Amtliches VeMndrgungsblatt des Kreises Marburg.
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Anzeiger für (das früher, kurhessische) OLerhessen
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München, 15. März. Bei Beginn des heutigen 16. PerhanKlungStages verliest der Vorsitzende eine Richtig- Rettung der Kardinals Faulhaber in der unter andern zu den Darlegungen des Generals Ludendorff sestge- fcllt wird, der Kardinal habe niemals-etwaS von dem Plane gekannt, wonach er einen Zusammenschluß Bay- rnS mit Oestcrretchund jte Trennung vom Reiche betrieben haben soll. Auch die Behauptung sei unrichtig, der Kardinal Labe während seiner Reise nach Amerika die Versenkung Vtt „Lusitania" als völkerrechtswidrig bezeichnet. Weiter habe der Kardinal in Amerika niemals über die Schuld im Kriege gesprochen. Schließlich w'rd zu der Behauptung Ludendorff-, der Kardinal sei während des FuckS- DkachhauS-Prozesses in Amerika gewesen, erklärt, wenn ^sermiS die Auffassung erweckt toeiben soll, der Kardinal ; hätte Grund gehabt diesem Prozeß auszuweichen, so Wäre daS eine weitere unwahre Behauptung. - Zu diesen Darlegungen erklärt Ludendorff, er be. halte ich vor, dazu Stellung zu nehinen.
Hierauf teilt der Vorsitzende noch ein Schreiben H«S Generals v. Lossow mit, worin dieser die Bor- Übung beS Gerichts ablehnt und deshalb nicht erschie» •en ist.
Das Gericht schreitet dann zu der Vernehmung deS Hrno.en UniversitätSpwsessor Geheimrat Döberl. Der Zeuge, der vereidigt wird, gibt seine Gindrücke aus hem Bürgerbräukeller wieder. Er habe bei diesen Vor« Hängen keinen Moment au dem Ernste von KahrS gezweifelt, den er auS verschißenen Grün- kn einer Verstellung nicht für fähig halte; dagegen hatte kr bei Lossow den Eindruck, daß eS diese» «ich! ernst war.
Der nächste Zeug«, Kaufmann H. Hellmuth, be- sundrt zu der sogenannten Händedrucks;ene, Kabr habe die 6tn von Hitler hingehaltene Hand ergriffen und heftig •rschüttelt _ >
Hauptmann H. Bergen von der Landespolizei gibt Ito, er sei Verbindungsoffizier von der Polizeidirek- ikon 8ii General Danner gewesen. Lossow sei l-tl feilt in Eintreffen über die Behandlung im Bürgerbrüu- fcfler außerordentlich erregt gewesen. Für ihn habe der Eindruck bestanden, daß Lossow nicht rr n st l i ch m i t m a ch e.
: Hierauf wird der Kaufmann v. Schiernach vrr- ' »am men, der darüber Auskunft geben soll, daß Profess»!
Gmier im Einverständnis mit Kahr an allen »öguchen Abenden öffentlich zum Marsch nach Bei-Uh au'gefordert haben soll. Zeuge erinnert kch einer Besprechung, anläßlich c'ner Zusammenkunft kr Vorstände der vaterländischen Verbände in Mün- *en, bei der Professor Bauer geändert haben soll, daS Nichtigste sei nunmehr gegen Berlin energi« i Ich er vorzu gehen. Diese Aeußerung sei jedoch * «tt im Sinne eineS gewissen Druckes zu versteh»« fftyefin. Die Frage de» Justizrat Kohl, ob der Küstri- *tt Putsch nicht nur ein Verprallen gewesen sei, läßt kr Vorsitzende nicht zu. In seinen weiteren Darlegungen ist jfbodj der Zeuge der Ausfassung, daß eS sich «w einen tatsächlichen Marsch nach Berlin gehandelt habe. Da hier ein Widerspruch in der «us sage der Zeugen liegt, wird die tpeitere Vernehmung i ks p,titgen in geschlossener Sitzung beschlossen.
