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Anzeiger für (das früher^kurhessischej Oberhessen

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T*it .Dbethtifii*« Zeitung" eifd>eint ledumal wöchentlich. Bejegectti« monatlich ,2 Mark ausschließlich Zultellungsgebühr. Für auefaUenD« Summen tmolge Streit, oo. eiemenr.Lreigntiie kein 6*145. Ver a, een Dr. L. Hi,e*ord. Druck der Unio.» Buchdruckerei von Jod. Buq. Koch. Markt 3.A Nenjurocher 55, iSoftltoetftonto: Rr. 501» Amt Rtanfiutt a. Main.

Marburg

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59. Mz. 1924

3er Mer-IM

ständige Uebetelnftimmung bestehe. Als am 9. No», uormiiags gesagt wurde, Lnllon, und die Reichswehr seien gegen uns. habe er erklärt, datz er eu Ludendorfs hebe und das Wehrkreiskommando bis »um Tode oct« leidigen werde.

Staatsanwalt Ebardt:Hauptmann Röbm bat seine Darstellung in versichedenen Punkten so gegeben, datz darin eine sebr abfällige Kritik gegen die Reichswehr gefunden werden kann. Ich bin objekiv genug um ernzuseben, das General Ludendorff gewisse persönliche 'iiriinde hat, auf die Reichswehr verärgert zu sein. Ich batte daher das gestrige Urteil Ludendorffs über die Reichswehr für besonders beachtenswert und glaube, dab dadurch die beute erfolgte abfällige Kritik wesent- .ich deeinträckkiat wird."

Justizrat Schramm:Es liegt mir daran festzu­stellen. bah öauolmann Röbm den ausdrücklichen Be- kebl gegeben bat, dab nicht auf die Reichswehr geschossen werden soll"

Röhm:Diesen Befehl habe ich-aurdrücklich sämt­lichen Abteilungsfuhrern gegeben."

Schramm:Es wurde derReichskriegsflagge" vor- ße-mifen, dab sie das Nabrungsmitteldevok tm Wehr­kreiskommando gevlündert bat"

Röbm:Dar ist auf keinen Fall geschehen."

Lerreidige*:General Ludendorff legt Wert da­rauf zu erfahren, ob die Behauolung richtig ist, dab Oberst Leuvold tm Lause des Vormittags nochmals im Wehrkreiskommando gewesen iei."

Röhm:Rein!"

Verteidiger:Wissen Sie au» dem Munde Feb- thte», dah General von Lossow nitch mehr mit dem Akars chnach Berlin einverstanden sei sondern seiner­seits die Anregung gegeben batte die Verbände mutzten ihm den Absvrung erlcicklern^"

Röhm:Das ist unbedingt richtig."

Ein Verteidiger fragt den Angeklagten Röbm ob er wisse, dab Hauptmann Heitz im Beisein der übrigen Be­teiligten einige Taae vor dem deuischen Tage bei Herrn von Kabr war und Hitler kur; darauf erklärte, er könne selbst nicht mehr an Kahr zweifeln und habe den besten Glauben, oah Kahr marschieren würde"

Die Vernehmung de» Angeklagten Röhm Ist gegen 11 Hbt zu Ende. Es tritt eine kurze Pause ein.

Rach Wtederaufnabme der Sitzung wurde der Ange­klagte Oberleutnant der Reserve und Studierender der Etaarswislenskhaft Wilhelm Bruckner vernommen. Ein­leitend legte der Angeklagte die Gründe für seine na­tionale Einstellung dar, die durch den Ausbruch der Revolution veranlabt werde. Namentlich habe das Verhalten Eisners in ibm einen fanatischen Hab wach­gerufen. Nach der Befreiung Münchens, an der er mit­gewirkt habe, habe er die lleberzeunung gewonnen, vah nur Hitler mit seiner antimarristilchen Einstellung der Mann sein würde, der Deutschland befreien könne. Wenn heute behauptet wird, wir hätten Reichswebr- k"I baren abstchrlich unter Drohungen im Bürgerbräu­keller festgebalten, so mub ich sagen, dab das bei diesen Reichswehrleuten gar nicht notwendig war. Denn sie waren so begeistert, dah bei diesen Reichswebrleuten gar nicht notwendig war. Denn ste waren so begeistert, dah ste sofort denPleitegeier" von den Mützen risten und ,u Boden traten.

