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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffm

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XL 95

Die ^Oberhejfilchr Zeitung" «richeint leckrmal wöchentlich. Lezugsvreis monatlich 2 Mark aurschlietzlich Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern tniolge Streit, oo. elemrnr.Ereignist« kein Eriah. Dermg non Dr. L. Hi?erotd. Druck der Uni».-Buchdruckerei ao« 5ob. Aug. Koch, Markt 21723. ^ernipiecher 55, BoKIchecktonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Mai«.

Marburg

MIM. 6M 23. Ami

Ostermond

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59. Ml.

1924

$ilnteri ml Ile Seite.

Hine Besprechung mit der Reparationskommisfion. I Paris, 22. April. Ministerpräsident Poin- Voi6 verhandelte heute mit dem französischen Dele­gierten in der Reparationskommission, tzmis B a r t h o u. Dieser Unterredung wohnten hei: der bekannte Sachverständige in Wirtschafts- Algelegenheiten S e y d o u x, der zweite Delegierte »rankreichs in der Reparationskommission M a u« Hatte und der politische Direktor im Ministerium des Auswärtigen Perretti della Rocca. Die Havasagentur berichtet, die Unterredung Habs «ch auf die Instruktionen erstreckt, die der franzö­sische Ministerpräsident dem französischen Delegier­ten in der Reparationskommission übermittelt habe, ks sei im Laufe der Unterredung dasv o l l k o m - Here E i nv e r stä nd n i s" über die bei der Lusarbeitung der Pläne der Sachverständigen zu befolgende Prozedur festgestellt worden.

DerTemps" schreibt:Wie man voraussehen konnte, sind die Entscheidungen der Reparations- Kmmission und die Haltung der französischen Re- ; Jierung von den gleichen Gedanken eingegeben, zu - einer raschen Lösung zu gelangen, teien praktische Grundlage der Bericht der Sachver- siändigen liefert. Der französische Delegierte in der Reparationskommission ist also vollkommen einig Mit dem französischen Ministerpräsidenten." Erst , morgen wird die R e p a r a ti o n s k o m m i s s i o n, »ie derTemps" ferner berichtet. Kenntnis von der Antwort der französischen Regierung und von den Antworten der anderen interalliierten Regierungen auf die Entscheidung der Reparationskommission wm letzten Donnerstag nehmen. Bis dahin sei es »icht angängig, die französische Antwort zu ver- Hffentlichen, die Louis Barthou im Hinblick auf die kommende Diskussion erhalten habe.

Zur französischen Rote.

Paris, 22. April. DerFigaro" bespricht die | Rote der französischen Regierung an die Repa- | »ationskommission und stellt die Frage, ob, i »ährend die Reparationskommission das unter- » »ehme, was ihrer Kompetenz unterliege, die Re- A gierungen untätig bleiben müßten Drei Fragen 1 könnten inzwischen unter den Alliierten geregelt 1 »erben: 1. Ob man von Deutschland 36 oder mehr Iahreszahlungen verlangen soll: 2. die Regelung ,1er interalliierten Schulden: 3. welch; Sanktionen -egen Deutschland ergriffen werden könnten, wenn sich nochmals seinen Berpflichtungen entziehe. ?Poinearä schlage also zwei Serien von Arbeiten vor, Me parallel nebeneinander gehen. Die eine sei das Werk der Reparationskommission und bestehe in der . Begrenzung der Kompetenzen und in der Verteilung her Arbeiten unter die Reparationskommission Mbit, die alliierten Regierungen und die deutsche Regierung: die andere sei das Werk der alliierten Regierungen und bestehe darin, sich über die Zahl der Anuitäten zu verständigen. Und wenn dann endlich der Plan der Sachverständigen zur Ausfüh­rung gebracht sei und die Maschine funktioniere, ^er auch erst dann werde Frankreich sehen, das Ruhrpfand gegen das allgemeinere Pfand, das der Man der Sachverständigen vorschlage, auszu­rauschen.

i'! Auch England wird der Ncpko antworten.