Weiter wird v.Lossow in eine weitere Strafe rben 50 Mark wegen Nichterscheinens genommen. Ben einer Vorführung Lossows, die von der Verteidigung kantragt war, verlautet nichts.
Weiter wild dann der
Professor W. Bauer, der Borfitzende bet Bereinigung vaterländischer Verbünde
disgecusen. Bezüglich der Aeußerung „Nicht los von Berlin", sondern „Auf nach Berlin" führt der Zeuge ML, er habe in Berlin in einem KreiE gesprochen, bei •elcher Gelegenheit Abgesandte aus allen Teilen des Reiche» zugegen gewesen seien. Gegenüber gewissen kparatistischen Bewegungen habe er betont: „Sticht LoS b»n Berlin", sondern „Auf nach Berlin". In ein« Näk im ZirkuS Krone in München «habe er zum AuS- kuck gebracht, daß man der Berliner Regierung nicht bttt Gefallen eines Kapp-PutscheS tun AÜrfe. Die Frage, ob Kahr tatsächlich von einem Marsch ••ch Berlin gesprochen habe, verneint der Zeuge.
Gegen diese Aussage wendet sich der Ange- j Bogle Pöhner, der dem wLersprichr, wa» « selbst im ■ SeneralstaatSkommissariat gehört habe. RechtSanwatt • bkder fragt Bauer, ob er einem Herr gegenüber auf dessen Urage, Ittarum, hätte denn Kahr den Marsch nach Berlin •nllrnehmen können und nicht Hitler? geantwortet habe, k» darf man nicht sagen, sonst kommt Kahr vor b«n StaatSgerichtshof.
Zeuge Bauer bestreitet diese Worte nicht, « kann sich aber nicht mehr genau der Work erinnern. Auf eine Krage de» Vorsitzenden, wo die neue Verfasse« g AeSgearbeitet worden sei, erNärt Bauer, In Nerlui, i
tn den Kreise« des alldeutsche« Verbände«. Äeiwgung.) Weiter sagt der Zeuge auS. daß er selbst in Berlin auregte, eS sei höchste Zeit, etwas zu unternehmen, man müsse aber vorh« etwas schassen. Darauf fe ihm geantwortet worden: „Das ist schon geschehen." «eiter wiske er nichts über diese neue Verfassung Aus ke Frage der Verteidigung, ob die ihm unterstellten «rbände die Sache als legal betrachtet häi- •e«, falls Kahr mitgemacht hätte, antwortet der Zeuge, da» könne er weder mit N* noch mit Nein beantlortrn, weil die Kni-
AmillhM de; EmöAi'WgzMes in dem stlnizWe» Senat.
Paris, IS. März. Pie Nachtsitzung des Senats ist um 1.30 Uhr beendet. Es wurde zweimal ab- gestimmt. Einmal über den Text, den die Finanzkommission zu Artikel 1 betreff» der Ermächtigungsgesetze voroeschlagen hat. Er wurde vvm Senat mit 124 gegen 41 Stimmen verworfen. Der erste Teil der von der Kammer angenommenen Fassung des Artikels 1 (Ersparnisse in Höhe von 1 Milliarde^ wird mit erhob men Händen ratifz'ert. Der zwei« Teil des Ar- l'k ls, der die Ermächtigung zu bes nd-«n G sitzen vor- si ht, wird mit 154 gegen 139 Stimmen angenommen. Der genannte Artikl 1 gelangt mit 161 gegen 128 Stimmen zur Annahm«. Die Abstimmung in der Frage des Ermächtigungsgesetzes hat also eine Mehrheit von 15 Stimmen zugunsten der Regierung ergebe«. — Sofort zu Beginn der Sitzung ergriff Poin- carö das Wort zu einer langen Rede, in der er den Standpunkt der Regierung begründete und seine per- sönliihe Äufsasfung von dem Parlamentarismus umständlich zum Ausdruck brachte. Pineare sagte: Mt einer knappen Mhcheit ist der französische Ministerpräsident im Senate Sieger geblieben. Dir ?lbstim- mungsvcrhältnisse zeigten eine gewisse Ähnlichkeit mit der 'KV unb Weift wie im Kabinett Dr. Marr das Ermächtigungsg-fetz betvill gt wurde. Im Reichstag stimmten die So; aldemokraten dafür, die Regierung und G-se-ennnucs stark bekämp f n. Im S nat haben, wie es scheint, Vertreter der politischen Linken und eingestandene Gegner Poincares nicht gewagt, bis zum letzten Mann die Konseauenz zu ziehen. Die Sc- natsmchrch:it ist zwar nicht imposant, aber sie g.mügt, der S^itnng Poincares ernr-t eine feste L'rand'a e zu g:K i. Wir müssen b efer T t'ache ins A g- scheu, denn die Befestigung, die Poincares Sie l ng erfahren lmt, wird sich am schärfsten und markantesten in der französischen Politik gegen Deutschland aus prägen.
