Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhesfischej Oberhessm
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Di« „Dbtrteiftidie Leitung* eritbetni i«<b,m«i weteutlt». — Stjsgwti» swnatlid) 2 30'etl au»schlietzlich Zustelluagsgebüh«. Für aasratttnke Xummexn in olge Streite oo. tlement.tKteignü'i« !tin tnag. — 5;et aj »so Dr. L. Hitzrrortz. •*- Stad »er Uni«.• SuAbrudetet non 3ob. Sag. Rod), Markt 21 ä — Ittmipiedxi 55, Poll wedkont«: Nr. 5015 l»t ittanftnit e. Stein.
Marburg
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Kammer, wenn nötig, durch Einberufung der Nationalversammlung tu verlängern. Ein der-
Dei Anjktaenvret» beträgt füt den 9ge|p Zeilenmillimeter 0,08 Sotbmart Smtlldx u. eusiDärt Anzeigen 0.10 ffiolbmert. «et fdtrotec.SaB 50% SaHdtlag. Sammelenzetg. 1*% Sufidilag. ellamen 0,30 Solbmart Jeder Rabatt gilt al* «eirabatt «eteae werden betfrt-net, eben!- Sushtnrt dar» die fiieWftsftetle and Zuiendunq der Angebote. Zebinng innerhalb 5 logen (1 Dollar — 4,20 Solbrroit), «etedieung nach de« Berliner Wittel« kur» de» 3af?htnc»«ei#8e«8»tO6e*. Verzngszinjen pro Tag ne- dem «ankzinosntz
59. 3M
1924
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Sie giimlrile zmkreitr.
Rach den letzten Pariser Bfttteiluugee hat sich hie Bank von Fra"nkreich aus Veranlass |unfl der französischen Regierung an cngllsche und amerikanische Banken mit dem Ersuchen um Devisenkredite gewandt. Diese Kredite sollen zur Stützung des Frankenkurses verwandt werden Weiterhin hat die Bank von Frankreich eine sehr scharfe Erhöhung ihres Diskontsatzes vocgenommen. »m in etwa den Anschluß an die um vieles höheren privaten Zinssätze zu erlangen. — Wir beobachten hier dieselben Erscheinungen, wie wir sie in Deutschland selbst durchgemacht haben. Auch die Deutsche Xeichsbank hatte in der Zeit des Marksturzes gegen erhebliche Goldgarantie sich Devisenkredite vom Auslande beschafft. Und wir haben es dennoch erleben müssen, daß Die Mark nach Erteilung dieser Kre- tztte erst recht in den Abgrund stürzte.
L »London, 11. März. Reuter meldet aus -kewyork: Die Firma Morgan lehnt es ab, Gerüchte, wonach sie im Begriff sei, mit der franzä- ßschen Regierung über eine Anleihe zu verhandeln, zu bestätigen oder zu dementieren. Auf jeden Fall ssi man aber der Meinung, daß in der Sache keine Entscheidung möglich ist, bevor der Bericht des <5e» «rals Dawes erstattet worden ist.
Paris, 11. März. Nach einer Havas-Meldung wird der Finanzminister bereite heute abend in der Kammer die sofortige Diskussion des Gesetzentwurfs fcantragen, der bezweckt, die Zinsen der „Bonds de la btfenfe nationale" von der -allgemeinen Einkommensteuer zu befreien. Es ist möglich, daß diese» Projekt heute abend angenommen wird, da die Fi- aanzkommisston dem Entwurf günstig gegenüber« Mt.
Pari», 11. März. PoincarS hat gestern vormittag von 16—1 Uhr mit seinen Ministern über die Finanzlage beraten und allgemeine Maßnahmen, über die nähere Angaben noch gemacht kerben sollen erörtert. Der „Inlransigeant" glaubt zu wissen, daß die französisch« Regierung im Verlauf des gestrigen Bormittags weitere Maßnahmen gegen die Inflation besprochen hat. Es sei ieabsichligt, zu beschließen, daß über die vorgeschriebene Papiergeldmenge von 41 Milliarden Franken Inzer keinen Umständen hinausgegangen werden dürfe:
Paris, 11. März. Heute vormittag findet ein Miutsterrat im Elyjee unter Borsitz des Präsidenten der Republik statt, der dir Entscheidung über bk Hur finanziellen Sanierung notwendigen Maß- sahmen treffen soll, über dir der Kabinettsrat Sl'tern beraten hat.
