Einzelbild herunterladen
 

Zweites Blatt

Nr. 89 '

Montag, 14. April

1924

$le dMkn RkülbeltMMe« mtz V dl» Mlind.

Tie Nachricht von dem Erlaß des Reichs prLiidenten über die Linschrä nkung de r Meisen hat in ganz Italien, insbesondere in Stom ein recht erhebliches Aufsehen erregt. Aber «lch aus der Schweiz berichten uns Mitteilungen von dem gleichen Eindruck.

' Daß etwas gegen die überhandnehmend Reise­lust nacd dem Ausland unternommen werden gt u fite, wird vor allem den Deutschen klar, die im Auslande selbst durch Amt, Dienst und Beruf tätig find. Es versteht in It-all«n, das gegenwärtig das Hauptziel der deutschen Reisenden ist, gewiß tederinann, daß dieNordländer" dazu rechnet d« Italiener alles, was jenseits -der Alpen liegt, ! also auch die Deutschen nach der nunmehr ein I Jahrzehnt dauernden Absperrung von außen sich nach Licht und Sonne sehnen. Deswegen aber gleich alte möglichen Gesellschaftsreisen zu arrangieren, war auch nicht gerade nötig. Cs muß auch zuge­geben werden, daß die Italiener sehr gerne sich da­rum bemühen, den Deutschen den Aufenthalt ange- nehul zu machen. Der Deutsche war ja s!Niner in Italien gern gesehen, weil er rin guter T r i n k g e l d g e b e r war. Das hat sich heute nicht nur nicht geändert, sondern ist sogar »och bester geworden, da die deutsche Valuta im Ver­hältnis zur italienischen eine große Freigebigkeit in italienischem Geld gegenwärtig sehr begünstigt.

Aber gerade weil das der Fall ist, so ist von pichen Deutschen, die tatsächlich nichts anderes als u Vergnügungssucht binausführte, ein großer Unfug | getrieben worden. Man achtete das italienische Geld nicht, wat in seinen Ausgaben ziemlich wahllos, und schließlich haben viele Deutsche auch noch die Ge­legenheit benutzt, um alle möglichen Einkauf« in Italien zu nuxdjen, um sich dann hinterher, «Kd noch dazu in Gegenwart von Italienern, namentlich in Eisenbahnzügen, in der Straßenbahn «vd in den Gasthäusern damit zu brüsten, wie billig fit gekauft Härten. Wenn, mir Deutschen uns daran erinnern, wie wir selber aus dem ausländischen Ausverkauf", wie überhaupt das ausländische Ge- -ähren angesichts unserer damalige» schlechten Va­luta schmerzlich und peinlich zugleich empfunden haben. dann kann man sich eine Vorstellung machen, wie bas Auftreten mancher Deutscher in Italien setzt gegen uns wirkt. Man sagt sich, daß das doch Nicht die armen Deutschen fein können, für die üder- «ll, auch jetzt noch in Italien gesammelt wird, deren Kinder nach der Schweiz und anderwärts ins Aus­land geschickt werden, für die der Papst auch jetzt noch beträchtliche Spenden zur Verfügung stellt, für die man in Italien und in der Schweiz immer noch Lielcsgabenpakete bereitstellt und dergleichen mehr. Wie solck-e (Elemente draußen im Auslande der wirk- sich eidenden Bevölkerung in Deutschland und die ist doch wahrhaftig in der Mehrheit Schaden luftigen, läßt sich nicht in Worten ermessen. So kam t», daß tatsächlich auch von den amtlichen Vcrtrc- L lange« dos Deutschen Reiches im Ausland« der | Wunsch an die Reichsregierung kam, Reiseeinschrän- , fittmtt in Deutschland vorzunehmen, bezw. die Er- | lau bitte nur auf dringende Fälle wirtschaf- 11d)e», sozialer oder persönlicher Art |u beschränken, im übrigen aber diejenigen, die trotz­dem eine Auslands-Vergnügungsreise sich leisten wollen, mit einer nicht unerheblichen Abgabe zu­gunsten der Allgemeinheit in Deutschland zu be­lasten. Gewiß hat das auch eruste Schattenseiten, »eil man damit gewissermaßen den wirtschaftlich kräftigeren Kreisen ein Monopol für solche Resi fen gibt. Man wird aber das Zutrauen haben dür­fen, daß die Handhabung dieser Bestimmung den jeweiligen Verhältnissen der Gesuchsteller ent­sprechend erfolgt. Auf keinen Fall dürfte ein solches Monopol herauskommen.

