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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

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Anzeiger für (das früher MrheMche) Oberhessen

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verlk«, 8. M3rz. Wie die .Voss. Ztg." mit­teilt, wird das Reichskabiuett heute mittag $u» sammeutreten, em über die weitere parlamenra- rische Behandlung der Notverordnung und die Reichstagsauflösuug Beschluß zu fassen. Es wird stch vor allem auch mit der Frage beschäftigen, ob nicht eine Verständigung darüber erreicht werden kann, das; der Reichstag, bevor er endgültig ausein­andergeht, noch den Notetat und den deutschnatio­nalen Antrag erledigt, der verlangt, daß gleichzeitig mit den Reichstagswahlen auch die Wahl des Reichsprästdcutcn stattfiudr. - Vor der Kabinetts- sitzung wird der Reichskanzler vom Reichspräst- den'cn empfangen werden. Tas Blatt nimmt an, daß der Kanzler bei dieser Gelegenheit vom Reichs­präsidenten die Ermächtigung zur Auflösung des Reichstags erbitte« werd«. ,

Aenderuns der Eefetzgebung über die Ausfubr Waffen und Entmilitarifierung bet Polizei.

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und nehme alle Konsequenzen auf sich, welche Regierung daraus ziehe« werde, werde«, wie .Vorwärts" berichtet, gebilligt.

Berlin, 5V März. Die Zentrumsfraktion

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1924

Berlin, 8. März. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktio« nahm in ihrer gestrige« Sitzung den Bericht des Fraktionsvorsitzendea Hermann Müller über die parlamentarischen Besprechungen der letzten Tage entgegen. Die von dem Fraktion«.! reducr Dr. Breitscheid gestern im Plenum ab­gegebene Erklärung, die Fraktion stehe zu ihre« ÄbLnderungsanträge« zu den Notverordnungen

Die .DberbeifilWe Zeitung" erickeint Sechsmal wSchentlicd. Berugsoreir monatlich 2 Seit ansichiiehlich Zuftelinngsgebvbr. Mr austaUend« Stummem ,neige

Die Neuwahlen im besetzte« Gebiet.

Berlin. .5. März. Unter dem Vorsitz bes Reichskanzlers fand gestern im Reichstag eine Besprechung mit den Reichstaasabgeord- neten der besetzten westlichen Gebiete über die Frage der Neuwahlen im besetzten Ge­riet statt. Trotz der monnigfachen Schwierigkeiten, die der ordnungsmähigen Darchsüb-unq der Wabl in- fvl«e der V -lchränkungen hinsichtlich der Einreisemös- 'itikeit, der Derfamnffungs- und Presieireibeit nach der Neberzenoung aller Vertreter entaeaenstehen. sprachen sich die Abgeordneten aus allgemeinen politischen Grün, den für die Vornahme bet Neuwahlen im besetzten Ge­biete aus.

durch die Regierung aufgelöst wird und daß die Neu­wahlen am 6 Avril stattfinden sollen. In den heutigen Barteibesvrechungen setzten sich die Vertreter des Zen­trums üir die Durchführung des Beschlusies ihrer Frak­tion ein Wenn die anderen Regierungsparteien sich dem Vorgehen anschliesien, dürfte die Auflösung de» Reichstages am Sonnabend erfolgen.

Verlin, 6. März. In der Besprechung, die der Reichskanzler mit den Führern bet vier Koalitionsvar» teien am Mittwoch abend batte, ergab sich, wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, zwischen Regie­rung und Deutscher Volkspartei, Zentrum, Baoerischer Vntksoartei und Demokraten völlige Einheit übet den modus vrocendendi in den varlamentartschen Ausein­andersetzungen über die Behandlung der Notwendigkeit der Reichsregierung. Die Regierung gedenkt hierbei die Führung in der Sand zu behalten.

Der 13 April als Wahltag?

Verlin, 5. Marz. Zn den Verhandlungen zwischcn Reichsregierung und Parteiführern hat sich ergeben, dast eine große Mehrheit für eine möglichst frühe Ansetzung des Wahltermins zu den neuen Reichstagswahlen ist. Man hält es für unerträg­lich, die schon vollständig im Flust befindliche Wahlagitation noch über Monate hinauszuziehen Ais Wahltermin kommt der 13. April in Frage.

