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, Amtliches Verkundigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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DirDbtrbefFü*« Zeitung" etldwint f«tb»mel »ö<bentlta. monatlich

2 A ark analchltrßllch ZufieUuRgsgebühr. Mr aneialta*« Sumeetu ni ojge Streit» oe. eiement.ättictanie tri« 6nee. Der ag Dr. L. tzttzerotb. Druck dar Uwlo.*Biubt ruderet non Jod. *«. Rnth. Marti Sl.tS. Kernjprmhar, Toftidxtfloete: Ur. 5615 Am« Rtentiutt l Kain.

Marburg

SmtHlM. ÖH 13. RA genaue

Tft Bnzeigenorei, beträgtüt den 9 geb. Zellenmilimeter 0,68 Snldmark. Amtliche n. auswärt. Anzeigen 0,10 Gnldinark. Bei Ichmier.Satz 50*/. »ufktrtag. 6«mmelen»ete. 1061, Aufschlag. eflamen 0,10 Eoldmark. Jeder ««chatt atit al» «arradatt. Belege werden beretbnet, ebenso Auskumt but» die lbelchäktsftelle und Zutendung »er Angebote. Zahl an« innerhalb 5 lagen (1 Dollar <20 Ecldmark!. Berechnung nach de« Berliner Mittel» kur» de» Zahlunrs-Ei»g«ngstag«». Verzug»,insen pro leg nach dem Bankzinsfuß

59. m 19»

Bit itMiilllt NmrW.

Der Stur, des Franken, der in den lebten Wochen fu einem bis dahin unbekannten Eiltempo v-r fick' ge- tzongen ist. hat nicht nur in der großen Bevlllecung, Indern auch in den Renlcrungskreifen erst Berblillfaag «uh dann eine wahre Bestürzung hervor^ntfen. Tie Astinisterbelprechungen und die Kabinettsräte unter dem korst tz Millerands lösen »ich gegenseitig ab," ohne daß er bisher der Regierung gelungen wäre, den Währungs- ftnrz zu hemmen. Die törichten Erklärungen, an denen sich auch der französische Finanzmintster (wkilfat und die der französischen Bevölkerung ausländische Baisse- «auöver vorspiegeln, haben jedenfalls bisher nur da? Gegenteil öffentlicher Beruhigung erreicht. Das fran- söstsche Kabinett ist sich, wie es scheint, in den Be- ßgrechungen der letzten Tage schlüssig geworden, daß in ; Ankunft jede Inflation unbedingt vermieden werden «, daß kiue weiteren Anleihen ausgenommen lverden dürfen, daß man unter allen Umständen die Ausgaben : durch die Einnahmen decken uns möglichst bald die schwebende Schuld durch eine feste Anleihe aülös.m muß. Außerf^m wird auch noch vor der bevorstehenden Grün düng einer besonderen Jntervrn ionrbank r-faorfan sowie von einir ausländischen Anleihe. Aber alle d'ese Pro» s sek!.- schtveben teils noch in der Luft. falls sind sie wie I-5S. die Herstellung des Gleichgewicht' im StaatSl-auS- halt bisher noch völlig ungelöste p-llit'fche Probleme, klon wird also ganz gewiß «nnehnren dürfen, daß der Fraoken sich durch diese KaoimtlSbefchlüsfe in seinem Sturz nicht aufhallen läßt.

ßiin Wunder, daß sich in diesem Zukaniinenhang auch i die Frage einstellt, ob man die Kammerwahl nicht s Leber verschieden soll Eiistoe Minister sind offenbar " ter Ansicht, daß unter den g-oenwärngen, durchaus krisenhaften Umständen die Wahl niht stattfinden Dürfe, ter man annimmt, daß die Opposition dann ein allz» - leichtes Sviel gegen den nationalen Block haben würde. , Man spielt insolgrdrfsen mit dem Gedanken, die Dauer ter Kammer um ein halber oder ein ganzes Jahr zu Brrläugern. Allerdings scheint für eine solche 88fr» fchiebung im Kabinett selbst noch keine Mehrheit vor» Händen zu sein. Wahrscheinlich deshalb, weil man mit ter parlamentarischen Durchschau» einer entsprechenden Sorto;«1 nicht rechnen kann. In diesem Zusammenhang ist auch der GedanL der Nationalverfummlnnq ausge» l ÄtnSt, die aus allen Schwierigkeiten Hellen soll, aber «beuto rasch wieder fallen gelassen wurde. Alles ir. «Sm: Die politische Lage ist in Paris auf bas Höchste «rfpanni und «an wird den Senat-Bcrhandlnn-en, öle heute beginnen, dar größte Interesse jnwenben müssen.

