Einzelbild herunterladen
 

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (dos^früherMrhessischej OhGhessen

1924

i. Wr uni u. Mw juriMgeirtitn

i

;r,

in-

Speyer, 19. Febr. Der Sonderausschuss der

die Reichstegierung rebelliert haben und daß sie beide

otE vtetmsrttnrrung teocutm paocn unv uutj jic uvwt ■ ■ — , .,,

in der Münchener Putschsache eine außerordentlich zweifel- Rheinlaudkommrsston ist gestern nachmrttig von hier r. Fi w f. - -ri v _ Z-* - . V -— r .CjTi UttS Mftn’l»» «** ttnA

der SonderbUndler ist

18. Febr. Bei der Bevölkerung

i |4O

k».

in»

pel

KtnSet»

Vertreiben der Eeoaratisten aus das Bezirksamtsgebäude geschossen

Stell, untif

Pirmasens 18. Febr. Amtsgerichtsrat Müller,

nisoniert. Wahrscheinlich ist dieses da» Asyl für die aus den ander« Städte« und Dörfer« Eeflüch«

ftnd natürlich nicht» al» tendenziöse Mache, um dtk Welt von der Verantwortung Frankreich» für die Vor­gänge abzulenken. Rübe und Ordnung können in der Pfalz nur einkehren, wenn die Besatzungsbehörde da­rauf-verrichtet al» Rächer de» separatistischen Berdre- ' chrrgesindel- auszutrerrn.

1t

>n

le« ö-

56 05. V

tL-

gestellt, well beim diesem £>aus auf worden sein soll.

Pirmasen»,

t).

5t

ICH- ».35 öde, 0.30

88 Bürg er. darunter und fünf Jnd u-

auch von Ludendorff ganz offen beschuldigt.

Es hat an Versuchen nicht gefehlt, die auseinandetge- bwchene Münchener Liga wieber rnsammenzuleimen. Da­bei ist namentlich dem Kapitänleutnant von Ehrhardt eine gwße Rolle zugeschrieben worden. Di« Versuche sind aber nicht geglückt und bannten nicht glücken, denn nach dem Ritz vom 9. November gab es fein Zusammenslicken m her.

Eine besondere Klippe bildete für Herrn von Kadr der Hitler-Prozeß. Dort muß er Zeugnis von der Rolle ablegen, die er in jener Putschnacht vom 8. zum 9. Novem­ber gespielt hat und eS besteht wohl kein ZwÄsel, daß leine Stellung als Staatskommissar bei dieser Gelegen­heit zusammengebrochen wäre. Selbstverständlich wäre auch Lossow mit ihm in denselben Strudel gezogen wor­den. Dieser Gefahr haben Kahr und Lossow offenbar vorbeugen wollen und sind deshalb freiwillig von ihren Posten zurückgetreten. Die Bayerische Bolfspartei hm die Neuwahf des Landtags durchgeletzt und sie hat auch gleichzeitig damit die Befugnisse erwirkt, daß der künf­tige Landtag mit einfacher Mehrheit Verfassungsände­rungen vornehmen kann. Sie wird also Herrin der Lage in Bayern fein und der gegenwärtige Ministerpräsioent von Knilling wird wohl als ihr Bertrauensmann wieder

m, In, n, ig- st.

Die „DbertjeiRiA« Zeitung" erscheint iedwnal roöAentHdu — Bezugsoeeis 16.-29. 2. 1,10 Wart einschtteßlich Zuftellungsgedühr. Für ousreUeei* Stnmmern infolge Streite oo. eiementirteignine kein Erian. — Benag von Dr. L. Hitzerath. — Druck der Unio.«Buchdruckerei ne« Jod. «■«. stoch. Markt 21.23. — Fernsprecher 55, Boltichecklonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

tetr«, lieber ein Abrücken nichts bekannt.

