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Anzeiger für (das früher kurhesiifche) Oberhessen

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Di« .OberheMich« Zeitung" «rlcheint >«<bsmal wöchentlich. Dezagsprei« 1.15. 2. 1,10 D'ark einschltetzlich ZufteUungsgebühr. Für aurinUend« Stemmet« infolge Stteits oo. eiemeni.Greigniile teilt (Erlag. Bet a$ oon St. T. Hitzeroth. Druck der Unto. Sudibtnderei vo« Job. Lug. Koch, Markt 21,28. Kemiprecher 55, Pofticheckkonto: Str. 5015 Smt Frankfurt a. Mai«.

Marburg fflMlM, iw U. Fkdniik

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59. m

1924

Die SnthijQnnnen Eliob Seetoes.

v I« dem dritten Band der Memoiren unb Dokumenten, ।fr unter den Sammelnamen Woodrow Wilson von R. ft. Baker herausgegegeben werben, befindet sich ein Eofument, das im Hinblick auf die Enthüllungen Llohb Imes von besonderem Interesse ist. ES handelt sich um

i Bries Clemenceaus ttn Wilson und die gleichzeitig« amittlung einer ftanzösischen Antwortnote aus daS orandum Lloyd Georges vom 26. März. Lloyd me hat in diesem Memorandum sich nochmals für i dauerhaften undfolglich gerechten Frieden" einae-- Er schlägt vor, Deutschland vor allen Dingen ge­igte Territorialbedingungen aufzuerlegen, um nicht Sefübl tiefer Verstimmung aus deutscher Seit; zu schaf- D:m Memorandum setzt Clemenceau eine Note ent- «, in der die englischen Argumente bekämpft wer- und zwar vor allen Dingen durch den Hinweis die Friedensbebingnngen, die England Deutschland wang. England war es, das Deutschland die Kolo- wegnahm, und zwar 'mit der SBearünbung, daß tschland sich als unfähiges Kolonialvolk erwiesen !. Auch aus die Schwächung des deutschen Handels t Clemenceau hin und er betont, daß man Teutsch- i, wenn man Kompensationen für nötig halte, mit eständnissen auf dem kolonialen und auf dem Handels- :i bedenken könne. England habe als seebeberrtckende ion eine Anzahl umfassender Friedensgarantien er- wmtt, deshalb müsse Frankreich, auch für sein

gntctefft Berücksichtigung snden.

Ein paar Wochen später hatte die französische Gegen- »!e gegen Lloyd George ihren Zweck erreicht. Die Ent-

7 Mllangen, die Lloyd George in derNewyork World" »«macht hat und die trotz unzutreffender Einzelheiten als C Kauzes aufrecht erhalten werden, werfen auf jene Tage

Win ganz klares Licht. Lloyd George hat in seinem 2 Memorandum nochmals versucht, den französischen Annek- n Msnsabflchten, bi? im Vertrag von Versailles verwirk- werden sollten, entgegenzutreten. Dann war er "TtMttnarirt Mitte April durch eine Intrige der Northclifse-- TWressr nack> Loudon -i'iert worden und als er nach l?jeri5 zurückkehrle, machte er die Eutdeckung, daß wäh- Li«id seiner Abwesenheit Wilson am 20 April für ben ^Manzöfifchen Vorschlag grwonnen worden war. Dem eng- ^ßcken Ministerpräsidenten blieb nichts übrig, als sich

22. April ebenfalls zu fügen. Ein Geheimabkommen w $ iöähcend seiner Anwesenheit zwischen Clemenceau unb " tedjcm offenbar nicht geschlossen worden. Wohl aber hat C Ma die Abwesenheit Lloyd Georges, die wohl nicht ohne _ -Milwissen ClemenceauS erzwungen wurde, zu beson-

SttS nachhaltigen Einw rkungen auf Wil y Jen benutzt. Tas Protokoll über diese Unterredung soll , Jetzt in dem französischen Gelbbuch verössentlicht werden, »fstnbar, um die Zustimmung Wilsons dokumentär sch fest­zulegen. Lloyd George, der über die Unterredung an sich C «terrichtct war, scheint das stenographische Protokoll . icht zum ersten Male zu Gesicht bekommen zu haben. Aus ' Brests'Dokument bezieht sich anscheinend die mißverständ- , - 8che BezeichnungGeheimabkommen". Bestehen aber iftibt die Tatsache, daß damals eine Art Geheim-- i tzkrschwörung gegen Wilson und Lloyd Ge-

tg« in Szene g«setzt wurde, die ihren Iweck vollkommen erfüllt«.

