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bmdi materielle Opfer zur nationalen, wirtlchaMtkhen Freikiett au gelanaon.

Nack einer abermaligen Betonung willens des deutschen Volkes und nack

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Man robb sich danach auf die Ausrottung der 8ich<ech< 11»frage vorbereitet! müßen.

oor weniaen Tagen in Wien gefunden baden. Redner aing dann sofort auf

die politische« Ziel« der Zentrnrnspartei

ein. die in der Aufrechterhaltung

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lande bekannt habe. Das erste Ziel jeder Politik im heutigen Deutschland müsse die Ide« des Zusammen- schkusses der Parteien sein, um

de» Gedanken der Volkseinheit

in der Zeit der großen Gefahr zu verwirklichen. Wenn einem Volke die Gewalt der Waffen nicht zur Verfügung stände, müsse man den Mut haben, die Konsequenzen darans zu ziehen, wenn dies auch zunächst unpopulär sei. Der Vertrag von Versailles »ei in vielen Beziehungen undurchführbar, aber er warne davor, zu glauben, daß man eine Aendernng der Bcrbältuisse durch ein Zerreißen dek Vertrage- erziele. Wenn man gegen i>it Rechtmäßigkeit des Versailler Vertrage- protestie­ren wolle, dann müsse man sich auf den Boden des Vertrage» stelle».

Dr. Stresemann wandte sich dann - -

gegen die letzte Red« der bayerische« Minister­präsidenten v. Knilling. ,

Weuu die batzerische Regierung den Wunsch gehabt habe, sich über die Außenpolitik zu orientieren oder sie zu be­einflussen, insbesondere in der KriegSschuldfrage, so wäre es ihre Pflicht gewesen, diese Dinge im aus­wärtigen Ausschuß dc- RerchSrates vorzuringen, wo sie besser hiupoßten, als in eine Volksversammlung. Zudem sei «S unrichtig, daß die deutsch« Politik in der Krieasschuldfrage versagt habe Wiederholt habe er selbst die Lüge von der deutschen Kriegsschuld zurückgewie,c» und die ergänzende Arbeit der Regierung und anderer ismen sei nicht ohne Wirkung geblieben Der Er- folg Ser Arbeiten des Auswärtigen Amte» yot* sich in der seit 1919 veränderten Sinstellung vieler Mächte ge­zeigt. Wenn man die Dinge geschichtlich betrachte, so werd« man zu dem Ergebnis kommen, daß eine starke Umstellung der Welt eingetreten sei. Diese Umstellung habe sich auch in bett Verhandlungen der Sachverständiger! gezeigt. Der Minister wandte sich dann gegen den Vorwurf, daß er feine Politik auf eine alleinige Ver- ständigung mit Frankreich eingestellt habe. Heiße eS den Faden mit E n g l an d abschneiden, wenn wir zum ersten Masi «ine Anleihe von der Bank von England bekämen?

3« d«« Frage der innere« Politik

widerlegte der Minister den Borwurf, die Regierung sei marxistisch eingestellt. Der Streit in der Frage der Ur­heberschaft der Rentenmark sei müßig, entscheidend sei gewesen, daß man den Etat in Ordnung gebracht habe, wobei man an dem Beamtenabbau nicht hab« vor­übergehen können. Die Herabsetzung der Ge- hälterseinur für den llebergang bestimmt. T4r Quelle der .Wertbeständigkeit »nicht mehr auSzu- gebe» al» eingenommen werde, müsse unbedingt erhalten bleibe».

Der Minister wandte sich dann gegen die Methoden, mit denen man in München Innen- und Außenpolitik getrieben habe. Keiner der dortigen Herren hätte sich den Kopf zerbrochen, wie sie e» machen wollten, wenn sic in der Wilhelmstraßc säße«.

Zum Schluß wandte sich der Minister gegen den Vor­wurf. daß die Politik btt Deutschen BalkS- Partei rein opportunistisch sei und verwies dabei auf BiSmarck. der seine Verbündeten da genommen habe, wo er sie sinden konnte. Man müsse auS jeher Lag« das Beste herausholeu Die Deutsche Bolkspartei habe sich bewußt zur Politik der Verantwortung bekannt und sie sei stolz davauf, an der Wiederausiichtung mitgewirkt zu haben, auch wen« sie dadurch Unpopularität zu er­tragen habe.

