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Die deutsche Antwort an die Repko

Die ^)berhelfi!cke Bettung” erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschlietzlich Zuftellungsgebiihr. Für ausfallende Nummern infolge

Die Neparationskommiision wartet auf Berlins Antwort.

England.

Unterhausfitznng. ,

London, 16. Avril. Ronald Mac Stellt, Nnterstaatsickretär des Aeußern im Kabinett Baldwin, fragte, ob Mac Donald in der Lage fei, dem Haufe fibet die Haltung der deutschen Reg ierung irgend eine Mitteilung zu machen. — Mac Donald and» wartete, er habe feine Nachrichten, btt er dem Hauw bekannt geben könne. Das Haus werde aber wohl vo» gewissen Meldungen in den heutigen Zeitungen Kmnt- nis genommen haben. Vielleicht würde er diese morgr» ergänzen können, doch sei er dessen nicht ganz sicher, s

Aus die Frage eines Abgeordneten, ob sich der Pw- mierminister nicht davon Rechenschaft gebe, daß der Bericht keine Feststellung enthalte über die volle Höh^ der. Verbindlichkeit und über die Dauer der JahreS« zablungen und ferner ob das Abkommen vom Mai 1921 über die 6600 Millionen Pfund Sterling noch in Kraft sei, antwortete Mac Donald, er wisse sehr wohl, daß bet Bericht nur für einen Zeitraum v0n6Jahre» ausgearbeitet worden sei und daß darüber hinaus weiter« hin für einen unbestimmten Zeitraum einen Betrag bringen würde, soweit der Bericht in Frage komme. Indessen, erklärte Mac Donald, würde, wenn alle Regis«

den Fußangeln französischer Sanktf onspolitik zu versehen. Er wird um die Aufrechterhaltung der militärischen Besatzung im Ruhr­und Rhemgebiet mit aller Entschlossenheit kämpfen, und es ist heute noch nicht zu übersehen, ob ans die­sem Ringen auf kommenden Weltkonferenzen und ins­besondere zwischen Frankreich und Deutschland, ein Abkommen hervor gehen wird, das die Grundlniien des Sachverfländigen-Gutachtens klar und unverwischt enthält und für Deutschland annehmbar ist. Aber der Schritt in die ungewisse Zukunft mußte getan werden, und wir danken der Regierung, daß sie ihn getan hat. ,

London, 15. April. Die „Daily Chronicke* schreibt zur englisch-russischen Konferenz, wer Fr -cd er» und Wohlfahrt für Europa ersehne, müsse der Konferenz Erfolg wünschen. — „Daily Expreß" erklärt: Man Donalds gestrige Rede sei de? HauptwortsührcrS des britischen Reiches würdig gewesen.

Auch die „Times" gibt zu, daß Mae Donald grill'm tapfer für seine Auffassung eingetreten sei. Das Blatt, bas sich nach wie vor den Verhandlungen gegenüber skeptisch verhält, fragt, was eigentlich Rakowskis Ausführungen mit der Tagesordnung der Konferenz z» tun gehabt hätten. Mac Donald habe sein AeußecsteS getan, um eine neue Atmosphäre zu schaffen. Rakowski habe jedoch in taktlosen Erklärun« gen die praktischen Forderungen der Gegenwart außer Acht gelassen. Wenn Mac Donald nicht allmählich ge­linge, die Verhandlungen in das rechte Fahrwasser zu leiten, so sei schwer zu sehen, wie die Fühlung mit Ruß­land durch die Verhandlungen mit den Sorojetbeiegierteu wieder hergestellt werden könne. Mac Donald habe auf jeden Fall klar auSgeführt, daß dies die letzte Ge­le g c n h e i t sei.

„Dally Telegraph" hofft km Interesse der europäische« Zivilisation, daß die Beziehungen zwischen dem russische» Volk und der übrigen Welt wieder ausgenommen werden« Tas Blatt bezweifelt jedoch stark, daß die gestern er­öffneten Verhandlungen zu irgend einem Ergebnis führe» werden.

Die „Daily NewS", die der Rede Mac Donalds eben­falls hohe Anerkennung zollt, wendet sich gegen die eng­lischen Pressenngriffe auf die Sowietd-legation und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß diese Nadelstiche im Saufe der Verhandlungen unte rbleiben und die Koir» ferenz eine angemessene Möglichkeit erhält. In einet Atmosphäre des gesunden Menschenverstandes und gegen­seitigen Wohlwollens zu verhandeln.

Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Ebro-: nie le" betont, daß die britischen Bankiers aus die Lage einen beträchtlichen Einfluß auSüden.

