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V Der Reichswahlausschuß bat über die Reichs- Wahllisten der einzelnen Parteien nunmehr entschieden. Damit ist der Aufmarsch der Parteien zum Wahlkampf abgeschlossen, und in zehn Tagen wird der deutsche Wähler berufen sein, durch di« Abgabe seines Stimmittels jüne neue Volksvertretung zu wählen. Das deutsche Wahlrecht ist . angeblich urdemokratisch, tatsächlich aber beschränkt es das Recht des Wählers, zu wählen, auf ein ganz geringes Maß, da aus der Ab« itzabe des Stimmittels eine ganze Reihe wahltrchniicher -Folgerungen entstehen, bei denen der Wähler überhaupt nicht mehr mitzurrden hat. Wenn man daS jetzige ^Wahlrecht charakterisieren will, so muß man es als 'rein schematisch bezeichnen. Es ist nur insofern demokratisch, als es einer jeden abgegebenen Stimme bas gleiche Gewicht sichert. Die Nachteile, die mit einem solchen rein schematischen Wohlverfahren verbunden sind, sollten nach Absicht der Regierung durch eine ziemlich tief Änschneidende Wahlresorrn besristgi oder gemildert »erden. Daraus ist aber bei der Kürze der Zeit, die dem Reichstag noch zur Verfügung stand, nicht s geworden. Nan hat sich infolgedessen mit der Aenderung. rin* .einer Punkte begnügen müssen, hat dagegen das Listen- hstem und auch die Zahl der Abgeordneten unangetastet gelassen. Bei dem früheren Wahlrecht — das ähnlich, heute noch in England in Geltung ist — unterlag im Wahlkampf ein Kandidat dern anderen und damit gingen s>ie Stimmen, die auf ihn gesa-len waren, verloren. Das Listenwahlshstem sammelt alle Stimmen und verteilt sic restlos so, daß nach Möglichkeit keine davon verloren geht. Rur wenn eine Partei mit ihren Stimmen unter einer gewissen Mindeftgrenze bleibt, so fällt sie damit unter den Tisch. Diese Mindeftgrenze beträgt 60 000 Stimmen. Aus 60 000 Stimmen entfällt nach dem neuen Wahlgesetz ein Mandat. Bringt es eine Partei in irgend einem Wahlkreise nicht auf 60000 Stimmen so kann sie auch kein Mandat erhalten Auch aus dem Umweg über die Reichs krste geht es nicht, da auch auf der Reichsliste einer Partei nur höchstens so viel Abgeordnete als gewählt gelten, als in den Wahlkreisen gewählt sind.
Es bleibt allerdings ein Mittel, die Stimmen zu: Geltung zu bringen. Dies ist die Listenverbindung. Wir haben in Deutschland 25 Wahlkreise, die mit Ausnahme des alleinstehenden Ostpreußens als Nachbarlreise untereinander zu 16 Wahlkreisverbänden zu'ammengefaßt sind. Innerhalb eines Wahlkreisverbandes kann eine Lisien- verbindung stattfinden. Dadurch wird erzielt, daß die rin den beiden Wahlkreisen abgegebenen Stimmen für die verbundenen Listen gemeinsam gezählt werden. Wenn also in dem einen Wahlkreise aus einen Wahlvorschlag beispiris- weise 100 000 Stimmen entfallen sind, in dem andern Wahlkreise dagegen 80, so werden die in dem letzten Fall, vberschießenden 20 000 Stimmen den 100 090 Stimmen der andern Liste zugezählt, sodaß dort zwei Abgeordnete als gewählt gelten. Selbstverständlich geht Nie Rech-, inung nur in ganz seltenen Fällen so genau auf. Es bleiben auch bei der Zusammenlegung noch überschießende Reststimmen, die dann aus die Reichswahlliste übertragen werden. Damit dieser Uebertrag erfolgen kann, besteht die Vorschrift, daß innerhalb eines Wahlkveisverbanbes- nur dann die Verbindung der Wahllisten gestattet ist, wenn beide Listen demselben Reichswahlvorschlag angr- schlossen sind. Ein Beispiel für die Ausnutzung dieses Systems haben wir in der „Nationalliberalen' Vereinigung", die ihre Listen überall mit dem RcichSlandbund verbunden und mit diesem zusammen eine gemeinsame Reichswahlliste aufgestellt hatten. Sie hat auf diese Weise Aussicht, durch die ReichSwahlliste eine Vertretung im Reichstag zu erhalten. Die Listcnver- bindung innerhalb des WahlkreiZherbandes ist kein Zwang Unterbleibt sie, so gehen die Reststimmen b?r betreffs Leu Liste unmittelbar auf den Reichswahlvorschlag über. ES ist Sache der Parteitaktik, zu berechnen, ob die übec- zähligen Stimmen innerhalb des Wahlkveisverbandefi ober besser auf der Reichswahlliste Verwendung finden.