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widerstrebenden Deutschland« gegen sein Finanzkoui, trolle anzukämpfen, Wer?« angeregt, daß ein Deutsche« die Leitung der Bank übernimmt. Ein ausländ in scher Kontrolleur würde aber das Vetorecht erlangen, um die deutsch« Moj rität gegebenenfalls an bet Rück­kehr zur Inflation hindern za können. NM der» dip'om tischen Mitcr e t'r derD ily Mail"" mache, die Deutschen Einwendungen gegen die interalliierte Fi» naozkontrvllr den SachyerflSndigenauSschüfsen viel yt schaffen. Obwohl Deutschland in den Ausschüsse^ nicht vertreten fei, hätten dsiSa chverständigen Wert darauf gelegt, die deutschen Behörden fottgesetzt uaß ihre Ansicht über verschiedene Klauseln ihres Berich, tes zst befragen. Tr. Schacht hab- auseinandergesetzt» daß diese Klauseln mit der deutschen Souveränität nicht' in Einklang g bracht werden können,well sie der aus-, wärtiaen Finanzkontrolle zu allzugrvßem Uebeegewicht' Mrhelse. Dr. Schacht wurde zur Antwort gegeben, Oe^errei-H sich mit weit drückenderen Klauseln eins* verstanden erklärt hätte itnb Ungarn erst unlüngsß auf sie eingegangen sei.

Paris, 5. März. Der Unterausschuß für Bank* fragen hat heute Vormittag den Bericht über bie( Golsnctenbank für die nachmittags stattfindende ®»lla

m c<ute von ^eymogen le/.enscrji|Ten Per. b(n mußte. Stutz wurde ,unärhst von der beut s^nalS die Cscl-er-.lng und Verpflegung brr. Besät- Polizei verhaftet. Nachdem er sich ater ben Frav., truppen zu gewährleisten, Lei der Absicht des > Lrgrnübcr als SvudQbünüia auLücscb«» hatte, roiQct

sei, wie der militärische Ausnahmezustarch. Wenn der frühere Außenminister v Rosenberg, der in einer Haupt aktion der deutschen Polilik versagt habe, in Konstanti- nopel Botschafter werden soll, so scheint das Rcichs- kabinett auf dem Standpunkt zu stehen, daß nicht; um­kommen dürfe. Der Redner gibt dem Rcichsaußen- minister den Rat, feine persönlichen Hebet sntgungen von der Isolierung Frankreichs und dergleichen ösicntlich nicht allzu laut zu verkünden.

Minister Braun« führt «m3, daß die soz'aldemo kratischen Anträge zur Abänderung der Steuernotverord­nungen überflüssig wären. Es fei ein Irrtum, zu behaup­ten, daß die Verhandlungen sich allein gegen oas T-coft- tariat richten. Verschiedene Verordnungen benen du ch- aus dem Schutz der Arbeiter, ebenso ote Tarffverträg' Den Wünschen der Gewerlschaften sei durchaus Rechnunc getragen.

Reichsinnenminister Jarre« weist nach, daß der Kanzler seine Zusage bezl. der Ersitzung de: militärischen durch den zivilen Ausnahmezustand eingelöst habe. Es

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Die Lifenbahne« und die Finanzkontrolle.

Vari«. 5 März. Bekanntlich hat sich die zweite Ur,t-rk'mmissi>m des Komitees Dawes gestern a"?sühr- l'ch m't der flrg" der deutsch'n Eisenbahnen leschäftigt Da» Komitee selbst gebt auf die Frage am heutigen Tage näher ein.Petit Pansien" glaubt zu wis» sen. daß die Unterkommission folgende Lösung de« Problems vorschlage: Tos Rheinisch -westfälisch« Eisrnbahnnetz, das zur Zeit von der franko-belgischen R g« verwalwt wird, würde demnach in finanziefler B-ziehung trab h nsichtlich der allgemeinen Betriebs­leitung an da« deutsche Eisenbahnneh überbauvt» wie­der ans-egliedert werden. Dir rheinisch-westfälischen Eisenbahnen würden nur noch von 9Hlrerten kontra!- li c v« d n und zwr w"rd. die al irrte Ueoermachung nicht nur an ben Hauplorten, sondern auch and«, t nicht nur an den H*-uptorten, sondern auch an den» Bahnhöfen zwei er Ordnung zur Geltung kommen, um

gegenüber unverantwortlich sein, ben restlos aufzuheben Wesentliche Er- Milderungen werden rinrrettn. Ter soll sitzt nur alle die Bestrebungen

Marburg

SwrslN. len 6. Mörz

Lenzt«,

He Kritik durch die Bedrohung einer Serie von Mstviensorderungen zu unterdrücken, Kenntnis zu geben. Er schließt mit einem energischen Protest gegen die Ein «rifft in die Immunität gerade von depjenigen Abge- «chnete«. die dauernd dsi Rechte bet Immunität für sich in Anfprnch nehmen.

