Zrv^ites Stott
Nr. 73
Mittwoch, 26. März >
1924
Str Sitler-Sreiti.
■' Münchr«, 25. Mär». BormittasSsitznn«. R -A. »über bittet angesichts des gefährdeten Gelund'eitS« 'zusiandes des Altgeklagten Eitler von dessen An ! Wesen heil im Gerichtssaas« Abstand zu nehmen Das Gericht ist der Auslassung, daß die Antvesenheit Hitlers wie Mi" Pöhners nicht mehr notwendig ist. Auch Kriebet wird für di« weitere Dauer des Proje'feK dispensiert. *
Hieraus beginur Justizrat Schram m, der Berteidige» des Angeklagten, Hauptmann Röhm, seine Ausföhrun- gem Er sagt einleitend, der Charakter sämtlicher Ange- chagien erstr.ahl« im hellsten Lichtt. An der To' selbst sei Hauptmann Röhm, bet» u n t t i ch nicht beteiligt gewesen. Röhm babe sich bei der W-ch« Uschen Gehalr und Neberzeugung von der Ikeber^urunss leiten lassen. Es sei minbefteuS wahrscheinlich, daß sich' die drei Herren innerlich zu der Tat be< • kamnt feaite« Für ihn bestehe nicht der leiseste ; Aweiset, daß die Drei am 8. Noveiuber ihr Wort mit Ernst abgegeben haben. Die Hauptschuld der Drei liegt nicht darin, daß sie ihr feierlich gegebenes Wort nicht r-ugelSst haben, alS vielmehr in den Umständen des Wortbruchs. Sie hätten auch alle Verstau- digungsversnche von anderer Seite schnöde zurückgewtelen Tue Beweisaufnahme habe ergeben, daß Hitler wie Kahr Kstrebt waren, die Einsetzung einer von parlamentarischen Einflüssen freien Reichsregierung l>erbeizufitbren. Es sei Lechaus falsch, daß etwa Hitler
«w 8. November sofort de« Marsch «ach Berll« «utreten wollte. Die Gedankeirgänge Hitlers b.-wegfeu sich in der gleichen Linie lvie die der drei Herren. Der ganze Norden habe sehnsüchtig auf oen Angenblich gewartet, an den« die Befreiung des Staates einrcete« sollte. Es bestehe kein Zweifel darüber, daß die neue Mister»«» alt« diese Kräfte hätte vereinigen können, sodaß «s zu einem Blutvergießen nicht g flammen teilte,. sonder» daß die Verantwortlichen Männer in Berlin unter' sdnftem Hinweis' auf die bereitgeskllten Machtmittel freiwiltig ihee Stühle verlassen * btt t'te n. Wenn also das, was Hitler am 8. Nooember begangen habe, strafbar sei, dann sei das, was bis zum 8. November geschah, zum mindeste» die strafbare Bor- .bereitung einer Handlung nach dem Strafgesetzbuch gewinn. Ter Verteidiger betont lueitir, daß Rühm in keiner Weise die Reichswehr als selche angegriffen habe, cf habe auch an keiner der «ntscherdenoen Berauuigeu feilgenommen. Er ivnr der Aussassnug, daß er seine Die«Oe einer legal gebildeten neuen. Regierung leihe. ES witie unabsehbare Folgen gehabt, »venu Röhm nicht de» Abbau seiner Leute vorgeuoMmeu. hätte.
herauf ging der Berteioiger aus einige rechtliche Fragen ein und bezeichnet es als die vornehmste Aufgabe ,deS Richters .bei seine» Entscheioungen das Gesetz so auszulegen. daß eine Beleidigung des natür» .RechtSgekübl» des Volkes hiutangehalten werde.
Las Volk habe sei« Urteil lilngjt gesvroche«.
Das Verbrechen sei nicht von den Angeklagten, sondern X»i der anderen Seite begangen worden- Di- deutsche Republik, die durch Verrat und Meineid entstanden sei, könne sich nicht da^ms ictufM. daß sie imf rechtliche Weife entstauben sei. Für das vergoss«,,-' Blut sei keiner der Angeklagten, iusbe- V'vbew nicht Hauptmann Röhm, verantwortlich BShm habe ausdrücklich Befehl gegeben unter keinen Umständen sich dir Reichswehr zu stieße». Er fee von der Un- fchttlv feines Mandanten überzeugt und beantrage fe’tw Ureisprechung.
