Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. *7
Anzeiger für (das früher ülrhefsischej Oberhessen
A. 80
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Marburg
Sometstm. ttn 3. Anil Ofterwt*
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59. ML
1924
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Bitt« eine erteile SmmMM
»-.Pari«, 3 April. Tie Sammer setzte gelier» die iSebatte Aber bk Interpellationen über ou allgemeine Woliltt der Regierung nach Erledigung einer Anzahl peniger wichtiger Kesetzentwürse fort. Ter Andrang -eS ÄybHtnm« ist weniger stark al« zu der Tienstagslipung. f Der Juterpellant Abg. Lacotte nimmt Stellnng In her Zusammensetzung be3 neuen Ministerium«, aus der »r eine« Frontwechsel in der Außenpolitik beritten pGle. Er klagt die Regierung an, daß sie da» Land Pystiflgiere. um e« besser zum Ruin ,u j ö b r f« — Da Poincarö in bietem Augenblick oen Sitz- «ugssaal verlSßt, unterbricht sich der Abg. und erklärt, fra er be* Außenminister interpelliere, werde er nur jn seiner Gegenwart sprrchen. Es entsteht eine Paus«. WS der Ministerpräsident den Sitzungskaal wieder betritt, führt Larotte fort, indem er lebhaft die Finanzpolitik PoincareS kritisiert.
Nachklange zum Hitler-Prozetz.
Der Hitlerprozeß ist wohk der eigenartigste Prozeß, der je vor einem Vrricht geführt worden ist. insofern, al« zeitweise nicht $u ermitteln war. wer Beklagter und wer Zeuge, wer Ankläger und wer Der- tttbijtt war. Er ist mit einem äußerst milden Urte l zu Ende gegangen. Nachdem wir vor engen Ttren ausführlich ib:r die politische Seite der Anoelogenb^it gesprochen haben, fe’en hier noch einig: dirze Be- m.rk >n,e« nachgekchickt.
Dn« HrfriT des Münchener NolkSgericht« ist weifri- lo« ein pol'tische«, wenn e« auch da» juristische Gesicht durch Strafm z« wahren sucht, deren wirkliche Bedeutung noch b'irch die Hilfsmaßnahme der Straf-
Die „Münchener Neuesten Nachrichten" stellen zusammen test: Die Männer vom November 192 > haben für stch keinen tatsächlichen Erfolg. Was sie erstrebten, war unzeitgemäß und vorzeitig. Ob in München oder an der NordgrenzeL Bayerns, ibr Ver- sttch märe immer totgelaufen, weil er weder die außen- rolitische noch die innervolitischt Lage richtig in Rechnung stellte. Eie verkannten die nationalen Rotwen- digkeiten trotz achtenswertem Wollen, und so mußte das Gesetz über sie Herr werden.
Die „Münchener Allgemeine Zeitung" rertritt die Ansicht, daß das Urteil ein politisches sei. Ein freisvrechendes Urteil, vsvchologisch betrachtet. eine härtere Strafe, als wenn Luden- torff mit den anderen Selben des Putsche» zu 5 fahren stestung verurteilt worden märe, kenn Schlimmeres
Gntart ml Fmlrelch.
London, 2. April. Der Parlamentsberichterstatter des „Daily Expreß" schreibt, in konserva» , tiven Kreisen herrsche die Ansicht vor, daß die Vereinbarung zwischen PoincarS und Ramsay Mac Donald weiter fortgeschritten ist, als offiziell enthüllt »erde. Der Parlamentsberichterstatter der „West- ^Minster Gazette" meint, der Premierminister werde demnächst im Unterhaus von den konservativen Führern gefragt werden, welches die Absichten der .Regierung mit Bezug auf die franzöfische Schuld an ^'England seien. In konservativen Kreisen gehe das * Gerücht, daß in den Reparationsverhandlungen Mischen Ramsay Mac Donald und PoincarS über ibie Verminderung oder Verschiebung der franzö- ?Stoen Schuld verhandelt werde und daß die Eefahr bestehe, daß britische Interessen geopfert würden. Wenn die Negierung daher keine endgültige Ant- Dort erteile, würden die Konservativen versuchen, DeHaAe zu erzwingen.
