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Zum Tode Helfferichs
mahl durch das Bahnunglück am Gotthard den
»ar<ei im neuen Reichstag vor die Frage der Re-deutsche Politik und die Volkswirtschaft gehörenbefinden sich auf dem Wege der Besserung.
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1924
und seine reichen Erfahrungen, sowie seine betoun* dersw:rte Tatkraft restlos in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat, erweckt allentlalben die tiefste Teilnahme. Die Verdienste Helfferichs um die
Tod gefunden hat. Aufs Neue ist Deutschland eines feiner fähigsten Köpfe und bedeutendsten Führer beraubt worden. Während des Weltkrieges hat er seine ungewöhnliche Arbeitskraft und seine überragenden Kenntnisse und Fähigkeiten restlos in den Dienst seines über alles geliebten Vaterlandes gestellt. Die Geschichte, deren Blick nicht durch den Kampf der politischen Tagesmeinung getrübt ist, die vor Allem Ziel und Wollen des Schaffens Prüft, wird in deni Verblichenen einen Mann sehen, der mit seiner ganzen starken Persönlichkeit das Glück seines Volkes erstrebte. Mit ihm persönlich verband mich besonders die Liebe und Sorge für das besetzte Rheinland, dessen Söhne wir beide sind. Ich bitte Sie, die Versicherung meiner und der Reichsre» glrrung aufrichtigen Trauer entgegenzunehmen.
(gez.) Marx, Reichskanzler.
München, 24. April. Der bayrische Ministerpräsident hat an Kommerzienrat Helfe- rich in Neustadt a. H namens der Staatsregierung telegraphisch eine Beileidskundgebung gerichtet. worin es heißt: Der tragische Hingang ihres hochverehrten Herrn Bruders, der aus reinster Vaterlandsliebe alle Zeit feine glänzende Begabung
gierungsverantmorilichkeit gestellt wird, so wird ihr in erster Linie Helfferich fehlen, der g e - dankenreich st e und klügste Kopf der Partei. Sein Verlust trifft aber auch die Allgemeinheit, der er zweifellos noch große und viele Dienste hätte leisten können.
W»mi Met die Smenpolitil.
Paris. 25. April. Poincard hat gestern auf dem Bankett des Republikanischen Verbandel eine Rede gehallen, in der er vornehmlich das Gebiet der inneren Politik berührte. Die Ausgaben des kommenden neuen Parlaments charakterisierte er dahin: Wiederherstellung unserer moralischen Situation im Orient, schleunigste Ratifizierung des Lausanner VerttageS, Wahrnehmung unsrer traditionellen Interessen in Kleinasien, Entwicklung unsrer Handelsbeziehungen mit Staaten, mit denen bisher nur unsichere Abmachungen getroffen sind, Erörterung des neuen wirtschaftlichen Regimes, das wir kraft des Versailler Vertrags bald in Deutschland selbst zu verhandeln haben, Sicherung unsrer Reparationen und Sicherungen, ohne jemand einen Vorwand zur Verdächtigung unsrer ftiedlichen Absichten in die Hand zu geben, Wahrnehmung der Gelegenheit, die sich für uns aus dem Erfolg der Ruhrbesetzung, der Sachverständigenberichte und der vorläufigen Entscheidung der Reparationskommission ergibt, Ver-' such einer allgemeinen Regelung, wobei die reellen Pfänder nicht gegen einfache deutsche Versprechungen für deren Aufrichtigkeit die Vergangenheit nicht gerade Gewähr bietet, ausgetauscht werden. Wir dürfen uns nicht im Voraus einemTchuld-' ncr anvertrau en, der bisher nichts getan hat, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Wir müssen auf ihn durch die Hoffnung einwirken, daß der gewaltsame Druck schneller aufhören wird» wenn er seinen Verpflichtungen nachkommt. Wir dürfen aber die Illussionen nicht mit Garantten verwechseln. Wir müssen unfern Weg im Geiste der Versöhnung fortsetzen, ohne dabei die nötige Vorsicht außer Acht zu lassen. ;
Paris, 25. April. Die Rede, die Ministerpräsident Poincarö gestern Abend gehalten hat, findet den Beifall der rechtsstehenden Presse. Der „Eclair" schreibt: Seien wir zufrieden, daß der Ministerpräsident endlich aus seiner Neutralität hei ausgetreten ist, und daß er den Wählern Hat den Weg gezeigt hat, den er gehen muß, wenn er will daß der Friede außerhalb und im Innern nicht mehr bedroht wird.