Brrli n, 16. März. Zu der neuerlichen Ent- vertungdesFranken schreibt der „Matin": hlle Depeschen, die man aus dem Ausland erhalten habe, seien einig darin, daß die Bewegung einem Manöver des internationalen Syndikats, das seinen Sitz in Amsterdam habe, zu- zuschieiben sei. Nach einer „Times"-Meldung verkaufe seit zwei Tagen plötzlich auch Newyork Fran- kn. Diese Manöver seien durch ein mächtiges Syn- hstat eingeleitet worden, an dessen Spitze deutsche Großindustrielle stünden. Dieses Syndikat verfolge hauptsächlich einen politischen Zweck und scheine ent- säsiosseti za sein, das Unternehmen bis $um Ende buedyafü^en, selbst wenn die Operation in rein finanzieller Hinsicht für das Syndikat vorhängnls- m»!t werden solle.
Es wäre interessant, vom „Matin" die Namen dieser „Großindustriellen" zu erfahren, die über das Echiistal einer ganzen Volkes zu entscheiden vermögen. Die Ursachen des Frankensturzes liegen so klar zutage, daß kein vernünftiger Mensch an die •om „Matin" behaupteten geheimnisvollen Ma- Mk»cr glauben wird. Die Gründe sind, wie im übrigen auch aus zahlreichen Erklärungen französischer und ausländischer Sachverständiger in dieser Frage hervorgeht, darin zu suchen, daß das Inland und das Ausland das Vertrauen zur Pariser Finanzwirtschaft verloren haben und daß Frank- reiry zu seinem eigenen Schaden seinen Haupt- schuldner ruiniert hat und Europa unter dem Druck eines bewaffneten Friedens hält, der die Wieder- kehr des normalen wirtschaftlichen Lebens verhindert. .
Paris, 11. März. Der politische Mitarbeiter der Havas-Agentur schreibt zur Lage, die phantastischsten und tendenziösesten Gerüchte würden in politischen Kreisen verbreitet. So habe man P e i n c a r £ die Absicht zugeschrieben, daß er das Kabinett «mbilben wolle. Diese Nachricht kntbehre jeder Begründung. Auch habe behauptet, die Regierung sei entschlossen, die Dauer der Legislaturperiode der,
artiges Verfahren wäre vollkommen uhnölig, da durch ein einfaches Gesetz, wie bas Verfahren von 1.919 bei der Verlängerung der Gültigkeit der 1914 'gewählten Kammer bewiesen habe, die Legislaturperiode verlängert werden könne. Auch nach dieser Richtung seien also dem Kabinett falsche Absichten zugeschrieben worden. Der Ka- bineltsrat habe sich gestern nut mit dem Zeitpunkt der Renwahlen znr Kammer be, schäftigt. *
Nach französischen Mitteilungen, dir ireucrdigs eingelaufen sind, erwögt man aber in führenden französischen Kreisen, insbesondere in der Umgebung des Präsidenten M i 11 e r a n b auch bic Möglichkeit, gerade mit Rücksicht auf die aus dein Frankensturz hervorgegan- genen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten das Mandat der französischen Kammer zu verlängern und demgemäß die Neuwahl bi- auf weiteres hinauszuschieben. In diesem Falle würden die französischen Wahlen kaum vor dem Herbst stattfinden.
Paris. 11. Marz. Ministerpräsident Poln- c a r ö Hst gestern nachmittag mit dem aus Koblenz eingetroffenen Vertreter Frankreichs in bei Rhein- landkommifsion liratb verhandelt.
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Srailttiö 9»M „6i6erf eilte* seien SkuWM.