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8m ti«H IM« MRlMMstMjf , W.c> fhington, 23. März. Das Repräfen- tsnteußans hat einstimmig ei,re Ltorlage angenom-- w, die Präsident Coolidge ersucht, Verhandlungen Deck» Einberufung einer neuen Abriistnngskonfe- «nz eitkzuleiten, auf der alle Frage«, die ans der LashinMtaner Konferenz nicht erledigt werden '«nuten, einer erneuten Prüfung unterzogen wer­ten solle«. Eroßbritannien, Frankreich, Japan und Stahe« sollen zu diesem Zweck« eingeladen werden.

Paris, 23. März. Wie derNew Port He- wld" au» Washington berichtet, fordert das Repk- ^entanleahaus in ssürem Anträge u. a. noch, daß Such de«, NWnnMMder Staaten, die bett Vertrag <wv Washington unterzeichnet hätten. Aufmerksam' Kit geschente-werde: Zm übrigen vertritt, dem Blatt zufolge, Coolidge dem Kotifereuzvorschlag des Repräsentantenhauses gegenüber die Ansicht, daß da» Proulem des wirtschaftlichen Wiederaufbau«» das dringendste sei.

Minister im Wahlkampf.

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3ieid)#ieebr anfacbvtcn, »reiche die Umgebung der Bluten« bur«strafte unter Zubttsiur.me des Gummiknüppels säur betten An den Straßenrrr: zungen »ahm je ein Offizier nti: eiti-ra Horuijien «iusMung. Dir Truppe« fcib& biicb. a tz^wchr bet Fuß.

auf dir beoorstebendeu Gutachten bet Cachverftändlgen fstblte Man weiter au», eine Partei allein vermag die ungeheuren Aufgaben der Zukunft W in meistern. Das 3<6tnim sei bereit, mH feder Partei zufammen- zuarbeiten, di« mit ihm positive Arbeit zum Segen

de» Vaterlandes zu leisten gewillt ist.

Die Reichseinbeil mäste auf dem Boden der Weimarer Verfassung aefchsivt und gesichert werden. Wer es un­ternimmt. gewaftfam oder widerrechtlich die Verfassung »u stürzen, begeb« eine Verbrechen. Jeder Versuch, auf nicktgeseUmcktzlg« Weise die versastungsmäßig ftstgclegte Staatsform in ändern, sei Hochverrat.

Sm weiteren Verlaufe seiner Ausführungen kün­digte der Reichskanzler noch an. daß bas Zentrum so­fort nach dem Zusammentritt des neuen Reichstages geeignete Ed)ritte unternehmen werde, um bas in bet Verfassung vorgesehene Schulgesetz ztistanbezubrin- gen. und erklärte -um Schluß, der nächste Reichstag werde über lebenswichtige Fragen des deutschen Volkes entscheiden müllen. Da, deutsche Volk .muffe dafür fernen, daß der Radikalismus reckt, nnb links nicht über Deutschlands Zukunft bestimm«.

Stresemann und v. Knilling.

Darmstadt, 23. März. Reichsminister Dr. Stresemann hielt heute aus einer Tagung der Teut- scke» VolkSpartei in der überfüllten Turnballe am Woogpiotz eine mit stürmischem Beifall ausgenommene Recke, in der er zunächst auf dir Bedeutung der kommen­de« Wabftu sttt dir weitere innerpol tische Entwicklung unser?» Vaterlandes eingiug, da sie auch die großen welt­politischen Entsch-Kmngen. vor denen wir anscheinend in diesem Jahre stehen, beeinflusien würden. Der Mini­ster warf zunächst

ei««« Rückblick auf di« letzte« Jahre.

