j Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
XL 5!
1924
Die CsldkkedMM oor -m MM
Sie wird die Notwendigkeit heroorheben, daß di» Ausgaben eingeschränkt und der Anleihepolitik ei« Ende bereitet werde. Die Brank von Frankreich werde die Bemühungen der Regierung unterstütze«
5m smzöM 6elttn6 über iis eiltritllsjriilt«.
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Marburg
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Paris, 8. März. Das von der französischen Regierung herausgegebene Gelbbuch betreffend die Verhandlungen über die Frage der Sicherheit bei Knem Angriffe Deutschlands ist heute vormittag der Preffe übergeben worden. Die veröffentlichen Dokumente, 46 an der Zahl, verteilen sich auf die Zeit vorn 10. Januar 1919 bis 17. Februar 1923. 16 Dokumente beziehen sich auf die Arbeiten der Frie- denskommifston, die anderen einzig und allein auf Verhandlungen, die zwischen der französischen und englischen Regierung seit dem 21. Dezember 1921 geführt worden sind. Den Dokumenten sind angefügt zwei Kommerreden PoincarSs vom 23. November und 17. Dezember 1923 sowie Protokolle der Beratungen des Völkerbundes über die Herabsetzung der Rüstungen.
Daris, 9. März. Das gestern von der franzö- sishen ^Regierung hiTauSgegebene Gelbbuch wird von dir iiScmfe-enbnt Mehrheit der französische» Presst »ls BcUxis dafür bezeichnet, daß der Nichtabschluß eines Garantiepaktes Frankreich nicht zur Last gelegt toeroen könne.
„Petit Parisien" schreibt, nicht ohne Melancholie lege man r-*rs Gelbbuch aus der Hand, denn man pelle fest, daß im Jahve 1922 wie schon 1919 die loyalen 9lbsichten und berechtigten Wünsche Frankreichs von der englischen Negierung utzd von der öffentlichen Meinung jenseits des Kanals verkannt worden seien. — „Echo de Paris" vertritt den Standpunkt, die Prüfung der 46 Dokumente des GelbbncheS zwinge zu der Schlußfolgerung, daß Frankreich bereit gewesen sei, alle Konzessionen zu machen, vorausgesetzt, daß die Erreichung des verfolgten Zieles du-ch sie nicht illusorisch würde. Es wäre aber verfrüht, crv.it- nehmen, daß die Veröffentlichung des Gelbbuches einen Schritt zur Ueberbrückung der Gegensätze zwischen der französischen und der englischen These bedeute. Das Gelbbuch begnüg« sich damit, den Standpunkt der beiden Reg'erungen besser zu begründen. — Auf die Fr g-, warum die Verhandlungen über den Abschluß eines französisch-englischen Sicherheitspaktes gescheiten feien, antwortet „Petit Journal", das Gelbbuch beweise, daß die Verhandlungen niemals eifriger betrieben worden seien, als im Januar und Februar 1922. Sie hätten sich bei der Frage der AuÄ>chnung Sicherheitspaktes auf die Ostgrenze Deutschlands fest- gefahren. Die britische Regierung habe gemeint, daß die öffentliche Meinung in England etwas derartiges nicht annehmen würde und habe geglaubt, den Sicherheitspakt durch andere W kommen überflüssig »rachen zu können, insbesondere durch das in Lausanne ton der Genueser Konferenz erwartete Ergebnis. — „Journal" vertritt den Standpunkt, daß bas Gelbbuch klar erkennen lasse, daß die Engländer nur dann um die Sicherheit Frankreichs besorgt seien, tvenn es sich NW darum handele, die radikalen Maßnahmen zu treffen, die allein endgiltig Frankreichs Sicherheit garantieren könnten. Im Jahre 1919 habe Frankreich einen Pufferstaat bilden wollen. Um Frankreich von dieser Absicht abzubringen, hätten Wil- son und Lloyd Georg« den illusorischen Sicherheits- Pakt vorgeschlagen.
Sointoti- Mi FimrW.
Weiterer Frankcnsturz.
Newyork, 8. März. An der heutige« Börse hat der französische Franken einen neuen außerordentlichen Rückgang erlitten. Der Käuferkreise hat sich eine Panik bemächtigt. Die Abschwächung hat auch auf andere fremde Währungen übergegriffen.
London, 8. März. Bei der heutigen Eröffnung der Börse notierte der französische Franken mit 116,25 gegenüber 111 gestrigem Schlußkurs und der belgische Franken mit 131,75 gegenüber 128,25 gestrigem Echlußkurs.