Frankreich Häll sich mit allgemeiner Wehrpsiichi be 39 Millionen Einwohnern ei» Friedensbeer von 730 000 Mann, Dentschlaüd iß fei 70 Millionen Ein wohner» zum System des Söldnerheeres mit Izjährtpe- Drenst^it gerwungen. Das bedeutet, baß Frankreich jährlich nntb 500000 Man». Deutschland 8000 Maur im Waftendirnsi ausbildet.
K« Ar lege verfügt Frankreich Iber ein &'tr w>r 4—5 Millionen Marrn, Deutschland ist durch ba8 Sold- rwrstzklem die Bildung einer krirgsg^ übten Reserve und eine Mobilmachung unmöglich gemach!. Da! Haup'qe- wicht bei seinem Heere hat Frankreich auf die sogenannten „Materialwaffen", d. h. schwere Artillerie-Karn p'- wogen und Flieger gelegt; Deutsch! and sind alle hieb modernen Wasscn untersagt.
Drr Ausstattung selbst mit den durch den Versailler Vertrag »»gebilligten Waffen und Munitionsarten ist au' ein bestimmtes Mindestmaß beschränkt; Reservebestände an Mafien und Munition, Tue etwa $ur Ausrüstung ner aufgestellter Verbände verwendet werden könnten, fehlen völlig. >
Frankreich hat auch die „wirtschastl'-che Mobilmach- nng" weitestgehend unb planmäßig vorbereitet und verfügt besonders im eigenen Lande, aber auch in den Ländern seiner Verbündeten über eine ausgedehnte Rüstungsindustrie, Waffen, Ausrüstung und Munition f(b bie Reserven sind in reichstem Maße vorhanden. In Deutschland sind die Fabriken zur Herstellung von Kriegsgerät auf je eine für jede Waffenart beschränkt, alle anberen Anlagen und Maschinen zur Herstellung von Massen, Munition und Kriegsgerät sind zerstört.
ES kommt hinzu, daß ganz Deutschland mit einem dichten Retz von französischen Kontroll- unb Beobach- tungsorganen überzogen ist, die jeves Abweichen von den militärischen Skbingungen des Vertrages von Versailles zue Unmöglichkeit mache».
Die Kennzeichnung der militärischen Ueberlegenheit Frankreichs ist aber damit »och nicht erschöpft. Durch bit militärische Besetzung des linken Rheinusers mit den auf das Ostuser vorgeschobenen Brückenköpfen von Düffeldorf, Köln, Koblenz, Mainz und Lehl. sowie des gesamten Ruhrgebiets mit feiner Industrie hat sich Frankreich eine erdrückende strategische Vormachtstellung gegenüber Deutschland geschafft^. Fast 200000 Be- satzungStruppen chavon allnn rund 150 000 Franzosen, stehen sofort verweiidungSbereit ans deutschem Boden.
Deutschland dagegen darf auf einer 50 Kilometer breiten Zone ostwärts de» Rheines Truppen tlberhanvt nicht unterhalten. Ein Schuh der Westgrenze durch Festungen besteht nicht mehr. Die Festungen Meh und Straßburg sind in französischer Hand, a* anderen festen Werke sind geschleift. Ne« Befestigunge» dürfen nicht angelegt werden.
Schließlich hat Frankreich es auch »och verstanden, während Deutschland zur Abrüstung gezwungen wurve, in Belgien. Polen, Tscheslowakei. Rumän en nnv Jugo- lawien sich Bundesgenossen zu verschaffen, von denen jeder einzelne schon in feiner Militärmacht Deutschland überlegen ist. Jedem nüchtern Denkenden maß ei daher opne weiteres einleuchten, daß das Ziel solcher militärischen Anstrengungen Frankreichs nicht die Abwehr eines »tngebiich drohenden deutschen Angriffs fein kann, andern bk Vorherrschaft auf dem europäischen Festland unter ewiger Knebelung Deutschlands. Wer also rnetge und «eoronete Zustände in Europa wünscht, sollte die Sicherhe-.t Teuticfe lands gegen das militärische unb imperiatistrsche Fcant- reich Verlangen!