Das „Echo de Paris" schreibt: Die Regierung ist also für die Politik der republikanischen Unten und der nationalen Eintracht. Poincarö ist mit seiner Mehrheit gegen das Kartell der Linken; er ist also mit dem Lande gegen alle revolutionären Ver- Verteche, gegen die Rückkehr zur Polllik der Unterdrückung, der Zwietracht und des Hasses, tote die radikale und sozialistische DvrkriegSpolitik war«
Das „Oeuvre" schreibt: Die Rede sei ein langet Angriff gegen das Kartell der Linken gewesen. Poincarö aber spreche nicht von den Reformen, die er durchführen wolle, um die Demokratie zu verbessern, er habe nur gesagt, man müsse das Reglement der Kammer ändern. Er habe auch von der Finanzresorm gesprochen, ohne daß man wisse, auf welche Methoden er sie aufbauen wolle. Poincarä habe also des längeren über die innere Politik gesprochen, aber er habe offenbar über diesen Gegenstand nichts zu sagen gehabt. — DaS Gewerk- schas'sblctt ,.Le Peuple" fragt, ob eS sich um eine Progiammrede für den „Blcc National" gehandelt habe und antwortet: Nicht vollkommen. Poincarä habe den Block der Linken sehr oft angegriffen und die Allianz der Radikalen mit den Sozialisten sehr oft kritisiert, aber er habe sich wohl gehütet, die Zukunft dadur chzu komprirnittieren, daß »t vorn nationalen Block gesprochen habe.
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Was sagt die deutsche Presse?
Berlin, 24. Avril. Zum Tod« Helfferichs schreibt die „Kreuz-Zeitung": Nicht nur wir allein als seine nahen polittschen Freunde können den unfaßbaren entsetzlichen Ausgang sein«? Lebens noch nicht in seiner ganzen Schwere begreifen: auch das gesamte deutsche Bolk gleichviel welcher Partririchtung und darüber hinaus dir ganze Kulturwelt wird sein Ende alS einen politischen Schicksalsschlag empfinden müssen.
Di« „Deutsch« Allgem. Zeitung" sagt: Großes hat Helfferich für sein Volk als Kritiker und Mahner in den Jahren der Opposition geleistet. Größeres noch war von ihm bei den zu erwartenden Mehrheitsverhältnisftil im neuen Reichstag für die Zukunst zu erhofft».
Die „Zeit" weist auf den schweren Verlust hin, den Las^-utsche Volk dadurch erlitten hat, daß es kurz nach Stinnes nun auch Helfferich auf der Höhe seiner Schaffenskraft verloren hat. Helfferich habe das eine mit Stinnes gemein, daß er mit ihm vftlleicht die umstrittenste Persönlichkeit unseres öfftntlichen Lebens tvar. Aber er habe mit ihm auch eine anvere Eigenschaft geteilt: er war eine unbestrittene Kapazität,- vor deren Wissen und Können auch der politische Gegner Achtung hatte.
Die „Germania" betont: Helfftrich hatte viele Gegner, ja man kann sogar behaupten, daß er sehr wenig wirkliche Freunde besaß. Aber unter dem Eindruck der furchtbaren Nachricht, die aus Bellinzona kommt, wird es nur eine Stimme des Bedauerns geben, nur ein allgemeines Gefühl aufrichtiger Teilnahme an dem furchtbaren Schicksal eines Mannes, der eine der bedeutendsten, Persönlichkeiten un eres politischen Lebens rar.
Auch die „Vossische Zeitung" erflärt, daß die Best'ist- gung der Todesnachricht nur Raum für da? Gefühl schmerzlichen Bedauerns läßt, daß eine Persönlichkeit von-so ungewöhnlichen Gaben, von so leidenschaftlicher Vaterlandsliebe und ungebrochener Schaffensfreude ein io furchtbares Ende gefunden hat.
Das „B. T." und der „Vorwärts" heben hervor, daß die deutschnationale Partei mit Helfferich ihre stärkste geistige Kraft verliert.
Stimmen des Auslandes.