Wenn man im Auslands selbst wahrgenommen hat, wie die detnsche Rentenmark verschleu­dert wird, wie in den Wechselstuben des Auslan­des recht erhebliche Beträge an Rentenmark um- gesetzt werden, um die man sich dort übrigens reißt, juie man aber dabei, nur um in den Besitz von aus- ländischsnt Geld zu kommen, das man in Deutsch­land nicht ausreichend erhalten konnte, nicht den vollen Kurs verlangt, sondern sich mit recht erheb­lichen Abschlägen zufrieden gibt, wenn man sich dann vorstellt, wie ein solches Verfahren schließlich auch auf die V e w e r t u n g d e r Ni a r k i m A u s- l a n d seiber wirken muß, und welche Folgerungen sich.darauf für die Valuta in Deutschland ergeben, dann wird man die Maßmahmen der Reichs- rsgierung unbedingt billigen muffen.

Aber man möchte auch wünschen, daß manchen Reisenden im Ausland schärfer auf die Finger ge­sehen wird. Es ist' ein untragbarer Zustand, daß Deutsche, wie es in Royt tatsächlich wiederholt vor­gekommen ist, in den großen Botels schon rum Früh­stück Sekt in erheblichen Mengen trinken, das Gleiche mittags und abends tun, wenn sie einen klei­nen Liftfungen mit Tausend-Lire-Scheinen zum Wechseln fortschicken und 1OOO Lire sind für den Italiener auch heute noch ein Vermögen, wenn man sieht, wie wähl- und sinnlos das Geld vielfach verschleudert wird, dann möchte man wünschen, daß man sich mit diesen Elementen auch f i n a n z a m t - l i ch etwas näher beschäftigt.

Eine Gebühr von 500 Eoldmark für die Ausreiseerlaubnis ist zweifellos enorm hoch. Mit diesem Betrag kann man heute, wenn man keine übertriebenen Ansprüche stellt, aber doch mit aller sonstigen Bequemlichkeit, zwei Personen gut zehn Tage in Italien verpflegen und beköstigen. Man kann sich dabei auch noch den Besuch aller wichtig­sten Sehenswürdigkeiten ganz gut gönnen. Man kann W"in trink.'», soviel man will und Epaghettc und Macaroni effen, soviel einem bekommt.

Run fürd)ten ja allerdings die Italiener und die Schweizer von dieser deutschen Anord­nung eine Einschränkung des Reise Ver­kehrs und damit wirtschaftliche Nach­teile^ denn dieser Verkehr hat tatsächlich das wirtschaftliche Leben in beiden Ländern, das eine Zeit lang rebt stagnierte, wieder ziemlich in Fluß gebracht. Aber einmal ist diese Maßnahme der Reichsregierung nur eine vorübergohe-rde und zum zweiten stagniert die Wirtschaft bei uns noch viel mehr als anderwärts und da müffen wir zuerst darauf sehen, wie wir selber mit unseren Ver- häliniffen zuwege kommen, und bei diesen Bemüh­ungen ist es eine Pflicht, daß wir denjenigen E'e- menten, die schon vor dem Kriege sehr wenig als Werber für Deutschlands Ansehen ge­eignet waren, und die auch heute durch ihr ganzes Auftreten im A»sland dem Deutschtum und seiner Geltung in der Well nur schaden, recht kräftig zu­leide gehen.

------

3. MMMkm ter ZntrimMlki.

Frankfurt a M.. 12. Avril. Tw em 10. und 11.

Mts. unter d m Vorsitz de» früheren Reichskanzler? lehrend ach hier taaenfa 3. R b e in koilfert n; der Deutschen Zentrum Sv artet in den Ländern am Nbein faßte eine Entschließung, in der eine o-wuß^e deutsche Rbeinvoli ik und we'te Sicht und die Znriick- gabe der finanziellen, wirtschaftächen und politischen Freiheit des besetzten Gebets gefordert wcd.

