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Zwerres Blatts
Nr. 84
Dienetag, 8. April
1924
Die Berkammluug spendete den AuSsührungen des Kanzlers äußerst lebhaften Beifall und schloß mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf da-? deutsche Vaterland. Dem Reichskanzler brachte beim Verlassen des Ocm: nasiumS bw drauß-n harrende Menge lebhafte Ovationen dar. Er richtete von der Trepve deS Gymnasiums noch eine !une Ansprache an das Publikum, in der er die Leiden deS beseh»«» Gebiete» würdigte »»$• betonte, daß die MeichSregieruni alle? tu« werde, nm > e Lage der Bevölkerung be» besetzten Gebiete» leichter «■ gestalten.
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Barmen, 7.April. Der Rrichrkanzler Dr. Marx gewährte dem rheinischen Korrespondenten oeS „Bert. Tageblattes" eine Unterrtbung, in der lebenswichtig' Fragen deS besetzte» Gebote» erörtert wurden. Ans bie Frage, ob e» denn den Tatsachen entsprech', das, der deutsche Boftchattrr V. Horsch bei oem Minister- prLiidcntm P o i n c a r e «m eine e'nmonatlich« Vrftänge« Attifl der Micumverträge nachgefucht habe, wie der „Matin" berichtet habe, erwiderte der Re'chSkanzler ..Diese Meldung entspricht in keiner Wesse den Tatsachen Mr haben »m keine Verlängerung der Micumverträge nachgrsuch'. da dir Reichsregie rtung und die gesamten Großindustricllrn sowie 6i wirtschaf lichen Sachverständigen d'e Mimmvr-träqe wirt ^chaftlich nicht tragbar hatten, und auch dir Arbe'ter- Schaft die Miterarbeit im Rahmen dieser Vertrag' abff” lehnt bat. Da in der letzten Zeit wiederholt in oer französischen Posse davon die Rede war, daß Frankreich zu Sanktionen schreien müßte. lall» mir einer Ver längerung der Mieumvcrträge nicht zustimmen würden, war der deutsche Botschafter v Heesch deanftragt worben bei trr sranzöftschen Negierung zu sonderen, ob ireendwv derartige Maßnahmen bevorständen. Hi-rüber schwebe- aber noch die Verhandlungen, die noch nicht abgeschlossen sind. ES wird von dem Ergebnis abhängm, ob dir Ruhrindust riellm zu einem neuen Abkommen mit oer Mi'um gelangen
Zu den zahlreichen Verhaftungen von Deutsche» ir Eisen durch die sranrZsi'che BesatzunoSl^bSrde wcge- nationalistischer Umtriebe äußerle der Reichskanzler: „Ich habe diese Nachrichten erst auf m iner Re'ft emp'angen Der t*nllchen Regierung ist jeoensall» über ein Bestehen von Gebe'imorgani'alinnen im besetzten 6kbi:t nicht! be könnt. Dir gesamte Bevölkerung de» besetzt'n Gebetet lehnte diese den schnationalen und dmt^chvöllischen Um trete ab, da sie nur zu neuen Repressalien führen, ohne daS Los der Bevölkernng zu crle'chtern, uud erschweren den Wahlkampf im Rfttzten Gebift."
pm weiteren Perlaut der Unterkam der fiaw let auch aus die Stabilisierung der Mark zu sp-echm. Von der Stabilisierung bet Reuten mark, äußerte der Kanzler, hänge heute die E-istcnz deS deutschen Volke? ab. Unsere Mafno'-m'n mögen nach außen hin bratet erscheinen, aber wir rennten un» in einer Zwangttig- Das AuSreiieverbot ließ sich nicht nmce^n und mußt: s-hnellstenS erlassen werde«
WrtltUiSi BitttitattL
Bo» unserem volkswirtschaftliche«. Mitarbeft.r.
