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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessischej Oberhessen

Tie JDberbetfii*e Zeitung" erscheint ie»smol wöchentlich. — Lez»g,vrei, 1—15. 2.

ft. 21

1,10 SCett einschUehttch ZufteNungsgedühr. Für aueiaUenb* Nummer, iniolge Streit» oo. el«menLiiietgmüe lein Lriag. — Ver az »on Dr. T. HitzerotH. — Truck »er llnio.»Buchdruckerei non 3ob. Lug. Koch. Markt 21.0. — Äeraine** 56,

l<eR!(be«fionto: Nr. 5015 Smt Frankiurt a. SKoix.

Marburg MM, im 4.5t6w«t Harurutg

Ter Auzeigenvrei» beträgt ?ür de«?gels. Zeilenmillimeter 0,W Goldmart. Amtliche u- auswärt. Anzeigen 0,10 SoIbmark.Be> jchwier.Satz 50 '/„AuNchlag. Sammelan,eig. 1006[r Augchlag. Reklamen VM Eoldmark. Jeder Rabatt gilt als Barradatt. Belege werden berechnet, ebenso Susfunff durch die Geickälts'telle und Zusendung der Angebote. Zahlung innerhalb 5 Tage« (1 Dollar — 4,20 Goldmarks, Berechnung nach dem Berliner Mittel» k»rs de» Zahlung« ehtgeegstage». Berzugszinjen pro lag nach dem Bankzinsfuß

59. Mu.

1924

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M Soge.

werbe. Der SoroiettongrtS reiche dein englischen Volk brüderlich die Hand und beauftrage die Unionresierung, ave aus der erfolgten Anerkennung bei kowjet-

regierung folgenden Schritt» $u unternehmen.

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rW evlllWe üuerlennöBo der Sowjets.

ftfe neue enaltfcbe Seaienina btt ihre Absicht. Sm

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3ch beehre mich, im Wuthage meiner Regierung mit.

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Poineare.

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last- 1.- 522

London, 2F«br. Zur Anerkennung der russi- schen ©otüjetregierung durch die britische Regierung schreibt der diplomatische Berichberstatter bei „Dally Telegraph", die englische Note trage den Stempel der Berufsdiplomatie. Die Anerkennung unter diesen Um­ständen stelle nicht mehr etts den ersten Schritt einer Reihe von wahrscheinlich langwierigen und schwierigen Verhandlungen dar. Ter Berichterstatter hebt hervor, dass die britische Regierung die Anerkennung sowohl der Staats- wie der Privatschuldeu fordert» und nimmt an, daß der Austansch von Botsch a ftern erst einem befriedigenden Abschluß bei vorgeschlagenen Vertrages folgen wett).

Tie „Times" überschreibt ihren Leitartikel „Eine Att von Anerkennung" und nennt die Robe das merftvüttngstc Dokument, das je vorn Fo«ign Office ausgegeben worden ist. T<ts Blatt betont, daß nicht die Regierung, sondern die Union des früheren russischen Gebiets anerkannt werde- Tie „Times" sieht in der Rote nichts a« einen Kom - bromi 6 zwischen den neuen Anschauungen der Arbeiter­regierung und den Maßnahmen, zu denen sie sich noch al? Oppositionspartei verpflichtete.

Paris, 2 Febr. Tie Nachricht von bei Wieder­herstellung diplomatischer B.ziehnngen zwischen Enziane, und Rußland ist in Paris mit gemischten Gefühlen aus­genommen worden. Im allgemeinen wird der Schritt Mar Donalds als unklug bezeichnet, feier und da be­dauert man, daß Frankreich sich noch immer nicht zu einer Aussprache mit Rußland entschlossen habe.

tidjkcftutlet des „Petit Patijien", es fei bemerkens­wert, trag die gestern veröffentlichte englische Role mit «r kaienorifcheu Feststellung der Lnerkenna.rg be Ute beginne. Schon durch diese Formel -Derbe eine «nioshpare geschallen, die di» beoorstebenden Verhand- «ngen begünstige Der Berichterstatter will den Ein- gewonnen habe«, daß London und Moskau sich «rcsts die Regelung der beiders.-itigen Forderungen in Muildjer und finanzieller Hinsicht nach den Erund- «nen der Billigkeit rugesichert batten, daß also die Fca- Mn der russischen Schulden, bet Enteignung von Pti- •atetgeittnm und der Propaganda grundsätzlich •tre11» geordnet seien.

»Otn btt andere e»ne Propaganda betrieben roetoe, die Fgen die Interessen and gegen die Institutionen bet ®“Kctt Patt« berftojen. Jnf-lgedcijeu lädt öie englische «tgtecttng die Sowjetregierung wr weiteren Erörlkru-iZ tt London ein.

3k Olt gen hl ngst n sr.

