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UWW^ ;, J EonnNeM LL^März
1924
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Kom
munallandtag die Wahl des neuen Direktors der Lan-
an
großer Mehrheit angenom-
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247 männliche (Vorwoche 316) und 34 weibl. (38), aui
ausgefochten wird. Darauf wird folgender Antrag mit dem ft teile 778 (931) männl, Md 2 14) »ei
4
5.
3 832 880
28 379 167
1096 633
5 211056
25 705 104
1 247 457
als die
Stimmen der Linken des Reichswirtfchafts- Schwartzkonf, Berlin. Der neue Direktor ist Ctad»rat Häring als des Bezirksverbandes
die Landgemeinden
die Eutsbezirke
Die Vorlage wurde mit
den derzeitigen Generalsekretär rates, 6>»6. Regierungsrat Dr. auk die Dauer von 12 Jahren.
geborener Hesse Ferner wurde Landesrat für die Verwaltung gewählt.
an EntschSd. erhalten JW.
4 597 71»
7 582 064
men. Sie lautet mit dem Zusabantrag:
Der Kommunallandtag beauftragt den Landesaus» schuß mit tunlicher Beschleunigung zu prüfen, 1. ob di« durch Beschluß des Kommunallandtages
des Zusatzantrages des Hauptausschusses. Es entsvinnt sich nun eine ausgedehnte Debatte, in der der alte Kamvf zwischen Stadt und Land nach allen Richtungen
Höchstsatz für Nebcnvergütungen zukünftig Hälfte des Fricdenssatzes zu gelten haben.
Die Brandfteuer.
Weiter bildete die Frage der anderweiten Verteilung der Brandsteuern Gegenstand der Erörterung. Die Vorlage erhielt auch, eine interesiante Statistik, aus der einige Zahlen besonders unterstrichen werden müssen. Rach einer Zusammenstellung haben während eines Zeitraumes von 30 Jahren (1891—1920)
leben, nicht weil ihre Lösungen falsch gewesen wären. Es fehlte ihnen das, was den besten Willen erst zum politischen Ereignis macht, der Blick für die Tatsachen, ohne den ein Bismarck von 1866 eben doch nur ein Phantast gewesen wäre. Das wird ron unfern heutigen Polstikern nur allzu leicht ver- geffen. Vielleicht gerade deshalb, weil die Gegner dieser Herzenspolitiker, wie man sie nennen möchte, die Tatenlosigkeit und die Unfruchtbarkeit ihrer Politik eben immer mit den „tatsächlichen" Verhältnissen entschuldigen.
Wenn die bayerischen Führer aber sich das Genie zutrauten, die deutschen Verhältnisse zu ändern, so Wtten sie eins haben müsien, den Blick für Tatsachen, und wenn sie daraus, wie Kahr und Lossow, den Eindruck gewannen, daß der „Marsch nach Berlin" ein Unsinn ist, so hätten sie nicht mit Worten spielen sollen, die bei den Mitspielern falsche Voraussetzungen erweckten.
So ist es auch im höchsten Grade erstaunlich, daß dis Vertreter einer nordisch-antikatholischen Aus fassung, wie Ludendorff, überhaupt einen Augenblick daran denken konnten, in dem süddeutsch-katholischen Bayern soviel Boden zu gewinnen, um für i h r e n Neichsgedanken die Grundlage zu finden.
Cs liegt in der belehrenden Art des Deutschen, die uns ja auch im Auslands keineswegs beliebt gemacht hat, daß et versucht, seinen Nachbarn mit allen Mitteln zu seiner Meinung herüberzuziehen, und daß er besonders den am nächsten Sichender am heftigsten befehdet. Was der Prozeß an dieser Eigenschaft ans Licht gebracht hat, ist geradezu erschütternd.