nameuttick aus daS Jahr 1920, das einen großen Um­schwung in der Zusammensetzung des Parlaments ge- brockt und btt Deutsche VolcSpartei vor die entschei» dungSvolle Fruge gestellt Hobe, ob sie in der Opposition bleiben oder a« der Verantwortung her Regierung teil­nehmen wolle. Die Partei habe den Weo der verant­wortungsvollen Mitarbeit gewählt, während Die Deutsch- nationale Partei dieftS, und zwar besonders in der letzten Zeit mit Bewußtsein, abgelehnt habe. Den Grundsatz, nur bann in die Regierung einzutreten, wenn die eigenen Grundsätze Aussicht haben, zu einem ganz großen Teile verwirklicht zu werden, könne eine Partei nur dann ver­treten, wenn sie die Mehrheit im Reichstag besitze, solange dies nickt der Fall fei, werd« je»e Politik eilte Somprotnißpolltik bleiben müssen. WaS von dem Volk gefordert werden müsse, sei. Saß eS in dem ge­gebenen Moment eine große nationale Einheit nach außen darstelle. Ten einzige« Sieg, den wir seit dem ver- (oreneu Krtege er.echten Mttep. sei der Sieg der Volkseinheit fei den großen Abstimmungen ge-

Der Anzeigenvret» beträgt ffit den 9ge|p. Zellenmilllmetet 0,08 Eotdnlark. Amtlich« u. aeswött Anzeigen 0,10 Goldmark. Bet schwter.Tatz 50Ausschlag. Sammetan,eia.10go/ Auflchiag. «Namen 0,30 Goldmark. Jeder Rabatt gilt al, Barradatt. Belege werden berechnet, ebenso Anstuntt durch di« GetchättskteKe und Zusendung 6er Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar 4,20 Goldmarkt, Berechnung nach dem Berliner Mittel, kur, de» Zcch lun-»-Einzansst oze«. Verzugszinsen pro Tag nach dem Bantziussntz

Amlliches VerkUndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesiische) Oberhessen

tagen. Infolgedessen wurden mehrere Abteilungen

Di«OhetbeliiHte Zeitung* «scheint lechsmul »Scheutlich. Beiugsorei- monatlich 2 Mark aurfchließlich Zusteliungsgebühe. Für auriallend« Rümmer« taielge Äf 71 Slftlte oe. etunent.iftetgniüe fein Srias. $« «< o»kl De. G, -> ;e I»td. Drnlk * »er Unio.«Sndti>rM«eret von Jod. Lug. «och. Mat?» 21.22. Keraiptecher So, Bokticheckkouto: Rr. 5015 Mnt Frankfurt a. Mai«.

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R eickrein beit und der Wieberaufrichtung de» deutschen Volke, bestehen. Er stellte lest, daß diese» Ziel dem Zentrum und den von ihm ma8- grdeud beeinflußten R-gierungen der. letzten Jahre vor­geschwebt bat und wandte sich dann an r G-r age der alleinigen Kriegsschuld Deutlcklanvs, die durch eine objektive, wtsienIchaftltchf-Mrickung be­reits Lugen g e st r a f t ist. Er warnte vor elfer Auflehnung gegen bis Bestimmungen des Versauter Siet träges, indem et nach einem Hinweis auf die Lei­den der Bevölkerung der besetzten Gebiete und die uu- gedeuerlichen B-drückungen. die der widerrechtliche Eia- marick m das Ruhrgebiet mit sich gebracht bat, er­klärte. als waffenloses Volk hätten wir den o a s s i o e n Wibe r ft and al» einzige Abwebrmöglich- ke it gehabt, aber auch er blieb angesichts bet Hebet- macht und Rücksichtslosigkeit des Feindes ohne Erfolg. Man träume von bewaffnetem Widerstand, obwohl un­ser« Waffeuruftung zertrümmert sei und auch niemand von denen, die so gern das Wott national im Munde führe», sagen könnten, wie ein bewaffneter Widerstand für uns möglich sein solle. 5o sebt er verständlich fei. daß gegen die zahlreichen nationalen Demütlpungen der Wille zur nationalen Freiheit sich aufbLume. so' sehr sei es doch notwendig, mit kaltem nüchternem Skt» stand und ohne Parteibaß geschkosien

den opfctoollen Weg der Erfüll««-

der unabwendbaren batten Vervflichtungen zu geben. Der Reichskanzler fvtach in diesem Zusammenhang die Hoffnung ans, daß der neue Reichstag tu feiner Mefer- heft entschlossen sein werde, die Revatation»- f tagt zur endgiiltigen Erledigung zu bringen, einmütig ht dem beten nationalen Ziel,

FkulkM Meile AAkdelt.