Lloyd ®eorge erhebt heute gegen das damalige Ver­ehren Protest und möchte sich als mehr oder wenig« ^»schuldiges Opfer hinstellen. Man fürchtet anscheinend toch weitere Attacken von ihm unb übt deshalb einen ®tuct aus, um bie ihm übermittelten Schriftstücke be? bo-

C Wchtigtrn Gelbbuches wieder zurückzuerlangen. Wir haben allen Anlaß, die Aktion Lloyd Georges mit Jnter- - Nfe zu verfolgen. Aber wir können ihn lecher nicht als» i ^»schuldsam betrachten. Das Dokument, das wir zu : Beginn des Artikels aus der Sammlung der Wllfon- ! Memoiren wicdergegeben haben, zeigt ganz deutsich, wo , ; ie Zchuld Lloyd Georges und seines Kabinetts zu 1 s huhen ist. Das war eben das Verhängnis der damaligen »swiebensverhandlungen": Jeder der Verbündeten wollte hch an der beutschen Bente vollauf befrichigen und jeder

1 Warnte den andern, sich dabei nicht zu Übernehmen. J'l obenerwähnten französischen Note wurde Llovd Ge- durch bk eigenen Argumente seines Memorandums 'hrsch'agen. Das alles rechtfertigt allerdings nicht die Haltung Wilsons, der in Versailler alle Beding««- t<u seiner Friedensprogramms prerSge- h« b e n h a t und der von der Höhe des gerechten Friet-enS- :.hpostets allmählich zur Rolle des betrogenen Be­trügers herabgesunken ist. Er hat bei Englands Beute- auf Teutschlaichs Kosten A gesagt urü> hat deshalb »»dem ftanzösischen Beutezug B sagen müssen. Lloyd «orge hat den Kampf, den er damals mit seinem Memorandum eröffnet«, seitdem nicht wieder aufgegeben tob schließlich ist die ganz« englische Politik seit jener seit ein einzigerbiplomatischer Kampfmit Frankreich. Lloyd George hat fick und England t «tdj die Durchsetzung der englischen Friedensbedingu»- ! *11 eine Schlinge gelegt, durch die man sich selbst Frank- i gegenüber band. Und in dieser Schling« fitzt eng» End heute noch

A

London, 9. Febr. Im Hinblick aus die Unter- ^ung, die der amerikanische Berichterstatter derNew­ark World" mit Lloyd George hotte, veröffentlicht der Berichterstatter in seinem Blatte ein« Erklärung, in dec unter anderem heißt:Ich halte jedes Wort meiner nriiftlz aufrecht. UebrigenS bin ich sogar hinter der 8t Wahrheit zurückgeblieben. Lloyd George wollte nicht, die Franzosen sich im Rheinland nieoerließen. Ich ^greife sehr zoohl die Stellung Lloyd Georges, der sich toteetf zwei Feuer» bei^ud,

Einigung über die Goldnotenbank.

I

Ein Lommnniqns der Sachverständigen über die Währung.

Berlin, 9. Fevr. Das erste Sachverständigen - komitee veröffentlicht folgendes Eommuniquä:Die Arbeiten des ersten Sachverständiyenkomitees haben dazu geführt, mit Einstimmigkeit in großen Zügen den Plan festzulegen, den es für die Errich­tung einer neuen deutschen Eoldnoten» bank anempfehlen wird, die ihre eigenen Noten gegen diejenigen der Rentenbank und der Reichsbank austauschen soll. Die diesem Ent­wurf zugrunde liegenden allgemeinen Prinzipien rnd dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht zur Kenntnis gebracht worden, der durchaus den Ein­druck hat unter dem auch die Sachverständigen elber stehen, daß, falls dieser Entwurf angenont- men wird, er zur 'endgültigen Stabilisierung der deutschen Valuta und zur Ausbalanzierung des deutschen Etats sich als fähig erweisen wird.