Rach einer kurzen Pause wird die Sitzung wieder auf« i«ussenommen. Zunächst, ergreift der Verteidiger d-r .Angeklagten, Leutnant Pernet, Dr. Bauer, bas Wort Mi* widerlegt a* Behauptung, baß Pernet die ßnfanterieschüler zur Meuterei aufgehetzt Habe. EM sei S»rch bi« Bechaudlung nicht der geringste Anhaltspunkt dafür erbracht, daß Pernet von den für den 8. Stoveurbrr geplanten Schritten Kenntnis hatte. ..Pernet sei nicht aus eigenem Antrieb, solcher» aus »ns- drückÄheS Ersuchen Scheubner-RichlerS mit diesem in ■¥i? Bstla Lndendorffs gefahren. Die Paßkontrolle im ’ Büegeebräukeller sowie die Verteilung der beschlagnahm-
NHWHanuBimBMaBMaMBMHB
(Nachdruck verboten.)
«MArmaine Rüscher.
^fe^ggg-Soman. Bon Christian Bonchholtz.
, S2. Fortsetzung.
„Hontochse!" schlug sich der Fischer, der eben mit JBti.-it unterhandelt hatte, mit flacher Knoienhaud gegen die Stirn. Ich sage nur: ,Du Hornochse!'"
®»ee- dritte hatte einen fast bis aus die Brust herab- hauMideu schwarzen Mlediedrschinrrrdart. ein Jäger- tzMchen ans- dem Ohr und hStte fich schweigen», mti tffjfU' Berbrecherruhe, die krakeefenden Kumpan« am D« vierte war ei» bildhübscher, fonuenveibrannter
von IS Jahre», der daS He«* über der Jirniiacit haarlosen Brust weit offen trug. WaS Brant ,ifi diesem Milieu ausfiel, war die Ungeniertheit uitb Iuvorsichtigkeit, mit der sich die Leute vor den Fremde» äußerte».
„WaS holt ihr heute brühen?" fragte der mit dem Wilddiebsschnurrbart und der Berbrecherruhe.
„Pariser Schuhwerk. Englische Zigaretten, Auto- Kijtn "
. „Kann ich auch mit?" fragte der Jüngste.
ft „Rein, der Herr da fährt mit Seine Mutter liegt Jm Sterben. Er ist ein Elsässer. Es ist kein Platz Mehr in Boot"
Ü Indes kam dir Fran des Fischers und stellte Brant, Ohne dcß et darum gebeten hätte, Spiegeleier und Kkatlartoffeln vor, die er notgedrungen essen mußt«. Mot schien hier nicht zu herrschen. Brant mischte Pch nicht ins Gespräch. Er trank Bier mit den ^Schmugglern. Einmal fragte er nur, verzehrt von Ungeduld. „Wann gehen-ttrir?"
V ,.Ia jo", i .nnte der Fischer. „Es »rag schon Zeit ssein. Die drüben sind sicher schon auf dem Poste» M'he» wir meinetwegen." Der Fischer zog sich an. jBetne Frau reichte ihm einen Rucksack mit Proviant, da
,-ä-Tüdenl' nächtigen wollte, üich ggj txx ä&fo
ten Gelder scheide deshalb als Anklagepunkt an» do zu diesem Zeitpunkt das Unternehmen bereits o5qe- schlossen war und «ine Beihilfe überhaupt ur'ckt mehr in Frage kommen könne. Der Verteidiger beantragt di- Freisprechnnp seines Mandanten, be;. nur aus den Selsten Motiven gehandelt habe.
Di« Sitzung wirt» darauf bis 3 Uhr nachmittags unterbrochen.