Tie Goidbiskontbank wird narb Mitt'ilung b"* R ick» bankprZsilenftn Dr Schacht in der nächsten Wacht ihre Tätigkeit ausnehm'n. Wie von Anfang an beghftcht'gt. wird sie der den's-'en Wirtschaft Kred'te zur Pe-fstm„<- stellm. und zwar im wesentlichen, w nn nicht ausschließlich für die Deckung von Bedürfnissen an Rvhstos'en 'm Ausland. Der Zinsfuß von 10 Prozent ist nach teiger stlegrifftn erträglich, müssen doch krebitsuckense R'tr.rl heute oft das Dreifache zahlen. ES wird Zeit, bV die Golddiskontbank endlich eine wenn auch viest.-ich rod' ungenügende Erleichterung schafft. Denn 6er Tr> ck her Not liegt schwer auf der deutschen Produktion Aw Mfttwoch hat Pvincare triumvh'ereno in der sronzästfcheo Kammer die Ziffern mitgeteilt, die er aus dem Ruhr- gebier herauspreßt. Die Ziffern beruhen auf Wahr feit, wenn auch di: Gcrrinnberechnung absolut schwindel haft ist und Sand in die Augen der Franzosen streuen soll. Tatsächlich frißt der sranzöiisch: Kontroll-Apvarat sei er mi i ärischer oder ziviler Natur, fast den ganzer. Ertrag wieder auf. Wir aber spüren den Aderlaß sehr empfindlich und die Schwäche, die sich in der deutsch er W.rlschaft bemerkbar macht, ist auch dann erst wieder gründlich zu kuriere», wenn die Produkt on im Ruhr- nnd Rheingebiet wieder zu unserer Verfügung steht.
Der XiiiM'fl Sin Mt eiitn- nih iiwtrwWt Lm.
Darme», 6. Avril. Reichskanzler Marz (brach in der Aula be» GomnafiumS in einer öffentlichen Versammlung, bi von der ZentrumSpartei ®atr Wien» veranstaltet worden war. Nach einem kurzen Rückblick auf die Zeit, die der Reichskanzler in feiner trüberen richterlichen Tätigkv't im Wuppertal verlebte, führte er etwa folgende» aus:
Die ReickSregierung sie^t e» al» einen Erkolg ihrer A'- fcit an, daß in den letzten Monaten in den inneren Verhältnisftn Deutschlands eine g-wtsse Beruhig«ne Platz gegriffen hat. Auch außen voll'ich blieben wir vor schweren Etslbüttz-rungen bewahrt E» scheint jedoch, «lS ob wir jetzt vor ernsten, für unser Volk ent scheibenden Ereignissen stek-en. Die Gutachten der »»Ständischen Sachverständigen werden in toeir- je« Tagen bekannt sein. In den nächst'» Wochen dürs e auch die Entschekung der Reparotionskommisiion über die Sachverständigengutachten fallen. Die Negierung kitt», nach dem Bekannt'-vrden der Gutachten mit aller gewissendaktigE-'it und Gründl'chftit prüen. ob di: dar» «iedergelegten Folgerungen und Urteile für J>o» b utsche Volk tragbar und die errechneten Leistungen ritfit'g be« «esftn und erträglich sind. Sie w'rd ftre Zu^llmmnng mtr zur Uebernabme von Le:sti-n"e" geben, die unter Anspannung aller nationoien und wirtschaftlichen Kräfte von dem knitschen Volke auch wirklich getragm werden Annen. Die trüben Erfahrungen der letzte» Ze't werve" No bl auch dem kurzsichtigsten dcu'schen Staatsbürger die Bugen darüber geöfinet haben, daß un'er Handeln i» erster Linie sich nach der Außenpolitik zu rich kn hat und dadurch bestimmt wird Ich verstehe recht vohl. daß ein von starkem vaterländischen Gefühl errüll- k» £rn sich auftäumen muß g-gen all da», was wir i »en letzt'» Jahren erlebten. Unieft-g-s Zierhängris v"' •. daß untere Gegner immer und immer wieder ba’ heil ige nationale Feuer im brutschen Herzen mrslöichen wollen. Sft erreichen oagurch nur, daß u n- »erantwortliche Branbstifter kö'e» W s n mi dem deutschen Volke t-e:b:n Gerade weil wir un5 in iiei» stet Seele deutsch fühlen. nat;onaie Gesinnung nicht n»r aus den L ppen tragen, darum muß immer wieder betont werden, daß Polllik nicht Sache de» <de-»n», sondern Sache ruhiger Ueberlegung und alter Vernunft ist, und kühle Ueberlegung muß an? sagen, haß nach vem Verlust de» Weltkrege» auch die durch den Frft« denSscbluß un» auserlegten Lasten getragen wri- ben müssen, soweit das in den Grenze-n unserer Leistungssähigkeit liegt.