Selbst eine oberflächliche politische Beurteilung des Prozesses ergibt deshalb ein trübes Bild. Diese politische Beurteilung ist aber das Wichtigste. Denn was die Angeklagten vorhatten, war nichts als eine Gegenrevolution gegen die Revolution von 1918. Die Revolution von 1918 ist nach der Meinung ihrer Urheber durch den Erfolg sanktioniert. Der bayerischen Revolution von 1923 fehlt der Erfolg und damit das wichtigste Moment für ihre juristische Straffreiheit. Menn die Blätter der Linken sich deshalb heute in großen Worten über Hochverrat und dergleichen ergehen, so haben sie juristisch zweifellos recht, moralisch müßten sie an ihre eigene Brust schlagen.
Gegen die Staat-Gesetze ober haben die Angeklagten gefehlt, ob allein oder die Kahr und Lossow mit ihnen, ist eine andere Frage und wird ja auch noch festgestellt werden.
Brandsteuern gezahlt
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15 853597
7 187 015
ÜM Mttl.
Bayern und dar Reichspoitsinanzgesetz.
München, 21. März. Der „Regensburger Anzeiger" bringt folgende Meldung unter der lieber» schrift: „Bichern und das Reichspostfinanzgesetz":
Der Michkmg und starke preußische Einflüsse haben er dem. RrichSpostminister unmöglich gemacht, die Zungen ;>». hakten, die er bei der vor einigen Wochen flattgesun..«nen Münchener Besprechung der bayrischen Staatslcgserung in der Postfrage gemacht hat. Im Reichstag Hai inzwischen die Bayrische Voltzpartei in eingehender Begründung das ReichspostfianzgeseI abgelelmt. Cs ist selbstverständlich, daß oie bayrische Postpolink mit diesem Protest und diesem ablehnen- ben Votum nicht erschöpft sein kann. Wie mau hört, trifft dir bayrische Staatsregierung 8Sor6erethingen, welche geeignet sind, die Postfrage neuGdings auf» grollen. Cs kann sich der ganzen Nat^r nach batet nicht um einen leeren Protest handeln, sondern um die Neltendmachung bayrischer Rechte, die sich aus bcm Siaatsvertrag ergeben, der nun bedauerlicherweise gebrochen worden ist. Rus diesem Vertragsbruch ergeben sich alle Schritte, die Bayern nunmehr zur Wahr« nz seiner Rechte geltend machen wird.
2. Sitzung.
Cassel, 20. März Heute früh nabm bet
Marburg und Umgegend.
Marburg, 21. Mär; (Lenzing).
* Vom Sßettc-r. Der Frühlingsanfang brachte einen Wetterumschlag. Seit gestern hat sich warmer Regen eingestellt, der hoffentlich dazu bei» trägt, daß die so lästigen Schnee- und Eismengen bald verschwinden.
* Die Lage des ArbeitsMarktes. Das Arbeitsamt schreibt uns: Die Lage des Arbettsmarktes bat sich in bet Woche vom 9—15. März fast in allen Berufsgruvven fühlbar gebessert Mit Ausnahme der Biiroangestellten (Beamtenabbau) ist in allen Beruf« gruvven ein Abnehmen der Arbeitsuchenden »u verreich« neu. Im Siegerland und Westfalen beginnen die stilb gelegten Hütten und größeren metallverarbeitenden Unternehmen die Arbeit wieder aufzunebmen, sodaß stch die Arbeitsmarktlage im Hüttenwesen und der metallverarbeitenden Industrie erheblich gebessert hat. Auch die Tabakindustrie am Orte und im Kreise ist wieder voll beschäftigt. Ebenso ist im Baugewerbe eine Besserung zu verzeichnen. Der größte Teil der Maler und Weißbinder bat wieder Arbeit Sekunden. Auch bet' den Lohnarbeitern wechselnder Berufe (ungelernte Arbeiter) ist ein erheblicher Rückgang an Arbeitsuchenden zu verzeichnen. Angesordert und vermittelt wurden:^ Schweizer, landwirtschaftliche Arbeiter, Reparatur-, schlosser, Klempner und Installateure. Maler undi Weißbinder. Richt vollbefriedigt werden konnten dies Nachfragen nach Buchbindern, Polsterern und Tove», Steret. Friseuren und jugendlichen Arbeitern. Auch die starke Nachfrage nach weiblichem Hansversonak konnte nicht voll befriedigt werden. Als Arbeit« suchende waren gemeldet aus Marburg Stabs
deskreditkasse vor. Nach des Dankes an den
ausscheidenden Direktor, Geh. Reoierungsrat v. Sachs, wählte der Landtag gegen die
Taauna der MirtsckastsMfe der Deutschen Studentenschaft.
