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MerheMche Mutig

Zweites Blatt

176®

Berliner Devisenkurse

besorgen. Telegramme. s

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Lenz Schlafe bei ihr. Die Schwester hält die To« teawache."

»Sttit dein Gemahl--", fragte Sudan, immer

noch wie abwesend.

»Er ist für einige Lage nach Paris gefahren; Ich bitt allein "

Uno so verließen sie beide das baufällige tzans am Münsterplatz und fuhren mit einer Pferdedroschle zur Stadt hinaus nach der Baraquette.

Madame Lenz de Sabronne lag längst zu Bett. In ihrer Wohnung war ein Zimmer frei. Germaine l«zog dos Lager mit Wäsche und fragte Lucian, ob sie ihm noch eine Tafle T« machen solle. Aber er bttiifre. Mit einem Händedruck sagte sie ihm gute Nacht mchBis morgen". Erschöpft fiel Brant in liefen Schlaf

*

Am nächsten Morgen fand er Madame Lenz de Sabronne und Germaine bereits am Frühstückstisch. Die zierlich« Tante Lenz war noch nichtzurechtge­

macht". Wie ein zerzauster Uhu sah sie au-, scheinbar verstaubt und voller Spinnweb. Nur chre braunen Augen hatten den lebhaften Glanz bellten. Sie begrüßte Braut und schüttelte ihm herzlich die Hand, lachend, als sei Brant nicht von einem Sterbebett ge­kommen Di« Unterhaltung war rein französisch. Seit­dem Madame den französischen Oberleutnant im Hause hotte, wagte sie kein Wort Elsässer-Deutsch mehr zu

iprechen.Nur keinen Skandal!" sagte sie. Sie fürch- 'cte dir temperamentvoller Ausbrüche Duvernois'. Da Madame keinen ande-en Ausweg nnßie, hatte "> ihre Zuflucht zu ibrem Sarkasmus genommen. Und wenn sie vor Robert Duvernois auch mehr Respekt noch hatte, als vor dem Fabrikanten Rüscher, p sprach )'ie doch höchst überlegen von chm: Da- ist einer! Der hat im Krieg gelernt! Der General reiniget! Sie spieltt damit boshaft auf jene NettoyeurS an. Soldaten, die die eroberten Gräben mit Handgranaten uiib Flammenwerfern zu säubern hatten und alles massakrierten, Verwundete, Sterbende, .Hilflose, die tn den Gräben zurückgeblieben roasefc , < . .

(er zusammen di« a«sichliebliche

tletnf ee Bei antwort uns für da« ietrnebmett.

Sodann führt General Ludenborff «"4. er stolz darauf, bab et Seife an Seite diesen Männern steche wnb bab er

Nr. 73

Freitag, 28. März

1924

Reform. Stadt- u. Univers.-Kirche. 10 Uhr (pünktlich): Pfarrer Eisenberg. 11V4 Uhr: Kinder.,o!ttS- dienst. 5Uhr: Vorstellung der Konfirmanden (Nord«, bezirk^. Pfarrer Lir. Plann-t.

Katholische Kirche. Erster Sonntag der östett Zeit. Um 1/38 Uhr: Heilige Messe mit Frühkehf. Um VglO Uhr: Amt uud Predigt. Um 11 Uhr; Stille Mess- mit Predigt. Um 2 Uhr: ChristenlchN' und Andacht. =

Tiakonissen-MutterhausHebt on"-Wrhr,«, Sonnt a v.orm. 10 Uhr: Pastor Köhler. I

LandeSkrrchliche GemeinschaftMarburg- Süd", Schwanalle 47. Sonntag, vorm. 8 Uhr: Morgenandacht. IG/, Uhr: SonntagSschulc. Nachm« 4 Uhr: Jugendbimd für E. C. (Mädchen). Abend* * * * 8*/i Uhr: Evangelisation. Montag, nachm 4'/, Uhr: Frauenstunde. Abends 87$ Uhr: Gesangstunde.' Dienstag, abends 87? Uhr: Mitgliederstunde: Mitt-' woch, abends 87- Uhr: Jungmännerstunde. Don- nerstag, abends 87? Uhr: Jugendbund für E QL (Mädchen). Freitag, abends 87- Uhr: Bibelbdprcch-1 stunde. i

Selbst. «van g.- kuth. Gemeinde, Nikolaistr. 1,-'

Sonntag. 30. März, vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. i Neu apostolische Gemeinde, Hensingerstraße 5.