»ec «Mitte Interpellant, bet radikale Abg Fernand Bniksvn, beschäftigt sich ausschließlich mit innerpali- Üscken Frage«, so u. a. mit dem Too des jungen Taubrt »nd der Angelegenheit kachin. Buisson macht dem Mini. fierprÄrbenten den Vorwurf, daß er zwischen den Son« strvaliven and den Republikanern nicht gewählt habe. < Vvincare verwahrt sich bagegen, daß n die sttzsoe Debatte benutzen wolle, «m Wahlreden zu h.'lirn, und erklärt zur Bildung de« neuen Kabinetts u. a.T Ich wusste, daß die Regierung in der Kammer über gewisse Fragen d.-« »ensionsgefttzeS nr MeinungSverichiedenbei- fett geraten »ar Finanzminifter bt Lasteprie rott 6t« berechtigt, im Namen bet Regierung die Vertrauensfrage. zu stellen, tz-nn durch die Abstimmung war dl, Gesamtheit de« Kabinetts in Mitleidenschaft gezogen, and deshalb habe ich dem Präsidenten bet Republ'k die Temission deS Kabinetts überreicht Kaum h.tte das Kabinett demissioniert, da wollte eine große Fahl von Abgeordneten die Abstimmung tertot’gen minder Br gründun«. daß sie mich nicht von den Staat«- tzeschststen entferne« wollten. Bi le Abge- orirnete« schrieben mit auch, ich sollte oas Kabinett nm« bilden, «n» der Präsident der Republik hat mich di-n mit dieser Mission betraut. Nientano wird mich dadurch kleibige«. daß er sagt, ich bitte nicht ousrichS« «w Pflicht erfÄkn wolle« «18 ich »an meinem Cn'schluß zurstäkOM. Poincare erklärt sodann, er habe den KetegS- tzninister Moginot und den Minister für 6ffen*1;*< Arbeite« Se Trecouer i« da« nette Kabinett «trigenem» inen, «m da« Merk fortzzusetze«, d.rS im Ruhrgebiet du rchgefsthrt worden (tti Er müsse sich wunder«, daß man erstaunt gewesen s-i über die Wahl des neuen Kabinetts, besonders nachdem bi* Mehrheit der Kammer eine Minderheit geworden sei Aber der Ministerpräschent sei derselbe g-bliebe« nnd er werde weder in der Innen- nochderAnstrn- Politik etwas geändert. Poincarö weist schrnt auf die new« Gesetze hin, die durchgesührk werten Müßten Ank rine Bemerkung de« Abgeordneten Buisson etn« behend, erklärt Poincar^, e« sei natürlich das mm der antftnilitaristischen Propaganda tu der RheiNormer rnlgegentrete.
V' Kriegsminister Maginot unterbricht und »erliest Hnett Bericht de« im Rheinland kommandierenden Seite« «a( Roauenou über bte Propaganda in bet franSIi- scherr Rheinarmee, die er al» antimilitaristtsch, g-iteL Eie werde im Ruhrgebiet stark betriebe«. — Die Sozialisten and Kommunisten rufen bazwischen: „Fälschung! Fälschung!" — Der Kricgsministcr erklärt, hast er die Alien der Angelegenheit bem republikanischen Abg. Buisson zur Berfügunz stelle, dessen Ehrenhaftigkeit fär einen gerechten Schiedsspruch bürt- Di* Linke ruft auf« neue dazwischen „Fälschung'", woraus Ministerpräsident PolncarL erllärt, der Kriegkwimster habe nicht bestritten, baß e« sich um eine Fässchung Kinde le, aber er würde sich einer Pflichtverletzung schusttsg gemacht haben, wenn er das Schriftstück nicht dem Gericht übermittelt hätte. Bon kommunistischer Seite werden wiederum Proteste laut, und es entsteht ein großer Fiiwutt, sodaß die Sitzung unterbrochen wird.
bttoährung abgeschwächt ist.