An allen diesen Folgerungen hat der Wähler keinen Anteil. Er gibt seinen Stimmzettel ab und wählt damit, nicht nur den oder die Abgeordneten, die ihm im Wayl- kreis präsentiert sind, sondern auch die verbundene Liste des Wahlkreisverbandes unb die Reichsliste Auch die Nachwahl fällt vollständig fort, stirbt ein Abgeordneter,
Nachdruck verboten.
Die Herweghs.
Roman von Liesbet Dill.
Urheberrecht bei M. Feuchtwanaex, Halle a. S.
12. Fortsetzung
Vorläufig brachte man es nur zu einer Reihe ste'.fer Diners in Kollegenkreisen, die man mit ebensolchen Wendessen erwiderte. Den Glanzpunkt des Winter bildet« ein Dali beim Präsidenten, wo Grete alle Spitzen Rheinaus wenigstens einmal in der Rühe sah. „Wenn du doch wenigstens in einem Korps gewesen wärst!" klagte sie ihrem Mann. Was hatte man von diesen „guten allen Freunden", die das Haus nur betraten, um ihr Cello, ihr« Bratsche zu stimmen und mit Ernst bis in die Nacht hinein zu musizieren, und die schon bei Tisch von ihren Quartetten und Trios anfingen. Da hatte Lutz doch ganz andere Verbindungen ... ,
Er war als Fahnenjunker in ein Fußartillerie- Regiment eingetreten, statt zu den Husaren, „wo er eigentlich hingehSrte". Wer Ernst konnte nicht für den Zuschuß aufkommen, den ein Husaren- leutnant braucht. And die gute Großmama stellte sich taub. „Was hab' ich dir gesagt .... ich hab' die ganz' Familie Kvllin geheiratet und du heiratest die HerweghS..."
„Geh, Großmutter, wozu brauchst du denn das diele Geld. Der arme Junge muß nun bei ben Fußbomben eintreten. Die sind doch lang nicht so schick wie die Husaren..."
Wer die alle Frau war eigensinnig.
„Fußartillerie, das sind solide Leut ", sagte sie, „unb man braucht sie doch viel nötiger wie die windige Husare."
Von ihrem Vater wagte Grete nichts mehr zu
Verlangen. _____ , _____. -_______ _
so rückt der nächste nach. Ob hier einmal eine Aenderung erfolgt, steht dahin. Vorläufig hat man nur im Wahl* verfahrcn selbst etwas geändert, und zwar den Sti Minze 11 e l. Das Reich bezobll? zwar die Stimmzettel aucb schon bei den früheren Wahlen — durch spätere Rückerstattung an die Parteien — dagegen blieb die Herstellung und die Verkeilung her Zettel den Parteien selbst '-erlassen, dabei bildete die Verteilung noch einmal am Wahltag einen Höhepunkt der Wahlschlacht. Sicher ist jeder Wähler schon einmal darauf stolz gewesen, daß sich die Zettelverteiler um ihn vor dem Wahllokal gerissen haben. Das fällt jetzt weg. Es gibt einen amtlichen Einheitsstimmzettel (eine weitem Schematisierung des Verfahrens), auf hem die sämtlicher, Wahlkreise mit einem Stichwort verzeichnet sind. Hinte jeder Stichzeile ist ein leerer Kre-.s. Die Ankreuzung dieses Kreises bedeutet, daß der dazugehörige Wahlvorschlag gewählt ist.
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Isrnei, 6iie! nnl Sgort.
„Quer durch Ohm- und Lahntal" (155 Klm.).
