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SS

Marburg

Dienstag, im 25. Mrz

LkUjing

Amtliches Berkiindigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhessischej Oherh essen

DieC-betßeiäidie Geltung «rlchrtnt iedisaiai wLchevtliL. D«zng»or»i« monatlich m >» ® SKatf aurschlirtzlich ZuNeNungsgedühr. Für anafoOtuB« Kammern ir. olg«

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Ar Mkmg Sn Mr« «ad 6h*iiiii- !to? I« Mir.

Varis, 24. Mar, DerDemos" beschäftigt sich kl seinem heutigen Leitartikel mit den gestrigen Rede« ter Retckekanrlers Dr. Marr in Elberfeld und des Mi­nister» des Aeuyern Dr. Stresemann in Darmstadt. Die Heiden Redner würden den gleichen Gedanken ent­wickeln, nämlich den, daß man setzt nicht mehr hinaus» Mlreten dürfe, daß man den Vertrag van Bersailkes zerreißen wolle, sondern daß man im Gegenteil sich feiner bedienen müfie, um die Befreiung Deutschlands iu hefchlEB^tsell Stref^e- '"tm'fi&r&i MitMtand'lüe' Kriedensbedtngungen ändern wolle Der Reichs- k«»Ster. der Führer des katholischen Zentrums, habe den Erfüllungswillen seiner Partei bis zur Grenze des Möglichen betont und die Ueberreusung ausge- A'rochen, daß auf diese Weise Deutschland seine Frei­heit rasch »urlickgewinnen werde. Er habe erklärt, es handele sich also vielmehr um eine Befreiung»- als um «ine Erfüllunasvolitik.

Der ,,TempS" bemerkt dazu: Wir werden uns wohl hüten, cherr Fortschritt, bett diese Reden aufweisen, zu verkennen, welche Hintergedanken man auch der deut- ht;cn Regierung zuschteben kann. Die Politik, die der Reichskanzler verkündet hat. wendet sich einem Resul­tat zu. da» wir so oft genannt haben, nämlich einer allgemeinen Entente aller europäischen Nationen, die vatjchlosien sind, den Grundsati. der 1919 aufgeflellt wurde, und der sich im Völkerbundsstatut wiederstndet, fc voller Freiheit anzuerkennen, daß namentlich von nun Ito kein Vertrag durch Gewalt geändert werven Hamr. Wenn der Reichskanzler von einer Besreiungs- pslttlk sprach im Gegensatz zum Reichskanzler Wirth, der von einer Erfüllmrgspolitik gesprochen bat lind terie Watte im Hinblick auf die Renarationsvolitik «scht gleichbedeutend damit, das, Deutschland bezahlen »olle, um leine Gebiete oder die beschlagnahmten Pfan- drr zu befreien, und daß es einzig und allein in dem Maste bezahlen wolle, in dem es Gelegenheit hat. sie Mi befreien?

Also die Formel de» Reichskan^er» recktf-rtigt die eefetamg des Rubraediet«. die Sinrichtnna einet innere« Zollkarriere. die Beschlagnahme der Zölle, der Stsenbahne« usw. - Sm sich von all diese« »u befreien, werde Deutschland zoAen, und e3 werde nicht? ander?« -nhlcn. Aul b-e territorialen Bestimmungen der Verträge angewendet, toi'fp da? WortB-sre-nngAwlillk" hche-t n? !?of!r: «*» «tcht besagen, daß Deutschland sich bemMen werde,, die Länder, die «ach feiner Ansicht von Deutschen be- Mtert stich, wieder zurückzugewinnen Und bestände« dreie Bänder nicht aus einem Teil Polen», au» einem Teck der Tschechoslowakei, au» einem Teil bee dänf- fel-r« Schleswig und aus der Gesamtheit Oesterreichs, jtohfn Marx und Stresemann jetzt offiziell gerefft Üen? Der Demos" will das Verzeichnis nicht vervoll- tcmmit.cn. bevor nicht Reichskanzler Marx und Strese- Wnnu' Zett gefunden haben, ihn zu widerlegen.

