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< AmÜiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen ' *
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Dt« .DberbeiFito« Bettung“ «rubelet >e<beetel mödKntltfc. — Lezugsorei» monatlich
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Marburg
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59. Salti. 1924
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Ak r«Wl WÄN nnh kn Wink.
"Die Besuche des Auslandes, die deutschen Wahlen gn l-eetaNitssrn, gehen weiter. Durch Drohungen — gd darin ist Frankreich Me'ster — und gür'.iche Mat-.
na«'» vonseiten Englands sucht man das wahre Bild : VolMimmung in DeaischlanS zu fälschen. Denn ^ie der Deutsche heute, saft möchte man sage» jeder Parteischattierung mit Ausnahme wen'gcr ewig inter« nationaler Schwärmer, denkt, das ist dem Au K itte Wahrlich nickt verborgen. Mit Wut und Angst e'n-r'ei S *it fremtnen» Bedauern andererseits stellt man fest, da" ter „Ruck nach RechlS" bei uns ein gewaltiger ist und tat so. als ob die Rechte, wenn sic bei unS anS Ruder kommt, morgen am Tage einen neuen K'teg vorn Zaune trecken werde. Ach nein, auch die Reckte, auch die "nationalistischen" Organisationen Wilsen, daß die Be- ßeeinng Deutschlands nicht ein Werk weniger Mona'k fein kann und sein wird. Der deut^chnat »nale Führer tat cteu in Hamburg in erfrentich mastvolkt Weite festgestrjlt. daß wir «och schwere Cy^er zu bringen ha'en werden, ehe die Freiheit winkt. Aber freilich da« wisset! te auch, daß wir auf dem Wege, den wir bisher he- schritt» sind, nicht zum Ziele gelangen werden. Je?« »Erfü'lungSberctlschast" unsererseits hat bis'er nur lieft «Mrfüllbare Forderungen auf ctr Gegenseite hrrvorge- rufen. Immer rasender wurde die Cn "facti ter „Sieger", Tein „Schuldbekenntnis" hes-eite von ihr, nnd es. 8t wokck nicht fallch. wenn man b hauvwt, daß auch dem iailerliche« Deutschland Wilhe'mS H. ft » härterer Fricke mckrrlegt wäre atS dem demokratischsten aller Länder. Das deuttche Volk aber will sich nicht ewig als' fP-'-'e der ganzen Welt behandeln lassen. ES will F- Seit und Lcbensmöglichkeitk
AI mö blick dämmert jetzt unter de» dluS'ich'en für Hk teut'chen Wahlen auch in» Auslände die Erlen»tn'S das, die bisherige Politik gegenüber Deutschland falsch »ar. wenn man eine S'ärkunn der deut'cken Temotrai- wolltc Einer Demokratie, von der man erivarlete, baß sie das dcutickc Bolk dahin brachte, sich mit den Ergeb- »issrn des Weltkrieges e • n i ö r allemal Ib zu finden. So schreibt „Taily NewS" in eiern «Deutschland am Sch id Wege" Lberschti b-nen Leitartikel: Eine ter schlimmsten Wirkungen des >chlechte» Frie deuS sei gewesen, daß er dir Hoffnung auf eine wirkliche deutsche Demokratie säst gr- tätet 6a6t. Sötte die erste deuk'che demokrati'ch Regierunq von den Allierten e-ne Lebens möaiich- keit erhalten, so HAcc man So'lnung haben können Van habe den günsngen Augenblick aber vorvberge'en dllen Man habe zugelassen, daß das deutsche Bott sich stchst überredete, baß die einzige Möglichkeit Irr Befreiung in der Vorbereitung für einen neuen Freiheitskrieg gegen seine ktrf»1ger liegt. Dar Bla» .das an «tuen d«eck. schlagen den Sieg der äußerste» Rechten glaubt, steht die Gefahr darin, daß ttnt-t schweren 13er- dlsten der Sozialdemokratie die solide Truvve rh Verantwortlicher öffentlicher Meinung, die die Gruno- lage fein müßte, auf der eine vernüns- iiflt Friedensregelung au f geb au t werden könute, dem wahnsinnigen Fanatismus ter Kämm» ^sten »ich dem Rationalismus anheimfälU. Tie ein« pge Hoffnung für Deutschland und für Europa sei gegen- Märlig, daß Macdonald Poincar^ über» redet, Bedingungen zuznsttmmen, die eine ixtet dem Einfluß der deutsche» Industrielle« und Konservative« stehende Koa rltio» an nehmen würde.