Gottesdienste: Sonntag, vorm. 7-10 Uhr) Mittwoch, obfitb# 8 Uhr.

Christi Verein junger Mädchen, Julienstift. Sonntag, 4 Uhr: Bereinsstunde. Dienstag, 8 Uh« Bereinsstunde. Donnerstag, 8 Ubr: Chorstunde

eiupfanß"

Tas wäre doch eine Qual für Sie, Germains agte Brant.Nein, das dulde ich nicht!"

Wenn es für einen Freund ist, ists feine Qual," Wenn mir zusammen--"

Mer bedenken Sie doch, lieber Freund", meinte Germaine.Sie stehen doch auf der schwarzen Liste, Sie dürfen sich nicht allzu öffentlich sehen lassen. Man wird Sie anzeigen Bleiben Sie hier. Cs ist das beste Versteck. Im Hause eines französischen Offiziers sucht man Sie nicht wenn man Sie suchen sollte/'

Nein Germaiiw," warf die Tante ein, erregt im Tee röhrend.Sudan muß in der Wohnung seines Mutter bleiben, das schickt sich so. Er muß den Be­such empfangen, die Kränze abnehmen usw. De» einzige Sohn der Berstorbenen muß beim Sargt blei­ben. Wenigstens tagsüber. Nachts ist es etwa- anderes. Nachts steht Ihnen meine Wohnung offen, Lucian. Und wenn je Duvernois uns wieder über­raschen soltte wie er es so gern tut, Sudan, dann ver­schwinden sie eilends durch die Küche und den Hüh- nechof. Ich zeige Ahnen nachher den Weg." ; (Fortsetzung folgt.) Z

dicken Männern das Schicksal weiter teilen werde. Am 22. Man 1904 habe sein Rin­gen ffitba« Volk begonnen. Ludendorff teaf dar, wie ft seiner Zett aus dem Generalstabe verseht wurde, well er mit seinem Plan bet Durchführung der lilaeweinen Webtv f li cht nicht burdiae- bre«»en »ar. Im Welttttea wandten R<6 bte Nkaslen des Volkes immer schärfer geaen ibn, mess er für die Freiheit, die Ebre und den Rnbm be» Volkes schon damals aekämoft habe tiab er aus dem Zmanne der Lage von ibm mehr verlangt babe, als vorbei Die verantwortttchen Stellen hätten sich aber der groben Aufgabe nicht gewachsen gezeigt und nun sei bas Un­glück ba. Nur in der völkischen Bewegung

Marburq und Umgegend.

Marburg, 27. März (Lenzing).

* Vom Katasteramt. itzn Durchführung des Bchördeaabbans werden die Katasterämter Marburg I und Marburg II am L April be. Js. vereinigt. Zum Leiter des neuen Amtes ist Herr Katasterdirektor Baldu? aus Hersseld (ein Bruder des im Dezember v. As. verstorbenen Leiters des Amtes I) berufen wor­den. Der Leiter des sdtherigen Katasteramtes II, Herr Katasterdirektor Keul, tritt am 1. April (auf- Grund des Gesetzes betr. die Mtersgrenzr) in den Ruh-.Hand

* Sch öffengericht. Bon drei Angeklazlen, die Holz gefrevelt haben sollten, wurden zwei frri» gesprochen und der letzte zu 7 Mark Geldstrafe ver­urteilt. Eine Anklage wegen Jagdvergehens und eine ftlch: wegen Prdstreiberd endete je mit Frei­sprechung, während wegen Mißhandlung gelegentlich einet Hauskriegs ein Mann zu 60 und sein? Frau zu 30 Merk Geldstrafe verurteilt wurden.