Diedeutsche Gefahr".

v »i. b 9 n, 84 März. W-dgewovd, der Kanzler be- Hnzogtnm» Lancaster, hat gestern fm gnsam- «rtihang mit den bcvsrstehenden deutsche» Wah^a in London Überdie deutsche natt»n»listische Gefahr" gesprochen.

Är behauptete wenn die Frechett-partek aut den Wc öle,' fiegreichL hervorgehr, so würde die allge- ihttte Rüstung wieder ein setzen und den Reparaiio- «tn Lkbervohl gesagt lverden müsse«. Die französi­sche:' Neuwahlen fände» bekanntlich eine Woche ucch ten deutsche« statt. Sie würden eine Antwort auf die dkitttcher Wahle« bedeuten.

3ir iw li 6« Mir.

Mannheim, 24. Mär». Der JEemtw schrieb vor eWsee Lett: Au, London wird gemeldet: Obwohl die ««telsuchungskomission ibten Bericht Über vi- Lag» äbgxiwsosM ttM. leie« a^etuet O?!z«o,en Uuefie beruhigende Nachrichten nach London Msngt. Diese Nachrichten seien in offiziellen englischen At-.Ben mit Befriedigung ausgenommen worden. Man Nhe darin einen bedeutend« Schritt zur Behebung bet «bwlertgkeiten in der Pfalz. Al» Erwiderung hierzu Mretht der diplomatische Berichterstatter de»Daily «iegraph": Ich bin in der Lag« sestz»stellen, datz die

*omi11,on, die unter Fahrung gen Obrnt d'Arbonneau zum zweiten Male die Pfalz Brsucht bat. nicht endgültig aufgelöst worden ist, wie 1? Varis erklärt wurde. Fest steht, datz London feint- Zustimmung dazu nicht gegeben bat Die Lase in der Pfalz bat sich zwar gebessert jedoch nicht derart, datz Weitere Besuche bet Unterkommisflon dadurch entbehr, tich würden.

Neustadt, 24. Märtz Sier wurde eine neue «»vor der Rheinische« Arbeiterpartei ge­bildet. E» wird auch versackt, in Maikammer und M>enkoben Ortsgruppen für die Rheinische Arbeiter« beriet ine Leben zu rufen.

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Bit liMillooiM kwtiflt

Berlin, 24. März. Die tschechische Gesandt* Drrs: ersucht «ns, mitzuteilen, daß die Nachricht, e» ^tftehe ein Geheimvertrag zwischen Polen und ♦ei Tschostowatei ebensowenig den Tatsachen entspricht, Me die frühere Nachricht do» einem GrheimvettM fische» Frankreich vnb der TschechoslMkch v Jk.

Der Bericht der

$tt irMM VMM Sei Mt Somit

Weite Kreise in Deutschland haben lange Zeit die Arbeit der Sachverständigen mit hoffnungsfreu­digem Interesse und mit jenem Optimismus be» gleitet, der zwar eine deutsche Tugend ist, der aber bei politischen Maßnahmen unserer Gegner von vor» Lestern sich noch immer als einMentalitäts"fehler erwiesen haft Zwar mit auL hesa nath. keinen Grund, an der Einsicht und Vernunft und dem guten Willen der wirtschaftlichen Führer zu ,>weifeln, die seit Wochen den Schlüffe! zur Lösunf Yes sogenannten Reparations-Problems suchen. Zweifeln muffen wir jedoch schon heute daran, daß diese Arbeit derunabhängigen" Sachverständigen von neuen sichtbaren und wirksamen Beweisen jenes gesunden Menschenverstandes gekrünt sein wird, den das deutsche Volk und die Ehrlichen in der Welt seit dem Versailler Diktat vergebens in Maßnahmen der Entente «nd der Alliierten ge­sucht haben.

