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OberheMche Zeitung

Zweites Blatt

Nv. 43

Vttttwoch, 20. Februar

1924

, Der ImzäM Terror I» Der Mr.

* PirmasenS, 19. Febr. Der Funkenstation Nauen ist folgender Hilferuf der Bevölkerung von PirmasenS zugegangen: Während die Sonder, »ündler seit Monaten in der Pfalz ungestraft plündern, tonten und morden dürfen, werden jetzt von der fran- zsfifcht'l Militärpoli-ei alteingesessene Bürger ins Ge­fängnis geworfen und mißhandelt. £>>tn» bette sind auS Furcht vor Rach« geflüchtet. Dies alle? nur, weil die Bevölkerung auS Notwehr in der Verzweiflung sich der Sonderbündler entledigt hat. Die Erregung ist ungeheuer. Hilfe tut not.

Die Bevölkerung von PirmasenS.

Landau» 19. F:br. Das Bürgermeisteramt von Landau hat folgende Bekanntmachung erlassen müssen:

Bekanntmachung des Herrn Delegierten der Inter» alliierten Rheinlandkimmission. Dem Bürgermeister- amt in Landau ist ein« Liste von Geiseln zu- gestellt worden, die für die Sicherheit der Sonder- bündftr, ihrer Familen und ihr Egentum haften müssen. Die Namen der Ge stln sind nicht genannt. Die Liste enthält einen Bürgermeister, einen Korn- merzienrat, einen Apotheker, einen Rechtsanwalt,einen Aeitungsverleger^ einen Notar und einen Studienrat. Für Tumult- und Aufruhrschäden wird die Stadt San'a t mit h em ges mt nBerm gei ha brr gemacht. Jin Hinblick aus diese Maßnahmene wird dieBeoölkc- rung ersucht, für Ruhe und Ordnung mitsorgen zu helfen.

Landau, 16. Februar. Bürgermeisteramt.

Es ist bemerkenswert, daß die Geiseln sämtlich Herren sind, die seinerzeit bei dem Emviana der Pfalz­vertreter durch Generalkonsul Clive energisch Pro­test gegen den sonderbündleritchen Terror eingelegt halten Bei der Bevölkerung herrscht die größt« Be­stürmung über diesen neuen Akt der Willkür.

B e r g z a b e r n, 19. Febr. Der Bczirksdelrziert« von Berazabern. Oberst Fabre, bat an einen Büraer- meister des Bezirks durch eine 29 Mann starke, aus Spähte bestehende Militärpatrouille ein Sckreiben überreichen lassen, in dem erklärt wird, daß. wenn gegen den bekann­ten Sonderbündlerführer Kuhlmann, gegen den angeblich Drohungen ausgestoßen wordcm »ein sollen, diese Drobuu- gen nusgesührt würden, er den Büraerincister dafür ver- intwortlich märten und foiert verhaften lassen würde

Bergzabern, 19 Febr. Die Bcamtemdes Finanz- «mtes haben am 18. Februar ihren Dienst wieder ausgenommen. Die sranzü'ische Gendarmerie ha! heute drei Bürger verhaftet wegen eines angeblich beab­sichtigten Sturmes aus das Be?ir"amtsaebäude.

Bad Dürkheim, 19. Fckr. Tie französische Milllärp l z.i hat in den letzten Tagm zehn ang > h.'ne Bürger der Stadt vorüaftet. In der Stadt ftlbst herrscht Ruhe.

Lauterecken, 19. Febr. Der Bezirksdelezierte von Kusel, General L a P oi nt«, hat am 16 Februar in einer Gemeinderatssitzung, in der auf seinen Be­fehl auch der katholische und der protestantische Orts- geistliche erscheinen mußten, de»« Versammelten er­klärt, daß sie mit ihrem Leben und Eigentum für die Sicherheit der Sonderbündler und deren Angehörigen haften müßten.