Das erste Rennen im Landesverband Hessen, das für den ganzen B. D. R. offen war, wrirde zu einem vollen Erfolge des Veranstalters des Gaues Lahn. Als Organisator zeichnete der bekannte Bundesvertrri'r Earl Noll- Kirchhain. So war denn auch die Strecke bis inS Kleinste auf das Sorgfältigste groß organisiert. G öße Menschenmengen umlagerten den Start, die Strecke und das Ziel Neberall winlle man den Fahrern entgegen Während die B.-Gruppe aus dem Nachwuchs des Gaues Lahn bestand und nur 95 Kilometer zu fahren batte, führte das Rennen der Gruppe A. durch teilweise recht gebirgige Gegenden. Das Rennen begann morgens um 8 Uhr in Kirchhain. Hinter Treysa setzte dann im Gebirge energisch der Kamps ein. Es wurde nun während 10 Kilom. unerbittlich unJ bart gerungen und als die Spitze das gewundene Gefälle nach Petersburg hinunter jagte, bestand sie nur noch aus dem Frankfurter Gugau. dem Gießener Deibel und dem Gerolzhofener Kreuzpointner. Am Ausgange vor Marburg ließ der ein überlegenes Rennen fahrende Gugau den Gerolzhofener hinter sich und als Deibel wenig" Kilometer später eine Schwäche bekam, zog der Frankfurter alle Segel auf. Wuchtig kämpfte er mit seiner ganzen Kraft gegen den Wind dem Wendepunkt Gießrn entgegen, den er mit 3 Minnttn Vorsprirng erreichte. Mit dem Wind im Rücken gewann er dem Fek> weitere drei Minuten ab und nach 1 Uhr konnte er unter großem Jubel ungeheurer Menschenmas'en seinen Einzug in Kirchhain halten. Deibel vermochte seinen zweiten Platz zu halten und auch Kreuzpointner vermochte seinen dritten Platz sicher zu behaupten. Der junge Gerolzhofener Schröck fertigte im Spurt beim Kampf um den vierten Platz den Hanauer Plessel und seinen Landsmann Krug ab. Der Gerolzhofener Böttgen, der durch zwei Defekte zurück gefallen war, wurde zwölfter Mit Kreuzpointner. Schröck, Krug unö Böttgen hatte der Gerolzhofener Ver* ein die beste Zeit des Tagest er errang wohlverdient ven Vereinspreis.
Die Gruppe B. legte von vornherein gleich ein äußerst scharfes Tempo vor. Gießen wurde von einer immerhin noch starken Spitzengruppe erreicht Tuchhardt-Alsfelb, Keßler-Marburg (85) sowie die Kirchhainer Vestweber uns Pansch waren hierbei die Besten. Sieger wurde Tuch* Hardt-Alsseld, welcher sich den Leuten der A -Klasse an-- zuschließen vermochte und so einen wohlverdienten Sv:g heraus fuhr.
Nachstehend die Sieger:
Gruppe A: 1. Otto Gugau, Frankfurt, 5.15. 2. August Deibel, Gießen, 5.23. 3. Kreuzpointner, Eerolz- hosen, 5.31. 4. Schröck, Gerolzhofen, 5 38. 5. Plessel, Hanau, 5.28.10. 6. Lorenz Krug, Gerolzhofen, 5.38.30. 7 Fr. Fritschle, Frankfurt, 5.39. 8. Michael Budecker, Quartett Frankfurt, 5.40. 9. Albert Emmerich, D. O. Frankfurt. 5.40.15 10. Hamann, Göttingen, 5.43. 11. Herrn. Schevv, Wanderlust Frankfurt, 5.43.10. 12. Böttgen, Gerolzhofen, 5.43.15. 13. Konr. Ehrbardt, Kirchhain. 5.47.20. 14 Spreng. Mannheim, 5.47.30. 15. Clio Wittmann, Quartett Frankfurt. 5.50. 16. Eugen Leidlein. Quartett ^Frankfurt, 5.50.45. 17. Ed. Schätzlein. Quartett Frankfurt, 5.52. 18. Trapp, Göttingen, 5.59. 19. Herrn. Strack, Adler Frankfurt, 5.5910. 20. Ernst Roth, Darmstadt, 6.03. 21. Artur Böttgen, Quar- ■HMMBaMBaBMnteKSKMMaasaManannBnanaB
So kam der schöne Lutz zur Fußartillerie nach Mainz.
Wer et hatte ein glückliches Naturell.
Er schrieb seiner Schwägerin: „Ich bin ru- srieden. gehe es, wie es will. Ein freies Leben führen wir, ich hab' einen famosen Vorgesetzten, ein frisch-fröhlicher Ton herrscht im Regiment, es sind fidele Kerle, mein Bursche kann kochen, und meine Wirtin ist taub."