Dies: Po i ik w rd am s^äesie» vonvölkischer uno beutfd; nationaler S it- ongegrifs-n. Man w rs «ns Mangel an nationaler Ce'innung vor, weil toi* ßuf Verständigung mit fibermä^ttigen Gegnern bedacht gewesen sind und -eb: Mö»'i Hk ii benu^ten, uni zu Verhandlungen über unsere Leistungen au» dem Frie- bcnätiertraq zu gelangen. Es ist ge'M>ezu Wahnsinn, ein wehrlos z Volk zum Widerstano g-'g n ein: hiiwert aft überleg ne Arme-, ausg rüste.' mi al en ; i 'z'wer'ze gc , au'zusta '«In Es ist ii.i V rbre^en am Vaterkande, du d> Auspeitschung na:tonaler Leidenschaften Zw «rächt in unier Volk bin inzutraeen, wo uns al'rin e nmütige-3 ein« schloffen« Au'treten et ne gtwifte Stärke nach Außen $v Verl i en vermag.
Es muß oder einmal rit aller Entfchiedenhe t seist« gestellt werden, daß kaum etwas mehr den Bestrebungen «anoualistischee Phantasten Vorschub le stete, als oa<? unser nationale» Empfinden häufig so stark verletzende Verhalten der Ententemächte, »am.entllch Frankrtich» und Belgiens. Sell Jahren gibt Kch Deutschland die redlichste Mühe, zu e ner Vor. Bändigung mit der Ent nte über die von nnS zu tränen« ben Lasten zu gelangen, aber immer waren wertere Be° drüüungen di: Aniwort aus unser Bernü'e». Poln« eare w ederholl bei jeder Gelegenheit immer wieder dieselbe Formel: das Ruhrgebiet wird ni^t sre gegeben, beeot nicht volle Zahlung geleistet ist. Wenn tatsächlich in Den sch'and die na ionaiisti che Welle stärkr, «ngetchtoollen ist denn je, und wenn vielfach die Be« fürch'.ung gehegt itrrb, daß der kommende Re i ch s« l v g durch Zunahme der extremen Parteien nicht arbrrtS- sä^ig sein wird, so wird daran die hemtnungSlose Be« brückung Deutschlands durch Frankr.ich einen, großen T«l der Schuld tragen. Ohne Achtung vor oem tzentschen N a ti o n a lge sü h l wird ri? internationale Atmo'p'-är? nie entsvannt und entgiftet werden.
—■sw>aBin uwhm»-^
i Nachdruck verboten.)
Vom letzten Zaren.
Bon P. S.
fSertie**n«.)