Ludwig-Hafen, 18. Febr. Das Spezialkomi­tee der Rheinlandkommission wird laut „Psälz. Rund- schau" heute wieder abreisen, nachdem e- seine Tätigkeit als beendet ansieht. Aus den bisherigen Berhrnd- lungen ist noch nachzutragen, daß auch die Spitze der drei pfälzischen Kultusgemeinden bei den entscheiden­den Beratungen zugegen waren, außerdem Präsident Billabel und Staatsanwalt König vom Obec- landesaericht Zweibrücken. Die weiteren Verhandlun­gen sollen zwischen dem General de Metz unb dem Kreisausschuß wegen der neu gebildeten pfälzischen Ver­waltung, an bereit Spitze Regierungsdirektor St äh - l t r steht, gepflogen werden. Es handelt sich um die Frage der Rückkehr der während des passiven Wider­standes ansgewiesenen Beamten. Die bayrische Be­hörde hat zunächst ihren Sitz im Gebäude der Ober­postdirektion und wird von hier aus die' Amtsräume ces Reg'emngs-ebändes ro'ebtr b z'eden. Im II brigm sind die Verhandlungen zwischen der Kommission und den deutschen Vertretern, tote erneut bestätigt wird, wieder im Geist gegenseitigen Vertrauens geführt wor­den.

Berlin, 18. Febr. Der Aufruf des Kreisaus- lckiusses über die Ergebnisse der Verhandlungen mit der Interalliierten Kommission bat eine allgemeine Entspannung in allen Schichten der Bevölkerung aus- eeiöft. Man atmet erleichtert auf. Aus den Straßen siebt man freudig erregte Menschenmengen, die nur darauf warten, daß nun auch der letzte Rest der separa­tistischen Banden abziebt. Die Separatisten haben ihre Anhänger nach Sveyer berufen, wo Re anscheinend wei­tere Instruktionen der Besatzungsmächte abwarten. Hebet die Frage des Abschubs der Separatisten baven Verhandlungen zwischen Mitgliedern des Reichsnus- schnsses und General de Metz stattgefunden.

strtr11e wurden von den Franzosen ver­haftet und tn das Amtsgerichtsgesängni» einge- liefert. Das gegenüber dem Bezirksamt liegende Haus de» Fabrikanten König wurde von der Be- satzungsvehörde beschlagnahmt und ein Posten daoor-

etdjäft* b 411

lua=

5.00 jg-

hatoe» r ewig« Junge*

London, 18. Febr. Der Sonderberichterstatter der Times" in Speyer schreibt zu der von der inter­alliierten Sonderkommission und dem Ausschuß de» Pfälzer Kreistages beschlossenen Lösung zur Meder« Herstellung des Friedens, der Ordnung und der rechtmäßigen Verwaltung in der Pfalz, das Ge­fühl der Erleichterung werde, wenigstens bei allen ehrlich denkenden Personen, gehemmt durch ein berechtigtes Gefühl der Besorgnis, denn die beschlossene Regelung sei ein gefähr­liches Kompromiß, aber das darin enthal­tene Risiko habe eben angesichts der Lage übernom­men werden müssen. Der Zusammenbruch der auto­nomen Regierung sei der fünfte Fehlschlag der Versuche, irgendeine Form der ßostten- nung der Pfalz zustande zu bringen. Damit er nicht auch einen sechsten Versuch einleite, müsse der Sonderausschuß innerhalb kurzer Zeit wieder zurückkehren, um das Werk, das er begann, zu volletiden und den Kreistag von der Aufgabe zu befreien, die dieser selbst beiseite zu legen wünsche in dem Augenblick, wo die Notzeit ende. Man nehme an, daß innerhalb zweier Wo­chen die Sonderbündler vollkommen verschwunden seien und die von ihnen ausgewiesenen Beamten Ihre Aemter wieder übernommen hätten. Es be­steht jedoch keinerlei Garantie dafür als die Hoffnung auf den guten Wilkey der fran­zösischen Militärbehörden.

Rom, 18. Febr. Der Berichterstatter der Giornale d'Italia" im Rheinland entwirft ein Bild der tragischen Lage in der Pfalz. Das Blatt schildert die Verhältnisse namentlich in Pirmastns, die Arbeitslosigkeit und die Hungersnot und wirft die Frage auf: In welchen höheren'Idealen wurde aus einer blühenden und reichen Gegend diese Hölle voll Streit, voller Unruhe und Schmerzen ge­schaffen? Das Sonderbündlertum, so führt der Br« richteistatter aus, wollte nur ein Glied in der fran« 'fischen Kette sein, die sich um das Gebiet Deutsch­lands legt. Sein Ziel war, die Reparationsfrag« tu verwirren, die Zerstückelung Deutschlands zu er­leichtern und die politische und wirtschaftliche Macht Frankreichs noch sicherer zu gestalten. Um die pfäl« ische Frage ernsthaft zu erörtern, muß man da» Problem der Besetzung und der Reparationen be­sprechen. „Giornale d'Italia" schließt: Di« Ko­mödie der Sonderbündler ist erledigt. Die Mehr­heit will keine rheinische Republik, sie will nut Frieden haben, um arbeiten zu können.

