«t.$0
*
.AmUiches VerWndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Di« „Obetbeffildx Xeitung* etldwlnt ledtemal wädKntlt*. — Swgspreie monatlich 2 $ art aurlchlietzlich ZukteSunqsgebllhr. Für ousiaUenbe Stemmern in:olge Streite oo. etement.Srelgetiie te»n liteag. — Der.az von Dr. T. Hi?erotd. — Druck der Univ.-Uulddreckere, von Jo». Ku«. So®, Marti 21.23. — Rernipretber 55, Softubetftonte: Nr. 5015 Imt Frank ><N <l Main.
Marburg
Dieislii. 6« 15. Dfttrmenb
Der Anzeiaenvrei, beträgt ffit bew lOgef». Zeilenmillimeter 0,03 Selbaert SmUicke e. ausmärt. Anzeigen 0,10 toetbmort Set itbsier.Satt 50*1»Sufjcblag. Samtnetanjdg. 100*/» Aufschlag. 11 etlamen 0,35 Eoldmark. Jeder Rabatt ain al» 'Sattabatt. Belege werden beretbnet, ebenso Auotunitdurw die fleitbäftefteße und Zuienduna der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar — 4,20 Eoldmorkl, Berechnung nach dem Berliner Mittelkurs des Zahlun-s-Ei«na»g»tage». Verzugszinsen pro Tag nach de» Bankzinsiutz
59.3aiti.
1924
gliedern des Aufsichtsrates gewählten engeren Ar» deitsausschusses geschritten. Gewählt wurden einstimmig:
1. iu den B o r st a u d die Herren Geheimrat Kauffmann, Eeheimrat Bernhard, Geheimrat Dr. Friedrich, Rcichsdankdirektor Fuchs, sämtlich Mit» «lieber des Reichsbankdirektoriums,
2. in den A u s s i ch t s r a t die Herren Präsident Dr. Schacht vom ReichsbankLirektorium als Borsitzender, Vizepräsident Dr. von Elasenapp vom Reichsdankdirrktorium als stellvertretender Borfitzender und 40 Mitglieder,
S. in den Arbeitsausschutz des Aufsichts- rates 14 Mitglieder.
3t» Anschluß an die Generalversammlung fand eine gemeinsame Sitzung des Vorstandes und des Arbeitsausschusses statt. In Uebereinstim- mung mit dem Gutachten des Aufsichterats wurde der Diskontsatz der Colddiskontbank auf 10 Prozent festgesetzt.
Dtt SMlkNhMt.
Englands Stellung zum EntachtenSericht.
London. 14. April. Das englische Kabinett hat gestern die Prüfung der SachverpLndigenberichte ab^ichlolsen. Obwohl ein offizieller Bericht bis jetzt noch nicht cvgegcben wurde, besteht doch fei n Zweifel mehr au der vorbehaltlosen Zustimmung b-r en^l chrn R g ering yt diesen Vor'chlä^cn. Das englische Kab nett hat eine eifrige Fühlungnahme mit dem Quai d'Orsay ausgenommen. Die englische Regierung macht dabei Paris gegenüler fein Hehl daraus, daß sie feiner Veränderung oder Beugung dcs B-e richt! zustimmen könne.
Di« Besprechung zwischen der Reichsregiernng und den Ministerpräsidenten.
Berlin. 14. April. Die Besprechung zwischen der ; Reich-regierung mit dem Ministerpräsidenten iand am Montag Nachmittag ihren Abschluß. Daran schloß sich eine Besprechung der Reichsminister, die zur Stui.de noch andauert.
V
Be rlin. 14. April. Zu den gestrigen Beratungen der Reichsminister mit den Ministerprlst- d n en der Länd.'r btmeif.n meh ere Blätter, daß man nach dem Verlaufe der Besprechungen als g wiß an- nehmen dürfe, daß die Reichsregierung sich für eine schriftliche Antwort an die ReparationAvm- Mission entscheiden Woche, da die Entsendung beiovierer Delegierter nach Paris nur Zweck hätte, wenn auf deutscher Seite der Wuns chLestände, schon jetzt sich ausführlich und in Details zu den Vorschlägen. der
Mi Giros.
