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^Amtliches VerkuMgungsblatt des Kreises Marbmg.

Anzeiger für (das früherkurhessische) Oberhessen

r Kr. 37

Di« jObetljeifiKbe 3eitung* etldwint ieckimal mötbentlidt — Setagsptets 1.—15. 2. 1,10 Mark etnschlletzlich Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Kummete infolge Gueits oo, eiement.üieigniiie fein Lrnrh. — Benag non De. L. Hitzerold. — Druck der Ueto.• $ud>Btudetet mm 3ob. lug. Rotti, Markt 21,23. — /derewrecher 56, Poll checkkonto: Kt. 5015 Amt Frankiert a. Mai».

Marburg

BiihM len 13. gelranr

Körnung

Der SiMeigenotef« beträgt illr den 9 gefp. Zeilenmillimeter 0,08 Goldmark. Mmtlidie u. auswärt. Lnzetgee 0,10 Goidmark. Bei Ichwier.Sa, dO*1, »ufjAlag. Sammelanzeig. 100’/* Bufscklog. h «flamen 0,30 Goldmark. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet, ebenso flusfuntt durm Oie Geickäitsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar — 4,20 Goldmark), Berecbnung nach dem Berliner Mittel­kurs des Zahlung» eingangatages. Verzugszinsen pro Tag nach dem Bankzinsfuß

59. Mkr.

1924

Sie RMe des «Neu Volkes.

' All los irattoe «Oss!

Unsere Brüder und Schwester« in der Pfalz und e» Rhein leide« schwerste leibliche und seelisch« Not. Sonderbündler mit gedungene« landfremden bewaffneten Banden haben eine beispiellose Schreckensherrschaft ausgerichtet. Friedliche Burger haben durch das verbrecherische Wüten Leben und Gesundheit, Haus und Herd^ verloren und schmachte« in Gefängnissen. Reichs», Staats» und Kowmunal- brhörden find lahmgelegt, schwerste Eingriffe in die Rechtspflege sind erfolgt, Pressefreiheit und Ver­sammlungsfreiheit bestehe« nicht mehr! Niemand ist seine« Lebens ficher! Hab und Gut sind ver­brecherischen Anschlägen schutzlos preisgeqeben! Niemand kann seine Meinung über die unerhörten Zustände frei äugern. Hochverräter wollen der französischen Politik zum Siege verhelfen und mit Gewalt deutsches Land vom Reiche «nd von den Ländern losreihen. Alles dies geschieht unbestraft intet den Augen der französischen Besatzung und nnter Bruch des Versailler Vertrages und des Rheinlandabkomme«» und hat sich bis zum äuberste« gesteigert. Treu steheu wir zu Pfalz und Rheinland, die treu und tapiw ge-»en hochverräte­rische Bestrebungen kämpfen. Nheinlandnot ist deursche Not. Darum rufen wir alle Berussftä"^e lud Stämme und endlich alle Parteien und ver­bände für Sonntag den 17. Februar 1924 zu« Pfalz- und Rheintag auf, zu einer Kundgebung der Vrudertreue, zu einem deutschen Opsertag. Wir fordern die Wiederherstellung de« Reckt» und der verfattnngsmähige» Freiheit in der Pfalz. Wir protestiere« gegen die franwfischen Annektion», Sbfichte» »nd Loslösungsbestrebungen in der Pfalz »nd im ganzen Rheinland. Wir wollen durch reich­liche Spende» beweise«, dah die Linderung der Rot i« der Pfalz und am Rhein eine Herzens- und Ehrensache des ganzen deutschen Volke» ist SB«» immer geschehen mag, wir stebe« nur um so fester zusamme». E» lebe die deutsche Pfalz! Es lebe dns Rheinland! Es lebe das Vaterland!

Es folgen die Unterschriften zahlreicher Der- Mnde, an der Spitze der Verein der Pfälzer, der Reichsverband der Rheinländer, der Bund Saar- «rein und der Westfalenbund.