Der Vorsttzende rügt den AusdruckPleitegeier" und bittet, einen anderen Ausdruck dafür zu setzen, wo­rauf Brückner unter Heiterkeit erwidert, dah er einen anderen Ausdruck nicht wisse.

Don den Besprechungen vor dem 8. November batte der Angeklagte als militärischer Führer keine Kennt­nis. Als am 8. November vormittags der Befehl kam, nach dem Löwenbräukeller zu marschieren, habe keiner seiner Unterführer von dem Plane Kenntnis gehabt. Die Begeisterung und der unbeschreiblich« Jubel sagten ibm. dah die Ausrufung der nationalen Regierung un­bedingt der Volkswille sei. Der Angeklagte komme Dann auf die bereits bekannten Vorgänge zu sprechen un» be­tont. er hab» keinen Aua-vblick den Eindruck "gehabt, dost Kahr, Loflow ober Seiher das Wort Gebroth en hotten. Wenn in der Anklageschrift behauptet werve, dab über die Stellung der Landesvolizei kein Zweifel bestehen konnte, so mülle er das absolut bestreiten. Für ihn sei die Teilnahme an dem Zug in die Stadt selbst­verständlich gewesen. Der Angeklagte glaubt nicht, dah die Schieberei an der Feldberrnhalle durch den Schuh eines seiner Leute ausgelöst wurde Hitler Übergad Brückner eine Photographie der -Schutzeinschläge an der Skestdenzmauer und begründet darauf seine Vermutung, dah die gefallenen Schupoleute in das Feuer der eigenen Leute biueingelaufen llnd. Nach der Schieberei sei er in eine Anoiheke bincinaenangen und habe dort geheult wie «in Schlnhhund Er sei stolz darauf, dab er den 8 und 9 November mitaemacht habe, und er würde heute genau wieder das gleiche zu tun bereit sein. Wir brauchen Leute mit glühender Vaterlands­liebe, von fanatischem Hab. Die PB-eiling der Pfalz ist auch nicht erfolgt durch die Treuekundgedunge« im Parlament und Prelle, sondern nur durch Männer vom Geiste Schlageters, die es gewagt haben, Lumpen, wie Hein,. Orbis niederzuknallen.^

Auf eine weitere Frage des Dorsttzenden erklärt 93n«fner. für ibn erifHer« keine Verfallens. Natür­lich habe er die Vcrfailvng gebrochen, wenn man das «in willenschgftlich auffalle.

Um 12*4 Uhr wird die Sitzung abgebrochen und auf Montag vormittag 814 Ubt vertagt.

Voraussichtlich werden am Montag vormittag Graf Botbmer, General-Ma'or o. Hemmer. Geb. Rat Tr. Mar v. Gruber. Oberregierungsrat Sommer Dem bäuerischen Staatsministerium des Innern, Kom­merzienrat Z « m tz , Frau Sovbie A u e t, Oberst Etzel und Oberst Leuvold vernommen Am Mittwoch werden dann G»neralftaotskammistar a. D. v Kahr, General o. Lossow und Oberst Seiher gehört. Für die Dernebmung der drei Herren stnd ein bis »wei Tage vorgesehen, da man erwartet, dah es da bei zuft-

5. BerhandlungStag.

München ,1. Febr. Die heutige Verhandlung wirb durch eine Mitteilung de» Vorsitzenden eingefeitet, wonach : oecritS eine Anzahl von Zeugen geladen Wochen fei, deren Vernehmung durch die bisherigen Aussagen der Angeklag­ten sich als notwendig erwiesen habe. Der im KerichtS- gebäudr anw sende Oberst Etzel wird in den Saal ge­rufen und ausgefordert, sich zur zrugenschastlic^n Ver­nehmung berritiubalten. Er soll bekunden, ob er bei den Besprechungen in München die gleichen Wvrte gehört habe, welche teil» in geheimer Sitzung bekannt geworden sind.