Mannheim, 19. Febr. Die Rheinbrücke ist heute nach einwöchiger Sperre von den Franzosen wieder frei gegeben worden und wiro wieder ton 5 Ute morgens bis 11 Uhr abends unter den bekannten Be- »ittguncen geöffnet bleiben.

Spever, 19. Febr. Der Abtransport des so.rder- bündlerischenRheinlandschutzes" to t) sich im Laufe der nächsten Woche etappenweise unter Kontrolle der Besotzungsbehörden vollziehen. Die B.satzungsbehZrde «ick mit der Entwaffnung der Sonderbündler eine Untersuchung der deutschen Bürgerschaft nach Waffen verbinden.

Paris, 19. Febr. Havas meldet aus Koblenz: Die Uebergabe der Regierungsgewalt der autonomen Re­gierung an die Mitglieder des pfälzischen Kreisausschtllses ist ohne Zwischenfall vor sich gegangen. Set Ta- ist in der Pfalz ruhio verlausen.

Speyer, 19. Febr. Die bewaffneten Sonderbündler wecken im Laufe der nächsten Woche unter dec Kontrolle der Besatzungsbehörde entwaffnet und etappenweise ab­transportiert werden

Gerichtliche Bestrafung der Sonderbündler aus­geschlossen.

Paris, 19. Febr. Havas berichtet aus Koblenz: Der aus der Pfalz zurückgekehrte Unterausschuß hat bet Rheinlondkommission einen Bericht über die Regelung der pfälzischen Angelegenheiten unterbreitet. Hieraus ergibt sich, daß der Vorsitzende des Kreistages in Zu­kunft einzig und allein den Besatzungsbehörden für die Wickerherstellunz der öffentlichen Ordnung und die Wie­derau frichtung der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit verantwortlich ist. Der Kreisausschuß habe sich formell vervftichtet, keine Beziehungen zu der nach Heidelberg geftüchteien Beamtenschaft zu unterhalten, sowie ferner, mit den französischen BrsatzungStedörden gemeinsam zu arbeiten, um mit den zurückgebliebenen Beamten die ordentliche Verwaltung wieder za organisieren. Die Be­amten, die von den Sonderbündlern ausgewiesen wer­ben sind, können nur progressiv und nach Prüfung durch die Besatzungsbehörden in die Heimat zurückkehren. Die von der Rheinlandkommission ausgewiesenen Beamten sollen ausgewiesen bleiben, es sei denn, die Rheinlandkommission trefft für jeden einzelnen eine andere Entscheidung. Nach dem Bericht ist ferner jede gericht­liche Verfolgung gegen die Sonderbündlr ausgeschlossen. Die richterlichen Behöckcn in Zweibrücken hätten diese Entscheidung angenommen. Nach der gleichen Meldung soll der Sonderausschuß den Gene­ral be Metz beauftragt haben, über die Durchführung der getroffenen Maßnahmen zu wachen.

, Verbot der Weinverfteigerungen i« bet Pfalz.

Svener. 19. Febr. Sämtliche Weinverfteigerun­gen in bet Pfalz sind eee der französischen Besatzungs­behörde bis auf weiteres verbaten worden. Das Ber- Iw ist natürlich eine schwere Schädigung für den pfälzer Weinhandel.

Speyer, 19. Febr. Monsignore Testa erklärt, daß die Nachricht vom 17. Februar über einen Zu­sammenstoß m t einem Sonderbündler unbegründet ist. Monsignore Testa findet es höchst peinlich, wenn er in die Pol t k hiue'ngezogen to'rXba er vom heiligen Vater lediglich zu charllativen Zivecken entsandt wor­den ist,