In der Nachmitiagssinung kolat das Plädoyer des Rechtsanwalts Dr. Hemmeter, des Vertreters des angeklagten Leutnants Wagner. Der Verteidiger gibt zunächst ein Bild der beklagenswerten Zustände in Deutschland zur Revolutionszeit, die in Leutnant Wagner den Entschluß reisen ließe», am Wiederaufbau seines Vaterlandes mitzuhelfen. Der Verteidiger erklärt ausdrücklich, daß Leutnant Wagner am 8. November 1923 durch Oberleutnant Roßbach dis Nachricht erhielt, es find« an diesem Abend
- ei« abgekartetes Tofel zwischen den Herren Kabr, Lossow, Seiher, Poehner, Hitler und Ludendorkt
statt zum Zweck« der Errichtung einer Rational« ar.mee und einer nationalen Regierung in München. Es mußte in der Folge in der Jnfanteriefchule die kleberzeugung vorherrschen, daß das, was Lossow befehlen würde, bedingungslos zu tun war. Die ganze Jn- fanteriefchule war der Meinnng, daß Kabt und Lossow bct diesem Unternehmen absolut mittun würden und daß alles in legalem Sinne geschehe. Was Wagner getan habe, hätten rund 300 andere Offiziere auch getan. Der Verteidiger beantragt schließlich Frei« .> v r e ch u n g.
Sodann folgt die Verteidigungsrede des Rechtsanwalts Goetz, des Vertreters des Angeklagten Dr. Frick. Goetz tritt dem Borwurf entgegen, daß Frick in den führenden Kreisen des Kamvibundes schon längere Zeit als Polizeipräsident in Aussicht genommen war. Richt ein Zeuge und nicht eine Urkunde könnte» voraebracht werden, die diese Behauvtung aufrechterhalten. Den Anklageounkt betreffend den irt Bürgerbräukeller gefundenen Meldeblock mit de« Worten „Glücklich entbunden" hält der Verteidiger nicht für stichhaltig, weil absolut nicht feftftebc, wer jene Telephonat an Frick gemacht habe. Auch di« Verhaftung des Polizeipräsidenten Mantel könne nicht als Indizienbeweis gelten. Selbst wenn alles was in dem Indizienbeweis angeführt ist. richtig wäre, io würde das für die Schuldfrage noch garnichts bedeuten. Der Verteidiger schließt mit dem Antrag auf Freisprechung des Angeklagten.
Nach einer Bemerkung des Ersten Staatsanwalts sieht die Staatsanwaltschaft auf dem Standounkt. daß durch den Indizienbeweis nachgewiesen sei, daß Frick schon vor der Aktion von ihr Kenntnis butte. Menn es richtig sei, daß er vorher schon eine Nachricht bekommen habe, so wäre es seine Pflicht als Führer der Polizeibearnten gewesen, diese Aktton zu verhindern. Habe er das unterlassen, so sei die Kritik der Staatsanwaltschaft nicht übet die Grenzen hinaus gegangen.
Nach einer kurzen Pause erhält als bauvtverteidt- fier für Frick Rechtsanwalt Roder das Wort. Nach seinen Darlegungen bat Frick nicht das Amt als Po- ttzeivräsident angenommen, er habe sich lediglich bereit erklärt, bis zur Wiederkehr des Polizeivräsidenlen tätig zu fein. Frick habe sich in den folgenden Stunden auch niemandem gegenüber als Volizeivräsident ausgesvielt. Die Erklärung Fricks gegenüber dem .Bayerischen Kurier", er möge sich etwa» zurückhalten und die völkischen Kreise nicht vor den Kovf flohen, sei iiberbauvt feine Amtshandlung oder höchstens eine Amtshandlung des Dheramitnanns Dr. Frick. Rader schlieht fein Plädoyer mit dem Hinweis, dah Frick kein Hochverratet und fein Gehilfe am Hochverrat fei. Er fei bet vflichtettrtge Oberamt- nnmn. Das (Ergebnis des Prozesses könne nut fein, daß Frick fteigefrtodjen werde, weil gegen ibn nichts Belastendes ins Feld geführt werden könne
Der Vorsttzende vertagt bann die Sitzung auf Mittwoch vormittag, nachdem die Rechtsanwälte Hommeter und Schramm erklärt hatten, dah sie noch kurze Ausführungen in geheimer Sitzung zu mache« hätten.