r: Treis a.d.Lumda, 26. März. Da bei den Kin­dern einer in dem hiesigen alten Schulhans wohnenden/ Familie der Scharlach ausgebrochen ist, mußte der Unterricht in den beiden untersten Schulklaffen bis auf westrees geschlafien werden.

habe et Männer angetroffen, die für den Dien st a m Vaterlande bereit waren. Wenn bet völ­kische Gedanke nicht die weitesten Kreise bes Volkes er­greife, so wate das schlimmer al« bet ver­lorene Krieg. Er erhebe vor aller Welt seine warnende Stimme: Wenn die völkische Bewegung sich nicht durchsetzt, so sind wir verloren für Immer. Wir erleben ein neue» Versailles, das schlim­mer ist, als das andere Versailles. Luden- borf schloß: Sören Sie meine Stimme:

Sören Sie den Schrei bet deutschen Seele nach Freiheit! Geben Sie durch Ihren Spruch die Männer dem Volke wieder, denn die Ausgabe dieser Männer ist, da, Volk wehrhaft zu machen und $nt Tat ja gewinnen.

Hieraus erhebt sich der Angeklagte Hitler, der sich einleitend mit den RevolutiouSwirren in Bayern im Frühjahr 19.19 beschäftigt und daun die Frage ventiliert, wann ein Hochverrat gelungen sei. Hiller beantwortet diese Frage an drei Beispielen: an Otto v. Bismarck, Kemal Pascha und Mussolini. Nach Hitler haben dies« drei Hochverrat begangen: aber dieser Hochverrat endete beispielsweise bei Bismarck darin, daß er das einige deutsche Reich schuf. Die Novem­berrevolution 1918 wäre nur vor der Geschichte lerech tv-.t gewesen, wenn sie Schlechtes bestätigt hätte. Sie sei kein Hochverrat, sonder» Landesverrat gewesen. So entsetzlich sei das Versagen der neuen Gewalten auf wirtschaftlichem Gebiete gewesen, daß die Massen bufdj Hunger auf die Straße getrieben wurden. Diese Revolution sei wirttchaftlich zu einet» unerhörten Unglück geworden. Sie hätte wenigstens die Ehre der deutschen Nation retten müssen Der Vater des heutigen Staates konnte die Autorität nicht be- wahren,

weil seine Autorität anfsehanf sei ans der Zertrümme- run# der Autorität.

Wenn bas Gesetz einst wieder in Deutschland beachtet ttterbtn solle, bann müsse zuerst der Erste Staatsanwatt die Anklage gegen Ebert, Scheidemann und Ge­nossen wegen Landesverrats erheben.

Hitler schildert dann im einzelnen den Verfall Deuttch. lands in den letzten Jahren und betont, seine Arbeit fci darauf hinausgelaufen, ein staatspolitisches Volk hete.n- -zuziehen und Deutschland die Stellung in der Welt zu geben,- die <-z verdi-nt Als wir faden, w>e man vor den Ententekommisstoneu ans dem Bauch rutschte, da haben wir den Trotz in die Herzen gcnl. W r haben die Vaterlandsliebe zu mehren versucht und Haden tci Haß gepredigt. Wir haben begriffen, daß di« Aufklärung eine Propagaicha sein müsse zur Vernichtung der Zerstören: des Reiches. Rehmen Sie die Heber- zengung mit, daß ich die Erringung eines Minister- postens' als nicht erstrebenswert angesehen habe. Ick wollte derZerbrechrrdeSMarxiSmuS werden, und diese Aufgabe werde ich auch lösen. Ich stehe nente nicht als Mensch vor Ihnen, sondern als Poli- tiker. Kahr habe eines gefehlt, das auch zur Größe gehöre, nämlich d'e Erkenntnis, daß ein Machthaber nicht nur Lelirbt, sondern auch gehaßt wer- den könnte. Mcht dir Staatssorm habe Hitler ändern wollen, sondern nur den schmählichen Inhalt der deutsche« Repuhstk beseitigen. Kahr hätte vorher sagen müssen, was er unter dem Marsch nach Ver­tin verstehe: er habe das nicht getan und die brd Herren müßten nun die Folgen trägem Di« Tat des 8. Novem­ber sd nicht mißlungen. Da« sichtbare Zeichen dieser Tatsache fd, daß sich daS deutsche Volk mutiger und einet sturmslut gleich erbebe. Hitler schloß:

Unter« Armee wächst von Stunde w Stunde Mb wir haben He boffnium, bah die Stunde btt Tat kommen wird.

Bei dem letzten Gottesgericht, das die Geschichte fprechen wird, wird einst auch das Urteil über uufert Tat fallen. Sie mögen uns schuldig sprechen: das Gottesgericht wird einst den Antrag» Staatsanwaltes ter» reißen.

Nachdem die übrigen Angeklagten Röhm, Wag- «er, Brückner und Pernet auf iebe» tveiteve Schlußwort verzichtet haben, erklärt der Vorsitzende die Hauptverhandlung für geschlossen.

Rach einer Mitteilung des Vorsitzenden wird die Urteilsverkündung am 1. April, vormit­tags 10 Uhr statt finden.

Ihre flute Mutter ist tot", sagte sie und bestrich ich eine Weißbrvtschnitte mit öfter und Quittengelee, -2Wir Zivilisierten haben das Privileg. uns t* Szenen und sentimentalen Beilewsku^dgebungen spa­ren zu können. Nicht wahr? Wir haben den Vorzug, un? über das Unabänderliche mit Elastizität hinweg- zusitztn. Sie werden noch genug herunterzuschlucke» haben, wenn'heute die Verwand.«! Ihrer lieben Mut­ter kommen Je einfacher von Geist die Menlchen, umso gräßlicher gebärden sie sich in solchen Fällen. Ich beneide Sie nicht um die Rolle, die Sie heute zu piele« haben."

Germaine meinte:Ob Lucian nicht besser hier im Hanse bleibt bei uns? Mas. soll er bd den sterblichen Seften ? Ich könnte alles Notwendige he-tte allein

Zchenspitzkn trat er ins Krankenzimmer und flüsterte seinMa man."

Sie lebte! Leise versuchte die Sterbenbe, den Kops zu drehen und zu sehen, ob er es wirklich sei der Sohn. Sie versuchte aus einen Arm gestützt, sich etwas hochzurichten. Germaine sprang herb«, hals ihr. Tie Murrer brachte mit letzter aufgespei­cherter Kraft den Namen ihres Sohnes über die Lip^- bem Und ihr Mund, der so viel Güte hatten lächelte. Lucian setzte s.ch auf den Bettrand und kllßte ihr Stirn und Hände. Der Mutter traten Tränen in die Angen, Und zwifthen. den Tränen leuchttte das letzte klemr Feuer der Fveude. Darrn erlosch es. cyrsgeblaft» durch die allzu gwße Aufregung, wie ein armes Flämm- chru im Wind. Das Licht der Augen war gebrochen

Germaine fegte ihre zarte blütenweiße Hand über die glasigen Augen und schloß sie. Reglos saß Sudan Vrant, die Lippen über die erkaltende Hand gebeugt, lie m t Tränen benetzend. Er hörte, völlig abwesend, wie der Arzt kam. wie der Arzt ging. Dann richtete er sich auf. die kalte Hand streichelnd, als könne er sie noch erwärmen, und sah von Germaine weg zu Boden. Er scheute sich, ihr in die Augen zu sehen.

Nach einer langen Weile trat Germaine hinter ihn und streichelte ihm das Haar. Hier hätte er auftchluch- zen mögen. Aber er beherrschte sich. Er faßte be­hutsam nach ihren Händen und küßte sie. In seinen Händedruck legte er alten Dank, den er nicht auszu- spteche» vermochte.