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Won mirbs Mtt?-

Tie vaterländische SchriftcnfolgeDeutscher Michel, toach a k{!", herausgegeben von Oberst a. Immanuel, in welcher erst vor kurzem die vielver­breitete SchriftWir und Frankreich" erschienen ist, tritt soeben mit einem weiteren Heft an die Ocssent-- lichkeit. Auch dftfts Büchlein verdient um der guten, wich­tigen Sache wllftn dft allgemeine Aufmerksamkeit. Darum ist es angezeigt, unsere Verehrten Leser auf dftft neuste Veröffentlichung hinzuweisen. Das fragliche Heft, Num­mer 14 in der Schriftenfolge, benennt sichSB a n n wird'« besser?", ist Von dem bekannten vaterlän­dischen und kirchlich-evangelischen Pfarrer D. Gott­fried Traub zu München verfaßt. Tie Arbeit ist in dem rührigen Verlag Ernst Letsch-Hannover erichienen. Trotz hübscher Ausstattung beträgt der Preis nur 25 Pfennig, ist also so billig, daß die Beschaffung einem Jeden möglich sein dürfte. Das Heft ist in jeder Buch­handlung zu haben.

Nur kurz wollen wir den Leser auf den wesentliche» Inhalt der Schrift Hinweisen. Jeder möge sie selbst lesen Mi* sich in ihren klaren, schlagend kurze» Inhal vertiefen. Wer, unbeschadet der Parteizugehörigkeit, über- Haupt als Deutscher sich fühlt und ein Herz für die Rettung des Vaterlandes aus Erniedrigung und Not hat, Wick von der kraftvoll und warmherzig geschriebenen Schrift ergriffen sein und ein reiches Maß der Anregung und der Zuversicht aus ihr schöpfen. Spricht hier doch der erfahrene Praktiker und gründliche Kenner der beut scheu Volksseele zu uns.

Eine schwere Frage:Wann wick's besser?", die gewiß mancher mit zn^iftlickem Kvpfschütteln vernehmen wird. Die Einen, die Schwarzseher und Flaumacher, wol­len überhaupt nicht mehr an die Möglichkeit einer Besse­rung in absehbarer Zeit glauben und legen die Hände hoffnungslos und stumpf in den Schoß. Andere rechnen mit dem schwärmenhasten Traum der kommenden Völker­verbrüderung, wieder andere mit dem etwaigen Kampf zwischen England und Frankreich, noch andere mit allen möglichen Wundern und Wendungen. Alles das ist zweifelhaft und unsicher. Pfarrer Traub geht mit vollem Recht bei der Prüfung und bei der Beantwortung der Frage:Wann wick's besser?" von fvlgenoem Grund­satz aus:Alle Antworten auf dftse Frage haben zur Voraussetzung diese: Der Mud darf auf keinem Fußbreit deutschen Bodens mehr stehen. Von diesem Ziel muß alles Reden und Handeln bestimmt sein. Auf diesen Gedanken müssen alle andern abgestimmt sein wie die Pfeifen einer Orgel. Diesem Willen müssen alle Vorbe­reitungen dienen." Der leitende Gedanke, welcher mit ftster Ueberzeugung auS dieser Mahnung spricht, wirb in der vorliegenden Schrift dadurch zum Ausdruck gebracht, baß über jeder Seite die Worte stehen:Es wird erst besser, wenn der Feind vom letzten Fuß deutschen Bodens vertrieben ist."

Der Inhalt der kleinen, aber in hohem Grade gehalt­vollen Schrift gliedert sich in acht Antworten aus dft Frage:Wann wick's besser?"