Darmstadt, 8. März. Der letzte Verhandlung'« t»g der Wirtschaftshilfe bet Deutschen Studentenschaft beschäftigte sich Vvr allem mit den abschließenden Be- rakmgen über die Fragen des Ausbaues her Wirtschasts- knlse foitrte der Fknauzgebarunq und Betriebsführuug der' Wirtschastskörper. Die zur Festlegung von Richtlinien! eingesetzten Ausschüsse, faßten bas Ergebnis ihrer Be« i Ortungen in Resolutionen zusammen, die von dem1 Plenum- angenommen wurde. Neber den Ausbau bet' Wirtschaftshilfe wich darin auSgesührt:
Durch bett Uebetgang der deutschen Wirtschaft ausj der Inflation tn bi« GoSnnsrkrechnnng wird bk Notlage der Studierenden gesteigert. Für die Arbeit der Wirtschaftshilfe ergeben sich au$_ beiden Tatsachen folgende Nottvendigkeiteu:
1. Alle Betriebe müssen bei 'streng kaufmännlsck« vctttnimiin v« srivtk nach den eigenen Unkosten nntel Vermeidung aller versteckten öligem«nen .Zuschüsse fest-
2 Bel Ausübung der Fürsorgetäligleit soll neben Ort Wirtschaftslage des Studenten Wert und Bewährung in menschlichen und wissenschaftlichen Dingen maßgebend sein. Tie Wirtschaftshilfe verkennt nicht die Schww- rigkeite» der Aufgabe, sie ist aber der UeberzeugunG, daß es den vorhandenen bezw. neu auSzAgeftnltenden au« Dozenten und Studenten bestehenden Seitcauen«« auSschüssen gelingen wird, diese nnabweisbareu Aufgaben befriedigend zu lösen. Er ist zu Höften, daß auch durch enge Zusamme,rarbeit mit den höheren Schulen diese Arbeit wesentlich erleichtert wird
Als Richtlinien für die Finanzgebarung und Betriebs- füfcntng der Wirtschastskörper werden bestimvit, all« Spenden, die die Wirtschaftshilfe den örtlichen Wirt- schaftSkörpern zusührt, müssen zum vollen Gegenwert eingesetzt und auf die bestimmten Kontur verteilt werben, btt Festsetzung der Richtlinien für die Berteilung^-von Speich.-», deren Zuiveisung für die eirrzelnen Konten durch Bestimmung der Spender nicht kestgelegt ist, erfolgt im Einvernelnne» mit den WirtschastSkörpern.
3. Eine kaufmännische Buchführung wird als klares KalkulationSgruudlage bei sämtlichen Wirtschastskörper« für unbedingt notwendig erachtet. I
4. Eine genaue Revision der Geschäftsbücher wirb' für unbedingt erforderlich gehalten. Die Dorteile, 6ic‘ eine zentrale Revision durch den von bet Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft anzustellenden Revisoren mit sich bringt, finden vollständige AnerLnnung. Es soll jedoch den örtlichen Wirtschastskörpern stristebeu, auch einer örtlichen sachkundigen Revision sich zu bediene«.
Sm dm dchtzl» Met.
Elberfeld, 21. März. Di« in Aussicht genommene Durchführung der Schnellzüge durch das Ruhrgebiet kann zum Bedauern der Reichsbahnverwaltung nach Mitteilung der hiesigen Rerchsbahndirektisn noch nicht erfolgen, da eine Einigung mit der Regie wegen Vereinfachung des Paßkontrollwesens bisher nicht zustande gekommen und damit eine pünktliche Durchführung der Schnellzüge nicht gewährleistet ist.
Der Anmtmwn.
