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Amüiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheffischej OLerhessm

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DirDbfrbefftlifce Zeitung" er'cbeint leoemal wöchentlicd. Tezngsvieie monatlich ! 2)''ert ausschließlich ZusieUungsgebüht. Röt ausiallrsd« Rammet» miolge Streite ob. eiemennrretgeiiie tri» (rtiag. $et.oj non Dr. C. Hitzetotd. Ltuck 6er Univ.»Bulddrucketei noir Jod. Smo. Koch. Markt M.23. RetHipredjer, VoRidierftonto: Nr. 5015 Amt Rrenfiutt «. Mair.

Marburg

Sieistag, öen 18. März genjittfl

Ter Anzeigenorei» beträgt iür de« 9 geiv. Zeiteninilltmetet SM Saldmatk. Lmtttche e. auswctt. Anzeige« 0,10 Goldmart. Bei idieier.Sog 50'>Lunmlag. 6ammela»»etg. 100/, Auf chlag. :> eUamen 0,:i0 Goldmart. Leder Rabatt gilt al» Barradatt. Belege werde« beiNbret, ebenso Äustunn dar« die Geichäitsltelle und Zusendung der Angebote. Zahlung i Verhalt» 5 Tagen (1 Dollar 4,20 Goldmarts, Berechnung nach dem Berliner Mittel, fürs des Za! lunes-Eiagongstagee. Verzugszinsen pro Tag «ach dem Bankziussutz

so. m 1924

Die 6oMeiii)iotn-MMt.

/ Paris, 18. März. Das Komitee Mac Krnni |el geflern Vormittag und Nachmittag getagt mtb W über die bis jetzt in der Schwebe gchliebenm P.rnkie L' Wenigstens zu vorläufigen Schluß fvlgeriin

Den Cs wird beute Vormt'ag mit der Prü­

fung seines eudgiltigcu Berichts beginne!«, von dein Mac Kenna selbst schon einen Entwurf ausgearüeüet hat. Die Mrb-ittn des Unterausschusses lverden zwei­fellos: iche Woche beendet werden mit Ausnahme der krledigung einer kleinen Anzahl von Fragen Es so'l hier daö Fouschresten der Arbeiten des Komitees Daives abgewar «' werden. Der Bankuntcraussckuß Hai seinerseits die Prüfung der Eisrnbahnsrag: fortgesetzt, ikr wird wahrscheinlich binnen Kürzeln die Sochveri ständigen Leverve und Will am Acworth brrnf-n, um sie z» bitt. n. sich über eine weniger umfangreich Fassung chreS bricht; zu verständigen und sic to t er wir Borstblagcn zu Rate zu z ehen, in welcher Fortn pe ihre Arbeiten 86 ar die Eisewdahnfrage in einen ^lgemeinen Bericht einsügen wollen. Heute wird sich her Unterausschuß mit der Emissionsbank beschäfti­ge». Auch der Redak.ionsunterauSschuß und die Bud« Hctunterkommiss on werden ße tit Sitzungen abhal en. heule Nachm t ag findet e n: Bo I i mng des Komi e-.'s Dawes statt, die der Prüfung der Arbeitra ber Nnter- «rsschüff: auiomet ist. <

Pa rtS, 174. März. Die Unterkommission für - ' Baukfragen des Ausschusses Dawes hielt hu-te mor­gen eine Sitzung ab und befaßte sich mit der dent« scheu Eisenbahnfrage und dem Problem der Barzah- dingen, die während der Dauer des MörawciumS von Dmtschland Pt erhalten sind. Der Ausschuß Mac Kenna hielt heute Vormittag rMichfälls eine -Sitzung ab. Beide Komitees werde« heute -Wach- Mittag ihre Arbeite» fortsetzen.

Berlin, IG. März. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist lautZeit" am Sonnabend von Paris Wieder i« Berlin ein getroffen und hat am Vormittag dem R'ichskabinett über sein Beehandlnngen mit den Sachverständigen Bericht erstattet. Er begibt sich Dietts'ag Abend wieder nach Piel».

