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1924

innerhalb 5 lagen (1 Dollar - 4.20 Doldmarkl, B«k«»nuna nach 6em Berliner Wittel» kur» de» Zahluau»-Li»i«rng»tage». Verzugszinlen pr» lag nach dem Bankzins!»

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Mailand, 3. März. Der „Secolo* schildert in einem Leitartikel den finanziellen Bankerott der französischen Militärpolitik und «eilt auf die Not­wendigkeit hin, daß Frankreich das Ruhrgebiet räume. England und Italien könnten unmöglich die französische Ruhrpolitik unterstützen. Das Blatt hofft, daß Deutschland durch eine (luge Mäßigung den Rüitzug Frankreich» nicht erschweren werde und bedauert die püssuie Haltung Englands.

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ntritt.

1153 jl. mit rareife auf, bürg.

Marburg Sitnstofi. o« l Mörz Benghig

Paris, 3. März (Haoas.) „Daily Telegraph" meldete heute morgen, daß Anfang Februar eine Rote an die Mitglieder des Kalinens Poincar^ verteilt wurde, welche das Merk eines der höchsten Staatsmänner fei und welche die franke-englische Zusammenarbeit für die definitive Regelung de: europäisiert Schwierigkeiten befürwortete. Diese» Dokument sei in den höchsten Pariser Kreisen gut- yeheißen worden und bestätige die Frage der Er­setzung der wirtschaftlichen Okkupation der Ruh: durch eine andere gleichwertige Aktion Der diplo­matische Redakteur der Havas-Agentur ist in der Sage, mitzuteilen, daß ein solcher Bericht, falls er überhaupt vorhanden ist, auf alle Fälle nicht zur Kenntnis des Quai d'Orsay gelangt ist.

Banern «xl immer ermattet, und darum sehe man im Norden auf die bayerische Reichswehr immer mir etn:m gewissen Neid. Cie sch'en uns getragen zu fein von der national:« und monarchistischen Idee B n irgeno einer Beeinflussung der Schüler der Jnfantetieschnte im Sinne der völkischen Bewegung »der gar im Sinne einer Gedorfamsverwrigerung den Vorgesetzten gegenüber hi keine Rede gewesen Anfangs November war Sann oir Fnsanterjeschule unruhig geworden, weil auf die Tal Lossows nichts erfolgte. Loisow beauftragte bann Sen- oold »ns ein-n schriftlichen Befehl bortufegen. wonack der Tag der Wledereinfühenng einet schwarr-weißresten Kokarde bevarstüade. Der Anaeklagte betont, daß Lossow diesen Belebt hinter dem Rücken de» Kommandeur» der Kriegsschule, General Tischowih, gegeben habe. In der Parade am 4. November, kie vor dem Armeemuienm abgehalten wurde, erblickten wir nut die letzte Heerschau des Generals Lossow vor der Tat.

Der Staatsanwalt beantragt nunmehr Ausschluß de: ^efsintlichkeit für die weiteren Ausführungen, da diese mit der Reichswehr zusammcnhingen. Das Gericht schlicht sich dem Autvag en.

Noch Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wurde in der B-rnebmung des Angeklasten Wagner sorigesahren Aul die Frage deS Borsitzenoen erNört Wagner die Ueberzeugung gewonnen zu haben, daß Saht und Lossow hinter d r Sache ständen. Er »orte auch ferne Aenverun? der Verfassung, solchem nur die Entfernung mißliebige: Personen. Weiter gibt der Angeklagte zu, den Zug durch die Stadt mit ungeladenem Gewehr mitgemach^ zu haben Es war unfrbingt die Auffassung seiner An­hänger, daß Kahr und Lossow mitmachen würden.. Auk eine Frage der verschiedenen Bert ioiger erklärt bann Wagner rusammenfassend. daß die Stammofiiziere bei Infanterieschule bei dem Marsche nach dem Bürger, dräufeller mit gangem Sxrjen bei der Sache waren Irgend ein Befehl zum Abrücken oder dazubleibeu sei von einem Vorgesetzten nicht gegeben worden Als mit bann General v. Tieskbowitz in bet Nacht erklärte, soviel er wisse, macke Lossow nicht mit. habe ich bas nicht ge* 8 la ub t, denn ich nahm an. ein Olfiziet würde iein Ehrenwort Jba$ et Exzellenz Ludenoorff gegeben hatte, nicht brechen. Jedenfalls habe ich keinen Befehl zum Einrücken erhalten. *

Die Berfwnd'ung wird hierauf g-schkosfen Nach e>nti Mitteilung des Vorsitzenden wirb in der Nachmittags iibung mit der Vernehmung des Oberleutnant- $crnet begonn-n werden.

