Einzelbild herunterladen
 

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

JMS

DieDberljefRtifie Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. vSjugrvrri, 1.15. 2. 1,10 Mark einschließlich Znstellungegebühr. Für ausfallende Mummet* infolge Streiks oo. element.Ereignisse kein (Etio*. Verlag von Di. L. -itzerotd. Druck »er Univ.»Buchdruckerei von Job. Lu-. Koch. Markt 2T28. Fernsprecher 55, Boltscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Par*.

Marburg

SieiölM, len 12. gtürait

Hornung

Der Anzeigenprei» beträgt iür den S gesp. Zellenmillimeter 0,08 Soldmark. Amtliche u- auswärt. Anzeigen 0,10 Soldmark. Bei ichwier.Sat 50*/« Aufschlag. Sanrmelanzeig. 100*/« Aufschlag. R eklamen 0,-Ü Eoldmark. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar 4,20 Eoldinark), Berechnung nach dem Berliner Mittel« xurs des Zahlung* eiugaugstage». Verzugrzinsen pro Tag nach dem Bankzinsfuß

59. Mn

1924

(in Wmrz» In lir die öoriiidmdWe

Der Wahlsonntag hat den Sozialdemokraten höchsi- wahrscheinlich keine Ucberraschungen gebracht. In Lübeck Mußten sie schon aus Grund des voraufgegangenen Volks­entscheids mit einem ungünstigen Wahlausfall rechnen und in Thüringen wußten sie wahrscheinlich auch, wie die Dinge ftanbrn. Trotzdem werden aber auch die Pessimisten in ihren Reihen eine Niederlage kaum in dem Umfang er­wartet haben, den der Zusammenbruch der sozialdemo­kratischen Vorherrschaft in Thüringen angenommen hat.

Das Schicksal der Sozialdemokraten in Thüringen ist wohl verdient. Dort wie in Sachsen hat die sozialdemo­kratisch« Partei versucht, mit Hilfe der Kommunisten eine Gewaltherrschaft aufzurichten, unter die sich das Bürger­tum trotz seiner fast gleichen Zahlenstärke einfach beugen sichte. Der ganze Dunst der sozialdemokratischen Phrasen »erflog. Aon Gesinnungs- und GeisteSireiheit blieb nichts übrig. Bezeichnenderweise haben demokratische Umver- sitätSkreise in Jena am schärfste» gegen die sozialdemo­kratische Regierung gekämpft und am entschiedensten sich für den Ordnungsbund eingesetzt. Im übrigen hat die EoziaSdemokratie politisch nichts Positives geleistet. ES bildete sich aber immer mehr eine ganz üble Begleiter­scheinung ihre» Gewaltshstems heraus. Die ungehemmte Alleinherrschaft sozialdemokratisch-kommunistischer Mini- sier führte zu den denkbar größten KorruptionSerscheinun- tzen. Wie der Fall Aeigner in Sachsen, so wird der Fall k» Minister- Hermann in Thüringen immer beweisen, baß die Sozialdemokraten auf dem Gebiete der öffentlichen -koral stillzuschweigen hat, denn aus dem Boden, tzen fit allein beherrscht, gedeihen die Sumpfblüten am Vpigste«.

Aus alten diesen Gründen ist e« nicht z» verwundern, MS das Bürgertum in Thüringen sich auflehnt und wie in «nem Wirbelsturm die letzten Rest« dieses Systems hinweg- gefegt hat. Die Sozialdemokratie zieht hoffentlich daraus Lehre. Eine weitere kann sie ziehen aus den Erfahrungen, fe sie mit den Kommunisten in Thüringen hat machen Müssen. Sie hat dort ebenso wie in Sachsen den Jüngern Moskau- Schleppenträger-Dienste geleistet. Sie hat ihnen prlielx eigene Grundsätze preisgegeben und den Komm»- niste« wichtige Bereiche der Staa:rverwa.tung eingcräumtr kbr» Ergebnis ist. daß die Kommunisten an der Sozial- temokratie fett werden. Sie sind in Thüringen von .8 a*f 12 Mandate in die Höhe geschnellt, während die Vereinigte Sozialdemokratie eine Stimmeneinbuße RMandaten erlitten hat. Was in Thüringen wird, läßt sich noch nicht genau übersehe«. Unwahrscheinlich ist, befc der Ordnungsbund auch im neugewählten^Landtag »och zusammruhält. Die Parteien haben sich jedenfalls freie Hand vor behalte»