FL» unsere auswärtige Politik ist dieser Ausgang bet jranzös''chen Patllaments'ri.i? ein unaünstigr? Morn n. De fran ö is « Mini er t s den ha n i-i n letzte« Reden im Senat und in der Kammer Wicker recht merklich aufgetrumpft, nachdem sich herausgestellt hat, daß die Gegnerschaft Mae DonadS doch ziemlich platonischer Natu* ist. Er behauptet, e» gäbe keine Macht, die Franknech zum Vergaffen des Ruhrgebiets zu beweaen wünsche. Mr werden sehen, ob England diese« Borstoß ruhig hinnimmt, für uns muß maßgebend bleiben, daß der französische Ministerpräsident twtz vorübergehenden Z ig-winn-Z die Entlvick- lung im Großen nicht auf halten kann. Zwar wird man auch dem Bericht der Sachoerständigen-Kow-
mission die Pariser Atmosphäre recht erheblich an- merke«. Aber daran kann auch die unmittelbare Nachbarschaft PoinearLs nichts ändern, daß die Heilung der srai-zösischen Währung und die Ordnung der französischen Finanzen nicht durch künstliche Stützungsaktionen und durch Anziehen der Steuerschraube durchgo- ssthrt werden kann, sondern daß di« Wiederherstellung der deutschen Wirtschaft im Ruhr- und stcheingebier die Zurückgabe der Bahnen an Deutschland und die Medeve ufetzung der deutschen Verwaltung daS einzige Mttel ist, um mit der Lösung der Entschädigungsfrage auch dem Zerfall der Finanzwirtschast in Frankreich und in ganz Mitteleuropa ein Ende zu machen. A«, diesem Kernpunkt bet Lösung werden und müssen die Sachverständigem festhalten. Und diesen Kern gilt eS duichzusctzen Daß auch hier ein Erfolg für Deutschland nicht ohne Kampf zu erzielen ist, wissen wir schon heute ganz genau.
Poincarö« „Illusion".
ß o n b o n, 15. März. Die englische Presse weist darauf hin, daß die Rettung Poincares nur temporär sei: seine wirkliche Rettung werd'e e'rstdie Freigabe der Ruhr sein Hier aber zeige sich Poincar6 so dickköpfig wie immer. „Westminster Gazette" erklärt, Poincar6 stehe noch vollständig unter dem Einfluß der Selb st Hypnose über die Ruhr. Er will uns immer noch glauben machen, daß seine Faustpfänder produktiv seien. Tatsächlich aber hat Deutschland selbst mehr gegeben, als ihm Poincars aus der Ruhr mit Gewalt genommen hat ^Pcinearcä leLt in einer gefährlichen Muston!
Pßris, 16. Mär». „Echo de Paris" nennt als Termin für die französischen Wahlen den 18. Mai. Bon den deutschen Reichstagswahlen erwartet das Blatt einen Erfolg der Nationalisten und Parteigänger der Revanchepolitik, die die französische öffentliche Meinung endgültig über das aufklären werde, was in Deutschland gegen Frankreich getrieben werde, und zwar wie 1914 mH Unterstützung und unter Mitschuld der volltischen Parteien, aber auch bet Stimmung der „aufgehetzten" öffentlichen Meinung.
