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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesfischej Oberhessen

Die:?cerbt>;hme Bettung etfdielnt '»mal «Scheut»». Bezrigeorei« monatlich

2 D ark ausschließlich Zusiellungsgedüstr. Für eueialleehe Stummer« ieiolgt M Stteile oa. etemeat.ifuig«tBe tei« 6ti«$. - Vena, von Dr. L. tziyerortz. Tthc?

/*» Bit Hain. SBntbStutfetei ne« Jod. »ea. Koch. Markt 2123. Kerujprecher 55,

DottüdeeNoat»: Str. 5015 Imi Rtatrfrurt a. Mat«.

Marburg

LmlaZ. üen 21. Nörr Le«,tag

Trr «njeigrnvrei, beträgt für de« 9gef». ZellenmtLimeter 0,03 Soldmark. Amtliche » auoträrt Anzeigen 0,10 Goldmark. Bej ichwier.Sa, 50Aufschlag. Sammelanzeig. 100!. Busichlag. ' efletntn 0,°0 Eoldmark. Jeder Rastatt gilt eie Barradatt. Belege werden berechnet, ebenso Aurkunit durch die ff>ti*6ftsife(k und Zusendung der Angebote. Zatzluuq innerhalb 5 Tagen (1 Dollar 4,*D Eoldmark), Berechnung nach dem Berliner Mittel, hits dee Zahlunc«4Bh:;t«ng*tefit$. «erzugszinsen pro Tag «ach dem «ankztnaftch

59. ftfa.

1924 ;

lit jEoliitenom am htIMs>5Mel.

"Di? lgeröffentlichungen über die tschechoslowakische haben in England sowohl wie besonders in Aralien Aussehen erregt. Die italienische Regier »na erwartet, daß Poincare und Benesch «nderzügltlb vffizlelleAufklärung geben, um den nngllnstiaen Eindruck zu verwischen. Tie Dement i aus Pari» und Prag haben »war bereits etwas vernhigcnd gewirtt, be­friedige» aber keineswegs Das Dementi des Nchecbischcn Gesandten in Rem, in dem erklärt wird, bet: die Protokolle lediglich einen «idyig au« alten Zri- tnngsarlikei« darstellen und schon durch die bloße An- fpielung auf Italien sich alsollimpr deutsche Erfindung' «wiesen, wird sehr skeptisch aufgefaßt.

In Pari? erklärt man die Veröffentlichung in alle.' Teilen erfunden, in Prag eine Fälschung oder gemeinen Betrug. Das ist ja alles felbstvrrständ- kich GehrimvertrSge werben immer abgekugntt Ter schroffe Ton der Ableugnung ist dem Kundigen eher sogar «in Beweis für di« Echtheit der Dokumente. Der »Tag" weist gegenüber der Behauptung, daß Deutsch­land da» größte Interesse daran hab«, darauf hin, Mf dar Interesse auf dem Balkan für diese Dinge doch noch größer sei. Jedenfalls sei hier die Quelle zu suchen.

In der bekannten frankophilenBoss. Ztq." ergreift kr tschechische Gesandte, der Sozialdemokrat T u t a r, da» Wort zu einer lahmen Absenguung und E « grgnnng. Er fragt schließlich, weiches Interesse die Tschech« für einen »egen Deutsch land ,ericht ten Bertr^ babc. DerTag" antwortet ihm lehr treffend:ES ist vielleicht das schlechte »Aew'Neu, das eine Regieruno empfinden muß. die drei Millionen Deutsche zu Shutt- bürgern zweiter Ütta'fe ernichrigt und ihre Kultur und ihre Sprache n-it allen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, am liebsten anSrotten möchte, «4 ist vielleicht das schlechte Gewllsen, da! dieser Regierung da» Einqeben auf sran zöstsche Wünfch« znm mindesten erleichtert.- Seit dem Vertrag mit Frankr-ich datiere das schlechte Einvrrneh. tuen der Tfchechei mit Deu'sckland.