Paris, 18. März. Der Finanzausschuß de; Senats nahm heute vormittag Erklärungen des Kinanzministers zu Heu gestern wit oer Kammer tmgenvtnmenen Gesetzentwurf bei reffend Befreiung ter Bond« der nationalen Berteidigunq von der Einkommensteuer entgegen. Nachmittags verhau- telte die Kommission in Abwesenheit de» Finanz- Ministers über den Entwurf. Zn der Vormittags­sitzung verlas der Berichterstatter für den Sanie- rungsentwurf Senator Derenger den Gencralbe- rlcht. der morgen zur Verteilung gelangen wird. Ser enger führte u. a. aus, die Finanzkommission hake feine Mühe gescheut, die Regierung in ihrer Aufgabe zu unterstützen. Sie schlage Erspar­nisse in Höhe von 1 Milliarde Fran­ken vor. Die neuen Maßnahmen würden einen Gesamtertrag von -5130 Millionen erbringen, was gegenüber deyr Entwurf eine Erhöhung der Summe um630Millionen bedeute. Was die Sparsamkeit angehe, sei der Ausschuß grundsätzlich »it der Regierung einig, hinsichtlich der Ritte! aber andererAnsicht. Die Kom- »issten lehne das verfassungswidrige Ermachti- tzuugsgesetz ad. Die Vollmachten würden der Re­gierung eine Handhabe zur Aenderung her bestehen- ten Gesetze und damit de« ganzen Verwaltungs- «nd finanziellen Aufbaus bet Republik geben fteiwc im Kriege oder heute in Elsatz-Lothringen «kaffen« Verordnung könne mit dem Ermächti- Aingsgesetz verglichen werden. Sparsamkeitsmatz- »ahmen fdnnen nur in Zusammenarbeit von Par- tement und Regierung durchgeführt werden. Frank* «ich mache im Augenblick sein finanzielles 8 e r d u n durch, aber dank des Beistandes aller Franzosen werde es abermals triumphieren. Frank­teich werde eine würdige Finanzpolitik haben, wenn es die dreh Ziele verfolge: Bezahlung durch Deutschland, Regelung der auswärtigen Schulden Frankreichs und Konsolidierung der schwebenden Schulden.

Paris, 12. Mär,. Der Finanzminifier erttSrft Mkrit vor dem Finanzausschuß der Kammer, daß die «tgenblickliche Wechselkurskrise in keiner Weffe berechtgt Ni und sich m,r durch im Auslände 'egen den Franken unternommene Propaganda er« kläre. Man habe Grund zu der Hoffnung, daß die Schlußfolgerungen der Sachverstäfa>:gen. was die Lömng tes ReparatisitSproblems anlanqe, befriedigende Reul- tetr für Frankreich erwarten ließen. Er habe eine «nfolibiernngsoperatwu größten Stil« ins Auge ge- dic durchzeführt weroen solle, sobald die Mittel es

Maubten, Der Minister sprach von Berhandluna

Der WM vor dem Ende.

Rewqork, 12. März. Amerikanische Ban­kiers unter Führung des Hauses Morgan haben einen Kredit von 100 Millionen Dollar an dt< Bank von Frankreich bewilligt.

Berkin, 12. Mär», «uf der Taaesordnun« stehen kleinere Borlaaen. Die Geltungsdauer der Zuckerungs- erlaubnis für di« lS22er-Weine wird obne Debatte bis rum 13. Juni d 3. verlängert.

Abg. Esser (3tr.) bestündet einen Zentiumsan- trug auf Sbeitmoiluna der sorialen Fürsorgelristnngen tm besetzten Gebiet.

Reichsfinantminister Lntber besticht den Antrag. Er bedauert unter allgemeiner Zustimmung, dab von den Besavungsbebörden di« Durchführung der Eteuer- notverordnung im besetzten Gebiet noch immer nicht ge­nehmigt ist. Das Reich müsse mit den Struerein- nahmen aus dem besetzten Gebiet rechnen. Wenn sie ibm entzogen werden, können die Leistungen der Re­paration gefährdet werden. (Beifall.) Der An­trag Esser wird angenommen.