Dann beginnt die Vernehmung des 6. Angeklagten, nämlich des Führers beiReichsflagge", Hauptmanns a. D. Röhm, der tta. aus führt:Es ist mir immer noch nicht ganz zum Bewußtsein gekommen, warum und wozu ick ml» hier v-rtedig-n soll. Füsr mich gilt die Frage: Konnte und durfte ich an diesem Tage aubeti bandeln als ich handelte? MS Soldat und Offizier Ich bin hervorgegangen au8 dem königl. 20. Ins.-Regt. Heute noch rübfe ich mich wie vor dem unglückseligen Novembertagen 1918 an mein dem König ge­gebene- Wort gebunden, von diesem Gesichts­punkt muß be^ond-rs auch mein Verhalten am 8. Novem­ber 1923 gewürdigt werden " Bitter beklagt sich Röbm über das Verbalten so vieler Oksiziere. Er kann es nicht verstehen, wie man so leichtfertig die Gesinnung wechseln konnte Er erklärte-Bei den zahlreichen Ver­anstaltungen betReichsslagge" sind hervorragende Per- sönlichkrit-u bei militärischen und politischen Leben- zu­gegen g-wesen: während besonders die Mannschaften mit aufrichtiger Tue« bei diesen Verbänden waren, habe ich die Erfahrung »-macht, daß die Ofs'ziere. die au4 der Reichswehr beitvaten. biet mehr als eine Teilnahme wie bet einer Wobl'2'igk^itsvevanstaltung ansahen. Ich habt es nicht verstanden, wie das ganze Of'izier-korps oh« weitere- die Meuterei de- General- v. Lo sow billigen konnte. Ich würde die Verpflichtung auT Bayern niemals mitgemacht haben. Merl- toürtngertociie sind aber alle Ofs'ziere ihrem Führer ge- so.'at. Sie habe n e- allerdings auch zuwege gebracht, ihren ehemaligen Kameraden am 8 November mit der Waffe gegenüberzu- treten." An den entscheidenden Besprechungen mit Hitler und Krirbel habe er nie teilgenommen. Ter An- gtfloat# FcfiiB** dann dtz- Vorgänge vom 8. November, wobei er bemerkt, bei der Veranstaltung bet Reichs- Kriegsflogo« im Löwenbräu killet hab« er die Mitteilung von der Ausrufung der nationalen Regierung erhalten. »Ich bin mit den Verbänden vom Löwenbräukeller ab- nmrschiert, um mich nach dem BürgetbrSukeller zu be­geben und erhielt aber auf dem Wege dorthin einen Ve kehl flberbradjt, ich solle im Wehrkreiskommando eine Ehrenkompagnie für Lossow stellen. Die Versuche, eine Verbindung mit Lossow zu erhalten, waren vergeblich Auf ein# Mitteilung. Lossow befände sich in der ßcm- maudantur bin ich dorthin gegangen. Es wurde mir aber her Eintritt verweigert Dos ist mir ausgefallen. MS nach meiner Rückkehr in da- Wehrkiriskommarto Geneval Ludendorfs erschien, habe ich ibn auf meine Bebrüten aufmerksam gemacht. Ludendorff sagte aber: Das ist dock ausgeschlossen. Ich habe mit Lossow alle- angehend beschlossen, er wird schon kommen." Kriedcl sagte:Gebe» Sie nur Rübe In der Nacht geht alle- langsamer. ES wird schon alle- in Ordnung kommen" Die Nachricht, dab die Reichswehr, im An­marsch sei. habe er erst zu einem viel späteren Termin bekommen. Die B-rteidigung des Webrkre -'»mmandoS tei von ihm ungeordnet worden, als daS Anrücken von Tanks gem- lbet worden sei. Er selbst habe sich am Ein­gang bei der Schönseldstvahe ausgestellt, weil dort Ge­schütze auf gefahren seien. Im Verlaufe des 9. November finb eine g-o&e Anzahl von Offizieren und Zwilist n ins Wehrkreiskommando getemmen. Ob ich e neu Be'ehl von Geneval Ludendorff hatte, daS Webrkrri-krmmanlo zu halten, erinnere ich mich n cht mehr. Es kam General Epv und sprach auf mich ein Ich würde koch richt gegen die R ichswehr kSmpirn. Später kam die Mittelung, L-ckendorfs träi<r erschossen werken Da« hat große Be­stürzung au-kgelöst. Ich schickte zu Epv und ließ erklären, ich müsse zu m iner Gruppe zurück, und daS tat ich. Leu> nant Oswald kam mir entgegen und brachte mir die Meckung, daß zwei Leute derReichsflagge" während d-s Waffenstillstandes ersckwslen worden seien. Es kam Hauptmann C immer mi den B- inguwgen der Hebetga e, die General Dammer stellte. Ticse lauteten: 1. Ehren­voller Abzug mit mi.'i ärischen Ehren derReichs lri. gs- fkgge". 2. Abgabe der Waffen an die Laickespolizet. 3 Ehrenvolle Stellung des Führer-. Ich habe meine Führung zuiamrnengerufen und gesagt, daß ich zur An­nahme entschlossen sei. Ich gab de» Beseht #*r Ausstel­lung und Ueb rgabe."