DasB. T." beschäftigt sich heute noch einmal i.*£ eingehend mit den Aenßernngen des tschrcho slowa- tijtiw Außenministers. D-s B att bebt '»rttot. da- in d:n Artikeln 2, 3 und 5 des veröffentlichten V:r- ! sortwäbreud vonVorkehrungen gesprochen bi getroffen werben sollen und über b;e man Achverständigen" geteuft. Wenn d«S nur sinir- Äse Alchens r en w.t'en dann hätte d-r ginze Vor- trag Sinn. Man künd'ge an, daß mau sich torr Borkehluugen verständigen werde und hinter­her, wenn die Sache mtbtnutm werde, schwöre man, Wan Hobe nie «ine solche Verständigung gewollt oder ttjittt DieVerständigung" ft'ec dirVorkehrnn- grnf'. jn der man sich verpfl ch et hat, sei erfolgt und gestheben mit dem von dem Blatte veröffentlichten Geheimabkommen. Zur Widerlegung der Behauptung Leneschs. daß niemals ein geheimer Vertrag die Dsch-- . cho-Slew k >. mit Frankre ch v rknvpft hat«, urr-iff irchr üaS Blatt de « bishergeh «img echa l te » e» Bertrag zwischen Frankrt ch und der Tsche-bei, de: «m 28 10 1918 in Paris zustandegekommen ist. Er führt de» Titel:Tschechllch-'ranMifchet G H imver trag vom 28 10.1918". In Artikel 4 des Brr rrgos »erplsichte» sich die sranzisish« R Pub'ik Material e > rvngen für den erste nMusbau einer tschechischen Wehr­macht z» leiste^.

Artikel^wrnmt, v8st die Gesamtleitung der tschecho-, stotrakischen Wehrmacht auf die Tauer von 10 Jahren «) in der Leitung-Von militärischen Operationen gegen Deutschland und die Länder der Ssterreichi'ch ungarische" Btouard'ie sowie sich aus dieser neu bildenden Staaten- gruppe, bl in der Gesamtorganisatian der fschecho-llowa- Kfdwn Wehrmacht und c) in der Ausbildung auf allen Gebieten der tschecho-slowakischen Wehrmacht eine 60- gliedrige, au» französischen Generalstäblern and Oberkom- mifsaren bestehende, »am SriegSmin sterin» der Reprn Kit Frankreich zu ernennenden Militärmüsion über» chmmt Für die gleiche Dauer Vs« zehn Jahren wird ein ftjnyv 'Mier General aut de« Posten eine» EbefS de§ gesamten tschecho-slowakischen Generalstabs systrmisier: In Art. 8 verpflichte sich die tschecho-slowakische Regie­rung, ihre gesamte Innen- und Außen-olitik auf d e Durchführung der FriedenSverträge im Einvernehmen mit der französische« Regierung eiuzustellen.

Da»B. T." bemerkt zu diesem Geheimvertrag, daß Bestimmungen genau verwirklicht worden sind Die französischen Offiziere entfalteten tatsächlich, mit dem General Mittelbaufer an der Spihe, ihre sachmän «ische Tätigkeit im tschecho-slowakischen Generalstab 25«.- daS Blatt weiter auSsfthrt ,ist dieser Bertrag vom 28.10. foäter im Jahre 1921 noch durch andere geheime Ab­machungen ergänzt worden, und da die Form de»Ver­trag»" in diesem Falle vermiede« worsen «st, kann Herr Benesch sage«, er schließe keineGeheimveriräge" ab.

Berlin, 20. März. Der Berliner tschechoflo- wakische Gesandte veröffentlicht in derBoss. Zeitung" einen Artikel zu der Vorgestr gen Veröffentlich- Ang dr» französisch-tschechischen Geheimvrctrags. Er !'- »eichnet eS als rin Verdienst de»Berliner Tageblatts", Dokumente abgednirkt zu haben, die tm tl-rr or.ikv.eu Ungeheuer viel Böse» hätten ««richten Snse^Jtt gaur Europa und namentlich in den »v-iteren Beziehungen Wvische« Deutschland und der T'ch-ch-.stnur dir Ma« «uu im Lichte der Oefsentlichfeit tuu-eliegen könne, k « s« r weist auf die sfvr« der ^anMijMu^KrsiiMtic

und Deklarationen au» den letzten Jahren hin und nimmt an, daß da» Formular irgend eines Vertrage» benutzt, aber nicht richtig be­nutzt worden fei Inhaltlich ließen sich alle Dokü- meute widerlegen. Tusar wiederhelt die schon von Benesch gestellte Frage, wer ein Interesse daran habe das bisherige BerhältniS zwischen der Tschecho­slowakei und Deutschland zu trüben mb oieS gerade in einem Augenblick, wo Zusammenarbeit der beiden Staaten in Lebensfragen für beide am Platze wäre.