Der Gesetzentwurf über die Aussrägung neuer Reichssil der münzen ist vom Ausschuß dabin Seündert worden, daß nur 1, 2 und 3 Markstücke, nicht aber die ursorünglich auch vorgesehenen b-Markstücke geprägt werden.

In einer Entschließung ersucht der Ausschuß die Aeichsfinanzverwaltung mit Rücksicht auf die besondere Zahlungsmittelnot im besetzten Gebiet baldmöglichst grihe Mengen der Reichssilbermünzeu in den Verkehr zu bringen.

Abg. Dr. Helfkerich (Dtn.) begrüßt es, daß die Erfahr einer Silbergeldinflation vermiesen wird durch die Bestimmung, daß entsprechend der Ausgabe von Silbermünzen Papiergeld «ingezogen werden soll. Ein siedlet der Vorlage sei es aber, daß die neuen Münzen nicht gestützt werden auf Rentenmark sondern auf Eold- marf, obwohl die Eoldmatk gegenwärtig gar kein ge- fefliches Zahlungsmittel in Deutschland sei. Das könne zu den größten Schwierigkeiten führen. Der Redner be­antragt. in der Vorlage das WortEoldmatk" durch ..Rentenmark" »u ersetzen. Ein weiterer Antrag des Redners will di« Rentenmark zur offizielle« Reichs- n-giituna machen. ____ . , ,

Reichsfinanzminister Dr. Lntber erklärt, man keine nicht mit einem Schritt die Rentenmark rum offi- »tel!en Wäbrungsgeld machen.

Rach weiterer Aussprache werden die Anträge Helff«richs gegen die Deulschnationalen a b g e - lehnt. Die Vorlage wird mit der Entschließung des Ausschusses angenommen.

Hierauf wird ohne Debatte in allen 3 Lesungen ein gemeinsamer Antrag der Eozialdemo- k raten, des Zentrums, der Deutschen Volksvartei. der Deutschnationalen, der Demokraten und der Baverischen Volks- partei auf Aenderung des Reichswadlgesetzes ange­nommen. Bisher mußten nach dem Reichstagswabllte- feu die Kreiswahlvorschläge von mindestens 20 Wählern des Wahlkreises unterzeichnet «erden. Rach dem angenommenen Anträge wird diese Min - d c st»a h l auf 500 erhöbt und es wtrd binzugc- iügt, an Stelle von 500 Wählern genügen 20, wenn sie aiaubbart machen, daß mindestens 500 Wädleranhiinger des KreisVabloorschlages oder tinca anderen find, mit dem sie der Wahlvorschlag verbindet oder der sich dem gleichen Rekurswablnorschlag anschlieger will.

Es folgt die zweite Beratung de» Rerchsvostfinanr- »efetzes. Mit dem Gesetz wird die Reich sooft ähnlich wie schon die Reichsbahn »u einem selbständigen Unter­nehmen gemacht, das Unternehmen des Reiches bleibt, ist aber in seiner Vermögensverwaltung durchaus vom Permögen des Reiches getrennt. Der Reichsvofi- miitifter bebält die Leitung des Unternehmens, ist ober an die k/.twirkuns eines Lerwaltungsrris gebunden Der Reichsrat wollte die Leitung statt einem parla­mentarischen Minister einem Gcneraloostmuiifter über­tragen. Der Reichstansausichuß hot diese Aenderung aber abgelebnt. Der Ausschuß bat die Zahl der aus dem Personal gewählten Mitglieder des Slgiiedtigen Verwaltungsrats von 5 auf 7 erhöbt. Er bat weiter im § 13 die Aenderung vorgenommen, daß die Ge­währung weiterer Reservatrechte auf dem Prfmebiet r icht nur an die Zustimmung des Reichstakes, sondern auch des Reichstages gebunden ist.

Reichswostminister Dr. Höf le weist die verschie­denen Einwendungen gegen da» Gesetz zurück und er­sucht um Annahme der Vorlage.

Die Vo rl ag« wird hierauf mit grober Webr- beit in zweiter Beratung angenommen. Die Tldlußabstimmung wird auf morgen vertagt.