Das Sachverständigenkomiiee wird der Repara- tionhkomnrission gegenüber zum Ausdruck bringen, datz der Plan, den es der Kommission unterbreiten werde, baldmög'kichst^zur Ausführung gebracht werden soll. Dr. Schacht hat dem Ko­mitee erklärt, daß er bei Aufstellung seiner Pläne für die Errichtung seiner Eoldbank es so einrichten wolle, datz ihr Aufgehen in die von dem Komitee vorzuschlagenden Notenbank erleichtert werde. Herr Dr. Schacht wird am 18. d. Mts. mit dem Sach- verständigenkomitee^ftn'P^ a r i s wieder zusärümen- treffen.

Berlin, 9 Febr. Zu dem von dem Ersten Sach- ciiftänbiaenfomitee veröffentlichten Kommunau' wird von unterrichteter Seite geschrieben:

..Di« offizielle Auslassung des Sativ-fftändlaen- komitee», >ch es die Wäbrungsarbeiten in Berlin bier- mit vorerst beendet haben bürte, zeigt in enreuiicher Weise, bah bie Zusammenarbeit zwischen den In Frage kommenden beutschen Stellen unb bem Komitee zu einem befttebigenbcn Ergebnis geführt bat Das Komitee, das von der Reparationskommis­sion den Auftrag empfing, Vorschläge für eine defini­tive der deutschen Währung tu machen, bat seine Ar­beiten von vornherein und unverändert auf diesen Endzweck gerichtet Der dahingehende Plan bat die Vereinheitlichung - der bisherigen verschiedenen deut­schen Zahlungsmittel auf einer einzigen Goldbqsis zum Ziele. Die ©ebanfengänge, die das Komitee Dabei leiten, sind derart, dah auch von deutscher Seite ein Erfolg daraus erwartet wird. Ander«-feits verkannte das Komitee niemals, datz unsere derzeitigen Win- fchafts- und Wäbrungsverhältnisie ein promptes Sandeln erfordern. Die Sachverständigen werden diele Äuffafiung der Reparationskommission gegenüber ousdrücken. Sie zeigen durch die bereits für den 1R Februar in Paris angesetzte Fortführung der gemein­samen Arbeiten, dah es ihnen mit der beschleunigten Lösung des Problem» ernst ist. Um die von vem Reichsbankprästdenten eingeleiteten Arbeiten auf eine baldige Heranziehung bes inländischen und ausländi­schen Toldkapitals für die Zwecke' der deutschen Wirt­schaft nicht zu behindern und ibre Weiterfübrung au er­möglichen, bat die Kommission die Erklärung ves Reichsbankprästdenten entgegengenommen und in ihrem Kommunion- zum öffentlichen Ausdruck gebracht, dah die Arbeiten des Reichsbankprästdenten so geführt wer­den. dab das Aufgeben der' beranzuziebenden Kapi­talien in den von den Sachverständigen ins Auge ge­faßten definitiven Plan vorgesehen wird. Au» der so­mit von allen beteiligten Stellen bezeugten prompten Arbeitowilligkeit und der übereinstimmenden grunb»

lätzlichen Auffassung geht hervor, dah Ve letzten spe­kulativen Vorgänge auf dem Devisen­märkte jeder Begründung entbehren und dah die Ueberführung des derzeitigen Wertverbältnisses unserer Zahlungsmittel in den definitiven Zustand mit Sicherheit in Aussicht steht.

