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Amüiches Verkündigungsblatt des Kreises Mardmg.
Anzeiger für (das frühes kurheMche) Oberhessen
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Dir .Dbertttifiltbe Zeitung" eri»«tnt iedtemel wöchenMck. — Bemwtei* 1.-11- 2. 1,10 »«t «inschliehltch Zuftellungsgebühr. Für «weleite« Xaemete imolge Streite »». eiement Yteigntiie kein <Erun. — Der a? mb Sl t- 6• z« 1*. — Druck Oer Uni».»Buchbruckerei von 3ob. Hua. Xocki. Ster?t 2173. — Xetzupt»**t 55, DoL »eckkonto: Nr. 5015 *mt Txtaufrm a. 31««.
Marburg AMkī, Oh 11 Mmk $or**M
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59. Mrs.
1924
9er MnlmMM der SeMratilieOerMM.
? 3» Feuer und Blut bricht die Gewaltherrschaft der Separatisten i» Ser Pfalz zusammen. Es wieher hott sich dasselbe Schausviel, dar wir vor Wochen in den ©t3bien her Rheinprovin; erlebt haben. Auch dort war es den Separatisten Ölungen, sich sestzusetztn Sobald sich aber ht Aachen ». B. die belgischen Besatzungtruppen und tzelizisten neutral verhielten — in demselben Augenblick ftach der BoftSsturm l»S und entlud sich mit elementarer Hewatt gegen die gekauften Subjekte, eie für französischen 6»6 als Denkersknechte gegen die deutsche Bevölkerung Mttet hatten. Auch in der Kbeinprovinz, in den gt&teit sowohl wie in den Eiseldörfern, find die Sepa« raMen, sobald sie nicht mehr unter oem Schuh der ftrn- Mschen Bajonette standen, haufentreite erschlagen Worten Denselben Ausbrnch eines gewalügen Volkszotmr erlebe« wir jetzt in der Pfalz. Dieses Strasgertcht, da' sich an den Separatisten vollzieht, beweist auch mit «Iler Deutlichkeit — was die französische Negierung in ihrer Antwort auf die letzte deut'che Lkalztwte abzusrrci ten wagte —, das, die Separatisten nichts anoeres hinter sich hatten, «B den Schuh der französischen Bajonette. Pvincar^ macht in der Pfalz die (Erfahrung, das er jeben- ftW nicht imstande ist. die Stimme cer Wahrheit zu erstick«». Die Erschießung von Separatistensührern in Dreyer und das jetzt vollzogene Strafgericht in Pirma- ftaS zeugen gegen ihn »»» [trafen ihn und seine Schcrger Ligen. c
-«gleich »ter sind diese blutigen Ereignisse eine sichtbare Anklage gegen die französ's.ße Rbeinpeli- tit Ali das Blut, da» dort wieder rergossen tooßen ist, kömmt aus da; Schirldkonto Franlr ichs. Die fran- ^sischc RHeintzolitik ist, wie sich durch die Enthüllungen ,wn Llcyd George zrveitellos heraus «stellt hat, durch :ine Sowderverständigung zwischen Ciemenceau utibl Fstson und durch die schmähliche Preisgabe des gr- jantett W lriuSPragramms -ri.Miu'C1' rooteen. Dieses KeburtSmerkmal kann sie nicht verleugnen.
Wie Vorgang« in Pirmasens uns Kaiserslautern nihten für die franz'fische Reg erung. wenn sie über- he,»itzt noch moralisch« Eindrücke fähig sein sollte, eine ernste Lehre fei». Auf jeden Fall sind sie ein Ntzilt an daS Gewisse» der übrigen Ententestaaten. W tätiger §n dulden, daß das Schandmal der fron- jJsischen Räuberpolirit auch ihnen zur Last fällt.
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Sie Vorgänge in Pirmasens nnd Kaiserslautern.