In bet NachmittagSsitzung brachte Fustizrat Kohl die in der heutigen Bormcktagssitzung angekündigten Be­weis« n träge zur Verlesung und bvgrüßtr die Mitteilung des Staatsanwalts, wegen des eingeleiteten Strafveriah- rens über die Vorgänge am Odeonsplatz und drückte die Hoffnung aus, daß dasselbe schncl'ltens zu Ende geführt wird und daß es, wenn nöiia. zur Vethastung der Werten Kade, Lossow, Seisser und Godin führen werde. Des weiteren beantragte Justi)rat Kohl die Dcmebmung sämtlicher Mitglieder des Mini-, sterinms Knilling einschließlich des ehemaligen Land- wirtschastsminiiierS Wuzlboset, des Geheimrats Tt. Held und deS Zprürats Lchcrich.

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Landon, 3. Mä^. Die britische Presse beurteilt den Briefwechsel zwischen Mac Donald und Poincate wohlwollend, doch mit einer gewissen Zurück­haltung Der diplomatisch« Berichterstatter des »Daish Telegraph" schreibt, bet Standpunkt Poin- «JtH sei im wesentlichen der bishet§ge. Die Hauptstellung PoinrareS sei die, indem er mit bet Jrvchmen Sn sch e-enh-it e klärt, das Druckmitel btt Rvhrb'sktzung werde auHöten an dem Tage, an dem Deutschland feine Schulden b zch e und die Besetzung des RbeinlandeS würde ein Ende nehmen, wenn die im Vertrage niedergelegten Bedingungen erfüllt und Frankreichs Sicherheit verbürgt sei. Die für die Räu. »ung des Rheinlandes sestgee)te 15jährige Peri, »de Hai demnach, sagt der Berichterstatter, noch nicht begonnen, zu lausen. Und selbst» wenn dem so wäre, würde Frankreich nach der französischen Auslegung des FriedensvertageS eS nicht räumen, ehe nicht die Garantie für seine Sicherheit (die nicht notwendigerweise im Vertrag enthalten ist) erzielt wor- den sind.

„Westminster jette" fragt, wie Mac Donald Poinrarö auf dem schwierigen Gebiet der Ruhrbe- kchungc, die nach englischer Ansicht eine Ber. lehung dr» Versailler Vertrages ist und der Spczialordonnanzen im Rheinland, die Englaav- •13 grundsätzlichen Bruch des Rheinlanbab- kommens an sicht und a’8 Unterstützung der Bande don rohen Burschen, die die Sonderbündler seien, ent» getzenkommen könnte.

. „Daily Expreß" schreibt, Poinrarh werde e- viel­leicht für unmöglich halten, sich auS dem Ruhrgebiet Uitückzuziehen (hoch konservativ tt). Vielleicht werte

UMS, 745

161.)

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Seiet«! Heilt itr alte.

Briefwechsel zwischen Mac Donald und Poin- von einigen Zeitungen als historisches Ereignis

ein anderer al» Poincard mehr tun können, um Frank- reich auS dem politischen und finanziel- len Sumpf M ziehen, in den eS geraten sei. In. zwischen sei eine große Veränderung in England ein- getreten, die die Beziehungen zu Frankreich tief berühre. Baldwin habe in seinen Erörterungen mit Doincare ?ine fast verhängn-volle Schwäche gezeigt. Mac Do. nald dagegen, der die vorwiegend« Mehrheit seiner LandSleu « vertret«, sei stark, wo fein Vorgänge» schwach gewesen sei

„Tailv Thrvniclri" erklärt, PoincaröS Antwort sei vi lieicht daS »«rsZhnMst, D-kumeut. beifen man sich von ihm erinnern könne.

„Ia i fr Mail" und „Morning Post" sind von dem Schriftwechsel sehr befriedigt DaS erste Blatt bringt die üblichen Ausfälle gegen das ui v rsöhnlich« m l taristische Deutschland, daS zweite b tont, daß der Schristwechfel kein dritten irgendeines W nsches auf Seiten Mac Donald« »f enbare, den Ver­sailler Vertrag zu revidieren.