An bem'e-be» Tage (1. März) hatte Nikolaus tr.it seinem Leibchiruroen Fedorow eine sehr lange Unt:r«dung. über die gftich nachher Fckoroto dem Baron Ctackelberg berichtet«. Der Äa:;er ertoähn'e erst, er hätte nie mit Fedorow über Rasputin xe« sptolben. sagte darauf, man könne über Rasput'.u ter« schiere»er Ans cht feilt, ihn schätzen ober verdammen, »bn über eine gewisse Hells hergube hab: er ehre leben Zmeif-l ver'ügt. So Villes, wa» Rnsyutin vro- bergemjjt habe, sei eingetrvffen. Nun, führte der Zar w-'ker aus habe Ra'putin dem Kailuc rer'ichelt, b r Thronfolger kinue. sa ls er bis zum 16. LestenS .ihr am Leleft fcfi<6e. ein ganz gesunder Mensch toerb.n. »Wie st« en S e dazu?" fragte t<- Kaier b n Pro e'or. Darcuj erwiderte Fedorow. er trif: nicht, wo rauf Rasputin seine Behauptung gegründet habe, nach ten tr^rbriffea der Mcd'zin fei das Leiden des kleinen Thronfolgers unheilbar. Bei sehr sorgsanirr Pflege And B Handlung könne man ihn am Leben erhallen, er würde aber immer schwächlich sein und 6e;ouberro Soig'ali bedüllen. Hier bem.rfte Felorew. im Fall: der Thronentsagung zu Gunsten des Thronfolgers würde d e'er voraussichtlich von den Eltern getrennt to rbfr itnb ob Alexius N kolajetoitich die Pflege s iner Sftutkr entbehren könne, sei doch sehr fraglich. Der kotier s-ftien sehr erichr ckt zuscin und terj tz «: »Halten ki: e-süc mlgl ch, daß man uns A ex't» n.hmen to rd? D»ifer Gedanke ist mir gar nicht glommen. Tas ist Mnbtnßtax, peuuz tuufl ich auch 1ÜJ6 cha addautta.
Sein* Thronbesteigung unter den von Ihnen geäußer- t:n Voraussetzungen toäce ja ein Todesurteil über meinen Sohn."
Fedorow konnte nicht umhin, den Zaren vor die Wahl zu stellen: entweder Alexius Nikolajewitsch zum Herrscher ausrusear zu lasten, wobei er sich dann ohne mütterliche Fürsorge elend und schwach einige Fahre durchs Lebest schleppen könnte, aber doch unfähig wäre zu regieren, — oder er bliebe bei den ~'tern und könnte als gewöhnlicher Sterblicher ein lekdliches Dasein führen. Tas väterliche Gefühl gewann die Ueberhand, der Zar bcschlog, auch für den Thronfolger der Kaiserkrone zu entsagen, zu Gunsten des GrcMrsten Michail Alexandrowitsch....'
*
Die von einer für den Kaiser durchaus wohlwollenden Gesinnung zeugenden Erinnerungen Prcsestür Berendts und Varon Stackelbergs tragen weiteres Lewoismatcrial dafür bei, daß Nikolaus H alles andere eher als eine auch nur mittelmäßige Herrfcherbsgabung bcfcsten hat. Zch mußte bei der Lektüre dieser Denkwürdigkeltcn immer wieder an das treffende Urteil des scharfsichtigen amerikanischen Staatsmannes Andrew White denken, der sich in feinem, ein Jahrzehnt vor Ausbruch des großen Krieges erschienenen, höchst lesenswerten Buch „Aus meinem Diplomatenleben" gelegentlich der Schilderung feiner Erlebnisse als Gesandter in Petersburg (1892 bis 1891) auch recht eingehend mit der Persönlichkeit des damaligen Thronfolgers beschäftigt. „Er schien ein freundlicher junger Mann, aber einige feinet Bemerkungen setzten mich sehr in Erstaunen und enttäuschten mich. Im Zahre ocher ±1891). hatte ote in einem großen Teile von
Aber immerhin — die Golddiskontbank ist eine willkommene Nothilft.