PirmasenS, 18. Febr. Neber die Borgai»ge Ä P iruias'us sind bei 6er Pfälzischen R'gierunz f»l- jttcke drahtliche Metdnngen eingegangen:
1?. <ve6c, abends 8 Uhr: Schwere Kämvfe »m 5aI von de» Sonderbündleru besetz'« BezivkS- «mtSgebände, Selbstschutz nnd Feuerwehr stür- Hti: das yeyrtoamt
Abeuds • Uhr: Die Kämpfe dauern, an unter ich« ti?en Beslnsten auf beiden Seiten.
Abends 11 Uhr: Das Bezirksamt steht in flamme». Die Bevölkerung hat daS «Kebr.tbe er> iÜtittL Die aus beut brennenden Gebäude flüch- teichen Sorcherbündler wurden zum Teil erscblaaen, $trat Teil verbrannt. Auf deutscher Seite drei T»te »vd zwanzig zum Teil schwer Verletzte. Auf Se'ten tz-r kondertüwdt« etwa 10 Tote und viele Schwerver- ktutbett.
13 Febr. 6 Uhr morgens: Neber die gestrigen Vor- gäno» werde» noch folgende Einzelheiten gemeldet: Sm 12. Febr., vormittags 11 Uhr sammelte sich eine große Volksmenge vor dem Berir'samtSgebäude, in dem sich bi« Sonderbündler befinden. Tie Bevölke^ tong verlangte sofortigen Abzug der Besatzung. Di« Eond-rbündl« verwciger.en dieS und als ote erregten Einwohner den Versuch machten, in das GebäuS« ein- ptdringen, würbe auS dem Gebäude geschossen. Tie Kruge zog sich darauf etwas zurück, um sich mit Holz- Wt<?etn und dergleichen zu bttvaffnen. Währeno aiesrc Seit errichteten die Sonderbündler um das Bezirks-- «rttSgebäude herum eine Ba r r i t a b e. Hierauf verachte die Feuerwehr, die Sonderbündler heraus zu- holen. Als auch biet mißlang, schleppte tri« Menge fttnjin herbei und zündete die Barrikade an. TaSurch Sr°e: das Bezirksamt in Brand. Nun baten die Eonoerbündler um Gnade. Diese wurae nicht gewähr! •mb die aus dem Gebäude flüchtenden Sotuxrbünbler herben totgeschlagen, darunter als einer bet ersten her f»genannte „Bezirkskommiffar" Schwaab, sein ^ohu und sein „Adjutant". Von den vierzig Mann her sonderbündlcrischen Besatzung bfirf.cn nur wenige stit dem Leben davongekommen fein. Auf deutscher 6the sind tot der praktische Arzt Dr. An. statt, «t Verwundete verband, sowie ein Bürger namens *»rzillinS, sowie ein« Frau Stumpf. Die 'ran- ^sflch« Besatzungsbehörd« verhielt sich zunächst »oll- ^am.en neutral. Um 5 Uhr rückt« französische In- fettirie aus Zweibrücken ein.
fe Uhr vormittags: Gegen 3 Uhr trafen fünf Last- Wvt mit SiaisXIanet^ w. His jetzt toui-.
den fefyfkat 18 lote auf Seiten »er Sender- hfl nbler und acht Einwohner. Das Bezirksamt ist vollständig mtegebrarcnt; S flehen »ttr noch die Mauern. Die französische Besatzungsbehötche bat über Pirmasens eine Verkehrssperre von abends 1 Uhr bis 6 Uhr morgens verhängt.
Pirmasens, 13. Febr. Üeber die Stadt ist der Belagerungszustand verhängt worden. Der Delegierte der Rheinlandkommission hat das Erscheinen der „Pirmasenser Zeitung' bis auf weiteres verbaten.