Urteil wie Urt-ilsbe-mändimg ab« sind ein laben« ständige« Münchener Produkt. Das ist ganz unver« k nnbar. €» gibt sich z D. die Urtei!A«crQnbnng alle nur erdenkliche Mühe, dir Schatten, die in bem Tr?« zß auf Kahr und Lossow gefallen sind, zu retuschieren. Man braucht gemischt icg-ndwi« an ein bewußtes Brncurteil dr« Münchener LolkSgericht? zu glmiben. Ab*r auS Jener Haut tonn niemanb heran« Btrf) in München w rd man nie und nimmer zu neben, dost bb ei neue R*gie«ing irgend etwa« B'drnk'iche« oder gar Strafbar'« g-gen de fogennnnte „Berliner Regierung" unternommen haben vnnte. Hitler und die Seinen haben immer wieder betont, und ihre Ber- teid'ger haben den denkbar stärksten fladjbnitf baranf g-lagt dajz Kahr und Lossow d e eigentlichen Hochver- räler fe-en. wenn wm dir Angellagten eine« solchen verirrchen« bezichtigen wove. See rnkgen darin des Gute« etwa« puvie! getan haben, aber sie waren zweifellos in einem gewissen Recht.
Theoretisch hat man dann die Angeklagte« de? Hechverrato« schuldig gesprochen. G'ne einzige Ausnahme macht General Lndendorff. k« roäwt für a"e ein schwerer Gedanke gewesen. Ludendorffs Rawe aus der Lift« bestrafter „Hochverräter" pr sehen. TaZ ist auch teineSwrg« ein Fehlurteil, denn Ludendirff ist so fahr Mann der militärischen Tat. daß man ihm den gnten Glauben, recht zu handeln, durchaus zug ftehou in». L e Fr ilpr-chuni Ln^e-rtorff» war aach Mr da« deutsche Botk eine Notwendigkeit.
Totif Urteil wich im «loslande nicht ebne Grund für bte iaaerpolitische Situatiou in Deutschland al« kvm tematisch trg-itfcwt, wie die untenstehenden Preffestlmmeu zeigen. f!(w man darin auch einen Schritt zu wt« tatsächlich ist bM Urteil und die Ausnahme in weiten streiken in Deutschland ein Zeichen dafür, »aß bet Mud sich wesentlich georeht hat, man braucht sich nxr die Trage »arzulegen, ob dWS Urtefl 111S auch so c* gefalen wäre.
Die, juristisch gesprochen, Milde des Urteils ist deshalb auck> von besonderer Bedeutung, beruht sie doch aus der Anerkennung der edlen paterländrschen Motive, von denen bte Angeklagten getragen worden, und die dürsten beute in gan »Deutschland von kaum einem mehr be zweifelt werden, auch wenn man, rote wir, der Ansicht ist, daß mit dem Mangel an realem Sinn, wie er in München zutage getreten ist, Politik einfach nicht machen kann. Erst der €tnn für b*8 Tat "schliche hat cte glühe nie PuterlawdSliebe Bismarcks zu dem gemacht, wchk si- geschichtlich geworden ist, «irt es darf a cht »erkannt roetd-n daß gerade auch Bitzmarck in seiner politischen Tirig- !eit von Leuten mit beiße« Herzen sehr oft du« Leben satter gemocht worden tst.
Nachdem wir nun da« gange Schauspiel des Prozesse« erlebt hoben mitsamt dem Urteil »n» seine Wirkungen ’.m In- und Auslände beobachten, darf man wohl frm»un, ob e« nicht richtiger gewesen wäre, den ganzen Prozeß zu unterbrMrn. Richt mit Unrecht erinnert ein Blatt daran, daß Gabriele d'Annuncio, der Meuterer von Fiume, von Italien keineswegs vor den Richter hrntbe, obwohl er mit seinen nationalistischen Teove re» wahrlich die italienische Politik in nicht geringe 1te!ahr brachte, daß man ihn im sttegenteil jetzt »um Fürsten gemacht hat. — Aber wir Deutschen sind eben ein »rrch und durch unpolitische« Volk nnv im Grunde nur daraus angelegt, uns untereinander «N Leben sauer zu machen
Münchener Stimwen.