Daß es der deutschen Mrtschast nicht gut geht, merkt mau in letzter Zeit <m den zunehmende» Zusammenbrüchen von Bankuutcrnelgnunge«. Zum meisten Teil sind diese Bankhäuser allerdings ans dem Fliiqsand der Inflationszeit gebaut. Aber auch ander« Banke», wie z.B. btt deutsche Länderbank, bie auf soliderem Boden ruhen, spüren doch die allgemeine Srafterschütterung. die durch unftre Wirtschaft gebt. Die Schwäche unsrer Produktionskraft liegt zum Trif i» dem großen ftapital« mangel und in bet ungeheuren jtrebihtot, jum Teil auch daran chaß wir viel zu teuer produzieren, nm im Ausland abfttzen zu könne» Dieser letzte Uebelstand tritt »- B. ganz deutlich in dem Versuch hervor, de» her amerikanische Anlomobilkön g Ford macht, sich für feine Massenerzeuminoen nnn auch den deutsche» Absatz zu eröffnen. Er hm in der Berlin-Barger Eisen/abrik bi1" Vertreterin für Deutschland gewonnen und wird, ro:nr ein Plan perfekt wird, wahrscheinlich bald genao Deutschland mit seine» billige» Einbeitsautonrovile» überschwemme» Es ist bea(-ri*Haf. die Einzelteil* erst in Deutichlant» auszubaiien. Borläusta fehlt ti aber noch an der Einfuhrerlaubni» uno deshalb ist b!e«r Plan »och nicht zur Ausführung trif.
Di« schlimmste Folge der deutschen Wirtichast». 'chwöikw lftgt in Kern Mangel an und entsprechend in dem Hunaet noch ausländischen Zahlungsmittel». Ter beut che Absatz nach Kem Ausland ist aufierordentl' ft stark 'iirückgeaangm und insolpedesie» kommt auf natüttichem Wege käst gar kein Blut von auswärts in die Ätzern de» '«entschen MirtskliastSlebenS. Di« Devisen, bie nach Dm:schlank berlln'ommen. mütren bekanntlich zum Tri auch noch abselieftrt werden. Unter diesen Umständen ist e» wohl verständlich, daß di« Nachfrage »ach Devi* en außerordentlich groß ist. ES übersteigt cröer jedes Maß. wenn, wie «s in den letzten Tag*n geschehen ;fl. an Vr Berliner Börse allein täglich Aufttäge von über 300 Millionen Goldmark aus den Ankons von ansländi fchen D viftu vorli'gen. So groß kann selbstverständ'ich tz«t Bibarf auch der vollständig ausgehuwwrien WM- i^afl nicht sein Es bandelt sich bei diese» ungeheuren Summen zwriftlloS nm eint Vorwegnahme des Antci- lungserg-bnisses, das sich bekanntlich nut auf rin«» --anz gering » Proze»tsatz des Au'ttages beschränkt. In- folgedrssen meldet man, wie es scheint, metst ba» Lnn- bertfatfr dessen an. was man braucht. Der Rllchs- bankpräfident Dr Schacht, ist ja wiederholt gegen dicft Manöver vorg-gangen. «nd zwar dadurch, baß er ganz streng auf die Vorschrift der vollstänoigen Barde karg, für Deviftnaufträgt hielt und alle Verstöße dagegen ourch Eniz'edung des Rcillsbaufkregite; bestraft. Man kann tzeS''alb ann tim n, daß tat'Schl'ch für eie jetzt täg'ich imr« 'i'gmtz u Anfteäw durch Krevitopera'ionen it^enbrn fther Art Bardeckung vorband-n ist. Ttvtzüem wäre es vwl- leichi gut. Wenn die Reichsban' ihre Srebitoöerattoitcn noch vorfichliger handhabte, damit jeder Mißbra-ich auS- geschloss.m ist. Man kann im übrigen annebmen, daß auch bet R ichSbankpräsioent btefer Ansicht ist denn 'eine ganze Poft ik beruht ja aus der denkbar äußersten Einschränkung be» Kr diteS. Seine Absicht ist !*. et»e so große Verknavvung Kes Geldes berbeizusühr-n das. dadurch allein schon der Devisenkpekulatio» eine Sh.mnke gezog-n wird.