Mannheim, 13. Febr. lieber die Entstehung nnb Entwicklung der Kämpfe mit den ©ereratv'ten in Kai- 'erslautem wird noch berichtet: Den Anlaß j» dem Kampfe hat bte Verhaftung beS Gerichtstekretärs Ltrnhard dmrch Separatisten gegeben, wobei dieser schwer mißhandelt wurde, fix Schutzmmtnsauloebvt von 10 Mann s>egab sich unbewassnet nach dem Bezirksamt »nd ver- langte die Freilassung des Verhafteten. Die Separatisten griffen «doch zu den Waffen »nd gaben mehrer« Sckififse ab, durch die zwei Schutzleute verwundet wurden Diese zogen sich darauf zurück, weil sie einen Sfamyf vermriden wollten. Trotzdem sielen an8 den Fenstern des Bezirksamts Schüsse, durch welche drei roci'ete Schutzleute verletzt wurden. Die Schüsse zogen zahlreiche Leute herbei, urtb die «mliegenoen Sttaßen füllten sich mit einer ungeheuren Menschenmenge. Schulen, Läden und Fabriken wurden geschlosien. Die Lage wuroe immer bedrohlicher. Ein Separatist, der v»n der Menge erkannt wurde, wurde schlver mißhandelt. Ms die Separatsten bH sahen, «oben sie »egen 10 weitere Schüsse in die Menge ab, wodurch der F»hrrnan« Friedrich Secker durch einen Kopffchuß getStet wurde. Nun erschienen marrvknmsche Besatz«ngstruvven auf dem Platz, den sie in weitem Umkreis abfperrten. Die Menge, die durch ne Skrwunbung der Schutzleute und zatzlreicher anderer onen sowie die Erschießung des Hecker s«hr^ erregt war, durchsuchte nun die Wuhnungen mebrerer Separatisten, wobei >ie kckausenftkr eines Separattstenführers vockkomxwu zertrümmerte. Fm £>aufe des RegierungS- '-MTnifsirr» Psaffmunn wurde einer der Eindringlinge von den Separatisten, angeblich von Pfafsmann selbst, er- f'-.o’ft« Ans bi* an den ftonzösischen Platzkontmandanten aerichtzttzr Ausforderung euer aus allen Parteien zusam- men«-fetzt-n StabtTat«ab»«bmtng, die Separatisten sollten entfernt werden, erwiderte der Lrfizitr, tue französischc Behörde mische sich in die inneren Angelegenheiten Deutschlands nicht ein. Die Aufregung bet Bevölkerung -st unebener. Ta»jende dnrckzrhen während »er Nach- mittagSstnnden die Straße» Eine grase Abteilnn, mar- rokanischer Soldaten steht »Mottl bei Bezirksamts unter den Waffe» An» Wakdnwor wird «emeloet, daß die -Skvarattsten auch von dort abgezogen sind.
Kaiferslantern, 13. Febr., 11 Uhr vorm. Zur Zeit unterhandelt eine Abordnung der Ein wohnerschaft mit dem sranzösifchen Platzkommandant«n. um den Abzug der Sonderbündler zu Verlangen. Ein gewaltsames Vorgehen gegen die Sonderbündler ist nicht möglich, da die französische Bcfatzungsbehördc den Platz um das Bezirksamt abgeschlossen hat. Vom Stadthaus find sonderbündler:schen Fahnen heruntergenommen worden. Alle Fabriken sind geschlossen, da die Arbeiterschaft geschloffen gegen die Sonderbündler vorgehen will Bis jetzt ist unter der Bevölkerung ein Toter und ein Schwerverletzter zu beklagen.
Kaiserslautern, 13. Febr. Hebet die Stadt ist die Lerkehrssperre von 7 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verhängt worden. Zwischenfälle haben sich im Laufe des Nachmittage nicht mehr ereignet. Die Zahl der verwundeten Schutzleute beträgt 5; ein Sonderbündler und zwei Nichtsonderbündler wurden getötet. Es steht auch fest, daß Schüffe aus französischen Infanterie gewehren abgegeben worden sind. Wäre die Besatzung wirklich neutral gewesen, so wären die Sonderbündler auch aus Kaiserslautern vertrieben worden. Nun aber sitzen sie noch in ihren Büros Marokkaner halten die Straße« im Innern der Stadt besetzt.