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Schluß der großen Aussprache.
Reichstagspräsident gedachte am Dienstag zunächst des Ablebens des Abg. Körsten (Sog.). Auf der uaaesorbnung stand dann die erste Lesung des Eesrtz- entwnrfes über die deutsche Eolddiskontobank. Heber« rafchenderweile kam es zu keiner Erörterung. Die Vorlage wurde ohne jede Aussorache an den Hausbalts- Tusschuß überwiesen, der sich schon mit den Grundrügen be, Gesetzes beschäftigt bat Darauf wurde die allgemeine politische Aussor rche in Verbindung mit der dritten Lesung de» 9£v:- iats fortgesetzt Zwei bäuerische Redner traten als erste in die Schranken und zwar der Abg Diernreiier von der Bäuerischen Volkspartei und Abg. Eisenberger vom Bäuerischen Bauernbund Beide bäuerische Bauern, die Rücksichtnahme auf die Notlage der Landwirtschaft fordern, ließen manch ker- niaeg Wort gegen den neuen Reichstem unb seine Unsitte vernehmen Es wurde auf die Notwendigkeit hin- gewiesen, den Mittelstand unter allen Umständen zu erhalten. Der demokratische Abgeordnete Schuld! wandte stch dann gegen die Beamtenabbau-Verordnung. Daryt erhob sich der Reichsfinanzminister Dr. Luther, um noch einmal auf die Angriffe der Opvo- siiion zu antworten. Er führte folgendes aus: Dir Opposition wirft der Finanzpolitik immer neue Fehler. vet. Es ist rätselhaft, wie aus einer solchen Fülle von Fehlern der unbestreitbare Erfolg entstehen konnte, daß die Währung tatsächlich stabil gemacht und erreich! worden ist. Die Mittel, die wir anwenden mußten, waren natürlich hart, aber alles ist leichter zu ertragen, als die Wiederkehr der Inflation. Die Regierung denkt nicht daran, das Berufsbeamtentum befei'Jaen zu wollen. Die Behauptung, die Ab- baufommhlton arbeite nicht objektiv, muß ich aufs nachdrücklichste zurückweisen. Die Regierung steht auf dem Standpunkt, daß der gesamte Personalabbau sobald wie nur irgend möglich durchgeführt sein muß. foatestens im Laufe des Fabres 1925. Eine förmliche Vorziebnng des Schlußtermins der Abbauverordnung ist dagegen nicht möglich. In der nächsten Zeit wird eine Verordnung herauskommen, • die in ähnlicher Weise wie in Preußen eine Nachprüfung solche» Ä-schwerden ermöglicht, in denen Verletzung der falttlscheu und religiösen Neutralität in künftigen Ab- baufallen gerügt wird. lieber die Verteilung der Steuern auf die einzelnen 6turnen werden immer noch die jetzt ganz unzutreffenden Zahlen der Vergangenheit angeführt. Tatsächlich haben wir in der Zeit vom l Dezember 19-2 bis 81 Mär, 1924 folgende Verteilung des tatsächlichen Steueraufkommens: Vom Ge- somtsteueraufkommen brachte die Steuer vom Besitz 5« Prozent, die Steuer vom Arbeitslohn 14 Prozent, Steuern vom Umsatz 24 Prozent Die industriellen Unternehmungen, die gegenwärtig wenig Gewinn ab- werfen. sind außerordentlich stark mit Vermögenssteuern belastet Die vom Abg. Dr. Helffetich übet die Steuerbelafhtng angeführten Zohlen baffen einer Nachprüfung nicht stand Unleugbar aber ist die ungeheure Verarmung des deutschen Volkes. Aus dieser Lane können rok nur durch größte Steigerung der Einnahmen und äußerste Verminderung ter Ausgaben den Weg ins Freie finben.