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[ Ml Moll ooi Im Htkloseot.

London, 13. gebt. Mac Donald führte im unterhalt- in der Regien,naserNärung aus, als die zweit, päsite Partei habe die Arbeiterpartei die Verantwort- hchleii übernommen. Sie werde nur zurücktreteu, wenn sie in gtagex grundsätzlicher Natur eine Niederlrze erleide, wenn ein direktes Mißtrauensvotum angenommen würde.

Regierung werde die in oer letzten Thronrede erwähn- irn sozialen Maßnahmen fort führen und dem Haufe die luf der ReichswirtschaftSkonferenz angenommenen Ent» tchlicßungen unterbreiten. Zwei wichtige Ueberelnkommen diüllten ratifiziert werden, nämlich der Vertrag von Lausanne mit der Türkei und der Vertrag mit Frankreich «Nd Spanien bezüglich Tangers.

' Zur Ar bei ts losensrage sagte Mac Donald, " fr« Regierung werde sich zu allererst aus die Wiederl<r stellung de» Handel- beschränken. Eine der größten Schwierigkeiten sei die finanzielle Lage des Handel» snsolge der Staatsschuld England- seien die Erzeugiing--- dsten hoch, und bei dem ungeregelten Zustand nropa» richteten sich die internationalen Wechselkurse kkgen die Länder, die ehrlich ihre Schuld bezahlten und Dr Budget auSglichen. Das Kabinett müsse die gesamte [ Frage der Staatsschuld erwägen. — Nach Besprechung oe? Wthnung-problem- und landwirtschaftlicher Fragen sagte Mac Donald, er habe daS Auswärtige Amt über­nommen, um das Gewicht seines Amtes als Premrermini- ster der au^värklaen Politik der Regierung zu leihen, bis me Aussichten besser würben. Der Premierminister ging [ «odann aus die Ane rkennung der Sowjetregie- nu n g und ihre Folgen für Großbritannien ein und be- «luerte, daß dieser erste Schritt, der für da» Wiederauf­leben des englischen Außenhandel» wesentlich sei, erst jetzt getan sei. Bei Uebernahme der Siegierung habe er in Zentraleurop« einer sehr ernsten Lage gegenübergestanden. Die Bezrehungen Englands zu Franke ich seren unter der unionistischen Regierung r »lles andere als angenehm geworden. Man ^lbe das instznkttve Gefühl, daß nur eine durchgreifende t Eenderung vor einer vollkommen holfnungslofen Lage | dem Ausbruch eine- europäischen Kriege» retten könne.

8m Ruhrgebiet gebe es Dutzende von verborgenen Prob «men, nicht verwirrend für die Vernunft, aber beun- ^lhigend für das Gemüt. Die Schwierigkeiten in der Wfalzfiage, dem Separatismus, der Er'enbahnpolitik in »er Kölner Zone könne er heute noch nicht eingehend be­handeln. Ein volle- Uebereinkommen in der «salzfrage dürste aber unmittelbar be- Erstehen. Mac Donald ging auf seine Verhandlungen «it Poincare ein und betonte, daß

Frankreich von keiner Politik Englands etwas z« befürchte«

Wen« beide Länder auch nicht in allem überein» ■ ^llünmtrn, fo müßten sie doch die Probleme des Ruhs-

Ma« «heim, 13. Febr. Die Rheinbrücke wurde heute vormittag fit den verkehr nicht ge­öffnet.