München. 2. Avril. Die Münchener Morgenblät- ter nehmen eingehend Stellung tu dem Urteil i m Vitler-Prozeß. Die „Sugsburger Abendzeit u n g" findet nach auosübrlicher Würdiaung der rechtlichen Seite das Urteil für gerecht.
Der „Vaverische Kurier" ist der Auffastung, ba& das Urteil der bisherigen ProreMhrung durchaus angemeiien sei und sagt, der Prozeß, in dem alle yt ollen vertauscht waren, der von einer Gerichtsverhandlung oft nur »en Namen trug, und dessen Verlaus in weiten Volkskreisen die furchtbare Auflassung erweckte, als ob es zweierlei Recht gebe, konnte nicht ander» beendet werden al« durch d-r» verkündete Urteil. Das Urteil des Voltsgerichts ist ein Fehlurteil,
dessen Rückwirkungen auf das Ansehen der
bayrischen Justiz nnabsebar sind. Das Blatt
^uflizkataitrovtze".
ki'nne einem Manne von dem Anfeben Ludendorffs nickt zuaefüat werden, als dast et wie ein fchonnngsve- bürftiaer Charakter und wie ein greisenhaft gewordener Mann beband-st werde. Hinsichtlich der politischen Ans^iriunn im Anstande und auch vorn innerpolitischen Standpunkt aus sei das Urteil nicht ungeschickt. beim es nehme unteren Feinden mte bet aTSÄ Unen Menge der f>itT#Tnerefiret einigen Wind aus den Seg-ln für den Wablkamvf, der eine flotte ffvbrt »et* sprachen bitte.
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Was sagt das Ausland?
London. 2 April. Die T-rite be^rnchuet ba1 Urteil im .t°»itlerv rinzell af8 e;ne Pfarre Tie Darin Riv4" die SSöffirrie her Münch-rner
Menn« bei der Verkündung b?3 Nrieslz k8"nte,r das d-utsche Reich tritt zu stechen kommen. Die „Mor- ntnq PvV führt an«, in «ouz D-ntschland Der« mchrten sich b;e Anv'chen. bast d'e rt*t bnären Kräfte grosie ?sar toritte mach'««. Es würbe für die All'- i-r en Sukerff sckstver werden, irgend eine vernünftige ftegrinng mit Trutschlanb zu erzielen.
Pari«. 2. Avril. Tas Urteil im Litlerprozesi wird von b'i Treffe äußerst ungünstig beurteilt Sv tot "6t „G«'ilo r". es fei nelen a^be-en Anz-ichen ein 8 toi? für eine Simmung in D^uttchland bie allzu viel Leute in Frankreich und im Ausland noch «sicht gern feststeltm Mächten.
„Dlatin" fagt die Vorgänge in München offene barten einen Geisteszustand der Frankreich Opfer auferlege. die eS lieber nicht bringen würde. Die alliierte« und amerikanischen Sachverständigem Mäzen noch so artoiffenbaft Monate hindurch arte ten, am ben praklisil-steu und gerechtesten aller Reparationspläne aukznar eiten Mar Dona'd mag ton einer intet«itio« cdit Entente träumen, alle diese humanitären Utopien stürzten wie Kartenhäuser zusammen.
Im „C e u o r e" heißt es. bie Nachsicht be« Gerichts deute daraus hin. daß eS bie Diktatur keineswegs fürchte, wenn e« sie auch nicht wünsche. E< sei vielleicht nicht mehr bie Zeit für bie Diktatur, e# sei v'e.lricht bi' Zeit für bte Monarchie. A les in allem fei es bie Weimarer Verfassung, bie man bedrohe. Aber man wolle sie nur mit Stimmzet ein stürzen. Das sei alles, ma« noch an bie Revolution von 1918 erinnere, Uj man zerstören wolle, ohne großen Lärm zu machen.
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Ein« Kundgebung für Lndendorff.