Der von der Pariser Presse veröffentlichte und von uns am Sonnabend wiedergegebene Inhalt bei Schlußfolgerungen der Sachverständigen, mehr noch die Kommentare der französischen Blätter, haben die Hoffnungen auf eine annehmbare Lösung ebenso berabgedrückt, wie die Verquickung des Problems mit derSicherheitsfrage", die nicht mit Unrecht als französischerSicherungsschwindek" be­zeichnet wird, durch maßgebliche englische Kreise.

Doch ist auch hier das letzte Wort nicht ge­sprochen, und der Kampf für und wider die Der- nuuft der auf beiden Seiten de» Kanals entbrannt ist, ist mehr als Verschleierungsmanöoer denn als eine Entscheidungsschlacht zu bewerten.

Aus diesem Grunde scheint es notwendig, dieses Geplänkel mit Aufmerksirmkeit zu verfolgen, zumal sich für die Einstellung der deutschen Politik aus ihm wertvoll« Fingerzeig« ergeben.

Es liegen folgende Meldungen von

Ein englischer Bericht über die Sage.

London, 24. März. Der diplomatisch« Berich', erstattet de»Daily Telegraph" beschäftigt sich m t der Rückkehr der britische« Sachverständigen nach London zur Berichterstattung Über di« Reparationsfrage und führt au5, nack britischer Anschauung feilte ein Moratori um von etwa zwei Jahren, baS allgemein ak- für die Wiederaus­richtung der Staatesinanzen und der industriellen Wirt­schaft Deutschlands unumgänglich «Stig «ng-fthen wird, eiu wirklicheS Moratorium sein Unsere Alliierten bestehen aber daraus, daß während bief r Lett Sachrieserungen stattfinden und bi« Be- faAungSkosten bezahlt werden sollen. Die britischen Lachrer- ständigen würden wohl beteil sein, uni in dieser Beziehung ein LbrigeS zu tun, dem zuzustimmen, daß bal Deutsche Reich Sachtieferungen in einem sehr bescheide­nen Umfange auSsÜhrle, bet seiner zurzeit prekären Lage angemessen wäre. Die« würde aber unsere Alliierten kaum zufrichenstellen, die Cachlieserungen in einem tim- >ange verlangen, dessen Mnanzierung, wie man hie? glaubt, Deutschlatch borderhand unmüglicherwetse durchführen könnte, ohne feinen Wiederaufbau zu ge­fährden. Den britischen Einwänden zu biefem Punkt! wird von denselben Alliierten entgegengesetzt, daß falls Teutschland nicht in der Lage sei chie ftaglichrn Sach- liefernngr« zu finanzier»«, sie auS den Erträgen der inter­nationalen Anleihe sinanzierl werden sollen. Mit andecn Worten: unsere alliierten würden für sich nicht nur eine Art Prioritä ts recht agf die Reparationen

^rratürrtn^ versa nglin, sondenr Wirkst? siMR- zttlle Unterstützung, wobei England stark in Mitleide»- schast gezogen würde. Der Berichterstatter schließt- EL mir gestern von einer in einer hohen Stellung befindlichen britischen Persönlichkeit gesagt tourbe, sehen wir, daßwir genau dort stehen, wo wir Januar 1923 standen, als Sonar LawS Plan auf der Pariser Kon­ferenz vorgelegt und verworftn wurde. Freilich ist dabei zu berücksichtigen, daß die Ruhrbesetzung die Echwieri-.!- triten bet Lage erheblich verschlimmerte.

Der franzofische Botschafter bei Mac Donald.