Die frattzösischen Versuche, das sogenannt« Mcherhettrproblem" zuin Angelpunkt der Politik 18er am Frieden Europas interessierten Staaten ft machen, drohen auch die Entschlüsse der Sach- «rständigenkomitees in einem nur Frankreich gün# jtigen Sinne zu beeinflusien. Das Schlagwort von Nt bedrohten Sicherheit der westlichen Demokratie hat seit den Friedensverhandlungen, wie da» oor fnrzem veröffentlichte Gelbbuch der französische« Regierung bewiesen hat, nicht nur die französische Iolilik gegenüber Deutschland beherrscht, sondern ist Immer der Schlachtruf der Leut« um Poincars ge- Befcn, wenn irgend eine vorn gesunden Menschen »erstand und nicht von Hatz und 'Rachgier diktierte Wsung irgend einer schwebenden Frage bevorstand. Bo dich es nicht weiter erstaunlich ist, wenn setz', »o der Abschluß der Sachverstöndigen-Arbeiten be- »orsfeht, WeSicherheit des bis an die Zähne be­waffneten Frankreich" wieder bedroht ist und beson- HereMatznahinen" erfordert.

Gestern wurde genieldet, daß der französisch« Botschafter in London wichtig« Besprechungen m*t hem britischen Ministerpräsidenten haben würde. Heute besiizt ein Telegramm aus Paris, datz der Setup»" gegenüber den Behauptungen, der fran- Msche Botschafter habe Mac Donald einen Ltcherheitspakt vorgeschlagen, erkläre^ das Legknieil sei der Fall, er habe einen englischen Vor­schlag »utii ckgew iesen, der Deittjchlands Auf­nahme in beu Völkerbund gewünscht habe. Der ^euivs" schreibt, er glaub« nicht, daß der britische l^otschafker einen derartigen Vorschlag unterbreitet 'Hat. Die französische Regierung schlag« ksinerlet Kombitrationen vor «nd dis Demarche ihres Vor- stzafters sei keine Antwort auf irgend einen briti­sche» Vorschlag. Sie sei das Ergebnis einer fpon- [ tonen Initiative, denn Frankreich sei der Ansicht, daß es eilig und wichtig sei, über die Bfcherheiksfrage zu verhandeln. Frank- «ich halte keine besonderen Formeln. Es fei bereit, in ausdrücklich freundschastlichem Geiste alles anzu- : höre«, was England ihm über diese Frag« zu sag««

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8-e'Hn. »3. März. Der tfckeckoflawaktsch« «e- I»dte in Berlin. Dr. Wladimir Tula« ist Geltet« teufe argen 7 Ufer an feen Folaea eine» Schlasan- Vfcts ftdtorben.

Da» offiziöse Nachrichtenbüro bemerkt hierzu:

Berlin. 23. März. Das gestern abend toi« ge­meldet, uvrrwartet und plötzlich erfolgte Ableben tes hiesigen tschechisch-slowakische» Gesandten Tusar, dieses uw die Pflege der deutsch-tschechoflowakischsn Veziehtingen stets aufrichtig bemühten Diplomaten, berührt weiteste Kreise aufs außerordentlichst«. Ge- Dltzt auf eine langjährige Kenntnis, bi« er sich schon feor seinem hiesigen Wirken erworben hatte, und Znf alte persönliche Beziehungetl hat sich Tusar all. t-its Berehrutlg und Verttauen erworben.

Der Reichspräsident, der Reichskanzler und der Aeickisaußenminister Dr. Sttesemann haben an die Gattin fee» Verstorbenen herzliche Betleidstele- Itamme gerichtet, in denen sie insbesondere des ehr- chen Streben» und der Verständigufigsztele Tusar« ebenfeu. Der Reichspräsident hebt in Nnem Telegramm noch besonders hervor, datz «tssr ihm seit lang.«« Zahrr« »ghe- IEsta nhen habe. .