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Berlin . 147. März. DasBerliner Tazebl." be« handelt heute die demnächst zu erwartenden Vor« stbläa: ke>- Sachverständigen, die, wie das Blatt auS« fklut,. wahrscheinlich eine gewisse, zwli'ellos wohltu« *.tt* wivtlchaftliche Klärung und auch ein Mora­le ri um bringen dursten. Man dürfe auch annch- tofit naß Deutschland eine aligemcine Finanz- ko «br»lle erspart bleibe und die Prüfung sich ui auf btt eigentlichen ReparationSqucl eu erstrecken * te fix;- Die Sachverständigen schiene« ferner bereit zu l'.itt, die Bahnen im Rhein« und Ruhr- gebiet von der Fremdherrschaft der Rege zu er Lösen und die Einheit der Reichscisenbahu wi derherzustell-n. ES sei auch klar, daß unter den ße e w r igm Zustän e.r dir RahriBustric sich w'eder lr. stg n und Deutschland nicht lsistuvgSsähig werden könne Tas Blatt warnt jedoch in diesem Zusammen« Haug vor hem Gedanken. die Reichscisenbabnen in t u* A timges llichL^nmzuwanLe n. in ter bin« die Hälfte des. Aktienkapitals den Gläubigerstaaten zu« - V- feesp rochen werden soll. Es sei nicht einzusehen, wa­rum man sich nicht mit den Sicherheiten begnügen Weste, die auch sonst in der Welt den Inhabern von Obligationen gewährt werten. Irgendwelche Aktien- tz.l<ltfchüft könne bei der Erledigung deS N.parations« handils Hine festere Stütze sein als das System, das Deasichlc.ud heute in der deutschen Reichseisenbahn brsk e E uc rn er.* lösunz der Ei enlahnfrage wür e, so sitzt das Matt hinzu, auch wieder die deutsche Serbsd- stLudigk.it schmälern und deutsche Sourecäni.ärsrechte zum mindesten bedrohen.

London, 17. März. Der diplomatische Be« rlcht.'istattei desDaily Telegraph" schreibst, wenn ! die Sitzung des Dawes-Ausschusses, die in den ersten lage.1 dieser Woche statlflndet, nicht ein höheres?Jin§ k« Vertinbarungen unter den Sachverständige» als i bisher ergebe so werde terBericht des Ausschass-s sicher 1 *Q1 n eitere 10 Tage oder 2 Wochen oder noch mehr

drrzkgert werden. Der Hauptmeinungsstreit betreffe He Fragen Baezchlun-en ober Sachl efreangen. sowie He Ktdingt-vgen d s v r e chl g nm Mora er.uml und den Anhang, sowie die Anwendung internationaler ! Ink-.her.. Es gebe in dem Ausschuß wahrfchein-

: lüh keine zwei Delegationen, die in diesen Fragen

dollkvmmen übereinstimmten.

Paris, 17. März. Sir Robert Kindetsley er« 8äktc einem Vertreter be3Petit Parisien", qinsicht- s kich b:r Arbe een des Ä.>m tt3 Dawes sei t: imm r noch sehr optimistisch bezüglich des Endergronisies. l Bhcr man dürfe die Berichte und die Lösting nicht zu früh verlangen t es fe en zu schwierige Probleme, di? Dndier: würden. Es seien die letzte Etappe, die zählte. ' Sic körnte nur mit Erfolg überbrückt treiben, wenn fcan d r Sqchve-ständizrä Zeil ließe. Uumögsich jei es,

hal ber- Schlußfolgerungen zu zehen, wenn man sie iauwovifi'-rte. Man müsse a so Erduld haben.