Rom, 20. März. Auch die Morgenpresse nimmt gegen Frankreich und die Tschechoslowakei Stellung. Der (Sortiere Jtaliano" führt ans, baß durch den Vertrag Deutschland ans die Knie gezwungen und Jtal ien eingekeilt werden solle. DieNuovo Paesa" hält die bisherigen Dementis für unzureichend. Tie Gazeita de Bopole" erklärt, e- sei wohl anzunehmen. daß hinter den italienseinolichen Intrigen nicht nur Frankreich, sondern auch Minister Benesch stecke.

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Sie LMttWdiM'MBW.

Wenig Grund zu Optimismus.

London, 20 März. Ter diplomatische Bericht­erstatter b'sTailv Telegraph" schreibt zu den Ar­beiten der SachverstSdigen, die Eindrücke ern- ster Beobachter in Paris über die Frage der wahrichein- licben Ergebnisse der SachverstLndigenausschftfse bören weit-rhin wenig Grund znm Optimismus. Mau fei in zuständigen Londoner Kreisen nicht mehr der Ansicht, daß die Berichte der Ausschüsse ein ange­messenes Material für die allgemeine Ne gelung bieten würden, insbesondere wenn der Verfvch gemacht werde, eine Einstimmigkeit zu erzi len. In diesem Falke würden die Fragen, womit man sich be- Jaife, wesentlich eingeschränkt werden müssen. Es sei Vn diskuri rbare» Problem, öö o« SartzoerstaMlstrii in dieser Werfe nach Art der Politiker Kompromisse fchlie- ßen sollten. Einige Kreise in London seien nachdrück­lich der Ansicht, daß Kompromisse dieser Art den Regie­rungen selbst überlassen werden müßten, nachdem oro Sachverständigen ihren Ansichten in Gruppen ohne sogar individuell eingehend, offen und sogar furchtlos Ausdruck gegeben hätten. Die Leute, die für diese Methode eintreten, erklärten, daß der Mißerfolg der zahl­reichen Reparationsvorschläge,' die bisher von Ans- fchüssen alliierter Sachverständiger ausgearbeitet und kur, darauf in jedem Falle undurchführbar au'gegebea wur­den, gerade auf die Tatsache zurückzuführen fei, daß die Sachverstäichigen darauf aagewiesen gewesen seien, Kom­promisse ,n schließen, um, koste e» war e» walle, etwas zu erreichen, was wie eine Lösung ans fäbe Eine sehr hohe Autorität habe vor kurzem zu ,1-eser Frage erklärt, eS sei, als wrnn zwei Aerzte am Krankenbett eines Patenten ständen und, nachdem fi" feinen Fall als Masern bezw Scharlach bezeichnet:- ten, im Interesse der fcärmonie beschlössen, den Fall als Pocken anzufeheu und zu behandeln. Der Bericht­erstatter fährt fort: Einige Alliierte gäben sich noch weiter der Täuschung hin, daß eine Anleihe von 59 619 150 MillionenBunb auf dem Londoner Markt für Reparationen aufgebracht wer­den könnte ES könnte jedoch nicht zu oft wiederholt werden, daß nicht die geringste Aussicht ans das @e Unoen einer derartigen Operation im gegenwärtiger Zeitpunkte bestehen würde. Tie City könne nur eine Anleihe bescheidenen Umfangs für die geplante $mif« swnsbank anfbringen. . . .

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Paris, 20. März. RachPetit Parisien" ist unter der Hand Verständigung darüber erzielt wor­den, daß die Berichte der beiden Sachverstöndigen- komitees alsbald nach ihrer Uebergabe an die Sie* parationskommiffiou veröffentlicht werden. Man glaubt immer noch, dag diese Uebergabe vor Ende dieses Monats erfolgen kann. Die Reparations­kommission werde, sobald die Berichte ihrem Ee- neralsekretariat zugegangen seien, eine Sitzung ab­halten und nach summarischer Kenntnisnahme der beiden Berichte ihre Dütteilung an die Presse be­schließen.