PräiLent Loebe: ,^In der gleichen Angelegenheit »at das Wort Herr von Graefe. (Znrusi der Kam- * munisiru: Pistolen raus! Pistolen rattS!)

Abg. v. Graefe unter großer Unruhe (mit schnei­dendem Tonfall): ,^fch lehne es ab (gurusi bet Kam- munifitn: Aeh, aeh, aeh!), ich lehne es ab, mich «ttt dem Hauptmann bet Reserve 2t. Cremet darüber anseinanberzusetzen, welche Auffassung et von der OffizterSehre hat. ES wird sich ja ver- * mutlich eine anbete Gelegenheit bieten, um die Angelegenheit zur Sprache zu bringen. (Heftige Zwi­schenrufe bet Kommunisten: Durch Mord wie bei Rathe- «au und ErzbergetA^

i Eine Aussprache ist nicht möglich, damit ist die Au- «elegcnheit erledigt.

i 1. Lesung des Notetats.

Mit der Weiterberatung verbunden wird die sozial­demokratische Interpellation über den Schutz der Ar­beitskraft und dsi deutschnationale Jnterpellato- über die Herabminderung öer auf der 2«nb» wirtschaft ruhenden Steuerlasten.

Abg .Breitscheid (Soz.) nimmt stark Strlluu- «egen die Duellfvrberung der dentschvölÜscheri Abg'ord «etc«. Er verstehe nicht. Warum die Herren ihre Person so leichtsirtig auf das Spiel fetzten. Dadurch tiefe das Vaterland Gefahr, wertvolle Kräste für den Wiederaufbau zu verlieren. (Heiterkeit.) lAuf ben Tisch bei Hansis :. * sind inzwischen zwei alte Pistolen niedergclegt word:n mit dem Zettel:Für die Teutschvölkischen zum Hausge brauch". Ter Präsident läßt die Pistole« entfernen.) Der Kanzler habe erklärt, daß er ei auf keinen Fall zu einer eingehenden Beratung der ÄbLnderungsanträge kom­men lassen werde, da dadurch unsere Währung gefährdet weide. Vermutlich erscheint der Regierung aber dsi Ge­legenheit zur Auflösung unter dem Eindruck der letzten Wahlergebnisse in Thüringen und Mecklenburg besonders , tzüustig. Ter Rcdner erklärt, bi« sozialdemokratischen Anträge seien ernst gemeint unb teilte Schaugerichte. ! Er tritt für den Achtstundentag ein und verlangt Maß ' nahmen gegen die soziale Reaktion. Elende Beamten- j gehälter führten nur zur Korruption. Er bespricht dann ben Ausnahmezustand And hält polemisierende Generäle ' für überflüssig. Wo sie ihr Wesin treiben, ba wachst ' lein Gm« mehr. Der Rcdner bespricht dann den -^Münchener Hitlerpwzeß und kn issirl scharf das Berhal- rten bei Generals Ludendorff. Leider habe das deutsch- Kolk nicht nur unter dem militätischen, sondern auch 'Unter bem politischen Befehl dieses Mannes gestanden sBezeichnend sei chaß in München ganz offen der Marsch nach Berlin geplant werden konnte. Tie Sojialdemu- trotte lehne auch den zivilen Ausnahmezustand ab, ba . «r ix den Händen bei Minister« Zants ebenso verdächlij

Die MlSkiE

Die MilttStkonttolle vor der Botfibaktetkonkerenz.