London, 26. Mär». Der britische dvahtkose D«nst meldet: Der Premiermiuster empsing gestern im Foreign Office den französischen Botschafter Srai Saint H«leite. Die Unterredung berührte u «. bte gegenwärtige Lage in der Pfalz, die ,u erwartenden B e- richte der Sachverständigen, die wie mang'.aubt- balb in der Hand der Reparationskommission fein weiten, dir Rückwirkung dieser Berichte auf daS allgemeine Problem bet Reparationen und dir Frage der französischen Sicherheit. Außer her Tat­sache, daß ans beiden Seiten der Wunsch nach Zukammen- arbett zwischen Großbritannien und Frankreich zu er­kennen war ,ist keine wettern Information zu erhalten. Di« eÄgrmeine Auffassung ist indessen, daß »in bet» artiger Mcinnn^mStansch im Augenblick nur den Tha» tafttt Sou^mengen und Hfc fein

Sachverständigen. GWM der eNklkArarrjWZA» Preße, wirklich posifiver Fortschritt erwartet werden kann, bevor die Sachverständigen der Reparationskommisfion ihre Schlußfolgerungen vorgelegt haben. Der jüngst statt­gehabte Briefwechsel zwischen Poincarä und Mac Donald und die Art und Weise, in der die zwischen beiden Sin» drrn schwebenden Fragen behandelt wurde, hat zweiftlchr tnti teean, um hne Ärmosphäre zu schassen, bte btt Erörterung der Hauptfragen in einem ruhigen und der» söhulchieu Geiste ermöglicht.

Französische Begleitmusik.

Paris, 25. März. Bor der Unterredung des ftanzösischen Botschafters in London mit dem Pre­mierminister Mac Donald schrieb gestern dasJour­nal", wer sich einbilde, dag die Unterredung einen entscheidenden FoMschritt in den eng- lisch-franMschen BezichuMn bedeuten werde, habe das kürzlich veröffentlichte E e l b b u ch nicht ge­lesen. Wenn er es gelesen hätte, würde er wissen, daß es Fragen gebe, über die man immer wie­der verhandeln könnte, ohne sie zu er­schöpfen. Für alle Fra^osen, die nachdächten und Erinnerungsvermögen besätzen, sei die i d e a l e Lösung die Sicherheitsgarantten die: Zerstörung der angr et senden Macht an der Wurzel ohne die Möglichkeit einer Erholung. Mangels dieser Lösung könne die zukünftige Ruhe nur durch ein wirk­lich stabiles Gleichgewicht der Mächte auf Grund von Allianzen mit bestimmten Verpflich­tungen gesichert werden. Das.sei der Geist, aus dem heraus die Allianzen mit Bel­gien, Polen und der Tschechoslowakei geschlossen worden seien. Wenn es den Engländern Vergnügen mache, sich dieser Reihe anzuschlie tzen, so habe Poincarö schon seit 1822 ihnen die Be- dtngungen des Zusammenwirken» umrifsen. Die einzige plausible Erklärung der angekündigten Untenebung könne nur die sein, daß Poincarck bei aller Loyalität daran erinnern wolle, daß Frank­reichs Entgegenkommen gewisie Grenzen nicht über­schreiten könne. Diese Warnung sei sehr angebracht, sie könne sogar auch von großer Wirksamkeit sein wenn sie Frankreich nachteilige Kompromisie vom halse schaffe.

Petit Parisien- bespricht in einem offenbar be­einflußten Artikel ebenfalls den Schritt, den der französische Botschafter beim englischen Minister­präsidenten inzwischen unternommen hat. Von dem aufrichtigen Wunsch beseelt, eine Friedens­atmosphäre in Europa zu schaffen, habe Mac Donald in seinen Reden und seinen Briefen an den französischen Ministerpräsidenten sich bereit erklärt das Sicherhektsproblem wieder aufzuneh­men. Allerdings verstehe er es als a l l g e m e i n e europäische Frage, die England ver­bünd enmitderBeratungüberdieAb- rüstung und des allgemeinen Schieds­gerichtsverfahren» zu lösen gedenke.

Di« englisch« Arbeiterschaft und darPtoble«E.