3de Krankenschwester machte sich an die Arbeit. Durchkramte bereits die Schränke nach frischer Wäsche. Zündete Kerzen an. Brach Blumen von einem Strauß. Such;« nach einer Bibel mit Goldschnitt, sie der To­ten auf die Brust zu legen. Sie faltete die weißen, steif gewordenen Finger krampfhaft wie zum Gebet.

Lucian schaudette es bei biefer Geschäftigkeit der Schwester. Er schüttelte sich vor Frost. Germaine merkte t8 Sie führte Brant behutsam wie einen Kran­ken hinaus, und jetzt war es das erste Wort, das sie sprach:

Meide nicht hier, Lucian. Komme zu Tante

Aerztliche, 6»uetagt>t«M|,

(Kur für Notfälle von mittags 12 Uhr diS Montai Ml 7 Uhr.)

Am 30. März: Dr. Wintzer, Neustadt 27; San.-

Rat Dr. Wigand, Wilhelmstraße 27;

ZnhnDrzUicher Sonntaflsdienft.

Am 30. März: Zahnarzt Schulze, Steinweg 8. Sprechstunde von 1011 Uhr.

Lonntatzedienst n. Wochennachtdiensl der Npotheken. Vom 29. März bis 4.Avril: Schwan-Apotheke.

........ c

Handels- und Marktnachrichten. > Frankfurter Getreidebörse vom 27. März.

Getreide, .Hülsenfrüchte und Biertteber ohne Sack. «Mwme*!. Roggenmebk und Kiele mit Sack le 106 fttiNr. Die Preise verstehen sich töt alsbaldige Liefe­rung in Rentenmark, frachtfrei Frankfurt.

Weizen, Wctteraner, 17.50 bis 18.; Roggen 15.75 bis 16.; Sommergerste für Brauuvecke 19. bis 19.75; Hafer, inländisch, 15.25 bis 15.75; Weizenmehl, ftoix Spezial 0, 27. bi? 27.75; RvggenmrÄ 23 bi» 23.75; Weizen- und Roggenkleie 9.25 bis 10.25 M tts 19 25 bis 20.. Tendenz: rnbig.

Bo« der Börse.

Berlin. 27. März. Die gestern zum Schluß überraschend eingetretene Aufwärtsbewegung reizte die Spcilulatton zu Gewinnsicherungen, zumal im allge­meinen die Auffassung bestand, daß von der franzö­sischen Minifteckttse eine Erleichterung unserer außen- politischen Lage nicht zu erwarten sei. Da aber bei den Banken von auswärts noch Kaufawträge Vorlage;«, schufen diese den Realsi,runcMesttebungen gogxübe» einen gewissen Ausgleich und die Kurse könnten sich der eisten amtlichen Feststellung ziemlich behaupten.

Ser $teit6 3eioner.

Leipzig, 27. März. Die Verhandlung wurde eingeleite' durch ein Plaidoyer des zwdten V.rtei- dlzrrs Zeigners. Rechtsanwalt Marschner weist zu­nächst darauf hin. daß die Beschuldigungen gegen den Angeklagten im Laufe der Verhandlungen sehr zu- sammengeschmolzen seien, und daß die Aussagen der Reihe unvevcidigt gebliebener Belastungszeugen mit äußerster Vorsicht bewertet werden müßten, Ter Ver­teidiger kommt auf die juristische Würdigung der bent Angeklagten zur Last gelegten Taten und führt au», daß eine Begünstigung des Möbius durch Zeigncr nicht vorliege, daß e» sich bei der Aktenvernichtung um einen Tatbestand des Paragraphen 332 des RStG handele, daß er aber um Freispruch, bezw. Einstellung des Verfahrens in diesem Falle bitte.