Paris, 20. März. Das Komitee Mac Kenn« hat endgültig die Ziffern festgelegt, die in seinem Bericht enthalten sei« werden, außer einem Punkt, der die Anhörung eines Mitgliedes des Earantiehomitees notwendig macht. Der Butget* ausschuß hat im großen und ganzen feine A r - beiten beendet. Er wird am Freitag noch von Dr. Popitz vom Reichsfinanzministerium er­gänzende Auskünfte cntgegennehmen.

Paris, 21. März. Der Unterausschuß des Komitees Dawes für Dankfragen hat heute vor­mittag seine Berhandlungen über die Eoldnoten- bank, das Komitee MacKenna die Abfassung seines Berichts fortgefetzt. Um 3 Uhr nachmittags hat eine Besprechung des Unterausschusses für Banksragen mit Reichsbankpräsident Dr. Schacht begonnen.

Paris, 21. Mär- Reimsdantpräsident Dr. Schacht hat non 35 Uhr mit

den Mim>H '»s'musies über die

lvrüiwu..g.t > ,v.3vu»a verhandelt. Er

überreichte «w t^ttjüicye Aufzeichnung über die

gestern an ihn gerichtete« Frage«. Die Eachoer- ständtgen werden die Angaben Dr. Schachts in den nächsten Tagen prüfen und am kommenden Monrag wiederum hierüber mit ihm verhandel«.

zmk Mi SffllMlltl

Zwei Nam richten, die gleichzeitig auS London kom­men, sind geeignet, Betrachtungen über die deutsch« und französische Währung anzustellen. Die erste Nachricht bestätigt, daß die Ban: von England der neuen Deutschen Golddiskontbank einen Kredit in Höhe von 5 M illioner Pfund der ReichSdank zur Verfügung, damit diese ihren Kapitalanteil an der Deilllchen Golddiskontbank zeichnen kann. Die zweite Nachricht besagt, daß in Newhork eine französische Goldsendung in Höhe von 6,5 Millionen Dollar eingetroffen ist.

Während also Deutschland feinen Auslandskredtt ohne Gestellung besonderer Sicherheiten bekommen hat, mußte sich Frankreich bereit siyden, effektives Gold an den ameri­kanischen Kreditgeber abzugeben. Preis für den amerikanischen Kredit wäre also an und für sich schon hoch genug wenn man nicht die berWigte Vermutung hegen könnte, daß außer dieser Gokdabgabe auch ein politi­scher Preis gezahlt worden ist. Wir glauben nicht sehl- zngeben. daß der konzentrisch« Druck auf die französische Valuta genügt hat, Herrn P-inear^ immerhin einfehen zu lassen, daß er n-cht allein auf der We" ist, und daß e» in der m d rnm Politik auch andere Mittel als die Waffen gibt, um ihm klarzuma^en. daß ein'«e seiner Fordernnge'- auf keinen Fall Anslichi auf Verwirklichung haben Es febeint deshalb, als ob Toinrat# sich vor der ameri­kanischen und englischen Ärebikufage bereitgefunden hat auf feine erprohitantesten Forderungen zu verzichten Täuschen wir uns aber deshalb nicht, die Sachverstän­digenberichte und besonders ihre Verwendung bei der fsteparallonSkommission werden noch fchwerste velastun- gelt tüFttnä bringen.

Am 6« Swmilff.

Pari», 28. März. Der Ministerrat hat heute vormittag de« 11. Rat als Termin für die Kam­merwahlen angefetzt.

Paris, 20. März. Di« Kammer genehmigte de« Eefetzesvorfchfag, der die Zahl der Abgeord­neten auf 584 festfetzt.

? aris. 20. März. Dir Kammer hat heute mor­gen die Debatte über das neue Armeegesetz fortgesetzt und die Att'kll durch einen vom Präsidenten der Re­publik unterzeichneten DekvetSbeschluß die Mobil- machnng cnj"orsn n. Im Öjgnfe der Debatte erkläre de: Kommunist Berthon, daß die Kommunisten die Ber- r.'ch-nng der permanenten Landesarmeen und ganz b> sonder» der französischen Armee durch die Sowitt- armee verfolgen.