V o 11 s, 9. März. Nach einer Meldung des ^Petit Parisien" aus Boulogne haben die Southern Nailways, die den Dienst zwischen Frankreich und England versehen, gestern das Pfund Sterling mit 120 Franken berechnet.
Paris, 10. März. Gestern vormittag fand kiy Efysee unter dem Vorsitz des Präsidenten der Re. publik eine Beratung statt, an der außer dem Ministerpräsidenten teilnahmen der Finanzminister, die Gouverneure der Bank von Frankreich sowie die Mitglieder des Generalrats dieser Bank. Ts wurden alle Maßnahmen besprochen, durch die man die Sanierung der Finanzen und die Wiederaufttchtung des Franken erzielen will. In dem nach Schluß der Beratungen veröffentlichten TommuniquS heißt es, die Regierung werde beim Senat darauf bestehen, ^daß die Jinanzgefetze rafch angenommeA werden.
Eine Rede 3
Berlin, 8. März. Im Daushaltsausschuß des' Reichstages wuive heute d« Frage der Goldkreditbank behandelt.
Reichsbankpräschent Dr. Schacht führte aus, daß die ganzen Beratungen über diese Frage sich vielleicht etwas eilig zusammendrängen, aber das sei angesichts der Lage des Reichstages und der ganzen wirtschaftlichen und politischen Lage erforderlich. Der Reichslankpräsident sagte, baß er sich Unmittelbar nach seiner Ernennung zum ReichsbankprSsidrnten nach London begeben habe, um dort die Verhandlungen aufzunehmen. Wir haben in Deutschland eine Papierwährung, die durch die Inflation an den Rand des Abgrundes gebracht worden war. Wir habe« sie stabilisiett in einem gewissen Umfange durch die Ausgabe der Rentenmark. Die Momente, daß wir die Rentcnmark pfleglich behandeln müssen, weisen insbesondere darauf, daß die Rentenmark im wesentlichen auf Kredit basierendes Geld ist und daher nicht in jeden beliebig vermehrbaren Mengen verwendet werben kann. Darüber hinaus haben wir in Deutschland eine Kredit- und Kapitalnot, der unbedingt abgeholfen werden muß. Die Wiederherstellung einer wirklichen Goldwährung ist ohne. Lösung der Reparationsfrage nicht möglich. Ich habe niemals den Gedanken verfolgt, Deutschland eine Goldwährung aus eigener Kraft zurück- zu geben, bevor nicht dieser polittsche Fragenkomplex geordnet ist. Ich habe immer nur den Gedanken verfolgt, Goldkapital von außen heranzuziehen. ÄlS Gesamtaktion ist niemals eine Kreditoperatwn gelungen außer dem bekannten deutsch-niederländischen Finanzabkommen. Dagegen schützt die Form einer Bank, deren Goldkapital sicher im Auslande angelegt werden kann, vor jedem Risiko. Ich habe die Verhandlungen mit der Bank von England ausgenommen am 1. Januar und habe ferner in der City von London eine Reihe von Besprechungen gehabt mit dem Eindruck, daß man in Loistwn wohl berett sein würde, uns bei diesem Plan zu unterstützen. In diese Besprechungen hinein fiel der Zusammentritt des Experten komitees in Patts Mitte Januar. Dessen Aufgabe beschränkte sich nicht etwa darauf, die deutsche Leistungsfähigkeit abzuschätzen, sondern das Komitee war ausdrücklich von der Reparationskommission beauftragt, die deutsche Währung zu stabilisieren und Bottchläge für eine Stabilisierung zu machen. -Ich wurde dann nach Patt? geladen, um diese Pläne mit dem Komitee zu besprechen und habe das auch, abgesehen von der allgemeinen politischen Lage tun müsse«, aus dem ttnsachen Grunde, weil nicht zu ermatten ist, daß die pttvaten Londoner Besprechungen irgend einen weiteren Fortgang nehmen werden, wenn zufällig das Expertenkvmrree sich dieser Frage gegenüber abfällig geäußett hätte. Nun lauftn die Gttwnken- gänge des Komitees ht einer anderen Richtung als meine Gedankengänge lausen. Das Komitee wollte eine definitive Goldwährung in Deutschland schaffen und zwar, um die Heranziehung deutscher Guthaben für Reparationszwecke au? Deutschland