Poincarö fordert Straf Maßnahme«.

Paris, 15. April. In maßgebenden politi­schen Kreisen wurde gestern die Auffassung vertreten, daß die französische Regierung entgegen den ans Lon­don gemeldeten Nachrichten die Sachverständigenbe­richte in ihrer Gesamtheit anzunehmen bereit ist. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Mail" be­stätigt dies heute früh. Die französische Regierung, so schreibt das Blatt, wünsche lebhaft bie Jgaitung des englischen Kabinetts hinsichtlich der Straf- maßnahmen zu erfahren, falls deutsche Verfeh­lungen von den verbündeten Regierungen festgesteltt werden müßten. Falls in dieser Frage eine Ver­ständigung nicht herbeigeführi werden könnte, würde di« französische Regierung zu ihrem großen Bedau­ern das gesamte Sachverständigengutachten fa 1 len lasse» müssen.

Annahme der Gutachten.

Berlin, 15. April. In Uebereinftimmung mit der Stellungnahme der Staats- und Minister­präsidenten der Länder hat heute das Reichs- ka bi nett befchloffen, die Anfrage der Re- parationskommiffion über die Sachver- ftändigengntachten bejahend zu beantworten.

Fraktionsf Lhrersitzu ng.

Berlin, 15. April. Der Reichskanzler hat die Führer der Reichstagsfraktionen zu einer Be­sprechung über die durch die Sachverständigengutachten geschaffene politische Lage empfangen. Die Sozial­demokraten sowohl wie die Führer, der bürgerlichen Parteien billigten durch- aus bett Standpnnkt bet Re i ch s re g ie ru n g. Nur die Vertreter ber Deutschnationalen erklär­ten, da die Regierung feine bindende Verpflichtung eiw- geben dürfe. Der Kanzler vertrat demgegenüber die Auf­fassung, daß es Pflicht der Reichsregterung fei, die aus ber außenpolitischen Situation sich ergebenden unauf­schiebbaren Entscheidungen zu treffen

Berlin antwortet schriftlich.

Berlin, 15 April. Wie die Blätter mitteilen, steht nunmehr fest, daß die Reichsregierung keine Ver­treter nach Paris entsenden, sondern auf fchrtft- ß chem Wege antworten wird. Die „Germamch bemerkt über das'Wesen des Sachverständigenberichts, daß er ein Gutachten sei. das eine-Verhandlungsgrundlage be­deuten soll. Ihn annehmen heißt zunächst nur erklären, haß man auf dieser Basis verhandeln wU, auf bet Basis, von ber die Reparationskommission selbst erst Nusgehen will, nm ber Entente einen fertigen Reparationsplan vorzuschlagen. Bei Aufmachung ber Rechnung durch oic Riparationskommisfion wird auch die wichtige Frage der Anrechnung der bisherigen Leistungen Deutschlands eine Rolle spielen. Der Bettag dieser Leistungen ist von dri Reparationskommission ohne Zweifel viel zu niedrig ringeschätzt worden; hier haben die künftigen deutschen Schritte eine wichtige Ausgabe.

Die Bedingung«« der Annahme.

Berlin, 15. April. Der Berliner Bericht­erstatter des „Echo de Paris" hatte eine Unter­redung mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Dr. Schacht sprach sich über den Sachverständigen- Bericht aus und sagte u. a.: Er fei wahrhaft er­staunt gewesen, festzustellen, daß die Sachverstän­digen Deutschland nicht wenigstens für einige Fahre vollkommenes 3M Oratorium bewilligt hätten. Die internationale Finanz, beeinflußt von der Anstrengung, die Deutschland gemacht habe, um feine Finanzen zu sanieren und seine Industrie-irn Ruhrgebiet im Betrieb zu erhalten, hätte die Zah- lungsfähigkett des Deutschen Reiches überschätzt. Die Listen der er st en Jahre konnten unmöglich getragen werden. Schacht er­klärte jedoch, er könne nicht sagen, ob die Annui­täten, die für zehn Jahre vorgesehen seien, zu hoch feien; denn man könne ja nicht sagen, in welchem Maße sich die deutsche Wirtschaft erholen würde. Die Frage, ob die deutsche Regierung den Beschluß annehmen könne, beantwortet Dr. Schacht dahin, er müsse sehr entschieden erklären, daß keine deutsche Regierung nach seiner Ansicht den Beschluß an­nehmen könne, ohne daß einige Vorbehalte erfolgt seien. 1. Werde Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiet auf de« gleiche« Stand gestellt wie die an­deren Nationen? 2. Werde das Ruhrgebiet ge­räumt werden? 3. Werden die Bcsatzungstruppen im Rheinland auf ein vernünftiges Matz herab­gesetzt? Ohne Annahme dieser Vorbedingungen könne nach seiner Ansicht die deutsche Regierung den Bericht der Sachverständigen nicht annehmen. Aus die Frage, ob der Reichsbankpräsident ein Nein der deutschen Regierung ins Auge fasie, wurde ge­antwortet, die Regierung sei nur der Wortführer der öffentlichen Meinung. Das deutsche Volk könne nur die Sache auf sich nehmen, wenn durch die Be­freiung des Ruhrgebietes die jetzt besetzten Städte wiedergegeben würden.

