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oo. elemenr.Ereignisse kein Ermtz. — Deriag von Dr. T. Hitzerotd. — Druck
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Pakis, 26. März. Das KcktluettPoi«- säte ist heute z u r ii ckge t r e t e u, nachdem die ÄeaiiMt trotz Stellung der Vertrauensfrage da« Penfionszefetz mit 271 gegen 264 Stimme» a» die Kommission jnrückgewiesea hatte. Die Demission ist •6« Präsidenten der Republik angenommen morden.
London. 26 März. Die Nachricht von der Nie- »erläge PoincarLS in der Kammer und von seiner Demission wird in offizielle» Kreisen mit völliger Zurückhaltung ausgenommen mit Rücksicht darauf, daß eS ich um eint seht innerpolitische Sache handele.
der llniv.-B»chSru<terei von Jod. Sa«. Noch. Markt Lt/B. — Kernjprecher 5ö, Doltickeckkonto: St. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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gegenüber ist aber vor allem zu bemerken: fielt 1918 herrscht bei uns die reinste Demokratie. Wo und wann hat Fr.ankreich ihr und une in dieser Zeit deshalb das Leben er» leichtert?? Ganz im Gegenteil haben die Versuche, durch Nachgeben mit ihm in« Reine zu komme«, es zu immer ekelhafterem Sadismus angestachelt. Wir glauben nicht an fein Zuckerbrot. Und was war bisher von ihm erduldeten, war mehr als Peitsche. Frankreich täte also gut daran, wenn es die Versuche, sich in innerdeutsche Verhältnisse cinzumtschen, aufgäbe. Und wie es wählen will, hat einzig und allein das deutsch« Volk zu bestimmen, wenn Frankreich aber einwtrken wollte, so hatte es 5 Jahre Gelegenheit, das durch d i e T a t zu tun. Worten glauben wir nicht mehr.
Der Pariser Korrespondent der „Times" meint hinsichtlich der Aussprache Über das französische Sicherungsproblem, daß di« französisch« Regierung vor allem im Hinblick auf die deut« scheu Wahlen eine besondere Atmo^ sphäre entstehen lassen müßte.
Der Korrespondent hat ganz recht. Frankreich verfolgt mit Geschick sein Ziel, ein ihm genehmetz Parlament der Linken in Deutschland erstehen zn sehen. Zuckerbrot und Peitsche! Es zeigt der erstaunten Mitwelt so etwas wie ein Entgegen« kommen-Wollcn, will über alle Fragen „verhandeln" usw. Wer sollte dann nicht aufs neue Hof. f c n, daß man nun endlich und sei es auch nur zu einem irgendwie tragbaren Resultat komme? Vor allenl in Deutschland, wo man nut zu gern glaub^ 'was man wünscht, mag man auch noch so oft b» trogen sein! Auf der anderen Seite winkt man in Frankreich deutlich ab: nur keine RechtSwahlenf' Daß man sich damit in unsere inneren Angels- genheiten mischt, stört die Herren garnicht mehr. Auch wissen sie ganz genau, daß ein Parlament M \ Rechten garnicht daran denken kann, am nächste» Tage mit der „Revanche" zu beginnen. Aber sie schreien trotzdem Zeter und Mordio — denn ein solches Parlament würde in seiner ganz andere» außenpolitischen Eesamteinstellung ihnen natürliüs sehr unerwünscht sein. Insbesondere in seinem Vere hältnis zu England. Auch der Abg. Hekfferich Hai gestern einem Ausfrager der „Tribüne" gegenüber erklärt, daß Deutschland zwar machtlos, aber nicht ehrlos fei und daß immerhin auch noch Trümpfe ksi der Hand Deutschlands vereinigt feien.
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London, 26. März. Dem parlamentarisch« Berichterstatter bei „Daily Telegraph" wurde ms einer gestern im Unterhaus untre dem Vorsitz Asquiths -ba halteneu Zu sammen kaust der parlamer < tarfichen liberalen Partei beschlossen, bei ba morgigen 8 Lesung der Consolidated Fund Btll unt; ter anderem folgende Fragen aufzuwerfen: Ate ist die Haltung der Regierung in der Frage einer Garantie der Sicherheit Frankreichs, ferner gegenüber den Verhandlungen der setzten BölkerbundsratSsitzuwtz über daS Saarbecken und gegenüber der augenblicklichen Lage im Ruhrgebiet und in der Pfalz.
Dem Berichterstatter zufolge erllärte Asquith, er hoffe, an der morg'gen Debatte teihunehmeu, bet de« Mac Donald über seine Unterredung mit bem ranzöiischen Botschafter und über die Si- chechcit Frankreichs befragt würde.