Frau v Herwegh war beruhigt, daß -*r „wenigstens unter Rheinländern" war, der arme Junge.
Grete war gewiß keine Briefschreiberin, aber wenn ein Brief von Lutz ankam, setzte sie sich gleich <m de? Schreibtisch, um ihn zu beantworten. Ost kam sie vor Lachen nicht weiter...
Zeig meine Briefe um Gottes Witten n-cht unferm Emst, schloß Lutz jedesmal. And sie waren auch nicht geeignet, im Familienkreis dorgelesen zu werden, aber sie amüsierten Grete.
Mas ihr euch nur zu schreiben habt, wunderte sich ihr Mann.
„Willst du ihn lesen? — Ditte."
Sie reichte ihm den rosafarbenen Brief.
„Rein danke," Vehrte Ernst. Er konnte sich das olles denken, was Lutz schrieb. Wenn Grete lieber, statt solche Briefe zu schreiben, Klavier geübt hätte. Wer die junge Frau entwickelte mit einemmal Haussrauentalente. Es machte ihr Spaß, mit den dicken Marktweibern, die unter ihren grauen Riesensonnenschirmen auf dem Markt sahen, zu handeln. Ihre Wohnung war stets mit Blumen g.schmückt, überall standen eingepsianzte Z.ai dinieren, Blumentische und frische Blumen in Vasen, vor dem Fenster blühten Geranien in weißen Käfter, die im Herbst durch Erika und an Weih- nachten durch kleine Tannenbäumchen ersetzt luur- den.
„Was sein muß, muß sein."
Die Familie war sich darüber einig, daß sich die junge Frau entschieden anders entwickelte, wie,
rett Frankfurt, 8.03.30 22. Toni Zölle, Quartett Frank- hirt. 6.09. 23. Eugen Schärps, Edelweiß Srantfurt, 6.10. 24. Jos. Ulrich, S D. Frankfurt, 6.10.15. 25. Ludw. Erb, Wanderlust Frankfurt, 6.10.20. 26. Georg Pfcuffer, Quartett Frankfurt, 6.16.
Gruppe B: 1. PH. Duchhardt, 1800 Alsfeld, 3.27. 2 Heinrich Keßler, Marburg. 1885 Marburg, 3.27.30. 3. Heinrich ffiorr, Butzbach, R. S Butzbach, 3.30. 4. August Vestweber, Kirchhain, R. S 1904, 3.30.02. 5. August ffiorr, Butzbach. RS. Butzbach, 3.30.02. 6. Wilh. Kraft, Weilburg. R. S 1890, 3 30.20. 7. Fritz Pfeiffer, Dreistiefenbach, R V. Siegern 3 35.10. 8. Herrn. Zinn, Alsfeld, R.S. 1890, 3.35.20. 9. Heinr. Pansch, Kirchhain, R S. 1904, 335.30. 10. Rich. Bläßer, Alsfeld, R S. 1890, 3.35.40. 11. Konr. Debelius, Beltershausen, R V., 3.39. 12. Ludw. Jsbach, Dillenburg, R. S-,
3.39.10. 13. Fritz Sogt, Wetzlar, R.S. 1887, 3.42. 14. Scinr. Vorbach, Butzbach. R. S., 3 42.10. 15. Emil Seß, Gießen, R. V. 1885, 3 42.15. 16. Eduard Rösch, Wetzlar, R S-, 3.42.20. 17. Willi Hahn, Kirchhain. R. S. Einigkeit. 3.43. 18. Martin Stiller, Beltershausen, R. S-, 317. 19. Willi Riage, Siegen, R.V. Berg u. Tal, 3.48. §0 Milli Ruhl, Gießen, R D Germania, 3.48.10. 21. Walter Göbel. Wetzlar, R S. 1887. 3.48.15. 22. Albert Menstnger, Weilburg, R.V. 3.48 20. 23. Fritz Vorn, Gießen. R. V. Wanderer, 3.48.25. 24. Jobs. Lauer, Boltersbausen, R S, 3 56 25. 25. Emil Heß, Gießen, R V. 1885, 3.57. 26. Bernd. Marr, Wetzlar, R.S., 3 57.30. 27. Friedrich Eerwig. Marburg, R.V. 1891, 3 57.40. 28. Kurt Holzmann. Marburg, R. S. 1885, 3.57.55. 29. Richard Marr, Wetzlar, R.S. Wandenr., 3.57.50. 30. Adolf F-'dhausen, Weilburg. R.S. 1891, 3 57.55. 31. August ffiörge. Kirchhain. R V Einigreit, 4 00. 32. Karl Heiland, Dillenburg, R. S.. 4.05. 33. Ludwig Deibel, Kleinseelbeim, R. S. Einigkeit, 4.05.30. 34. Hans Bonder. Marburg. R.S. 1891. 4.05.40. 35. Karl Drob. Wetzlar, RS.. 4 05.55. 36. Otto Scheid, Butzbach, R S , 4 08. 37. Paul Hnaemctter. Butzbach. 9i V., 4 08.10. 38. Jobs. Sinne, Simtshaufen, R. V. 4 11. 39. Willi Apfelbaum, Siegen, R.V. Berg u. Tal, 4 11.10.