London, 23. April. Reuter erfährt, bah, nach» «en, die französische Regierung der Reparvtionskommission ifct Bezug aul den Sachoerständigenorricht bereits geant­wortet habe, die britische Regierung dies wahr- Ärmlich innerhalb der nächsten zwei oder drei Tage »n werde. Man sei der Ansicht, daß die britische : Js^.run9 den Standpunkt einnehmen werde, daß der l ^Bericht unteilbar, ift und als Garzes angenom- j wen werden müsse. Die gesamte Lage erscheine weiter i l Mmlich unklar. Es sei nicht ganz deutlich, wie sich Dinge weiter abspielen würden. Man sei in verant- wcrisichen Kreisen in London der Ansicht, daß das Haupt» V i Prt sein müsse, daß der Bericht angenommen, und so j MA wie möglich in Wirksamkeit gefetzt werde. Wenn erst einmal geschehen sei, könnten alle anderen Fragen »n den Alliierten ausgenommen werden. Der Sachver- , »ändigenbericht setzt keinen Gesamtbetrag für Reparatio- *u fest, und daher bestehe im gegenwärtigen Zeitpunit ,»etne Notwendigkeit, die Frage der toter- ierten Schulden zu erörtern. Diese Frage ®enio wie die der Sicherheit könne später ausgenommen Mrden. In London sei über eine interalliierte Kon­ten; und eine Zusammenkunft der Premierminister ^chts bekannt. Sollte sich eine derartige Zusammenkunft Dottvendig erweisen, so würde sie wahrscheinlich nicht vor X, MN französischen Mahlen im nächsten Monat stattfinden.

r Zunächst keine interalliierte Konferenz?

k London, 22. April. Der politische Redakteur des »Daiky Telegraph" erfährt, daß man in Brüs- P**, London und Paris augenblicklich ab- Urneigt sei, eine interalliierte Konfe- ?*n$ einzuberufen. Die Ersahrunaen die man Wt früheren Konserenzem gemacht habe, wirkten ab- s Weckend. Daher werde man zunächst die Berufsdiplo- - arbeiten lassen und erst hinterher würden die Rea.-e- ' deren Entscheidung zur Kenntnis nehmen ar jJ Beratung ziehe». i ; < t

Sie M iroiltfn M«c Donal) Ml Mmi.

London, 22. April. Der diplomatische Be­richterstatter desDaily Telegraph" schreibt in der offiziellen Aebermittelung des Dawes-Berichts an die en terten Regierungen durch die Rcparakions- komm.ssion trete die Kluft in Erscheinung die zu jeder Zeit seit 1919 die britische Ansicht über diese Frage von der französischen getrennt habe. Llnab- hüngig von den Weisungen, die Ministerpräsident Poinccre an Darthou erteilt habe, richte der fran­zösische Premierminister eine Rote an die alliierten Regierungen, in der er die Forderung Frak- reicks mit Bezug auf mehrere wichtige Fragen außerhalb der Sphäre der Reparationskommisfion auscinandersetze, mit der Forderung nach einem Mindestbetrag von 26 Milliarden. Der Korre­spondent ist der Ansicht, daß die Möglichkeit einer neuen Stockung der interalliierten Berhandlungen von der britischen Regierung ernstlich erwogen wer­den mußte, gemeinsam mit der Alternative einer ausgesprochen britischen oder britisch-amerikanischen Poliii!. Die Notwendigkeit einer derartigen Rller- naiibe sei glücklicherweise von einigen der Ra' jc'c der Regierung nicht übersehen worden.

DieTimes" führt in einem Leitartikel aus, die Regierungen seien jetzt direkt und gemeinsam ver- cntwortlich für die Sachverständigenberichte und für alles, was ihre weitreichenden Anempfehlungen für die unmittelbare Zukunft Europas bedeuten. Es gäbe keine Regierung in Europa, die die Ber» aniworiung übernehmen würde, Schlüsse zu verwer­fen, die von einem derartigen Gewicht sachver- ständ'ger Autorität und einer ungewöhnlich weit verbreiteten öffentlichen Meinung unterstützt wür- den Die Berichte beherrschten die Lage. Die Ent­scheidungen der Regierung über die Sachverständi­gerberichte könnten die Lag: Europas während der nächsten Monate entweder endgültig bessern oder tteil schlimmer machen. Im gegenwärtigen Zeit­punkt bestehe Grund, zuversichtlich zu fein. Die bri­tische Regierung habe sich auf den richtigen Stand­punkt gestellt, als sie erklärt habe, daß die Sachver- stänb genberichte als g n;es angenommen werden mußten. Allerdings wurden die Berichte sowohl in Frankreich, als auch in Deutschland mit weniger Schärfe kritisiert. Die deutsche nationalistische Kri­tik daran, die aus Wahlgründen übertrieben werde, sei einst ch negativ und zerstörend. Bon neuem hätten es die deutschen Extremisten klar gemacht, daß, trenn sie die Oberhand erhalten würden, der Hoffnung auf Frieden und Wohlfahrt in Europa ein Ende bereitet werden würde. Glücklicherweise habe die gegenwärtige deutsche Regierung einen weit klareren Blick für die Wirklichkeiten der Lage. Sie nehme die Bedingungen an und sei Bereit, mit- zuwirken, unter der Boraussetzung, daß der Borde- halt der Sachverständigen betreffend Wiederher- stellmtg ter der wirtschaftlichen Einheit Deutsch­lands, streng beobachtet werde. Rach Aufzählung der bekannten französischen Einwände, bemerk! die Times", sei England bereit, gewisse eigene Hoff­nungen entsprechend dem allgemeinen Intereffe des europäischen Friedens zu opfern. Entsprechende Op^er könnten jedoch auch von den anderen Län­der» erwartet werden. " :