Am Abend fand im großen Saale d«S Valmengartens eine machtvolle Kundgebung der Zentrums vartei in Amocseuheit des früheren Reichskanzlers Fehrenbach, de» ehemaligen preußi'chen Minister- präsident->n Steaerwald und des Füb«rS der pren- ßischrn Zentnimsftaklon Dr. P e r sch stakt Der von Ker Menge stürmisch begrüßte Reichskarnler Marz Kielt eine Rede, die wiederholt von lebhaften BeisallS- knndgebungen unterbrochen wurde. Er führte etwa fol­gendes aus: Die Entscheidungen, vor die wir in bei

nächsten Zeit gestellt werden, erfordern von uns tiefsten Ernst, Besonnenheit und Vaterlandsliebe. Noch immer scheint sich in Frankreich der Gedanke nicht durchringen zu können, daß alle V-rsuche Deutschlands, die Lasten aus dem Versailler Vertrag auch nur einen Teil aus­zubringen, vergeblich sind, wenn die Wirtschaft immer­fort gestört tvird. wie cs in den letzten Jahren durch die Eingriffe Frankteichs geschehen ist.

Wir faßen es als einen Fortschritt begrüßt, daß hervorragende Wirtschaftler mit der Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit betraut wurden. Die oeutsck: Regierung hat ihr: Alten und Bücher in vollster Offen­heit den ausländischen Sachverständigen vorgelegt. Dir deutsche Regierung wird mit aller Gewffsenhaftigreit und Vorsicht prüfen müssen, was vorn deutschen Volke wirk­lich getragen werden kann. Sie wird allerdings von der deutschen Wirtschaft und vom deutschen Steuer­zahler verlangen müssen, daß Lasten bis an die Grenze des Möglichen übernommen werben. Aber herüber hinaus in eine Belastung einzuwitligen, kann gerechter­weise von ni'mand verlangt werden. Genüsse Parteien, namentl'ich die D'utschnationalen und Deutschvölkischen haben schärfsten Wi-ersvruch g'gen die von uns als richtig erkannte Politik erhoben. Man hätte nun erwarten können, daß die Deutschnationalen, die sich beeei: er» klären, an der künftigen Regierung sich zu beteiligen, auf ihrem Partei!ag in Hamburg darüber Auskunft gegeben Hüften, welche Politik sie an die St lle der Er- süllungspolitik setzen wollen. Tie Deutschvölkftchm geben sogar soweit, zu erklären, daß sie überhaupt nicht an einer Negierung, die nicht rein deut'ckvölkisch fei, beteiligen würden. Es ist ein trauriges Zeichen der Zerrüttung und Zermürbung unseres Volkes, daß sich jetzt weite Kft'ft.- Dreier geradezu unsinnigen und für Reich und Volk letzten Endes den Untergang bedeutenden Bewegung ange» schloffen haben. Keiner von uns bekämvst den völkischen Gedanken an sich. Er hat etwas durchaus Berechtigtes und Wertvolles. Aber in bet Ucbersvannung der Völl ftschen Bewegung ist er unch.istl'ch. Er bat in folgerichtiger Auswirkung den Krieg aller gegen affe zur Folge und würde den Zerfall des Reiches und die vollständige wirtschaftliche Zerrüttung uulereS Landes he-bMühten. Glaubt etwa ein vernünftiger Mensch, vast bei emer Mehr­heit von dnitschvölkischen und deutschnAlionalen Aoge- ordnft-n im R ichslag eine fröhliche Auseinandertetzuna zwischen D-iitschlano und den Ententestaaten möglich wäre? Würde dann nicht in Frankreich die radikalste Richtung bei den Wahlen die Oberhand gewinnen? Alle Ententemächte toürxn dann geschlossen als un- erblltlicher Gegner uns gegenüberstehen. Wir brauch n nns durch den starken Stimmenzuwachs der>fischen in Bauern nicht ängstigen zu lassen. Im übriger Deutschland sieht man die Dinge etwas ruhiger an als in Bayern. Tie besetzten deutschen Lande steile würden wohl endgültig dem deutschen Reiche verloren sein, wenn die deutschvölkischen und deutschnationalen Ideen im Volke weiter Boden gewinnen würden Viel­leicht wird das Verantwortungsbewußtsein der Deutsch- nationalen durch den Umstand geweckt, daß der Stimmen­zuwachs her DeutschvöMfchen hauptsächlich mrf Kosten der dentschnationalen Partei geht. Wir sehen in den bayrischen Wahlen mich, wie unselig die ZerspNlerung in viele Parteigruppen wirft. Zum andern mahnen sie uns daran, wie ernst die Pflicht jedes denttche» Staatsbürgers ist, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Am 4. Mai sich der Stimme en:- halten, ist Verrat am deutschen Vater- lande und am deutschen Volke. An bet Wahlbeteilig« ng der Anhänger der Mit­telparteien hängt diesmal da» Schicksal des Vaterlandes.