Dicke Hoffnung aber ist ungeheuer genng. Man sche nur, wie sich gerade jetzt wieder Po'nearö in die deutschen Wahlen einmischt. Er jucht mit voller Absicht da- deutsche Rationalgefübl zu reizen und aufzu« tzeitschen, weil er dann an diesem Feuer keine Suppe R kochen hofft. Ganz allein daraus ist btt Ber« kolg«ug»kam pag ne zurückzusützren, die gegen« •Srtig im besetzten Gebiete .namentlich in Essen und Btlsenkircken gegen angebl'che Geheimorgau'sa.is- w» unternommen wird. Poinrars wist offenbar vaS SPe *tbnt ^sicher Organisationen Nachweise» um damit schaffe Bertf’tuetrtotaRregeln zu begründ««. AlS weitere» Zi-' schwebt ihm sicher die Absicht vor, aus dem Nachweis Mcher Verbände die Berechtigung zu schärfster Mil tär- «ntroSe im unbesetzten Deutschlano zu folger». Ta" wese gsnze Unternehmung mitten In die Wahlvorberei- ^»Dck fällt, ist sicher kein Zukall. — Ebenso ist die kerschleppuug der wirtschaftliche» Serfcaitbhtny» ■it ber Mieum, die drohende Sprache, die man ge- kode jetzt führt, um die deutsche Industrie gefügig zu *ocke» — e* einem Teil französische Wahlmathe. -
Wenn alldem gegenüber uns wohlwollende englische Blätter wie ber „Manchester Guardia«" sagen, der Gei» sttszustand. in dem sich tü deutsche Wäblerschast befinde, sei schlechthin unverständig, f» muß man sagen: Sa», rm Gegenteil. Die Auibäumung des veutsche» Gefühls gegen Me jabrelange Bedrückung und Vergewaltigung durch «chesüchtige Feknoe ist eine durchaus natürliche Ertchei *■*«. Ma» hat auch in England keinen Grund, sich "er diesen „Geisteszustand" des deutschen Wähl-rS anst Vchaltrn. Wenn man der Ansicht ist, daß dieser Ge n *®rr Benil^gung Europas nicht förberl ch ei, so möge man ookür sorge«, daß da» deutsche Volk nicht fort« ®5[ehteu Peinigungen ausgesetzt wird.D-f-
hat grrobe Englano auch nicht getan Ank ”5 Wollwotle» der englischen Arbeiterpartei, das uns ch*rspro^n wird, baut in Deulschlaich wohl nur »och „Borwätts", d-.m das eben in seinen i»nerp»l:tt--hen paßt. Das übrige Tcutschjurck da^ßäur Lvivllr-ig
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mehr, tzaß ihn» irgendwelche internationale Sympathien nraktikch von Nutzen seien, sorange sie n'cht in der Lage •inte den Ungeheuerlichkeiten an kadistischev Qnä lerei rin-s 9?r-tnrare und vor a'fan der »w;ge r Roubpoltlik teS nie ruhenden Frankre ch ein kür allemal ein Ziel zu setzen. Der dw'kcke „Geist-k'ustand von heute ist daS selbstverständliche Resnlta» •»t» SkhandvertragS von Versailles
Im AuSlande ist man ja bi? Beton ung deutscher Würd schon so ungewohnt, daß die Do-te Dr. Slre'emanns ir Hamburg, der dort einmal etwas stärker die nationale Saite gerührt hatte als in feinen Ministerreden, im Auslande eine „schlecht« Greiff" sanden. Und soga- der teutschsreundliche „Manchester Guardian" findet d'e Worte ber deutschen Note über die MilitSrkontrol'e, b"'- e» ablehnten, daß mau mit nn< ständig im Ton von „B e f e h l" u n d „U n t e r w e r s u n a" «-< handelt, sehr überflüssig. Ci? würden — französische» Ohren „schrecklich" klingen. Worrn-S man fiebt woran si ck die Völker der Entente einmal wieder gewöhnen müssenll
Denn darüber dars doch kein Zweifel fein, daß die Wahlen in D-urfckland unter einer Stimmung stcken. d'e der internattonalen Leiietreterei nicht günstig ist. 33’r haben verlernt, an Hit roten Fahnen auf englischen Sckiffen zu. elouben. Wir haben gel.-r-... daß wir durch „Unlerwerfting" auch nicht weiter kom men und daß nur ter geeinte nationale Wil le wie die Italiener sagen des saero egoiSmo, a>ick »m AuSlande Krckit finden wird. Das Ausland hieb kick daran grwö'mm müssen, daß bi* Wahlen in De-:t'ck land diek-n nach langen Jahren scharfer zum A»rS-r»ck bringen wird