Coolidge für eine Weltkonferenz.

Newyork,, 22. April. Präsident C o o 1 i d g e teilte in einer Ansprache <m dieAssociated Presse" von Ame­rika auf ihrem heutigen Jahresstühstück mit, daß er, nachdem eine endgültige Regelung der deutschen Repara- tinoen eingetreten sei, die Einberufung einer neuen Weltkonferenz zur Erwägung oon weite­ren Beschränkungen der Rüstungen und zur Kodifizierung des Völkerrechtes begünstigen werde. Der Präsident er­klärte, er sei nicht in der Lage, eine Formel zu verkünden, die den Weltfrieden garantieren würde; er gab jeooch der Ansicht Ausdruck, daß gemisst Dinge getan Werden könn­ten, um der Welt einen großem Teil der Last militärischer Rüstungen abzunehmen. Dst Washingtoner Konferenz habe vieles getan, um Eintracht und Wohlwollen unter den Nationen wiederherzustellen,' aber die Frage der U-Boote und der Luft- und Landstreitkräfte fei weiter'» hin ungelöst. Der Präsident leitete seine wichtige Mit­teilung mit der 'Erklärung ein, daß es untunlich erscheinen; würde, unter den augenblicklichen Verhältnissen eine- Aktion zu versuchen, indem er bemerkte, es sei kaum an­zunehmen, daß Amerika bei den übrigen Nationen in ge­eigneter Achtung stehe. Coolidge gab jedoch seiner An­sicht Ausdruck, daß Amerika geeignet sei. eine derartige Bewegung zu führen, weil die Stellung der Vereinigten Staaten derartig sei .daß ihnen vertraut Merde, unö daß die amerikanischen Geschäftsinsntute und die amerikanische Regierung des Vertrauens würdig erachtet würde.

Die Verhandlungen der Arbeiterpartei.

Paris, 22. April. Ramsah Macdouald be­suchte eine Versammlung der unabhängigen Arbeiterpartei in Lori und beteiligte sich als Mitglied der Partei awfcj

an der Diskussion. Dem Premierminister war zu ver­stehen gegeben worden, daß von ihm eine strikte Be­folgung der sozialistischen Glaubensbe­kenntnisses erwartet wird. Die Rede Macdonalds ist daher al- Antwort auf diese Anfrage aufzusassen. Den Abendblättern Zufolge sagte Macdonald, er bedauere, daß er in diesem Jahre nicht wse früher seinen Anteih an den Arbeiten der alljährigen Konferenz nehmen könnte. Was die Arbeiterregirrung anbelang;, führt er aus, so kann ich nur sagen: Ich kann nicht ver­sichern, daß wir immer nur das tun werden, was Ihr von unS verlangt. Es wird noch ein Weilchen dauern, bis wir endlich das volle Vertrauen Englands wieder hinter uns haben. Aber nicht nur die öfstntlich« Meinung des Londes, sondern dir öffentliche Meinung der galt« zen Well ist jetzt mit der Tatsrche vertraut, daß die Arbeitcrregierung nicht nur eine praktische Möglichkeit, sondern auch eine gute Sache ist. Nachdem Macdonald einige Vorwürfe zurückgewiesen und Andeutungen übe' seine Auffassung von der Ausgabe des Untersuchungs­ausschusses im Streik im Kohlenbergbau gemacht hatte, sagst er im Hinblick au eine Demission des Arbeiter- kabinettS:Ich weiß nicht, wie lange es noch im Ami bleiben wird. Das ist hier auch ziemlich gleichgürtig, gleichgültig nämlich, solange wir gute Arbeit leisten. Wir vrrhelsen der Well zu einer neuen geistigen Ein. Rettung. Wir bringen die Allgemeinheit zu der Ein- llcht, daß unsere Betrachtungsweise auch zu ihrem Vor­teil sein kann, und solange wir das zu tun in der Sagt sind, sinh wir bereit, mit unserer Arbeit fortzufahren Zu dieser Siebe ist zu bemerken, daß in politissch gut» unterrichteten Kreisen die Ausschreibung von N e u w a h - len innerhalb von sechs Wochen für möglich geholten wird. Diese Meinung steht im Zusammenhang mit der KrisiS in der liberalen Partei. Man nimmt indessen an, daß die Liberalen mit der Arbeiterpartei zu einem neuer­lichen Wahlabkommen zu gelangen trachten werden. Ob dieser Weg gangbar sein wirb, muß ab gewartet werden, da da» Bündnis mit ber Arbeiterpartei wohl in einem Teil der liberalen Kreise auf starken WLerfpruch stoßen wird. ; x