Paris, 5. März Die Botfchafterkonferen, ver- ^änbtate sich 'heute in Anwesinheff des Marschalls Fach über den Wortlaut bet an Deutfchlanb zu tidjtenben *)t'ote über bte Wieberatffnabme bet Militä^kontrolle Laut Hovos n?"tben bte DaAchcä"* bet englischen Re- ntetunq vom 25. 2. mit einigen Aenberungen in ben Einzelheiten anaenommen. Die Note wirb heute Abenb an bte be,,,fd'e R<-gierunn abnesnnbt unb für bte in ter« nnfierte MIsicätkontrollkommfffion das Recht bean- hrutben. demnächst mit Ilnterftiitzung her beu'schen Be- hrrben in ganz Deutschland die Minschaftsbestänbe ""chzuvrüten und kesizustellen. ob Deutschland tm Jahre 1923, während besten bte Kontrolle nicht ansgeübf würbe, keine neuen militärischen Vnrbeteitunaen ae- ♦ro,,<n tznbe unb *«r Zeit bie Abrüstung endgültig dnrchgeführt fei. Bei negativem Ergebnls der Nach- 1 rühm" würben b'-> Alliierten bereit fein, gemöb ben Votschlgqxn bet Botfchafterkonferenz an Deutfch'and rom Sevtember 192? bie Militär-^ontrollkammffsion durch ein Gorantiefomffee ober eine andere gfefcharttge Otganisotton mit, hesch-ä'-k>m Verfonafb-ffanb zn et« fenen Vorher werbe Deutfchlanb bie 1922 vofesebe- »cn fünf Fotbernnaen erfüllen müllen, nämlich betreffs

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beute vormittag beschlossen, batauf binzuwirken, ter Reichstag noch Beruhigung bet Eenetalbebatte

bekämpfen, welche auf geletzwLrigem Wege eine Aenderung der Verfassung herbeisühren Wo len. Leider genüge das Strasgesitzbuch nicht, ebenso wenig das Gesetz zum Schutze der RepnbLk, nm solck>en Bestrebungen, namentlich von linksradilaler Seite entgegenzurreten. Der Minister vee- l'est Stellen aus kommunistischen Flugblättern, worin bas Proletariat zn rtVoIulionärtn Umwälzungen im Mör­tlich April aufgefordcrt Wird. Wir haben aus Bayern den Ausnahrnezuustand nicht ausgedehnt, weil Bayern einen erweiterten Ausnahmczustand hat, der weit über den im Reich bestandenen binatk^geht. (Lachen «Nd Lärmen bei den Kommunisten.) Einem anderen Lause in bcrsilben Lage hätten wir dieses bajuwat.sche Vorrecht auck gewährt.

Abg. Kaar (Ztr.) stellt fest, dab bie Gründe bes Kanzlers rür bie Notverordnungen find: Erhaltung bei bcutschen Wübrung, Sanierung des Haushaltes und H.<ieberaurbaii bet deutschen Wirtschaft. Der Arbeiter­schaft soll bet Ach.ftundenlag nicht genommen werben, über sie müsten auch mttbelfen zur Hebung der Produk- tron. Die große Maste muffe lernen bte Not bet Land­wirtschaft 5u verstehen. Es fei zu erwägen, in wieweit bet Schutz bet nationalen Produktion im Interesse bet gesamten Bevölkerung unb bet Volksernährung wieder vutgeführt werden müsse. Die Landwirtschaft könne eine gerechte Steuerveranlagung verlangen. Die TS- ligkeit der Sachverständigen-Kommifsion, bie durchaus objektiv fei, bedeute einen Fortschritt. Die Revision des Verfaillet Vertrages [ei ein selbstverständliches Postulat, aber bie Frage bet Ovvortunität des Weges hierzu müste bie Regierung entscheiden. Der als Aus­weg aus bet europäischen Sackgasse von Mac Donalb angebeutete Weg sei für uns als Deutsche unb Rhein­länder ungangbar. Eine politische Neutralisierung neben bet regionalen Mission des Rheinlandes set un­diskutabel. (Lebl;. Beifall.) Ein Pufferstaat im Westen ist jedenfalls auf bie Dauer nicht für den Stieben in Europa geeignet. Der Rebner weist bie Angriffe Lu­dendorffs gegen bas Zentrum unb ben Vatikan zurück. Daburch beweise Lubenbotff, bah et noch immer bie blaue Brille trage Der päpstliche Friedensschritt wäh­rend des Krieges sei von bem damaligen Außenminister Kühlmann warm begrübt worben, aber bte antirömische Haltung Ludenborffs habe ba.mals ben Erfolg vereitelt Die von bet Entente verlangte Auslieferung bet Kriegsverbrecher, »u denen ja auch Ludenvorff gezählt wurde, [ei unr durch bas Eingreifen des Papstes ver- binbert worben. Ludenborffs unglückliche, Aussage werbe ein Echo bei bem katholischen, besonbers im rhei­nischen Volke hüben, bas Ihnen (nach rechts» noch In den Ohren gellen wirb. In bet Eterheftunbe bieses Reichstages erklären wir bah wir bas deutsche Volk i.icht entzweien, sondern einigen wollen in einer gro­tzen sozialen unb sittlichen Jbee. Die Zukunft wirb nicht nationalistischen Phrasen geböten, sonbern bet cokervolle« Arbeit im Dienste bes Vatetlanbes. (Lebh. Bcttall.)