Der deutschvölkische Abgeordnete Graefe bezeichnet die Periode seit November 18 als eine einzige Pleite. Zum Schluß sprach noch der Abg. Wegmann. Eine Abstimmung fand nicht mehr statt. In später Abendstunde vertagte sich dann das Haus auf Mittwoch. Mornen soll die Beratung des Eoldbank-Diskontgesetzes stattfinden.
Dispositionen des Reichstags.
Berlin, 11. März. Nachdem bet Reichskanzler nnd die R«<rservn--snatteien gestern ihren Willen zur Auflösung des Reichstages bekundet haben, dürften btn Bläkt tn .triftige, die genannten Parteien nach "ßc ledigrmq des Notetats und deS Goldldiskontbanfte. fftzeS bei Beginn der deutschnationalen und joziall ^»rmokralischen Anträge aus Aushebung bezn». Abän. ballig eini er Notverordnungen l’e'etgang zur Tagesordnung beantragen. Dieser Antrag dürfte abgelehnt w-tden und dir Regierung würde dann zur Auflösnug lösung deS Hanfes schreiten.
Berlin, 11. März. Der Aeltestrnrat der Reichs, tage? hat die Dispositionzp für den Rest der Tagung so oetreffen, daß am Ikonnerstag oder Frei, rag die Auslösung des Reichstage- erfoL gen kann Am Mittwoch werben das Postfinrnzge etz, daS Gesetz Über die Ausprägung von Silbermünzen und der deritschnationale Antrag wegen der Wahl be3 Reichspräsidenten, am Donnerstag daS Gesetz über di« GolddiSkontbank erledigt werden. Eine Reih» kleinerer Vorlagen soll ebenfalls herab, schiede, werden. Der SparauSschuß deS Reichstages soll alS ein Ausschuß bei der Regierung sortbestehen. llrber eine Verlängerung der Gültigkeit der Freifahr, karten der Abgeordneten bis zu den Nrrrwahlen soll noch mit dem ReichSrat verhandelt werden. Ferner ist vorgesehen, aber nc0ji nicht bestimmt, daß dir Wablogitot-on todfimb der Karwoche ruhen soll, sodaß in dieser Woche keüie-.Versammlungen abgehalten wer. de».
Berlin, 11. März. Ms voraussichtlicher Tag »er Auflösung des Reichstages wird von bm Sl.iiiern Cer Freirag dieser Woche bezeichnet. Nach der An. nehme deS Noretats werde der Reichskanzler noch einmal, laut „Germania", den Siandpunkt der Sie, gierung zur Frage der Notverordnungen darlegcn und zum Ausdruck bongen, daß die Regierung, Sa eise
lleberrinflimmung mit den Oppositionsparteien nicht zu erzielen fei, gezwungen fei, an das Volk zu appetlie. ren und den Reichstag aufzulösen. Die ReuwableM de- Reichstages dürften den Blättern zufolge am 4, oder 11. Mai stattfinden. Der 4. Mai oflrfte dabei in erster Linie in Frage kommen, und die preußL, s-hen LGemeindewahlen, die auf diesen Tag einte, rufen find, würden wohl um kurze Zeit hinansgy. schoben werden.
Aus den Ausschüffen.
Berlin, 11. März. Der ständige AuSschuI des preußischen Landtages beschloß heute, bafi die StaatSschrildenvcrMaltnng vom 1. April dS. IS. ab widerruflich auf das Reich übertragen werden soff.