Senioren: 1. Möller-Wetzlar. 2. Kompf-Eießen. 3. Unverzagt-Gicßen.
Mitteldeutsche Dau ervr Lfun g sfah r t Nir Motorräder. Am 4. Mai veranstaltet der Frankfurter Motorrad-Klub e. S. Frankfurt a. M. fine große Zuverlässigkeitsfahrt für Motorräder aller Stärken mit unb ohne Beiwagen. Die Strecke für Kleinmaschinen bis 350 ebem (3 PS Maschinen) beträgt 350 Kilometer und führt von Frankfurt über Hanau. Friedberg. Bad Raubeim. Gießen, Marburg, Cölbe (1. Kontrolle), Biedenkopf, Laasphe, Creuztbal, Siegen (2 Kontrolle), Betzdorf, Wissen, Altenkirchen (3. Kontrolle), Hachenburg, Kirburg, Rennerod, Weilburg, Bad Homburg, Frankfurt (4. Kontrolle und Ziel). Die schweren Maschinen fahren 450 Kilometer: Frankfurt, Hanau, Schlüchtern, Fulda (1 Kontrolle), Lauterbach, Alsfeld, Kirchhain, Cölbe <2. Kontrolle) und von da weiter die Strecke der Kleinmaschinen (f. oben). In Marburg treffen die Kleinmaschinen ab 10 Uhr norm, ein und in die Kontrolle Cölbe alle Maschinen ab 10.15 Uhr. Der erste Preis ist ein fabrikneues Motorrad. Die anderen Preise sind ebenfalls sehr wertvoll. Alle Fahrer erhalten außerdem eine hübsche Auszeichnung. Meldungen mit 10 J( Einsatz und genauer Angabe der Adresse, der Maschine, mit oder ohne Beiwagen sind bis 30. Avril 1924 an den Sportleiter Fritz Pullig, Frankfurt a. M., Böhmerstraße 3, zu richten. Nach Eingang der Meldung erhält jeder gemeldete Fahrer die genauen Start- und Fahrtbestimmungen zugesandt.
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Kunst und Wissenschaft.
Ein Bund deutscher Aerztinnen.
# Wie die „Deutsche Medizinische Wochenschrift" mitteiit, ist ein Bund deutscher Aerztinnen gegründet worden. Der Bund bezweckt den Zusammenschluß aller Aerztinnen Deutschlands sowie die Bearbeitung sozialhygienischer Fragen vom Stand- prlnkt der Aerztin als Frau, die Ausarbeitung von Vorschlägen für die sozialhygienische Gesetzgebung oon demselben Standpunkt ans, sodann Sorge für die nicht mehr arbeitsfähigen älteren Kolleginnen und Unterstützung der jungen Medizinerinnen. Die wissenschaftliche Bearbeitung medizinischer Fragen und die Vertretung wirtschaftlicher Interessen nach außen gehört nicht zu den Aufgaben des Bundes.
—■nwiwm i—i eaaMMMB—— cs bei Gretes flatterhaften Anlagen geschienen halte. Bald steckte die eine, bald die andere Frfivlcin Schm dl kam, um mit ihren grauen Rügen in den Hellen Zimmern herumzuspähen, ob es Ernst Schwiegermutter den Kopf zur Tür herein, oder „auch wirklich gut hatte".