Während de» Waffenstillstandes ist die Reichswehr über die Mauer eingebrunsen und bat Position geiaht. Die Waffen wurden abgegeben. Ich habe mich dann auf der Polizei gestellt. Rödm stellt ferner fest, daß die Abzugsbedingtlngen nicht so. wie ste für die Be­samung des Wehrkreiskommandos vereinbart worden waren, erfüllt wurden. Man habe weder ihm noch den anderen ehrenvoll behandelt. Auf eine Anfrage des Eerichtsvorsttzenden erklärt der Angeklagie, daß er an den vorbereitenden Besprechungen wegen der Aus­rufung der nationalen Regierung am 7. Roo. nicht teil­genommen hätte. Weiter stellt der Angeklagte fest, datz er Befehl gegeben habe, dah auf bie R e i ch s mehr nicht geschossen werden dürfe. Auf eine Frage des Vorsitzenden führt ter Angeklagte aus, er hätte- aus den Verhandlungen den

_____________ ......... _ ._____________ .... fr tn ihnen und dm A 'geklagten «u sehr heftigen EtiiLluck gehabt, Mas zwijchen. Hitler und Lossow voll- Ausetuandeefetzuugen kommen wird.

Rk iit Mir.

Karlsruhe, 1.Mär,. Der Reichspräsident Ist in Begleitung de- ReichSwehrministers Geßler, de- Mnftfien Gesandten in Berlin Dr. Nieser und des ktoatSsekretärS Dr. Meißner heute Vormittag zum Besuche der badischen Staatsregierung ringetrossen. Heute vormittag fand eine Besprechung mit dem badischen Staatsministerium über die allgemeine Lagerstatt. Um st Uhr reift der Reichspräschent mit den badischen Mini­stern nach Mannheim zur Teilnahme an der Be- stwechung mit den Vertretern bet pfälzischen Bevölkerung »ud der abends stattfindenden Pfalzkundgebung.