Berlin, 11. März. Der Landtagsausschutz für die preußische Verwaltungsreform beendete Ijeute die ’t'te Lesung der Stadt, rn? Landg me nde-r^nnng gut E ng mt n ungs'r w rdr e n Zentruwsautrag ange. n mmni, wonach eine Ein gerne ndun-s nur durch «Nesetzk crfolgeu kann oder wenn die beteiligten Gemeinden sie mit Zweidrittelmehrheit beschlossen haben. Gegen den Beschluß der Gemeinden ist Bürgerschaslsbegehr und ^Cutfckeid zulässig. D'e Bestimmungen über die Stadtwerdnug von Gemeinden wurden unverändert nach den Mgiernngsvorschlsgen angenommen-
Berlin, 11. März. Der BerkehrsanSfckutz des Reichstages behandelt zurzeit da» Reichs post, j i n a n z g r f r tz. Nach ILngerrr Beratung wurde be. fchlosstn, daß der vorgesehene Berwaltungsapparat be. st--heu soll- au» j- sieben Mitgliedern des Reichstages und deS Reick-SratS, anS einem Mitglied. daS vom Reichsfinanzminister vorgeschlagen wird, ans sieben Mitgliedern an8 dem Kreise der Reichspostverwal. tuufl und neun Mitgliedern anS den Kreisen der Mrtichost In feer Absrrmmung wurde biet Regie, ntngSäct'cge ohne we'rntliche Aenderungen angeuortt. men. Die Vorschläge deS ReichsratS, barunttr Er. schung des Reichspostministers durch einen General. Postmeister wurden sämtlich abgelehüt.
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Mt neuen Silbermünjeu.
Berlin, 11. März. Im HauShaltSaus. schuss des Reichstags, der heute den Gesetzentwurf üb-r di» Ausprägung neuer Reichssilbermünze» weiter behandelt, gab Geheimrat Norden, der Diri. gettr bet Wähningsabteilung im ReichSsinanzminisie. rium, ein? Uebecsicht über den Rückgang im Umlauf de» NotgeLes. Immerhin ist der Umlauf gegenüber dem T-zemberstand 1923 zurückgegangen von insgejamt zirka 816 Millionen Goldmark auf 880 Millionen Gold merk Geheimrat Norden teilte weiter mit, daß daS Reich sich bereits den ganzen Betrag an Silber für die Ausprägung auf der Grundlage von 500 fein gesichert habe. Jedes HinauSgehen über siesenFein. g halt würde zu der Notwendigkeit führen, Silber im Ausland« zu laufen, was bei unterer Devisenlage nicht verantwortet werden könne. Weiter wurde von dem Ausschuß ein Antrag angenommen, demzufolge in Paragraph 1 der Vorlage ausdrücklich eine Bestimmung aufgenomnen wird, daß Silbermünzen nur in dem. selben Maße in den Verkehr gegeben werden t-ür. sen, in welchem andere Zahlungsmittel dauernd aus dem Verkehr zurückgezogen werden. Auch wurde ein Antrag angenommen, wonach der gesamte Betrag an neuen RnchSsilbermünzen, der bis auf weiteres fünf Mark für den Kops der Bevölkerung des Reiches nicht ttb.ri^etger soll, nur mit Zustimmung des ReichsratS und de» Ausschusses des Reichstags bis auf 10 Ml, erhöht werden darf. Ohne weitere Berändernngen wurve hierauf die Vorlage vom Ausschuß genehmigt • •
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In den AuSschußverhandlungen hat auch die Frag« des Notgeldes eine große Rolle gespielt. Die Er. Hütungen der zuständ gen Stetten haben ergeben, daß daS Notgeld in sehr weitem Maße schon zurückgezogen ist. Tas Eisenbahn.Notgeld ist beispielsweise von 114 Trillionen auf 63 vermindert. Zum Teil noch stärker ist daS übrige Notgeld abgebout. Da» ifltgale, also das ungedeckte Notgeld, das sich auf 110 T nllionen im unbesetzten Gebiet belief, ist auf 5 Trillionen herabgemindert und die Umlaufsmenge ai 'sichern Gelb im besetzten Gebiet in Höhe von 211 Trillionen ist auf etwa 100 Trillionen vermindert. Diese NotgelbauuSgabe erklärt sich dadurch, daß OJ.'edcn Sät UM gar- Be irLutte be So "den, bünolerherrschaft flanken urrd notgedrungen ZaylungL. mittel geschafft.werden mußten.
Sie HMvttUiidlSkii-AMSIIk.
PariL, 11. Marz. Der Dankunterausschuß bei Komitees Dawes trat heute nachmtff2g 4 Uhr zu einer Sitzung zusammen, bei Reichsdanlpräsibest Dr. Schacht beiwohnte. _ .... .....