Serben, 24. März Die unabhängige Attei-- terfMrtei hat gestern Nachmittag in Moün'aia Ash eine große Versammlung abgehalten, in deren Ver­kauf bet llnterstaafasef-T^r- r '^^j'iiiüT', W Wort zu einer Ansprachelieber bte Reparati­onen" ergriffen hat. Er erklärt«, die tz a n p t s ch w i e - rigkeite« zur Regelung der R-pavaüonSfr-'g: kom«. men baher, baß bet beutsche Schuldbetrag noch immer nicht definitiv festgesetzt fei. Gewisse Fonschr'tte wäven a lndingS im Verlause brr letzten Monate im HiMick auf eine Regelung bei europäischen Problems verwirklicht worben. Dock könne eine Verbesserung bet wirtschaftlichen Lage erst erhofft »erben, sobald bet HandelSvrtkchr mit Deutsch­land in weitgchenidem Maße wieder ausgenommen werde« könne. Man könne sich mit keinem Wort die WiÄ>erherstellung normaler Zustände in Teutschland von einet Einschränkung des RepararionSbttrages ver­sprechen und eine günstig« Rückwirkung ans die all­gemeine Geschäftslage Europas und die Devisenkurs erwarte«.

Zum Lhluß erklärte Graham, er hoffe, datz die Arbeit.r-Reg'emng Maßnahmen ergreifen werde, nm eine Verständigung in bet Reparationssrage nach »tx mitgeteilte« Gesichtspunkten herbeizusühton.

Beratungen in Brüssel.

Brüssel, 24. März. Minisretpräsd-nt Then- niS hat gestern bett belgischen Delegierten in »er ReparationSkommission. be la Croir, ueb den bet« gischen Sachverständigen. Staatsminister Franegiri. empsanoen. Die Unterredung hat Aber M« Stund»

Str$itler-$r«iti.

Tin Strafaittrag des republikanischen Reichsbunde«.

Berlin, 25. Marz. Der preußische Staat« Minister tu D. und kommissarischer RrgirrungsprSsi- deut von Wiesbaden Konrad Hönisch hat al« Vorsitzender be» Republikanischen Reichsbunde« ge­gen Kahr, Losiow und Seisier, den bayerischen Ri» nisterpräsidenten v. Knilling und den Minister de» Innern Schweyer bei der Staatsanwaltschaft in München Strafantrag gestellt, weil die Ge- ilunBxxn dadurch, datz sg tzz« rtzdgen gem-i»-» brechen verfolgten Kapitänleutnant Ehrhardt nicht verhaftet, sondern ihm sogar Ausweise ausgestellt haben, sich im Sinne des § 346 be« Reichsstrafgesetz­buche» strafbar gemacht hatten.

* * »

München, 24. März. Der heutige 21 Verband- lunastag beginnt mit dem Vlaidotzer des zweiten Be» teidigerS des Angeklagten Dr. Weber, RechtSanwall Dr. Meyer-Würzburg, her sich zur Aufgabe ge­fetzt fiat, bte Theorie von dec gelungenen Revolution zu entkräften. Der vorliegende Fall fet der erste und entftfcetbenbe, wo die Richter darüber zu urteilen hätten- ob Unrecht und Verrat Recht werben fiinnten. Die Idee, datz sich die Rechtsgültigkeit der Weimarer Verfassung auf He VolkssouveränitSt gründe, widerspreche iede- christlichen StaatSaufsaffung. Die Ang-klag ten hätten «icht bfe Absicht gehabt, eine Bep sassung zu ändern, sondern nur bestimmte polltischl Matzreg.'ln berbeizu'üvren. Das sie