Ich muß nochmals mit allem Nachdruck betonen, daß an dem Ueberhandnehinen nationalistischer Agi--' tatronen und deutschvölkischer Ideen die verblendete Po- litik Fra »kreichS die Haupt sch uld trägt. Ein großes Volk wie das deutsche kann nicht Sklavenarbeit verrichten. Es will t» Freiheit die Äberne« menen Verps.ichtnngen erfüllen und «hebt auch als ftefieftw Volk den Anspruch aus bie Achtung, dir ihm Äs große 'Ration mit ehrenvoller Geschichte gebührt.

Rach dem Reichskanzler Marx beleuchtete der trübere Reichskanzler Fehrenbach, ebenfalls stürmisch von der Versammlung begrüßt, die iunerpolitischen Verhältnisse DeutschlaiwS und erörterte zunächst.

MI!"! IHWMaWtaWKWMMHMB

. Nachdruck verboten.

Die Herrveghs.

"Roman von L i e S be t Till. '

- '.llchel-errecht bei M. Feuchtem» Halle «. S.

3. Fortsetzung

Er war der Heimlichkeiten selber sali: Jeden Sonntag kanr her Rüdesheimer Beiter herüber, den He Großmutt r. die den zweit-« S ock fas KKiinfch.il Hauste fatrob etr sie .halte bas Lnijchüdendf Wart Pi spr chen.-d.nn von ihr stammte der Reichtum als Grttes künftigen Gatten auSerwählt Halle, und' « in«tt£< nütansiheu. wie Grete mit diesem rijetfr wangigeu bl. ,chen jungen Manne mit »er ^pchh'ichr.v Ettlmpfuase im Kurgarten ans und ad wanderte zu bta Klängen der Ouvertüre der Lustigen Weiber", wäbreud er sich in den Ecke» herunchrückte.

k Wenn « heute vor ihren Vater trat: ich sattle Um lch w rde Rechlcs.ora,»' ar.er dann iah er '.m- fcet vor sich ein blinkendes Messingschild an dem Eingang eines dreistöckigen Hanfes inmitten ter stau­bigen lärmenden Stadt. Sein Ideal aber war das Land. Droben in den Bergen, in der Eifel, in reut kristallklarer Lust zu leben, um sich die groß:, stille Natur. glünc Wiesen, Burgen und Wälder. Er wollte Weder Schätze sammeln wie se n Justizrat. noch kar­tiert machen, sein Ehrgeiz lag auf tünstterischem Ge­biet. Wenn ihm der künftige Berus nur Muße dazu ließ ... das war ihm Hauptsache.