Paris, 3. März. 3« dem gestern veröffent­lichten Briefwechsel zwischen Poincarö und Mac Donald äußert sich die gesamte französisch« Presse.

„Matin" schreibt: Schon jetzt find von beiden Seiten einige entscheidende Gedanken ausgesprochen Der erste ist, daß die wesentliche Probleme gemein­same sind, daß die Frage der interalliierten Schul­den nicht geprüft werden kann ahne gleichzeitige Untersuchung des Problems der Separationen und dies nicht ohne ein entsprechendes Sicherheits-^ Problem. Der zweite Gedanke ist, daß Europa nicht* erlöst werden kann, wenn sich nicht England, und Frankreich vorher verständigt haben. Der beson­dere britische Gedanke schließlich tst, daß Amerika nut einem geeinten Europa bei der Wiederherstel­lung seines Wirtschaftslebens helfen wird.

„Tcho de Paris" schreibt, die Schwäche der Vorschlag« MacDonalds beruhe auf der Tatsache, daß keine Berpflichtungen nnd keine Sanktionen ausdrücklich angezeigt seien, während sich gerade über dies« Berpflichtungen nnd Sank­tionen oder die pofitiren Garantien, die von dem britischen Premierminister an zweite Stelle gerückt würden, Poincats am stärksten aussvreche. Er zögere nicht, bi« Allianzen der kleinen Staaten Mitteleuropas als solideste Friedensgrundlage zu lezeichnen. 6t erkläre, daß di« Reparationen im normalen Rahmen des Friedensvertraqes bleiben müßten. Sachverständigenausschüfse- Repatations- kommisfion nnd Regierungen, jeder dieser Orga­nismen müsse seine eigene Verantwortung über­nehmen. Wa» die Methode anbetreffe, so gebe Mac Donald drei Stadien an: französisch-englische Vor­verhandlungen, europäischer Kongreß, Appell an Amerika. Poincarä melle sich bescheidener mit der ersten Etappe begnügen, deren Hindernisse er viel­leicht klarer als sein Partner erkenne.

„Petil Patifien" schreibt: Deutschland werde nicht im Ungklaren darüber fein, daß sowohl in Frankreich al» auch In England tote Sorge, einig zu bleiben, mehr den Mei­nungsverschiedenheiten vorgehe, und daß jeder Ver­such, Frankreich gegen England oder England gegen Frankreich auszuspielen, von vornherein zu einem sicheren Fehlschlag verurteilt fein würde.

bet englisch-französischen Beziehungen an bas Licht Lei vefsentlichfeit zieht. Und was ergibt sich da?

Die Illusionisten, die schon erneu Zweifempf zwischen Mac Donald und Poincarö sahen, Warden sehr enttäuscht sein. Sie müssen nämlich einsehen, daß Mac Donald ebensowenig rote Baldwin an einen Bruch der Entente heust. Er will die englisch-französischen Streitfragen m4t durch einen Bruch zum Austrag bringen, fonter« durch eine Vereinbarung aus der Welt schaden. Ein Fortschritt ist allerdings unverkennbar. Wäbreub die bisherigen englischen Minister sich um klare Feststellnn- etn bern mb rückten, sagt Mac Donald dem französischen Kollegen mit aller U „Meiden liateit ins Gesicht, wie da« englische Volk über btt französische Politik denkt. ES sieht darin bett Versuch, Deutschland zu vernichten »nd für Frankreich eine Vormachtstellung zu begründen, die ihre Spitze, letzten Eitees auch gegen England rich- tet Dabei siebt der englische Steuerzahler mit Mi> behagen, daß Frankreich nicht einen Centime für die Bezahlung seiner Kriegsschulden übrig hat, während es die Staaten der kleinen Entente mit RüstungS- kredite« speist unb bet englische Steuerzahler unter Der Saft bet Kriegsschulden seufzt. Mac Donald erllärt, das er auf b:*fe Volksstimmung Rücksicht nehmen müsse, wobei et dahingestellt fein läßt, ob die BolMimm« fr« te'esem FaKe Gotte», b.h. der Wahrheit Stimme ist oder nicht.