Berlin, 9.Jan. Zu bem gestern veröffentlichten Communiquä des Komitees Dawes wird imBerk. Xagebl." u. a. auSgeführt: Wenn der Vorschlag der Sach- verstänbigen offenbar dahin geht, in Deutschland ohne den Zwischenzustand gemischter Währungsverhältnisse mög­lichst sofort eine vollständige und umfassende Goldwäh­rung zu schassen, so lasse sich daraus schließen, daß das Komitee, dem ja führende ausländische Bankpraktiker angehören, : . -

1. btt Möglichkeit für gegeben hält, die vollvaliitarische Goldwährung in Deutschland jetzt schon einzlisüh- ren, und

2. auch der Ansicht sei, daß die ausländische Beteili­gung an einer solchen Einnchtung in au'sreicheiKem Maße und in der gegebenen Zeit erreichbar sein werde.

Berlin, 9. Febr. Hebet die Arbeiten der Unterausschüsse des Er st en Sach- verständigenkomitees ist heute folgendes zu berichten: Um Uhr hat eine Besprechung des Budgetausschusses mit Staatssekretär Fischer und Ministerialdirektor Popitz vom Reichsfinanzministerium stattgefunden. Der Budget­ausschutz begab sich um y?12 Uhr zum Reichsfinanz­minister. Seit %12 Uhr verhandelt drr Wäh­rungsausschutz mit Dr. Schacht. Die Eisen­bahnsachverständigen haben die Besprechungen mit denk' ' Retchsverkchrsministerium aufgerwmmen, gestern find Haushalts- und Etatsfragen behandelt wordckn, heute morgen wurden Tartffragen des Personen- und Güterverkehrs bespro­chen. Heute nachmittag sollen Organisationsfragen behandelt werden. Auch am morgigen Sonntag finden Verhandlungen statt, die Fragen des L o k o - motiv- und Wagenparks betreffen. Für Montag sind Personal- und Betriebsfragen vor­gesehen.

Ausführungen des Reichskanzlers.

Berlin, 10. Febr. In brr Unterredung mit dem Delegierten bes schwedischen Roten Kreuzes Dr. Hilde­brand erÄfirte derD.A. Z." zufolge der Reichs­kanzler u. a., er erwarte, baß bie Sachverstönbiaen- auSschüsse zu einer ähnlichen Ansicht kommen würben, tote sie deutscherseits vertreten weide, daß nämlich Deutsch­land feinen Haushalt balianzieren und seine SaUia stabilisieren könne nur unter der Voraussetzung, daß im Ruhrgebiet sobald wie möglich bie nr'rb schastkkche und finanzielle Hoheit de? Reiches wieder- hergeflellt wird. Der Kanzler führte auS, daß der» Starchpunkt der Regierung ht der' Reparationsftage der gleiche fei, wie er in bem beutschen Memoran­dum vom Ium 1923 bargelegt wuroe. Er erwähnte.n btefem Zusammenhang die Verschlechterung der wirt­schaftlichen Sage Deutschlands feit der Mitte des Vor­jahres. Der Kanzler sagte zum Schluß, von einem Deutschland, bas durch den künstlich geschürten Separat*!- mus unb dauernde Bedrückung beunruhigt und in ständi­ger Erregung gehalten werde, fei Arbeit für Repara­tionen nicht zu e-Tratten; wenn die Arbeiten her Komitees bet Sachverständigen zur Vertiefung dieser Er- tenntnis beitrügen, fo würden sie nicht ner b#r Witt­ich fat, sondern auch der gesamten Menschheft außer­ordentliche Dienste erweisen, und aus der gegenwärtigen Situation Europas den schlimmsten Brandherd entfernt«

Hm

Rheinland«, der Reparationen, dec Grenon Polens usw. unterzeichnet hatte. In dieser Zeit vom 25. Mai bis 16. Juni 1919 versuchte Lloyd George eine grundlegende Revision des Frie­dens, den er namens seines Landes unterzeichnet hatte, zu «rz-elen. Während dies:r tragischen Periode mußt? Clemenceau mit seiner Demission drehen, unser Parlament sich mit dem Wortbruch Llod Geor­ges befassen. Während dieser Periode hat Wilson, der von Seiten Lloyd Georges einem gewaltsame« Drucke ausgesctzt war, eines Tages dadurch einer Un­terredung ein Enhe bereitet,, daß ec seinem britischen Kollegen erklärte: Non make nie sick. Schließ­lich blieb der Vertrag mit Ausnahme der Frage der Volksabstimmung in Oberschlesien in Kraft. 9ße/ Clemenceau hat dieses Resultat trotz Lloyd Ge­orge erzielt, . .