Paris, 25. April. Der tragische Tod H-lfterichs wird in der Panier Presse ausiührlich besprochen. Ti« meisten Blätter bringen lange Lebensbilder von dem Verstorbenen. Marcel Ray vergleicht ihn mst Srin< ncs und schreibt zum Schluß u. a.: Durch den Tod Hels- ftrichs ist ein Führer dahingegangen, dessen kalte und berechnende Heftigkeit in seltsamem Widerspruch mit den so oft unklugen Willensäußerungen der anderen Parteiführer stand. Helfferich, der genau wußte, was er wollte, hätte sich eines Tag«? sehr gut mit dem schweigsamen Urheber der deutschen Revanche, General von Serckt, verstanden, und kann durch Männer wie Hergt, Gras Westarp oder durch den jungen Fürsten Bismarck nur sehr schl«cht erseht werden. Sein Verschwinden wird ohne Zweifel dft anderen Parteien Sudendorsis und die Parteien der vorsichtigen Ablehnung des Versailler Vertrages stärken.
Paris, 25. April. Dft Nachricht von dem tragischen Tode Helfferichs hat in Paris, wo die Abendblätter das anfangs ungläubig aufgenommene Gerücht bestätigt haben, tiefen Einoruck gemacht. Dft Zeitungen veröffentlichen die Meldung in Fettdruck ohne Kommentar. Einige Blätter bringen daS Bild Helfferichs und biographische Notizen.
G e n f, 25. April. Die „Neue Züricher Zeit g." nennt Dr. Helfftrich eine glänzende politische und wissenschaftlich« JndivDualität, eine reiche Begabung, freil'ch auch eine Persönlichkeit, von der eS ftaglich ist, ob sie gerade im jetzigen, für Deutschland besonders kritischen Augenblick durch einseitige parteipolitische Einstellung nicht daran behindert war, ihre Kräfte in den Dienst des deutschen Allgemeininteresses zu stellen.
Das Schicksal der Verletzten.
Bellinzona, 25. April. Der Zustand deS rchwer- verletzftn Dr. Hoffmann aus Berlin, der im Kanton- Spital Bellinzona behandeü wird, hat sich gebessett.
Der Sägewerksbesitzer Otto Brühl aus Munsterfingev in Oberösterreich ist heute morgen seinen Berlehnngen erlegen. Generaldirektor Fotthmann und keine Tochter
Marburg
Souuabenir. W 26. April
Ostermond
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen
der Geschichte an und werden ihm einen unvergeßlichen Ruhm sichern. Zu reichem Wirken schien er noch berufen. Bayern war stolz auf einen solchen Sohn und bedauert mit Ihnen den unersetzlichen Verlust auf daS Schmerzlichste.
Berlin, 25. April. Reichsfinanzminister Dr. Luther hat an Frau Staatsminister a. D. Helfftrich folgendes Beileidstelegramm gesandt:
„Der schrecklich« Tod, den Ihr Gatft erlitten hat und der Verlust eines so schöpferischen Geistes für das deutsche Volk bewegen mich tief. Ms Leiter der Reichsfinanzen, denen der Verstorbene in schwerer Zeit vorgestanden hi', und als persönlicher ausrichtiger Verehrer Ihres Mannes, der. feine ganze Kraft in den Dienst des Vaterlandes, stellte, spreche ich Ihnen Exz. mein herzliches Mitempfinden aus."
Politiker und Staatsmann Helfferich rj>64 „ f
jSweifel Ätäfte, bie sich in fdjöpferi^cc oartee\ aui der. Kon»tanzler hat an Frau StaatS-
Eoch glanzend hatten entfalten 1 vielen §?lsferich folgendes Telegramm gesandt:
War eins ausgesprochene K a „---t .«
Itcher schwer daran getragen .. '^ftes ergriffen erfahre ich. daß Ihr Herr Se-
Waffen der Kritik kämvfen mahl durch das Bahnunglück am Gotthard den
«uch mir dem Einsatz seiner ganzen Kräfte und seiner ganzen Energie an seine Aufgabe heranging. J6o hat er sich auch für den U-Boot-Krieg eingesetzt, obgleich er ihn zunächst ablehnte, nach- xm dieser Krieg zu einer Lebensfrage des deutschen Lölkes geworden war. Nach dem Krieg hat Helffe- ftch keine Gelegenheit gefunden, sich positiv und schöpferisch zu betätigen. Nach dem tragischen ur' Unerwartet frühen Abschluß seines Lebens vS- jBtnn das außerordentlich bedauern. Denn '
B e l l i n z o na, 25. April. Frön Helfferich ist in Begleitung ihres Schwagers Theodor Helfftrich von Stresa kommend in Bellinzona eingetroffen. Frau Helft ftrich hat die Leiche ihres Gemahls w ledererkannt. Heute vormittag findet dft von den Gemeindebehörden von Bellinzona organisierte Trauerfeier für Helfferich statt. Dft sterbliche Hälft wird provisorifch nach Zürich verbracht werden Vertreter der Behörden' der Stadt Bellinzona werden die Leiche begleiten. Die Ueberreste der Leichen der noch nicht identtfizftrten Reifenden werden ebenfalls nach Zürich verbracht und sollen dott aufgebahrt werden.
