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Ter Lnzeigenorei» beträgt für bex S g»!p. Zeilenmillimeter 0,08 Setewart. Amtlich« u. auswärt. Änzriae« 040 Eoldrnatk. Bet ichwier.Satz 50/. Aufschlag. Sammelattietg. 100V«

1924

Um-

Paris drmeattert.

... auf 3?

Entschließung

Mdl>««Id ill MM

Lia neuer Briefwechsel um Deutschland.

Saris; 21. März. Der Londoner Berichterstatter derChicago Tribüne" will wissen, daß trotz der Ver- ßcherungen Mac Donalds Im Parlament, es würden keine weiteren Verhandlungen mit Poincare geführt werden, bis die Sachverständigen ihren Bericht ver­öffentlicht hätten, zwischen den beiden Premierminister bereits wieder ein Austausch von Briefen stattgefunden habe, die noch für einige Zeit geheim gehalten werden sollen. Mac Donald habe Poincare etwa folgendes mitgeteilt:

1. daß Frankreich das Recht habe, eine Regelung der Sicherheitsfrage zu verlangen, da es in der Luft schwebe, seit England und die Vereinigten Staaten den militärischen Earanticverrrag nicht unterzeichnet hüben;

2. das die deutsche Bedrohung heute für Frankretch ebeuj« besteht, wie kür Deutschland nach 1870 dir jran-

B« der Beurteilung dieser Inhaltsangabe ist zu be­rücksichtigen, daß sie Pariser Blättern entnommen ist. Immerhin kann man auf Grund der bei ähnlichen An­läßen gemachten Erfahrungen annehmen, daß die Pariser Presse im Großen und Ganzen gut unterrichtet ist. Daß die Verwirklichung dieser Vorschläge besonders wenn die durch die französisch« Gewaltpolitik im be­setzten Gebiet vernichtete Einheit und Freiheit des deut­schen Wirtschaftslebens nicht vollständig wieder hergestelll wird ein« unerträgliche Balkanisierung Deutschlands bedeuten würde, braucht nicht besonders be­tont zu werden.

Parir. 21. März. Dem Pariser Vertreter des roolss-Dvr^ kst tzeute vormittag kn englischen Krei­sen erklärt worden, von nh« w« s Mac Donald eingeleiteten neuen Korrespondenz, wie dieThicago Tribüne" sie ankündigt, nichts be­kannt ist. Der diplomatische Redakteur der Havas- Agentur bestätigt auf Erund von Informationen von autorisierter Sette diese Feststellung. In Wirft lichkeit, fügt er hinzu, habe PoincarS seit dem am 2. März veröffentlichte» Schriftwechsel keinerlei persönliche Schreiben seines englischen Kollegen er­halten und thnl seinerseits keine» zugehen lasten. Dagegen werde zwischen den beiderseitigen Kanz­leien ein eifriger Meinungsaustausch über die Sicherheits- und Reparationsfrage gepflogen. Ab­gesehen von diesen Unterhandlungen, die durchaus norinaler Art seien, existier« jedoch kein neuer Schriftwechsel zwischen den beiden Minister».

Es ist unverkennbar, datz zwischen der Mittei­lung des Haoas-Redakteurs über den Meinungs­austausch über die Reparations- und Sicherheits- frage von Kanzlei zu Kanzlei einer« und der fol«. genden Kritik des gut unterrichtetenTemps" an dem völlig passiven Verhalten der französischen Re­gierungspolitik andererseit ein starker Widerspruch Hofft.

Vorschläge desTemps*.