Ile WinMfiwflL
Paris, 24. März. Die R-paration«kommisiwn hat heute eine Statistik über die Leistungen Deutschlands vom Waffenstillstand bis zum 31. Dezember 1923 und die Verteilung unter die verschiedenen alliierten Länder veröffentlicht. Nach dieser Statistik hat Deutschland Leistungen im
Belmg« von 8 411339 000 Gold mark ausgeführt, Diese Summe setzt sich nach der Statistik wie folgt »ramme«.: Barzahlungen: 1903 644000 Gotzmark, Sachlieferungen: 3 420190000 Goldmark, gierte Werte: 860 512000 Goldmark, im ganzen 5 692 246 000 Goldmark, tz'.rzu kommen Leistungen, bereit Abschätzung noch in. der Schwebe ist, ober die noch nicht verteilt wuche« im Gesamtbeträge von 2 719093 000 Goldniark. Diese Summ« setzt sich au- dem Ertrag des abgelieferte» ^Kriegsmaterials mit 1 462 000 GoLmark und aus den abgelicser- ten Handelsschiffen, U-Boote» usw. im Betrage vo» 532 237 000 Goldmork jusammen. Außerdem berechnet di« Reparationskommissio» die abgetretene»! Saarqrnlckn sowie bett ehemaligen deutsche» Staatsbesitz in 'Danzig und Polen mit 2185 394 000 Golditzark. Sen bieten Einnahmen hat Frankreich bis y*m' 84. DHember 1933 1804192000 Goldmark erhalten, Belgien 1232 756 000, Großbritannien 1318 832000, Italien 397 932 000, Serbien 262 500000, Japan 68 365 000, Rumänien 33914000, die Tschechoslowakei 231634)00, Pofe« 15120000, Griechenland 20 574000; Portugal 14855000. Der Vergleich »wische»' dem Repnr.tttonS- konto bis »um 31. Dezember 1922 UNS dem gleiche» Konto biS zum 31. Dezember 1923 ergibt für das letzte Jahr eine deutsche Leistung von 507 989000, von denen 45 509 000 Barzahlungen und 462 480 000 Sachli-sctun- gen darstelleu.
Die Verteilung unter die alliierten Mächte stellt sich für die deutschen Reparationsleistungen im Jahre 1923 wie folgt: Frankreich: 13389000, Belgien: 12 760 000, England: 168 358 000, Italien: 155 138 000, .S rble«: 111815000, Rumänien: 23 770000, Tschechoslowaken 1963000, Griechenland: 9551000, Polen: 415000, Portugal: 10440000 und Japan: 390000.
Eine Eingabe der Mieter.
Der Bund Deutscher Mietervereine .(616 Dresden) hat an die Landesregierungen, die vvlitischen Parteien, sowie an die Fraktionen des Reichstags und der Landtage eine Denkschrift versandt, in der et seine Gesetzentwürfe zur „Regelung der Wohn? ifiti» Bodenwirtschaft" eingehend begründet.
Ausgehend von bet grundsätzlichen Auffassung, dah Fragen des Mieterrechts durch Reichsgsfetze geregelt werden müssen und nicht den Ländern überlasten werden dürfen, wird bet Zulastungsantrag zu« Volksbegehren gestützt auf die Arttfel 119, 151, 163 und 1«k der Reichsverfasiung. Die Forderungen auf Einführung einer öffentltch-rechtlichen Pflicht zur Betwaltung und Unterhaltung der Gebäude durch die HauseiseutMtr. auf Beschränkung hinsichtNch der Veräußerung von Hypotheken, auf Einräumung des Vorkaufsrechte, für d:c Gemeinde ober die Raun nutzet bei Erundstücksver- käufe», nach Uebertrasung bet Entetanungsmöglichkeit in gewlsien Sonderfällen, sowie nach Ersatz der ietzigen Grundmirte (§ 2, Abs 1 des Reichsmietengesetzes) durch eine Pauschalvergütung «« den LMZbeWr werden näher erläutert. Ausführliche Darlegungen sind bet Reubaufrage gewidmet. Unter entschiedener Ablehnung feder Mietzinssteuer verlangt die Denkschrift zur Förderung des Wohnungsbaues die Einführung einer „Gelbentwertungsrente" in Form eines Zufchiags zur gesetzlichen Miete. Au» dem Auskommen dieser . .Geldentwe rtungsrenle", welche aV« Mtzungsberrchtfg- tc« von Räumen jeder Art hr bet gchMIchnr Mete mit zu zahlen hätten, wäre künfkigstin der Wostmrnas- neubau m finanzieren. E» wird die regelmäßige Durchführung eines Bauprogramm» e«t iÄAlch mindestens WM) 000 Wohnungen in» Reiche «eftrbert. Vach einer Ikeberschkaasberechnung würde die Durchführung diese» Plane» die Erhebung einer „Geldentwettungs- tente* von 10 Prozent bet Friedensmiete In Gold bedinge». Die Finanzierung des Wohnungsbaues soll durch Hersabe von % bet Baukosten als zinsloses Baugelb und »ins« und tilgungsfreie Baubeibilfehyvordek in Form einet auf. dem Grundstück dauernd tuhenbep Gttlndfchuld in Hälfe von 75 Prozent des- Etnichsikicks- mertes erfolgen. 25 Prozent her Baukasten sollen vom Bnuhettn (Baiwereinigung, Genosteichhaft, Siedler) selbst aukgebracht werden, davon mäeren 16 Prozent al» erststeNge Havoibek gegen Zin« und Tilgung , grundbücherlich etnzutmsen, 10 Prozent als Elgenkavi- bcfzubringe«.