Abg. Schultz-Br omberg begründet dann einen Antrag seiner lfraktion, wonach unter Anführung des Artikels 180 der Reichsverfastung die Reuwabl des Reichspräsidenten gleichzeitig mit den Reuwablen des Reichstages stattfinden soll. Jetzt vollzieht sich im deut­schen Volke ein politischer Umschwung und es sei bedenk­lich, daß an der Evine des Reiches noch länger ein Mann aus der früheren Periode steht, den eine tiefe Kluft von dem in diesem Jahre ia wählenden neuen Reichstag trennen würde.

Reichsinnenminister Dr. Jarres gibt dazu fol­gende Erklärung ah: Der Herr Reichspräsident bat im Laufe des Jabres 1921 und 1922 wiederholt lebhaft darauf gedrängt, daß die in der Ursprünglichen Form der Weimarer Reichsoerfasinng unbefristet vor- nejobene Neuwahl des Reichspräsidenten alsbald vorgenommen werden soll«. Di« 35abl wurde zvnächfk aufgeaeben, «eil Die Mitwabl Lberschlestens noch nicht möglich war. Als dann die die die Bank von Frankreich flihre, um irr AuSlande wichtige Kredite unter ver­hältnismäßig günstigen Bediugun«en »u erlangen.

London, 13. März. Zu der Meldung über Kreditverhandkungen Frankreichs in London er» ährt d« Fjuammilarbaater Les -Manchester 6uai»

netten Grenzen Oberschlesiens feststanden, wurde in voller Uebereinstimmung mit dem Herrn Reichsvräii- denten bet 3. Dezember 192? al» Wahltag in Aussicht genommen. Aus diesem hoben Hause entsvrang ie- doch nachträglich der dringende Wunsch, die Neuwahl zu verschieben. Fünf Parteien des Hauses brachten einen Initiativantrag ein, wonach der rcn der Nationalversammlung gewählte Reichspräsi­dent sein Amt bis zum 30. Juni 1925 führen soll. Da» Gesetz wurde am 27. Oktober 1922 mit sehr grober Mehrheit als v e r s a ss un gs ä n d e r n d e s Ge­setz angenommen und ist in die Berfasiung selbst einoerleibt worden Seither sind keine Umstände her« vorgetreten, die eine Aenderung notwendig machen konnten. Ganz besonders unmöglich erscheint die .rbindung der Wahl des Reichspräsi­denten gerade mit den R eiLs t a«s wa b l e n. Rach der Reichsveriasiung soll der Reichspräsident dem Rctchxtag gegenitber eine unabhängige uno felbsiänd- dige Stellung einnehmen. Er soll dem Parteigetriebe »nd dem Parteikamvf entrißen sein. Aus diesem Grunde ist übrtaens seine Wahlperiode anders be­stimmt, als die des Reichstaaes. Er soll auf 7 Sabre, der Reichstag nur auf 4 Jahre gewählt werden. Die Reichsregierung bittet dabei, dem von dem Abg Herat und Geppslen einaebrachten Gesetzentwurf die Zustim­mung ni<ht zu geben.

Der Antrag der Deutschnationaken wird mit großer Mehrheit abgelebnt.

Rach debattelofer Erledigung der 3. L, fang des Notetats wird die Schlußabstimmung auf morgen ver­tagt.

Um 8 U6i vertagt sich das Haus auf Donnerstag 12 Uhr mittags

Auf der Tagesordnung steht die Beratung der Vorlage über die Eolddiskontbank, die Ab- stiinmuna über die zu den Regierungsverordnunaen oe- sirllten Anträge und eine Reihe von Anträgen, die stck Irttf die Neu-pahlen beziehen. Ein Antrag will den Abgeordneten bis zu den Neuwahlen die Diäten und Freifahrtkarten erhalten. Ein Antrag der Vauerischep ?<olksvait>'i will afa Termin für die Neuwahl den 12 A:>ril festsetzen, diesen Tag zum öffen'lftben Feiertag nradjen und die A-beitgeber «nr Fortzohluna des "Loh­ne» für den Wahltag verrflichten. Ein Antrag der f.ärgerlichen Parteien verlangt für die Karwoche ein Verbot sämtlicher volitischen und Wahlversammlungen

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Die Sterbestunde de» Reichstag«. Donnerstag mittag 2 Uhr.