Pari», 21. März. DerTemps", der mit de« Fortschreiten der Sachverständigenarbeiten immer drin­gender an die französisch« Regierung die Auffockerunü richtet, Verhandlungen mit den Alliierten, be­sonders mit England, aufzunehmen, schreibt heute ttt einem Leitartikel zur Sicherheitsfrage:Wenn man den Versuch mach«, da» Problem schon setz! völsig zu lösen, so müsse man znqeben, daß es sich ium mindesten au» zwei Elementen zusammensetze. In erster Ltn« handele e» sich darum, bk« gemeinsamen dauern­den Interessen der Besatzungsmächte im Rheinland festzustellen. ES seien noch kein« zehn Jahre her, daß «in und dasselbe Ereignis, der Ekn- kall BekgienS für Belgien, Frankreich und England zu gleicher Zeit eine vitale-Frage aufgeworfen habe. Dies« Lehre der Erfahrung dürfe man Rechnung tragen, ohne irgendwie stmand zu bedrohen oder zu beleidigen, und man könnte nicht vergessen, ohne eine Art Selbstmord zu begehn. Aber die Herstellung bcS Friedens in Europa könne nicht ausschließlich darin bestehen, daß man Vor­sichtsmaßregeln gegen Deutschland treffe. Man müsse bat Borsitztsmaßregeln eine Maßnahme überordne», di« beruhigend wirke, mit anderen Worten: man müff« der Idee der Gegenseitigkeit und der Id« der Solidarität Einlaß verschaffen. Die Sicher« heitifrage würde, wenn man sie schon jetzt in ihrem Ge- samtumfang erfassen wollte, noch ein zweite» Element ent­halten, die Notwendigkeit, innerhalb deS Rahmens, den der Völkerbund biete, über den gegenseitigen Sicher­heitsvertrag zwischen Deutschland und seinen Nachbarn zu verhandeln, wobei England und Italien na Gr gemäß als Nachbarn Deutschlands zu betrachten seien

Am Vorabend der Verhandlungen über die Revora- tionen und unmittelbar vor dem Einsetzen der Wahl­kampagne in Frankreich und Deutschland sei es,vielleicht noch notwendiger zu handeln als alles mit einmal zu tun. Wäre es in dieser Lag« nicht da» Beste, wenn man. darin überei'.rkäme, vaß Frankreich und England enll fchlosfen eine Aendening der Verträge mit Gewalt ver­hindern sollten und geneigt wären, einander mir allen Kräften zu unterstützen gegen einen Angriff, der btt Satzung »es VoilerdundcS verletzte« könnte?

Mjtzarationen Verwende» muß. lbmark beziffert. Bei mt£«en te Man zuerst für 41/, Mil iarden Goldmark gestimmt.

3. Die ftnanziekke Einheit de» dent-

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Sn W de; SaArkUadlsn-AM«.

Pari», 21. März. Nach bat Pariser Blättern wird der Sachverstäudigenbericht in der nächsten Woche der RevarationSkonimifsion und sofort im Anschluß daran der Oessentlichkeit übergeben werden. Heute früh bringt Echo de Pari»" eine übersichtlich« und genaue In­haltsangabe de» Berichtes. Demnach weichen in demselben nachstehende Fragen ausführlich behandelt:

1. Die Schaffung der Goldnotenbank, deren Kapital und Reserve zum Teil von auswärtigen Kapitalisten, zum Teil von deutschen Kapitalisten auf­gebracht wird. Der Ertrag wich gegebenenfalls durch ein« internationale, durch die deutschen Eisen­bahnen konsolidierte Anleihe begründet werden.

2. Die Ausgleichung deS deutschen Budgets wird im Verlaufe eines zweijährigen Moratoriums durchgeführt. Während dieser Zeit müssen zur Liefe­rung der Sachleistungen und zur Deckung der Besah- ungSunkosten jährlich 900 Millionen Goldmark gezahlt

^Keberschuß. den Deutschland «ach Wiedseanftichtung alles in allem

schlossen seien, jeder geh> a11famt h

DieOberheffifte Zeitung" erfSeiat lecksnml wöchentlich. B«isg,vr«l» monatlich 2 Siert ausschließlich ZnkteNungsgebühr. Für ausfallend« Nummern iniolge W 6trefts oo. eiement.«tetgnifi« fein <rtta$.Stena; non Dr. L. Hitz« rott». Truck ® der Univ.-Lnchvruckeret non 3ob. Lug. Koch, Markt 2L43. JWinipreAtt 56, t t;oR1*erfto«to: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mein.

sche« Eisenhohnnetze» wird nachdrücküch dnrchze- ffihrt wecken, doch tvirb eS in mehrere Dkr'ek- tio»»bezirke eingeteilt, »m im besetzten Gebiet das Fortbestehen einer gewissen admimstratwen Autonomü zur Sicherung de» raschen Transporte» der Bemtzungs- izruppen zu ermöglicheu. Diese Autonomie dürft- sich derjenigen der bayerischen Eisenbahnen nähern. Wei- ter wecken die deutschen Eisenbahnen chle durch die Mark- enttoertung von ihrer Schuld befreit wurden, mit einem Betrage von 16 Milliarden Goldmark zu Avnstert der $e r ü-fiuHe ten b-l»st.« to«rk>n Dieser Betrag wird der ReparationSkommMva tn Schüldv« rschre ibunge n nach und nach über­mittelt werden.