Berlin, 21. März. Nach der preußischen Per- sonalabbauordnung ist jeder Beamte verpflichtet, jedes Amt oder jede Nebenbeschäftigung im öffentlichen Dienst anzunehmen oder fortzuführen, sofern die auszuübende Tätigkeit seiner Bor- und Berufs- bisdung entspricht. Wie der Minister des Innern dem Altl. Preuß. Prefledienst zufolge in einer Ber- ügung ausfuhrt, kann dem unmittelbaren Staatsbeamten nach dem Diensteinkommengesetz eine be- ondere Vergütung aus aus der Staatskasse hierfür nur bewilligt.werden, wpnn das Nebenamt oder die Nebenbeschäftigung mit dem Hauptamt nicht in unmittelbarem Zusammenhang steht oder den Be-
1. die größeren Städte
2. die kleineren Städte
3. die stadtäbnlich gebauten Ortschaften
5tr SW Mm.
Leipzig. 21. März. Zu Beginn des fünften Ver- banblungstages beantragte Rechtsanwalt Marschner die Ladung einer Menge von Leumundszeugen für ckcigner, die bekunden sollen, dost Zeigner frei von vab- fucht und stets hilsbereit gewesen sei. Grobe Teile seines Vermögens habe er zur Unterstützung wohltätiger Einrichtungen und notdürftiger Personen verwandt. Hierauf wird der Zeuge Bürgermeister Naumann- Pegau vernommen, der mit dem Zeugen Weiner in Chemnitz die gleiche Schule besucht bat. Er hält Weinet für durchaus gutmütig, wenn er auch ein Freund von einem guten Tropfen und rechthaberisch fei. Zeuge bat nicht den Eindruck, bab Weiner stch durch unwahre Angaben einen Namen machen wolle. Im Sgmmer 1020 habe er Weiner im Kaffee Felsche getroffen und habe ihn nach seiner Militärsache gefragt. Weiner Babe tnm geantwotret. dem Trainbataitton habe nichts daran ^iknen, die Sache weiter zu verfolgen. Im Vorzimmer des Mawrs habe ein Jurist, Dr. Zeigner. geseffen, ver batte ibm gesagt, wenn et 3000 bis 5000 Mark fluffig machen könne, würden seine Akten verbrannt werden. 1921 habe et eine «werte Unterredung mit Meiner gehabt, der sich sehr abfällig geäußert bab?, daß Zeigner Minister werden könnte. Er selbst habe daran gedacht, ob er nicht die Verpflichtung habe, die Sache anzuzeigen, babe tedoch davon abgesehen um nicht Angriffen in feiner Stellung ausgesetzt zu werden. Später habe et seinem Couleur» btuder. dem ßanbfagsaBgeorbneten Rechtsanwalt Wei- gelt (Anno.bera), davon Mitteilung gemacht, der tbm erklärt habe, die Sache im Ange bebakten zu wollen. Hierauf wird die Beweisaufnahme zum Falle Friedrstb- fey fortgesetzt. Der Zeuge Priborski erklärt, die Schmuck- sackien hätten nicht für getaner sein sollen, sondern für Möbius. Der Vosirtzende hält dem Zenaen seine früheren Aussagen vor, wonach die Schmucksachen für Zela- ne- bestimmt gewesen seien. Zeuge bleibt bei seinen heutigen Aussagen Die Zengin Frau Friedrichsen hält ibte Aussaaen aufrecht, wonach die Schmuckstücke nicht Möbius, sondern dem Justizminister persönlich ausge- bänd'at werden sollten
Der Zeuge Kaufmann Friedrichsen fei. wie er auslagt, von Priborski nur ganz allmählich in die Beana- diaungsangeleaenheit einaemeibt worden Menn Begnadigung perfekt wäre, sollten 4000 Mark an denieni- gen gezahlt merdn, der die Begnadigung aussvreche und 2000 an Möbius. Sniiter habe m?öf>fu5 gesagt, es Müßten vorweg 15 000 Mark nach Dresden abaeffibrt werden. sonst könne die Begnadigung nickst perfekt werden. Direkt sei von 3eigner noch nickst gesnrock>ens aber es fei immer deutlicher geworden, daß ?eigner selbst gemeint gewesen sei Im übrigen bestätigt der Zeuge die Ansfaaen seiner Frau. Um %2 Uhr tritt eine Mittagspause ein.