- Aber Grete dachte anders bariii. Aus dieser kauj» tztänmsch n Welt wehte ihm das war ihm schon bei seinen Freunden, b e Kaufleute geworden rotten, »nsgeiallen eine merkwürdig kühle Luft entgegen Ihre Weltanschauung befrembete ihn. den Jo: allsten »nd Kunst hungrigen. Was bene« wichtig wat. war , Ihm so nebensäckl.ch. und was ihnen unwett erschien, ^tdcutete ihm Lebensinhalt. Nur s in Fr unö tstoll tzer.berg trieb die Musik aus Passion, aber schließlich Wehörtr sie auch p» jcieem Mrti«,.. , ,\

MMWMMMMMIMMMWMM-MMESWMWM^MMMMMMMI

Rechtsanwalt! Es war nicht leicht jür jemand, b-r sich gegen alles Reale und Kaufmännische oish-t gesträubt hatte, dem alles fremd urb peinl ch wo', was mit Geldängekegenh-iten ?u'ammenh:ng, mit Alder dienen, mit dem unmittelbaren Einheimsen cines Ge­winnes... Aktr Grete...

Und der Rüdesheimer Beioeroer, der schon so sieg- rück) umher stolzierte, begünstigt von e'ner ganzen Familie, und Gre e konnte auch nicht ewig ihrem Va er Saud in die Augen streuen.. .

Liit «ne.» Seufzer tat ctz die in ben Kasten zurück, bajtti machte et sich fällig zu «ein ' Nend«-- ooaS.

e

Die Schildkrötensuppe war köstlich und die Mät° terteigpssttte. v*ren Rezept Frau ton H«wegh nie­mals preitzgah. übertraf all: Erwartungen. Das Ge­heimnis ihrer Güte bestand nämlich einfach darin, baß d r Lümm-tl mit dem Spark t3 des Morgens aus den Matklhrliru e n paar Hu b rt S emusche'n holl.n ging, die man der Fischpastete beifüzte. Die Fa­sane tvaren Triuas Spezialität, und der General er­hob sich, um rin Glas Burgunder aus da? Wohl TrinaS zu leeren, die mit den Schü'seln den Tisch umkr ifte. Doniber war Trina so gerührt, daß sie in Tränen ausbrach und sich erst beruh igle, als oer Kassie auf dem Tisch stand. Man hatte das Gcburtstagsftnd. dir licb nsivütdi e Ha:Ehert.n und d.n gu.ea Rheinw.in hochleben lassen ' x

Der General, er begann schon stark zu tverden, in je nem Frack mit dem strahlenden Johannitcrodfan. den er Liane zu Ehren angelegt, saß auf seinem ange- stamniten Pla^e obenan, ba.ieben Fran v. Hellvegh, seine Freundin, die ewig Junge; strahlend, in intern schwarzen Spizrnk.'eid. bas den weißen Ha s und den Ansatz der blendende» Büste f.rillest. Dsi frischen Orchidee» an der Brust waren ein Geschenk ihres anderen Nachbars. -Tvk.or Rickert- war immer ga­lant. Er teilte seine Ansnierksamkeieen zwischen ihr ueb der blassen Liane, dir üi ihtrm weiße», 8k schlau-

IT I MI11! nWM[il|!IHHM1n tat Glieder lose umraffenven Crepe de-Chinegew.tnd unb dem von einem mattblauen Baud umwundenen rotblonden Kopf einer antiken griechischen Hetär- glich, die von dem Podest eines Museums gestiegen war.

Tante Bettv hatte über ihrem ta ibengrauen Kleid, dasnorddeutsche Ofsiz crkdamenkl ib", das ft te köst­liche Mechelnet Fichu drapiert, da sie in ihrem 'Testa­ment Liane rrtsptochen hatte.Mhrnen Sir nur mein Föhn in acht", ermahnte Liane sie jedesmal.

Ftlluliin Schm dl in e nem schme zdestickten. nagel­neue». grünen Taftkleid,ton der Nnterzagt die Rechnung hab ich noch nicht aufgemacht," fast zwi- sch » ihrem Liebling Ernst und ihrem Schmerzenskind, dem Lümmel Sie hatte einen unruhigen Platz, eine: ton Lll'-e» war immer nntor.o.gs, um etwas Herdei- znhole». was Trina vergeisen Halle, an solchen Tugen war Tcina immer sehr aufgrr gt.