Wenn die Blumentische, die Goldfische und der Papagei in seinem vergoldeten Käfig besorgt waren, dal Kopenhagener Porzellan im Salon abgestaubt war und die perfekte Köchin, „das Emma", seine Ar Weisungen erhalten hatte, kleidete sich Grete an und ging zu „ihrer Mama". Richt zu Frau Kolkin, srndcrn nach Mainzersttaße 4.
Mir der Schwiegermama konnte man . alles" besprechen. * Sie lieh sich Rezepte und bekam An- we-süpgcr, wie man „dem Emma", dieser unverfälschten Peile vom Lande, das Servieren bet« bi achte.
Lils Frau v. Herweghs erstes Stubenmädchen damals in Ostrowo sie fragte, wie man Betten mache, hotte Frau v. Herwegh erwidert, „das weiß icy nicht, ich war noch nie Stubenmädchen."
D iese neue Mama war einfach köstlich. And so lustig und urgemütlich war es bei ihr.
Die Töcaierabende hatte man so eingerichtet, daß die Generalin, die phantastische Zaubermär- chcn bevorzugte, in „Oberon" in neuer Ausstattung oder „Die Königin von Saba" mit Frau v. Herwegh ging, während zu den Schauspielen sich Fräulein Schmidt Liane ansmloß, die Opern wie „Lohengrin" und derartige Maskeraden verabscheute.
Da zu diesen Abonnementsabenden nun auch diejenigen der Koltins dazukomen, so war einem westgch nd?n S;e.*terb.b3rfn'S Rechnung getragen, und wer die Telephongesvräche, die zwischen den Familien Herwegh, Kvllin und General Ludlvi- gcrs hin- und hergingen, belauscht haben würde, hätte geglaubt, daß sich das Leben in der Mainzer Straße hauptsächlich um Vorstellungen im
Zweites Blatt
Rr. 97 * *
Freitag, 25. April
1924
Amtliltze MiilntnMiillM
des Landratsamtes Kirchhain.
Bei den letzten Bränden in Allendorf, Neustadt und namentlich in Eroßseelbeim sind die Ortsseuerwehre« so rasch am Brandort erschienen unb baden so umsichtig und tatkräftig eingegriffen, daß man des Feuer« bald Herr werden konnte.
Für dieses pflichtmäbige und vorbildliche Handeln wird obigen Feuerwebren hiermit öffentlich Dank unb Anerkennung zugleich im Namen de» Kreisbrand» Meisters ausgesprochen.
Kirchhain, den 15. Avril 1924.
Der Landrat: v. Gilsa.
Auf Grund der Verordnung des Herrn Regierungspräsidenten vom 1. April 1924 wird die Gültigkeitsdauer der für das Jahr 1923 ausgestellten Erlaubnisscheine zum Handel mit Butter und Käse hi« zum 1. Mai 1924 weiter ausgedehnt.
Kirchhain, den 9. Avril 1924.
Der Landrat: v. Gilsa.
Rache ichung der Rabe, Wagen und Gewichte.
Im Kreise Kirchhain wird die durch 8 11 der Maß- und Eewichtsordnung vom 30. Mai 1908 vorgeschriebene Nacheichung aller Meß- und Wiegegeräte in diesem Jahre wie folgt durchgeführt:
Bom 1. Mai bis 2. Mai in Schiffelbach, Nacheichungs- lofal: Saal des Gastwirts Wilhelm Völker, für Schiffelbach.
Lfim 13. Mai mittags bis 16. Mai und vom 19. Mal mittags bis 20. Mai in Wohra. Saal des Gastwitts Zulauf, für Wohra, Langendorf, Hertingshausen
Som 21.—23. Mai in Halsdorf, Gastwirtschaft Wilhelm
Engel, für Halsdorf, Albshaufm. !
Bom 26. Mai mittags bis 28. Mai in Josbach, Saali des Gastwirts Witwe Hauck, für Josbach. i
Som 2. Juni mittags bis 4. Juni in Ernstbausen, Saal- des Gastwirts Johannes Schunk, für Ernstbaufen,- Wolferode. ’
Som 5 —6. Juni unb 11.—13. Juni in Erksdorf, Saal des Gastwirts Konrad Damm, für Erksdorf, Hgtz« Lach
Som 16.—17. Juni fn Speckswinkel, Saal de» Gastwirts Wilhelm Sommer, für Speckswinkel.