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I Eberhard König in Marburg.
Am 28. Februar hat uns Ed. König in der hfesige», Aula eine Vorlesung aus eigenen Werken gehalten. Der Eindruck der Persönlichkeit und die Bedeutung he« <86. hörten ließen eS bedauerlich erscheinen, wenn kein Wider-' hall dieses Abends in einem festhaltenden Worte tfr 1 folgen würde. Ist doch König ein« Dichtergestalt, an! der man nicht mehr voRibergehen kann. AuS seinem,' durch viel harte Kämpfe und abseits vom Mge «atz' eigenem Gesetze erwachsenen Lebenswerk spricht eimj heroische, urdeutsche Lebenöanschauunq, bte auS benj chelsten Quellen der Religio» und des Volkstums <$e»' speist wich, und gerade uusrer Zeit in ihren alle Wider» \ stEfe der sk!»blichen Mit üsieciviirdenden und allem ■ Mmelue« Mit Trotz btt ewige BMmmüug St«' j scheu zum Guten festhirttendeu Glauben viel zu gelbe« fjit. - Und dazu kommt «och die bewußt aristokratische, mftr Meisterschaft gestaltete Form der Dichtung in einet amn»
reicheir. viel cklfe M itote Schätze erschließenden l Sprache. Schon- allein Königs Verdienst- nach hfefer Seife hi» würde genügen, ihm «ine» unverlierbaren Platz in unsrer Dichterwelt zu sicher».
Ec laS nach einigen vaterländische» Gedichten zwei Akte auS der „Rabenschlacht", dem dritten Teil seines Haupt- und Bekenntniswerkes „Dietrich von Bern". In diesem gewaltkgen dramatischen Selben* gebirfjt handelt es sich um de» großangelegten Versuch, die lieben Siegfried unvergleichlichste Heldengestalt nn-reS Sagenüberlieferung, vertieft und gereinigt von allem Beiwerk der Spielmannspoeste, unsrem Volke wieder lebendig zu machen und als wahres Epicgelb'kd de« tiefstrn deutschen Wesens in Weltbezwingung und Gott» suchrrtum hinzustelle». Wir hörten die beiden, den dramatischen Kern deS letzten Stück«» enthaltende» Akts, die Wittich, de» Wielanifohu, in feinet tragische» Zerrissenheit zwischen zwei gegnerischen Welten, den lichten Dietrichs von Bern und de» satanischen Kaiser Erman* riefe?- von Rom, zum Gegenstand habe«. Es weht durchs das ganze ein eschatologischer Zug vom Endkmnpf m dr» Welt, zu dem ja schon seit langer Zeit in unsrem Volk» die „Rabenschlacht" in mythologischer Beziehung stand. Hier ist es dem Dichter gelungen, nur leise an gedeutet« Motive, Gedanke« und Stimmung«« zu grMr, packend« und fortreißender Wirkung zu gestalte«.
Umso tebauedidjet war «S, daß der Eindruck unter manchen hemmenden Umständen zu leiden halte, InSbe» sondere der schlechten Mnstik der Aula, die dem vlastifchen^ mit feiten Gestalten völlig ein? werdenden Bortca» dvk? Dichfers Abbruch tat, und der Schwierigkeit, sich gleich in bt« Kr-ommenhang des Ganzen hinrluzusinhen, wax der Dichter in und trotz seiner Einführung auch brtonfe- Jnttsrrvin hat b*t Abend hoffentlich recht viele« ge» zeigt, daß die Dichtungen Königs einer eingehenden St* schäftigung wert sind, wenn sie sich auch nicht jedem beim, ersten Eindruck erschließen. Wer es sich nicht verdrießen, läßt, wirt» lebendigen Gewinn dgraus entnehmen und in König einen unsrer deutscheste« und kraftvollst«» Dich« ter erkenne» und zu de» erfreulichsten Erschettmngen? unsrer heutigen Poes« zählen.