Pirmaf««», 13. Febr., 6.45 Uhr vormittags. Seit gester« vormittag 11 Uhr balle« sich vor dem Regieruugsgebäud«, de» Sitz der Sonderbimdler, ungeheure Menfcheumeuge« zusamme«. Die Son­derbündler wurde« wiederholt aufgefordett, das Gebäude zu verlasse« und in Verhandlungen mit einer Aborduuug Pirmafeufe'r Birger zu trete«. Diefer Einigung,»ersuch wurde von de» Sonderbiudle'r« abgelehut, die das Gebäude verbarrikadierte«. Der Be- völker««gbemächtigte sich eine uugeheureAuf- r e g » » g. Gegen Abc«d fetzte seitens des organi­sierte« Selbstschutzes der Sturm auf das Regie- rungsgebäude eia, i« dem sich schätzungsweise 40 Soaderbindler unter Führung de» 6c. kanutea Negierungskommissar» Schwab befände«. Di« S-«derbü«dler schosse« daraus auf die Bevölkerung, auf dere» Seite daher leider auch die erste« Tote» u»d verwundete» fest, gestellt wurde«. Trotz der schwere« Verluste wurde der Stur« immer und immer wieder fortgesetzt. Da a» das Gebäude infolge der Verbarrikadierung nicht anders herauzukomme« war, wurde die Feuer­wehr herbeigeholt. Aber auch dieser versuch miß­lang, und »a» entschloß sich, da» ganze Gebäude mit Benzia zu ivergieße« und anzustecke«. Als der untere Teil des Gebäudes lichterloh brannte, stellten die So«derbü adlet da« Feuer ei« u»d bäte« um Gnade, die ih»e» nicht gewährt wurde. Di« au, dem Gebäude herauskommeude« Sonderbündler wurden von der erregten Menge ergriffen und buch­stäblich in Sticke gerissen. Gleichzeittg waren mehrer« Männer in das Gebäude eiugedrugge«, wo sich jetzt ei« Kampf Ma»« gegen Maa« entspaa«. Unter dea Erschlagene« befindet sich auch »er Regierungskommissar Schwab, ferner feine Adjutanten und viele andere Sonderbündler, die ein« besonder« Rolle gespielt hatten. Den toten Schwab warf die Meng« zum Schluß noch i« d a» Feuer, von den nngefähr 4V Sonderbünd­ler», die sich in de» Eebäud« befanden, find

gebirts und der Reparationen vom beiderseitigen Stand­punkt urtb von dem Eurovas wohlwollend und aufrichtig erwägen und zu einer befriebigenben Vereinbarung kom­men. Dann würde es vor dem Schluß de- Jahres möglich sein, daß Frankreichs Großbritannien und die anderen Nationen von Herzen an einer europäi- fche» Regeln ng zusammenarbeitete». Mac Donald nannte die

Revarattouskommisfio» das stärkste Hindernis für eine allgemeine Regelung. Sobald die Reparations­ausschüsse ihre Entschechung mitoeteiÜ und die Repara- fionSkommiffion ihr Urteil gebildet hätte, könne man alle Probleme, darunter auch die Sckuloen Frank­reichs, im einzelnen dnrchprüsen nnd durch Verein­barungen aus dem Dege schaffen . Für die Vermehrung de» repräsentativen Charaktzers und der Autorität, des VölkerburcheS, werde er feine ganze Energie anfroenöen °®bat> Amerika erst einmal einen Erfolg in dieser Frage ie&e, werbe es twn selbst an der Söhing der schwebenden Fragen mitarbeite». In der Frage der Rü.stungen müsse unbedingt ein Uebereinkommen er­zielt werde». Bei richtiger Beurteilung der Dinge müßten Frankreich »nd die anderen europäischen Nationen sehen, daß die Sicherheit der Nationen nicht in ihren Rüstungen liege, sondern in der Gerecht!y feit der Stellung, d^ sie in der Well einnehme». Alle Nationen, auch Deutschland »nd Rußland, müßten im Völkerbund sein.

Nach seiner Rebe beantragte der Poniermimster Ver­tagung des Hanfes. <

Der Führer der Aou^rvativen Baldwin zollte der Rede Anerkennung und stimmte ebenso toi. Asq »ithder vrrtognug zu, während einige andere Ab geordnete widersprachen.