Ifn r 2 0 en

In Bayern setzt sich die Entwicklung in der Richtung fort, bi« bei dem verunglückten Putsch vom 8. und 9. No­vember vorigen Jahres unvermeidlich geworden war. Da­mals war die Liga, die sich in Bayern fielen die Reichs» regierung zusammengeschlossen hatte, au?-etnanberg:falien, und zwar deshalb, ton! sie aus ganj verschiedenartigen Elementen zusammengesetzt war. Früher zählten die Nationalsozialisten unter Hitler, die nicht nur reichs- deutsch, sondern großdeutsch empsinden, ferner die vater­ländischen Verbände, die einen mehr oder weniger deutsch- nationalen Einschlag besitzen und schließlich Herr v. Kahr, der im Grunde seines Herzens bayerischer Partckularift ist und wie er beim Hitlerputsch in einer unvorsichtigen Lstinute im Münchener Vürgerkeller verriet, sich wohl nur als Statthalter eines Wittelsbachischeu Königstums fühlt, das er herbeiführen will. Diese verschiedenartigen Elemente waren lediglich zusammengehalten durch ihren gemeinschaftlichen Haß gegen die von ihnen sogenannte Berliner Regierung.

Der Hitlerputsch war sicher nur das Werk des national­sozialistischen Führers. Aber er bat die beiden Mitspieler Kahr und Lossow heillos kompromittiert. Es ist nicht zu bezweifeln, daß Kahr und Lossow bereits vorher gegen

er nut : F

Rotzbach verhaltet.

Wien, 18. Febr. Der wegen Teilnahme an dem Hitlerputsch steckbrieflich verfolgte Oberleutnant R o h b a ch ist gestern in Wien, als er einer Zusam­menkunft deutschvölkischer Vertrauensmänner bei­wohnte. verhaftet worden. Es sind bei ihm falsche Legitimationsvapiere gefunden worden. Roßbach soll ausgewiesen und über die Grenze geschasst werten.

Berlin, 18. Febr. Wie amtlich gemeldet hat Herr a. Kahr sei« Amt als Eeneralftaats- ßommissar niedergelegt, ebenso der bayerische Wehrkreiskommandant v. Lossow. Der Kom- Mndant der bayerischen Landespolizei, Seisser ßl e i b t auf seinem Posten.

München, 18. Febr., 12.35 Uhr. Nunmehr Wird auch von zuständiger Stelle bestätigt, daß Dr. Kahr von seinem Amte als Generalstaatskom- Wissar zurückgetreten ist.

Wie von zuständiger Seite verlautet, hat Ge« yeral v. Lossow deshalb seinen Abschied ein« gereicht, weil er der Ordnung der Dinge in der Reichswehr nicht im Wege stehen wollt«.

München, 18. Febr. Nach der Korrespondenz Hoffmann gibt des Eeneralstaatskommis- i {«Hat bekannt:

Der Landtag hat in den letzten Tagen mit ter Staatsregierung eine Regelung vereinbart, die hi die vollziehende Gewalt tief eingreift und eine Wellung derselben zwischen dem Gcneralstaats- dmimissariat und dem Staatsministerium vorsieht. Diese Teilung der vollziehenden Gewalt hält der ktaatskommissar für praktisch undurchführbar und wm Standpunkt der Sicherheit des Landes aus für höchst bedenklich. Unter diesen Umständen kann der lßeneralstaatskommissar die Verantwortung für die Fortführung des ihm am 26. September 1923 an« tortrauten Amtes nicht mehr tragen. Er hat sich daher veranlaßt gesehen, dieses Amt am 17. Fe- f Hr uar in die Hand des Eefamtministe- riums zurückzugeben. Seine Exzellenz Dr. ». Kahr hatte in dem Schreiben an die bayerische Ltaatsregierung dem herzlichen Wunsche Ausdruck gegeben, daß die scharfen Gegensätze, die heute noch mser öffentliches Leben erschüttern, sich allmählich «usgleichen möchten und daß sich alle nationalen Kreise über das Persönliche hinweg im Dienste für den Staat zusammenfinden auf dem Wege, der zur Medergesundung und Erstarkung des deutschen Kolkes und zu einer glücklicheren Zukunft unseres bayerischen und deutschen Vaterlandes führen möge, teil» der einzelne Staatsbürger könne fein wahres Glück doch nur im Glück des Staates finden.