Und wenn sich König in dieser Trilogie auch uichk als Dcamattker im übliche» Sinne erweist, so wäre wahrlich hier einmal die Gsfegenheit. aus einer Theater« angefegrnheit ei» Festspiel zu wach«» und aus dem Geist» einer Mmoiude. die sÄches Unternehmen, als Befenntniü rechfertigt und trägt, eine Auffühnmg des „Dirtr'ch v»» Bern" zn vemnstalten, an d« es bisher gefehlt hm. Daß der Dichter a«ch noch «her gan, andere Seimp dramatischer Gestaltung verfügt, zeigte der nächste Tag, >a er im Hause der S. B. Fridericiana vor gelaßenen Gästen, ans seinem „Gevatter Tod", einem romantisch» tiefsinnigen Märchendrama, und aus seinem „Steins einem schtMMgvollen vaterländischen Drama aus bet Zeit der Befreiungskriege, vorlas. Besonders fei nett hingewiefen auf des Dichters. Prosa» in be* sich den» empfänglichen Leser eine Wunderwetr sprachlicher SchLw« heil und dichterischer Schau offenbart:. *£w
kam", „Bon dieser uns jener Welt", „Ritter Crifenfsaft'* u. a)
Kirchliche Nachrichten.
Donnerstag, den 27. März, nach«. 3Uhr: Sing*, stund« Der Kinder im Michelchen.
mutter enger Kammer, in der es betäubend nach dort v?rsteckten Zentnin geschmuggelten Kaf'e S rech schl ppfe er kleine, offenbar sehr schwere Sacke hervor
Man trank noch ein Glas Bier. Ma» steckte sich Zigautten an. „sonst sei es vor Mücken nicht auSzn- h alt in". Und dann öffnete die junge Frau ein sier in bet Kammer der Großmutter. Der Fischer sprang zum Fenster hinaus in die Nacht. Drunten ging ein kchir.a»ei Feldweg durch ein Maisfeld hinter den letzten Dorfhäusern her.
JRetdp mir die Säcke heraus!" Der Fischer streckte die Arme ans. Brant half ihm. Die Säcke waren furchtbar schwer. „Fahrradersatzteile", bemerkte der Fischer Dann sprang Brant dem Schmuggler nach. Mückeuwolfen umsausteen ihm die Augen. Brant Inc dem Fischer zwei Säcke auf. St selbst übernahm einen und den leichten Rucksack. Und unter einem „Kommt .siücklich heim!" der jungen Frau, di« bereits wieder die Läre» terschleß. stumpfte man schw-e'n ©d,ritte» durch die übermannshohen Maisstauden, die im schwülen Rachttvind schaukelnd auseinanderklatschten.
Hirter dem Schwarzwald stieg blutrot der Mond herauf.
„Der Mand... Jetzt die richüge Zeit. Zwei Stunden später ist- schlechter", bemerkte der Fischet, roranschreitend. Er sprach gedämpft und keuchte unter der Last. „Zwei Stunden später stcht et nämlich voll über dem Rhein. Da sieht man weithin jedes Bott. Aber jetzt wirst er den Schatten ber Pappeln lang übers Wasser. Da ist schwer zu erkennen, was auf dem Rhein vor sich geht."
Durch ein Meer von Schilf ging es. das rauschkt «nd j ipfe Alluthrlb.'n g rgel e i die Friste, schrien, lärmten in den Tümpeln uno Attwässtrn des Rheins.
Sie stiegen aus dem Schilf auf eine Böschung hinauf. Da war der Rhein, mattgolden erglänzend im cn.fsteigenden Mond. Hier mündete die Lorsstraße ans den Damm, an einer Stelle, wo sich ein Altwasier
Auj drr Siurßz- luuä tue zivckjMr.ttg^
fnschlackieue Droschke. Davor pvei Herren, die Zigarren schmauchten. Wenn sie au der Zigarre sogen, blitzte» Diamanten an Händen u»ft Krawatte rotviolett auf Si» hatten sich Taschentücher über den Kops gchängt. wie Beduinen, und hatten die Kragen hochgeschlagen.