4. Der industrielle, kommerzielle und la.ndwirtschaftlich« Besitz i» Deutschlwud wird mit einer Hypothek von 10 bi» 11 Milliarden Goldmark zugunsten der Ver­bündeten belastet. Bon ben ersten Einnahmen, die mittels dieser Hypothek zustande kommen, wird ein Betrag von 1,200 Millionen Goldmark vorgesehen, die das deutsche Finanzministerium zur Tilgung feiner Verpflich­tungen gegen übe rder Rentenbank verwenden soll. Dio Rentenbank soll bekanntlich in der Gold Notenbank auf» gehen.

5. BorgeWmZst fepier die Gründung verschie­be u« Staat noväle.' Rem Zölle auf Tabak, StreichhWer, LuM M., von denen man sich khrlich: Einnahme Wetzöhe von 11,2 Müsiacken mrk WffprüM- -Man beabsichtigt Schuldverschrei­bungen, die diesen Einnahmen entsprechen, auSzugeben. Während einer gewissen Zett dürften Rückzahlungen an Deutschland in dem Maße erfolgen, in dem sein« Volks- wirtschaft sich noch nicht erholt hat. Die näheren Modalitäten sollen nach einem bestimmte» System aus- gearbtitti werden.

Entgegen den Behauptungen verschiedener Pariser Blätter stelltEcho de Paris" fest, daß die Auf­hebung der zur Zeit im besetzten Gebiet bestehenden' Organisation nicht ohn« weitere- beschlossen werde. Man müsse vielmehr bomit rechnen, daß die Organisation im besetzten Gebiet auch weiterhin in beträchtlichem Ausmaße bei her Anwendung der allge­meinen Reparationsproblem« eine wichtige Rolle spielen »erbe. Die Instandsetzung sämtlicher vorerwähnten Ein- nahmeguellen scheint gewisse Schwierigkeiten zu machen. Wie das Pariser Blatt glaubt, dürften während des ersten Jahre» nickt mehr al» 500 Millionen Goldmark einge­nommen werden.

E? ergebe sich der Schluß, daß di« Urheber der Aftwn sogar entschlosftn gewesen seien, nötigenfalls auch bet einer Steigerung her drei Männer das Unternehmen durch zuführen. Dagegen räume er ein, daß die An­geklagten die Zustirnmungserllärung der drei Männer für ernstlich hielten. Das aber entlaste die eingeweihten Personen nicht von der Verantwortung, zu denen er Hitler, Pöhner, Dr. Weber und Kriebel rechne. Bis jetzt sei es den Herren Kahr, Lossow und Seift srr nicht, nachgewiesen worden, daß sie sich air biefem Unternehmen beteiligten, während es den Angeklagten nachgewiesen sei. Für die Schuldfrage sei die angenommene Mitwirkung der drei Männer bedeutungslos, für die Strafbemessung werde fit aber ihre Rolle zu spielen haben.

Der Staatsanwalt schnitt dann die Frage an, ob die Angeklagten nur eine Slenäerung der regierenden Persönlichkeiten oder ob ste eine AetevWM der feffung a »siebten. Mit dem Marsch nach Berlin so «nie völlige **

Systemimderung tat Reiche berbttsefUrt werden.

In erster Linie sMte die bayerische Verfassung und die Negierung gewaltsam geändert werden. Das Kabinett sei abgelegt, die Niinister verhaftet und bei Landtag ansgefchaltet worden. Das alles bedeute die Beseiti­gung der Paragraph«« S 3 und 4 der bayrischen Ser» tofiune 3m Reiche sei die Regierung herNovember- i-erbrether" und der Reichspräsident als abgesetzt er­klärt worden. Es fei also eine gewaltsame Verfastimgs- ändermrg in Bayern und im Reiche unternommen wor­den. Darauf ging bet Staatsanwalt zu den einzelnen SLngeflagten über, wobei er sich zunächst mit Hitler be» fickte, besten Ehrlichkeit er einleitend rühmte und da­rauf hinwies, daß infolge der Einwirkungen bei Hitler eine Wandlung eintrat. In feiner Hemmunss- 1s> igkeit lies« Leine tragische Schuld.. n treffe die H wuptveran t wort uns an de n Geschehnissen, die er selbst nicht leugne. Zusammen mit Ludendorff habe Hitler auch den letzten Versuch gemacht, das Unternehmen zu hal­ten. und

Hitler bebe sich habe» des Verbrechens des Hochverrats schuldig gemacht.