WTB Berlin, 12. März Wie man erfährt, wird die Rerchsregierung am Donner »tag um 12 Uhr beginnen Die zweite und dritte Lesung des Golddiskontbank-Eesetzentwurfe» dürfte etroa 1 Ms S'unde in Anspruch nehmen. Eine weitere halbe Stunde werden Erklärungen der Deutichnatlonalen und bet Sozialdemokra'en ausfullen, so daß mit der Auf- lösungserklätung de» Reichskanzlers Marx gegen 2 Uhr zu rechnen ist.

- Berlin, 13. März. Wenn nicht unvorher­gesehene ZMischenfalle eintreten, wird es, den Bkat­ter« zufolge, heute zur Auflölnng des Reichstags kommen« Ruf der heutik,e» Tagesordnung stehe« anher der dritte« Lesuna des Eokddiskontbaut- «esetzes nur noch kleinere Borlaaen, die in kurzer Zeit erledigt werde« dürften. Man hofft bereits nm 2 Uhr mit den Schkutzbestimmnnge« fertig »v sein. Die Rcichsregierung wird dann die von de« Sozialdemokraten «nd Deutschnationaken bean­tragte Sper'akdebatte über die Notverordnungen «Met-nettd der Reichskanzler wird' den Reichstag «nflöfe«.

Um die Freifabrtkarten.

Berlin, 13 Mär». Im Reichstag wird erwogen, das Diäteng-setz zu ändern. In diesem Gesetz beißt es. dab die Freifahrtkarten der Abgeorvneten bis 5 Tage nach Schluß der Tagung Geltung halten Diele Freifahrtvergiinftigung soll dahin geändert werden, daß die 5rei?ahttfarteit bis zu den Neuwahlen gültig blei­ben. Gegenüber and-rslautenden Meldungen bandelt es sich also nicht um Aufrechterbaltung der Diäten bis »u den Neuwahlen, sondern nur um die Aufrecht­erhaltung der Freifahrtkartenlll

Fteils ff,N» der Karwoche von Wahlagitationen.

Bon bürgerlicher Seite ist angeregt worden, di« Karwoche und zwar beginnend mit dem Palmsonntag bis zum Ostermontag von der Wahlagitation freizu- lasien. In dieser Zeit sollen Berjammlnngen verboten werden. Man gebt davon aus, daß diese stille Woche nicht durch Mabloersammlungen mit Ihren unausbleib­lichen Aufregungen gestört werden soll. Die Anregung bat seht weite Zustimmung Im LagerNfa-r fair gerlichen Parteien gefunden, die Sozialdemokraten bähen sich aber die Stellung poch Vorbehalten. Es ist zweifelbaft, ob dielet Antrag verfaffungsändernd ist. da et, wenn auch nut für bestimmte Zeit, die Versamm­lungsfreiheit aufbebt. Ob aber im .Reichstag noch e-.tte IL-Mebrbeit für ein verfasiuuasändemdes Gesetz aufzubringen wäre, ift außerordentlich fraglich.

dton", es Handle sich um einen Akzeptkredit von 5 Mill tonen Pfund Sterling. Der Kredit, an dem sich eine Reihe führender Londoner Pank» und Finanzhäuser beteiligen, laufe 12 Monate. Er werde durch in London hinterlegte Bonds der An­leihe für nationale Verteidigung gefcytt und von der Dank von Frankreich garantiert. _ ,

London, 12. März Der Ertyrsdakteur der Daily News" schreibt, der Franken habe gester» günstiger dagestanden, wie verlaute, infolge der Tatsache, dah Maßnahmen zu seinem Schutze iw London vereinbart worden seien. Große Kredit« seien zwischen der Bank von Frankreich und Lon­doner Bankiers vereinbart worden.Timer" schreibt, Kredite seien natürlich nicht ein Heilmittel für eine entwertete Währung und die Wiederher« sieklung der französischen Finanzen werd« ein lang­samer und schwieriger Prozeß sein.

Paris, 12. März. An der Kamnter Hai sich eine Kruppe gebildet, die sich nenntRevisio­nistisch-republikanische Gruppe". Ihr Vorsitzender ist der Abgeordnete B o u t a i l l«. Bis jetzt haben sich 87 Abgeordnete ihr angeschlos­sen. Die Mitglieder dieser Gruppe werden bei der Wahlkampagne das Programm der Revision der Verfassung unter dem Motte:Wiederherstellunß der Autorität in der Republik" durchzusetzen suchen.