Paris. 20 März. Sm SenatSauSschuß für avS- wäi 'igr Angelegenheiten erklärt« Senator Gasser, daß Frankreich die Wiederherstellung der allgemein:« Ka­lifats nicht begünstigen dürfte. DaS allgemeine Ka­lifat babc den Panislamismus zur logischen Folge.

Paris, 23. März. Der Divisionsgenerel Bro- iarb ist zum kommandierenden General des 38. Ar­meekorps, das zur Rheinarmee gehört, ernannt wor­den.

* e .

Die Frankenstüh««-,

S o nl) o n, 20. März. Der diplomatische Bericht­erstatter desDailtz Telegraph" schreibt, die Nachr'ch- ten seien unbegründet, wonach ein Kredit von »Millionen Psirnd an Frankreich zur Stützung de» Fra n- ke n auf Anregung der britischen Regierung gewährt wor­den sei. Die Transaktion fei rein privater Art und von einer Bank ohne Bezugnahme «ch das britische Schatzamt durchgeführt worden. Den gleichen habe der neuerliche Besuch des Gouveruoar» der Bank von Eng­land in Paris in feiner Weise mit der Gewährung des Kredlls oder verwandter Kredite in Zusammenhang ge­standen. sondern mit anderen Fragen.

Paris, 20. März Da' nach bet Schließung der Getreidebörse zwischen Berkäufern und Käufern eine Verständigung über die Auraleichungskurse nicht zu­stande gekommen ist, und am Dienstag infolge der Nichtzahlung größere Summen die Liguidation nicht statifinden konnte, sind sämtliche Mitglieder der ©e» trridehandelsverbände zuriickgelreten. ,

Bertranc« für das Kabinett Thennis.

Brussel, 20. Mürz. Die Deputiertenkammer hat mit 92 gegen 69 Stimmen bei 6 Stimmenthal­tungen eine Tagesordnung angenommen, die dem Kabinett das Vertraue« ausspricht.

Sas im tulilto 8aleris:5.

England und das Ruhrabenteue».

London, 20. 9*iär;. Auf eine Anfrage im NntcrbauS, welcher Teil bet Einkünfte Frankreichs aus dem Ruhrgebiet an England gezahlt «gerben würde, erwiderte Mac Donald, daß Frankreich und Belgien der Reparationsko mmiision weder Über ihre im Ruhrgebiet nnternom- menen Overationen noch über deren fian- iielltn Ergebaijje Bericht ermattet ftättü.

Die euMch« Regierung habe gemäß dem Vertrgg et« Anrecht auf 22 Prozent der deutschen Beträge. Tie B hauptungen der Regt mng « Frankreich» und Bel« giens mit Bezug auf die Rechtmäßigkeit der d«ref­fenden Maßnahmen und ihr Recht, die Kosten diese« Maßnahmen vom Werte der deutsche« Einkü-ifte * zuzithen würde von der britischen Regierung nicht anerkannt. Bi» zur dolle« Erwäge-nz der gesamte« Fragen durch die Reparationskommission und die not Friedensvertrag beteiligten Mächte könne keine endgül­tige Regelung erzielt werden

London, 20. Wfirj. Ter ParlamentSsekretitt bet Admiralität teilte mit, gegenwärtig seien der bri­tischen Flotte 84 Flugzeuge zugewiefen, wozu noch UebnngS- und Reserveflugzeuge kämen. Ihre Zahl soll' wahrend dieses Jahc^ auf 112 erhöht werden.

London, 20. März. Nach der endgültigen Fest» sielli.NL wurde bei der Ersazwahl für den Bezirk Wejd- minster Abb'y Mäbelfon mit 8187 Stimm.-« gegen Churchill gewählt, der 8144 Stimmen erhielt

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Sie ImM Wuie nt 6eri6L

Leipzig, 20. Mürz. Bor dem 5. Straffen«! be» Reahsgrrichts batte sich der iranzösisihe Hauptmann im Eeuerafftab d'Armont aus Paris «egen Spionage sn verantworten. Er war Leiter des dem französischen Konsulat in Bafel angegliederten Rachrichtenbüros, dem auch Stellen in Zürich und Bern nnterftanber. Sm 10 September 192$ wurde KStmont in bet RSle co« Singen verhaftet Vor Eintritt ht ble Verdank«, lung protestierte d'Armont gegen die Art feiner Sc> Haftung. Der Vorsitzende erklärte, diesen Protest tf» für bi« brütige Berbandtung ohne Bedeutung, da me darüber ,u entscheiden fei, ob «ine strafbar« Handl««» im Sinne der Anklage oatliege.