Weimar. 11. Febr. Bei den Wahlen zum Thü­ringer Landtag wurden an Stimmen abgegeben: In Altenburg: Ordnungsbrmd 11176, Deutsch-Völkische ! 760, Sorialdem. Partei 11-167, Kommunisten 2 943, Freier Wirtschaftsbund 113 Stimmen. Vorläufiges kefamtrefultat Thüringens (ohne Alten­burg): Ordnungsbund 302 593, Deutjchoölkifche 63 814, kozialdemokr. Partei 141715, Kommunistische Partei 136186, Unabhängige Sorialdem. 4 782, Freier Wirt- schastsbund 1 950 Stimmen. Nach dem Ergebnis der Thüringer Landtagswahlen verteilen sich die Sitze tob

keudermaßen: Ordnungsbund 32, Völkische 7, Mehr- heitssozialisten 18, Kommunisten 12 Mandate. Zusam» ten 69 Mandate. Das Verhältnis wird sich wahr­scheinlich noch so verschieben, daß der Ordnungsbund eit einer a bsoluten Mehrheit »u rechnen bat. Die S8abt ging mit sehr starker Beteiligung vor sich (etwa « bis 100 &).

Al» te» WWur-MM.

Berlin, 11. Febr. Im Fünfzehner-AuS- ichuß des Reichstages hnirbt der Verordnungs-Ent­wurf über die Schaffung des UnternehmensDeutsche Reichsbahn" beraten. Der Reichs verkehrSminisrer führte auS. daß nach der Mitte November 1923 ein-ze- ktijelen Neugestaltung der Finantzwir schaft des Reich« tzrnndsätzlich Zuschüsse für die Deutsche Reichsbahn nicht mehr geleistet werden soften. Damit we-d» sie bentschc Reichsbahn ans sich selbst gestellt, ob­wohl sie rechtlich itach wie vor unmittelbar ein Teil der Reichsverwaltung gebtitben sei. Ten tatsächlichen Veft-ältnifsen müsse nunmehr die Rechtslage angepaßt Kcrden Die Abkhr von den Mo Hoden der Verwal­tung und Finanzgebung, die im -'wesentlichen den Be- .dürfuissen der Hoheiirverwaltungen angepaßt gewesen seien, würden es dem Unternehmen ermöglichen, jene Vnueglichkeit zu entfalte^ die zur Erlangung des höck:sten wirtschaftlichen Wirkungsgrade» erforderlich sei Erst ein selbständiges Unternehmen werde auch dasjenige veile Vertrauen in der Oessentlichkeit finden, das zur Aufnahme eigener Kredite nötig sei.

In der Aussprache wurde von der Reichsregie- kung die Zusicherung gegeben, daß spätestens bis zum 1- April 1684 ein endgültiger Gesetzentwurf dem isteichstage »orgelegf oder zur Veröffentlichung gebracht iv red, foftce nicht die politischen Verhältnisse die» vumöalich machen h**en.

Berlin, 11. Jam. Der Unterausschuß deS Ni szehwera»Sschusses, der sich aus allen Fraktionen. **ii Ausnahme der Kommunisten zusammensetzt, setzte Mstern in Gegenwart des Reichssinanzministers Dc. «-her, des ReichSjustizministerS Da. tzinminger »ich i