Paris, 17. ML». Dem Tag" wird geschrieben: Trotz des zur Schau getragenen Optimismus der Sach­verständigen, wie er auch In einer neuesten Aeuberung der beiden englischen Vertreter Sir Sinrersleo und Sir Stamv über den Stand der Sachverständigenarbel- len zum Ausdruck gebracht wird, stimmt in politischen Kreisen die Verzögerung der Abtastung der Sachver- ständigenberichte alles andere als opti­mistisch. Der Ausschub gegen die deutsche Kapital­flucht unter dem Vorsitz Mar Kennas, der jetzt wied-r keine Sitzungen ausgenommen bat, bat noch nicht mit der Abfassung seines Berichts an die Revarations- kommistion begonnen. Man spricht jetzt ganz ernst da­von, bah die Berichte in den Händen der alliierten Regierungen nicht vor der zweiten Aortlwoche sein werden Die Lage n?irb dadurch immer kritischer, deck mit dem Ablauf der Micum-Verträge am 15. Aori! ein vertragloker Zustand ohne deutsche Eachlieserungen und mit Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet eintreten wird. Diese Gefahr kann nur durch Angebote Frankreichs für eine Verlängerung der Micum-Verträge gebannt wer­den. wofür aber vorläufig keinerlei Anzeichen vor­liegen. Für die deutsche Industrie jedenfalls ist eine Wetterführung der Micum-Verträge unter den bis­herigen Bedingungen ausgeschlossen.

Berlin, 17. März. Die Reparationskommts- sion hat süngst die Aktien der Petersburger Gesell­schaft für elektrische Beleuchtung zum Einhcitskurs von nur 25 Schweizer Franken verkauft, während der Kurs an der Zürcher Börse zur Zeit des Ver­kaufs 5055 Schweizer Franken betrug. Der Ver­kauf ist also nur zur Hälfte des Börsenpreises er­folgt und damit auch die Gutschrift zugunsten Deutschlands auf Reparationskonto außerordentlich geschmälert worden. Der deutschen Regierung stehl bei der Verwaltung der an die Reparationskommis­sion ausgelieferten ausländischen Werte keinerlei Einspruchsrecht zu, wenn sich bie, Reparationskom- mifsion auch im allgemeinen von deutscher Seite be­raten läßt. 3m vorliegenden Falle ist deutscherseits unter Hinweis auf die Vorgänge bei der vor­erwähnten Gefellfachft seit Jahresfrist dringend da­von abgeraten worden, die Aktien zu veräußern. Die Veräußerung ist gleichwohl erfolgt Auf den Hinweis wegen des ungünstigen Verkaufs hat die Reparationskommifsion erwidert, daß sie allein die Verantwortung für den Verkauf trage. Die deutsche Regierung war demnach nicht in der Lage, diese Art der Verwertung deutschen Eigentums zu ver­hindern.

Sil neuer Samtimh?

London, 17. März. Dem Pariser Bericht­erstatter de«Daily Mail" zufolge wird in Paris erklärt, die nächsten Monate würden eine unver­gleichliche Gelegenheit für die Erörterung des vor- gefchlagenen gegenfeittgen Berteidigungspaktes bie­ten. Die Erörterung könnte zu gleicher Zeit, jede z getrennt von-der Erwägung der Berichte de- alliier­ten Sachverständige», mit diesen erfolge«. Repara­tionen und Sicherheit bildeten die beide« unerbitt­lichsten Grundsätze der französisch-» Außenpolitik. Sicherheit bedeute jetzt ersten, die Bersiche- ruug, » Deutschland eniwaffuet sei, und dann die Ueberuahme der Kontrolle der Eatwaffuuug «ud Eutmilttari- sierung de, Rhrinlaude« durch den Böl- kerbund, zweitens die Bildung geg< ; Zeiti­ger Pakte zur Garantierung - r ge­genseitige« Greuze» unter der Aufsicht des Völkerbundes, drittens die Schaffung eine, gegeuseitigeu Lerteidigongspaktes zwischen Eroßbritaunieu, Frankreich und Belgien gegen deutsche Angriffe.

Der Berichterstatter der »Daily Mail- erklärt, wen» die französische Regierung Reparationen und die Sicherheit erhalte, wie sie oben auseinander- oesetzt wurden. sowürdesieeiuegroßeVer- miuderuug ihrer militärische« Streit­kräfte und ihrer A«,gaben vornehmen.

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Wlirte £w in dn MH.