auf eine politisch gesicherte Basis zu stellen. Die Ansammlung in Steuern in Deutschland sollte nicht durch Inflation bedroht sein. Mit dem Plan des Komitees war also ein doppelter Zweck verbunden, einmal der, eine definitive Goldwährung in Deutschland herzustellen und dann für Reparationszwecke in der Organisation, die diese Goldwährung in die gxmfc nehmen würde, Summen anzusammeln, die bei bestmöglicher Gelegenheit an die Entente überfühtt werden sollten. Au? diesen Ge- dankengängen heraus haben die Ezpttten eweweti Plänen gegenüber stets mit Bedenken geäußert, daß diese meine Pläne ihre Pläne präjudizieren und hindern könnten. Die wochenlangen Verhandlungen haben schließlich dahin ge- fühtt, daß der Umfang der Bank i« einem gerofifen Umfange ziffernmäßig begrenzt wird mck zwar dahin, daß das Kapital auf 200 Goldmillionen begrenzt werden soll und das Recht zur Notenausgabe ans 190 Mfllionen Mark
Dr. Schacht svttfahrerd: Die Reichsbank wird von dem Kapital von 200 Millionen den Betrag von 100 Millionen sttbst übernehmen nnb reich damit, da sie ton den übrige« 100 Millionen noch eine Aktie dazu erwerben wird, t* Majorität des Kapitals dauernd behalten, solange diese Goldkrrdttbank oesteht. Diese Majorität genügt, um die erforderliche Kontrolle über die Bank auszuüben. Dieser einfachen Majotttät wird ferner statuarisch das Recht gegeben, auch die Bank wieder zu liauidieren, sodech die Rrichsbank es jederzeit tn der Land hat, die Golddiskontbank wieder zu liqvwirren. Es ist vorgesehen, daß im Falle einet Liauüxrtion das Vermögen in torgeschrieben« Weise den Aktionären wieder zugefühtt wird. Jeder politische Sin« fluß ist von der Bank ausgeschlossen. AuS- geschlossen ist ferner auch die Beleihung der Erwerbung durch Reich»- .Staats- und Kommunalauleihe. Der sitz der Bank wich in Berlin sein. Die Ltttung der Bank liegt in den Hände» der Reichsbank, die ja daS ganze Institut kontrolliert. Im Wrflichtsrat wie überhaupt in dar ganzen Verwaltung der Bank sitzen lediglich nur Deutsche. Es handttt sich also um eia rein deutsches Institut, baB nach den Gesichtspunkte« arbeitet, »ach denen die Rttchsbank gearbeittt hat.
Dadurch^ daß eine besonder» juristisch» Gesellschaft
)r. Schachts.
unter Kontrolle der Reichsbank hiermit errichtet ist. und die Aktiven unb Passiven dieses Instituts getrennt von der Rttchsbank erhalten werden können, ist eS möglich, auch fremdes Kapital für dieses Unternehmen heranzuziehen. Das geschieht ht folgender Weise: Ein internationales privates Konsortium hat sich berett erklärt, der Reichsbank einen Kredit von 500 Millionen Pfund Sterling zu geben Die Rttchs- bank wird dieses Goll» verwenden und die Hälfte des Aktienkapitals dieser neuen Bank zeichnen. Ferner liegen Zusicherungen vor, die einen Reichsdiskontkredit für die von der GolddiSkontbank anzukaufenden Wechsel im Auslande vvttehen, der zunächst zu beziffern ist auf 200 Millionen Goldmatt. Diese Transaktion wird sich betört abspielm, daß regelmäßig aus dem lausenden Geschäft heraus je nach Bedarf die Diskontbank Wechsel an 'ausläftdischen Märkten zu rediskontieren gibt gegen Dollar, Pfund und Sterling, Guloen oder andere Valuten. Ferner sind die Verhandlungen mit einem deutschen Bankenkonsottmm soweit gediehen, daß grundsätzliche Ein« mütigkttt darüber besteht, daß weitere 500 Millionen Pfmck Sterling, und das ist die zweite Hälfte des Aktien« 'avitals der Golddiskontbank, die nicht von der Reichsbank gezttchntt wird, von einem deutschen Konsortium übernommen werden, sodaß, wenn die sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen für das Zustandekommen oer GolddiSkontbank vorliegen, wir mit der Errichtung der Bank i« wenigen Tage« Begin» r -n werden.