Wo ist Morgan?
Paris, 16. März. Den Blättern wurde von dem Pariser Bankhaus der Morganschen Bank erklärt, daß Pierpont Morgan weder in Frankreich noch in England gelandet sei, sondern sich zur Zeit noch uitterwegs befinde und zwar nach Neapel, wc er nach dem ,.New Pork Herald" am Donnerstag eintreffen soll.
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und »um Perlacher Forst gefahren worden. In 6%av kirchen seien sie dann in Freibett gesetzt morden.
Der Vorsitzende verliest dann
ebtee Brief Lossows,
bet »u den Aussagen Hitlers Stellung nimmt und ad eine Besprechung am 30. Avril 1923 verweist, tu bet auch Hitler und Kttebel erschienen waren. Losiom stellt darin fest, daß- nlit ein bösartiae« Mensch in seinem Verbalten am 30. Soeij Wortbruch oder Ebrenbruch erblicken Gmn«, Hitler bleibt bei der Behauptung bestehen, daß bet
General fein Ehrenwort gebrochen habe.
Hieraus beantragen mehrere Verteidiger, einen Vorführungsbefehl gegen Lostow zu erlassen, Staatsanwalt Ebart stellt noch fest, das, was seinerzeit am 1. Mal geplant gewesen sei, ergebe sich mit abt soluter Klarheit au» dem Veweismatertal, woraus bet Vorsitzende die Sitzung schließt. Nächste Sitzung Mona tag vormittag.
München, 16. März. Der LandtagSkandibut bell Völkischen Mocks, Ludwig Aschner, wurde in feinet Wohnung verhaftet. Als Grund hierfür werden feint Ausführungen in einer Versammlung der Völkischen int Bürgerbräukeller bezeichnet.
$l't öWkMWll'MIWk.
Verzögerung des Sachverständigeubenchts.
Paris, 15. März. „New Pork Herald" 6» richtet, daß die Arbeit der Sachverständigen in den letzten Tagen nicht so rasch vorwärts gegangen ist, wie man erwartet hätte. Der Bericht werde de» Reparationskommisfion wohl nicht vor April übergeben werden können. Es hätten sich bei bet Ausarbeitung bes Berichts neue Meinungs« verfchiebenheiten herausgebilbet namentlich wegen bes brutschen Bribgets unb bet Eolbwäh« rungsbank. Deshalb müßten auch bie Besprechungen mi^bcift Rtzichsbankpräsibenten Dr. Schacht am nächsten Mittwoch fortgesetzt werben. Man hofft, baß Deutschlanb noch ttt einigen Fra'g'en nachgeben wirb. Sefow bcrs schwierig ist bas Problem, wie bie beutschetl Naturallieferungen vom 15. April ab finanziert werben sollen. Deutschlanb hat erklärt, nach be« 15. April bie Micum»Verträge nicht mehr finanzieren zu können. Bis bahiU aber ist bie Eolbwährungsbank noch nicht geschaffen.
Paris, 16. März. Das Sachverständigen« komitee Mac Kenna (deutsche Auslandsguthaben) hat nach dem „Temps" heute vormittag in V/Jtüw feiger Sitzung gewiße noch in der Schwebe gebli«. bene Fragen besprochen, die die in Berlin verblise denen Mitglieder des Komitees während der Sbc Wesenheit Ihrer Kollegen bearbeitet haben. Heut» nachmittag findet eine zweite Sitzung statt. Dis Abfassung des Berichtes an die Reparationskom« Mission fügt der „Temps" hinzu wird von dem Sach
scheidung darüber in den Berbänd«« selbü hätte fallen müsse«.