Man darf sich über die Sage der Pial» keinen trüge­rischen Hoffnungen fcingeben. Der offene Kamps zwar ist beendet, aber unvermindert lastet der französisch' Druck auf diriem Lande, der setzt hinten herum durch Verord­nungen und Skbiione ousoeübt wird. Die Ergebnisse bei zweiten Pfalzreise bet iutcrall ierteu Sonderkammisstev legen von diesem Zustand beredtes Zeugnis ab. Sie hat bei ibp-n beschränkten Vollmachten fast gamichts erreicht. Dtc Rückkehr der von den Franrm'en Ausgewiesencn oll von Fall zu Falt ausger chnci vom Genera! de Metz ntoMtooL'enb;' geprüft werden. In. der Frage der Wicd't- bcwafsnung der deutschen (SenDaimerie und Polizei bat man ein halbes Veriprechen des Generals be Metz: die deutsche« Polizeirräfte sollte« ihre Waffen wieder crbalteu, wenn ein diesbezüglicher Antrag von deutscher Seite eingrreicht worden ist. Die vutwasmung der

Sonderbündler geschieht auch in recht eigenartiger Weise: Die deutsche Polizei darf jeden bewaffneten Sonoeo- büudlev festnehmen, der keinen or?ttimn$mägigtn Waffen­schein hat chie Franzosen aber erklären, ihre eigenen Scheine fürordnungsmäßig^^, und welcher Svnderbuns- ler hätte nicht einen solchen Schein von den Franzosen in der Hand!? Bor allem in der Frage 0® trän« zösischen Repressalien hat sich gomichts geändert Wir wollen im Reiche unsere deutschen Brüder in der Pfall nicht vergessen, auch wenn sie jetzt e*nen stillen Kamp' auszufechtru haben, der aber nicht weniger zäh ist als der offene Krieg gegen sonderbündlerifchen Terror.

London, 17. März.Daily News" schreibt, die letzte Information aus der bayerischen Pfalz sei sehr beunruhigend; sie zeige, datz^die kürzliche englisch-französische Regelung nicht befriedige, da die Sonderbündler trotz ihrer Al>- ichüttelung ihre politischen Pläne in besonders un­heilvolle: Form fortsetzen. Die Sonderbünd- l e t hätten sich jetzt an die Spitze verschiedener Kör­perschaften von Arbeitslosen gestellt und mit Hilfe reichlicher Versorgung mit Geld und Waffen einen Terror geschaffen, der, wie es heiße, ebenso groß sei wie in den Tagen, wo die sogenannteautonome Regierung" die Konttolle in Händen gehabt habe. Noch ernster sei die Behauptung, daß die örtlichen französiscken Militär-Befehlshaber diese neue Bewegung heimlich unter st ätzten. Es erscheine vollkommen klar, daß keine Rückkehr zu dem normalen Zustand ordentlicher Sicherheit erfolgen werde, bevor nicht die zwei oder drei füh­renden französischen Offiziere in der Pfalz gänzlich zurückgezogen würden und die früheren Beamten, die der bayerischen Regierung wirklich verantwort­lich seien, wieder in ihre wichtigen Aemter eingesetzt seien. Es sei klar, daß bei der augenblicklichen Stimmung in Deutschland die bevorstehenden Ver- bant:langen in einer gefährlich gespannten Atmo­sphäre beginnen würden, wenn nicht vorher die Pfalzfrage aus dem Wege geräumt sei.

Die Pfalz-Kundgebung in München.

München, 17. März. 9tn der gestrigen Kund­gebung auf dem Königsplatz nahmen 10 000 Per­sonen, darunter auch 1500 vertriebene Pfälzer teil. Die Kundgebung gipfelte in der Annahme eilte» Entschlusses, in dem das feierliche Gelöbnis ab­gegeben wurde, der Pfalz jederzeit treu zur Seite zu ftchen und in keiner Weife in eine Trennung der Malz von Bayern und dem Reich einzuwilligen, und nicht zu ruhen und zu rasten, bis der deutsche Boden wieder frei ist von entwürdigender Fremd­herrschaft.

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Sie ilWhluMti MhWMen.