Ist Cebur slagsg schenk, ein Zigerellenetnivom Me ß am Kurhaus" ging von Hand zu Hand und tr-ntb; gebührend bewundert. Nur Liane batte ja immer e.was an den Ce'ch nken anderer auszusitzr'l. Der schöne Lutz goß den Wein ein und sorgte für die Zgrr.-tren

Die Hänzesampe un'rt dem Steckuade schirm straslte übet i nt vergnügte Tafelrunde, ein Stimmengewirr cifüVie das warme 3 mmer. daß man glauben konnte, es fände eine B.-rsteigemng hier statt. Draußen auoll dr Rhcinneb.'l, ein trüber Nove mb rtag ging fr: nem Ende entgehn. Drinnen wat es warm und blühten Maigiöck<b:n in gwßen Jardinieten zwiichen Torten und Wnn'raubenpyramften. und Trina trug von Zeit j» B it eine frische Ladung Kuchen herein.

Ma» war beim Kassa unb den Kartenkunststücken, einer Svezialität Tr. Stilette. Tas S.reichholzrütsel. das et schon zum drittenmal oer staunenden Tasel- runde aufgab, hatte noch keine Lösung gefunden. Frau von H.rwegh war eben dabeie umstanden von ihren drei Söhnen, schob sie bie Hölzchen e.stig hin uuo her.

Du mußt bas erste gleich nach ri^ötS legen. Ma­ma," sagte Lutz, bet de» Rauch sei»« Zigarette über

welche Regierungsform für Deutschland die bcsiere fei- Mit der Fluckt des Kaisers nach Holland sei diese Fragt für die Zentrumsvartei erledigt gewesen. Heber dal Zusammengelen mit den Sozialdemokraten sagt: bet, Redner, das Z- ntrum habe niemals seine eigenen Gruufa >ätz: aufgegeben. Was das Zentrum von den Soziatz« demoktaten trenne, sei die Frage des Kl affe nT kampfes und ihr Verhalten in retigiöfe«, Fragen. Zum Schluß kam tr auf die Verfassn «W von Weimar zu sprechen, die er für ver besser' rungsbedürftig, aber als durchmis t> e setz mäßig zustandegekommen erklärte.

---*---

WklWtW WMnVttWl.

DaS Gutachten der Sachverständigen hat in be» WirtschaftSkteften keine Sensallon > ervorgerufen. Ma» ist hifa nach den bisherigen Etfahtungen an sich sehr skeptisch und man ist fest davon überzeugt, daß el bestenfalls Hilfe auf sehr lange Sicht bringen wird. Man findet sich habet in Uebereinstimmung mit bet Londoner City, bie bei aller Sympathie für das Gut­achten und seine Ausführung doch einige Bebenkeg, hat, ob man die 809 Goldmillionen, die Deutschland im ersten Jab« in bie Haitd g-geben werden sollet^ durch eine internationale Anleihe aufbringen kann. Man hat in Berlin nähe« Sorgen, denn die Wirb schäft drückt ber Schuh immer noch außerordentlich schmerzlich E ne außerordentlich angesehene Berlinet vrivate Bankfirma, Sachs, Warschauer u. Co., über deren Finanzschwierigkeiten eingeweihte Kreise schon seit einiget Zeit im Klaren waren, hat Geschäftsans- sicht beantragt und damit ch« Zablungsnöte doku­mentiert. Es ist nicht bas erste Bankgeschäft, brt< bfn Konkurs anmeiden muß und wird auch nicht dal letzte sein. Aber es ist doch außerordentlich bezeich- nrnd, daß auch altangesehene und gutfunbiertt Unter« «ebmunge» jetzt in Mitle'd-nschast gezogen werden. Im vorliegenden Falle scheinen unglückliche.Metallsr» kulationea die Ursache gewesen zu fein, vielleicht hat auch die Erbolung bte; Franken die Tetminspeku« (ntionen der Firma durchkreuzt. Da? alles aber bätit nicht genügt, wenn nicht der Grund so schwankend wäre, auf dem das Geldgeschäft jetzt stehe. ;