des RechSarirtschastsministertz Hamm seine Beratungen über di« dritte Struernotvewlchnung fort. Die Ver­handlungen, di« biS 8 Uhr abends dauerten, brachten noch kein Ergebnis. Bei einigen Punkten der Aufwer- tungssrag« soll den Aättern zufolge ein« Einigung erzielt worden ftiiv und auch in der Frage des Finanz­ausgleichs und der Mietzinssteuer soll sich eine An­näherung der Meinungen angebahnt haben. DerLo- fdanyiger" will wissen» daß ein Kompromiß die Frage der dritte» Struernotverordnung wahrschein­lich in der Weise lösen würde, daß der erste Teil der Verordnung betreffend die Aufwer­tung berauSgenommen und auf den Weg der Gesetzgebung gebracht wird, während die übrigen Teils d»rch di« Verordnung geregelt werden sollen. Die Beratungen Wer­den heute fortgesetzt.

Di« dritte Ste»«r«otverorduung.

Berlin, 11. Fek>». Die Besprechungen der Reichsregierung mit den Fraktionen über die dritte Steuernotverordnung wurden lautVoss. Zeitung" heute im Reichstage fortgesetzt. Dar Blatt betont, daß man sich bemüh«, in eingehender fachlicher Erwägung aller Gründe und Gegrugründe zu einem befrisdigende« Abschluß zu komme».

* e

Bon der Aussprache des Kanzlers mit de» Frakti­onsvorsitzenden melden Berliner Blätter, daß sie sich auf die gesanUe»nneve Lage bezogen hätten. Die Re­gierung wünsch« vor allem eine Verlängerung des Er- mächtigungsgesetzes von deM Reichstag. Die Sozial­demokraten forderten nach wie vor die Aufhebung des Ausnahmezustandes, di« der Reichstag mit einfacher Mehrheit beschließen tonn«. Nach dem .Lag" liegen hier Konfliktsmöglichkeitene insbesondere darin, daß die Parteien vielfach einer Wahlresorm, wie sie die Regten,ng verlangt, abhold find und Neuwahlen teer- hauvt fürchten, was nach dem Ausfall der Wahlen in Thüringen sehr verständlich ist. So bestcht nach den Berliner Blättermeldungen eine latente Krise, beson­ders durch da- Verhalten der Sozialdemokraten ge- gmütec den schwebenden Problemen.

Berlin, 11. geb«. Der auswärtige Ausschuß des Reichstages wurde auf den 18. Februar, vor- mittags 10 Uhr zur Besprechung der außenpolitischen Lag« einberufen: insbesondere soll die Rhein- und Ruhrfragr behandelt werden, wozu toieber die Abge­ordneten auS dem Westen hinjugezoge» »erde».

----*----

91t Sfoitnto in RMlm ei9 tu ®i|lr<

8 111», 11. Febr. DerA«ltestenratdes Reichstag» hat beschlossen, di« nächst« Ple­narsitzung auf den 20. Februar nachmittags 3 Uhr anzuberaumen. Die Tagesordnung wird erst End« dieser Woche festgesetzt.

Berlin, 11. Febr. Wie den Blättern von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist die Blätter» Meldung, wonach infolge der gestrigen Besprechung des Reichskanzlers mit den Parteiführern eine Aenderung des Wahlrechts nicht mehr vor den Neuwahlen erfolgen würde, in dieser Form unrichtig. Das Reichskabinett hab« bisher das Ziel verfolgt, die Arbeiten des Reichsministers des Innern in dieser Frage zu einem gewissen Abschluß zu bringen. Damit war noch nicht entschieden, ob und wann der Reformentwurf an den Reichstag gebracht werde. Es werde jetzt die Meinung der Parteiführer eingeholt, ob es technisch noch möglich sei, di« Wahlreform von diesem Reichstag durch­arbeiten und zu Ende führen zu lasten.

Wi« den Blättern mitgeteilt wird, hat die Reichsregierung, nachdem die Arbeit der Sachver- ständigenausschüste Mitt« dieser Woche zu Ende geht, nichts gegen den Zusammentritt des Reichs­tags einzuwenden, welcher in der nächsten Woche erfolgen könnte, lieber die Tagesordnung entscheide der Präsident; doch sei damit zu rechnen, daß die Regierung mit einer Erklärung vor das Haus trete.