München, 18. Febr. Die Vorgänge der letz­te» Stunden haben das bayerisch« Kabinett veranlaßt, heute nachmittag 6 Uhr zu einem M i - Mi Rettert zusammenzutteten, um sich mit der politischen Lage zu beschäftigen.

m Hegt in fonfl, bau b«,

0.30

jf»

Bn§ hem mmärtietn üiM.

Berlin, 18. Febr. Im Ouswättigen Ausschuß M Reichstages, bet heute unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dt. Scholz (D. Vtzttt tagte, eröffnete bet Reichsmini­stet b-5 Aeußern Dr. Strefemann durch eine ans- führlicht Darlegung der außenpolitischen Lage die Aus- iprache. Der Minister sprach einleitend über die durchs die Beratungen der Sachoerständrgenkomitees aufg-Tsot» Jenen Fragen und behandelte dann das Problem dr» gegenwärtigen Standes bet Micumverttäge sowie bä Frage bet Besatzungskosten unb des Rrcovery-Act. I« weiteren Verlauf seiner Ausf brungen berührte der Außen­minister die Stellung Deu^chlands zum Völkerbundes ging daraus zur Frage der MUitärtvntroLle über «nb fchrt»

haste Rolle gespielt haben. Sie werden bekanntlich ja s uögetrift. Di« Sonderbündler find von*hier noch adgeriickt, sondern im Regierungsgebäude gar«

r.tue

MV it unb f <ite.

Bit Wz» SrezMmWii.

Speyer; 18. Febr. Gestern vormittag ll Uhr empfing der Oberdelegierte der Pfalz, General de Metz das Spezialkomitee der alliierten Regie- mnflcn, sowie zwei Ver r iet des Kreisausschusses und einen Vertreter der Pfälzischen Regierung. Der Prä­sident des Spezialkomitees Oberst d'Arboneau, gab einen Ueberblick über den Verlauf der brsitäg'gen Verhandlungen und bas erzielte Resultat. General de Metz erklär« zu diesen Aussührunzen, daß nur auf oct Gr mdlage guter, beiderseit g r Lcyrli ät eine wirk­same Zusammenarbeit möglich sei, was ft im Zniecess« der Pfalz dringend wünsche. Hierauf sagte der Bot- sitzende deS pfälzischen Kreisauschts e> Geheimr .t Tr. BaverSdörser, den Dank der pfälzischen tung den Vertretern der drei alliierten Regierungen für das große Jn.eresse unb d e ta:ttäflige Unterstützung, die der sckw rgeptüsten pfälzischen Bevölkerung durch :a? Sp'ziatk m it zu eil wurde. Dec Er'olg der Ver­handlungen sei zurückzuf ihren auf dasv le grg« iseil g: Vkttrauen und den entschlossenen Willen, d.e Rahe unb Ordnung in d t Pfalz wiee-echetzustellen und eine aeiezelte V r oaliunz w e er zu bekommen. G heimrat Vayersdörfer bat sodann die Herren des Spcz'alkomi- iees, auch ihren Regierungen den Tank der p;äl» zischen Bevölkernng übermitteln zu wollen.

Damit haben d.e Verhanoinngen mit dem Speziol- £omt:ef i;ren lotiäu'izen Abschluß gefunden. Sie werden von jetzt ab mit dem "b r.el g'.crten der Pfalz, G.cr^ral de Metz, weiter^ejührch

etwas mehr in de» Vordergrund treten. 1

Linksgerichtet» Berliner Pressestimmen jubeln, daß ein großer Vorteil errungen ist: „Das Experiment des Herrn v. Kahr ist gescheitert und die &ga der bayerischen Fronde ist zusammengebrochen."

Uns scheint, daß man doch über bk eigentliche Politik der Bayerischen Volkspartei und die tieferen Gründe der Zwiespältigkeit über KahrS Verhalten, sehr schlecht unterrichtet ist. Hoffentlich gibt hier bei Hitler-Prozeß einigen Ausschluß.