München, 2. April. Die Anhänger Silben» borff« brachten dem General gestern Abend eine,» Fack.ljuig. I« Erwiderung auf eine Ansprache be« tonte Lndendorff. bat in der Verurteilung Hi l und feinte ge rtum M tarb ihr eine Enn ihung re# B s« marckteg z zu erblick»« sei. Er ermahnte, b e völkisch« Btevrg ini hochzutzalten in Treue und tiefernstem Ersaft » Jeder Einzelne müsse mithelfen und feine ganze Kraft ein setzen für bie Freiheit des deutschen Landes Ti, Ansprach.» wurde mit stürmischem fleifall aufg-nomme«. Schließlich nahm Ludendorif noch einmal da« Vctt und bat die Versammelten, am 4. Mai ibr« Pst chi und Schulr'qkrit für die völkische gerate Sache zu tun. Nach decFe'er zogen bit Teilnehmer nach München zurück. Eine Abteilung Lanbesvolizei zer- str ute dort b.n Zug. ohne baß es zu Ausschreitungen kam. Tie Teilnehmer begaben sich zunächst zum „Auy"stinerist wo Hauptmann Röhm gefeiert wurde, bis i'aJ 2.'[al von Schuilmten um 12.15 U r geräumt tourbo. t •
viibner erkrankt.
München. 2. April Ole.tande'geriÄer it Pöh- ner ist r.v!frbing3 erkrankt und to’iriw vo« einem heiligen Fi.ber befallen. Aus diesem Grunde konnte c« fcvr Urteilsverkündigung nicht beiwohne«.
5111er, Weber «nd Knebel auf ffcstuns.
München. 2. April. (Kesern Nach.ni'tiz wurden Hilter. Dr. Weber und Kriebel in Äraftmngr« nach Lendsberg a. Lech zur Str-rirerbüßu«.z .eeebrocht. Die Adsper-unzm in der Dlutenburaskraße flirt ^e» crits wieder aufg.ch-»bm. Die Stacketzrähte v« dem L-ßieruLA-gebäube sind weggyrommea.
Die eilDtttoitan-Hiislffle.
Genf, 2.April. Die deutsche ReichSrezierun« daß bem Völkerbundssekretarsat mitnetfitt. bah Prof. Oster» rietb (Berlin) als deutscher SachverständtgsUf an den Beratungen be« Sachverständigenourschusse« über die Frage des unlauteren Wettbewerbe« teil« nimmt, welcher am 5.Mai in Genf »usammentritt.
Paris 2. April. Der RebaktionSunterauSschuK des Komitees DaweS hat heute Bormittag sämtlich« Erk'Srnnaen verschiedener ihm nicht angehörenber Mite zlieder des Gesamtkomitees entgegengenommen, bte deren schriftliche Stellungnahme zu bet vom Mebafr tionsausschuß aufgestellten Fassung des Berichte« er» ganzen. Der RedaftionsunteranSschuß setzte beute Nachmittag seine Verhandlungen fort. Heute Bonnite tag hat auch bas Komik te« Mac Kenn« feine B rhandlungen wieder aufgenommen. WaS bie Urbeo* gäbe bc5 Sachverständigenberichts an bie Reparati» onskornmission anbetrifft so glaubt ber „Jntransige« auf' zu toiffen, daß im Einklang mit bem feierlichen Charakter der Eröffnungssitzung im Januar biete» Jahres awch sie mit einer gewissen Förmlichkeit um» gebe« werden soll. Nach bem Blatt werden sämtliche Mitglict^r ber Neparatwnskommission unb sämtliche Sachverständige« bet Zeremonie bewohne«. Generrl Dato:« werde bei UeB-tgabe be« Berichts da« Begleite schreibe« verlesen, besgleichen Mac Stenna bei Bekanntgabe bes weitaus kürzeren Berichts über Die deutschen AuslandSguthr ben. Hierauf werde Barths« in dner Ansprache erroibern.