Beileidskundgebungen.
Berlin, 24. April. Der Reichspräsident hat an Frau Staatsminister Helfferich folgendes Beileidstelegramm gerichtet:
Sehr verehrte gnädige Frau! Die Nachricht, daß ihr Herr Gemahl und seine Mutter dem furchtbaren Eisenbahnunglück in der Schweiz zum Opfer gefallen sind, hat mich tief ergriffen. Ich bitte Sie, die Versicherung meines herzlichsten Bei- te-'ds enkaeaenzunehmen. Möge die allgemeine Tein Hede deerrchcks lsshlaz fn^et, Ihnen einigen Trost in ihrem Unglück bringen.
(gez.) Ebert, Reichspräsident.
Der preußische Mini st er pr äsident hat an Fron Staatsminister Helfferich nach Stresa, Villa Siemens, folgendes Telegramm gesandt:
Anläßlich des in so grausamer Weiser erfolgten Todes ihres Herrn Gemahls, des früheren preußischen Staatsministers Helfferich, spreche ich Ihnen, zugleich namens des preußischen StaatS- ministeriums, meine wärmste Teilnahme aus.
(gez.) Braun, Ministerpräsident.
Der Vorsitzende der Deutschnationalen Dvlkspartei, Exzellenz Hergt. hat an Frau Staatsminister Helfferich nacbftochLndes Telegramm gerichtet: Gesche
Anter dem V 1,1 • unb .to*e letcf von kftm Hin- scheiden ur > -undes. Führers
Dassen der Kritik kämpfen t^J?liyuegeiv Heit zu praktischer, staatsn. Äscher Tätigkeit zu Haben Gerade darauf beruht zweifellos zum -roßten Teile die außerordentliche Schärfe, mit der er Kritik übte. Es lag in ihr immer etwas wie ein mühsam zurllckgehaltener Drang nach dem Desiermachen und ein gewisier Unmut darüber, daß diese positive Tätigkeit versagt war. Wer ihn jn seiner politischen Tätigkeit beobachtet hat, der -rann nicht daran zweifeln, daß Helfferich auch im »euen Deutschland noch eine Zukunft als jStaatsmann gehabt hätte, und er wird es schmerzlich bedauern, daß es Helfferich versagt blieb ,»«n Beweis dafür vor aller Welt zu führen.
' - Der Drang nach positivem Schaffen, der hinter Allen kritischen Fehdestücken Helfferichs steckte, hat jH)n auch innerhalb seiner Partei stets j 9 u eitern Gegner der extremen Rich- jlu ng gemacht. Wenn es nach Helfferich 'gegangen wäre, so hätte die Deutsch- -ationale Volkspartei wahrscheinlich schon bei früheren Gelegenheiten ■je. verantwortliche Regierungs- Iatigkeit mit der Opposition einge- ska lischt. Er war es. der in einer seiner letzten meichstagsreden unter Hinweis auf die nächste Zu- jrunft fast mit einem Seufzer der Erleichterung davon sprach, daß die Regierungstätigkeit feiner Partei in wahrscheinliche Nähe gerückt sei. Es ist »on besonders ergreifender Tragik, daß Helfferich »w,es von ihm gelobte Land im Geiste sah, durch -keinen Tod aber verhindert wurde, es auch zu betreten. Und wenn die Deutschnationale Volks-
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und CBr ,, , „ Hoffnung unseres
Vaters- ^"' abcr und Größten einen
in Emtcm seiner Zucht, die jir in mitfühlendem <?Üin Schnei- Kummer un.^j^z ®Dtt schütze batte er Mamas Granatschmua^ Helfferichs gessenen Kassette em nutzloses,^‘ ^en Katers .paust- «un wEe er a^benSarbeit des ihm ,eifm
, Ein tragisches Unglück hat einen unserer fähigsten und geistig bedeutendsten Männer dahingerafft, vas Leben Karl Helfferichs war einmal wochenlang ernsthaft in Gefahr. Das war damals, als zurch der Ermordung Rathenaus die fozialdemo- fratische und zum Teil auch linksdemokratische Hetze gegen Helfferich wahre Orgien feierte. Dieser Gefahr hat Helfferich damals mutig tns Auge gesehen und sie ist vorübergegangen. Mmso furchtbarer ist es, daß er nun einem Unglück Km Opfer fallen mußte, das wahllos ihn wie an- re Jnsasien des Unglückszuges auf fremdem Botzen getroffen hat.