Die GolddiSkontbank Hai ferner daS Recht, Noten auszugeben tm Umfange von 100 Millionen Mark und ich rechne dabei darauf, daß diese Noten besonders darauf verwendtt werden, um die im Inland um- »ausende« ausländischen Noten hinein» zunehmcn. Auf diese Weise würde das gesamte Kapital, das träfet Bank zur Verfügung stehen würde, oas Betriebskapital also auf 500'Millionen Gold mark oder 25 Millionen Pfund Sterling kommen. Die Frage, auf welche Währung diese Bank zu stellen Ware, ist zum wesentlichen vom praktischen Gesichtsonrkt aus von u*t? dahin beantwortet worden, daß es für die deutsche Witt- sschaft, die tm wesentlichen ihren ganzen Geschäften nach vom Londoner Finanzmarkt abhängig ist, wichtig ist, die Pftindwährung für die Aktien und Noten dieser Gotd- kreditbank zu nehmen. Es handelt sich hierbei nicht um eine in Deutschland einzuführende Währung, sondern die Abstellung auf Pfund Sterling soll gerade zeigen, baß es sich hierbei nicht um eilte Währungsbank, sondern um ritte Kreditbank, die mit der deutschen Währung als solche nichts zu tun hat, der in ausländischer Währung Kredite zur Verfügung stehen, handelt. Letzten Endes ist diese Abstellung aus Pfund Sterling eine wesentliche Voraussetzung dafür, daß wir ein gewisses Entgegenkommen am Londoner Finanzmarkt gefunden ha bett.
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Die Debatte über die Goldkreditbank.
An die Rede des Retchsbankpräsidenten Dr. Schacht im Haushaltsausschuß des Reichstages schloß sich eine Debatte an. Abg. Dauch (D. Bp.) nahm mit Befriedigung davon Kenntnis, daß es sich bei der Re« grün- düng lediglich um eine Währungsbank handele.
Abg. Helfferich (Dn.) bekämpfte den ganzen Plan. Er hielt Mar auch Kredite für notwendig, um die deutsche Wirtschaft wieder aufzurichten, verwies aber darauf, daß solche Abkommen bereits getätigt worden sind. ES sei ferner eine schwere Gefahr, daß dem neuen Institut da» Recht der Roten- auSgobe gegeben werden soll.
Der Abg. Keinath (Dem.) glaubte, baß Au»- landskredite für die deutsche Wirtschaft von solcher Wichtigkeit seien, daß demgegenüber auch Bedenken in Einzelheiten zurückgestellt werden müßten. Das Pfund erklätte er für die richtige Basis.
Die Zentrumsabgeordneten Esser und Schlack erklärten ihre grundsätzliche Zustimmung.
Der Abg. Rauch (Bayr. Bp.) betonte nur, daS Noten vecht her gegenwärtig damit aus gestatteten Banken dürste in keiner Weife dutth die Golddiskontbank beschränkt werden.
Die weite« Aussprache spielte sich i« vettrau- licher Sitzung ab, au deren Schluß der Vorsitzende feststellte, daß über die Weiterderatung der Vorlage das Plenum zu entscheiden habe. Wahrscheinlich werde sich am DienStag ber Reichstagsausschuß mit der Einzelberatung der Vorlage beschäftigen.
Berlin, 8. März. In dar heutigen Sitzung btzS Zeutrolausschmsses der Reichsbank berichtete der Bor- sitzende, ReichSbankpräfident Dr. Schacht, über die Entwürfe der besten Gesetze, die für die Errichtung der Golddiskontbank notwendig werden. Einmal den Gesetzentwurf zur Abänderung de» BankgefetzeS, andererseits den Gesetzentwurf über die Golddiskontbank. Der ZentvalauSschuß erteilte ferne Zustimmung und ermächtigte dar ReichSbankdivcktorium, die mit der Errichtung der Bank zusammenhängenden Arbeiten» fortprsetzen, »och bevor die alsbald zufammenzubv- Msende Generalversammlung stattfindet«-
unb alle erforderlichen Bkahnahmen treffen.
Paris, 9. März. Poincar^ verhandelte gester« wiederholt mit dem Kriegsminister, dem Finanzminister und dem Iustizminister. Nach den Morgen- blättern waren die Beratungen durch den Stand des französischen Franken veranlaßt. Das „Echo be Paris" schreibt, man habe noch keine Beschlüsse gefaßt, aber bie neue Offensive gegen den Franken erforbere eine siegreiche Gegenoffensive. Die Absichten bet Regierung gingen bahin, zunächst den weiteren Sturz bes Franken aufzu- halten. Jeder müsse auf seinem Posten seine Schul» bigkeit tun ober seine Stellung verlassen. In zweiter Reihe solle burchgesetzt werben, baß bet Senat bie Finanzgesetze annehme, um bas Bubget auszugleichen, in britter Linie sollen neue Regie- rungsinethoben zur Anwenbung gebracht werben, wie sie bet kritische Augenblick erforbere, ben ba» Lanb jetzt burchmache.