Aber weiter reicht die neue Etappe vorläufig nicht. Während die beiden Ministerpräsidenten sich «egenseiti, in her Besteuerung ihrer Verständigun^bereitschaft über- hietrn, sieht man noch keinen ptaftische» Weg, bet ytr Lüiung bet Schwierigkeiten beschatten werden soll. Tas; her Bericht der Sachverständigen abgewartet w« den muß Et selbstverständlich. Wenn aber Poinrars wnt, baf e» sich im Anschluß daran darum hand le, die Besch'»sie gegen Deutschland durchzusetzen, so geb» daraus deutlich ' -euug hervoin welchem Sinne er diese Regelung «»'- htßt. In der Frage der SicherungsbürnsHasten weicht Poincarö feinen Zoll von seiner bisherigen Politik. Er betünchtet die Ruhrbesetzung als unbedingt nötiger Druckmittel unb will ben Rhein erst räumen, wenn Fmnkreich Sickterbert geroäbrte ftet wird Für das Klügste ' bölt er eS allerdings, ben Rhein bis zur Erfüllung ;5wtte Lcker Vertragsbedingungen besetzt zu halten. D-S hcitt, « btiebe am liebsten dauernd am Rhein Le der (ins nach Mac Donat»s Vorschläge, iohrit si; di sen Punkt betreffe«, tttiit annehmbar Der englische Min sterpräsident wärmt ine englischen Pläne wieder auf, die ein neutralisiertes Khein- und Ruhrgebiet unter völkerbundskont-olle ste'- len wollen. Dost Deutscklaich eine derarlige Lösung ui; . annehmen kann, ist selbstverständlrch. Wir werden nie­mals in eine Regelung einwilligen. d>e unsere HgtzertS- \ Echte am Rhein und an der Ruhr anlastet.

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6. Verhandln ngstag. >

München, 3. Mär». In der heutigen Bormittags- sitzuug des Hitler-Pw^sseS rourbc zunächst von verschiede­nen Seiten zu den Angriffen in der Presse Stellung ge nommeu. Ang-klagter Dauptmann Röhm erllärt dabei, er habe in vollem Bewußtsein der Tragweite gegen ein­zelne Offiziere ber Reichswehr scharfe Vorwürfe erhoben. Zu einem absprechenden Urteil gegen Unterofrirert und Mann(ck>aften habe er keine Veranlallunq gehabt

Justizrat Kohl teilt zunächst die Vorschriften ber alten königlich-banrischcn Arm« über den Wasfengebrauck mit. Danach fei in erster Linie von der blanken Waffe Gebrauch zu machen, und erst, wenn sich biefe als un­zulänglich erweise, zur Schußwaffe übetzugehen. Diese Botschtjst fei im vorliegenden Falle nicht angewandt worden. Man müsse gemufft haben ,daß ber Zug feinen Angriff beabsichtigte und es sei fein Zweifel, baß dos Blutvergießen am Odeonplah aus die öecteni Kahr, Lossow unb Seisser falle Er fei ber An­sicht, daß die Staatsauwaltfchast die sofortige Verhaftung der erren veranlassen müsse.

Rechtsanwalt Dr. Gademann erllärt, eß dürfe wohl niemand daran zweifeln, daß die Angellagiten Wort für Wort die Wahrheit gesprochen haben. Er werde, sobald die Kronzeugen gesprochen hätten, Material genug Vorbringen, das die geheime Propaganda, die von bet Gegenseite getrieben werde, beweise.

Darauf wird in die Vernehmung deS Angeklagten Leutnant ber Infanterie Robert Wagner einge­treten. Der Angeklagte schildert zunächst feint Bcgeg- ming am 8. November 1918 mit dem Vizcteldwebel Fritz Ebert, b m Neffen Lei Reichspräsidenten. Die Leute men- feiten damals bereit», und gerade der Bizefeldwebel ist e? geroefen, der sie zum Ungehorsam angestiftet hat. Die Dinge waren so weit gebfehen, baß einer meiner Leute mir eine Handgranate uach- migr t Ich brachte He Meuterer zum Rcgü.ient, und bei dieser Gelegen hat sagte mir Eberl, daß eine Revolution bevorstehe. AlS ich ihn fragte, woher et da- wisse, er­klärte er mir: „Von meinem Onkel." Schon damals rrahmte ich, da eine Befreiung meine? Va­terlandes nur möglich fein würde, wenn bi* Herrickaft ber Sozialdemokratie gebrochen würde. So wurde ich zu einem ber heftigsten Kämpfer gegen die So «Demokratie. Ende September teure« er in ou Jnfentenefchule nach München kommandiert. Du Reichswehr habe eine nationale Erhevung von