Marburg

Mmt. iei 16. flirt Oftermond

einer neuen Entwicklung wird erst «ach Eintreffen bet deutschen Antwort auf die Einladung bet Reparations- kommission gerechnet. Neuerdings nimmt man in Paris an, baß die Reichsregierung keine Vertre­tet zu entsenden beabsichtigt und sich damit begnügen wird, eine schriftliche Antwort zu erteilen. Die Repa- cationskommission wird, sobald sie den offiziellen Ber­liner Standpunft erfährt, ihre beiden Mitglieder Bcad- bury-London und Raggi-Jtalicn, vorausgesetzt, daß diese Herten noch nicht die Rückreise nach Paris anarifcten haben, telegraphisch von ber Mitteilung ber deutschen Negierung unterrichten.

Italienische Stimme«.

Mailand, 15. April. Exminister P ata tote be- zweifelt in einer Besprechung des Sachverständigengut- achtens im „Secolo", ob das vorgesehene Moratorium ge­nügt und ob es bann möglich ist, daß Deutschland ans eine so lange Zeit zu so hohen Summen vervstichtet wer­den könne. Er zittert eine Aeußerung, die Stinnes ihm gegenüber machte, daß, wenn Deutschland nt die Lage versetzt werde, zu produzieren, es die Repara­tionen zahlen könne, indem es das Ausland mit deutschen Waren überschwemme; bann würden die Alliierten schließlich vou selbst auf die Reparationen verzichten. Potatore sagte zum Schluß, daß spätestens im vierten Jahre die. deutsche Gesachtschuld herabgesetzt werden müsse.

Rom, 15. April. Die Presse beschäftigt sich weiter- hin mit dem Gutachten der Sachverständigen Tu „Tribuna" erklärt, die italienische Regierung habe sich iwch nicht damit befaßt; es schwebten aber Vorhand langen zwischen Salvago Raggi und den Ministern C o r bi n o und de Stefan i.

->„Jdea Nazionale" warnt vor Optimismus, weil. Poincare bisher nicht offiziell gesprochen habe. Frankreich habe wiederhoft Verhandlungen scheitern las­sen, weil eS lieber dir militärische Ruhrbe- setzung, als Reparationsgelder wollte. Alles komme jetzt darauf an, ob Frankreich ein größeres Verlangen nach der Ruhr als nach Reparationen frage. — „Epoca" glaubt, daß Frankreich die Räumung des Ruhrgebiets verweigern werde.

General Dawes in Rom.

Rom, 15. April. General Dawes ist bei feigem hiesigen Aufenthalt mit zahlreichen politischen Per­sönlichkeiten und Vertretern der Finanzwelt in Bcr- hindmmg getreten. In diplomatischen Kreisen wirb der Untc rrebung, die der General gestern mit dem deutschen Botschafter hatte, große Bedeutung bei» gemessen. ES heißt,- daß der amerikanische General im Laufe deS heutigen Tages eine weitere Unter­redung mit Mussolini haben wird. In amt- sichen Kreisen versucht man, die Bedeutung der Ge­spräche (tzeneral Dawes' mit den verschieden poli­tischen Persönlichkeiten nach Möglichkeit abzuschwä- chen. Was den Besuch anbetrifft, den Dawes Musso­lini abgestattet, so wird behauptet, daß es sich ledig­lich um einen Höflichfeitsakt handele. Die meisten Blätter vertreten jedoch eine andere Anschauung.