Der Angeklagte Lndenborff habe sich auch da, wo er gegen das Gesetz verstieß, als ganzer Mann und testetet Soldat gezeigtt sein Feldherrnruhm fei un- berührt geblieben. Ludendorff habe sich schließ­lich an die Spitze des unheilvollen Zuges gesetzt, ob­wohl et mit der Möglichkeit eines Zusammenstoßes ge- redfnet habe. Daher habe et das Gesetz ver­letzt und dies müsse daher auch ihm ge­genüber zur Anwendung kommen. Mit offenen Bugen habe Ludendorff gesehen, baß es sich h um einen gewal rsarnen UmPurz ha beite. Der Angeklagte sei daher s chulld i g d Beihilfe zum Verbrechen des Hochver- t a t s.

Hierauf erhob sich der Zweite Staatsanwalt Eh art, der die Anklage gegen die übrigen Angeklagten vertrag. Der Angeklagte Kriebel habe durch das Schreiben rom 7. November bewiesen, daß et zudenjenigen ge­hörte, die am Entschiedensten zu der gewaltsamen- f-ing der deutschen Frage drängten. Er habe insbeson­dere Hit das Gelingen des Ueherfalls im Bilrgerbräu- keller gesorgt. Kriebel sei des tri Mittäterschaft der übrigen Angeklagten begangenen Verbrechens schuldig. Der Angeklagte Pödnet habe sich gleichfalls der Mit­täterschaft des Verbrechens des Hochverrats schuldig ge­macht. Et habe den ihm angetranenen Bosten als Mi­nisterpräsident angenommen und sich sofort nach Beendi­gung der Versammlung in seinem neuen Amt betätigt.

Roch einmal zieht die Kette der wohlbekannten Vor- gänge vorüber, und dann tritt Totenstille ein.

Dr. S t e n g l e i» tritt abermals vor daS große Rednerputt und gibt die oben erwähnten Strafanträge bekannt. Ferner beantrage er sämtlichen Angektegten die erlitten« Untersuchungshaft in vollem Maße anzureck- nen. Di« Kosten de» Verfahrens sind den Angellagien aufzuerlegen.

-Als rriter Verteidiger spricht Rechtsanwalt Rader und führt u. a. aus: Die Angeklagten seien von Anfang an in ihrer Verteidigung gehemmt gewesen. Znm Ver­ständnis der Tat Hitlers müsse man sich in die unge­heuerlichen Zustände zurückversetze», die im Herbst 1923 herrschten. ES dürfe niemanden wundern, dah Hiller zu der Auffassung gekommen sei, Kahr, Lossow und Sedier seien durchaus damit cinverstanden, daß er die Münche­ner Regierung im Kampf gegen die Berliner Regierung unterstütze. Entscheidend sei in diesem Prozeß die Frage der Glauhwückigkeit. Hitler habe in der freiesten Weil« seine Schuld bekannt. Auf der anderen Seit? hätien Kahr, Lossow und Seisser nicht den Eindruck gemacht, den man von Zeugen gewinne, die absolut glaubwürdig seien. Festzustellen sei, daß derjenige, der zuerst ins Hirn ge­stoßen habe, sich hinterher fang« und klanglos zurückge­zogen habe, und daß bit Leute, die neben geho'fcn hät­ten, nunmehr abgeurieitt werden söllten.

Am Schlüsse seines PlaidoyerS stellte der Verteidiger Dr. Roder den Antrag auf Freisprechung Hitler?. Die Freisprechung bedeute in diesem Falle, daß ein Mann, der mit der innersten Faser seines Herzens für deutsches Land, für deutsche Kraft und deutsche Größe eingetreten sei, seiner Arbeit wieder znrückgegeben wird. Hitler wecke auch künftig die Kräfte sreimachen, die ein weiteres Wachsen und Gedeihen des gemeinsamen großen Deutsch­lands in die Weg? leiten würden. Er, der Verteidiger^ bitte daher das Gericht, Hitler freizusprechen.

Hierauf vertagte der Vorsitzende die Verhandlung auf So»uad:»d vormittag. __ _ L JJ ...