Do» Aeichsminifterium batte bereits im Mai 1921 von seiner Tätigkeit Kenntnis. Der Angeklagte ver­weigert« ied« Aussage zu der Anklage. Der Zeug« Biens, der am Montag wegen Spionage zu elf Fabre« Zuchthaus verurteilt wurde, batte im Auftrag« d'Armonts versucht. Nachrichten über die mürttembergU frfien Truppenteile ber Reichswehr zu erstatten. Nach Möglichkeit sollte der Offiziere ausborchen. Im ganz«« bat Biens 61 Rapport« nach Basel gebracht; er bat auch bestimmte Aufträge von d'Armont erhalten, bu et nach Möglichkeit auszufiistren versuchte. Einer bet »an d'Armont erteilten Aufträge, der sich auf ganz be­stimmte. mit Nummern bezeichnete Eebeimbefeb!« bcberet milttärifcher Dienststellen bezieht, wurde ver­lesen. Den Auftrag die Stimmung des bayerische« ' (erus über die Köniyskrage und die Trennung . Bayerns vom Reich zu erkunden und zu bleiern Zweck ., Erch.fchof von Samberg auszusuchen, bat dee 3cttge Biens als zu schmutzig nicht ausgefübtt. Der Zeuge Rubolf Senstle aus Lörrgch (Baden!, bet wegen Spionage zu 12 Jahren Zuch'baus pernrtettt mürbe, stand seit Mai 1922 in Beziehungen zu d'Armont anb batte von ihm den Auftrag erhalten, in Konstanz bt« militärischen Verhältnisse »u erkunden und ihm insbe­sondere Tagesbefehle und Befehle übet Hebungen usw. zu besorgen.

Rach langer Berbanblung wirb Hauptmann b'Af mont zu 12 Jahren Zuchthaus und 5000 M Esldsttafs verurteilt

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z MldtMWI.

Die Wohle« im besetzten Gebiet.

3m ganzen Reiche rüstet man äußerst eifrig zu beu bevorstehenden Reichstagswahlen und schon kann man die Kandidatenlisten fast aller Par­teien nach den Veröffentlichungen ihrer einzelne« Landrsverbände übersehen. Auch die Schwierrg» kette«, die durch das Zusammentreffen der (5er meindewohlen mit denen zum Reichstag hervor» gerufen wurde«, sind «u« wohl behöbe«. Eine Ver­schiebung der Gemeindewahle« um 8 bi» 14 Tag« kam «W in Frage, weil dann eine Kolision mtt. den Abstimmungen über ble hannoversche Frag» stattgesunden hätte. Eine Verquickung von Ge­meindewahlen mit hannoverscher Abstimmung aber hätte einen heillosen Wirrwarr hervorgerufe«^ denn die Stimmverhältnisse liegen bei diese« Wah« len so grundverschieden, daß ein Zufammenfalle« unerträglich gewesen wäre. Run hat man sich e«t- schlossen, und der preußische Landtag fall zu eine» diesbezüglichen Antrag in den nächsten Tagen Eiet» lung nehmen, die Eemeiadewahlen erst am 1. Iu«t ftattfinben zu lassen. Größere Schwierigkeiten ab« bieten die Derhältnlsie In den besetzten Gebieten. Die interalliiert« Rheinlandkommissio« hat zwa, den Wahlakt für den 4. Mai zugclaffen, aber 6U Bedingungen, unter denen er stattflnden soll.J sind so beengt, daß von einer freie« Meinungs­äußerung im Sinne der republikanischen Versasiunz. wohl kaum noch die Mede sein kann. Jede For m von Agitation ist unter den gegebenen Verhältnissen unmöglich. Kein Flugblatt, keine Zeitung, kein Wahlredner könnte den doch fg nötige« Beeinflussungsversuch der Wähler unter- nehmen. Zudei«: ist augent-licklich kein deutslhcr- Vertreter mehr bei der Rhcinlandkomimsiion, s« daß jede entstehende Schwierigkeit praße blplo-« matijche Ws, «goibtit«. tzereZ Iljoig ia güe*?