Man kann von Hugo Sinnes wohl mit dem Dichtet sagen, daß er von Gunst und Hatz verfolgt wtrr, nicht aber datz sein Charakterbild in der Geschichte schwankt. Er war ein Man» von genialer wirtschaftlicher Begabung, der trotz Todes im lebenskräftigsten Alter doch schon sein Lebeuswerk mit unerhörten Erfolgen gekrönt hatte. Lus der Firma, die er in jungen Jahren gründete, «ar bei seinem Tode ein Besitz geworden, der einen tonnen Erdteil umspannte und von dem eine unbestrittene Weltgeltung ausqing. Dieser geniale Mann war zugleich ein W i l l e n s m e n s ch ersten Langes und dazu ein Mann von einer Arbeitsamkeit und R ü ch t e r n h e i t, die trotz immer wachsenden Besitzes und Reichtums keinen Eenutz sieb keine müßige Stunde kannte.
Bei alledem aber wäre Stinnes nur ein bedeutsamer Privatmann gewesen. Er war aber mehr. Er sm unser hervorragendster Wirt- schaftsführer und hat als solcher bei dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands dem Ganzen große Dienste geleistet. Etinnes ist gerade wegen seiner wirtschaftlichen Tätigkeit außerordentlich viel und heftig angegriffen worden. Gegen den Bor- louif persönlicher Bereicherung auf Kosten der Gesamtheit brauchte er sich und braucht man ihn nicht Sn verteidigen. Sein wirtschaft!! ches Erötzenmah berragt kleinliche Gewinnsucht. Mit mehr Recht hat man Bedenken wirtschaftlicher Natur gegen die Zusammenballung großer Unternehmungen geäußert, wie er sie mehr und mehr durchführte. Aber dieser Kritik kann man wohl die Frage entgegenhalten, was wohl das Wirtschaftsleben Deutschlands leut.e zu bedeuten hätte, wenn ihm nicht Stinnes durch seine zielbewußte Tätigkeit einen so mäch- Men Antrieb und einen so festen Halt gegeben " Hatte Nein, das was Stinnes geschaffen hat, waren Bausteine, bis dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands gedient haben. In einem Punkte schwankt das Bild die- FH so charakterfesten und in sich geschlossenen Man- ■es: In der Politik. Hier war Stinnes nicht auf heimischem Boden. Stinnes war Führer der i Wirtschaft und übertrug deshalb mit der E i n - »feittgkeit, die genialen Männern eigen ist, die Dirtichaftlichen Gesichtspunkte auch auf die Politik. Deshalb hatte er hier keine feste Linie, sondern stellte sich je nach der wirtschaftlichen Situation ver- tzhisden ein. Aber dabet war er in allem ein k e r -
Die englisch-russische Konferenz.
Die Schuldenfrage.
London, 14. April. Di« enghisch-russisch« Konferenz hat heute vormittag um IV/i Uhr jm auswärtigen Amt begonnen. Rakowski saß zur Rechten des Premierministers, Ponsonby zu seiner Linken. Ter Premierminister verlas feine englisch ab« gefaßte Rede, die später ins Russische übersetzt wurde, dann Rakowski bi* seinige, die in Französisck abgesaßt war. Beide werden heute abend vervffenllicbt. Mar Donald bewillkommnete in seiner Rede die Mitglieder der russischen Delegation und sagte, daß die Konferenz das Ergebnis der Note sei, die an Tschitscherin gcddj'ej war, worin die dc jure-Anerkennung Rußlands ausgesprochen worden ist. Die Konferenz sei die V»> lendung dieses Aktes. Sir ändere in keiner Weise ore Tatsache, daß dst gewährte Anerkennnng bedingungs os eriolgte. Macdonald sagte' weiter, man müßte die Liguidation der Vergangenheit und friedliche Beziehungen für die Zutunst erwägen. Mac« donald kam auf die Propaganda zu sprechen. Die Vor- mittagsitzung tvar um 12.60 Ubr beendet.