Kabinettsrat in Brüssel. ,

Paris, 15 April. Nach einer Havasmeldung aus Brüssel berichtet die „Libe Belgique" über den gestrigen Kabinetts rat, die Regierung habe den Bericht der Sachverständigen günstig ausgenommen, sie habe den guten Eindruck, den die Entschließungen der Sachverständigen in den alliierten Ländern gemacht haben, umsomehr begrüßt, als der Ausgangspunkt ber Sachverständigenarbeiten in den belgischen technischen Studien gelegen habe. Wenn die Entschließungen ber Sachverständigen im ganzen Zustimmung fänden. so be­deute das allerdings nicht, baß sämtliche Einzelsriten ne r-arietur angenommen würden. Diese würden viel­mehr genau nachgeprüst und unter den Alliierten ,ur Debatte gestellt werden. In belgischen Kegitruug5frei ■ sen scheine man anzunehmen, daß Teut'chland den Ein druck wirllichen guten Willens erwecken wolle, ohne deshalb jedoch auf eine Erörterung zu verzichten und in dem Wunsch, sie zu einem möglichst vorteilhaften Ab­schluß tu führen. Alles in allem seien die Minister optimistisch.

Ar hiK'* Änfereii.

London, 16. April. Die gestrige Sitzung bei englisch-russischen Konferenz dauerte von 3 bi» 3.45 Uhr nachmittags. In dem amtlichen Bericht heißt es: Die heutige Sitzung der Konferenz im Foreig« Office, in ber zuerst ber Premierminister, später Pon- somby ben Borsitz führte, war der Erörterung poli« tisch er und Versahrensfragen gewidmet. Die Prü­fung der Verträge, die zwischen Großbritannien und dem früheren russischen Reiche abgeschlossen wurden, wurde einem Unterausschuß überwiesen. Die nächste Sitzung ber Konferenz ist auf heule nachmittag 3 Uhr anberaumt

Die Schuldenfrage.

London, 16. April. Ein Sonderberichterstat­ter des „Manchester Guardian" schreibt, die Fest i g - feit der vorgestrigen Rede Mac Donalds bei der Eröffnung der englisch-russischen Konferenz habe aus die russischen Kreise einen tiefen Eindruck gemacht und habe bestätigt, was Rakowski bereits vorher ge­wußt habe, nämlich, daß bei ber augenblicklichen Kon­ferenz mit Rußland die britische Arbeiterregierung eine kapitalistische Regierung im vollen Sinne d:S Wortes sei. Es werde auf beiden Seiten als Folg« der vorgestrigen Eröffnungsreden ertlärt, daß das Grundproblem der Konferenz die Kreditfrage fc-a werde Es fei bekannt, daß die russische Regie­rung bereit fei, die zaristischen Schnl - den zit bezahlen unter der Brifingung. daß Groß­britannien für seinen Anteil an dem durch die Feld­züge Wrangels, Denikins und Koltschaks angeridjteten Schaden aufkomme. Mgemein werde erwartet, daß die gegenseitigen Staatsschulden beider Länder alS sich gegenseitig aufhebend angesehen werden. Tie wirkliche Schwierigkeit werde die Befriedigung der bri­tischen Kaufleute bilden, die in Rußland Kapital oder Eigentum verloren haben.

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhessisch e) Oberhessen

Tie Beratungen und Besprechungen, die im Laufe lies Montags mit ben" Vertretern der Länder mit d n parlamentarischen Vertretern stasigefunden habe«, die­nen der R-gierung als Grundlage für den Beschluß, sich zur Mitarbeit an der Aus­führung des Sachverständigen- Gut ach­tens bereit zu erklären. Das Reichska- iinett war durch die Beratungen, die in seinem Kreise vorausgegangen waren, bereits zu der Anfias- fung gelangt, die jetzt in dem Beschluß ihren Aus- druck gefunden hat. Tie Besprechungen am Montag haben die Auffassung de? Kabinetts im allgemeinen bestätigt sodaß bk Regierung sich wohl als die Wort- sthtctin ■ ber Nation betrachten darf, wenn sie der Neparationskommission ihre Verhandlungsbereitschaft «usspricht.