Rockenhausen, 18. Febr. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag sind bi« Separatisten abge­zogen.

Kirchbeimbolanden. 18. Febr. In der Nach! vom 16. auf den 17. Februar finb die Separatisten abaerückt. Die feparatisttsche Fahne wurde ent­kernt.

Frankenthal, 18. Febr. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag sind die Separatisten abge­zogen.

Kaiserslautern, 18. Febr. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag baben di« Separatisten die Stadt verlassen Die Beamten des Dezirks- unb Finanzamts haben ihren Dienst wieder aufgenom­men. Am Samstag nachmittag wurde die d e u t s ch « Polizei von der Besatzungsbehörde aufgelöst und entwaffnet

Neustadt a. d. Haardt, 18. Febr. In bet Nacht vom Samstag zum Sonntag haben die Sevara- tiften bie Stabt verlassen. Die sevaratistische Fahne wurde von französischen Soldat«« beruntergebolt.

Ludwigshafen 18. Febr. Am Samstag abend %11 Uhr rückten die Separatisten, ungefähr 30 Mann, unter Vorantragen ihrer Fahnen unb vom französi­schen Bezirksdelegierten, verschiedenen französischen Offizieren sowie von der gesamten französischen Mili» törvolisei und der Gendarmerie begleitet, aus Lud­wigshafen ab. Am Eilgiiterbabnbof wurden sie ver­laden. Das Ziel ist nicht bekannt. Bei der Abfahrt wurde von den Franzosen salutiert.

Marbnrg Dienstag. Den 19. Stimmt gontwng

Berlin, 18. Febr. Der Konflikt zwischen dem Keich und Bayern ist beigelegt.

„Zur Erledigung der sachlichen Streitpunkte zwischen her Reichsregierung und der bayerischen Regierung über Heu Vollzug deS WehrgesetzeS wurde in den letzten Tagen zwischen der Reichsregierung und der hayerischen Staatsregierung folgendes vereinbart:

Uebereinstimmung bestand, daß durch bie Lösung des «tgvmuärtigen Falles die Bestimmungen der KrichSversassung und de» Wehrgesetz es über die Einheit d«S ReichSheereS und die Einheitlichkeit de» Oberbefehl» nicht berührt werten sollen. In diesem Rahmen soll

n) künftig auch bei der Abberufung be» Lan- verkommanbanten mit^er bayerischen Regierung ins Benehmen getreten urtb dabei ihren begründeten Wün­schen möglichst Rechming getragen werten;

b) bet brr Verwendung bayrischer Trüb­te « außerhalb des Lande» die bayrische Sltgic- ntng möglichst vorher gehört und dabei den bavenschen Belangen die tunlichste Rücksicht zuteil werden, insbeson- kte hinsichtlich der inneren Sicherheit des Lande»;

t) die Eidesformel der gesamten W«hr- i a ch t zur Vermeidung Vo« Zweiftlu künftig folgenbe jaffung erhalten: „Ich schwöre Treue der Bersassung eS Deutschen Reiches und meines Heimatstaates und ge- ttbe, als tapferer Soldat mein Vaterland und feine gesetz­mäßigen Einrichtungen jederzeit zu schützen und dem UeichspräsLenteu und meinen Vorgesetzten Gehorsam tzu leisten."

Durch vorstehende Vereinbarung wird der Behanblunc teettergebenber in der bayerischen Denkschrift enthaltener Wünsch« nicht vorgrgrisfen. Mit dieser SSereinbarunc i sii da» Einvernehmen zwischen der Reichsregierung und her bayrischen Staaisregierung wieder hergestellt «nb d« Znpstichtuahme des bayerischen Teiles der Reichswehr aui fee bayerische Regierung vom 2. Oktober 1923 entjallen.

Der Prozeb gegen Hitler.