Berlin, 16. Mär». Die Blätter veröffentlichen die Antwort, welche vorn Reichsfinanzministerium im Reichstag auf die Anträge des Abgeordneten Hergt wegen der Höbe der Besatzungskoften erteilt worden ist Danach betragen die inneren Besatzungskosten bis sum Ende des Kalenderjahres 1923 insgesamt 1 329 743 020 ffiolbmart. die äußeren 3 784 359 396. In den Jahren 1923 und 1922 haben sich die Alliierten an den tm sogenannten Finanzabkommen vom 11. 3. 1922 vereinbarten Höckstbetrag der nicht unter Artikel 812 des Rtzeinlandabkornmenr fallenden Besatzungskoften von 220 Millionen Eoldmark nicht gehalten. Die Höbe der monatlich an die Bcfatzungsbebörden bezahlten Markvorlchiisie beträgt zurzeit rund 7 Millionen Eolb- marl_ Seit Januar 1923 haben Beschlagnahmungen von öffentlichen unb privaten Geldern seitens der Ein- druchsmächte ftattgefunden in einer Eefamtböhe von schätzungswesie 50 Millionen Eolbmark. Die Aufwen- für militärische Anlagen, Kasernenbauten ufro. für bas alt- unb neufrcfeWe Gebiet belaufen sich auf r«nb 29,5 Millionen C, dmark. Die Belastung bes Reicks aus Erstattung von Reanifittonen an bte Kom­munen ober bte Bevölkerung beläuft sich tm Kalender­jahr 1923 im altbesetzten Gebiet auf 52 800 975 Gold- matt, tm ncubesetzteu Gebiet auf 41 95 999 Goldmatt.

Ktzln, 17. Martz. Der englische Bezirksöele- giTtt hat an die Bevölkerung des von den Engländerm besetzten Gebietes eine Bekanntmachung erlassen, in. der er vor unerlaublem Waffen« und Munitionsbesitz w tut uns zur Abgabe »och vorhandener Waffen und Munition bis zum 21. März mittags auffotberL Dir Verordnung sieht für die Zukunft eine verschärfte Amvendung der bisher geltenden Strafbestimmungen vor.

Anr dn smzWeii fiwtr.

Paris, 17. Diärz. Die Kammer hat heute morgen die Debatte über die Steuerprojekte der Regierung fortgesetzt und der Reihe nach Art. 34 bis 50 erledigt, welche alle ohne größere Abände­rungen angenommen wurden. Unter den betref­fenden Artikeln befindet sich auch ein Art. 39, wel­cher eine ausnahmsweise Nachprüfung der Ab­schätzung des Bodens im Jahre 1924 fordert.

Paris, .17. März. Bis 1 Uhr mittags hat der Senat in Fortfetzung der Beratungen über den

Finanzentwurfdie Artikel 34 bis 44 mit ge­ringfügigen Aenderungen, die im Einvernehme« zwischen Konuniiston, Plenum und Regierung vov genommen worden, angenommen.

P a r i s, 17. März. Havas meldet aus Madrid, daß die Ausfuhr von gemünztem Gold und Silbit durch eine Verordnung von neuem verboten fei. Das Verbot erstrecke sich auch auf die Notenbank von Spanien. Reisend«, die nach dem Auslande gehen, dürfen höchstens 5000 Pesetas in Banknoten mit- nehmen.

Pari», 17. März. Nach einer Meldung aus Brüssel empfing der neue Minister für auswärtige Angelegenheiten, Huysman, den deutschen Ge­sandten o. Keller.

Der Abrüstungsschwiudel.

Paris, 17. März. Nach einer Meldung der Chicago Tribüne" aus Washington beabsichtigt der demokratische Abgeordnete Byrne« im Reprä- sentatenhaus einen Abänderungsantrag zum Ma­rinezusatzbudget einzubringen, in dem Präsident Coolidge aufgefordert wird, eine neue Konfe­renz zur Einschränkung der Rüstunge« zur See einzuberufen. Di« erste Washingtoner Kon­ferenz hat nach dem Antragsteller dem Wettrüsten kein Ende gemacht, sondern nur feine Form gewan­delt. Byrnes führt weiter Beschwerde darüber, datz. nachdem Präsident Harding den Senat getrenm und sich für den Anschluß der Vereinigten Staate« an den Haager Schiedsgerichtshof ausgesprochen hat, Präsident Coolidge nichts getan habe, um diesen Plan zu verwirklichen. Man könne sich nach alledem nicht wundern, erklärte Byrnes, daß Die Frguen in Amerika sich immer noch fragten, ob nicht die Säuglinge von heute die Schützengräben von morgen füllen würden.