Set Mlilotr Benins.

Moskau, 9. Febr. Der neugewählte Vorsitzende des Rates der Volkskommifiare, R y k o w, erklärt« einem Vertreter der Russischen Telcgraphen-Agentur, er sei sechs Jahre einer der nächsten Mitarbeiter Lenins gewesen unb auf Lenins Vorschlag zu seinem Stellver­treter im Rat bet Volkskommissare, im Rat für Arbeit unb Verteidigung ernannt worden. Seine Ausgabe unb Aufgabe bet Gesamtregierung sei die Fortfüb- rng der unter Lenins Leitung in An­griff genommenen Politik. Die Anerkennung Sowietrublands durch England sei um s« merwolker, als sie einen der ersten Schritte der eng- lffchen Regierung darstelle, der als Ausdruck der Stim­mung breiter Schichten bet englischen Arbeiterschaft gelten könne. Rußlands Be z i e b u n g en zu Deutsch- land hätten sich nach dem Vertrag von Rapallo sehr er­folgreich entwickelt und für beide Teile Nutzen gebracht. Sie würden auch weiterhin ausgebaut. Die Sympa­thien der Orientvölker für Sowietruhland, so beispiels­weise , biey Volkstümlichkeit des Namens Lenins im Orient feien dar Ergebnis der Politik Lenms. der sein» uneigenniitzige Hilfe für die Orientvölker im Kampfe um ihre nationale Existenz bewiesen habe. Et sei flbet« zeugt, daß diese Politik, bie unverändert bleiben werde, das Verhältnis Rußlands zur Türkei, zu China, Per­sien, Afghanistan und dem gefamfen Orient festigen werde. Diese Politik sei im Grunde nur die Ausdeh­nung bet im Jnlande gegenüber den verschiedenen in bet Sowjetunion vereinigten Völker durchgefildtien Politik der nationalen Selbstbest m- muna auf den Orient. Die Bildung des Natio­nal i t ä t e n r a 13 sei die verfassungsmäßige Garantie für die restlose Währung der Jnteresien der ehemals im Zarenreich geknechteten Völker. Auf innerpolitischem Gebiet sei die Hauptaufgabe der Wiederaufbau der Wirtschaft, und vor allem die Wiederherstel­lung des Warenverkehrs in Stabt und Laub in feinem früheren Umfang. Der Ausbau bet Getreideausfuhr und des landwirtschafffichen Kreditwesens würde die Kaufkraft der Bauernschaft steigern, was die Vor­aussetzung für den Wiederaufbau der Industrie sei. Die Finanzftagen würden von der Regierung mit der größten Sorgfalt geregelt. Die vom Sowjet- kongteß gutgebeißene Finanzrefotm werde die Stabilisierung des Geldmarktes bedeuten.

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Sie:. ElttnulstmdMg.

Berlin, 10. Febr. Den Blättern zufolge fand gestern Nachmittag die angefünDicte Besprechung zwilchen Mstalirb-rn des R^^s^ab-uefts und Vertretern der sämt­lichen ReichstagSfraktionen statt Dte BerHandlungen, bie bem Problem bet dritten Steuernotverord- nung gatten, wawn streng vertraulich. Tie Frak- tionSbontänbe werden ihren Fraktionen, die Anfangs nächster Woche zusammentreten, vom Stand der Ko m- promibverhandlungen Bericht erstatten.