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Berlin, 2. Feüe. Ser Reichsprüsident hat den Geschäftsträger in Paris, Dr. Leopold v. HLsch zu« Botschafter in Pari» und den bis­herige» Gesandten in Belgrad, Dr. v. Keller zu« Gesandte» in Brüssel ernannt. — Die fran-ösks^ nab dir belgische Regierung habens ihre Bgvvnsnt z» dM etidWL «•

5k MsmW M«l5oM — total

Pari S, 3. yebr. Der Brietzvechsrl »wischen Mac Donald und Poinoar^ wick heute veröffentlicht. In dem Schreiben Mac Donalds an PomcarS heißt eS:

Die beiden Säriber hätten so viel Opfer Seite an Seite gebracht, daß er bei der llebernahme der Regierung selbst brieflich die besten Wünsche Vermitteln wolle. Es sei ihm unangenehm, fo viel unerledigte Fragen vor­zufinden, die Befürchtungen erwecken. Jede» Land habe seine nationalen Interessen sicher zu stellen unb »n ver­teidigen. Wenn sie auf den ersten Blick im Mderspmck zu stehen schiex», so sei es doch möglich, politische Mittel zu finden, die e» Frankreich und Großbritannien ge­statten werden, dos freundschaftliche Zusammenwirken untereinander aufrechtzuerhalten. „K?-.r können offen fein urs ebne Feindseligkeit die Interessen itnferer Länder ver- teibigen. Auf diese Weise leid) die Verständigung viel mehr sein als ein Wort, und Frankreich und Großbritan­nien können »usammengehen, um den Frieden und die Sicherheit Europas aufzurichten."

Die Antwort Poiucarö» setzen wir im Wort­laut hierher, denn sie ist zu charakteristisch für die phrascn- rciche PoWk der Unehrlichkeit, die er treibt. Sie lautet!:

Ich bin sehr gerührt von dem lel:tn5toflrbigen Brief, mit dem Sie mir die Uekernahme Ihres Amtes mftzu- tcilen die Güte hatten nnb in dem Sie mir persönlich Ihre Grüße entboten haben. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß Ihre Bemühungen nm da» Wobl Ihre» Vaterlandes von Erhöh, gefrönt fein weiden. Die Bande, die unsere beiden Länder miteinander verknüpien, die uns ins Gedächtnis rufen, sind mit gemeinfame» Prüfungen und Opfern geschlungen worden. Die fiinne-mng on jene Zeiten, dessen tfnnen Sie sicher fern, wird mir wie Ihnen! . unaufhörlich gegenwärtig fein. Damit habe ich bereit» ausgesprochen, daß and, icb kbfiaft bedauere, daß mehrere für unsere beiden Länder wichtige Fragen noch nickt ge- reaett find. Wie Sie, so werde auch ich mein möglichstes tun. nm sie gemeinsam mit Ihnen nnb »n unserem beider­seitigen Nutzen »u lösen. Wenn wir beiderseits auf unsere öfsentliche Meinung Rücksicht nehmen müssen, wenn wir beide unsere nationalen Interessen »n schützen haben, fo habe ich das Bertrauen, daß wir, wenn wir jeder für unseren Teil bei her Regelung der etwa au8- tretenden Fragen mit der Entschiedenheit und d:m gut" Willen, von dem Sie gesprochen hoben, vorarhen, diese Lösungen gelingen werden, die dazu angclau sind, zwi­schen Großbritannien und Frankreich die Politik der für unsere beiden Länder und für die Ruhe der Welt not­wendigen Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten. Mein Freimut wird stets dem Ihrigen entsprechen, und wenn ,ch dir französischen Jnter-llen mit dem gleichen Eifer verteidige, wie Sie die englischen, so wird nichtsdesto­weniger, dessen dürfen Sie sicher sein, xicmali etwas die Herziichteit meiner Empfindungen beeinträchtigen. Es ist nicht möglich, baß wir. wenn wir bciterseit? von derartigen Empfindungen beseelt find, wir die Entente nicht wieder effektiv gestalten, nnb daß es uns nicht ge­lingt, ihr die Früchte abrugeirinnen, die fit ltagen kann und muß, wenn Eurova endlich den Frieden, die Sicher Heu und die Freiheit der Arbe.t wieder ft*fn soll. Empfangen

