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$8ltns fioeol geora tos SnUlm.
t Man hat sich auf volnischer Seite in den letzten Ta- t wieder einmal Mühe gegeben, die Welt durch an-
Üches deutsches Unrecht an Polen zu beunruhigen, tfir. diesem Zweck greift man Fälle heraus, in denen hier 5ki dort polnische Land- oder sonstige Arbeiter ausge- Zekn worden sind. Mit dem Geschrei, das die Polen Bei derartige, meist unbewiesene, mindestens über- ♦tic6ene Fälle machen, versuchen sie die Schandtaten zu verbergen- die sie selbst im eigenen Land: gegen das Deutschtum begehen. Es handelt kick dabei um nicht *c6i und nicht weniger als um die Absicht, den kärg- «chen und dürftigen Schutz, den die deutschen wie die —deren nationalen Minderheiten in Polen genießen, in Zukunft illusorisch zu machen und dabei alles, was *icht polnisch ist, dem polnischen Fanatismus auszu- Kefern.
Diesen Weg bezeichnet klar und deutlich der Beschluß einci Kommission des polnischen Landtages, der dabin wj)t, den Schutz der nationalen Mfnder- t#iten durch ein gewisses Kontrollrecht des Dölker- b»ndsrates als unvereinbar mit der polnischen Souve- fänität zu bezeichnen Die Einführung dieses Minder- tzciten-Schutzes war seinerseits die schärfste Kritik, die hie Väter des Versailler Diktates an ihrem eigenen xserke ausüben mußten. In Aussicht gestellt batten sie kt> Sieg des Selbstbestimmungsrechtes der Völker und ^5 sie den Schaden ihres Tuns besahen, mutzten sie Wohl oder übel für den Schutz von Minderheiten sorgen, kt die sogenannten Friedensverträge unter Verhöhnung ks nationalen Selbstbestimmungsrechtes Millionen und Sbermillionen von Minderheiten von dem eigenen Bolksstamm abgetrennt und unter fremdes Joch gelungen hatten. Dies traf nicht nur auf die Tschechoslowakei zu, wo mehrere Millionen Deutsche wobnen. fcnbein hat auf Polen, das außer starken deutschen Minderheiten auch ftarfe ukrainische Elemente in seinen ^genwärtigen Grenzen vereinigt Der Minderheitenschutz soll diesen abgrsnlitterten Teilen das Recht auf eigene Sprache und auf eigene Kultur sickern. Deshalb M diese Einrichtung Polen von Anbeginn an ein Dorn fet Auge gewesen und es hat sich auf das Schwerste an den Rechten versündigt, die den nationalen Minderheiten in seinem Bereich zugesichert worden sind. Die Deutschen, die durch Vergewaltigung Oberschlestens an Polen kamen, klagen darüber, datz man ihre Schulen schließt, ihre Vereine auflöst und sie widerrechtlich von 6aus und Hof treibt. Dieselben schweren Vorwürfe trtefien die Deutschen, die durch Lostrennung der ehemaligen Ostmark an Polen gefallen sind. In der Praxis ist Polen schon längst dazu iibergegangen, die an M kümmerlichen Rechte der nationalen Minderheiten euf seinem Boden zu mißachten. Es ist aber dem »clnischen Parlament nicht genug, es will auch noch die glatte Aufhebung der Schutzbestimmungen, um seiner Brutalität ungehemmt di« Zügel schießen zu lassen.
Der Beschluß des polnischen Landtagsausschufses entspricht genau der Auffassung, die in führenden polnischen Zeitungen mit brutaler Offenheit vertreten wird. Er schreibt ein angesehener volnischer Schriftsteller Brnicn TochowSki in der „Gazetta Warszawska', fw einer der letzten Nummern' „Das künftige P o - jen. wieder hergestellt und stark, wird die Vorrechte der Nationalminderb eit« n ad- sch a f f e n, jene Vorrechte, die ihm durch einen englischen Schurken aufgezwungen worden sind." Mit liefern Schurken ist Lloyd George gemeint, der sein ebenes schlimmes Werk durch den Minderbeiten-Schutz wieder einigermaßen gutzumachen suchte Wie wenig ssck die Polen heute noch an diese Schutzbestimmungen fchren, beweisen außer den zum Himmel schreienden Magen bet Deutschen vor allen Dingen die Verhältnisse kn Galizien, wo die Ukrainer rücksichtslos unterdrückt werden. So hat Polen die ukrainische Uni» • elf i tüt in Lemberg kurzerhand geschlossen. 8 Millionen dieser Ukrainer bevölkern kölnisches Gebiet und doch dürfen sie eine einzige Universität oder Hochschule ihr Eigen nennen. Ukrainische Kinder müssen polnische Schulen besuchen und ihren Unterricht in fremder Sprache genießen. Um Wandel k schaffen, taten sich ukrainische Männer der Wissenschaft zusammen, um aus Privatmitteln eine Universität zu gründen, die sich lediglich der Pflege der Wissenschaft widmete und von Politik frei hielt. Trotzdem war Ne Universität den polnischen Polizeisckikanen vom ersten Tage an ausgesetzt. Und das Ende dieser Behandlung war die Zwangslösung der Universität. 56re Professoren und Besucher wurden zum Teil wie •meine Verbrecher behandelt.