Aber selbstverstänbllch — und darüber ist sich auch Tt Schacht im Sfa'cn — ist da? levigl ch Flickwer? Ma» kann bie bmitiibe Wirtschaft nicht auf bie Tauet auS- buneern, sonder» muß bafür sorgen, daß ba» Blut ner ausländischen Währung genügend stark in ihren Abern kreist. Selbst wenn man anerkennt, daß eie großen Kvn- -em-Aufträge auf den Ankauf von Devise» an der Berliner Börse ein Mißbrauch sind — selbst bann wird man nicht verkennen können, daß bie er MiKbeamb ll»7M wirklich:» Bedürf»'» entspringt. D nn der Kredit, den man für die Ueberspannung der Devisenauftr-ä -e 'n Anspruch «edmm muß, ist so teuer, daß man nut dazu greifen wird, wenn man unbedingt muß. Hofsenfftch kann man sch»» Von der nächste» Doch: an ®ftrHje-e» berichten, nachdem die GoLdiSkont^ank ihre Krebi«- kovlen für die deutsche Produftiou eröffnet hat.
Marburg und Umaeoend.
Marburg, 8. April (Dstetmondj.
* Vom kuthessischen Staatsschatz Dieser machte bekanntlich den Reichtum des im Fahre 1866 von den Preußen übernommenen Kur-
Rußland chronische Hungersnot einen akuten Charakter angenommen. Typhus und Cholera waren ihr Gefolge, hatten sich in ungeheuerlicher Weise verbreitet und viele Cpfer verlangt. Aus den Per- ciniflttn Staaten waren große Sendungen an Gebo -ind Getreide gekommen..... Ich begann nun ein
Gespräch mit dem Thronfolger übet dieses Thema im allgemeinen und bezog mich darauf, daß er Bor- ätzender des Hilfskomitees sei. Et erwiderte mir, daß seit der Ernte im letzten Herbst keine Not mehr bestehe und daß von eiltet Hungersnot keine Rede ein könne. Diese Worte wurden in einer so leichtfertigen und gleichgültigen Art hingeworfen, datz- ich im höchsten Maße erstaunt war....
Als Erklätung dafür erzählten mir spater Personen, die ihm von Kindheit nahe standen und ihn ganz genau kannten, daß der Hauptzug seines Charakters völlige Gleichgültigkeit seiner Umgebung gegenüber sei. Er Habs trotz seiner großen Höflichkeit und Liebenswürdigkeit noch nie in seinem gan» zen Leben irgend et ne tiefere Gemütsbewegung verraten. Diese Behauptung wurde durch alles, was ich bei Hofe batte, nur bestätigt. Teilnahmslos schien er bald hier, bald dort umherzugchen, wobei et in freundlicher Weise bald mit dem einen, bald mit dem anderen sprach wenn ihm Reden gerade be- luemet als Sch veigsn schien: im übrigen war er jedoch vollkommen gleichgültig gegen alles, was um ihn her vorging....“ (Deutsche Ausgabe, Seite 144 bis 145)
An einer anderen Stelle seiner Erinnerungen kommt White gelegentlich der Hanget Konferenz von 1899 nochmals auf Nikolaus, der inzwischen den Thron bestiegen hatte, zu sprechen. Et gibt seiner UcLerzrugung Ausdruck, daß der Karjer niemals
Btteskafte» der ZcüttftleUuna. ..
Einsender. Wenn solche Gtultuhungett gefurzt toitbergegebtn oder wenn e» längere Zeil dauert, bi» sie «harbnttfi werben können, so sprechen ba sehr oft bie technischen Verhältnisse mit. Gat manchmal heißt eS in ber letzt-» Minute, entweder schleunigst kürzen oben ganz weglaffr». Und Minuten spi le» bei der Zusammenstellung der Zeitung die größt« Rolle, besonoer» kurz vor Toresschluß, lange? Besinnen gibt «s da nicht.