Landon, 11. Febr. Da« Unterhaar war bei seinem heullge» Zusammentritt ta Urwartung der Regierungs- erklarnng Ramsa» MacDonchds überfüllt. Sowohl dir Regierungs- al» «edj die Sorberfiex OvvoftüonLbänte waren dicht besetzt. Alle Hauptparteisührer waren zu­gegen. Auf der Tribüne folgten die Botschafter Deutsch­land-, Belgiens urch Frankreichs, Verschiedene Gesanotc und V* russische GeschäMeäger de« Berhandlungen.

«icht viele mit dem Lebe« davon- gekomme«. Bor de» Gebäude spielte« sich furchtbare Sze«e« ab. Das Feuer, da» sich mittlerweise auf da» ganze Gebäude ausgedehnt hatte, konnte bisher «och nicht gelöscht «erde«. Wie man anuimmt, bettagen die Verluste auf Seiten der Beoölkeruas drei Tote «ud ungefähr 20 Verletzte. Di« Franzose« habe« sich bei dem fürchterliche« Kampf vsllkomme« neu­tral verhalte».

Kaiserslauter», 13. Febr. Seit heute vormittag 8 Uhr tobt hier ei« furchtbarer Kampf um das Bezirksamt, Hauptquartier der Sonderbündler. Rach eine« Feuergefecht griffen marokkanische Truppe« ei«, um die Meng« von dem Gebäude, da» zu gleicher Zeit der Sitz der französischen Bezirksdelegatio« ist, fern zu halte«. Rach eiustündiger Pans« fiel«« wiede» Schüsse. Durch Elockenalarm ullirde die Feuerwehr tzerbeigerufen. Die ganze Bevölkerung ist auf der Strotze. Die Schule« find geschlosse« morde«. Bi» jetzt warde« ei« Einwohner und ei» Sonderbündler schwer und mehrere Persoae« leicht verletzt.

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ve rki n, 18 Febr. Nach einet Meldung der „95.8." vollzieht sich der Abbau der Sondrr- bünblerherrschaft in der Pfalz überraschend schnell. In allen pfälzischen Städten sei die deutsche Polizei wieder bewaffnet und dadurch in die Lage »er» scht. die Säuberung der Amtsgebäude energisch duvch- zv führe« Die Bevölkerung enthalte sich jeder Dem»»- {Irratfon kn der Freude, die Sonderbündler los zu sein.

Mannheim, 12. Febr. Die Zeitungen der Pfalz, die bekanntlich alle ihr Erscheinen zum Protest geflen die Unterdrückung der Pressefreiheit durch dir Sonderbündler eingestellt hatten, sind heule wieder er­schienen mit Ausnahme der noch von den Sonder- bflnMtn besetzten „Neuen Pfälzischen LandeSzeittinz" in Ludwigshafen. In die Räume der „Pfälzischen Rundschau" und deS „Generalanzeigers"' in Ludwigs­hafen versuchten die Sonderbündler heute wiederhvlr einzudringen, um die Herausgabe bet Zeitungen zu verhindern. Ihr Vorgehen wurde aber von der wieder bewaffneten Polizei vereitelt.'

Auch der „Pfälzer Zeitung" in Speyer versuchten it Sonderbündler durch ein Verbot Schwierigkeiten zu bereiten. Das Watt konnte aber trotzdem erscheine».

Ramsay Mac Donald, der das HauS um 3 Uhr betrat, wurde von seiner Partei mit lebhaftem Beifall empfangen.

London, 13. Febr. Im Oberbaus sprach Sero Ha Id ane. Er erklärte, daß d« Regierung die Mieder-. Herstellung der wirtschaftllchen und sozialen VerbLltmss- in Mitteleuropa, wie sie vor dem Kriege bestanden hätten, als Voraussetzung einer dauernden Förderung oes Handel­erstreben müsse. Lord Haldane begrüßte die Besserung der fianzösisch-englifchen Beziehungen und betonte nach­drücklich die englische Bervtschaft, im Rohmen des durch die Aufnahme Deutschlands und Rußlands ergänzten Völkerbundes Frankreichs Bedürfnis nach Sicherheit Rech> nung zu tragen. SS.