Die Entscheidung der Reichsregierung ist für die Lösung der Enttchädigungsstage von sehr großer Beden tun g. Tenn es steht nun wohl fest, daß aus der Grundlage des Sachverständigeu- Gutachtens eine allgemeine Aussprache beginnen wird. Man kann es als sicher betrachten, daß auch Frank­reich an einer solchen Aussprache teilnehmen wird. ®ie Micuin-Bcrträg? in Düsseldorf waren eine Probe »uf das Exempel. Ursprünglich verlangte Frankreich ene unbefristete Verlängerung der Micum-Berttäge «uf der unveränderten bisherigen Grundlage. Die deutsche Regierung war schon seit Wochen der Auf­fassung, daß an eine natürlich nur provisorische Fort­führung der Micumverträge nur zu denken sei wenn man die nächsten Wochen als Uebergangszeit für die allgemeine Regelung der Entschädigungsfmge be­frachte und dementsprechend die Micumveriräge be­reits daraus.einstelle. Dieser Vorschlag ist bann am Ende voriger Woche in aller Form von der Sechfer- Irmmiffion gemacht worden. Die Deutschen erhärten, «ne weitere Geldbeschaffung für die Bezahlung der Micumliescrungen sei nur bann möglich, wenn man jetzt schon Deckung au8 der ausländischen Anleihe in Aussicht stelle, mit deren Mitteln nach dem Vor­schlag der Sachverständigen die Sackliefenlngen im Jahre 1924 bezahlt werden sollen. Das war schon - eine gewisse Bin düng, die man in Bezug auf die Vorschläge der Sachverständigen in zustimmendem Sinne «inging. Die deutsche Industrie war be­seit, diese Bindung zu übernehmen. Was Dr. Sorge, ber Präsident des Reichsoerbandes der deutschen Jn- buftrie, in diesem Sinne zngesagt hat, ist von den Industrien des Ruhrgebietes noch viel kräftiger und rückhaltloser zum Ausdruck gebracht worden. Auf französischer Seite aber tot man anfangs so. als seien bie Sachverständigen-Vorschläge garnicht vorhanden. Am Sonntag hat sich das Matt gewendet. Mau scheint grundsätzlich die Lösung angenom­men zu haben, die von der Scchserkommiffion als ber Vertretung ber Ruhrindustriellen vorgeschlagen lvorden ist Und damit haben auch die Franzosen be­reits eine Bindung übernommen, die auf ihre Bereit­willigkeit schlie^n läßt, das Gutachten der Sachver­ständigen zu akzeptieren.

Nur ein Parieifanatifer kann leugnen, daß damit rin großer Fortschritt erzielt ist. Bisher ist der Veriuch. baS Entschädigungsproblem rein finanziell und wirt­schaftlich zu lösen, von Frankreich stets vereitelt wor­ben Man denke nur an die verschiedenen Welt- fonferengen, man denke auch an das unrühmliche fknde. welches das Morgan-Komitee auf Frankreichs Betreiben gefunden hat. Es wäre verckntwor- tungslose Politik gewesen, wenn die deutsche. Regierung sich diesen Fortschritt in den Weg gestellt hätte. Die Regierung hat also durchaus recht ge handelt. Aber wenn auch ein unverkennbarer Fort­schritt erzielt ist. so wird man doch dringend davor kamen müssen, das zu überschätzen, was bisher er­hielt worden ist. Die zustimmende Antwort der deut­schen Regierung an die Reparationskommission wird gut Folge haben daß eine internationale Aussprache Über das Gutachten der Sachverständigen von Regie­rung zu Regierung in Gang kommt. Mehr wich bnan sich von ben Folgewirkungen des deutschen Schrittes nicht versprechen dürfen. Die A u s s p r ach e wich nämlich nich t etwa ein leichtes Spiel bedeuten, sondern zähen und erbitterten Kampf. Für Deutschland handelt es sich darum, die unverrückbaren Grundlagen des Gutachtens vor jedem Angriff zu verteidigen. Es sind dies, wie der Reichskanzler und der Außenminister wiederholt in öffentlicher Rede be­tont haben, die Wiederherstellung der Verkehrsein­heit, der Finanz- und der allgemeinen Verwaltungs-

Tet Anzeigenpreis beträgt für den lOgefp. Zeilenmillimeter 0,08 Selbmart Amtliche auswärt Anzeigen 0,10 Eoldmark. Bei Ichwier.Satz 50 •/, Aufschlag. 6ommela«jelg. 100'/. SU Ta|M Ausschlag Reklamen 0,35 Eoldmark. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt Belege werde» •»« berecknei'ebenso Auskunft durch die Eeschättsftelle und Zusendung der Angebote. Zahlung

innerhalb 5 lagen (1 Dollar —4,20 Eoldmark), Berechnung nach dem Berliner Mittel» 1?Z4

Hoheit im besetzten Gebiete sowie die Wegnahme aller Fesseln, in die man bisher die unabhängige Wirischasts- sührun.i geschlagen hat. Diese Grundlage ist von Frankreich brifrvht. Paincarö sinnt bereits

Frankreich bedroht. Paincarö sinnt bereits Paris, 15 .April. In der diplomatischen Lage «itf die Möglichkeit« daS Gutachten mit'ist feine nemiensivcrie Aenderung ru verzeichnen Mit