---*---

Sie öMnWhlm-MWk.

Berlin, 11. Febr. Vor dem Ersten Eachver- ftändigenausschuh war gestern der 1. Vorsitzende des Reichsausschustes der deutschen Landwirtschaft. Freiherr v. Wangenheim, erschienen. Er legte den Blättern zufolge ausführlich die Lage der deutschen Landwirtschaft dar und führte aus, daß die Kredit­fähigkeit der Landwirtschaft durch die ungeheuer Sreuerbelaftung und das erhöht« Risiko des Be­triebs außerordentlich gesunken sei. Nachdem die Deposit«» bei landwirtschaftlichen Genossenschaften infolge der Geldentwertung verschwunden seien, falle di« ganze Kreditbeschaffung für die Landwirt- schüstz etrf die RstchsLcutt, die dmser Aufgubs nicht

gewachsen sei. Am Nachmittag wurde der 2. Vor­sitzende des Allgemeinen Deutschen Lewerkschafts- bundes, *Eraßmann, von dem Sachverständigen- komitee gehört. Für heute find als Vertreter der Industrie Herr v. Siemens und als Vertreter der Banken der Bankier v. Mendelssohn geladen.

Paris, 11. Febr.Matin" verösicntlicht an der Spitze seine? Blattes einen offenbar beeinflußten Artikel über die Arbeiten der SachverständigenauSschüsse. Er stellt die Frage, um was handelt es sich und sagt, es gilt zu bewrisen, daß das Programm, daS die Sachver- ständigenauSschüfsc ausarbeiten, Frankreich gestatten werde, ohne etwas von seinen Interessen aufzugeben, nicht das in Pfand genommen« deutsche Industriegebiet von dem übrigen Deutschland zu trennen, und zweitens, fest­zustellen, ob ein ständiges Regime eingerichtet werden kann, das Frankreich Sicherheit gewährt und am Rhein an Stelle der im Versailler Vertrag vorgesehenen Be­setzung treten könnte.

------

l>. M in Willttki.

Paris, 11. Febr. Botschafter v. H ö s ch hat heute nachmittag 2 Uhr 15 Min. dem Minister­präsidenten VoincarS die Abschrift seines Beglaubigungsschreiben» überreicht. Die an­schließende Unterredung dauerte dreiviertel Stunde.

Paris, 11. Febr. Nachdem der deutsche Bot­schafter v. Hösch Ministerpräsident Poincars die Abschrift seines Beglaubigungsschreibens über­reicht hatte, entwickelte sich ein Gespräch, in besten Verlauf bei deutsche Botschafter einige Mit­teilungen seiner Regierung machte, die sich auf die Wiederherstellung de» Modus vivendi in den besetzten Gebieten bezogen. Der deutsche Botschafter legte das Memorandum der franzö­sischen Regierung vom 11. Januar zugrunde, um die Argumente und die Forderungen der deutschen Negierung zu entwickeln. Er überreichte Poincar^ ein Memorandum, in dem die Argu­mente und Wünsche der deutschen Negierung niedergelegt sind. Im weiteren Verlauf der Unter­redung wurden auch die Fragen zur Sprache ge­bracht, die sich auf da» Reparationsproblem als solches beziehen.

Pari», 11 Febr. Der diplomatische Redakteur der Havasagenmr glaubt zu wissen, dab die Aus- tübrunaen des deutschen Botschafters sehr allaemeMzi Cbarakter batten. Es scheine nicht, daß Herr v. Hoesch eingehendere und neue Vorschläge zur Regelung ge­macht habe. Es bestebe Gründ zu der Mitnahme, daß er seinerseits auf die Erklärungen angesvielt habe, die der Reichskanzler Marr gestern dem Delegierten oes «chen Roten Kreuzes gegeben bat Zu bemerken das offizielle Kommunique folgende Punkte enthält: Wiederherstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Souveränität des Reiches Im Ruhrgebiet, ein zwei- bis dreiiäbriges Moratorium und nach Vesten Gewährung eine feste jährliche Zahlung, die durq die Eisenbahn, den gesamten unbeweglichen Besitz ves Reiches, durch Verträge, Zollabgaben und Monovsle garantiert werden soll Poincarö bat die Möglichkeit der Fortsetzung der Diskussion dieses Problems zwischen Frankreich und Deutschland keineswegs abgelebnr und Herrn v. Hoesch im Gegenteil gebeten, tbm die Etnrel- beiten der Vorschläge, die er der französischen Re­gierung »u machen gedenke, schriftlich « unterbreiten, damit er sie eingehend prüfen könne.