Paris. 2 April. Der Brüsseler Korrespondent des „TempS" meldet daß man in autorisierten Kreise« in Brüssel ber Ansicht sei, daß die alliierten Regt»« rungen bie Konklusionen ber verschobenen Sichvee» stänbigonkom'teeS rasch ht ihrer Gesamtheit annehme«, würbe Ma« erkläre, baß kurz nach ber Uebererichung des Brrich.S eine Zusammenkunft ber «st ierten Ministerpräsidenten in Paris für unerläßlich gchalte«; werbe. Im Falle biefer Zusammenkunft müsse auch' die Frage ber interalliierten Schuld unb ber iitertcilung bet deutschen Zahlungen uutere.'uaubcll geprüft werben. Belgien werbe eventuell auf be» R-st seiner Priorität im ungefähren Betrage vo« 500 Millionen Goldmark verzichte«, wen» sein Anteil an ben deutschen Zahl»«gen prozentual erhöht werbe.
4 Jahre Moratorium für Deutschland.
DatiS, 2 April. „Petit Parisien" will erfaßten haben, daß tzas von ben Sachverständigen vorne leben« Moratorium kür Deutschland sich auf «Jahre erstrecke« toirb.
Paris, t. April. Nach einet §>ava«melbung enl Brüssel erfährt bie „Jndeprndan« Sdge" von einet in enger Fühlung mit ber Reparationskommission stehenden Persönlichkeit, baß bet Bericht bet Sachverständigen wahrscheinlich am nächsten Montag bet Repara- tionskommiision unterbreitet würbe. MSalicherweise wetze allerding« diese« Datum um zwei Tage vorverlrgl. sodaß daS Ergebnis ber Sachverständigenatbeite« bereit« aur SamStag Abend bekannt würde. Man müsse tert»'» heben, baß bie gesamten Beschlüsse der Sachverständige« einstimmig gefaßt worben feien. Der Bericht habe bie Form eins umfangreichen Dokuments von 110 Druckseiten in französischer und englischer Sprache Jeder Ausdruck ist genau berechnet und erwogen, nm pt Verbindern, b«6 er auf zweierlei Arten interpretier^ werden könne. Der Bericht ziehe bekanntlich bie Errichtung einer Emmifsionsbank in Betracht. Jnfolgg neuer Berhandlungen und entgegen ben früheren Dispositionen soll ber Sitz ber Bank unter interalliierter Kontrolle in Deutschland filtert werden. Das Blatt will in der Lage sein sestzustellen, daß diese« Beschluß ganz kürzlich im Anschluß an die Pariser Steif« deS Gouverneurs der Bank von England getroffen worden fei Die Sachverständigen, bie sich in mehreren Punkten von ber. belgischen Sachverständigenarbelten leit-.nc liehen, hätten bie Zahlungsfähigkeit Deutschland« nach cin-m System wachsender JahreSzahlungen geschätzt. Ti« Finanzierung ber Sachlieferungen im Laufe der erste» Jahre fei mit aller Genanigkeft vorgesehen Die Iabre«- zahlungen würben am Anfang sehr niedrig fein.' Dem Blatt erscheint e? von Wichtigkeit, haft künftig in ben deutschen Zahlungen nach dem Plan der Sachverständigen Lin- VS lige Stockung mehr eintreten soll.
Schacht reist nicht wieder nach Paris.
Berlin. 2. April. Entgegen anders tauten* ben Nachrichten fährt Dr. Schacht in ab;ri)5ater Zeit nicht nach Paris zurück, da die bcetigen Beratungen zunächst al» abzeschlcssm geilen können- Dr Schacht ist jetzt vollauf mit lauseuder, Geschäslen bcr Reichs- bank. sowie mit der Einrichtung der Kokrdiskonte bank beschäftigt, bie bereits in bcr nächsten Moch« ihre Tä.i^ke t beginnen wird.
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Ist iifereliinie SRililä hntnOt.
Pari«. 2'Uurü Ter deutsche Botschafter hat i gestern abend 5 Uhr auf ecw Sesr.tariat cer Dot chasier- kontee- nj die Antwort T e u t i ch l a n d « auf oie alliierte Note vom 5. Mär» l>ezügiich der M il i t är lo n- t to i le überreicht, »ieies Dokument besteht «äh