Von dem Versuch de» Auslandes auf bte Wadle» dadin Einfluß zu nef-m*», daß ihm genehm« Parte'en da« Staatsschiff lenken, kann man nur sagen — zu kväi Sie dürfen hei-te ganz im ©eyntei! e>n»n Gr« kolg haben, h*n man ftch in Loneon nicht träumen läßt Der größte Teil te>* deutkcken DrkkeS ist unter den -Gtb'-k aei» tei letzten Jahr» endlich einmal w a ck und hellhörig geworden. Voincare hat dafür gesorgt.,
Für wie töricht muß man aber das rechts gerichtete deutscke Volk halten, daß man ihm den sofortig n Beginn eines Reyanchekriegcs mit »u- tanglicken Mittttn awdichtet Doch daS ist wohl sack nur Wahlmache, um brn grunteätt'ch Pazifist schm Var« tefen. mit denen naturgemäß leichter fertig zu iwr. den ist. die Hasen in die Küche zu sager
Wo» wir braucke» ist Würde und ffra’t Von Vbont asteeeien. wie sie unveranl- wörtliche Volitiker auch gelegentlich »nm Ausdruck bringe«, will das deutsche Volk ebensowenio wissen wie von ewiger Knecht kchast, mag sie so oder f» «n» verbräm i werde«.
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Berlin, 8. April In w*fch ßftoifetiforer We»se die «attvnalisttscke Pariser Prette Sieben teut'cher Reichs Minister für ihre Zwecke entste'lt. ist in ber letzten Zeit to:d>eih>lt dargetan worden. Ein be'onder» krasses Sei» kpel für diese Methode ist der Bericht des Parist „Eclair" über die R'de deS Außenministers Dr. Ctrese- mann i» Siel Das Blatt hat ter Rede folgende Schlagzeile voranff stellt: „Die Franzosen haben all? Erörter 'N- gen unmöglich gemacht. Das Spiel des pattive» Widerstandes sott wieder beginnen." Tatsächlich hat Rrichsm. Dr. Strestnann folgendes auSgesühn: „Wir mütten uns ganz entschieden dagegen verwahren, daß d'e Unmöglichkeit von L ißungm se'tms des Teutschen Reiche», die der franzöäkche Minsterprä'ident früher selbst anerfani t bat, jetzt z»m — Ausgangspunkt einer neuen Konstmklion de» passiven W-'derstantes gemacht v'rd. Unter dem Vorwmch, daß der passive Widerstand noch sortdauere, ist im vorigen Herbst jede verstäno'ge Aussprache über da» Reparalionsprobkem zwi'ch?« Frankreich und Deutschland von französischer Seite vereitelt worden. Soll jetzt, wo das Gutachten der Cachocrßäntegen die groß: Diskussion über die Endlösung der ReparationSftage in bk Wege fei et, dasselbe Spiel wieder tecinnen?"
Der Sinn bar Ausführungen ist demnach genau in das Gegenteil verkehrt wo'-:«-
Baris, 8. Avril. Ter „TemvS" beschäftigt sich in ei«*m Lcimr ikel mit der Conntagsrede bei A ßenmini- strrS Dr Strefanann in Kiel und sagt u. o_, Strrsemann hab« erklärt, daß bk englischen Großbanken den bmtschen Jndustrielk'n alle Kredite vcrwrigern, solange die Mieum- vertrage beständen. „TernyS" hält diese Aeuß rnng nur für erNärlich, wenn man »nnehme, baß keiner vo>. ben Srrtzite«, die ben deutschen Bande» zur Verfügung gestellt würde» j>ireh ober indirekt, d. h .durch Vermitt- ku»g der neuen GoldoiSkontbank, zu Gunsten der teilt* schen Unternehmer verwendet werten dürfe, bk sich zu e uer Verlängerung der Mimmverträge bereit erkläre» würden Nach dem „Tempsr^ bedeutet die Stre>e- mannsche Erklänmg, daß dir grösste» englischen Kreti'- institute und selbst die Bank von England hätten willen lasse», Deutschland würde bk für die Golddiskontüauk notwendigen Kredite nicht erhalten, wenn die Rubrin- dustrk in ten Stand gesetzt würbe, bk mit ben französisch-belgischen Behördcn abgeschlosfe» ne« Verträge noch länger a»Sz»sühren. Die englischen Banken gäben ihre Kredite also nur unter der Bedingung, daß Deutschland ben passiven Widerstand im Ruhrgebiet wieder aufnehme.