Dem Parlamentsberichterstatter des „Daily Ex- preß"z«fslge seien hartnäckige Gerüchte im Umlauf, daß A taut th bald die Führung der liberalen Panel niederlegen werde. Innerhalb der Parteiherr- che Unzufriedenheit über die leblose Fichcunz bee Partei im Unterhaus und über die Tatsache, daß g gen die Angriffe der Sozialisten in den Wahlkreise? nicht Front gemacht werde.
Lo n d o n. 26. März. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, es sei kkt«S- weg» sicher, daß Poincare sich bereit erkoren roecDe, auf die sogenannte unsichtbare Besetzung de- Ruhrgebiets durch französische Truppen zu verzichten, wen» er nicht zuvor in der Sichertest?- und ReparationS- .age Besrtedigung erhalte. Dem Berichterstatter zu- olge werde zugegeben, daß die Erholung des Franken Poincares Stellung befestigt hat.
In politischen Kreisen zweifelt man nicht, daß Poincarö mit der Neubildung '.des Kabinett- betraut werden wird, hält eS jedoch für möglich, daß da- neue Kabinett Poincare weniger Ministerien umfassen werde, als das fetzt zn- rätfgettttcne. Man nimmt an, daß sich P-fincotö hierbei auf den Paragraphen 1 der neuen Steuerverordnung beziehen wird, der die Regierung zu Ersparnissen ermächtigt. De Verkleinerung des Kabinetts würde also mit einer bedeutsamen Ersparnis gleich bedeutend sein. Man spricht von b*r Schaffung eines Ministeriums der nationalen Bett'digung, das unter der Leitung de- bisherigen Kriegsministers Magi not die Ministerien deS Kriegs, der Marine und der Kolonien umfassen würde. Auch wird an die Schaffung eines Schatzministeriums gedacht.
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durchberaten können. Der Vorschlag Dariacs wird angenommen. und die Sitzung um 3*/* Ubr geschlossen In diesem Augenblick ruft der Royalist Daudet: „Nieder, mit Maunourvl", die Abgeordneten der Mittelparteien rufen: „Es lebe Poincartl"; auf der äußersten 2m?en scbreit man: „E- lebe die Revublikl".
England und die Militärkantrove.
London, 26. März. Im Unterhaus« fragte bcS bns.-rvative Mitglied Sir Fredrric hall den Staat--« ’ rkretär deS Aeußeren. ob er mitteilen könne, wetchu Schritte augenblicklich von den Alliierten untrmenw" men würden, um die Beobachtung der Bestimmungeck deck PmLülles Vertrages betvsieud k< Stjich. k4
Die französische Regierung lmt gestern, bei einer Abstimmung in der Kammer eine Niederlage erlitten. Ter Finanzmiuister, dessen Ressort die Abstimmung betraf. Verließ darauf mit den ander» anwesenden RegiernngS- tzertretern den Sitzungssaal und das Gesamtkabinett über- Zerchte seine Demision. Handelt es sich hier um einen «nstbaften Konflikt, der die ganze französische Politik in Mitleidenschaft zieht oder um eine vorübergehende „Un- ^mmigteit"?
-i'>Der Anlaß des Kbnfliktes ist an sich keineswegs er- ischürternd. DaS vom Finanzminister vorgelcgte Pen- fsionsgxsetz gefrört mit zu den Sparmaßnahmen, die •bie Regierung im Interesse dec Frankenstützung für not- wendig hält. Das GFetz ist als solches durch den Kom- mcrbeschluß nicht in Frage gestellt worden. E» handelte sich lediglich um die Frage, ob eS noch einmal an die .Kommission zurückgehen sollte oder nicht. Der Fmauz- mruister de Lasteyrie machte aber auS der sofortigen Verabschiedung eine Vertrauensftage, da die Regierung bei allen diesen Gesetzen auf möglichste Beschleunigung drängt. Die Kammer entschied mit einer Mehrheit von sieben Stimmen gegen ifrn. Und damit war nach dem Brauch des französischen Parlamentarismus die Vertrauensfrage oerneint. Es handelt sich, soweit man sehen kann, um einen der wiederholten parlamentarische« Zwischenfälle, die Poincare in der letzten Zeit bei der Durchsetzung .seines ErsparnisprograrnmS erlebt hat. Dir Dinge storchen im Senat ebenfalls auf des Messers Schneide ttnb N$ sind doch auch hier die äußersten Konsequenzen äer« -rieben worden. Die französische Kammer hat Poincare lon vornherein eine sichere Mehrheit zur Verfügung »stellt. Man wird deshalb annehmen dürfen, daß die Karnmermehrheit Poincares die Dinge wieder in •Drbnmtg bringen fviro.