Nachdruck verboten
Die Herrveghs.
Roman von LieSbe t Dill.
Urheberrecht bei M. Feuchtwarw«, Halle a. S.
8. Fortsetzung.
Di eganze Feier, das üppige Festmahl, dir schwelt m Weine, die fremden geputzten Gäste an der Tafel, «les nahm er hin rote ein Zuschauer ein Schauspiel,
ihn nichts angeht. Grete war liebenswürdig du ihm. wie noch nie, sie sucht ewieder gutzumachen. Rach dem Kaffee reichte er ihr endlich die Hand: „Es kst gut. Grete, ich bin fertig damit, wir wollen nicht wehr darüber sprechen."
„Du wirst mir auch später nie einen Vorwurf •lachen, Ernst, gelt?"
„Nein, das werde ich nie."
Sie gingen Arm in Arm in den Salon, denn Frust sollte etwas fingen, der Schwiegervater hatte tzs gewünscht.
Nach dem Kaffe« kam die Musik, das mußte so sein tri Herrn Kollin. , /
Das Klavier war mit Nippsachen bedeckt, die erst «Lgcräumt werden mußten, und Grete brachte ihren Ruten schätz herbei, der aus der Klavierschule für Anfänger, dem Klavierauszug des „Trompeters von Säk- Engat' und einem dicken Band, der „alles" enthielt, bestand. „Ernstes und Heiteres aus dem Reich der Sone." Ernst durchblätterte ihn wortlos. Es war gewiß vieles da. vom marcia a!la Turea aus den „Ruinen von Athen" bis zum neuesten kölnischen Fiale> Md,» mich für den Gesang war gesorgt: „Gib mein Herz, du süßes Leben" von Franz Abt; Karl Löwe And Mendelssohn waren vertreten, aber für Ernsts Kunden fand sich nichts. Nach einem schwermütigen. Ucdanlenderlorenen Präludium sang er das Brcchrns- §che „Veilchen".
Tas Klavier war weniger schlimm wie sin Aenße- ■ts. und bei den ersten Tönen legte sich der Stimmen»
Wie man siebt, steckt System in der Sache. In dem alten Deutschland gelangten die polnischen Bewohner zu Kultur und Wohlstand und doch wurde eine infernalische Welthetze gegen die angebliche Unterdrückung der Polen in Szene gesetzt Heute macht sich Polen fein Gewissen daraus, die nationalen Minderheiten auf eigenem Boden mit vollem Bewußtsein aus- zurotten. Der Völkerbund aber sieht diesen Schandtaten ruhig z u. Die Klagen der Deutschen und der Ukrainer sind auf der letzten Sitzung des Völkerbundsrates vertagt worden. So kann die Schandwirtschaft der Polen ruhig weitergehen.
9« 8nte her orleliWtn WM..
Di? Abstimmung in Griechenland hat, wie zu ertoartn war, für die Republik entschieden. Damit ist in der wechfelvöllen Geschichte dieses Landes abermals ein Akt von größter bramatifrfrr B we^ung geschlossen wordm. Als das anfsiändische Griechenland vor e-wa e nem Jahrhundert den Befreiungskrieg g g n die Türken geführt haft-, uralte d-r erste griechische Präsident, der Korfiote Eapr- disirias. sehr wegwerfend über die politischen Eigenschaften seiner Mitbürger. Er meinte, es sei rne Jl- lusswn zu glauben, als könne in Griechenland überhaupt eine Regierung auf konstitutioneller Grundlage errichtet werden. Er wurde dann auch im Jahrc 1831 ermordet und seine politischen Gegner fanden ihr Ende in lebenslänglicher Gefangenschaft. Ein trübes Anfangskapitel der neugriechischen Geschicht»!
