach dem Orient gondeln muß. "Mr rauchen Tütin aus dem Tschibuk, «nd wenn^^uns verabschieden, sagen wir nicht ®6W,'"fcn&eri Frieden über dir." /•
. „Stoä wird was' Schönes fein- Wo liegt es ; denn?* fragte. Trina.
I ,In der Rue Woiwvda. Die gibt es nicht? Ihr habt ja keine Ahnung vom Leben, und Sie
i täten auch gescheiter,' statt Strümpfe zu stopfen, \ in die Rheinanlagen zu gehen und dort wettvolle Bekanntschaften anzuknüpfen." Aber daran halte Trina nun mal „keinen Spaß". Von den Rheinanlagen hatte sie die Rase voll, denn dott hatte sie ja jenen Herrenschneider kennen gelernt, mit dem sie so hereingefallen war. Der mußte auch immer in diesen miserablen Kaffees herumsitzen, dos „falsche Luder".
„Run, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen," sagte der Lümmel. Er hatte einen talenreichen Tag hinter sich, hatte Tante Betty, die alles von Berlin kommen ließ, ihre Kiste in der Mainzer Straße ausgetragen, was er sich gut bezahlen ließ, hatte Lutz einen Brief „Rije hauvi- postlagernd" abgehvlt und der Koliin, „Ernsts „Schwiegerpanther", den Kliederschrank mit dem Dietrich kunstvoll geöffnet, denn die Rheinauer Schlosser zeichneten sich dadurch aus, daß sie nie kamen, wenn man sie rief. Dann hatte er zwei Kaninchenfelle « der Gylügasse bei feinem Freund
______ Es sei auffallend, daß nach der amtlichen Havas- [ge dir | Notiz Frankreich zwar die Konklusionen des Sach- Verständigengutachtens insgesamt angenommen ihabe, daß aber nach den offenbaren Gedanken- nängen der franzöfiöschen Staatsleitung Deutschland zunächst auf die Lösung der wirtschaftlichen ; Kragen festgelegt werden solle und datz man daun j roeut. später über die politischen Probleme sich verständigen wolle. Dabei komme zum Ausderuck, daß Frankreich in diesen politischen Fragen nur bedingt >nnd in geringem Umfange nachgeben könne. Demgegenüber stehe die Reichsregierung auf dem Stand- ' punkt, datz die wirtschaftlichen und die politischen Fragen nur r.no acto geregelt werden könnten. Deutschland müste die Verfügung über Rhein und Ruhr zum mindesten nach den Grundsätzen des Friedensvertrages u»tt> des Rheinlandabkommens ohne weitere Beschränkung wieder erhalten.