Es kommt hinzu, daß Poincares Stellung sich in der letzten Zeit zweifellos wieder etwas gefestigt hat. Die Besferung des Franken ist ein Stimmungsmoment, daS man in feiner Bedeutung gerade in Deutschland nicht unterschätzen wird. Die Regierung hat gestern den Vrotpveis in Paris herabgesetzt und «in solcher Erfolg bedeutet unter Umständen mch, als eine Ab- ftimmnngsnikdettage in der Kammer, Der Francs ist zwar keineswegs stabilisiert, sondern leidet wieder an SchwächeanfAlen. Fürs erste aber ist doch der moralische Kredit bet Regierung wieder etwas gefestigt. ES läßt sich auch gar nicht verkennen, daß der französische Ministerpräsident in der internatio- waten Politik wieder eine etwas sicherere Stellung ge- tvvunen hat, nachdem seine Position durch bie ersten Defensiven Mac Donalds etwas erschüttert zu |tin schineu. Die Zähigkeit und G Schicklichkeit Poincares. von denen wir ja schon Proben genug erlebt haben» sind gute Wahlhelfer der französischen Regierung frei dem bevorstehenden Wahlkampf und haben die Mahl- ansfichten der bisherigen Kammermehrheit und ihres Kabinestes doch etwas gebessert, wenn man die Dinge mit ben Verhältnissen vor etwa 4—5 Wochen vergleicht. Unter diesen Umständen wird man der französischen. Kammcrmchcheit kaum zutrauen können, daß sie so kurz vor den Wahlen das Kabinett frefeitigt, mit dem ihre eigenen Wahlcrfolze auf Gedeih oder Verderb verknüpft- sind. ®eu£ der Bloc nationale wird entweder mit Psincar^'zusammen fein, ober er wird zerfallen >
i 3* der Kammer.
I Par iS, 26 März. Die Kammer setzte heute vo> Mittag die gestern nachmittag begonnene Diskussion über daS Pensiousgesetz fort. Ebenso wie bei allen anderen LorrnittagSsitzungen waren nur wenige Abgeordnete er- schienen, und nichts ließ voraussefren, daß eine wichtige Abstimmung noch freute vormittag die Regierung in die Minderheit bringen würde. Nach einigen Sorten des Abgeordneten Lugol, der seine Kollegen aufforterte, Zulatzanträge einzubringen, die die Regierung annebmen könne, beschränkte sich Fmanzminister de Lasteyrie darauf, von seinem Sitz anS die Verweisung des Gesetzes ckn die Kommission und die Anträge zweier Abgeordneten pt bekämpfen. Diese beiden Abgeordneten, Boususon >nb Orsola, haben wegen der Lage der Wdats- 'Arbeiter, die nicht in der gleichen Weise durch da« Gesetz behandelt würden, wie die pensionierten Militärs, den Antrag gestellt, bas Gesetz nochmals an den Finanz- Ausschuß zur Beratung zurückzuverwetsen.
■x In seiner Erwiderung erklärte der Finanzminiüer, Ntfc Frage würde eine neue Verzögerung und unnötige Diskussion her beiführe», well die Regierung nicht in der Sage sei, tfrre Stellung aufrechtzuerhatten Er, ver« Mnglr deshalb, daß die Sammer aus die Zurückverwrifung ltzrrzichte und stellte deshalb gegen bk nochmalige Br-
B.ertraueslfraa^ Trotz dieses Kin-
aa»w5rt Anzeigen 0,10 Golbmart. Bei schwier.Eatz 50 «/, Aufjchlag. Sammelanreia. 100 eL KQ YAm , Aufschlag. Reklamen 0,30 Eoldmark. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werde» UV« nuQlL dereibner, ebenso »uefunft hüt» die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot». Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar — 4,20 Goldmart>, Berechnung nach dem Berliner Mittel- kur» des Zahlunps-Eingangotages. Verzugszinsen pro Tag nach dem B-nkzinrsutz
Paris, 27. März. Der „Matiu" ist ermächtigt, die Ansicht des Präsidenten der Republik über die Krise bekanntzugeben. Di« von ihm veröffentlichte Erklärung hat folgenden Wortlaut: Die großen Linien der französischen Politik können au keinen Fall ans eine« anderen Grunde als dem klar au^edrückten Wunsche des Landes geändert werden. Der Präsident der Republik hat das feste Vertrauen, daß P o i n c a r 6 ein neues Kabinett bilde» wird, das eine Politik der Festigkeit nach außen und eine Politik der Ordnung und Sparsamkeit befolgen wird. Was die auswärtige Politik anbetrifft, so kann Frankreich das Ruhrgebiet nicht räumen, bevor es vollkommene Reparationszahlungen erhalte» hat (paganient total). Was die innere Politik inbelangt, so mllsie Frank, reich das Gleichgewicht des Budgets ^erstellen, keine Anleihe aufnehmen und keine Ausgaben machen,' die nicht durch Einnahmen gedeckt werde». Wen» zufällig — unb das ist eine Eventualität, die der Präsident der Republik nicht ins Auge faßt — es Poi»car6 unmöglich fei, ein Ministerium zu bilde». daun kau» der Staatschef nur ei» Kabinett bilden, das absolut entschlossen ist, die allgemeine Politik des Landes »ach den angeführte« Richt- linie» weiter ,» leiten. Für de» Fall jedoch, daß das Land der Festsetzung dieser Politik sich öffeutlich entgegeustelle» würde, würde der Präsident bee Republik sofort, was ihn selbst betreffe, die Konsc- »nenzen daraus ziehe», die er fär inopportun halte
Ein neues Käbiüett Poincare.