Zu dieser Auslegung deS französischen BlatteS bemerk das WTB. daß bte deutsche Industrie stell betont habe, die Mieumverträge mir unter Zuhilfenahme internationaler Kredite überhaupt etjlllt« j» Unsti. Lkzr ixlctoaiisiaka Lre»
bitt, inStesondere feiten» der englischen Bankwelt, feier nicht in dem erhofften und notwendigen Maße zur Ber signng gestellt roorbeit In den englischen Bankkrciser habe man di« Empfindung gehabt, daß di« Micumver träge eine Rentabilität ber von ihnen betroffenen Unter nehmangen unmöglich machten und bei längerer Dau-» die Unternehmungen zu Grunde richten müßte«. Jn- solgctessen seien auS dieser rein g'sckästl'ch*» Erwägun- englische Kredit« für bk führenden deutschen Unternehmungen nicht zu haben gewesen ES hantele sich dem nach um einen untanglichen Versuch deS „TemvS", dies rein wirtschaftliche Erkenntnis dadurch zu trüben, daß er bk Diskussion auf da» politische Gebiet überleiten möchte.
M ioeriif« LMmsM».
Di« Neuwahlen z^m bayerischen Landtag müssen genmi unter derselben Perfektive beurteilt werden, unt*» *vr sich ter Hitler-Vrozest und die ihm varaiiS^egangerer Ersckeinung?n unk-rrn Blicken dargeboten haben. Di- Nationalsozialisten baten in einem unverkennbaren Slu'.mlaus eine ganze Reite von Mandaten erobert D'e S oz ialdem okr»tie aI4 Partei der iß anck in Bauern zu'amm-ng brockm Die politttck* B« wegung in Bayern ist eine ausge'prockene Reakt'on q*ger die frühere sozialdemokratisch« Vorherrschaft. Auch die Bayerische VolkSpartei hat schwer eing*hüßt Da« Wablsckicksal. daS sie di-Smol cd ttrn hat, ist in* übrigen f ine Frage ihre» Parte'v-ogeammS. kontern lediglich die On'ttnng auf das Regiment Kahr, mit hem hie Bayerische VolkSpartei als d'e Varta deS banenscker Diktators am meisten belastet war. Angenblicklick stet ste stark im Hintertreffen, wen» sie auch immer nock die stärkste Partei int Landtage sein ro'rb. Der zahlenmäßig elwaS sckwöch're Völkische Block bat ihr al» ter Träger des bayerischen BelkSemyfindeyS ben Rang abgelaufen. Damit hat der bayerische Partikula- r iS m u » eine Sckloppe erlisten Denn H'fer ist a>!S gefprocten reichsteuttÄ und hat den alten Reichsfarbeu tu München zum Stege über blau-weiß verholten.
Die Kommunisten haben zwar auch einen sed» erbebl'ck>en Wadlerfolg gehabt Ater ihr MandatS- ruwochS könnte nur dann gesäbrl-ch werde», wenn ihnen utalttcb der Weg zum Besitze ber Macht hei wäre Der Vökstsche Block dag*g«n bat durch feinen auf-eroromt- lick großen Stimmengewinn als zweitgrößte Partei des bayerischen Landtags eine Machtposition erobert und re besteht l<yter Grund zu der Besürcktnng, daß diese Pofi- tian mißbraitcht wird.