eilte Diktatur ausübten, Wune nicht strafbar fette, weit ja auch unter der Weimarer Verfassung die Dikta­tur durchgeführt worden sei. Tte Angellagten hatten nichts anbere« gewollt, als tm Verein mit den legitimen Machtmitteln eines Bundesstaates in die Reichsgeschicke einzugreisen. Es habe noch keine Revolution aegeben, die nicht durch einen StaatSstretch beenbet worden wäre, uno diese Revolution werde davon keine Ausnahme machen. Zum föderalistischen Ge­danken bemerkte Dr. Meyer, B-ycrnS Traditio« sei, dem Reiche bte Sturmfahne voranrntra- 8en. die eS sich nicht aus der Land schlagen lassen dürfe. Wetter weist der Betteidiger d-tr-ms hin. daß die Angeklagten nicht die Weimarer Berf rjsnng sondern nur die Reichsregierung hätten ändern wollen und betont, daß Kahr nach feiner eigenen AeuHe­rtingDiftator von Gotte» Gnaden" und ffrm die ganze vollziehende Gewalt übertragen worden fei. Im übrigen habe Dr W-ber von der Absetzung der Regierung vorher nicht» gemußt, und für ihn hätte nur mehr der Eindruck bestehen können, daß Kahr die legitime Gewalt wäre. Was Sitter mit den Worten-

JE» gibt fein Zurück etW

anSdrückte, sei nicht Gewalt gewesen, fonbetit nur der Hinweis auf die damalige politische Lage. Schließlich beantragt der Betteidiger dfe Freisprechung Tr. Weber»

Rach einer kurzen Pause ergreift der Betteidiger des Angellagten K r i e b e l, Rechtsanwalt Dr. Gadema « n, das Wort und erllärt einleiteno, der Gang der Vecsanb- lang habe bewiesen,

daß kein Makel an der Pers»n seine» Mandanten baffe; er fei stets der offene, tapfere Offizier gr< wesen. Der Verteidiger kommt bann auf die Tätigkeit Friedel bei der Ei»i'-ohnerloehr und der Orgesch zn spre­chen, wobei er als Soldat sich gutgläubig und trotz mehr­facher Enttäuschungen für bte Kahrsche Pottrtl habe ein spannen lassen. Der Resner weist die Behauptung der Anklageschttft zurück, daß Srtebd die Oberleitung des KampsbundeS gehabt habe. Stiebet fet nur der milifäriftbe Berater Hitlers gewejen und habe al» Deutscher nur Hitler- Entschlüsse und Pläne in die mili­tärische Tat umgesetzt. Der Betteidiger bittef iSäfl«, äf »ächsi-n W feines iw.

Oeffentlichftit auszuschliehen.

Das Gettcht beschließt den Ausschluß her Okffent- lichfeit, woraus der Saal geräumt wtrd.

Gegen Mittag wird die Oeffcnttichkeit tvtebec Her- gestellt. Rechtsanwalt Gabemann weist an Sa* von Zeug naus agen nach,

daß tatsächlich ei« Waffengans gegen den Sterbe* senlant eab vorbereitet «ar,

insbesondere habe Kahr gewußt, welche Ziele bte Ler- ( bände hätten und sich mit diesen Plänen einverstanden erflärt Lossow habe im Gerichtssaale den Zwischenfrü mit Stiter benutzt, um die Flucht »n ergte ke». Ktiebtt habe sich keine« SochvetratS schuldig gernicht i» dem Sinne, daß et eine grunolegende Aendernng bet Ver­sackung herbeisühren wollte ckvcil et ja nut einen Per­sonenwechsel in Bayern ei «treten lassen wollte. Wen» überhaupt von einem gewaltsamen Vorgehen gesprohe* werden könne, so könnte dies vielleicht verfasiunzWidrig gewesen fein, aber niemals Hochverrat. 6t eracht.» es al- selbstverständlich. daß das Gericht zu einem Frei­spruch komme« müsse. E» komme aber auch ali weiteres Moment noch in Betracht die Notwehr grien» über bet Nttchttegierung, dir »um mindesten fahrläfsi« das Volk in die größte Not gebracht habe.

Nach Beendigung der Bcrtewignngsrrden stellt der Zweite -Staatsanwalt fest, daß Dr. Qtomann in einer seiner NuSsührumgen gegen die Staatsanwalt« schäft persönlich geworden f«i. ES fei be* hanpwt worden, in geschlossener Sitzung sei der Waffengang nach dem Norden nachg«-

worbe«. Nach «psiaffun« bet SlaM-anwatw,