An ber Berliner Börse gehen die Kurse ttviirt abwärts. Kein Wunder, wenn so viele Firmen «e« zwangen sind, sich selbst durch den Verkauf von Es sek« ren zu exekutieren, ner mn bares Geld ju bekommen, und Wenn andere exc-kitiiert tot da? n, neeff sie Wechsel« schulden bezahlen sollen. DaS trostlose Bild, bas dir Börse 'ans diesen Gründen bietet, ist nicht durchaus maßgebend für das Bild des Witrschaftsleben?, in?- besonb re bas B ld der Industrie. Aber auch hier muß doch gesagr werben: Wenn die Dinge nicht an sich so ungüujliß stünde», so könnten auch einzelne 3roaii$5« verkaufe nicht so drückeiü» auf die gesamte Lage wir­ken. Aber die Dinge stehen auch an sich ungünstig, denn die deutsche Industrie hat immer noch schwer genug zu kämpse». Der amtlich« Haudelsausweis über den Februar hat gezeigk. baß in bitte« Monat unftte Hlliibelsbilanz vußeeotdemlich pajsiv. das heißt als«! « rordentlich ungünstig gewesen Ist. Die Einfuhr hat bie Ausfuhr sihr stark überwogen, und unter bei Einfuhr befindet sich auch ein erheblicher Posten Frt- lig-Fabrftate. Das ist ein schlagender BetoeiS drsür. daß unse« Industrie nicht nur mit bet Ausfuhr immer weiter zutückbleibt. sondern daß sie auch aus dem Binnenmarkt seht schwer unter der Konkurrenz ausländisch:r Einfuhr zu lewen hat ein Zuftaui^ bet natürlich «Hatto« ist. wenn uns« .virtschaj^ lickse Entwicklung wieder in gesunde Bahnen komme» toll

Ein schlagendes Einzelbeispiel für diese uudht» stige Mrtschllftslage ist der Versuch des Amerikaners Ford, mit seinen Automob lerMgnissen auf dem deut­schen Markt Absatz zu gewinnen. Me Berlin-Butgef

ihren Kopf wegblieS.Du machst es immer falsch,* und er griff ihr übet die Schulter.Gott, ich bin doch schon vor dir auf der Welt gewesen," sagte sie ärger­lich und warf alles wieher durcheinander. Der Lüm­mel. derbie Stifte" natürlich längst heraus hatte^ kniff bas linke Auge zu:Nur Mut. Mama." J< solchen Taschenkunststücken war er stärker wie in la­teinischen Aussätzen.

Sogar bk erhaben« Liane war ausgestanben. st» der unerklärlichen Lösung beizuwahnen. Der Gene« ral versuchte eS unter dem Beistand seiner Gattin, dir ihm, durch b;c Lorgnette zusckattend, Ratschläge Rgab, die aber auch nicht» nützte«.

Doktor Rickert war bet Äötve beS Tages, all«- hatte sich um ihn geschart. Er sah tät^lnd de ns andren zu, wie sir sich mit heißen Köpft« bemühten, etwas herauszubrin>'n, was doch jo einfach wat... wenn man es kannte. P.ötzlidt nttintt Ftänlet» Schmidt, Ernst könnte doch mal was spielen.

Ernst erhob sich beteitwilligst, er hatte den gan. zeu Tag ttod) nicht f*r'- gesagt, auf seinem verträum­ten Gesicht "lag ein stilles Lächeln. Aber et ging nicht ans Klavier sondern schlug an sein Glas.... Meine Tarnen und Herrett."

Die andern horchten auf.Et will eine Red* halten! Still dock

(Fortsetzung folgt )

Bücher.sckau.

** Worte, die den Tag geie t i t n Zm Lickte ,u wandern mit Freuden au dienen de» B ftbrbaftigen au erkennen. Zufammengeftellt von E 3V-. <S>etlitt. Martin Warneck.) Aus bolafteiem Papier ne» druckt, fein gebunden 4. Ein mit viel Liebe und

Verständnis aujammensestelltes Buck- Es war das Be­streben, jeden Tag unter einen bestimmten Gedanken au stellen, und wir finden biet die Aussprüche unserer besten geistigen Fübrer, die uns taasnber begleiieü wollen und un» aum Nachdenken en regen sollen. Wir rcruen uns dieser Gabe und wünschen sie besonder» auch m bet Hand «mietet betamoachjeu-e» Jugend.