Die cigenttiche tz<efahr aber liegt aus dem G'bitte her äußer-» Politik ES darf jedoch nicht zweifcl haft fein, daß die parlamentarischen Neuwahlen in Deutschland eint außerorLruUich große außenpolitische Bedeutung haben
Bon fcnn AuSfM der Wahlen in Bayern einen Mcksckluß ans die N ichs aaSwahten im Re'che zu machen, würde durckauS nicht angebracht fein, da ja Bayern nick' das gleich ist uns dort die Perbältniffe wefenUick andere find
Eia rufammensafleades TeUeegebui«.
München, 7 April- Bis Montag Vormittag 11 Uhr waren auS 67 bayerischen Wahlbezirken einschl'eß- lich München gezählt: Bayerisch? VolkSpartei 2^6 343 So-ialdemokrat ii 141 439: Kommui ist*« 77 393: Böl ktscker Block 185 943; Dcutsch*r Block 21771; Ebristlich- 'o ial* Part i 12C83; Per in gi* tiat onal* Rechte 57 27F, Nat'ona liberale Lantespattei 4862: Deutsch? Volkspacte 4478; Beamtengruppe Sra+ofil 7807; Mamtenpartct Rückert 1628; Bayerischer Bauernbund 62012; Bayerische Milt-lstandSpartei 3168; U. S. P. 1216: Mieter- liste 305: £> imct'me Cobur^r 466. — BolkSent scheid 275132 Stimmen Ja, 443678 Stimmen 92c:n
25—30 völkische Vertreter im neuen Landtag.
München, 7. April. Man rechnet damit, daß in ten neuen bayerischen Landtag etwa 25 bi» 30 v.51- '.!cksche Vertreter ein-iehen teerten. Wenn die Bayerische Bolkspartei tatsächlich eine Beteiligung in der Regierungsbtldunq künftig ablehnen soll!«, würde eine Mehrbeitsbildung in dem neuen Landtag scklechterding» unmöglich sein.
München. 7. April. Tie „Münchener Neueste« Nachr ch en" schr iben zum WahlauSfali u a.: Ti: W a 6» l r n Renten i m Zeichen bet Stimmung be» Hitler Prozesses StimmungSwahlen Und aber nicht ge eignet, tragsäbige Derhättnifs» zur Regierungsbildung $u schaffen Von einer geschlossenen vaterländischen, anfi iozicckißiscken Mehrheit sei man weiter entfernt als je. Es sei fraglich, ob der neue Landtag überhaupt arbeit»- fähig sein werde, uns bte Reg elung zustandekommr.
Ablehnung de« bayerische« Volksentscheid«.
M ünche«. 74. April. Der Bolksentscheid ist nach d n bisher vorl'e-fenv?« Re ultaten fiter eie Mstimmung im bayerischen Landtag als abgelehnt M betrachten.
Münchener Stimme«.
München. 7. Arrl. Bei Be.'-rechungen des Er- aebnttses der Landtagswablen stellen auch die „Münchener Neuesten Nachrichten" di: Frage, ob b.r reue Landtag übe haup: arlcits re d'g fein töerte b:zw. ob überhaupt eint Regierung znstaudekomme. Zwei'el Herrn sei durch««- b rech igt- Es sei mkgiich. daß wir bald wisset vor ber Frage stehen, vor ter wir im D z mber stand.»: Wir löst mrn den Landiag I au[? — Die »Münchener SHlfltnitiuc Zei-1
t« n g". da» Orga« der Demokratischen Partei, meint, sür die BSlkifche» werd« jetzt erst die schtve« Zttt komme«. Er sei wahrhaftig an der Zeit, daß sich haä Bürg rrum auf sich selbst besinne ZZ Man sollt» meine» daß ei» solches Wahlergebnis geeignet fei, ben "'sanken eine« en eren Zn>ammena^eit »S de» ehn i'1 ijcn et« a se «er r to» lei L vir > sß « ü tzl Wenn der Wa.;l usja.l d ejes eine geben würde, io wäre er nach bet Meinung der genannten Stete les vielleicht immer »rch zu ertrage».
München, 7. April. DaS erste Blatt, da» p dem Ergebnis der LandtagSwahle» Stellung nimmt ist die „Mfincken-AugZburger Abendzeitung", die i» ihrer heutigen Monkags-Ausgabe schreibt: De» deutich'rSlkische Block habe in München eine« unbestreitbaren Erfolg errungen, denn es sei kaum anzunrhmen gewesen, daß er fast da- Doppelt, a« Stimmen wie die Bayerische Bolkspartei auf sich bete eteigen würde.