Ter rnzetaenvrei» beträgt «ür den?gesp. Zetlewnillimeter 0.08 <üoldm«rt Amtlich« w

auswört Anzeigen 0,lv Kolbmart Bei Icha>i«r.2«tz Ausschlag. E«mmelan,«ig.ll>v*/. sfi TgflM

Aufschlag. ■* fllamtn 0,10 (Bolbmatf. Jeder Anbat» gilt al» Barrabatt. Belege werden Uw« Oulfltfr berechnet, ebenso Auekun't Bnt» die fieitbäftsRzöe und Zufenduna »er Angebote. Zahlung innerhalb 5 lagen (1 Dollar - 4.20 Goldmart», Bere-dnung nach »em Berliner Mittel­

worden. Der eugllsche MinisterpräsDent hat Ebn btscheidenet eine Etappe in ber Aufklärung ber Mgltsch-frauzösifcken Schwierigkeiten genannt Jeden- h>lls bat ber Briefwechsel ba5 eine Gute, daß er die Art

Der Vorsitzende verliest sodann ein Schreiben des Dffi« tferS bet Landespolizei von Saunschild, in welchem dio- >et feststellt, baß von dem Panzerauto der Landespolizeß am 9. November nicht ein Schuß abgegeben wurde.

Di« hierauf erfolgte Vernehmung des Stiefsohns bei Generals Lndendorff. Oberleutnant a D lernet, watz in zwei Minuten erledigt. Pernet bestättgte die Uebote btingung bet Aufforderung an Leutnant Wagner, <UK 8 November In die Sckellingstraße zu kommen. An ttt Versammlung deS 8. November nahm et tell. ebne zN wissen, daß dabei etwas unternommen werden solle. Von den Ereignissen im Bürgerhräufeller fei er völlig übev« rascht worden. Er habe bann mit Schenbner-Richter auf dessen Aufforderung feinen Stiefvater, General Luoew borff geholt unb auf Befehl Lullers auch die Dnitiutu gen zur Regnisition der 14660 Billionen bei Parcul unterschrieben. Et, Petnet, Hobe sich gedacht, daß die Sache legal fei