Die Sftcke bet bayrischen Ministerpräsidenten van Knilling, gtgtn die Außenmiugkr Dr. Stresemann pole« misrette, war am Freitag Abend in einer Versammlung betStahlh-lm" gehalten worden, v. Knilling -rtvnerte an feine Rede vom 26. Juni v. IS. im bayrischen Land­tag, die den Zweck gehabt hätte, die allgemeine Aufmerk­samkeit in Deutschland und vor allem die der deutschen Regierung batauf zu lenken, daß eS auf diesem Gesiet« kriueVogel-St.rauß-Palitik geben dürfe. Weit« Kreise in Deutschland erwarteten zuversichllich, baß die ReichSregierung in der Schuldfrage zur Offensiv« übergehen würde, doch habe sich diese Hoffnung bi» heute leider «icht erfüllt. Wir hätten *b- gefefeen von gelegentlichen Aeußcrungen von Mitgliedern der RetchSregierunz, bisher vergeblich vamuf gewartet, daß eine ReichSregierung sich ouftaffen würde, selbst den Kampf gegen bi« Kriegsschuldlüg« auf- i tt n t fe m e n. Eine solche Passivität werde im AuS- lan'oe nicht begriffen, uns es sei selbstverständltch. fee?, das Ausland dieses amtliche Stilttchweigeu als ein ZchutdbekenutniS beutet. Nach der Wahl müsse et heißen:Rieder mil der KriezSschulblSge?'

Ile Seileiiifltr litten SreiMm 9er flegeflaglee im 5itler-$roitb.

München, 22. März. Am zweiten Tage der Ptnic dofeerS ergriff der Berteidtget Dr. Webers, Rechtsanwakl Dr. H o l l daS Wort, bei in seiner Verteidigungsrede >«- nächst die damalige Einstellung deS Kampfbundes berührt. Der Hauptgrund zu den Eteignisieu am 8. November fleht Soll in dem Schanddokument von Versailles. Mit SZo* druck bestreitet der Verteidiger, daß der wahre Gr«atz für die Errichtung des Staatskommissariats ein angeb­licher Putsch der Naiionalsozialisten gewesen fei. Bck bet Errichtung des GeneralstaatSkommissariats hanoeft e« sich um die Abrechnung mit den Novemberverbrechem, um di« Aufnahme deS Kampfes gegen Berlin, in desi« Verlaus GenewI Lossow zum Meuterer wurde. Mit bet Durchführung des Kampfes wurde auch die ReichSve» fassung in Bayern von Bayern zerschlagen und damit sei überhaupt ein Hochverrat gegen diese Reichsversasiunz begrifflich in Bayern garuicht mehr denkbar. $«t Lossowsche Plan bet Angoradiftatur wird sodann ein- gehend erörtert und betont, daß der jdampfbund beteil war, sich nicht nur hinter .sondern auch vor Kahr m stellen, sobald er sich zum Marsch nack Berlin entschlos­sen hätte. Der Verteidiger legt dann dar, daß tat- sächlich die Kabr, Lossow und Selffer den Marsch nach Berlin wollten und zteht zu diesem Zwecke daS in bet gemeinsHaftlicheu Sitzung vorgeteate Material heran, waS den Ttaotsawvalt zu der Bemerkung veranlaßt, das der Berteidiger zu weit gehe. Ter dritte Grund des Um« falleS tewr. daß man sich gegenüber dem Norven gebund*« hatte und daß man daS Spiel wagen mußte. Weiter t» Hört der Verteidiger, dte Angellagte» hätten keim Schuld an dem Blutvergießen. Sie hätten eine Ver­ständigung gesucht Zur Tal deS Dt. Webet üvergeh«nt bemerkt der Verie-Liger zusammensassend, Weber hab« rücksicktSloS bekannt, daß er bei der Besprechung am 7. November mitgetvirkt mtd daß et seine Zustiiumunz gegeben habe, daß sie drei Herren am 8. November ant Telephon gebeten würden, damit auf diese Weise bet Abspruch ermöglicht i»erden könnte. WaS später geschehen sei. fettfee Dr Weber nicht gewußt. Dr Weber war bereit zu handeln im Sinne deS Lossowscheu Staatsstreiches deS Seisferschen TtrektoriumS utiö de- Kahrsche« Deutes, Unrichtig aber sei, daß er den militärischen Apparat des KampsbuudeS auf daS Unternehmen eingestellt nutz die militärischen Führer deS Bundes angewiesen hätte daß er die Besetzung bet wichtigsten Gebäude durch bet KnWpfbund angeordutt habe. Fetner sei unwahr, oe( Dr. Weber ein gegebener Wort nicht gehatten habe. Dat ganze Gefühl deS Volkes stteube sich dagegen, daß dit Tai bet Augekiagten al« Hochverrat verurteilt werde« solle. Auf jecken Fall war nm 8. November dir flirt- fchweigendc Duldung ver NetchSverfa-fuirg für Bayer« zurückgenommen Weiter behauptet der Verteidiger, daß eint Verfassungsänderung überhaupt nicht borgenom* men wurde, eS wurde lediglich versucht, gegenüber bem Rckch eine Personaländerung herbeizuführen und schließ­lich fehlte daS notwendige Staatsbestandmerkmal: bat der Gewaltanwendung. Es habe sich nur um Vorschläge gehandelt. ES handele sich weiter um die Frage, ob ein Hochverrat gegenüber bet bayerischen Verfassung vorliege E» sei hier zu untersuchen, ob am 8. November die beide« wichtigsten Staatsgebilde, der Landtag und das Gelamt minijterium noch die Träger der gesamten BolkSfouve« ränität waren. Ihm scheine klar zu fein, daß bitte Frage mit einem Rein beantwortet werben mfiffe, da ja die Gesamtgewalt dem GeneralstaatSkommissariltt öfeec« tragen worden war. ES fehlte den Angeklagten auch bet Vorsatz und die Einsicht der Rechtswidrigkeit. Mil­lionen und aber Millionen vo'n Deutsch«« erwarteten den Freispruch. Dr. Holl schloß: Geben Sie durch Ihr Urteil unserer natu« aale n Urteil den Glaufeen an ihr Batte» land wieder zurück- Gebe« Sie die Führet ihnen zurück, die berufen sind, »« kämpfen fl< die -tSße fee« deutschen Vaterlandes.