Die Pro'ektoratsmäch e der Türkei England, Rußland und Frankreichs setzen bann Otto, den jungen' Sohn des Königs Ludwigs I. von Sanem auf den griechischen Thron. Während der Regentschaft, -die in seinem Namen geführt wurde, herrschten shr un» erq ui ckliche Zustände und auch König Ottos p-rsönliches Regiment war kein großer Fortschritt. Immerhin fand während seiner Regierung die moderne Zivilisation Eingang in Griechenland. Aber auf die Dauer fand er doch nicht Gnade vor dem griechischen Volke. Er wurde im Jahre 1862 abgesetzt und verließ das Land ungefähr in demselben Stile, wie es vor Kurzem König Georg hat tun müssen.
Es begann bann die Herrschaft der Dynastie Glücksburg. Bei einer Volksabstimmung über verschiedene Königskandidaten erhielt Prinz Wil he Im von Dänemark ganze sechs Stimmen. Um alle Eifersucht von vornherein zcu ersticken, hielten ihn die Schutzmächte gerade deshalb für den geeignetsten und deshalb kam er hn Oktober 1863 als König Georg I. auf den Thron der Hellenen. Die Wahl erwies sich als ausgezeichnet. Unter (tteorg I. nahm Griechenland einen großen Aufschwung und Georg war bei seinem Volke sehr beliebt. Trotzdem traf ihn im Jahre 1913 in Saloniki im Augenblick seines Sieges im Balkankrieg, der tödliche Dolchstoß. Sein Sohn und Nachfolger Konstantin wurde mit in den Strudel des Weltkrieges gerissen und machte alle Wechselschicksale zwischen jubelnder Verehrung und schmählicher Verbannung durch. Die griechische Ni« derläge auf klein asiatischem Boden besiegelt« ei gentlich das Schicksal der D hnastie, gegen die außer Vcniselos und die griechischen Demokraten.nun auch große Teile des griechischen Heeres standen. König Georg, der Sohn Konstantins, war eigentlich nie mehr als Gefangener auf griechischem Boden. Einen langen Bestand wird man nach diesem kurzen geschichtlichen Ueberblick der Republik Griechenland nicht voraussagen können.
Anerkennung Griechenlands.
Paris, 18. April. Der französische Gesandte in Athen ist von seiner Regierung beauftragt, die neue griechische Republik anzuerkennen, sobald die griechische Regierung ihm offiziell die Notifizierung zugestellt habe.
schwoll der Gäste im Nebenzimmer und legte sich auch Ernsts Groll
Musik...
Er fang das Lied „An ein Veilchen" ergreifend wie noch nie „Birg die Tränen der Wehmut, daß die Tropfen in beinern blauen Kelche aus der Seele des tmilten Jünglings flössen, der sein Leben verweint und den Tod ... den Tod wünschet..."
Tar.u wurde stürmisch „Meine Liebe ist grün" verlangt
Ernst wollte gerade beginnen, als vom dritten Stock herab plötzlich ein perlender Lauf erklang und eine Händelsche Chaconne herabtönte, klar uno entzückend er erkannte den temperamentvollen Anschlag der unsichtbaren Spielerin beim ersten Akkord... Das war „sie".
„Das Donnerwetter soll diese Person holen", sagte Kollin, der aus seinen kurzen dicken Beinen mit der Zigarrenkiste durch die Zimmer ging „Hat sie nicht genug daran, mir an den Wochentagen den Kaffee zu versalzen —
Und die Großmutter, die in einer schwarzen Spitzend anbe auf dem Sofa thronte und deren Geist nicht mehr ganz frisch war. erhob sich, um ihrer Mitbewohnerin zu lagen, daß ihr Spiel heute störe.
Kurz darauf >chwieg bas Klavier im oberen Stock.
An den Wänden hingen die Früchte von Gretes Malstudien, in Oel- und Wasserfarben, auf Tellern von Blech und Biskuit, und ein Ofenschirm mit leuchtenden Mohnblumen bewies, daß. Grete an den Farben nicht gespart hatte.