„Ihr seid schon da?" bemerkte ber Fischer. „Und da- Boot>
„Auch schon", meinte der Dicke, gab sich schal« lende Ohrfeigen »nb klatschte sich auf hi« fetten Hände, s „Lh. bas grttvetDammie Bichzeug, das- vermalettzite"
„Und bi« brÜ3«n?„
.^errgottsdannevvetter! Da sticht mir eine wieder direkt «r.iee8 Augenlid. S^g ichs nicht. Gerade wie »tullch, wo ich mich wegen hick besywlfeus» Augen drei Tage nicht auf der Straße sehen lasten konnte und doch so dicke Geschäfte vorhatte. Vorhin, Mensch, kriecht mir doch eine in die Nase, in — die Nase und zapft mit das Blnt ab!" Der Dicke mit den Brillanten jammerte und hü Ite sich in ungeheure isoli r.'nde Rauchwolk.n. Für seine Schiebungen hatte er schon kein Interesse mehr. Sein Kumpin grb statt seiner die Auskunft: „Die drüben hohen bereit- Blinkerzeichen gegeben. Ich konnte nur «fät ai-.iwortcn. weil ich meine elektrische Taschenlampe vergessen habe."
Der Fischer trat an die Böschung. Unten auf Wassw lag schd» da? Boot. Eine schwarze Gestalt saß. Pfeif: sil mauchend, darin.
.Fridolin!" rief der Fischer. „Hier! Rinunl Er reicht« ihm die schweren Säcke herunter. So, uno jetzt gib deine Taschenlampe her. Was ist ausgemacht diesmal? Kurz — lang — lang als Lenchtjignafe?"
„Ja, aber ich habe keine Lampe."
„Mensch, ich auch nicht!"
Aber der Fischer, der sein eigenes Schmuggler- Werkzeug ueraeffen hatte, wußte Rat. „Ich inachs mit Streichhölzern und schiebe in Ab stände» die Mütze *#: Hq» - ltuU — lang. Hcht
„Jetzt kein Licht machen!" meinte der Dicke mit >eu Brillanten ängstlich. „Schon eine ganze Weil« jabeu tu brühen nicht geblinkt. Die Patrouille mufil in der Näh.' fei». Paß auf. daß sie nicht aufmerk* am wird. Ei Weik Direkt auf de» Augendeckelk Auf den Augendeckel, sag ich! Wo man nur eimnat das Äuge schließt, um mit Genuß einen Lungenzug zn machen. Nicht einmal einen Zug gönne» einem >fe Satansbiester! Ach. wie hat mans schwer!"
Der Fischer setzte sich aber, ber Warnung des Ticken zum Trotz, auf den Rand der Mschung, duckte sich zwischen zwei Weibensträuchern und versuchte, mit dem Slreichhoiz Signale nach drüben $tt geben. Dee Wind hlies fedoch das Streichholz au5.
„Ihr Herr", wandte sich der Fischer an de» Dicken, „und Jh?', an Brant, „stellt euch mal hier all Schatzwand auf. damit das Streichholz nicht a»S* gdü."‘ Brant und c«r Ticke gehorchten. Und be« Frscher wiederholt« sein Manöver. Aber von drüben kam leine Antwort. j
„Sie mache» sie ja bloß stutzig mit Ihre» fimfece*- >en Streich hölzern", meinte der Ticke. Unb klaikcht chlug rt sich aus Stirn und Mund.
Brant wurde immer ungeduldiger. Der Fische« sah bereits mißtrauisch nach dem Mond. „Wenns der noch die! höher steht, können wir nicht fahr«.«
lFortsetzung folgt.)
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hervorragend bewahrt bei:
Eicht Stil» S6ti>ma MitM Achiw RmbKE
Togal stillt di« Schmerze« und scheidet dl« Harniäur« aus. »usgrzelchnetdeiSchla'losigkeii. — 2nailen«p»t» heken «> hslitiid. B«st e«,3’/«Add»ce< »»>>*, e,4o«e/, cuaia. 1M IJj'.-Xium »d LOü Awyluzc,