Erstens heißt es:Es wick besser, wenn man sich vor Schlagworten und hohlen Redensarten hütet." Worte find heute klanglos und ohne allen Wert. Taten brauchen wir, wirkliches Arbeiten am praktischen Aufbau des zutemmengebrochenen Vaterlandes. Zweitens tagt der Verfasser:Es wird besser, wenn man statt 100 Sitzungen, Kommissionen, Versammlungen. Beratungen nur noch 10 ab hält." ©ehr richtig nicht leeres Ge- kchwätz hilft uns nicht weiter, sondern nur das Schalten und Walten weniger tüchtiger Männer. Weiterhin kann es nur besser werden, wenn bet Parlamentaris­mus aushört, welcher die Vcraiitwottung verschiebe und durch die Ueberhast der Gesetzcsschm'ederei dem deutschen Balke unendlich viel geschadet hat. Eine fernere Antivor» lautet:Es wick besser, torir die Masse der Berufs­organisationen abnimmt" Eine crnirndjtenbt Wahrheit! Glücklicher Weife macht sich ja bereits ein erfreulicher Abbau geltend, denn die große Masse der Arbeiter fängt an einzusehen, daß die Gewerfichafts-, Partei-, Arbeitersekretäre oer Einheit des Vaterlandes nicht dienlich sind, sondern zum schweren Schaden des Volksganzen Sonderziele und Klasftnpolitik verfolgen, die einer Nebenregierung glkichkvmmt und die Kraft bei Staaksleitung lähmt. Die weiteren Antworten beziehen sich aus den gefttzlichen Achtstundentag, auf die Lohnsragen und die hiermit verwandten Gesichtspunktes Die letzte Antwort klingt in die Mahnung aus:Es wird besftr, wenn wir wieder der Kampsleistungen im Welt­krieg gedenken", d. h. wenn stch unket Volk endlich zur Wehrfähigkeit aufrafft und den Befreiungskampf vorbereitet, in sittlicher und körperlicher Hinsicht.Gabt der Herr >tfe unserem Volke", schließt die inhoktreiche ernste Schrift,damit es sich selber helft. Nie hat et den Faulen geholfen, wohl aber gern, der sich regt und will."

Vor einiger Zeit konnten wir empfehlend auf die SchriftWir und Frankreich" des Obersten Immanuel ^ntve.sen. Dft Schrift TraubsWann wick's besser?' knüpft im Wesentlichen an den gleichen hohen Gedanken an, nämlich an die ernste Aufforderung zur Erneue­rung unseres Vaterlandes bon innen heraus, damit es reif werbe zur Stunde, in welcher es sich zum Be­freiungskampf erheben wick, zum Ringen um Sern oder Nichtsein. B. K.

etillittiriatitn

vom 19. Februar. \

Den Vorsitz in bet heutigen Sitzung, die zunächst 16 Punkte umfaßte, führte Strcktv.-Borstehrer Rohde. Dft

Mitteilungen

betrafen eine Eingabe eines Einwohners aus Elnhausen^ der ein Haus hier gekauft hat, wobei Schwierigkeiten sich herausgebildet haben, ferner wurden Kasseniftrsichlen in Umlauf gerben und eine Eingabe wegen Benutzung städtischer Räume seitens der Vereine verlesen. Da jetzt Witter Säle zur Verfügung stehen. Wurde die Sache zu-

eS*"**S!Ä*HB****e********M rückgestellt. Gegebenenfalls soll auch die städl. Fest­halle in Vorschlag gebracht werben

Geländefragen.

Bei dem Austausch von Geländestreiftn an der Kirch- spitze hantelte es sich darum, dft schöne Aussicht, die sich früher vom Freitagstempel auS bot, Wicker zu erschließen. Unterhalb des Tempels liegt nämlich ein Grundstück, das dem Schuhmacher Jakobs gehört und dessen Baumbestand dft Slussicht völlig verdeckt. Durch Tausch soll dieses Grundstück in städtischen* Besitz gebracht werden. Nach einer eingeholten Wertschätzung ter Ortsschätzer beträgt! der Wert des Jakobs'schen Grundstücks 1700 G.-Mk., der­jenige ter statischen Grundstücke 2000 G-Mk. Die Vorlage fand leine Gegenliebe, weil befürchtet wurde, daß ter Stadt durch dft damit verbundenen Arbeiten zu große Unkosten erwachsen. Dem Erwerb einer Wege Parzelle am Ortenberg tourte dagegen zugestimmt, weil dieses für die Wege benötigt wird. Die Kosten stellen sich auf rund 1000 Mk. Ebenso genehmigte man den Verkauf ein« städtischen Grundstücksparzelle.