Keine Wiederbeteiligung der Bayerische« Soflte Partei an der Regier»^.
München. 7 April. AuS den Kreisen der Bayrischen VolkSpartei verlautet bestimmt. duF die Parke voraussichtlich an der Bildung der ncuenbayrischen Regierung, dir auk Grund i"et peflr'gen Lanstagswahl stattf »den muß. sich nicht beteiligen werde, sodaß also der Völkische Block gezwungen wäre, die RegierungZüitdun- leiuMkit» zu versuchen.
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Die SskiittWdilieil'AsMUe.
Immer noch kein Sachverstündkgenbericht.
Paris, 7. April. Die Uederreichung der Sachoer st ändiaende richte wird infolg, Schwierigkeiten, den französischen und englische» Text miteinander in Einklang zu bringen, nunmehr e r st a m M i t t w o ch vor sich gehe». Es sollen im letzten Augenblick auf englische und amerikanische Porstellung hin noch Aenderungen vorgenom- men worden fein um die Vorschläge Deutschland« annehmbar zu machen. Offiziös unterrichtete Stet» len bezeichnen die bisherigen Angaben über den Tinhalt der Vorschläge als im großen und ganzen den Tatsachen entsprechend Pertinax behauptet im „Echo de Paris", daß „die letzte politische Klippe" 'm letzten Doncrstag umjckifft worden sei, ole man sich über die Frage der wirtschaftlichen Freiheit de» Deutschen Reiches geeinigt habe. Das Vlatt spricht sich wiederum scharf gegen die Empf'hlungen der Sachverständigen aus und betont, daß die miki» tärif(f)e Besetzung, wen« sie erst einmal von der wirtschaftlichen getrennt sei, sich überhaupt nicht mehr wefbe batten lassen. Mit bet Anerkennung der wirtschaftlichen Reichseinheit seien A b ä n d e« r u n g e n an dem derzeitige» Regime im besetzten T>cbiet notwendig geworden. Diese Abänderungen bezögen sich n i ch t auf die militärische Besetzung.
Wir wir k ören, wird der Sachverständigenbericht der deutschen Regierung zunächst offiziell nicht zugehxn. Die Reparations-Kommissfon wird ten Bericht wahrscheinlich offhtell an bi? alliierten Regierungen weiterleiten. Die Vor« ögerung in der Ilebeimitlhmg des Sachverstän« digenborichts scheint auch auf die Taktik der franzö- ßschen Reoierung zurückzuführen zu sein, durch Aue« nntz",iq aller formalen Diöglichkeiten die Uebergab«
Berichts an dis Reparattonskommissior! solange hinaus z u zögern, daß eine Benutzung be» Berichtee für die Verhandlungen der deut- scken Industriellen der besetzten Gebiete mit der M i c u m nicht mehr möglich sei» soll.
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Sine Warnung der Sachverständige« au Poineaecr?
P a r i«, 7. April- Die .Chicago Tribüne" meldet, daß die franzömchen Mitglreber des erste« Sachverständigenkomitees von ihren Kollegen drin« genb ersucht wurden, Poincar5 aus die üblen Folgen einer Aktion im Ruhrgebiet zur H-rbttführung einer zwangsweisen Ber« längerung bet MicumvertrLge aufmerksam zu machen.
England.
Mae Donald beantwortet mehrere Fragen t* Unterhaus.
Loudon. 8 Apcl Ma: Donald erio'terr auf eine AyfraF«. ob er beab'ich*ige, vor ten Ofk-tfcek» b 4 Pyrlrmnits ein? G*'eg*nh it zur 6t7r'trun-i d.-g Sachverständigenberichts über bte Wirt« fchaf'Sb g' T ulsch a ds zu gewähr*» und ob bi« Regt r ui b ab'icht gs. vor Ostern eine Erklär ing über diese Frage abzng be». er könne diese Frage nicht 6e» a.uw^rl ». be or die R g eruug de» Bericht crhatten unü (- prüft habe.
Aus Baldwin» Frage, ob da» HcmS «ine Ge- l-gkichtt! e-h'lten werde, die Abmachungen tlbrr die interalliierten Schulden oder Reparan-1 •&:« za e w g n. ftu'rte Mac Denald. es werte <teH
Jkt EiXUitii’.i im hau,e ß^Jtea werten, jte1