In der Nachmittagssitzung wird der Fall des ukrainischen Staatsangehörigen Schmerler erörtert. Schmetter batte bekanntlich der Fran Getaner einen Pelz geschenkt. Außerdem batte der Angeklagte Getaner na» 100 gao Mark erhalten Hierüber entsvinnt stch mit dem Angeklagten eine große Aiis-inanbersetzung. wobei von oer »errewwunq meutere Beweisanrrauciutrt wer» den Segen %7 Uhr vertagt sich das Gericht.
amten in besonderem Maße in Anspruch nimmt. Infolge der Finanzlage des Staates wird
dem oben erwähnten Zusahantrag des Hauptausschusse» mit großer Mehrheit angenommen:
..Bei Berechnung des Umlagekapitals der HeMfchen Brandverstchekungsanstalt sind die in der Statistik der^ «ssss"lt zu einer Gruppe zusammengefaßten gröbere« Städte Cassel, Hanau. Marburg, Fulda, Eschwege,' un‘> Schmalkalden den Drandverstcherungser« nebnlssen entspreHend bis auf weitere, nur mit bet öälfte des Umlagekapitals zur Beltragslaft beton«; riehen.
Diele Bestimmung findet keine Anwendung auf An- Ä denen mit einem Tarif,uschlag belastete Ee» bdude mit feuergefährlicher Benutzung vorhanden sind: doch wird die Verwaltung ermächtigt, solchen Anwesen in größeren Städten, in beiten ein kleinerer ober mitt- lerer handwerksmäßiger Gewerbebetrieb beispielsweise Schreinerei, ftattftnbet, die Vergünstigung trotzdem m gewähren.
Diese Bestimmungen treten am 1. Juli 1924 in Kraft und finden auf die aus der Januar-Umlage rück») ständigen Beiträge keine Anwendung."
Sonstige Fragen.
Auf V,; von verschiedenen Rednern oorgehradjten- Klagen übet ungenügende Kriegsbcschädlgtenfürforge erklärt Landesrat Häring, daß dafür unmöglich die Landesverwaltung verantwortlich gemacht werden könne, mit den zur Verfügung stehenden 7800 Gold» marf hätte eine größere Arbeit beim besten Willen nicht geleistet werden können. Besonders bedauerlich sei es, daß es unter solchen Umständen nicht wie im letzte» Jahr möglich sei, 1600 Kinder tn Bäder zu schicken, sonder» höchstens 400 Kinder!
Sei bet Beratung bes Haushaltsvoranschlages stellte die soz. Fraktion sieben Anträge. Diese betrafen bie Bautätigkeit mit Wegeverbesserung. Fürsorge- und Wohlfahrtspflege usw. Die Anträge wurden dem Landesausschuß zugewiese». Mit Ansprachen des Vor» sitzende» und des Obernränbenten würbe bau» der Kommunallandtag geschlossen. x
? Kitt IMtWe LttdmodilMW.