TieErtoerbslosepfürsorge macht eine Nachbewillig>mg von rund 2500 Mk. nötig Dft Mittel für die ergänzende Fürsorge in Höhe von 1500 Mk. z. B sind notwendig für den Rest des Etats­jahres 1923. Die bereits erfolgten Aufwendungen hierfür sind aufgebracht werten durch Spendenmittel und Reichs- zuschüsse, die jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen. Für das Rechnungsjahr 1924 werben entsprechende Betrag« in den Voranschlag eingestellt. Nach kurzen Erläute­rungen sand die Vorlage Genehmigung.

Die Wohnungsnot.

Zur Bewilligung von Mitteln für Instandsetzung und Herrichtung von Wohnungen werben 500 Mk verlangt. In dem außerordentlichen Voranschlag von 1923 sind für Instandsetzung von Wohnungen 5 Millionen bewilligt worben und für Herrichtung von Notwohnungen 2Millio­nen. Von dftsen 7 Millionen sind 6'/. Millionen veraus­gabt, sodaß heute nur noch eine halbe Million Papiermark versügbar sind. In letzter Zeit häufen sich die Fälle,- in denen Weber bei Hausbesitzern noch Metern irgend­welche Mittel für bringend notice,neige Jnstgnosetzungen sowie Beschaffung von Oefeit unb Herden vorhanoen sind bezw. beschafft werben können Tas Wohnungsamt muß in solchen Fällen sofort Helsen können, .um derartige Woh­nungen tem Wohnungsmarkt zu erhalten Stabtö. Fran Rade wies auf die vielfach vorhandenen, jeoer Gesniid- heitspflege und Sittlichkit Hohn sprechenden Wohnun­gen hin. Es müsse unbedingt gebaut werden. Stabil». Webe r pflichtete bei, es brauchten jetzt keine Schwicttg- feiten gemacht werten, denn die Löhne seien noch niemals so niebrig gewesen wie jetzt. Es würbe auch gesagt, biß Wohnungen leer ständen. Stadtv. Jahrmärker er­innerte an die billige Bauweise iLehmbauten) und die Mitarbeit ter Baulustigen. Stadtv. I l k wies auch auf die menschenunwürdigen und aus ieerstehende Wohnungen hin, da müsse genaue Kontrolle Platz grellen. Cberbürget». meister Troje sicherte möglichste Berücksichtigung ter Wünsche zu, auch das Privatkapital dürfte sich mehr für das Bauen interessieren. Die Stadt würbe Hypotheken in Aussicht sftllen. Stadtv. T r o m m e r s h a n s e n ging aus die verschiedenen Ansichten ein. Wenn die Löhirtz niedrig seien, so bemerke er, daß das Geld überhaupt knapp sei. Er freue sich, wenn ter Lösung der Woh- nungssrage näher getreten würde. Die Vorlage sand An­nahme.

Nachdem man noch zwei kleine Vorlagen, welche den Mttgliedsoeitrag für den Hessen-Waldeckischen Städtetag unb Beschaffung einer Schreibmaschine für das Schulbüro betrafen, genehmigt bette, beschäftigte man sich mit .

Schulfragen

Die erste betraf die Aufhebung zweier Lehrstellen an der Volksschule. In der Begründung wurde folgen­des gesagt: An der Südschule stnd z. 3t. zwei Stellen

hervorragend bewährt

Togal stillt die Schmerzen unb scheidet die Harnsäure aus. Ausgezeichnet bet Schlastofifteit. 3n allen Apot- hek-nerhältlich He«t 64,3% Acid icet »llic.O.WG0/» Chinin, 12,6 ®/e Lithium ad 100 Amylam.

(Fortsetzung folgt)

beiten Frauen wieder zum Roten hielt die mütterliche Taktik für in einigen Tagen wußte doch die

Was hast du denn? Du siehst ja ganz verstört aus, komm ein wenig hinaus, ans Büfett", sagte sie, und bestellte zwei Glas Sekt und schob Brant heim­lich ihre Börse in die Hand, was ihn obendrein noch ärgerte und beschämte.