London. 14. Apr l Un'er den Hauptproblemen, die auf der englisch russischen Konferenz rar Verhandlung kommen werden, befindet sich d e Entschädigung der britischen Gläubiger. Auch der Abschluß eines neuen Hondels'ertrags 'st borg sehen. Der Premierminister teion'.e. daß die Anerkennnng der Sowjeiregiemng von Seiten Großbritanniens eine bedingungslose Anerfen- mrng sei. Die britisch« Regi-rung wünsche an? dieser Anerkennung die prasiisch n Kvnsep e-z n zrchen. Die nächste sei die Aufgabe, die Vergangenheit zu liaiiidicreu. die zwischen beiden Ländern bestehenden Rechte und Pflichten zu prüfen und festzustellen und sür friedliche und vorteilhafte Beziehungen in d r Zukunft zu sorgen. Die ganze Welt blicke gespannt auf den Fortgang der Konferenz und werde von deren Erfolg nicht nur ihre künftigen Beziehungen zu Rußland abhängig machen, sondern sich auch ein Urteil bilden über die Wersamfeit d.-rariiger Verhandlungen zur Beilegung von internationalen Schwieri tk-ilen. Er könne für keine Vereinbarung einen Preis bezahlen, de« seine Landsleute a'8 ungerecht d.trach en würden
erwarte auch feine derartige Hanblungsweise von ten russ schm De,egicrt?n. Wer innerhalb di ser Grenze werde man. so glaube er zuversichtlich, zu einet Einigung kommen können.
In seiner Erwiderung auf die Begrüßüngsworte Mac Donalds gab Rakowski seiner Zufriedenheit über den Empfang der russ säten D legation und der Hoffnung auf eine enge Zusammenarüeil zwilchen Rußland und Großbritannien Ausdruck. Rakowski betonte besonders die Notwendigkeit des künftigen Fr'e- dens für Europa und die Notwendigkeit der Entwaffnung. Er gedachte bei dieser Gelegenheit mit sympathischen Worten des Völkerbundes.
He-.ite nachmittag werden Rakowski uns Ponsonby das Verfahren und die Gliederung der Konferenz kn einzelne S?ktionen bespr ch n. Es ist terabndet worden, der Prtsse täglich bezw. so oft die verschiedenen Komitees tagen, lediglich einen gemeinsamen Bericht zugehen zu lassen.
London, 14. April. Die Presse betont der englisch- russischen Konferenz, deren Erösinungs- sitzung heute Vormittag in Foreign Osfie unter dem Vorsitz Ramsan Macdonalds startfindet. Das Memorandum der führenden britiichen Bankier- an den Premierminister über die Frage der Wiederherstellung bei russischen Kredites in Großbritannien wird viel be- fprodxn. Das Arbeiterblatt „Daily Herold" nennt das Memorandum eine Pistole, die der russischen Delegation vor den Kopf gehalten werde und bezeichnet die britischen Bankiers als kurzsichtig Die „Times" dagegen hält das Memorandum für durchaus zweckentsprechend. DaS Blatt betont, daß es vollkommen unsicher sei, ob die Konfere^ irgend ein nutzbringendes Ergebnis haben werde. Die Aneriennung der Vor- pflichtungen und des Grundsatzes der Kompensationen für das britische Eigentum, das in Rußland beschlagnahmt oder zerstört worden sei, seien MindestsorberungeA, auf denen die britische Regierung bei Verhandlungen bestehen müsse. Die „Westminster Gazette" betont die dringende Notwendigkeit, zwischen England und Ruß land neue und aufrichtige Beziehungen zu schaffen.