Nach ben breieinfealbftüudigen Ausführungen deS Ver­teidigers schlug bet Vorsitzende vor, eine kurze Pause ein# zulegen. Verschiedene Verteidiget etfuchten jedoch « Hinblick auf den Gesundheitszustand mehrerer Angellaaten die Sitzung zu vertagen. U.a. bemerkt Justizrat Kohl, man möge eine Pause eintreten lassen, um die Rede bei RechtSanwalts Holl entsprechend nachwirken zn lassen.

Der Votsitzeud« bemerft dazu, daS habe doch damit zu tu«, ob jetzt eine Paule eintreten feile.

Jnstlzrat Kofel:Ja, wenn Herr Direktor barflStf nicht nachdenken wollen Ich muß einigestundet darüber Nachdenken."

Vorsitzender:Diese Bemerkung, Herr Justiztat, ist eine grobe Ungehörigkeit und nicht dazu angetan, bett Eindruck oer Rede Soll- zu verstärken."

Der Vorsitzende vertagt hievauf die Sitzung auf Mon­tag vormittag */f9 Uhr.

Ansammlungen a« der Blutenbutgsttaße.

München, 22. März. Gestern abend nach Ein­bruch der Dunlllheit fammelten sich in bet Nähe b«t Mip.rrung cn der Vlüte.iburgsttaße größere Menlchen- incngen ea, die trotz B.iilvroerung nicht auseinandev-

(Elbetfelb, 23. SRäre. Der Reichskanzler, den die Zentrumspartei des Wablktelses Düsseldorf Oft als Tvihenkanbidaten aufgestellt bat. hielt heute vor einet von übet raOü Personen besuchten Versammlung eine Wahlrede, hi bet et eingangs tnlt herzlichen Worten der Nui- nabitte gedachte, die et und bet deutsche Außenminiftet