Nachdem der Berteidiger von Möbius gesprochen hatte, erklärte der Oberstaatsanwalt, daß die borge» brachten Argumente der Vetteidigung nicht beweis- kräftig genug seien, um ihn zu einer Aenderung feines Standpunktes zu bewegen. Staatsanwalt Haugs hält die Annahme des Pelzes im Falle Schmetter durch Zeigr.er für erwiesen. Zdgner habe die bei derUeber- gabe des Pelzes erwartete pflichttoidrige Handlilng getan. Ter Tatbestand des Paragraphen 332 fd gegeben. Hierauf wird die Verhaftung auf Freitag Vormittag dettagt. Dr. Zeigner wird in ter mor­gigen Sitzung das Schlußwort erhalten.

Nachdruck »erboten.

Germaine Rüscher.

Eli'.. ElsaK-Roman. Von Chrisiian Bonchhok ß

V ' - 54. Fortsetzung '''

,< Braü; Herr begann heftig zu. schlagen. Mutter

" toiftrjie "uSf atmen, oder Ivird sie die lieben Augen ge- schloften haben, bevor ihr letzter Wunsch ersüllt war?

DaS wat das HauS! Tas schmale, uralte, das dorn ül>erziikippen droht«. Und droben? War Licht Ein mattes Licht anS der Stube, in der Mutters Bett stsmd

' Brant sah. daß Ker Spezeveiwarenhändler noch. Lkchr hall«; er klopfte an seinen Laden. Sosott wrcrde die Hautzlür geöffnet. AkS habe man hinter ter Tür euf ihn gewartet. Es war der 'Lvozereihändler selbst, der mit beiden Hänoen Luriai« Branr hereinzog itrf) ängstlich hinter ihm abriegelt«.

Gut herübergekommen?^' flüsterte er.Ich hab lauf dich gewartet, Lucian. Ich wäre di« ganze Nacht «ufgrblieben, deinetwegen. Ich hab's Frau Duver­nois versprochen." (Und er rd>ete hocKeutsch. als wolle er es demberliner" zeigen, daß er trotz d.r französischen Zeit die deutsche Sprache nicht verlernt habe).

Lebt Mutter nod6?"

Bor einer halben Stunde war .ich noch dx.ben. Sie fragte nasch dir. Ich habe sie getröstet."

Ist sie alldn?"

fNein. Frau Duvernois ipfiei ihr. Sie pflegt fke schon die ganze« Tage durch. Nachts wacht eine lEchwester Aber heute Nacht will Madame Duver- eoi8 hkerbleiben. Deine Mutter machts nicht mehr lange. Geh schnell." Der Me klopfte Lncian auf den Rücke«. Sudan stürmte die Treppe hinauf.

p Und es war Germaine, di« öffnete. Eine roort» dose Begrüßung Watt». Germaine «ichte ihm nur -die Hand und zog ihn sanft Herrin. Sudan wagt« l «sicht M fragen^ ob die Muttex «och «m Leben fei, Aus V - - - -......dhriMha» -t« ------ ****----- --------_

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, den 80. März.

Pfarrkirche (geheizt). 10 Uhr: Superintendent San« ia«. liy* Uhr: Kindergottesdienst. Nachmittags Konsirmandenprüstrngen: 2 Uhr: Supedntendeut Lan­dau. 3 Uhr: Pfarrer Boltz. 4 Uhr: Pfarrer Heermann.

Ellsabethkrrche. 10 Uhr:^Mrrer Metz. Wfl Ufer- FugendgctteSdkenst. 2 UM Pfarrer Waltrmtttz Konftrmandenprüfung.

In beäen Kirche« Kollekte für daS Shrische Wai>en» hau».

Ockershausen. 2 Uhr: Kindergoltesdienst. 8 Uhr.

Jungfrauenvereinsfeicr.

3m ElisabdhhauS und Julienstift von 4 7 Uhr Jungsralcenverein.

5er Mr-Wzei.