$tr WlrttaiHiM itr Ae«NW.

ist ledteckich ein Versuch, die ganze Angelegenheit »n ber« tusche*. Was ec gesagt hat, erklärte er vor mehrerem Zeuge«, name»tlich vor dem Chefredakteur CdesManchester Guardian". Er sprach von einem Seheimvertrage und hat bei dieser Gelegenheit die größte Zurückhaltung an den Taa gelegt. Als Llovd George von feinet Londoner Reise nach Paris zurückkehtte, stellte er fest, daß Cl6m«neeau während seiner Abwesenheit de» Präsidenten zu seinem Standpunkt« hinsichtlich dieser entschei­denden Fratz« bekehrt hatte Lloyd George fabelt nicht den Präsidenten W-ilsvn, aber er wirst Ste­rne nee au feine Handlungsweise vor. Tatsächlich war hinter dem Rücken Lloyd Georges ein Geheim- vertrag abgeschlossen worden

De» ungetreue Mose».

gsttzr. D« frühere MmisterPräsideni Orlando bestätigt iw einer Unterredung mit einem Vertreter desGiornale d'Jtalia", datz Wil­son und Cft-meneeau, wie in Konsercnzkreisen all­gemein bekannt gewesen fei, zwar nicht einen Vertrag, wohl aber ein AdkoMrnen über die Besetzung der Rheinlande abgeschlossen hätten» Er, Orlands, habe keine» Nnteil daran gehabt. Da» Blatt bemerkt

Messi»» und

Mose», sei so allen seinen 14 P«nkten untreu geworden, indem er Deutsche an die Tscheche« und Polen verschacherte und de« Fran­zosen den Einzug in» Rheinland bewilligte, obwohl sie schon damals die Absicht gehabt hätten, dort zu »leibe«.

Eine Erklärung Tardieu».

Paris, 10. Febr. Tardieu hat amerikani­schen Uätt.ern eint Erklärung zugestellt, die sich) auf die angeblichen Enthüllungen Lloyd Ge­orges bezieht. Nach Feststellung ter Ersignisse, wie sie sich nach ber offiz öseu Auslassung von französischer Seite vollzogen haben solen, berichtet Tardieu: Da vurch, daß Lloyd George die vollständig korrekt«! loyalen Bechandlungen mit Wilson unb Cslemen emi als Geheimvertrag hinstellte, hat er sich in fine ichftchae Saat gebracht. Aber da er bie Debatte wieder eoSfft net hat, unr) sich mit Unrecht über das Vorgehen seiner Kcllogen beschwerte, habt ich die Pflicht, daran zu erinnern, daß das einzig tnf-rrefte Verhalten in

Berlin, 9. Febr. Aus parlamentarischen Krei­sen erfährt dir Telegraphen-Union einige Grundzüg« des mntzmehr settiggesdcklten Entwurfes zur Wahl­reform.

Mt Wahlrefoem kann dr nnach mit einfacher Stim­menmehrheit beschl ssen werden, weil f-e nur das Wahl- g fetz vom April 1920 ändert und dir in der Reichsvev» fafsung verankerten Gwndsätze der allgemeinen bi* r kten unb geheimen Wahlen für Frauen unb Männer unb das Verhältnis unberührt bleiben. Der Entwurf stellt ein technisch sehr geschicktes Kompromiß der zwi- schen dem Listew'hstem und dem System kleiner Wahl­kreise bar. Die Gesamtzahl ber Mandate soll auf 399 beschränkt werden, die z. T. in den 153 neuen Wahlkv-isen, z. T. durch Ven^chnung in den fonbe- st h n en bisher gm W hik.eisv.nbänden zum Reichs­tag auf einer Reichsliste bergeben werden. Für die Bildung der Wahlkreise ist eine durchschnittliche Ein­wohnerzahl von 380 000 maßgebend, wobei aber die unteren Verwaltungsbezirke nicht bet ber Einstellung der Wahlkreise auseinander geschnitten werden fvl- lei' Daher haben einig« Wahlkreise mehr, einige we­niger Einwohner als bie erwähnte Durchschnittszahl, Eine Wah kre S e'meirie bebt deshalb ausgeschlosien.

dt ser An^egenheit von dem englischen Premrermmi- ster begangen wurde, als er v ecz hn Tage nach U-ber- vfichung ber Friedensbedingungkn an Graf Brockdorss- Rantzau alles wieder in Frag: zu stelftn versuchte, was « zwei Woche« vocher hittzichtsich der Vesetzung der

weil die Restsirmmen zunächst in den Wahlkreisver- 6änba; und bjüu jsty dM LeichslW verrechM werden,