; Wie erwartet, dementiert Benesch in Prag mit eiserner »tim den Militärvertrag zwischen Frankreich und der Mchechoslowakei gegen Deutschland. In Paris verführt fcecc Poincarö gleichermaßen. Während alle diese De- »enti« für eingeweihte politische Kreise nur ein? Le Rätigung für den Abschluß des Vertrages darstellen, findet Her tifefanbtz bet Tschcchei in Berlin, Tusat die Spalten wer bekannt frankophilen „Bossischen Zeitung" zür einen dementierenden Leitartikel geöffnet. Interessant utü) bezeichnend im Hinblick auf alle diese Noe- hfiitiie nun ist das Verhalten der Tschechsslowaksi bei RuS- »rrlch des RuhrkampseS. In den erste» Januartrgen we? IabreS 1923, als der französische Geueralstob tat« Mchtich noch mit einem bewafftreten Widerstand geg.':i »t£ Rubrbesetzung rechnete, eiftwickeltr» auch Pra-rrr Militärkreise eine fieberhaft: Tätigkeit An der gesamten Deuffch-tschechischen Oirenie fanden Truppen;uftnlmen- feebuugcit statt. Verschiedentlich stießen große tichecho- Mowakische LisfizierSpntrouillen weit über die Grenze in »ichsdmtsches Gebiet vor, denen gegenüber die schwachen deutschen Zoll- und Grenzschuhkräste seibstverstänbllch tmachtlo» wate». Erklärte doch der Führer einer tschrchi- toer Patrouille, die damals auf bavrischem Gebiet sestgestellt und zum Rückzug gezwungen wurde, in einigen Wochen würd n sie, bie Tschechen, doch für immer wieder- ifcmtneit. Gleichzeitig erfolgte in der ganzen Tschechoslowakei eine geheime Probemobilmachnna, die aiür- LingS ,/wegen mangelnder Beteiliauna" der SiaatSnnter- hauen sehr schnell wieder abgebrochen werden mußte. Diese Uebeime Probemobilnlachung, die für ein Soldatenvol? Die baS deutsche einen etwas komischen Beigeschmack bat, <eigt aufS dercklichste, daß dir junge tschechoslowakische Republik mit ihren verschiedenen Völkerstämmen das Erbe »et alten Donaumonarchie «»getreten hat und läßt uns rnr «..«wirknnaen des französisch-tschechischen Militär- lüiit ii.n \ bas --wist nicht unterschätzt werden soll, doch tn wesen,sich milderem Lichte erscheinen. Dem Ruft dec Rungen Republik unter die Fahneü folgten von den sisttzrvnifchen Wehrfähige» so gut wie feiner, von beit tschechischen 20 Prozent, während, und daS war das un- Deimliche, dir Deutschen ohne AuSnahntr vollzählig er* gchieuen. Do aber die Deittsch^BSHmen in der Tschechei Mich heute noch den Kampf bis aufs Messer um ihr Deutschtum führe», schickte man sie schleunigst wieder »ach Hause, da um em Haar auS der Probemobilmachung Jiegeu Berlin eine Mobilmachung gegen Pro» geword-m 'feäte.
Auch her Dritte im Bunde, Poleir, durste in Ben ereignisreichen Jan Etagen 1923 nicht fehlen. Wie er« Innerlich, stieß eine Kompagnie polnischer Jn'anterie ■Nm5 dem Korridor ans rei-hsdeutsches Gebiet vor, von >0 sie sich dann allerdings auf eine sehr energische Aufforderung der t-eutsche» «Regierung bald wieder verzog. Alle diese Vorgänge bei unseren östlichen Nachbarn, die damals in dem Lärm veS eben entbrannten Ruhrkampfes Untergängen, zeigen, daß das abgeleugnete Militärao- kommen vom 25.1.24 tatsächlich nur die Fortsetzung deS bereits im Oktober 1918, alfo noch wäbreuo des Kriege-, »wischen Prag und Paris abgeschlossenen Bund- Misses ist. Auch dieses hak Herr Benesch b-kanntlich ssmmer mit eiferner Stirn abgelmgnet.
MckWtt Sttafa in WtmWtz.
Mit de» Plädoyers hat «ester« der letzte Akt des Hitler-Prozesses begonnen. Der Antrag des Staatsanwalts war bereits gestern mittag bekannt, et zeigt, daß die Staatsanwaltschaft die Angeklagten für schuldig hält, daß er allerdings von entehrenden Strafen absieht. Zn ein paar Tagen werden wir wissen, wie das Münchener Volksgericht die Schuldfrage beurteilt, ob es in Hitler und den Semen Staatsverbrecher, unglückliche Politiker oder betrogene Betrüger sieht. Mr haben bisher vo;>. jeder Beurteilung des Prozesses abgesehen, solange her Prozeh lief.