Paris, 26. Mär». Der Präsident der Reonblik, Mill e r o n d, empfing freute um 4 Ubr nachmittags den Präsidenten des Senats, Gaston Doumergue. um 4-30 Ubr den Präsidenten der Kammer Raoul Peret, und um 5 Ufrr bea bisherige» Ministerpräsidenten Poinearö.
Pari», 26. März. Die Unterredung des Präsidenten der Republik mit dem Borstkenve« des Senats. Doumergue, dauerte, wie bavas berichtet, eine halbe S unde. Beim Verlassen des ElysLes erklärte der Se- narsorästdent den Journalisten nur, daß der Präsident Millerand feine persönliche Aufiasiung von der Mi- nisterkrtse mitaeteilt habt, es jedoch ihm überlasse, sie bekannt zu geben, wenn er es Mr angebracht halte. Die anschließende Unterredung mit dem Vorsitzenden der Kammer, Peret, dauerte ebenfalls eint halbe Stunde. Peret erklätte den Journalisten im Anschluß an die Besprechung: „Es liegt ei» neues Ministerium Poincars in der Luft. Die Ding« werden sich arran» gieren.
Baris. 26. März. Der Präsident der Republik erklärte PoincarL im Laufe der Unterredung, die er gegen 0 Ubr abends mit ifrm batte, er möge sich bereit erkläre», das Werk fortzuseben, das et seit mehr als zwei Jabren mit voller Billigung der Kammer und des Landes dutchfübre. Millerand frabe lebhaft darauf bestanden. Lab PoincarL sich dazu verstebe, die neue Kabinettsbildung zu übernehmen. Poinears antwortete. et bad« den lebhaftesten Wunsch, dem Rufe des Präsidenten zu folgen, et mäste sich jedoch porbefralten. keine endgültige Antwort erst morgen vormittag zu geben, da er sich Inzwikchen mit einigen Freunden Über die Lage besprechen müsie.
P a t i 6, 26. Mörz. Der Präsident bet Republik hat nm 5 Uhr SO Mi», nachmittags be» zurück, getretenen Ministerpräsidenten Poincare empfangen und ihm die Reubilbung des Kabinetts angeboten. Poinearö hat sich Vorbehalten, feine endgültige Antwort bis morgen mittag j« gebe».
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^Amtliches VerkündigurrgsWtt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (bas früher kurhefsischej Oberhefsen
greifens deS Ministers bleibt der Abgeordnete Orsola frabei, daß bie Zurückverweisung notwendig sei. Es entspinitt sich eine Diskussion, in der auch bet Vorsitzende des Finanzausschusses, der Wgeordneie B r o u s s e, seine Kollegen bejcfrroört, im allgemeinen Interesse unb der Pensionsbezieher selber, aus bie Zurückverweisung zu verzichten.
Um 11 Ufrr 20 wurde bie Debatte geschlossen und zur Slbstimmung geschritten. ES stellte sich bero-l?,.baß eine Auszählung nottvenbig wurde. Die Sitzung wurde deshalb vertagt unb um 11 Ufrr 65 Mim verkündete der Vorsitzende das Ergebnis bet Abstimmung, das nunmehr die Krise eingeleitet hat.
Miuisterrat.