Rechtsanwalt tftebtt erwähnt dann seinen Besuch bei Hitler in Landsberg, wo dieser ihm erllätt habe, jetzt werde die Ehrenwortbruchgeschichte ausgeklätt loeidcn Bauer hätte Hitler erzählt, daß Kahr selbst nicht mrbr. behaupte, daß dieses Ehrenwort grbrschen sei. Zeuge Bauer bekundet, er habe mit Hitler gesprochen, ob eS zweckmäßig wäre, daß vor Gericht die Ehrenhaftigkeit aller der Herren in der Angelegenheit anerkannt würde. Er könne sich erinnern, daß er ststücllte, bsi Hitler ihm sagte: »heisser hat erst fein Ehrenwort unter Bedingungen gegeben." Hierauf stellt Justizrat Schramm die Frage, ob die vaterländischen Verbände, insbesondere der Kampfbuich daS geflügelte Wort vom „Marsch nach Berlin" wörtlich so verstehen mußten, und ob der Zeuge zugebe, daß speziell ter Kampsbund dieser Annahme sein durfte, bestätigt Bauer, daß es bann leioer durchaus so aufgefaßt wurde. Man wollte aber erst nach Berlin komme«, wenn man unS von dort gerufen hätte. Justizrat Swramm fragt, man hätte also den äußeoen Umstand einer Hungerrevolte benutzen wollen, um sich an die Stelle der Reiterung zu setzen? Bauer erklän darauf: Es wäre bann unsere Schuldigkeit gewesen, aus unsere W.ise nniere Aufgabe zu erfüllen. Auf eine weitere Frage gibt der Zeug« au Kahr hab« für die Zukunft cie Aeußecung von oem Marsch nach Berlin nicht verbot.'« willen wellen, b'i habe nur gesagt, daß diese Aeußerung nicht glücklich getroffen sei. Tie Untersuchung des Angeklagten wurde bann «Erschlossen.
Hierauf zieht sich das Gericht zur Bcschinßiassnn; über den Anttag der Staats«nwalttchl><t zurück, ob dir Vernehmung deS Zeugen Jost und die Weitervernebmung des Zeugen v Schierach unter Ausschluß der vcsstnttich- feit erfolgen soll.
Ta» Gericht schließt sich dem Anträge an. Darauf wird der Saal geräumt.
Aach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit folgt die Vemebmung bce Eeneral» Danner, des Münchener Slabifommar.ixinien. liebet die Vor- llänge "in der Sradtkoinmandantur in der Rächt rum 9. November sagt der Zeuge, dah er damals zur Verhinderung eines Namenmißbrsuchs angeordnet habe, dab nur Befehle Geltung batte», die von ihm veriönlick gegeben würden. General e. Lofio » lei bei feinem Eintreffen autzerotdeutlich zornig «ewefen und er (Zcuge) habe Uwe« auirten Eiii-muk haben können.
al» daß Lossow niemals ernstlich mltge» wacht habe.
Justizrat Schramm: Besteht nicht die Möglichkeit, daß Lossow erst, nachdem er gesehen batte, welche Maßnahmen schon getroffen waren, in seinem Entschluß, mitzumachen, schwankend geworden ist?
Danner hat diesen Eindruck nicht gehabt.
Hitler fragt' ob die Generäle unb Okki- »jlete Lossow gefolgt hätten, wenn er bei der neuen Regierung ft eben geblieben wäre.
Dauner: Wir haben e» uns gar nicht anders vorge- iteilt, nachdem wir noch am Tage vorher unsere Instruktionen erhalten batten.
_ Hitler: Würden bie Sette«, wem» Lostow gesagt batte, um das AeuHerste zu verhüten, mache et mit, ihm Gefolgschaft geleistet haben, oder hätte« die Heeren gr- fagt, sie töten nicht mit? — Tonnet glaubt, daß die Herren bei ihrer ursprüngliche« Entscheid»«« stehe« geblieben wären. (Bewegung.l
Aus eine Frage btt Verteidigung, ob Lostow bei bet tftiziersbesvrechung am nächsten Tage auch mitgeteilt hab«, daß Kahr in dieser Besnrechung auch von einem .anormalen Weg" gesprochen batte, meint Zeuge Danner, das Wort sei gefallen.