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Landan, 13. Fest«. Die französische Bezirksdelegation hat die Ssnderbünd- ler angewiesen, nichts mehr zu Unternehmen.
Zweibrücken, 13. Febr. Die Sonderbündler sind heute morgen 4 Uhr ie der Nichtung auf Kaiserslautern abgezogen.
Zweibrück«», 13. 8«6r. Am Dormlttan würben aon der Beamtenschaft des Bezirksamtes auch die Fahnen vom öauptRtt der Gsnderbündler berunterge- fcolt. Die Flüchtigen bade» die Väroraume ix eenem unbeschreibliche« Zustand« zurückgelasten. In der Mar- f'.rase bieten >ie Zimmer «in Bild schmuvstarrenoer Verwüst un« »nd Zertzörxna- 3m Amtszimmer herrscht« ein etais«» Durcheinander. Leere Kleider schränke, «ante Batterien von L> e 1 n - und tikörst a sch«», br»av8««Kone Bckd« ufio.
find die ersten Eindrücke, die man von den betreffenven Noumen erhält. ,
Frankfurt, 13. Febr. Der „Franks. Ztg." zufolge verkehren nach wie vor die Eisenbahnzüge zwischen Mannheim und Ludwigshafen, während die Brücke nach Ludwigshafen für Fußgänger gesperrt ist.
B r ü s f e 1,14. Febr. Die „Agence Belge« meldet aus Koblenz: Mit Rücksicht auf die Unruhen in der Pfalz hat die Rheinlandkommission einen aus einem französischen, einem belgischen und einem englischen Offfizier bestehenden Sonderausschutz beauftragt, sich in die Pfalz zu begeben, um die zur Wiederherstellung der Ordnung nötigen Mah- nahmen zu erwägen und zu treffen. Dieser Ausschuß soll gleichzeitig zwecks Rrleichterung seiner Bemühungen mit dem pfälzischen Kreistage und dem militärischen Oberkommando in Fühlung bleiben.
Paris, 13. Frbr. Nach einer Havasmeldnyg aus Koblrnz hat der Kreisdelegierte der interalliierten Rbeinlandkommislion, da Pirmasens nur über einige Gendarmen verfügt, zwei Kompagnien Infanterie dorthin entsandt. Die Interalliierte Rhnnlandk'mmiffion hat heute morgen unter'oem Vorsitz von STirarb einstimmig beschlossen, den Belage- rungszustand über den Kreis Pirmasens zu oerhänzen und di- Turnvereine der (Stabt aufzulöfen. Die Mil tärbeh r)e trieb der stch inten k mmissi-m über die getroffenen Anordnungen Bericht erstatten. Anßer^ dem wird bet Oberbeleg ene der Rheinlandkommission Spczialmaßnahmen bezüglich des Verkehr- anordne«, wöbet er den Bedürfnissen der Bevölkerung und den wirtschaftlichen Jntereffen Rechnung tragen soll. Insbesondere sollen dw Interessen der Arbeiterschaft be-- rilcksichtigt hkeben.