Aus der Gerichtsverhandlung kann man aber heute schon allgemein politische Schlüffe ziehen, die ttichts weniger als angenehm sind. Sehr viel wird ■inan auf der Debet-Seite buchen müssen. Führende Deutsche Männer haben stch vor den Schranken des Münchener Gerichtes gegenseitig geschmäht, und das Ausland hat als bet lachende Dritte dabeigesftrn- den und manches, was ihm bis dahin verborgen war, schwarz-äuf weih nach Haus tragen können. Mir stitd in Deutschland wieder einmal um eine Erfahrung reicher, dah politischer Unverstand den festen nationalen Willen wie ein Kinderspielzeug tzertrümmert, sich selbst zerfleischt vor den Augen lachender Feinde. Das ist gewiß der trübste Punkt &er ganzen Angelegenheit.
; Sodann nimmt man mit Überraschung wahr, bi; zu welchem Grade man in Bayern, das man auch in Rorddeutschland vielfach für den Hort der Ordnung hielt, gegenüber den bolschewistischen wie den Allgemein destruktiven Tendenzen, die zeitweilig |m Norden herrschten, sich mit Worten berauschte. Aber deren Sinn und tatsächliche Bedeutung man sich nicht einmal klar war, geschweige über die Möglichkeit, die Idee in die Tat umzusetzen. Man setzte den Willen für die Tat. Im Genüsse iteinett Denkens, und — das darf man nicht »ergeb »en, gehalten und getragen von einem Herzen voll «einer Vaterlandsliebe — schaltete und waltete «tan völlig souverän, als ob es nur darauf ankäme »ine „Patentlösung" für alle Schwierigkeiten zu er» Mründen. Alles klebrige würde sich von selbst finden. V Für wahre Politik hat der Deutsche nun einmal «einen Sinn. Sie ist die Kunst, eine für richtig <t« Vannte Idee, die aber — und darauf kommt es an — Die wahre Empfindung auch des ganzen Volkes aus« Drückt, in die Wirklichkeit überzuführen, wie es jtben tm Bereich des^stöglkchen liegt. Man kann den Politikern in München — Hitler Iowohl wie Kahr — nur das Zeugnis ausstellen, Watz sie, mögen ihre Ideen noch so rein und stark ge- Upesen sein, als Politiker völlig versagt haben. Und (»atai|e erwächst letzten Endes, was wir jetzt yc»
vom 21. März 1923 als Baunotversicherung ein» geführte Zustandswertversicherung nach Velesti- gung der wirtschaftlichen Verhältnisse und bei Fortdauer der stabilen Währung nicht baldigst wieder durch Rückkehr zur alten Vallwerioer- stcherung nach Goldmark ersetzt werden kann, Jo daß die zu zahlenden Brandentschädigungen nicht weiter mehr nach Abzug von Abnutzung?- und Selbstoersicherungsprozenten, die von vielen Versicherten nicht getragen werden können, sondern wieder ganz nach den Bestimmungen der Satzung und allgemeinen Bersicherungsbedingun- gen der Hessischen Brandversicherungsanstalt fest- gestellt werben:
ob und in welcher Weise eine Aufwertung der bis zum 1. Juli 1923 bewilligten, aber noch nicht ausgezahlten alten Vrandentschädigungen erfolgen fann;
>'b eine -estgemäße Verzinsung dieser aufgewerte- ten Beträge möglich ist.
M Gleichzeitig wird der Landesausschuß zu Punkt M 1 ermächtigt, gegebenenfalls die Entichädigungs- leistung nach den Grundsätzen der Friedensversicherung baldiunlichst wieder einzuführen.
kl. beschließen: Der Landesausschuß wird beauftragt, eine beschleunigte Prüfung der Brandoersicherungs- Abschätzungskosten zum Zwecke deren erheblicher Herabsetzung vorzunebmen." .
Abg Freiherr v Hammerstein (Hess. Arb -E.) stellt seinerseits zum Sauvtantrag den Zusatzantrag, an Stelle der im Hauptantrage verlangte» Heranziehung der Hälfte des Ilnilagekaoitals zur Beitragslast dreiviertel zu setzen und befürwortet im übrigen 1 und 2