Nach ihm werben bie Beratungen abgebrochen.

Abg. H e t g t (bitte) heft reitet bem Vorredner ge­genüber unter Verlesung bes emsvrechenben Protokolls, dab bte Deutschnationalen ben Versailler Vertrag als ffininblage bes Friedens anerkannt hätten.

Nächste Sitzung Donnerstag 2 Uhr. Weiterberatung.

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Pirmasens, 5. März. Die hi -s'gen Zusiäude schei­nen rittet neuen Kütasirovbe zuzotreiben, wenn nicht bald btt Soicherkommissio« der Rheiniandkommissiox in Pirmasens erscheint und nach bem Rechten siebt. Tie Berbaflungen unschuldiger Bürger durch die Besatzungs* bebSrden geben weiter. Die Verbafteten tixtben zn« Teil mißhandelt und zwar von den französischen Ts!* metfchern und Gendarmen. So wurde der Techniker Jakob Becker von einem französischen Dolmetscher f« fürchterlich geschlagen, daß er während einer ganze» Nacht bewußtlos lag und dann tobsüchtig wurde und in riner Heilanstalt unter gebracht weiden mußte. Dsi in bai M'litärgesangnis in Mainz verbrachten Bürger wurde» mit Ketten gefesselt zum Bahnhok abtransportsirt, wo« bei der Bevölkerung ungeheure Erregung Hervorgerufe« bat. Unter ben Abtransportierien befand stch auch der A'tl des Alte« Bahn Hofs, während der Amtsgencht«*^ rat Müller noch in Pirmasenr in Hast gehalten wird. .

Pttmasen», b. MS^. Neber der Stadt Hängt Mlf Damoklesschwert in der Gestalt der VerHastung von- 100 Geiseln, wenn den Sonderbündlern irgend etwa»' geschieht Unter dem Schutz der sranzösischrn Delegation! wird das Auftreten der Sonrcrbündler täglich heraus*! fordernder. Sie gehen im Rathaus aus unb ein, W» ssi von den Franzosen das Wachlokal der deutschen Poli*- zei zugrwicsen erhiellen. Am Abend des 1. März erklärt« der Sonderbündler Stretz, eine übelbeteumundete Person in einer WirtschaftPirmasens ist bei Schandfleck Deutschlands", Ms sich bte Anwesenden das cerba:;«# griff er zum Messer und verletzte den Fabrikatbeitet Dansil so schwer chaß er in» Krankenhaus gebracht wer*

408. Sitzung vom 8. März.

Am Regierungstisch: Außenminister Dr. Strese- »«««, Innenminister Oeser, Ernährungsmintster Ara? Sanitz.

ii ^räffcent Loebe eröffnet die Sitzung um 3,20 Uhr.

. Da«Duell" m GraefeEremer.

Dsi drei deutschvölkisckien Abaeorduet-n Wulle, Mr äse und Henning batten den deutschvollsvariet* Lchen Abgeordneten Dt. Cremet zum Duell ge­fordert. Dsi Forderung lautete auf Pistolen. Austtag Kl zur Kampfunfähig kett. Der Grund zu biesrt Do Überang lag in einem Zuruf Tr Cremers bei dec letz- ku gifbe des Abg. Graefe, in welchem Graesi deS Hoch- der.nts beschuldigt wurde. Es war bekannt geworden, daß Dr. Cremer sofort zu Beginn der Sitzung eine Er­klärung abgeben würde. Das führte dazu, daß das Haus eine ganz außerordentliche Besitzung schon von Anfang -- en aufwies. Als der Abgeordnete Tt. Cremet außer- - halb der Tagesordnung zur Abgabe einet Erflärnng auf« «erufm wirb, herrscht lautlose Stille.