Tie kühle Liane ging mit ihrer Lorgnette wortlos von einem Gegenstand zum anderen, sie langweilte sich entsetzlich.
Dieses Festmahl endete trotz Ernsts trüber Stimmung noch sehr lustig, und der musikalische Höhepunkt bestand in drnr Doppelodlermarsch mit einem an das Pedal befestigten Zigarrenkästchen, das diesen schnei- bigrn Marsch tauschend m'ttrommeltr, nutzem Emst öie uruerr Klavierwand ausgehoben hatte.
Sie MgnmMm löt MmMWN oll ShliMnet* nd MpnWWem.
Die im „Rcichsministerialblatt" vom 2. d. Mts. veröffentlichten Vierten Durchführungsbest imm ungen ordnen an, datz zur Abgabe einer Einkommenssteuer-Voranmeldung ohne b e- ondere Aufforderung verpflichtet sind:
1. Personen, die in einem Vorauszahlungsab- chnitt Einkünfte:
a) aus dem Betrieb eines Gewerbes einschließlich Bergbaus,
b) aus Grundbesitz einschließlich des Einkommens aus Vermietung und Verpachtung (aber nicht aus dem Betriebe der Land- und Forstwirtschaft),
c) aus freien Berufen und anderer selbständiger Arbeit.
d) aus sonstigen Einnahmen im Sinne der §§5, 11 E. St. E. bezogen haben.
Zu a bis d nur: wenn die Bruttoeinkünfte insgesamt mehr als 500 Mark betragen haben, e) Personen, die in einem Kalendervierteljahr
Bruttoarbeitslohn von mehr als 2200 Mark bezogen haben, sowie Personen, die in einem Kalcndervierteljahr Arbeitslohn und Einkünfte der unter b, c und d bezeichnenten Art bezogen haben, wenn der Bruttoarbeitslohn unter Hinzurechnung der Bruttoeinkünfte mehr als 2000 Mark betragen hat.
2. Personen, deren Verbrauch in einem Kalendervierteljahr mehr als 2000 Mark betragen hat, wenn die danach zu berechnenden Vorauszahlungen höher find, als die insgesamt zu entrichtenden Vorauszahlungen' einschließlich der durch Abzug vom Arbeitslohn und Kapitalertrag entrichteten Steuer.
3. Handelsgesellschaften, die nicht juristische Per- onen sind, für ihre Gesellschafter usw., wenn die gesamten Betriebseinnahmen im Vorauszahlungsabschnitt mehr als 500 Mark betragen haben.
Die Voranmeldungen sind gleichzeitig mit der Entrichtung der Vorauszahlung binnen zehn Tagen nach Ablauf eines jeden Kalendervierteljahres bei dem zuständigen Finanzamt abzugeben; auch hierfür gilt die einwöchige Schonfrist. Die Ländes- sinanzämter können anordnen, datz mit dieser Voranmeldung auch die für die Umsatzsteuer zu verbinden ist. Da für die letztere eine Schonfrist bisher nicht besteht, mutzte sie also auch hierfür festgesetzt werden. Wie der „Hansabund" mitteilt, sei dies auch im Reichsfinanzministerium beabsichtigt.
Zur Abgabe von Voranmeldungen sind nicht verpflichtet: a) Personen, die lediglich Einkommen aus dem Betrieb der Land- oder Forstwirtschaft rber aus Kapitalvermögen bezogen haben, b) Personen, deren Betriebseinnahmen die oben unter d und e bezeichneten Grenzen nicht überstiegen haben, c) Personen, die über Höhe und Fälligkeit ihrer Vorauszahlungen einen Bescheid erhalten haben.
Außer den als voranmeldungspflichtig bereits bezeichneten Personen ist jeder zur Abgabe der Voranmeldung gehalten, der hierzu vom Finanzamt besonders aufgefordert wird.
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Marburg und Umaeaend.
Marburg, 19. April (Ostermond).
* Aus dem Amtsblatt. Uebertragen: den überz. Förstern Becker zu Keulos, Obf. Thiergarten, die Försterstelle Gichenbach. Obf. Gersfeld, und Schmidt zu Leuderode, Obf. Wallenstein, die Försterstelle Sondheim zu Leuderode, Obf. Wallenstein. Versetzt: Katasterdirektor Ahrens von Ziegenhain nach Hersfeld, Baldus von Hersfeld nach Marburg unter Beauftragung mit der Verwaltung der vereinigten Katasterämter T und TI. In den einstweiligen Ruhestand versetzt: Forstmeister Thielow in Niederaula, gl Obf., Wagner in Schmalkalden, gl. Obf. und Hegemeister Eriesar in Blankenbach,
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„Na Ernst." meinte Herr Kollin, „wenns mal mit der Praxis schief geht, bleibt dir immer noch die Mausicke."