Das also ist Lftbe, dachte er. Ich bin in die Hände einer heuchlerischen Frau geraten,' Was sie auch eun mag, nie werde ich ihr glauben können, und trotz hrr F lschh t leb. i h sie. Es to t Ml« bv, ob c SftrmaineS Verhalten rührte in ihm die Galle auf, fast mehr als gestern, steigerte aber diesmal feine Leidenschaft ins uferlose.

Warum verstellt ihr euch so und geht nickt nach Haufe?" fragte er.

Da meinte fit ernst:Ich flehe dich an, quäle mich nichr sei heiter. Verstehst du denn nicht? Es geht um untre Familienehre! Du bist mir das schuldig."

Dits« Worte schlugen ihn. Wicker betrachtete tr die Angelegenheit von einem neuen Gesichtspunkt. Etz war g. ne gt, Germaine zu sagen:

Du bist dennoch herrlich wie ich dich liebet"

Er fühlte plötzlich einen leichten Ton, fühlte sich angenkhm angeregt, fragte Germaine:Ein Walzer! Ich kann ihn jetzt! Ich habe mehrmals getanzt, Wollen wir tanzend

Ja! Wir tanzen!"

Die Musikanten bliesen schon krustig daneben. Abe» ter Rhythmus war da. Ein elfässischer Bauecnwal« zer tourx getanzt. >

Im Bollsaal hatte scheinbar nodj niemand die Damen vermißt. Frau Rüscher tanzte mit ihrem Mann, der sich seinen Aerger wegen Alices gestrigen uncetoirftrn Betragens gründlich mit Sekt herunter- g<lvüit batte. Sie hütete sich, ihm etwas zu sagen. Denn tr wußte sein Gefickt nicht zu beherrschen und hatte womöglich im Ballsaal losgewettert. Sie ent­deckte zu ihrem Staunen Brant im Kraft ter Rcichen- b i. fi und ihr erster mütterlicher Gedankt war:Dieser ker Bcnget ist hinterhältig-pfiffig! An die reichste Tochter pirscht er sich heran und schlägt mit seiner heiligen E.nfalt die übrigen aus dem Feld! Sie ging zu Andree, gab ihm einen Rippenstoß und be'ahl ihm, mit Fräulein Reichenberger $u tanzen. Wenn es Brani wage---. Andree aber fragte drastisch:

Mtt ter Z ege? Hab' ich'S nötig?"

Als Brant Germaine sah, lief er zu ihr durch den Trubel

warst du so lange?" '

Schr! Dir kann ichs ja sagen, aber wir gehen ein wenig unauisällig dustch den Saal. Mach kein so ernstes Gesicht. Alle ist durchte'rannt. Ich ahnte so etwas. Nur daß Papa nichts merkt in seiner Wein- kt ne."

Brant war wie aus allen Himmeln gefallen. War bi Germaine denn e ne solche Vecstellungskunst mög­lich? Dft Scb.rester vom H ufe teer chw >n ran, und sw unf die Mutter im Ballsaal und lachten? Das grenzte 'an Falschheit! Wie kindlich naiv und herz­lich sie lachte, Germaine, ter er kein Falsch zugetrant hätte und als deren beste Eigenschaft er bisher die Ehrlichkeit geschätzt hatte.

So waren wohl auch ihre Küsse geheuchelt und ihre Liebkosungen? Wer garantierte ihm, daß sie echt waren? Wer, daß sie nicht schon in den Armen von zehn Vorgängern ebenso hübsche Gesichter geschnitten hatte?

abgefahren wer Denn bisher hatte Al ce jeden Schr ti, ten sie tat, mit ihr besprochen. Zwischen ihnen hatte es kein Geheimnis gegeben. War es denn wirklich so ausg sckl f en, daß die launische Schwester, in dem Zustand, in dem sich ihre Nerven befanden, einen ganz unbesonnenen Schritt getan hakt? Sie teilte ihre Gedanken der Mutter mit.