Esche Bedrohung existierte und daß dagegen etwa» a* schoben müsse:

3. erbebe Mac Donald Einspruch gegen militärisch« Verträge nach der Art, wir ste vor dem Kriege ata* schlossen worden seien, denn »ach seiner Anstcht trüge» sie rum Ausbruch von Kriegen bei und et schlage des­halb vor, daß Deutschland in den Völker­bund ein tret en soll, damit Deutschland ui* Frankreich tn der gleichen Weise gedeckt seien.

Ferner würde nach dem Vorschläge Mac Sonaftf die gesamten englischen Land-. See- und Luttstreitkriift» die Verpflichtung haben, gegen das Land vorzugeden, das einen Konflikt herbeifnhren würde, ohne vorher die Angelegenheit dem Völkerbund unterbreitet zu haben. Mac Donald wolle diese Sicherheitsfrage aber erst nach der vollkommenen Regelung bet Reparationskage auf# werten.

Problem bet .Sicherheit".

Lonbon, 21. März Det diplomatische Berichte erftatter desDaily Telegarvh" schreibt » dem Pro- blem bet Sicherheit, ein Pakt tn ber von Poincars tm Jahre 1922 befürworteten Gestalt sei augenbllckllch um möglich, soweit irgenb eine britische Regierung in Be­tracht komme. Auf französischer Seite bagegmt schein« wenig Neigung 8« einem gegenseitigen Pakt mit Deutschlanb, an dem andere Mackie ebenfalls unter Grgenseltsbebtagungen tettnehmeiT* würden, um bt< dauernde Neutralität des entmtlitartsierten Rbetn- lande? «egen trgenb einen Linbrtngling zu garantte«, »u bestehen. Außerordentlich bemerkenswert sei bl« Ablehnung, die sogar ber Pakt Lock Cedi» regionale« vnb gegenseitiger Garantien unter dem Völkerbund letzt erfahre. Holland unb bte Schweiz hätten ste soeben verworfen und etaet au» Senf «tnaetrokfenen Schätzung airfefge sei von M Mttgliederstaaten be» Mtkerbnnbe» totem ber dritte Teil bereit, ihn anrunehmeu. De» Berichterstatter stoetae wirb «wartet, baß bte Mit- teiluna Poincurös über bas Problem ber SicherbeÜ Frankreichs $» einem sehr batbtgen ZritvunB tn Ben» hon eintrdfen rotrb. t

Mtt » ch « «, Sl. März. Nach Schluß der P18- doyers des Erste« und d«s zweite« Staatsanwalts beantragte ber Erste Staatsanwalt für Hitler 8 Jahre Festung wegen eines Berbrecheus des Hoch- D i »errate, gegen Kriebel, Pöhner «nd De. Weber «egen Mittäteefchaft je 6 Jahre Festung, gegen Lu- btnbotff wegen Beihilfe 2 Jahre Festung, gegen Frick und Röhm 2 Jahre Festung, gegen Btiitfitet und Wagner 1 Jahr 6 Monate Festung unb geg:« Peenet 1 Jahr S Monate Festung. Sämtlichen An. Geklagte» solle» mildernde Umstünde zugebilligt «erben. (Wiederholt, da nur in einem Teil der ßestrigett Auflage.)

1 München, 21. März. Am heutigen 19. Verhand- JfangStäge des Hitlerprozesses wurde unter allgemeiirrr WaoMta mit den Plaidoper» begsnue«.

Zu Beginn ort Sitzung gab der Borsitzenbe im. Namen bt» Gerichts eine Erklärung ab >te auf eine Notiz in derFrankfurter Zeitung-" Bezug nimmt, toonach tzron- vrinz Rupprecht im Hintergruud des Prozesses heben Erklärung heißt c5 unter aubeeem: Die

KcrhaMungen im Hitlerpro- haben keinerlei An­haltspunkte dafür erbracht, daß Kroupriuz Rupprecht - irgend»oft den Ereiguisieu vorn 8. eöft 9. November nahe»

gestanden hab«. Im Urteil im Flichs-Machhaus--Prozesi, stl ausdrücklich wicderhott ftstgestellt tooröen, daß Krsn- vrtaz Mipprecht an der damalige« Angelegenheit völlig »nbeteiliaf war.