Mannheim, 1. März. R-nchSwirtschast-minister Hamm und der Reichsminister für die besetzten Gebiete Höf le trafen heute bomittag aus dem Mannheimer Hm-Ptbabnbof ein, während der Reichspräsident, der ebenfalls zu der Mannheimer Pvessef'ier nach Mann­heim tortimt, zunächst nach Karlsruhe weiterfuhr, nm dort »s besonderen Wunsch der badischen Sfitgierung von oieier bi der Hauptstadt Bickens begrübt zu toerotn. DV beiden Reich-minister wurden auf dem Bahnhöfe von dem Ober­bürgemeister der Stadt, von Vertreter der HanbelSkam- Ktc. B rtretern der psälzischen und der bayrischen Regie­rung und Bertretern der Presse empfangen und nach dem Rotbause geleitet, wo sie von Vertretern der Stadt Mannheim, badischer IBirttoapa'rt'fe unb Vertretern der pfälzifckien Bevölkerung im Bürgerausschutzsaale erwar­tet wurden. Der Oberbürgermeister begrützte bie Reich-minister Aino dankte ihnen dafür, datz sie den Knktn der Veranstaltung der Presse ergriffen haben, um persönlich mit Vertretern der Pfalz und der Steeri Mannheim, besonders bet Wirtschastskrei'e d'eset Stabt, He gegenwärtige Lage zu erörtern, um sie zum besseren zu wenden Der Oberbürgermeister bedauerte, datz e5 ßeit und Umstände nicht erlauben, den Ministern einige Nn den Einrichtungen und Siedlungen der Stadt zu zeigen, denn die Häfen im Norden und Süden der Stadt seien besetzt uick auch die Umgebung mit den Fabriken sei im Widerspruch mit dem Versailler Vctllag besetzt. .Die z«n»e Umgebung steh« also widerrechtlich unter militärischem Kommando. Rerch-mini- ster Hökle dankte für die Begtützung. Er habe stets -voßen Wert barrauf gelegt, mit den Vertretern der Wirt­schaft und den Vertretern der besetzten Gebiete in persön- Lcher Fühlung zu bleiben.

Im Nibelungensaal des Mannheimer Rosengartens, Deutschlands grötzter und schönster Festraum, in dem M gegen 5000 Personen versammelt hatten, fand beute ebenb der feierlich« Festakt des Mannheimer Prelfe- tnges statt, der sich'zu einer machtvollen Kundgebung für die Freiheit der deutschen Rbeinlande unv beson­ders der Pfalz gestaltete. Bold nach 8 Uhr erschien der Keichspräsident Ebert mit dem Reichswehrminister Dr. Kehler, dem Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Horfle, dem Reichswirtsckaftsminister Dr. Hamm, ferner dem bäuerischen Ministerpräsidenten Dr. von «nillins. dem badischen Staatspräsidenten Dr. Köhler «nd der hessische Staatsvrästdent Ullrich sowie zahl­reiche andere führende Staatsmänner und namhafte Vertreter von Wirtschaft. Kunst und Wirtschaft. Be­sonders zahlreich hatten sich die bartbedrängten Pfälzer Volksgenosten eingefunden. Nach einleitender Orgel­vorträgen des Kirchenmufikdirektors Arno Landmann und des Mannheimer Nationaltheaterorchesrers unter Leitung des Generalmusikdirektors Gert sowie einem Vorspiel zu einem Drama von Franz Schrecket unter Leitung des Komponisten ergriff als Vertreter der Ortsgruppe Mannheim des Verbandes der füvwest- deutschen Preffe Sauptschriftleiter Scheel das Wort zu feiner Ansprache.

Hierauf hMt tz,- badische Staatspräsident Dri Köhler eine Ansprache, auf die der Reichspräsident Ebert erwiderte. Dann sprachen der bäuerische Minister- präfident Dr. von Knilling und der Minister für die besetzten Gebiete, Dr. Hoefle.