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London, 22. April. »Morning-Post" veröf­fentlicht einen ausführlichen Bericht ihres Bel­grader Korrespondenten zu dem rnmänifch -ruf- sischen Streit um Bessara bi en. Die Antwort der serbischen Regierung sei eine verhüllte Ablage. Diese habe geltend gemacht, daß bis zur Bi düng des Kabinetts, die vor nächsten Montag nicht erfolgen könnte, ein Entschluß in der wichtigen Frage eines Bündnisses nicht gefaßt werden lönnle. Der Korrespondent der «Morning-Post" HSÜ es für undenkbar, daß zwischen Jugoslawien und Ru­mänien ein Bündnis mit einer Spitze gegen Ruß­land zustande käme. Gewisse Bedeutung mißt inan in Paris und Belgrad der bevorstehenden Abreise des Parier serbischen Gesandten nach Belgrad bei.

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Entspannung.

Paris, 22. April WieNewhork Herold" aus Washington berichtet, hat der japanischeBotschaf- ter Staatssekretär Hughes mügetrill, er habe seine erste Erklärung nicht abgegeben, um zu drohen, unb auch nicht in der Abstcht. in die inneren Angelegenheiten der Vereinigten Staaten einzugrelfeu. Staatssekretär Hughes antwortete, bas frühere Schrei­ben deS japanischen Botschatters Rette eine freimütige und freundschaftliche Erklärung bar. Er sei überzeugt, daß der Botschafter in keiner Weise die Absicht gehabt habe, irgendeine Drohung auszusprechen oder durchblicken zu lassen. ,

Havas berichtet hierzu, in Washington glaube man, daß die von dem japanischen Botschafter abgegebene Er­klärung dir Zustimmung seiner Regierung habe.

Wie aus Tokio berichtet wirt', hat der Botschafter der Vereinigten Starten vorgefiern nachmittag eine lange Besprechung mit dem Minister des Arußern gehabt.

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Ofterbeguadigung im Ruhrgebiet.

Köln, 22. April. Wie die «Köln. Ztg." er. führt, find zum Osterfeste von den im Dezember we­gen der Vorgänge am Düsseldorfer Sonderbündler­tage verurteilten Mitgliedern der früheren Düssel­dorfer Schutzpolizisten sechs begnadigt worden. Sie mutzten jedoch am Montag das be­setzte Gebiet verlasien. Vier Polizeibeamte befin» den sich noch im Gefängnis.

Immer noch Ausweisungen.

Speyer, 22. April. Die Franzosen haben den Zollinspektor Settelmayer aus Berg samt seiner Familie aus der Pfal zausgewiesen und ihn sofort durch französische Gendarmen über den Rhein abgeschoben. Settelmayer war im April 1923, weil er während des passiven Widerstandes einem fran­zösische» Befehl nicht nachgekoimnen war, zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, im März dieses Jahres aber begnadigt worden, lieber den

Grund der jetzigen Ausweisung ist nicht» be­kannt.

Die Franzose» drohe« mit Erschieße«.

Darmstadt, 22. April. Das Kreisamt Groß« Gerau meldet, datz dort die Franzosen erklärt haben, in Zukunft auf jeden Zivilisten ohne Anruf zu schieben, der sich in der NGe der Draht­verhaue oder der Bahnlinie sehen lasse. Als Grund wird angegeben, datz in der letzten Nacht ein Draht­verhau durchgeschnitten worden wäre.

Um die Rheinschisfahrt.