Die Uweteii Im Mer Seilet

London, 11. Febr. Di« Regelung der Frag« der Kölner Eisenbahnen und die fortschreitenden Ber- haMungen in Sachen der Verwaltung der Pfalz werden von der Presse als ein günstiges. Zeichen der englisch-französischen Verständigung und alsVorberei­tung des Bvdcus für größere Schritte" Mar Donalds zur Herbeiführung einer allgemeinen Regelung der europäi­schen Probleme angesehen. In diesem Zusammenhang findet die Rede des Ministers des Innern Henderson in Burley besonder« Beachtung, in der er Bezug nehmend auf den jüngsten Briefwechsel zwischen Mae Donald und Poincare sagte:Es scheint mir und ich hosse ausrichtig, daß meine Deutung der Lage richtig ist, daß bereits em; heilsame Veränderung in den Beziehungen zwischen Eng­land und Frankreich eingetrete» ist und daß diese Ver­änderung vollen Ausdruck demnächst in einer Konferenz finden wird, nicht nur zwischen diesen bechen Ländern, sondern, sagen wir, soweit wir es beeinftussen, zwischen allen Ländern in Europa und den Vereinigten Staaten Amerikas, urib daß «ine solche Konferenz die ©rundtage einer neuen internationalen Ordnung liegt, die auf Zu sammenarbeit und Wohlwollen gegründet sein wird." Auch dieWestminster Gazette" schreibt, er könne kein Äveisel bestehen daß die internatfonate Lage sich gebessert habe, ftitbem die augenblickliche Regierung zur Macht ge­langt sei. Nach einem Hinweis auf den Stans der eng­lisch-französischen utib der englüch-russische» Besprechun­gen heißt es weiter, lvenn Mac TonaL jetzt Frankreich überreden könnte, eine international« K»»s:rrnz z» er­wägen, würde eine solche Politik die feste llnterstützrcng der liberalen Pattei finden. Er habe eiet viel befere Ansicht auf Erfolg, als jede andere Regi»«ng.

Köln, 11. Febr. Zu der am Samstag ver­breitete» Nachricht, baß technische Aiefchüsse *u»

w englich-französischcn unb deutschen Eisenbahnkreise» bereits am Montag in Mainz zusammentreten würden, um bie in bent Abkommen vom 14. De« zember 1923 vorgesehenen technischen Fragen zu regeln, schreibt bieKöln. Volksztg.", batz bie ge« planten Verhanblungen verschoben werbe» mutzten unb voraussichtlich Mitte ober Enbe bet Woche stattfinden.

Berlin, 11. Febr. Auf eine Reichstags« anfrsge hat bet Verkehtsminifter geantwortet, er sei bereit, eine Zusammenstellung bet finanziellen Einbuße« der Reichsbahn infolge des Rührei« falle» und der Einrich, tung der französisch-belgischen Eisenbahn- re g i e zu liefern, sobald bie hierfür nötigen und bereits eingeleitete» Arbeiten abgeschlossen seien.

Sie mm JeMMmen mit her Mim.