Sit «Mn ier 6i6enftiiliioei- AusWr beenbet
Berlin, 13. Febr. Die Beratungen der Sach- verstönbigenausschfiffe gehen heut« mittag zu Ende. Die Aufgabe der Ausschüffe war. wie den Blättern zusammen faffend mitgeteilt wird, in Verfolg ihres Auftrages von der Reparationskommisfion die Mözlich- triien des deutschen Budgetausgleichs und oer dent- schen Wöhrungsstabilisieruug an Or: und Stelle zu prüfen. Der zweite Ausschuß unter Mac Kenna sollte untersuchen, gb es möglich sei, die deutschen Äuslrnds- gnihaben abzuschätzen und zu untersuchen, «eiche Wege zu ihrer Rückführung offenjlänben. Die Regierung hat getreu ihrem Bersvreck-en ihre Bücher offengelegt, und in zahlrnchen mündliche» Besprechungen, einem umfangt.üten schr ftlickLN Ve k ht unb in Beantwortung von Fragebogen der Gegenseite daS Material noch allen Richtungen zur Verfügung gestellt. Ein Teil der schriftlich gestellten Fragen der letzten Tage wird erst von Berlin nach Paris beantwortet werden. Am 18 .Februar werden di« Kommissionen das Material vellstäudig in Händen haben. Wichtig war der Geist, in dem die Arbeiten von der Gegenseite geführt wurden. Sämtliche Mitglieder der Kommiffionen haben in vierzehn Tagen angestrengter Arbeit «itf jede möglich Weise ihren ernstesten Willen bekundet, ciuersetts ihre Aufgabe zu lösen, andererseits auch den deutschen Schwterigkiten in jeder Weise ger.cht zu ■pttben. Es hat des ganzen Taktes der Gegenseite k- Jurft. um ohne Schwierigkeiten durchzukommen. Das positivst« Ergebnis ist di« Klärung der Frag« der Goldnotenbank. Jedes Orakel aber über weitere Er gibnisse, als der Reichsbankpräsidenk geschildett hat. ist gänzlich überflüssig. Enißültige Ergebnisse tuet« aen h er kaum vor Mitte März eavanet D e Regierung ist im Inland und Ausland in dieser Zeit an- g gr fsen wachen, weil man glaubt, daß hinter oen Kn- .issen Heimlichkeiten vor sich gingen. Wie wenig »te Rtg.erung wirklich zu verheimlichen hat, ergibt sich oaraus, daß man daS gesamte Urtretagenmaf*rial >smnächst in einem umsangrtechen WeijZuch vetöffeut- :ichen wird Die bekannte Denkschrift wird in diesen Tagen im Zentral Verlag herauskomme»
Berit», 13. Febr. Der Vorsitzende des Ersten Sachverständigenausschuffes, General Dawes, hat heute mittag anlätzlich der Abreise des Aus- ichuffes den Reichskanzler besucht, um auf Wunsch seiner Mitarbeiter den Dank auszusprechen für die wirksame Unterstützung, welche die deutsche Regierung den hiesigen Arbeiten des Ausschusses habe zuteil werden lassen. Der Ge tetal führte aus, die deutsche Regierung habe alle Auskünfte erteilt, welche das Komitee erbeten hab«. Er wünsche hierfür zu danken, sowie für die aufmerksame und freundliche Aufnahme, welche der Ausschuß erfahren habe. Der Reichskanzler dankte dem General für i.en Besuch und bat ihn, auch den übrigen Mitglie- d-'tn des Ausschuffes feine Genugtuung darüber zum Ausdruck tu dringen, daß die Mitarbeit der deut
schen Regierung in dieser Weise gewürdigt worden sei. Er danke ihnen ferner namens der deutschen Regierung für das eingehende Intereffe, das sie der ihnen übertragenen, überaus schwierigen Aufgabe gewidmet hätten.
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Unterredung mit einem amerikanischen Mitglied.
Im Anschluß an eine kurze Unterredung mit General Dawes ist ein Mitarbeiter der T. U. von einem hervorragenden amerikanischen Mitglied der Kornmisfionzu einer längeren Besprechung empfangen worden.
Der Sachverständige führte ans: Die Kommis« sion hat nicht nur den besten, sondern den allerbesten Eindruck von sämtlichen offizielle« und inoffiziellen deutschen Persönlichkeiten, mit denen sie in Berührung trat, gewonnen. Jede gewünschte Information wurde trotz großer technischer Schwierigkeiten mit größtmögliche! Beschleunigung von feiten der deutschen Stellen beschafft. - Jede erwünschte AufNärung ist auch von deutscher industrieller Seite gegeben worden. Wir sind in der Tat mit unserem Ergebnis außerordentlich zufrieden. Ich möchte beim Verlassen Deutschlands nicht verfehle«,- noch einmal in aller Oeffentlichkeit auf den hervorragenden Geist hinzuweisen, der die Arbeiten der deutschen und alliierten Unterhändler beseelt hat. Alle Gerüchte von einer angeblichen Sabotage deutscherseits find ebenso unsinnig wie die Meldungen, die von einer angeblichen Meinungsverschiedenheit oder sogar „H.ochspannung" innerhalb der Kommis j l o n wissen wolle«.