Berlin, 22. April. Die seit Monaten zwischen der deutschen, französischen und belgi­schen Regierung schwebenden Verhand. l u n g e n über die für diese beiden Staaten in Auf­trag gegebenen Binnenschiffsneubauten im Zusammenhangs mit der Freigabe des von Frankreich in großem Umfange beschlagnahm­ten Nheinschiffsbaus wurden nunmehr zum Abschluß gebracht. Die Rheinschiffahrt muß, um die Freiheit ihres Betriebes zu sichern, wiederum vier Rheinraddampfer neuesten Typs und elf Kähne den Alliierten zu Eigentum überlassen. Die im un­besetzten Gebiet hergestellten Schiffsneubauten wer­den an Frankreich so bald als möglich abgeliefert, während die auf den rheinischen Schiffswerften lie­genden Neubauten nur zu einem Teil fertig werden.

Zugleich mit dem Abkommen zwischen den Re» gierungen hat eine Gruppe größerer Kohlen­reedereien mit der französisch-belgischen Trans- portkommisfion eine Regelung über die Repara. tionskohlentransporte getroffen, die bis zu irgend einer anberrociten Regelung dieser Frage zwischen den beteiligten Regierungen Geltung haben soll und die den beteiligten Reedereien bei teilweiser Uebernahme der Transportkosten freie Verfügung über ihren Schiffsraum gibt. Das Abkommen legt der Rheinschiffahrt neue schwer« Lasten auf, zu deren Erleichterung fich die deutsche Regierung zur Zeit außer stände sieht. Um so mehr müssen die Rheinschiffahrttreibenden erwarten, daß nunmehr die Herstellung der vollen Freiheit in der Rheinschiffahrt schnellstens durch­geführt wird und künftig unberührt bleibt. Den an dem Abkommen noch nicht beteiligten Fir- men ist der Beitritt zur Sicherstellung auch ihrer Freiheit offen gehalten.

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Hm Beuern.

Kahr wieder in München.

München, 22. April. Di«Münchener Neuesten Nachrichten" melden: v. Kahr ist am Sonnabend von seinem dreiwöchigen Erholungsurlaub aus dem Süden nach München zurückgekehrt. Wie verlautet, sollen Gerie- ral v. Lossow und Oberst Srißer noch einen Abstecher in die Schweiz gemacht haben.

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Deutsches Reich.

Die deutsch-polnische« Berhandlunge«.

Ge nf, 23. Aprib Die deutscheRegierunghak dem Völkerbundssckretariat eine neue Liste von 45 Personen mit umstrittener Staatsangehörigkeit überreichen lassen, di« im Widerspruch zu den von der polnischen Delegierten Kosminski bei De« deutsch-polnischen Verhandlungen in Genf abgegebene« Versprechungen durch Maßnahmen polnischer Behörde» geschädigt worden sind. Wie bereüS vor 14 Tagen bei Ueberreichung einer ersten Liste ersuchte die deutsch« Regierung auch jetzt wieder das Völkerbundssekretariat, lauf die Aufhebung der Maßnahme» hinzuwirken.

o. Montgelas f.

Berlin, 23. April. Der deutsche Gesandte ht Mexiko, Gras v. Montgelas, der Anfang Mär» wegen schwerer Erkrankung von dort hier eintraf, ist in einem Sanatorium in Schlachtensee am 22 April ge­storben. . . f- ;

Ei« Blutbad i« Buckow.j

Berlin, 21. April. Wie die Blätter berichten, wurde Buckow in der Mark am Ostersonntag nachmittag der Schauplatz einer großen Schlä­gerei zwischen Kommunisten u«d rechtsradikalen JugendbÜndlern, wo« bei ein Mitglied der rechtsradikalen Jugendbündler erstochen und ein junger Kommunist durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Einige in der Nähe weilende Förster trennten mit Gewalt bi« Kämpfenden und nahmen zwei Kommunisten fest, deren Freilassung jedoch wieder von den Kommu­nisten erzwungen wurde. DemLok.-Anz." zufolg« wurde noch ein zweites Mitglied der rechtsradikalen Jugend so schwer verletzt, baß er seinen Verletzungen erlegen ist. <|

Eleonore Düse f.

Berlin, 22. April. Wie aus Newyork ge» melbet wirb, ist in Pittsburg bie bekannt« italienische Schauspielerin Eleonore Düse, ble vor einigen Tagen auf ihrer Rundreise durch die Union an einer Lungenentzündung schwer erkrankte, gestern im Alter von 64 Jahren gestorben,