- *
Eines Abends, als das Brautpaar gerade in die neblige Kurallee einbog, begegnete ihnen die Kon- servatoristin. Die Hände in den Taschen ihres zer- knitiert.rn Regenmantels, ene Wagn rkapp: au3 braunem Samt über das Haar gestülpt, ging sie mit spöttischem Lächeln an dem Brautpaar vorbei.
„Tas war sie. Ernst", sagte Grete.
Und dieser warf einen erschreckten Seitenblick auf dieses Gespenst, das ihm wie die verkörperte Mahnung au die Vergänglichkeit weiblicher Reize erschien. Die hätte er also angebetet, ihretwegen hatte er sich nasse Füße und Erkältungen geholt und an kalten Wiutcrtagen in seinem dünnen Havelock unter ihren Fenstern ausgeharrt. Tas Leben war oft witzig.
„Mein Gott." sagte Grete, „nimm es doch nicht so tragisch, es ist doch die Hauptsache, daß man sich liebt, gelt, Ernst? Ich will mir Mühe geben, zn lernen, ich über drei Stunden am Tag, nur damit ich Bach spielen lerne."
Mit dieser Verlobung war die ganze Mainzer Straße einverstanden. Frau v. Herwegh' fühlte sich einer großen Sorge enthoben, sie sah ihren Sohn schon als Rechtsanwalt vor Gericht plädieren. Lutz machte es Vergnügen, wacker mit Herrn Kollin zu z'chen und seine Zigarren zu erproben, „aus der Sonntagskiste, aus der ich jeden Tag rauche", der Lümmel bi zog von dem neuen Verwandten Zirkuskarten oder Geld, um das Kino oder eine Kirmes zu besuchen. Er hatte sich erboten, Frau Kollin „in allen Lebenslagen^ auszuhelfen und wenn er die elektrische Klingel wieder gehens gemacht oder einen Schrank mit dem Dietrich geschickt geöffnet hatte, ließ er es sich dementsprechend bezahlen. Ernsts ehemalige Schüler li ß-n es sich nicht nehmen, dem Brautpaar ein Ständchen zu bringen. Die ganze Sekunda und Prima war mitbekommen, schon um die schöne Liane zu
Zweites Blatt
Nr. 93
Lünnabend, 19. April 1924
Obf. Nentershausen. In den Ruhestand versetzt: Forstmeister Saeger in Hofgeismar, gl. Obf. Er» nannt: Hilfspfarrer Annes in Cassel-Wilhelmshöhe zum Pfarrer in Wolfhagen, Pfarrer ertr. Stolzen» buch in Melsungen zum Pfarrer in Homberg. Beauftragt: Eeneralsuperintendent D. Möller mit der Versetzung der Superintendentur der Diözese Cassel- Stadt. Bestellt : Pfarramtskandidat Sandrock zum Gehilfen des Pfarrers Zieske in Raboldshausen. '
* Erledigte Schulstelken sind zur Neubr- setzurg ausgeschrieben und zwar: Martendorf (Hofgeismar), Burgholz (Kirchhain), Breitenhach (Schlüchtern) und Hatterode (Ziegenhain). Alle vier Artz- len sind evangelische und bis auf die in Breitenbach mit Kirchendienst und Dienstwohnung.
* Neue Amtsbezeichnung. Die bisherigen Kreisschulräte führen auf Grund eines Staatsministeriol- erlasses von jetzt ab den Titel „Schulrat".