Bot Eintritt in die Tag sordnung gibt Abg. C temet (D Bolksp.) eine Erllärung ab, nach welcher der Abg. B «Ile (Deutschvölk.), nachdem er vorher in einer herausfordernden Rede in der letzten RrichAagsfitzuite schwere Angriffe gegen den ReichSaußenminiskr gerich­tet hat, biete nachher abgestritten habe. Bei bet hier­durch hervorgerusenen Entrüstung sei von seiner Seite der Zuruk ,Lwchverräter" gefallen. Am l.März nach- «ittagS hätte- ibn im Namen der drei VSkkisckien Abgeord­neten ein Herr nusgeiucht uns von ihm Zurück­nahme dieses Zunises gefordert. Das habe er abgelehnt, da er sich für Steuerungen innerhalb des Parlaments nicht zur Rechenschaft ziehen lasje. Er toolsi jedoch bte Aeus-erung draußen wiederholen, um ihre Wahrheit vor Gericht zu beweisen. Daraus habe ihm der Herr für jeden der bre i Abgeordneten eine Forde­rung überbracht auf Pistolen bis zur Sam p fu nfä big kett. Dr. Cremer stellt fest, daß er diese Fockerung abgelehnt habe, da sich nicht mit Pistolen, sondern nur mit Beweisen entscheiden lasse, ob die drei völki'chen ALg-ordneten oes Hochverrats schuld'g feien oder nicht. Für den AuStrag von Streit 'gleiten fachlicher Arl komme für ihn nur der gesetzliche Weg in Krage. Dt. Trcmer erklärt weiter, er fff'-Te sich iu feinem Gewissen gezwungen von diesem terroristischen Versuch,

$er Lnzeigeuvrets betrögt cör ben 9 gefp Zettenmtlllmeter 0,08 (Solbmert Amtliche a. aurwärt. Änzeigeu 0,10 ©olbmart Bei Idiwier.Sag 5»'I, Aufschlag. Semmelemetg. 100*1, Aufschlag, i ftlamen 0,^0 Taldmark. Jeder Rabatt gilt al» Bartabatt. Belege werde» beteWnet, ebenso llustunrt dur-d Die fiieiWäftsttede unb Zalenduna her Angebot*. Zaoluaa innerhalb 5 Tagen (1 Dollar - 4,20 Eoldmarkl, Berechnung nach dein Berliner Mtttel- kurs de» Zahlun?»-«tnga»«gatages. Verzugs,Inle» pre lag nach dem »ankzinsfatz

Sie dMtt LelSmei. i

London, 5. März. In Beantwortung einer FroW OrmSbtz Gores, der nm Veranschlagung deS Werte« aer Leistungen in bar und der Sachlieferun* gen durch Deutschland an Großbritannien, Frankreichs, Belgien und Italien für Rechnung der Reparationen und für die Kosten der militärischen Besetzung feit! bem Zeitpunkt des Eindringens Frank»! teichs in daS Ruhrgebiet ersucht hatte, etfltaej Schatzkanzler Suow'd'en: 1

1. Keinerlei Barzahlungen Wurden durch bte deutsche Regierung für die Repatationsvechnun« während deS Jahres 1923 geleistet, außer der Zahlung sechsmonatiger Schatzscheine an bie belgische Regierung mit Bezug auf die letzten fünfmonatigen Zahlungrn für 1922, dsi während 1923 fällig waren.

2. Dsi Sachliefernngen, die durch bte deutsch» Regierung an Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien gemacht Wurden und bte der Reparationskom* Mission während des Jahres 1923 mitgeteilt warbt«« erfolgten für Großbritannien im Werte von 156 Mil**- (ioneu, für Frankreich von 14 Millionen, für Belgien von 6 Millionen und für Jtalsin von 123 MillioneH Gvkdmark. *

Außerdem gab bte deutsche Regierung Papiermark an d« verschiriienen Besatzungsheere auf An* tetberung in folgender Höhe: Großbritannien 16 Milli»*! nett Goldmark, Frankreich 8 Millionen und Belgien 200 000. Die Ausgabe von Papsirmark, dsi durch bte deutsche Regierung an die ftanzös.scheu und belgische« Heere auf Anforderung erfolgte, wurde von Beginn bet Ruhrbesetzung ab bis Dezember 1923 eingestellt. [

4 Keinerlei Summen sind an die Repci* rationSkommission geleistet oder der 6titiftb:« Regierung durch die französisch« und dsi belgische Regte* rung mitgeteilt worden mit Bezug auf den Wert bet ringe,ogen-n unb beschlagnahmten Gelder, dt« im Rheinland und Ru hrgebiet eingetrie-« ben wurden, und keinerlei Summe ist von bet Repar» tionskommissiou mit Bezug auf derartige Einziehung««

) Äff Kfi Streit» o». et-me»r.Eteig»tüe tei» Lria^ vetmg oo» Dt. L.-t,erotd. Dru« vv uBtD..^ed>bru<fttet oo« 3ob. »»«. ftoo. Markt 2123. Kerawrecher 56.