i Helfferich ist erst verhältnismäßig spät in das Afentliche Leben und in die politische Arena getreten. Er tat es mit großem und berechtigtem ßeldstbewußtsein, wie jeder weiß, der ihn »ährend seiner Amtszeit als Staatssekretär und «üs Vizekanzler auf der Tribüne des Reichstags hat frechen hören. Helfferich hat damals durch sein außerordentlich selbstbewußtes Auftreten den Reichstag wiederholt vor den Kopf gestoßen. Der Staatssekretär trug eben das Bewußtsein in sich,, tzaß er als Mann der Wissenschaft und als praktischer Finanzfachmann eine der glänzendsten Lauf- ftzahnen hinter sich hatte. Er war schon in ganz Hungen Jahren anerkannte Autorität auf dem Ee- ;Hete des Geldwesens und hatte als Direktor Der Deutschen Bank auch bewiesen, daß er praktisch etwas von seinem Fache verstand. Mit Der Sicherheit und dem Selbstbewußtsein des Fachmannes übernahm er im Jahre 1915 die verant- »oriungsvolle Aufgabe des Reichsfchatz- fekretärs. Und feit fener Zeit ist Karl Helffe- rich aus dem öffentlichen Leben nicht wieder verschwunden.
I So sehr er bis dahin von allen Seiten aner- ikannt war, so umstritten ist seine Position im Öffentlichen Leben stets gewesen. Man hat ihm vorgeworfen, daß er während des Krieges eine falsche Finanzpolitik getrieben habe, und Cinche seiner böswilligen Kritiker haben ihn als n Vater der Inflation bezeichnet, weil «t nach ihrer Ansicht während des Krieges, eine große Schuldenlast auf häufte, anstatt sofort durch -Schaffung kräftiger Steuern die Ausgaben nach Möglichkeit zu decken. Diese Kritrk aber ist Hinterher leicht und sie ist jedenfalls ungerecht, tzenn der unglückliche Ausgang des Krieges hat durch alle unsere Rechnungen, nicht nut durch un= |ere Finanzrechnungen, einen Strich gemacht.
’■ , H^lHerich hat jedenfalls in feinem Amte bewiesen, daß er ein ganzer Mann war und
Hm dkl SMttWdiMMt.
Die englische Antwortnote auf die Sachverständigen» berichte.
London, 25. April. Der diplomatische Mit« atbeiter des „Daily Telegraph" schreibt: Die englische Antwort auf die letzte Note der Repa- ralionskommission betreffenb der Sachverständigengutachten werde von einem Augenblick zum andern In Paris eintreffen. Wenn mit der Absendung der j -Ri te e:was gewartet wurde, so geschah eS. weil daS Foreign Office Wert darauf legte, die Ansicht der Dominions zu erbitten. Die Sachverständigenberichte wurden in den letzten Tagen, wie der Mitarbeiter weiter zu melden weiß, von den verschiedenen in London anwesenden Ministern be< englischen Kabinetts eingehend erörtert, u. a. auch auf einer Konferenz, die kürzlich im Foreign Office stottgefunden hat. Der allgemeine Inhal^de^MAk lischen Antwort könne nach der Erklärung M Donalds im Unterhause, wonach er den Dachver- ständigenbericht ungeteilt annehme, keinem Zweifel unterliegen. Der Premierminister sei in seine« Entschlüsse, eine Aussprache betreffe»b Me