Zum Schlutz betonte Reichstagsahgeordneter Hoff­mann-Ludwigshafen den Charakter der Kundgebung «Is eines überwältigenden Zeichens der deutschen (Ein« Bett. Wenn die Rheinbrücken auch vom Gegner ge­sperrt seien, so seien dafür tausende von Brücken inner- baib Deutschlands ünb in die weite Welt bineipgebaut worden. Der Schlüssel zur Sevaratistenberrfchaft in bet Pfalz sei die lOOOiäbrigf Annerionspolitik Frank­reichs, der die Ruinen in der Pfalz und in Heidelberg ftre Entstehung verdankten. Wenn es ein Menschen­recht gebe, dann erbebt sich die Frage, ob neben dem Anspruch auf Sicherheit der Besetzungstruppen auch eine solche auf Sicherheit der einheimischen Bevölkerung bestehe. Habe das französtsche Volk kein Gefühl dafür, botz am Rhein ein ohnmächtiges Volk in Eklovenketten I »schmiedet sei, dellen Erwachen eines Tages für feinen Peiniger schrecklich kein könne. Rach zehn Jahren Krieg F*^®t0D° endlich befriedet werden und »war durch die Riickaabe der Menschenrechte. Die inner« Ge­schlossenheit sei die Waffe des wehrlosen v^ölftschen Volkes gewesen. Der Redner gedachte zum Schlulle Auch der Folter, der die Piälzer Pre^e unterworren »wesen sei und der zahlreichen Kundgebungen, di« tm Reiche die deutsche Einheit feierten und lieb fein« R-de ta ein Lied auf die Pfalz und ein Hoch auf Deutsch­land au-klingen.

Die Begeisterung, die sich bei jeder Rede in lebbaf- fen Beilallsbezeugungen geäußert hotte, fand ihren Riederschlag in den feierlichen Kläng-n der Nafional- P>mne. womit der politisch« Teil des Abends sein Ende tzrreichfe.

Rkichsbankvrästdent Dr. Schacht, der zur Feier nicht ^scheinen konnte, batte zur Kundgebung ein Ve- Drützui.gstelesramm gesandt.

Die öWkkMiM-AMUe.

Pari-, 2 März. Amtlich wird mit gfteilt, daß Dr. Schacht vor dem Ausschuß Towes am Moutaz vormittag übrr bie Goldnotenbank gehört werden wird.

Pari», 1. März. Nach einet Meldung de» Petit Paristen" sind von dem Komitee Da« töes zugezogenen ttalinischen Monopol« sachver ständigen gestern abend nach Rom ab­gereist. Das gleiche Blatt glaubt zu wissen, datz sich die Sachverständigen einstimmig für die Ein« führung von Staatsmonopolen in Deutschland erklärt haben, deren Ertrag un­mittelbar der Reparationskasse zufliehen soll. Nach demMatin" sollen die Sachverständigen endgültig beschlosien baben, der künftigen Goldnotenbank ihren Sitz in Holland anzuweisen.

Paris, 1. März. Die llnterkommissionen der Komitees Dawes haben nach einer Havas-Meldung heute vormittag ihre Arbeiten fortgesetzt. Die erst» beschäftigte sich mit dem Problem der deutschen Eisenbahnen, die zweite mit der Monopolfrage.

Siiitati tinh M Imst.

Baris, 1. März. Dieser Tage fand zwischen Poincare und Mac Donald em wichtiger Briefwcchses übet die England und Franfteich interessierende« außenvolitischeu Fragen statt. Dieser Briefwechsel wird am Montag gleichzeitig in Pari- und London veröffent­licht werden. Der diplomatische Redakteur der Ha- vaSagentt.r glaubt zu wissen, daß dieser Briefwechsel einen allexmeinen Me nungsai S ousch der beiden Re­gierungen darstellt, über die zur Lös ing der schwel er» den FrsMi am besten geeigneten Mittel. Die Brnst finb in einem Geiste aufrichtiger Zusammenarbett ab­gefaßt

Paris, 2. März. In dem Brief, den der eng­lische Premierminister Macdonald an den Mi niste c- präsideuren Poincard gerichtet hat, heißt eS u/a.!