München, 18. Febr. Gegenüber neuerdings auf« tauchenden Gerüchten, daß bet Hitler-Prozeß | tnn neuem verlegt werden solle, erfährt die Korrespondenz Hoffmann, daß diese Nachrichten ab- fo ut falsch sind. Der Prozeß beginnt, wie angekün- bigt. am 2 6. Februar. Die Anklage wird von dem | Ersten Staatsanwalt Dr. S t e n g l e i n vertreten, i Die Angeklagten haben sämtlich ihre Borlabung zu ' Ze» Prozeß bereit» erhalte«, ... _____ ___

herrscht große Erregung, daß von der Besatzungsbe- börde wegen'der gewaltsamen Vertreibung der Sepa­ratisten Repressalien gegen bie Einwohnerschaft er­griffen werden. So wurden übet 10 Bürger, darunter 5 Schuoobeamte, heute In das Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert, um vor ein ttanzösisches Kriegsgericht ge­stellt zu werde«. Es ift bekannt geworben, baß ein Teil der Verhafteten von der französischen Krimtnal- t'düei schwer mißhandelt wurde, izßie nochmals . o »drück!ich testgestellt werbe« muß, liegt ein Akt der Rotweht bet Bevölkerung vor, die sich unter allen Umständen von ihren Peinigern befreien wollten. Die (r tegung maßt« eine Verzweiflungstat auslösen, weil die Separatisten unter ben Augen und-mit Duldung und Förderung der Besatzungsbehörde ungestraft ein Schreckensregiment ausüben konnten. Auf Vorstellun­gen und Beschwerden erklärten die Bekavungsbehör- ben immer wieder, es bandele sich um eine inner­deutsche Angelegenheit, in bie sich die Besatzungsbehör­den nicht einmischen können. Bei jeder neuen Schuld- tot bet Separatisten wurde dasselbe erklärt. Den letz­ten Anstoß zur Verzweiflungstat gab bet Umstanb. daß btt Separatisten dem wiederholten Verlangen auf freiwilligen Abzug nicht stattgaben, sondern in bet Hoffnung auf bie französische Unterstützung auf bie wehrlose Bevölkerung ein starkes Feuer eröffneten wodurch einige Bürger getötet und viele verwunde! wurden. Bemerkenswert ist noch baß vor bem Angriff auf die Separatisten der ttanzösische Bezirksdelegierte einer Abordnung von Bürgern, die um ein Eingreifen gegen die Secaratiften ersuchten, erklärte, er kümmere sich nicht mehr um die Separatisten.

Wie die Separatisten in der P^alz mono Mang sich ungestraft halten konnte«, zeigt folgende eu/.iütternbv Statiftit’ Von den Sevataristen wurden ermordet über !?u Personen, verwundet übet 260 Personen, bet Frei beit beraubt über 1000 Personen, ausgewiesen über 300 Personen Dazu kommen zahlreiche Fälle sck)werster unmenschlicher Mißhandlungen. Plünderungen, (Ein bruchsdiedstähle usw. Gegen diese Verbrechen ist in keinem Falle von bet Besatzungsbehörde elngeschrttten worben Aus Vorstellungen und auf Beschwerden von Abordnungen der Bürgerschaft wurde immer wieder erklärt, daß es sich um innerdeutsche Angelegenheiten bandele „in bie wir uns nicht einmischen, können ' Jetzt, wo die gepeinigte, von den Seoaratisten terrori­sierte Bevölkerung in spontaner Cmoörung zur Selbst­hilfe geschritten ist, wird diese Selbsthilfe plötzlich von bei Besatzungsbehörde als Störung ver öfientliä)en Ruhe unb Ordnung betrachtet. Durck kriegsgerlchtliäw Urteile lost die Derantwortung für die blutigen Er­eignisse in Pirmaiens von bet französischen Besatzungs­behörde abgelenkt unb auf bie unschuldige Bevölkeruug ar gewälzt ro-rbe» Die Meldungen der franjömrfwn Dresse, wonach rechtsrheinische nationalistische Organi­sationen die Bluttat in Pirmasens vorbereitet hätte«.

Shstüto» r

«thha» Bald? «tat? •16 ne* mittag»

Der Anzeigenpreis bettäat für de» Sgejp. Zellenmillimetet 0,08 Goldmark. Amtliche u- auswatt Anzeigen 0,10 ®ol>matl Bei jchwiet.Satz 50 •/. Aufschlag. Sammefanzetg. 10»'/, Aufschlag. 9 ellatnen 0,30 (Soldmart. Jeder Rabatt gilt als Battadatt. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Gefchäftsftelle und Zuiendung ber Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar — 4^0 Eoldmarks, Berechnung nach beei Berliner Mittel­kurs des Zahlung« eiNgangstages. Verzugszinsen pro Tag nach dem «anhtnssuz