Paris, 12. März. Die aus der 9? ab t f a 1 en Partei ausgeschlossenen Abgeordnete« haben gestern eine neue Gruppe, nämlich dir Radikale Gruppe der nationalen 'und sozialer Aktion" gebildet. Bis jetzt haben sich etwa 10 Ab­geordnete der neuen Gruppe angeschlossen, zumeist die wegen der Annahme des Ermächtigungsgcsetze5 aus der Partei ausgeschlossenen Abgeordneten.

Sie SMkkWtim-MsflhW.

« Paris, 12. Marz. Wie derTempi" mitteilt, wird bas Komitee Mac Kenna am Sonntag jeim Beratungen triebet aufnehmen.

Paris, <2. März. Der Unterausschuß des Komi« t es T-noeS für Bank'ragen verhandelte im ilnfchknß an feiue Bsrbe^peckiungkn, die die bisherigen Er« 1'CtHjc« te?, Reichsbankpräsidenten zum Gegen üapd gatten, heute Burmittag von Neuem mit Dr. Schacht. Die Sitzang dauerte von 11 bis 1 Uhr. Die farechung mit bvm Reichsbankpräsidenten wurde hent« Nachmittag fort,escht un» bezog sich nach dem TempS. bericht ans die Goldnotenbank und anschkießeud darau wirv btt Unterausschuß für Banksragen de- Komi, t-es TnweS in einer Vollsitzung über sein Vechand» langen mit Dr. Schacht Bericht erstatten

Pari-, 12. März. Nach einer Auskunft über den Bet ich. der Sachverständigen, wird sich derselte aus drei Trflen zusammensetzen, and zwar

1. aus einem Begleitbrief, 2. aas dem BerfÄ selbst, der die Empfehlungen enthalten toer», die di« Sachverständigen auf Grund ihrer Untersuchung ge. macht haben und ferner Schlußfolgerungen über ihre Arbeiten, 3. aus Angaben technischer Art über alle Spe^tolsrogen, die von den Sachvetändigen geprüft worden {fite

Titten drei Haupttellen dürften noch einige An­hänge btigegeben werden und zwar über ole zu grün, »ende Notenbank, über die Organisation xt Eisen, bahmn und über die damit in Verbindung stehend« iattrnolionale Anleihe, sowie über die Errichtung vo» StaarSmom'polen.

Paris, 12. März.Newysrk Herald" will toif. fr« daß die Sachverständigen bis zum nach« ft en Montag ihren ganzen Bericht fertig gestellt haben wer en. Größere Me nungIv.rschiee. ahetc-u be. stechen lediglich noch über die Frag: der Kontrolle des deutschen W rschäft und über be Dauer der Mora, t.ria.as. Teutschl ^nd.

Franzosen and Lekgier sträuben sich gegen den Vorichlae der englischen Sachverständigen, b«g Tnttschl.tpd für das erste" Jahr «in vcl stäMgeS M'ra.

erhalt. ES wird daher damit gerechnet, daß die Sachverständigen sich auf ein Moratorium für di« Burzchlttngen einigen werden unter dem BotbehaU der Sachleistungen, an denen Frankreich auf jeden Fall sesthalten wird.

Frankreich» Mindestforderunge«.

London, 12. März. Der neuerdings anßerou. <>entlich gut unterrichtete Berichterstatter de!Daily H-.rald" ist heute in der Lage, das, wie er selbst bchaup. t-t, äußerste Minimum Frankreichs in Der Repara. tionS- und Sickerhe tSfta^e anzugete^ In der Repa- ratiot-Ssrage verlangt Frankreich:

1. Einen großen Barvstschuß ans zukünftige R-pa. r^tionsleisttin^«

2. Die Streichung der interalliierten Schulden un, ter g'rfll zeitigec Be e tigung der Bonds für Reihe E des Repara.ionsplaneS vom Mai 1921.

3. A.^rechtrstaltung einer nominellen Besetzung bt« R. hrgebiet S, bis Deutschland seine Lerpflich.ungc« trftilU hat

1 4, Aufrechterbaltung der deutschen Kohlentieferun.