B e r li n, 11. Febr. Die Agence Havas melbet unter bent 9. Februar aus Paris, batz zwischen ben Grubenbesitzern unb ber Mission JnteralliS be Gon« trolle des Usines et be» Mines (Micum) in Düssel­dorf beschlossen worden ist, batz bie Kohlenlieferun« gen ber beutschen Zechen vom 1. März ab nicht mehr prozentual von bet Förderung erfolgen sollen, son- bern in ber von ber Reparationskommlssion vor« geschlagenen Tonnenzahl. Rach ben uns zugegan» genen Mitteilungen trifft biese Meldung bet Agence Havas nicht zu. Richtig ist nur, batz zwi* scheu ber Sechser-Kommission unb bei Micum neue Verhanblungen über bie Kohlenlieferungen unb bie Kohlensteuer nach bent 15. Februar stattgefuu» ben haben. Bei diesen Verhandlungen hat bie Micum allerbings verlangt, batz in Zukunft bie Kohlewlteferungen bet deutschen Zechen nicht mehr wie bisher in einem bestimmten prozentuallen Ver­hältnis zu ber jeweiligen Kohlenförberung erfolgen sollen, sondern in einer festen Monatsmenge. Maß­gebend für diese Menge sollte nach den Forberungeu ber Micum bie von ber Reparationskommission auferlegte Monatsmenge sein. Nach ber letzten Aufstellung bet Reparationskommlssion wären die» rund 1,8 Millionen Tonnen monatlich.

Nicht richtig ist dagegen, batz bie Sechser-Kom« Mission bieser neuen Forderung ber Micum zu­gestimmt hat. Sie hat bie verlangte Erhöhung bet Kohlenlieferungen ebenso wie auch bie Erhöhung ber Kohlenabgabe vielmehr als unmöglich be» zeichnet unb im Gegenteil eine Herabsetzung bet Forberungen ber Micum verlangt. Ein« Einigung zwischen ber Sechser-Kommission unb ber Micum liegt daher nicht vor. Die Verhandlungen werben voraussichttich am 25. Februar wieber ausgenommen werden.

5« Mm itr Gtnhtrhiihltr.

Berlin, 11. Febr. DieV. Z" berichtet aus der Pfalz über weitere Anzeichen, daß General be Meß Wohl auf Weisung von Paris aus seine Son­derpolitik aufzugeben und dir Sonder­bündler in der Pfalz fallen zu lassen scheint« -Die dem General unterstellten französischen Stete- d legierten haben mit bent Abbau bcre ts angesangen. So Hal der 3Xegi«rte Ludwigshafens ein Verzttchnis der städtischen Polizeibeamten eingefordert, di« ihre Wrfie »wieber zurückerha'ten fol en. In Kais:rSlan- ttru und Sanbau haben die Sonberbünbter stillschwei- g nk die Fahnen von ben B^irksäl»«rn henmterzehsit, Mau erwartet ihre» Abmarsch.

Groß-Gerau, 11. Jan. Das h'esige KreiS-» amt ist von ben Sondeibündler» geräumt wor­den.

Rülzheim, 11. Febr. Die Sonderbündler sind abgezogen, ihre Fahne ist hetun.ergenomme» worden. , f

Kaiserslautern, 11. Febfr. Die SonLev» bündl rfahn« ist vom Bürgermeisteramt auf u n a u f « geklärte Weise seit Samstag verschwu »dem. Dagegen weht sie noch auf dem Dach« des Bezirksamtes bis aus WetereS.

Neuburg (Pfalz), H. Febr. Am 9. Februar vor- inittcg; erschien e;n Kraftwagen mit Sonderbündlern Neuberg, um den Bürgermeister festzuneh- mcn. Als sich dieser widersetzte, erhielt er einen Vrnstschuß unb einen Schlag mit dem Gewehr­kolben ans den Kopf. Lebensgefährlich verletzt ward« er »ach Kattsrohe ins Krankenhaus gebracht. Ter Bevölkerung bemächtigte sich c.n< ungeheure Erregung, Sie schlug die Sonberbündler zuM Ort hinaus und zerstörte bas Auto. Die Sonderbündler mußte» auf ber Zollwach« Schutz suchen, ben sie bott auch sanden.

Mannheim, 11. Febr. Wie au8 ber Pfalz gr- meCti wird, räumten bie ErwerbZlo'en in PirmasinD da» StadthanS wid.rsMöslos, Die deutsch«