Die Kommission wird ans technischen Gründe« ihren ^Bericht an die Reparationskommisfion erstatten, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil eben die Reparationsko-nmifsion das Sachverttändigenkomiteeernannt hat.
Aber ich glaube, daß unsere Kommiffio« nicht wird umhin können, ihren Bericht in demselben Augenblick, in dem sie ihn der Reparations» hommission unterbreitet, der gesamten Oeffentlichkeit zu übergeben. Denn vergessen Sie nicht, die ganze Welt wartet auf unseren Bericht, und die gesamte öffentliche Meinung der Welt, dieser in seiner ungeheuren Größe kaum erfaßbare wichtige Faktor wird letzten Endes de« endgültigen Schiedsspruch fällen.
Auf die Einwendung, daß wir Deutsche infolge der Stellungnahme einer gewissen Macht schon einmal um die Früchte des krgebniffes früherer Untersuchungen seitens hervorragender Sachverständiger gebracht worbe« sind, wurde folgende Antwort gegeben:
„So, ich weiß, trotzdem glaube ich nicht, daß es irgendeine Macht der Welt wagen werde, s i ch durch Ignorierung unseres Berichts ein blaues Auge und den Tadel der gesamten zivilisierte« Welt zu holen."
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Sie SteSnie Sitais.
8«m gut informierter Seite wirb arte geschrieben:
Rach den ©firme», die sich in der ftanjösischen Kammer in der Oorieen Woche abgespielt haben, scheint dort :etzt etwas mehr Stube eineekehrt zu fein Es märe aber lsirrcha»? falsch, »nzunebmen, daß damit oie unaerkem'bar heftebenbe Krisis in Frankreich überwunden fei. ES ist te-elmek sicher, daß dieje Knsis weiterschleiche» iino t>ie ganze Zeit bis zu den Kammerneuwahlen beberrirbe» wirb. Was zunächst die Erledigung der Finonzgelede an« langt, so stehen bter die Hauptsämrierigkriten eigentlich noch bevor Die Sero tu «gen sollte» ursprünglich nach der Absicht Poinrares in ganz kurzer Zeit etteHgt fe.n, damit der Senat dann an die endgültige Derabschiedung gehe» konnte. Dieser Wunsch wird sich aber nicht erfüllen. Ganz abaesehen davon, baß in bem französischen Senat eine rat» außerordentlich starke Opposition gegen bte neuen Steuergesetze zu überwinden iil. wirb sich bit teonzösjsche Kammer keineswegs zu dem Tempo verstehen, bas Tain rare »rsprünglich von ihr »erlangte.
Ter französische Minöterprä'l'dent hat in dieser ffant« mer immer noch eine Mehr beit, die he den letzte- SIbftim*’ mutigen etwas über 330 gegen etroa 215 Stimmen betrug. Diese Mebrbell würde aber zweitellos sehr rasch herab- stnteu, wenn P» »rare dir Kammer zwtngen sollte, .ne Finanzqesrtze übers Knie $» brechen Bisher hat ihm bi« äußerlte Rechte noch vtefolgschaft geleistet au$ Rückucht darauf, daß Poinrar^ mit bem na-ienaten Block ju’airw men in bem a»ßenvolili>'chen fjaittwaffet btefer Rechte« ieqäti. Wurde aber der SXinisterpräsckent dazu iberqcben^ in ter inneren A» iitil den Royalisten unO ihren Geialgs^ Ruten allzu viel zu.ro mitten, fo würde er sicher erlebens daß et von dieser Seite aus im Stich gelassen wird. Darouf kann er cs naifirlich nicht ankommen lassen »ntz deshalb muß er sich dem langsamen Tempo oer Kammer lügen. Die Pvlge wird jein, daß tzch oie 8ctMi«a »