Die MiisMint.
Di« erste Generalversammlunz«
Berlin, 15. April. Gestern fand unter dem Vorsitz des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht im Reichsbankgebäude die erste Generalversammlung der Deutschen Eolddiskont- banr statt, zu der etwa 100 Vertreter der Aktionäre erschienen waren. Nach einer Begrutzungsan- sprache des Vorsitzenden und einem Bericht über den Gründungshergang, die Geschäftsbedingungen und die Zwecke der Eolddiskontbank wurde zur Wahl des VorAnndes, dc» AufsiMsrstes Md de» m; Mit
schisdenen Generaldirektors Minour angetreten. Vermutlich wird in dieser Resiortleitung hinsichtlich der Nachfolge auch keine Veränderung eintreten. Aber immerhin kommt es ja viel weniger auf die Teilung der Geschäftsführung als vielmehr darauf an, wer in der Lage sein wird, die Gesamtdispost- tionen über die Lnteriiehmungen einheitlich weiterzuführen. Denn in der kapitalistischen Zentralisie- tu«p lag ja sine der Stärken der Vereinigung so vieler Unternehmen in einer Hand. Ob die Stin- nesfche Persönlichkeit mit all ihrem Zauber und ihrem suggestiven Einfluß auf Menschen und m ihrer Fähigkeit, auch schwierige Verhältnisie durch eisernen Millen zu meistern, üöerhauvt durch einen der Söhne ersetzt werden kann, bleibt natürlich fraglich. Die Leitung des Luremburger Konzerns wird vermutlich jetzt noch mehr als es bisher der Fall war, in die Hände des Generaldirektors Bögler übergehen, der mit Hugo Stinnes eng befreundet ist.
Di« Beisetzung.
Berlin, 14. April. Tie Einäscherung der sterblichen Ueberreffe Hugo StinneS fand beute nach- mittag tm Krematorium in Wilmersdorf statt. Als Vertreter der Reichsregierung waren erschienen dar Rk'.chslarrzler, und die Reichsminister Dr. Stresemann, Oeser, Luther und Zaroes, für die preußische Staats- «sierunft Minister Siering. Ferner sah 'man die Ti- retteten nnb sonstigen leitenden Angestellten der Stinnes- sche» Unteruebmuugen, Politiker und führende Per- sonen des Wnftlxistslebeus, darunter Generaldirelto! Dr. Sorge urw andere. Dem Wunsche des Verstorbenen entspvecherch war die Trauer halle mit Blumen lieblet Farben geschmückt. Zu HSvpten des Sarges, der von der Stinnesschen Retdereiflagge überdeckt war, standen Offiziere der Stinnesschen Handelsschiffe und Berg- fcnte in ihrer Tracht. Die Trauerrede hielt Geheimer Oberkonsistorialrock Dr. Conrad. Nachdem der Mül- Heimer Knappenchor das Niederländische Dankgebet gesungen hatte, sank der Sarg unter den Klängen des Liedes „Strömt herbei itc Bölferscharen" und oeS Westfalenliedes langsam in die Tief».