München, 27. März. Bei Beginn der heutigen Sitzung verlieft der Borfttzende ein Telegramm des Justizraws Clav in Berlin, der sich gegen die Ausfüh­rungen Dr. Kohls übet feine Unterhaltung mit Gene­ral v Stertt wendet. Iustizrat Dr. Kohl hält dem- leaenüber feine oefttigen Behuuntiingen aufrecht und rieft Glaß vor, eine bewußte Irreführung er öffentlichen Meinung übet den In­halt feiner Unterhaltung mit Kahr be­lüg l i ch der Errichtung eines Direkto­riums bcrbeigefiibrt zu haben. Sollte Jri- ftbrat Elah diesen Vorwurf auf sich fitzen lassen, so sei er jederzeit bereit diesen Vorwurf tn eine solche Form lu kleiden, daß Claß die Gelesen bett habe, ibn vor das Gericht »limitieren.

i Hierauf gibt bet erste Staatswalt Dr. Stengleiu I eine Erklärung ab. baß er fich einer Erwiderung attf ! die Ausführungen der Verteidigung enthalte.

i Vo« den Angeklagten erhält darauf als erster Oberst- kutnant Kriebel bas Wort Kriebel erflärt, daß et «och viel verschwiegen habe, weil er

feine Stennbe in Ranet« und in dem Reiche nicht dem Staatsanwalt ansliefern wolle. Et erklärt feiettichft, daß bet gewaltsame Vormarsch gegen Berlin von Kahr,

Lostow unb Seiner vorbereitet worben lei.

Eines erkenne er wiberftanbslos an, bas Zugeständnis, daß er die Verantwortung für fein Tun restlos auf !ich nehme. Er bitte den Staatsanwalt nochmals nstänbig. baß bis Haftbefehle gegen bieienaen, die Nachgewiefenermatzen nichts getan hätten, als seine Be­fehle zu vollziehen, enblich aufgehoben würben. Er be­kenne sich rückha'tslos zu bet Tat vom 8. unb 9. Novbr. #nb betone, wenn er beute noch einmal vor biefe Frage »dtellt werde, so würbe er genau so banbeln. r-a6 die Tat vom 8. November geschelfert sei, liege in dem Betrug und dem Wortbrnch dreier ehrloser und ebrgeiziger Gesellen, was er noch­mals besonders bervorhebe.

Als nächster Angeklagter fottcht bann Oberlanbesae- kichtsrat Pöhnet. Et bestreitet zunächst, Verrat verübt »u haben. Der Staat von 1918 geschaffen wordeirldutch Betrug unb Landesverrat, verübt von Defert«u«i, und bett Juden. Böhner klagt bgriiber, daß sich btt bet Revolution bie Beamten ßeaein'iber jeder neuen Revolutionsregterung immer miedst auf den Boden bet gegebenen Tattachsn stellten. Viele höhere Bnamten. besonders in den Mi­nisterien, hätten aus diesem Volksbetrug noch private Vorteile gezoaeu, namentlich auch die Beamten in den Zentralktellen irr Berlin.

Lu den Ausfnbrimgen der Angeklagten Böhner und Kriebel bemerkt bet erste Staatsanwalt, baß die An- flaaebebörde bei ihren Au-ftrbrunaen nut tn ber Er- si'll'lng ihrer Vflichr gebandelt hätten.

Der Ansekiaate Frtrt betont bann, baß mit ihm klbc' baust fein Slich'nnrt verabredet morden ksi.

Dr. Weber bezeichnet es als richtig, daß feine Zu­stimmung..zu ^dem Unternehmen ein->ebalt -nurde und daß er selbstverständlich und her-ittvttllgst ferne Znstrm- Niuna. gegeben habe. Unrichtig daaeaen sei, daß er bar Schreiben Kriebels vor seiner Ahs-ndung gekannt habe. Et babe den' feste» Glauben gebah». j« Sinne der keaalen Regierung , zu bandeln. Der Anaettaate -eifst rutsch jeden bte Bebauvtt'ng xutttrt. er habe sein Wort gebrochen, ober seine Verpflichtungen als Staatsbeamter »et1e.lt*. Er tmae mit Hit-

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