Der freundscha/ftliche Charakter bei Antwort, btt Sie auf meinen Brief vom 26. Januar gegeben haben, ermächtigt mich, ben Versuch yt machen, eine neu« Etapp' in dem AufklärongSdienst bei Schwierigkeiten zu »ersuchen, bie in ben Beziehungen der hecken Sänbet entstanden finb. In dem gegenwärtigen Briese ij es mein Wunsch, einem gegenfrittgen boUbmmmettf Einverständnis den Weg dadurch zu ebnen, baß rück haltlos bie Schwierigkeiten untersucht werben, bie mid, erwarten und bie Art itnb Weise ausdrückt, tote ich bie Lage auffaffe. In bet Lage, in der wir uns be­finden, will ich weder in eine Diskussion einrreten, noch bestimmte Vorschläge zu formulieren, meine Absicht ist einzig und allein klar die Tatsache vor Augen zu halten, daß nach meiner Ansicht die Schwierigkeiten urck Streitigkeiten der Bergangenheit nicht absolui unvermeidlich gewesen sind and sie der Bereitwillig­keit yt versichern, die ich in Zukunft zeigen werde, uw daS ganze Prob ern in seinen großeil Linien und seinen wesentlichen vestanoteilen einer neuen Prüfung zu unterziehen.

In der ausgetauschtrn Korrespondenz haben wir Heide auf bie Forderungen uno daS Gewicht bet öffent­lichen Meinung in Frankreich und England hinge» wiesen Ich habe mich selbst bemüht, nicht aCetu oft Auffissungen und Wünsche meiner Landslerue zum Ausdruck zu bringen, sondern auch aus oem Geiste oer Sympathie heraus über den Stand bet öffentlichen Meinung Frankreichs klar zu werden. In Englund ist das Empfinden' weit verbreitet, daß Frankreich entgegen den Bestimmungen des Versauter Vectr-iges eine Lage zu schaffen versucht, bie ihm daS peridarfen soll, was es «ährend der Friedensvechandiungen yofe scheu ten A li.er ea nicht habe darchsesen können.

Eine solche Politik verewige die Ungewißheiten und Gefahren einer Lage, die man nur Kriegszustand nennen könne und müsse schließ! ch alle von Frankreich vorübergehend butchgefe-ien Sichcrheitsgaraurien ort« vernichten Anstelle der ge>oüujchten Rlemgrenze sei ieiritteit Frankreich nur eine solidarische Bürgschaft Er tzbt.tanu eu uno der Ve e n.gt n Staa en g bo.en worveu. Da- Angebot wurde aber durch Abjeitsüehen Am t kas hinfäll g. D« Franzafen ve.suchten oaim, au die Stelle des Earanrievett ages andere greifbote« (Set nt en zu sexen. E tte rot .etr Ent ä shung et tbt» Frankreichs Oeifeullichkeit hinsichtlich der Reparntt« onrn. Tie a» den S eg g knüpf.en Hossitungea stün. een in fernem Berhal.n-s zu den je^igen irirtschaftlichan Ziiständen.

Englands Wirtschaftsleben schwebe tu schwerer Gefahr. Die europäischen Märttr btfänben sich hauprsächl ch durch dir ständige Ungcwißhell üer sranzösikw-oeullchea Ük- Ziehungen im Verfall. Tas wirULa>l!iche Chaos in Deutschland dauere an und auch in Den Beziehungen zwi­schen Franireich uno England beste er Ungewißd. U. Sa sei in der Bevölkerung Englands die sorgenvolle liebet» zeugung enlsdanden, daß Frantrrich entichlosseu fei, Dkutichiund zugrunde zu richten und aui dem Feslland«