Am 18. u. 20. Juni und vom 23.-24. Juni in Momberg, Saal des Gastwirts Willy Schmitt, für Momberg. )
Vom 25.-27. Juni unb am 30. Juni in Neustabt, Saal des Gastwirts Vom Schloß, für Neustadt.
Vom 1.—4. Juli mittags in Allendorf, Saal des Gastwirts Christian Wett, für Allendorf, Emsdorf.
Vom 7—8. Juli in Niederklein, Saal des Gastwirt« R. Schmidt, für Niederklein
Vom 9.—11. Juli unb am 14. Juli in Schweinsberg, Saal des Gastwirts Ludwig Gleiser, für Schweins-, berg, Rüdigheim, Erfurtshausen.
Vom 15.—17. Juli in Mardorf. Saal des Gastwirt» Wilhelm Raabe, für Mardorf.
Am 18. Juli und vom 21.—23. Juli in Holzbaufen. im neuen Schulsaal, für Holzhausen, Holzhausen-ffiut, Roßdorf.
Am 24. Juli in Amöneburg, Saal des Gastwirts Emil Rubi, für Amöneburg.
Am 25. Jnli und vom 28.—31. Juli in Grobseelheim, Saal des Gastwirts Wilhelm Eade, für Großseel- heim, Kleinseelheim, Schönbach.
Vom 1.—2. September in Anzefahr, Saal des Gastwirts Pfeffer, für Anzefahr, Sindersfeld.
Vom 3. -ü.Sevtember unb vom 8.—12. September in Rauschenberg. Saal des Gastwirts Seibert, für Rauschenberg, Burgholz, Schwabendorf, Wolfskaute, Simmeisberg.
Som 15.-19. September, vom 22.-26. September unb vom 29. September bis 3. Oktober in Kirchhain, in der städtischen Markthalle, für Kirchhain, Langenstein, Niederwald, Stausebach. ..
Kirchhain, den 14 April 1924.
Der Landrat: v. Gilsa. ’
Unverlangt eingesandte Manuskripte wecken nur yr rückaefchickt. mem, Rückporto brifieat.
Für die Schriftlcitung verantwörlt. Hans-Neorg Licht. Für den örtlichen unb Provinz. Teil: Wilhelm Wiener.
Sprechzeit der Schristleitung bis ‘/Jl Uhr vormittags.
-----------—■-«-—jsr’wsaiEaBnsn’sta« Op rn- oder Schauspielhaufe drehte. Im Sommer kam das Residenztheater mit neuen Operetten da- zr.fis ten — Zsik^je und Kurgartenfeste mit Feuer- iverk und doppeltem Orchester, oder Rheinfahrten mit dem .Freßschiff", im November der Andreas- maift mit Lachkabinetten und Schießbuden. Ka- russelS und frischgebackenen Waffeln, die herrlich im Freien schmeckten. Man wanderte zwischen Ln Buden aus und ab und bewarf sich mit Konfetti, da- W ihn achtlest brachte festliche Vorbereitung, n und Familiendiners, Fastnacht Bälle und Maskeraden, und dem Osterfest folgte der rheinische Sommer mit seinen warmen, mildes Hellen Nächten, den Ausflügen in den Taunus, und Kvllin spendierte Wagensahrten. ES war immer etwas „los".
Rur Liane blieb lieber lesend auf dem Diwan liegen. Man kann den Menschen ja nicht zum Vergnügen zwingen.
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An der Opernabenden, sobald sich die HauStüce hinter ihrer Mutter geschlossen hatte, verschwand auch Liane; sie nahm einen Wagen am Vahnhof und ließ sich durch die Kurhausallee zu ihrer Frenn- bin tragen, und der Lümmel benutzte die Gelegenheit, das Kaffee Alcazar zu besuchen, in dessen türkischen Gemächern einige Dauchtänzerinnen ihre Künste Preisgaben. Er hatte den Manager ,'uf der Riersteiner Kirmeh kennen gelernt. Er be» trieb die Beschleunigung des Abendessens, begab sich in Hut und Mantel selbst in die Speisekammer und holte einen Laib Brot, eine Wurst und die Tuiicibrfe. „Bringen Sie wat Bier, Trinr, ich habe Eile, wichtige Geschäfte rufen mich."
(Fortsetzung folgt.)
Wetterbericht.
Vorhersage bis Somstag Abend: Wollig, später auch
Regen, mitbe, Südwestwind. ----» , * » '•«.1