Dari-, 26. März. Ueber den Verl auf der Krise witt> folgendes bekannt: Nachdem poincare und fein« Ministerkollegen int Ellys e versammelt waren, begann unter dem Vorsitz des Präsidenten der Re« publik der Ministerrat. Der Präsident der Re- publik hat in lebhafter SSeife bie Minister aufgefordert, im Amte zu bleiben. Er schlug ihnen vor» sich noch heute Nachmittag in bie Kammer und in den Senat zu begeben, indem er erklärte, er sei bereit, durch etne Botschaft an das Parlament bie©rflnbe dieser Haltung.auseinanderzusetzen. Nachdem jeder Minister bie Möglichkeit erhalten hatte, seine Änstcht über bie Lage zur Kenntnis zu bringen, hat sich der Präsident zurückgezogen, um den Kabenet.Smitgfi^ern Gelegenheit zu geben, unter sich über bie einzunehmende Haltung ja barsten. Einige Zeit darauf hat Poi»- tard dem Präsidenten der Republik das D m i [ f l» onSschreibem bet Kabinettsmiig"eder üb«rbrocht. Der Präsident der Republik hat hierauf den Präsi- deuten be» Senats und den Präsidenten der Kammer gesucht, im Laufe deS Nachmittags mit ihm im Ely sie zu beraten. i
Paris. W. März. Zu Beginn des Winister- rats bot Finanzminister Delasteyrie seine Demission an, indem er erklärte, er allein sei in die Minderheit gesetzt worden, denn die Poötik des Kabinetts sei jüngst durch etne doppelte Vertrauenskundgebung gebilligt worden. P o i n c a r 6 weigerte sich, diesen Standpuntt anzunehmen. Er erklärte im Gegenteil, das Kabinett in seiner Gesamtheit sei genötigt, zurllckzutreten. Mille- rand ersuchte den Ministerpräsidenten, sich heute noch vor das Plenum zu begeben, denn man könne annehmen, daß die deputierten wenn sie vor die Verantwortung gestellt würden, ihre Eelegenheits- abstimmung von heute vormittag zurücknehmen würden.
SParis, 26. März. Wie Havas mitteilt, haben i« Lauf« bet Beratung bet Kabinettsmitglieber sämtliche Minister PoincarS ersucht, im Amte zu bleiben, um bie von ihm ein- geleitete Politik, sowohl was bie innere wie auch ums bie äußere Politik anbetrifft, weiter zu führen, »«fomehr als auf dem Gebiet der Außenpolitik man jetzt in bie Phase bet Realisierung eintreten wert«. Pvincars hat sich dieser Meinung nicht angefchloffen.
Rach be« Sturze»
Pa ritz, 2s. März. Tie Kammer ist heute nachmittag 3 Ufrr 10 Win. zu einer Atzung zusammen getreten. Etwa 300 Abgeordnete sind anwesend Tic RegierungSbank ist leer. Ein« Anzahl Abgeordneter verlangt ssfott daS Wott, um ihre Abstimmung von freut' vormittag zu berichtigen. Die Abendblätter stellen näm- lich fest, daß in der heutigen LormittagSjitzung nur e'wo 100 Abgeordnete anwesend waren, sovatz für die meisten Deputierte» andere Abgeordnete Ak-stimmungSzettel in bi- Urne gelegt haben. Diese Erllärungen werden zum Tel: mit großem Lärm aufg.-nomme», da, wie Sava? berichtet. 100 Abgeordnete auf einmal sprechen, sodaß ein großer Tumult entsteht. Der Abg. Mo ui nie, dec erklären will, daß nicht die Kammer, sondern bie Regieruna i» der Frage deS Pensionsgesetze» ihre Haltung geinbert frabe, daß aber auf alle Fälle et und seine Fteunee tn der Außenpolitik nach wie vor für die Regierung seien, kann sich fein Gehör verschaffen. Der Lärm legt sich erst, als der Abg. Klotz für eine Tagesoronung zu sprecken beginnt, in ber sestgestellt wird, daß am Bormittag eine Anzahl Abgeordneter durch bie Berhunv- lungen in bat Kommissionen, namentlich dem Ausschuß für auswärtige Angelegenhetten und in dem Finanz- Unterausschuß für daS Budget unO der nationalen Cer« teibigung verhindert gewesen seien an ber Abstimmung teilzunehmen. Tw Abgeordnettn seien nicht von oer Bedeutung ber Abstimmung in Kenntnis gesetzt worden Hierauf beantragt der Abg. 2>ariac, ber Vorsitzende Ot.“ Finanzausschusses, die Sitzung ber Kammer auf Ftettag Nachmittag 3 Uhr zu vertazrn, in ber Hofftmng, daß eine Negierung vorhanden sei (ber lothringische Abg-orunete FraneoiS ruft: Imvohl, Poincare!), damit wtr dw Budgetpoölstel und be» WiederaushM zur richtige» fittt