London, 12. Febr. „Times" schreibt z» bet Mit­teilung, daß der Premierminister in seiner heutigen Unter­hauserklärung seine Aufmerksamkeit zum großen Teil den auswärtigen Angelegenheiten zuwenden werde, H®ei» sellos erkenne Mac Donald flar die Tatsache, daß die Lösung der schwierigen inneren Probleme der Arbeit-- losigkeft schließlich von einer ftaren Regelung der aus­wärtigen Probleme abhängt. Mac Donald selbst habe er­klärt, daß Festigkeit das Merkmal (einer auswärtigen Politik fein werde und der Premforminister könne bereit? einige Erfolge in einzelnen Fragen für sich in Anspruch nehmen. Es kann snn, daß die zunehmende finan­zielle Besorgnis in Frankreich eine für die ver- nflnftige Erörterung einer allgemeinen Lösung der euro­päischen Finanzprvbteme günstigere Atmosphäre schafft Das Blatt sieht eine Gelegenheit für ine britische Regie­rung gekommen, eine Lösung bei Ruhr- und Rheinprob- lems auf neuer Grundlage vorzn nehmen Es wäre jedoch bedauerlich, wenn Mac Donald bezüglich der mitteleuro­päischen Probleme mit derselben unnötigen Hast (!) arbeiten würde, wie er sie in der Anerkennung der Somfot- regterung gejagt habe. Es wäre ebenso bedauerlich, wenn man in Deutschland falsche Ansichten Über die Einstellung der neuen britischen Regie- r ung he gte, weil sie eine Arbeiterregierung {eu Es wäre endlich ein Unglück, wenn i.t Frankreich der Ein­druck Boden gewänne, daß die augenbikfiüfce britische R egierung durch angenehme Worte besänf­tigt werde» könne, während Frankreich, züh eine

Politik weiter verfolge, die den Interessen 'Englands, Europas nick auf die Dauer Frankreichs selbst entgegenge­setzt wäre. „Times" schließt, eine neue Gelegenheit sei England. Frankreich und Deutschland geboten, einen ge­meinsamen Boden für eine ruhige Erörterung der große» Gefahren, die alle bedrohen, zu finden, xn6 die Sdjutte, die die neue britische Regierung während Der allernächsten Woche unternehme, to-'rben --tiche^end fein.

,, 8onbon, 12. Febr. Die „Westminster Gazette" schreibt, Mac onald könne von der liberalen Partei eine angemessene Unterstützung in gewissen «tragen der Politik erwarten, jedoch einen mächtigen Widerstand, wenn er von dem Programm abgehe, oas beide Parteien gemeinsam haben. Wenn die Ardetter- schatt vergessen sollte, daß Mac Donald nur eine Min­derheit hinter sich hab« und ihn $u Maßnahmen zwänge, die für andere Parteien unannehmbar seien, dann werde sie damit seiner Regierung ein schnelle» Ende bereiten.

8 • «.» > n, IS. Febr. Die 8bwiraIH5t bat einen Vertrag unterzeichnet, bet die Hebung der bei Skav» Flow versenkte» deutschen Kriegsschisse oorflebL

Da» Tbeater der Abrüstung.

London, 12. Febr. Die „Morning Post" beach­tet aus Washington. Präsident Coolidge würde eine neue Konferenz zur (Erörterung einer weiteren Einschränkung der Rüstungen begrüßen, er se: jedoch nicht fiir rein akademische (Erörterungen Es müßte also nach seiner Ansicht zuvor irgendein lieber« einkommen über die fraglichen Grundsätze unter ven interessierten Rächten rustandekommen.