i Berlin, 12. April. Die „Voss. Zig." weiß «er den Verlauf der Krankheit, der Stinnes erlegen ist, zu berichten: Das Gallenleiden tzlltzlte ihn bereits feit einem Merteljahrhundert, ist Aber erst in den letzten Jahren mit immer größerer Heftigkeit ausgetreten. Stinnes hat sich trotzdem jemals geschont. Er ist nicht nur einer der arbeite« freudigen, sondern geradezu einer der arbeite» Wütigsten Menschen in Deutschland gewesen. Wenn R auch nicht zu den Frühaufstehern gehörte, die, Wie z. B. der alte Thyssen, schon morgens um 4 Uhr Hr Tagewerk beginnen, sondern es liebte, verhält- »ismatzig spät die Arbeit zu beginnen, so arbeitete tt dann doch fast ohne Unterbrechung den ganzen Tag- über bis sehr spat in die Nacht hinein. Er ging fcfi ni# vor 3 Uhr zu Bett und hat, um sich rege zu Halten, sehr viel stimulierende Mittel, starken Kof- fee unglaubliche Mengen Tee, gebraucht. Anderer- skits war er Nichtraucher und trank so Mt wie teU ■en Alkohol. Als in den letzten Wochen sein Lei» fcn sich wieder besonders stark verschlim- »cete und vor nicht allzu langer Zelt bei einer Konferenz einen schweren Ohnmachtsanfall Pn Folge hatte, entschloß sich Stinnes, Professor «ter zu konsultieren, der einen operativen Eingriff für notwendig hielt. Anscheinend ist aber die Operation zu spät vorgenommen worden, so daß ■«f ben ersten Eingriff ein zweiter und dann noch »in dritter folgen mußte, bei dem schließlich die Gallenblase entfernt wurde. Stinnes hat "6 zu den letzten Tagen sich doch immerhin so kräf- tifi gefühlt, daß ihm selbst der Eiedanke an den Tod ■icht gekommen ist, und selbst seine intimsten Freunde wisien zur Zeit nicht, ob er überhaupt testamentarische Verfügungen sür ben' »Todesfall getroffen hat, so daß die Zukunft der 93er» Altung dieses ungeheuren Besitzes noch in Dunkel Wchlllt ist. Stinnes hinterläßt außer seiner Witwe Knf Kinder, davon drei Söhne. Alle Söhne, selbst »er dritte Sobn Otto, der erst 18 Jahre alt ist, sind in die geschäftlichen Unternehmungen einge- »eitzt. Der älteste Sohn Hugo, der sogenannte 8«nior, hat bisher die Unternehmungen in Hamburg geleitet, vor allem die Reederei, das Lebens- ■rittelgeschäst und das Rohstoffgeschäft. Dr. Edmund Stinnes hatte die Leitung des Berliner Geschäfts inne, zu dem die Zelistoffabriken und das hiesige Kohlenhandelsgeschaft gehörten. Edmund stinnes hat gerade vor wenigen Wochen erst in der ptf-zldtuuß der Geschäfte die Nachfolge des ausge-
■ iger deutscher Mann, der im Ruhrkampf unb in ben schweren Zeiten, bie ihm folgten, seinen Lefitz auss Spiel setzte, um ben Boden seiner Heimat M vorteibigen. Das wirb ihm ebensowenig verg.ssen M«. wie sein Perdienft um ben wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands.
Allttcrte» zu äußern. Die deutsche Regierung btttftt sich in ihrem Schreiben auf die Mitteilung beschränk, len. daß sie die Sachverstänbigenbertch'tL als ein« geeignet« Grundlage ansehck^ um zu einem Einvernehmen über die Reparation« regelung zu gelangen und ihre Bereitwilligkeit MH Mitarbeit auszusprechen. Die Matter unterstreiche^ ferner die Einmütigkeit, welche die gcstrigeBe» sprcchung ergeben habe. i
Noch keine Entscheidung in Berlin.
Berlin, 14, April. In der heutigen Besprv« lbuna mii den Ministerpräsidenten der Länder wie her Blättern mitgeteilt wird, die E n t s ch e i b u nj fuirübft. ob die deutsche Regierung Delegierte umH Paris senden oder eine schriftliche MeinungsäußerunD ohgeren wird, noch nicht getroffen. Bor der Sittf<bei4 d-ing, Cie in der Kabinettssitzung erfolgen wird, sollen, noch die Führer der bisherige« Fraktionen gehävl' werden. '
Einspruch der Deutfchnationalen.