Ach waS", sagt: die.Wenn man die Absicht hat, sich de-k Leben zu nehmen, nimmt man nicht den Koffer mit Sie ist weg, abgefahren, fort. Lauf ihr nach, wenn du sie einholen kannst. Welch dumme Gans! Bll ibrf Sachen läßt sie hier. Und läuft bei Nacht sott! Stelle dir vor, sie hätte es unauffällig machen können, in einigen Tagen, wo sie wirklich nach Straßburg fichr Muß uns j.tzt bloßs e le i, v r ter ganzen Stadt, die l stell:che Person. Ueteinrargen ist sie ja weder hier.Lächerlich. Was den Vater am meisten ärgern wick, ist, daß sie alle ihre Sachen hiergelassen hat, als wolle sic sagen: Behatet eure Lumpen, ich brauche sie nicht mehr."

Tic wirkliche Tragweite des Skandals erfaßte sie ater nicht. Sie wollte sie nicht erfassen.

Natürlich, die habe ich. Erst recht werte ich jetzt tanzen! Und du tust es auch! Erstens, damit ter Vater noch nichts merkt. Zweitens, Damit die Leue«, die sich schon Gedanken machen, weshalb wir verschwunden sind, nicht glauben, wir hätten zu Hanse eine unliebsame Ueberraschung gehabt. Wenn Du ge­fragt wirst, ft rar höre die Frage. Wir gehn tanzen."

Frau Rüscher dachte, daß Ali.e in drei Tagen wieder rnrrnü ig nach Hause znrückk h en toflrte. Und b tnn wäre es möglich! ch gewesen, ihren Stecich .zu verheim­

lichen.

So fuhren die Haus. Germaine üterflüssig Denn ganze Stadt den

wahren Sachverhalt. Hnb Ger­

main- war durchaus nicht dessen so sicher, vast Alice

Nachdruck verboten.

Germaine Rüscher.

Ein Elsaß-Roman. Von Christian B o u ch holtz.

23. Fottsetzung

In zehn Minuten war angespannt, in zwanzig Minuten waren die beiden Frauen am Bahnhof. Sie tarnen gerate an, als ter letzte Zug von Straßburg in ten Bahnhof einfuhr. Frau Rüscher sprach unauf­fällig mi: tem Stationsvorsteher, bemerkte, sie er­warte ihre Schwägerin aus Straßburg, wisse aber Nicht g'-nau ob sie komme.Meine Tochter haben Sie doch schon wegfahren sehen? Sie hat den Zug von tzall» 11 genommen", sagte sie nebenhin.

Ich? Nein. Oder--Ich glaubte sie ae-

sthen $u haben. Aber sonst trägt sie so große Hüte, und diesmal roar es wohl ihre Gestalt, aber sie hatte ein Hütchen auf, wie ein Knabe, so----inert»

würdig... Ich dachte, sie sei es nickt. Bum al sie mich nicht anrebete, was sie sonst doch immer tut. Vielleicht war sie es doch?" -

Sie wars, sie hatte den Reiseanzug an, weil sie nach Paris fuhr. "

So spät?"

Stegen deS FrühzugS von Straßburg."

SBItibl sie lange in Paris?"

Ein paar Zagt."

Emschuldigen Sie, gnädige Frau, ter Zug muß »kfadr-n!" Der Smtionsversteher, ein Deutscher, ging ter Lokomotive entgegen, schob sich dft rott Mütze zu- rech: und hielt die grüne Laterne hoch.

Komm!" sagte die Mutter,wir wissen jetzt Be­scheid!. Und dft ©ftuation ist gerettet. M rgen er ;ützlt die ganze Stadt, Alice sei in Paris. Wir gehn ctzt zum Ball zurück, es ist noch nicht 1 Uhr."

Aber Llama, hast du die Rüge, jetzt noch zu -anzeu^ > '_______