Die Verteidigung kommt dann eingehend auf die <hage be» Waffengebrauche» am 9 R o - oember vormittags bei bet Residenz z» sprechen
General Danner klärt, es babe der ausdrückliche Wille bestanden, unter allen Umständen Blutvergießen »u verhüten. Der Zeuge stellt fest, daß von bet anderen Seite gefeuert worden sei. Auf eine weitere Frage der Ber- teidigung erklärt Danner, daß besondere Weisungen an die Abteilungen bet Landespolizei bei der Residenz von Seiten der Kommandantur nicht ergangen seien: diese k>abe nach den allgemeinen Vorschriften gehandelt.
Schließlich wird noch bet
Stadteat R.-A. Nußbaum
über die Vorgänge im Ratbaus und insbesondere über die Eeiselverbaftungen vernommen. Er bade von den in das Ratbaus eindringenden Ratjenalfozialiften einen Eewehrkolbenfchlag erhalten. Die Geiseln seien beschimpft, b e s v u ck t, geschlagen und dann rum Dürgetbräu keilet gebracht worden. Bot ibten Obren sei dann erklärt worden: Wenn die Reichswehr auf uns schießt, werden die Gefangenen ni.-derseschossen. Unter fortwübrenden Bedrobunsen jeün bann bie (Sefauaeneu aus ein Lastauto gttsfdrn
verstänbigenkomitee Dkac Kenna noch nicht in Am griff genommen werden jedoch werbe er mit Leicht tigfeit in einigen Tagen fettigzustellen fein.
Paris, 16. März. Der zweite Ausschuß be» Komitees Dawes vethanbelte gestern vormittag über bie Eifenbahnfrage. Nachmittag, befaßte sich bas Komitee in einer Plenarsitzung mH ben Budget entwürfen Deutschlands für das nächst« Jahr. Heute vormittag oder möglicherweise morgen nachmittag tritt, ben Morgenblättetn zufolge, bas Komitee Mär'Kenna (Deutsche Auslandsguthaben) zusammen, um bie Arbeit an seinem Gericht fortzusetzen. Die Eisenbahnverhanblungen be, zweiten Unterausschusses sollen morgen vormtttaß unb trachmkttag weitergehen. Eine Plenarsitzung bes Komitees Dawes wirb infolgebesseu nicht statt« finben.
Da» neue belgische Kabinett.
Paris, 16. März Der Brüsseler Korrespondent der „Petit Parisien" meldet, der Ministerrat faßt« über den Wortlaut der Regierungserflärung Beschluß. In außenoolitischer Hinsicht werde das neue Kabinett die Richtlinien des alten streng innebalten. Zn de» Verhandlungen der Sachverständigen werde die Erklärung zum Ausdruck bringen, daß das Kabinett auf eine baldige günstige Lösung der Revarationsfra« oertraue. In innervolitischer Hinsicht werde di« Regierung vor allem auf einen Ausgleich des Budgets durch noch strengere Cvarfamkeitsvolittk als hiebet seben. Man denke an eine Verschärfung bes Stent« Programms. Schwierige Probleme von der Att bet Sorachenirage würden beiseite gelaßen werden.
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Mzst 83t dm MMudmt.
Die Übliche Vergewaltigung deulschee Zntereste».
Genf, 14. März. Der Völkerbundsrat trat beut, vormittag in die Beratung der Anträge der freite Stadt Danzigs wegen Untersuchung wegen eines Sage» planes für die polnische Kriegsmunition und bie Ep» plofirnsgeiahr auf dem Danziger Gebiet ein. Auf Ln» trag een Ouinenes de Leon verzichtete man nunmtM auf bie Halbius-l Holm, an deren Stellt die Wester» rlcitt vorgeschlagen werde. — Der Präsident des Dan» $iO£$ Senats Sicht» tesU bietdc; ein« c.aLruck»vsll<