Die Deutschnationalen hatten sich fü< Montag abend beim Reichskanzler angemel, bet, um über bie Frage bes Sachverstänbigenberich» tes zu verhanbeln. ij
Dazu teilt bie Parteileitung bet Deutschnationa« ten Volkspartei noch folgenbes mit’ Nachdem aM Sonnabend bekannt geworden war, daß die Repara« tionskommission Vertreter der deutschen Regieruntz zu den SachvcrstLnbigengritachten zu hören beati sichtigt, hat die Parteileitung der Deutschnationalen Volkspartei sogleich bei der Reichsregierung dagegen Einspruch erhoben, daß diese Neichsregierung bie nicht mehr auf einen Reichstag sich zu stützen in bet finge fei unb bas Vertrauen bes beutschen Volkes nicht mehr besitze, sich irgenbwie burch Erkläruno aen zu ben Sachverständigengutachten gegenüber der Reparationskommission binde. Dem Rei-bskanzler wird dieser Einspruch der Deutschnationalen Par« teileitung am Montag abend durch Herten der Par« teilettung überbracht werden.
Am dm W!tn 6tHtL
Verlätrgerung der MicumverirLg« «M tnxi Monat«.
Düsseldorf, 14. April. In der heute frei* gesetzte« Verhandlung mit der Micum ist in allen «och c-ssci.«« Fragen «ine Einigung erzielt worbe«, sodaß der Vertrag über die Verlängerung b«tz bärigen. Abkommens um zwei Monate bi- auf die Unterschriften fertiggestellt ist. J
©rünbung einer pfälzischen Zentrumspartei. »
Mannheim, 14. April. In einer stark 6* suchte« Versämmlung der pfälzischen 3< t r um sanhänger wurde gestern di« Zentrum«« Partei der Pfalz gegründet und damit die Tennunß des Zentrums von der Bayerischen Volkspartei in der Pfalz endültig vollzogen. Zum Vorsitzenden wurde Bürgermeister Dr. Si b e n - Deidesheim gewählt. An der Spitze der Reichstagswahlliste de» Zentrums für bie Pfalz steht der bisherige Ret ch«« tagsabgeordnete Hoffmann-Ludwig«« Haien.
SMttlNd — StpiMiL
Athen, 14. April. Die Volksabstimmung ist in ganz Griechenland ruhig verlaufen. Nach den bis Mitternacht vorliegende« Ergebnissen hoben 75 Prozent für die Repn- blich gestimmt.
Athen, 14. April. Die Republikaner feierten ihren Sieg bei der Volksabstimmung durch eine reiche Illumination der Stadt.
Athen, 14. April. Da« Stand recht tritt heute in Kraft und zwar im größten Teil des Landes. Ein Dekret, welches die Presse verpflichtet, in den nächsten fünf Jahren leine Angriffe gegen die Repnblick zu unternehmen, wird beute mit Gesetzeskraft veröffentlicht werden. Heute wird der E o n d u r i ö t i 6 zum vorläufigen Präsidenten der Repnblick ernannt. - i
- f ■ -
Mmö tu) FrmkM.
London. 15. Avril. Mac Donald erklärte in Beantwortung einer Anfrage, daß die kranzösisch» Regierung zu der britisch-russischen Konferenz nicht eingeladen worden sei, da diese Regelung rein rusiisch-englische Fragen betreffe.
Auf eine Anfrage bezüglich der Schritte der eng« tischen Regierung auf das Ersuchen Poincarö, um Intervention zu Gunsten der in Kiew Verurteilten erwiderte Mac Donald, offizielle Vorstellungen bet bet Sowjetrcgierung seien nicht zweckdienlich.
Auf eine weitere Anfrage über die Haltung bet englischen Regierung gegenüber bet französisch-belgischen Ruhrbesetzung gab Mac Donald die Erklärung ab, datz er darüber jede Steigerung im gegen« wqftiLen Augenblick verschix.heo wolle.