Darauf beginnt der erste StaaManweift De. Sieng- «' Iti« mit seinem Plaidotzer. Der SlaatSamvalt schickt. M voraus, daß er sich jeder persönlichen Stell L InngnaHme zu den pokiltschen Parler- I -- fragen e»thalte. Für die Ereignifse vorn 8. «ud 9. November und der zu ihnen führendeu Esttioicklung treleu für iui5 bor. altem zwei Standpu uktr ßeS Vaterlandes tief bedauerliche Erschei­nungen hervor, nämlich die Zerrissenheit und di- 'Zerklkfkung der vaterländisch gesinnten Kreis« uh» die. N«geduld, die tn den nalioealeu aktiven Kreisen beobachte« sei. Dft Weirnavrr Brrfafftmg bilde eie Gnmdlag« deS Reiches. Tie Gegnerschaft gegen oitfe Vekfaffimg dürfe niemals dazu führen, dah st« mit Newalt zu Luder« oder zu 6efeiti­gert versucht tverde.

Freilich war das, was im November Mf8 geschehen ist. ein Verbrechen de» Hochoerat».

Rsierd-ngS damals ist die neue Regierung in kurzer Zeit im ganzen Reich vollständig d-urchgedru.ugen und da-mit ist der tatsäch» siche Zu stand ein Rechtszicstand geworden. Di« gleichen Strafbestimmungen ,dir bis dahiu im monar­chischen System aufläoenbet wurden, sind mimuLhr un­vermindert auf die republikanische Ska.itsform ft bergt- gangen

Herr Hitler hat Recht, wen« er ausaefttbri bat, daß der, Hochverrat das einzige verbrechen ist, das nur daun bestraft wird, wenn es mißlingt. Dieter Srundfatz muß auch nur auf die Angeklagten augewandt »erben. Ihr«

Tat ist nicht gelungen und dahee straffällig.

Der Staatsanwalt erörtert dann das P-oblem Kahr- Losiow-Seisser. Dft Frage, ob die drei Männer in strafbarer Weise sich an der Tat ber Angeklagten be­teiligt hätten, sei ftir di« Sckuldftag« belanglos. C-> sei selbstverständlich, daß^di? Frage einer strafbaren. Be­teiligung der drei Mnnner gewissenhaft verfolgt worben sei. Auch dafür, daß-fie sich vorher an den an den Vor­bereitungen für das Vorhaben bet Angeklagten beteiligt hätten, fei kein Beweis erbracht worden. Er sei also der Tatbestand de» Hochverrats nicht feststellbar. 8m übrige» werde die neuerliche Prüfung ber Strafbar» keil ber drei Männer mit aller Gewissenhaftigkeit verfolgt Die drei Männer hatten die wichtigsten Slaatsmill.-l unter sich, das Ausüben der Staatsgewalt lag nach wie vor beim Landtag und dem Gesamtministeriam. Der Kampfbund habe sich unter der Führung Hitler» von Anfang a« ernt unabhängige Machtstellunq ,»« verschaffen versucht. Dem sri nicht mit der nötigen Entschiedenheit entgegengetreten worden. Bei dem Verhalten brr Herren Kahr, Lossow und Seisser am 8. November dürft nicht vergessen werden, daß diese sich damals in einer furchtbaren Zwangsla ge be­fanden und daß sie rücksichtslos in den Staatsstreich hineingestotzen wurden. Dftjenigen, die das taten, hätten eine schwere Schuld auf sich geladen. DaS Verhalten Hitler- und seiner Leute beweise, daß sie »um «eußersten entschlossen waren. Die ittt MSntter bestrebten, nach ihrer Darstellung, im [Verein mit anderen norddeutschen Politikern bte Errich­tung ein?» nationalen Reichsdirektoriums .duf dem Wege der Reichsverfassung. Sicher Ober sei, daß die Führer deS Kampfbundes spätestens Ende Oktober erkannten, daß die drei Männer ander« Stile | lderfolgten und für einen Marsch nach Berlin !»icht zu haben waren. Ein Direktorium mit dem Namen Hitler-Ludendorff war nie zwilchen den ^Angeklagten und den drei Männern vereinbart worden, ßn einer von ber Verteidigung HitterS veröffentlichten Erklärung vom 10. Dezember fei ausgeführi, baß Hit­ler Anfackg November unb besonders am 6. November jpte Neberzengung gewonnen hab«, daß die drei 4 Männer nicht mehr zur Tat entschlossen steten. In ber Besprechung vom 6.November hätten Ute Drer vnzweibeutig angekündigt, daß sie fest entsch'oft ffte Drei unzweideutig angekündigt, daß fte jtg tnt-

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