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Am feem nglilA» Minis. z

London, 17. März. Im Zusammenhang mit bim Ersuchen des Papkes an bk britische Regierung, eine offizielle Note Jn üt russische Regierung ju über­mitteln, in bet btefe gebeten wirb, 0«n römisch-katholischen Erzbischof von Petersburg und andere Bischöfe und Priester wieder in Freiheil zu setzen, wurden mehrere An­fragen an die Regierung gerietet. Mac Donald ertoibear, obgleich bte britische Negierung in dieser Frage offiziell nicht intervenieren könne, werde sie jede geeignete Ge- legenheit, inoffiziell bet bet Sowjelregierung vorstellig zu werden, benutzen. Mac Donald erjärtr weiter auf eine entsprechende Anfrage, es seien keinerlei Vorkeb« runpett für die Neubesetzung des Gesandtrnposten tu Budapest getroffen.

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Der Mr-InM.

München, 17 März. In bet heutigen Somit« taussttzung wurden die Zeugen Sauitätsrai Dr. Pit­ti n g e r, Kaoitänleutaant Ehrbatdt, Äoroetten« kavitän ft a u f f et unb Maiot Hunglinget aufge­rufen. Nach bet Mitteilung bes Vorsitzenden war die Zustellung bei Vorladung an Ehrhardt nicht mög­lich, da et in bet dem Gericht angegebenen Wohnung nickt angetroffen routix. Zunächst wurde darauf bei Zeuge Sanitätsrat Di. Sitlinger, bet Bundes- vutsihenbe von ,.Sauern unb Reich" vernommen. Auf eine Anfrage bes Vorsitzenden machte bet Zeuge zu­nächst die Feststellung, es fei richtig, bah et Ende Ok­tober bei Söhnet gewesen wat unb mit ihm beforschen habe, ob et bereit fei »u einte aktiven Mitarbeit int Sinne bet vaterlcinbischeit Belange unb im Sinne bet General ft aatstommiffariat 9. Sahnet habe starke Bebenken gehabt, weil et glaubte, bah Kahr dach nickt die nötige Aktivi­tät besitze. Diese Meinung sei auch br ben vatet- länbischen Setbänben vorhanden gewesen. Die Frage bei Aktivität habe sich aber darauf bezogen, da» Kahr als derjenige betrachtet mürbe, bet bie grobe wirt­schaftliche Not zu milbetn imftanbe fei. Zeuge habe bann ben Baran Aufseß gebeten, Kahr in feinem Auftrage mitzuteilen, bie Stimmung in den na* tcrlänbiftben Verbänden fei feine gute weil von Seiten bes Eenetalkommifiatiat» bie Erwartungen auf De- bchung bet allgemeinen Not nicht erfüllt worben feien unb er lebe. beute schon ben Tag kommen, wo diese Stimmung baju führen werbe, baß die Kahr treuen Verbände ihr Tieuverbältnis lösen werben. Et, Zeuge, werbe bas niemals mitmacken unb er werbe sich bann lieber vollständig aus bet Be­wegung »nrückziehen als in Gegensatz zu Kahr zu kom­men. Hebet feine Reife nach Rosenheim befunbete Zeuge, im Auftrage des Eenetalkommiüars habe et sich am Morgen bes 9. November nach Rosenheim beneheu. um bie Leute des Chiemsees aufjullären. Der Sluftrag ging dahin, bie Leute bes BundesBauern und Reich" in ^Rosenheim »u sammeln. Er habe deutlich a< sagt, baß Kahr es ahlchne einen Vu-sch mitinsachen unb baß er den Putsch niedcrfchlaae < welle.

Der Bund habe sich bereit erklärt, nötigenfalls sich der Polizei als Hilfsdienst zur Scifügimg zu stellen.

Der Botsiv-mde bezeichnet bi fe Darstellung als nicht übereinstimmend mit den Auslagen des Angeklagte« Pöhner. .

Pöhner erklätt hierzu, bei der erstcn Besprechung seien sie sich übu das Bersagcn LahrS voilkomrnen klar