* Hundesteuer. Für das Rechnungsjahr 1924 beträgt die Hundesteuer in der Stadt Marburg für den ersten Hund 24 <H, für den zweiten Hund 56 JK. für den dritten Hund 104 -Ä, für den vierten und jeden weiteren Hund 142 X In diesen Steuer, betrügen' ist die Kreistzundesteuer enthalten. Die Steuer ist in halbjährlichen Raten bis zum 15. 4. und 15. 10. an die Stadtkasse zu zahlen. Bei verspäteter Zahlung wird für jeden angefangenen halben Monat ein Verzugszuschlag von 5. v. H. erhoben. Jede Hundebesitzer erhält für das laufende Steuerjahr bei der ersten Steuerzahlung eine Steuermarke, deren Nummer auf der Steuerquittung vermerkt wird. Der Hundebesitzer hat dafür zu sorgen, daß der Hund die Steuermarke das ganze Jahr hindurch in sichtbarer Weise (am Maulkorb oder Halsband befestigt) an sich trägt. Auf diese Vorschrift wird besonders hingewiesen. Hundebesitzer, welche ihren Hund ohne gültige Steuermarke in der Stadt umherlaufen lasten, haben Strafe zu gewärtigen. Die Polizeibeamten werden llebertretungen zur Anzeige bringen. Auch auf die An- und Abmeldcvorschriften für Hunde wird hierbei aufmerksam gemacht.
* Für Reisende aus dem besetzten Gebiet. Aus Höchst geht der „Frankfurter 3tg." folgende für Studierende, Polizei- und Heeres- angehörige wichtige Mitteilung zu: Die Franzosen haben im Kreise Höchst eine Verfügung erlassen, wonach alle diejenigen, die im besetzten Gel-iet ihren Wohnsitz haben, im unbesetzten Gebiet studieren (Eießen, Marburg, Heidelberg) usw. uno nicht täglich an ihren Wonsitz zurückkehren, un» vorzüglich ihre Pässe abzugeben hab«u Studierend:, die im Kreise Höchst ihren Wohnsitz haben und an der Universität Frankfurt studieren. wüsten sich melden. Ebenso wüsten sich die Angehörigen von Beamten der Schupo und der Reichswehr melden
Cordgewebe für Krafträder
Der Kraftradfahrer braucht noch mehr als der Autofahrer einen zuverlässigen, nicht gleitendenReifen. ßntinenta!
Cord-Block
gewährleistet sichere Fahrt, sein griffiges Profil schützt vor Stürzen.
(Fahrt nach int neuen „ContincntahStrafleakarte“,)
nut Ernst..
(Fortsetzung folgt.)
fefjen, die sich in einem seegrünen Kimono mit rosa gefütterten Aermeln, eine Rose in der Hand, über das Balkongitter neigte. Sie sah aus wie ein Bild von Manet. Die Gymnasiasten schwenkt» ihre Mützen und fangen, die ganze Mainzer Straße lag int Fenster und Fräulein Schmidt war darüber ,o gerührt. als ob man ihr das Ständchen gebracht habe.
Der Verlobungstag hatte eine Annäherung zwischen ihr und der Familie Kollin gebracht. Sie war bis in die Tiefen dieses Haushalts gedrungen und konute nut das Beste berichten: ,»Alles in Ordnung und so gediegen." Frau Kollin war eine ienct altmodischen Rheinländerinnen, die dem Gast noch in ber blauer Schürze die Tür öfsnecen. des Morgens ihre Nippjacher eigenhändigst abstaubten und auf einegu.t rheinische Küche hielten.
ydir Grete „machte es vorläufig noch kernen Spaß". 'A
Mer di« gute Großmama meinte, das tarne erir, trenn man einen eigen Haushalt hätte. Sie hatte sich damit abgefunden, daß ihre Enkelin einen Juristen heiratete, wenn sie auch nicht verstand, roo^ii et immerfort Examen machte, wenn er doch Rechtsanwalt werden wollte. So ein Bräutigam fiel meist durch.
Jedesmal wenn sie Ernst begegnete, fragte f« änglich, „ob er denn nun bald alles hinter sich habe.
Seit die Herw-ghs in dieses Haus kamen, QOtie man beständig von Examen. Der elegante Lutz stand tiot 6an Abitur, und es war wirklich Zelt für ihn; das Angstkind der Schmidt, dieser Herbert, den man immerfort in der Stadt traf, kam auf eine andere Schule und stand vor der Aufnahmeprüfung
„Ach. Großmutter," lachte Grete, „ich heirate doch
i£mamUm«a Hausfrauen benutzen zum Färben ihrer YVvakzKtNC Kleiber, Blcpen (5ar6tnea*. f.ro. nuOi« weltberühmten echten fjettmeuw,» Farben, Starte Zach a topf im Stent.
He'tmarm's Farbe spart den Färber.
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