Oberamtmann Dr. Frick wich hierauf als letztet Wh* oeklagtet vernommen. Er gebt he* seinen Ausführungen davon auS .daß et fick nie in fernem Leben von matxistfr schon, pazifistischen ober demokratischen Gedanken habt leiten lassen. Et sei von Pölmer Mitte Mai zum Leite? der.politischen Abteilung bet VolizeDirektion ernannt worden, wobei er insbesondere die Reichswehr, die Polizei* mehr und Einwohnerwehren kennen gelernt habe. Im Jahre 1920 fei er auch Kahr besonders nahe getreten« Schwer enttäuscht habe ihn Dr. Kahr In der Einwohner* roehrfrage. Eine weitere Enttäuschung sei dann der Nägliche Abgang KobrS im S'vtember 1921 gewesen« Für Pöhner sei es noch diesen Vorgängen unmöglich gv» wesen, weiterhin die Leitung ber PolizeD-rektion innezu- baben. Ende September 1921 habe Frick bann um ander­weitige Verwendung gebeten. Wir erkannten, so erllärt» Frick, daß die nationalsozialistische Bewegung geeignet war, in ber marxistisch verseuchten Arbeiterschaft FuH zu fassen. Deshalb hielten wir die slbützende Hand vor bie Nationalsozialistische Partei and Hitler. Der An­geklagte betonte, baß sich seine Beziehunaen zu PSKuer im Verlen-fc sehr eng gestaltet haben. Seine, Frick?« Neigungen wandten sich immer mehr dem aktivisti!ch«n Teil ber vaterländischi'n Bewegung zu Er habe während seiner Tätigkeit in ber Polizeidirektion Wert darauf gelget, mit ber Nationalsozialistiscken Partei in ständige« Fühlung zu bleiben, um dadurch die Bewe-mug $u zügelte utD einen gewissen Einfluß auf sie auszuüben. Die Fühlung nahm« zwischen ber Polizeidirektion unö der vaierländtschen Bewegung sei aber nach dem Abgang Pöbnets immer lockerer ,rmordet» Ftick geht dann auf Vorgänge im BürgerbrSukellet ein, wobei er benurtte, daß er von ber Ausrufung der neuen Regierung gegen 9 Uhr abends durch einen telephonischen Anruf infor­miert worden sei. Er habe sich bann zu Major Jmtzofff begeben und bebe ihn mit General Danner wegen M 'Alarmierung ter Landespolizei beschäftigt gefunden, Pöbner hab« ihn dann im Auftrage Kahrs ersucht, dal Poll^ipräsDium zu übernehmen. Er habe sofort ringe# roeribrt, daß er nicht als Pofizriprästdent, wohl aber itt seiner gegenwärtigen Eigenschaft bereit sei, diesem Er- furften wahrend ber Dauer der Abwesenheit deS Polizei­präsidenten Mantel nachzukommen. Kur, nach 11 Uhr fei et zu Kahr gegangen, bet ibn herzlichst begrüßt habe. Ueber bie Detfemmlnug im Bürgerbräukcller sagte Kahr, daS Vorgehen Hitlers habe ihn sehr unangenehm berührt und soaat erbittert, aber er hab# sich jetzt damit atte gefunden Bezüglich des Presteemofangs bemerkte Kahr, daß die Informationen über di« Ereignisse im Bürget# bürukeller seht kurz sein sollten Wegen der Verständi­gung der Landesbehörden bemerkte Kahr, er habe schon einen Funksoruch an alle Behörden de» Lande» erlassen. Hrnfichtlich her Proklamation an bie Bevölkerung et« klärte Kahr, das habe bereit» Hitler übernommen. Nach feinem (Eintreffen in bet Polizeidirektion seien m rschiedene Nachrichren uns dem Lande gekommen, die ihn (Frick) stutzig machten. Ein Versuch, mit Lossow und Seisser in Verbindung zu kommen, sei mißlungen. Et habe bann versucht, die inzwischen gemeldeten Set» ftötungen in ber ..Münchener Post' sofort einzuftellen. diach 3 Uhr morgen» sei er zu einer Besorechung zum Obersten Banzer gebeten worden, der ihn bann im Namen bet verfassunkwmäsngen Regierung für ver­haftet erklärt habe Nach Erklärung de» Obersten Ban# »er habe Kultusminister Tt. Matt bte verfassungs­mäßige Regierung dargeftellt. — Auf verschiedene Fra# gen des Dorsttzendeu oerstchert Frick, keine Kenntnis davon gebäht tu bähet, daß et Polittioräsident werden dürfte. Auch das Stichwort ..Glücklich entbunden" fei nicht an ihn gekommen. Weiter führte bet Angeklagte au», baß et erst am 20. Dezember erfahren habe, was er begangen haben sollte. Es wäre zwecklos gewesen, mit einer Hundertschaft eiruuoreifen, da diese viel r« schwach war. Frick bestreitet, von den ganzen Borgän- aen Kenntnis gehabt zu haben. Er bemerkt, daß et dack Bbrücken der Insauterieschiil« vor Dem Regireungr« gebände veranlaßt habe. Hätte Kabr in der Be­sprechung um 1* Übt nur eine Andeutung gemacht, daß die Sache so nicht gehen könne, dann wär« das Unglück des 9. November zu diesem Zeitvunkt noch zu oerhut# tern geroefen. Er habe sich iedenfall» keine Untew iastungsfünde zu Schulden kommen lasten.

Nach Nrlediguna weiteret Fragen wird die Sitzung gefchlosten Die Bernebuiung der Angeklagten ist n>-n- mett beendet.

Ein Protest de» ZentkUM».

Berlin, 3 März. Jin Reichstag fand gestern Abend eine Versammlung des Bolksvereins fü* bi«' Katholiken Deutschlands statt, in bet R-ichskanz" Dr. Marx unb Reichsardeitsminister Dr. Braun. ^ra< chen. Der Neichskanzter bezeichnete es. wie der „Dion# teg" berichtet, als ein nattanales Verhängnis, daß a-tite Kreise dem neuen Staat teilnahmslos oder gut feindlich gegenüber ständen. Es sei gewtstenios, di« Mitarbeit am Staatswohl von der Staalsform ab*: fcäusiß zu machen. Nach bet Annahme der Veijastung

Amttiches Verküttdigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher, kurheffifche) Oberhessen

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