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Ist stoozW!4k ML

London, 12. Febr. Dem diplomatischen Vericht- erstatter des „Dailo Telearavh" zufolge saat die trän» zösisä.e Anregung zur Cchafiung einer interalli­ierten Defe n sio org a n i[a t io n unter dem Völkerbund als Garantie hir die Sicherheit Frank­reichs den britischen ministeriellen Kreisen nicht aani zu. in denen betont werde, daß innerhalb des Völker­bundes der Unterschied zwischen Siegern und Besiegten beseitigt werden sollte Was notwendig sei, sei ein gegenseitiger und nicht ein einseitiger Pakt, der zur Eittmilitarifierung und zur Schäftung neutraler Zonen unter internationaler ©«rantie und zur Abrüstung führe.

London, 12. Febr. Ver „Daily Telegraph" be­hauptet, daß Poincare jetzt grundsätzlich geneigt sei, die Rahrbesetzung auszugeben, wenn ihm gute finan­zielle Sicherheiten für die deutschen Reparationsleistun­gen pon Deutschland und den Alliierten gewährt wer­den und auch ein Entgegenkommen Englands in bei Stcherbeüsttage in Aussich stebe Die „Times" erwar­ten. daß Frankreichs Entgegenkommen von einer ver­nünftigen Lösung der Sicherheitsfrage abbängen werde.

Mailand, 13. Febr. Nach einer Londoner Meldung des „Secolo" wäre Frankreich zu einer Verständigung mit England über eine teilweise Räumung des Ruhrgebiets bereit. Die französische Regierung soll sich auch bereit erklärt haben, die Möglichkeit einer internationalen Garantie fiir di« Sicherheit Frankreichs unter der Obhut de» Völker­bundes in Erwägung Lu ziehen.

Empfang de» französischen Botschafter» durch Dr. Stresemann.

Berlin, 13. Febr. Wie von zuständiger Stell« mitgeteilt wird, hat der Reichsmiuister des Aeuhern Dr. Stresemann den sranzöfischen Bot­schafter empfangen. Die Unterredung dauert« etwa eine Stunde.

Der deutsche Geschäftsiräger bei Minister Zaspar.

Brüssel, 12. Febr. Der Minister des Aeuhern Zaspar hat heute den deutschen Geschäfts­träger empfangen, der ihm ein Aide memoir« überreichte, da» die Antwort auf d i e bel­gische Rote vom 11. Januar betreffend di« Schaffung eine« Modus vivendi in den besetzte« Gebieten darstellt. Der Geschäftsträger entwickelt« weiter im Auftrage seiner Regierung gewisse Be­trachtungen allgemeiner Art über das Reparations­problem und unterstrich wiederholt die Bedeutung, die seine Regierung den sogenannten belgischen tech­nischen Studie» beimitzt.

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A'IWsMMknt uni Mnottoloub

Der Reichskmnkpräsident T)r. Schacht foiocb sich in einem engeren Kreise »on Pressevertretern übet da» Ergebnis der Sachperständigen-Beratungen In Sachen tu Eoldmoik in sehr bem:i(cnsroertet Weik- au». R, ch dem Plan d«r Sachverftändigen soll eine bett» nitloe Währung sba n k geschaffen werden. E» ist beabsichtigt, diese Bank auch technischen Ausgabcsi des Reparationsprogramms dienstbar zu machen. So­weit zur Erfüllung dieser Ausgaben auch die ausländi­sche Beteiligung an dieser Bank beabsichtigt ist, wird sie pernünftigec Weise von uns nicht abgeiebnt werde».

Der Reichsbankpräsident bat völliges Einverständ­nis bei den Sachperständigen dafür gefunden, daß auch die definitive Eoldlmnk ihre volle Unadhängkgkeit gegenüber jeglichen Einflüssen sowohl von Seiten des Inlandes wie des Auslandes gewahrt erhält. Weiter haben die Sachverständigen sich gänzlich damit etnoer» standen erklärt, daß das deutsche Bank- und Dis­kontgeschäft dieser kommenden Wäbrungsbank auch nur deutscher Leitung unterftellt werden kann.