Frank"»b«rg. 4. Avril. Die „Fraukenberaetz Zfttung" schve-bt: Am heutigen Tage begeht, köv« ’ "tsich und fft’fHg noch rüstig. Herr PeMneisteoa. Dll FichzchauS sei»«» 80. Geburtstag. Seit 43 Fahre«! weilt er in unsrer Stadt und ist mt ganzen fcr-nfe eine bekannte und angesehen« Persönlichkeit. Dcp' Name des Jubilars ist mit der Postqrschichte von * F-rank nberg eng verknüpft. Al? damals im „Hessischen Sibirien" noch kein Lokomotivpfiff bie Einwohner aus ihrer Ruhe schr-ckte, tiMten es die Siebet d-r Poftill'one, die etwas Leben in uns« iv-ltabg«- schiedene Geg-nd brachen. Mit der ersten Eise«- staßn. die hn Jghre 1890 Mit Marburg hftcher fam^ Mrtbe das B'ld fe'ebfer. der Berkchr vielseitiger n»U lebhafter. Die Diensträume, d'e toisdeicholt verlegt wntben waten. erwiesm sich als zu k'e'n und nicht mehr als zeitoemäß. Da war es der Postmeister Fnhr- ha»S bt sich im Verein mit dem damaligen Sandrat Riesch, mit dem ihn freundschaftliche Beziehungen verbanden, für einen Neubau eiilleM Drr Erfolg ist das heutige «Boflgcbäubc, daS 1895 erbaut und 1906 erweitert roodien ist. Dem Jiib'lar fhrf> wiederholt Auszeichnungen feiten» der obersten Behörde zuteil geworden. 1903 erb'elt er ben$Rotei( Adlerorde». 1909 verlich man ihm, gegen feinen Wunsch, bett Charakter als Rechnungstat. Am 1. Januar 1911 trat Herr Fuhrhons in ben Ruhestand«
fürstentums Hessen-Cassel aus und blieb dem Be« zirksoerband Cassel erhalten. Aus dem Schatz em' äielte der Vezirksoerbaud, wie schon im Bericht über den Kommunallandtag mitgeteilt, im Jahre 1913, S81786 dl Einnahme. Für das kommende Jahr ist eine Einnahme von 500 Eoldmark vorgesehe^ Knapp meldet hierzu der Haushaltsvoranschlag be/ Bezirksverbandes: „Der gewaltige Zinseurückgan/' liegt in der Entwertung aller Kapitalsanlagen al» ^olge des Weltkrieges." Was nicht mehr aus beei Zinsen des Staatsschatzes fließt, muß nun durch Be< zirk- steuern aufgebracht werben. Daß bas Schatzver.' mögen so durch die Inflation aufgszehrt werden konnte, lag an bet gesetzlichen Vorschrift, wonadf das Schatzcrvmögen vorwiegend in StaatspapiereL anzulegen wat. Ein Tett desBernuigens ist gerettet durch die Wirkung der Aufwertung wird bet Schatz melleichl künftig noch eine Million Gold mark Ka« pttftl betroffen. '
• Besuchet bet Frankfurter Mess«^ se-en auf die Im Anzeigenteil befindliche Bekanntmachung hingewlefen, welche die zur Reise nach Frankfurt paffenden Züge enthalt. f
<ftür v'l Sdjtiftleitung vtronnoortt.: Dr 6 HltzerXtz« vflr brn 8rtlirt)tn uno orovin» Teil: Wildrlm ® ' 6 n t c.
besitzt das reine Ästuraroma der Masbshne vnd^Vlkd daher nie zum Überdruß getrunken
een.-Verfr. e. geSrlReger: «wert Goebel, Caste», WSrttzft. . 3 J gernntf: 72*1.
......................... im, „/agj—wyw die nötige Willenskraft aufbriugen würde, im gegebenen Augenblick „bet mächtigen Strömung, die von der gewalttätigen Ktiegspartei seines Reiches ausging, Wiöerstand zu leisten." (Seite 367.) Diese Prophezeiung hat sich leidet in den unheilvollen Hochsommertagen des Jahres 1914 buchstäblich erfüllt.
UND ZUKUCK
6. bis 12. April 1924
D.Z. PZ.
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6.115 H Gieren *. 6.-1
6.46 * Fr.edbcrg H 4.!L
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