Der Senat gegen Poincar.i.
Paris, 8. März. Die Finanzkommission be» Senats setzte heute nachmittag bie Prüfung bet Finanzlage der Regierung fort unb sprach sich mit 18 gegen 7 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen gegen denjenigen Absatz aus, der bas Ermächtigungsgesetz.be« trifft. Eine Fasiung, bie eine Milliarbe Ersparnis vorsieht, welche bestimmt, daß bi es int Rahmen bet bestehenben Gesetze burchgeführt werben solle, würbe mit 19 gegen 3 Stimmen angenommen. Mit Stimmenmehrheit würbe außerbem von ber Kommission bas Gesetz über bie 20prozcn» tige Erhöhung angenommen. Im Anschluß an biese Cntscheibung ber Senatskommisflon würbe ein bringenbet Ministerat im Ministerium be» Aenßern einberufen, e w
Bonbon, 9. März. Der Aufsehen erregenb« neue Sturz bes französischen Franken finbet größt« Beachtung. Der „Manchester Buarbian" schreibtl Poincar^s Nervenkraft sei offenbar a« ber Grenze angelangt. Sein brutale» lHti* matum an ben Senat, seinen finanziellen Reforme« soforr anzunehmen, sehe wie bie Handlung eine» Mannes aus, ber entweber bie Selbstbeherrschung verloren habe ober zum Rücktritt gezwungen werbe.
Bonbon, 9. März. Die „PoincarS- und Frankenkrise" wirb van bet Preffe weiterhin ein- gehenb erörtert. „Sunbay Times" verkünbet i« Fettdruck, Poincar6 kämpfe um sein Beben. Unter ber Ueberschrift „Ruhrnemesis" führt bas Blatt aus, ber Franken falle unb reiße PoincarS mit sich. Seine Politik fei es, bie bie Wege für ben äugen* blicklichen Sturz bet französischen Währung geebnet habe. PoincarSs Hazarbfpiel sei fehlgeschlagen« Wenn er Gelb von Deutschlanb wolle, um be« Franken vor bem Zusammenbruch unb sich selbst vor schmählicher Nieberlage bei ben kommenben Wahlen zu retten, so müffe er bas Ruhrgebiet verlassen und alles zurücknehmen, was er öffentlich während der letzten Wochen gesprochen habe. Es werbe jetzt von Frankreich klar erkannt, baß bie Aussicht, von Deutschlanb Geld zu erhalten, burch Poincar^» Ruhrpolitik sehr behinbert worben ist. Die Ruhrbesetzung hat bas beutsche Eisenbohnsyftem unb bi« deutsche Schwerindustrie betroffen, so baß keine Finanzgruppe ber Welt heute Deutschlanb leihen will wenn nicht bie Wirtschaftseinheit Deutschlanb» wieberher-zestellt werbe, b. h. wenn bie Franzosen nicht aufhören, bas Ruhrgebiet zu kontrollieren.
Paris, 9. März. PoincarS empfing gestcin ben Vorsitzenden ber Regierungskommission bes Saargebiets Rault.
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Sie WonMIm-MMW.
Paris, 8. März. Der Bankenunterausschutz ber Kommission Dawes tagte heute vormittag, um bie Frage ber Fortsetzung ber Sachlieferungen, bie Deutsch lanb währenb ber llebergangsperiobe leisten soll, zu prüfen. Der Budgetunterausschuß ist heute nachmittag zusamengetreten, um seine Arbeiten über bas beutsche Bubget fortzusetzen. Hava» behauptet, bet Generalbericht bes Ersten Sachver» stänbjgenausschuffes werbe vielleicht schon Enbe ber kommenben Woche ber Reparationskommission unterbreitet werben, während bas Komitee Mac Kenna erst in ber Sage sei, seine Konklusionen einige Tage nachher bet Reparationskommission vorznlegen.
Berlin, 9. März. Der zweite Delegierte Bekniens bei der Neparaiionskmnmission Gutt soll nach et«A Meldung der vrüffeler .Dernier t)eui«*'