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ßberreicht. Aber nach der Ueberrtichnng dieses d ploma- fischen Aktenstückes bleibt alles noch zu tun übrig. So : «ch Frankreich gegenüber I Ter neue englische Mini- t ßerpräsident schreibt dem schon etwas omtsältcren sranzöll- ■ scheu Kollegen einen Brief und bietet ihm die freundschaft­

liche Lösung alter schwebenden Streitfragen an. Aber guch hier müsse die Hauptsache noch folgen. Man kann * gespannt sein, wie die schlauen Sowjetleute in Moskau

gaf den -britischen Handschlag reagieren werden. Wie goincore reagiert, steht schon länast fest. Recht gerne wird i «sich mit Mac Donald über die Ruhr- und über dje Ent- \ schädigungsfrage unterhalten, aber was soll inzwischen an»

hem prodnkttven Pfände werden? Aus dieser Position L veirb sich Poineare mit Redcnsatten nicht hinausmanöv-

fieren lassen. ES wird eine Unterhaltung zwischen ihm pnd Mac Donald sicher in Gang kommen, vielleicht sogar äne große Konferenz enter Teilnahme anderer Staaten, eber im Hintergründe wird doch immer wieder die ge­panzerte Faust des französischen Mini? erprifiben*en auf« tauchen und auftrumpsen. Und Mac DonaL wird bald tzknug die Erfahrung machen, daß der „Bölkerbund" chm nicht über den Berg hilft.

3« Brüssel will man beftunaite Anzeichen besitzen, te6 Poinoare sich ju Zugeständnissen entschlossen hat, Mcht nut in der Psäl-erfrage, in bet das französilche Zu- kLäweichen erkenntlich ist, sondern auch in der allgemeinem kntschüdignngSfrage, in der es sich binnen kurzem nach Mchluß der Tätigkeit der UntersuchungSawrschüsse «m

Karbebekennen handeln wird 'Es ist schwer zu et- ne«, warum man in Brüllet so hofsnuugssreud'g ist. j Dir fürchten, eS wird auch diese Freude nur von kurzer Dauer sein. Gewiß werden l'ch bir Sachverständigen ifieSmat nicht so leicht abichütteln wie seinerzeit das Korgan-Kvmit«. Aber Poineare wird schon erneu Weg loben, um sich dem Zwange zur wirtlchaftlichen Ber- tonft zu entziehen. Bei ihm ist der politische Zweck, Deutschlands Zerstückelung und Lähmung, der Haupt- irumpf. Und diesen Trumpf wirb er tet den Wahlen Sussfiiele«. Ob er d»S Spiel gewinnt obte verliert — b* ist btt SchickfirlSfrasc der französischen Polittk.

Die Briese, die Mac Donakd und Poincar^ gewechscit ttbtn, weichen die Oefsentlichkcit noch weitet beschäftigen, nachdem beschlossen worden ist, ihren Text bekannt zu gebt«. Cie find zweifellos eine wichtig« Etappe auf dem |Bege, den die Entwicklung der englisch-ftanzösischen Be- gnbuugen unter der Miuisterpräfidentschaft Mac DonaLs finschlägt. Mac Donald geht zweif.'llos stark inS Zeug, tzctu Kabinett beschließ, die russische Regierung auzu« rrkenncn und eine dementsprechende Note wird in Mvsk tu

. No » kan. S. Febt. Der Sowjetkongreß nahm ein, mtrnntg eine Entscherdung an, in welcher zunächst mit «fliesigung festgestellt wird, daß die Anerkennung de «re der Sowjetregierung einet bet ersten Schritte der Men englischen Arbeiterregierung sei. Keine der «Oberen Regierungen sei den Besttebungen der Sowjet- *sieruna entgegengekommen. Die englische Arbelter- gKft sei allzeit den werk ätigen Sowjetrepubliken bei ™tem Kampfe um den Frieden treu verbunden ge» ®elett. Die Wiederherstellung der normalen Be- Pbungen sei zustandegekommen in einer Form, welche ** beiden Völker würdig fei. Angesicht» der gesvann- internationalen Beziehungen gewinne dieser Schritt englischen Arbeiterregierung besondere Bedeutung. Unionkongreß erklärt, daß die Arbeitsgemeinschaft E>t den Böllern Eroßbritannienr stets eine der wtch- "ßlten Sorge« der Unionregierung bleiben werde, die • «cbereinftimmung mit ihrer Friedensvolltkk alle Be- fcn<aKoen 8wt Lösung der strittigen Fragen und zur ^lllgung hx, wirtschaftlichen Verbindungen ein|ety«

__L11. Me neue englische Regierung hat ihre Absicht, Sowiet- rußt and de inte anznerkennen, tote bereits gemeldet, bet» *irllicht. Der englische Vertret« in Moskau, Hedgesvn, iberrcitlte gestern der Sotojctregtuung eine Note, in her WB S W:

i fötotin, daß fte die Union der sozialistischen Stwjek- «publiken de jure als die Inhaber der Regietungsgewait Iber jene Qfebtete des früheren russischen Kaiserreichs duttkcnnt, btc ihre Autorität aoerkannt l-aben. EZ sei i ®»*t>e«btg, weitere prattische Abmachungen über rer« (webene Angelegenheiten und Fragen zu treffen, »o:;

’tBc* einige an und für sich mit der Anerkennung nichts lu tun haben, andere aber wtt der Tatsache dieser An- krieunung verknüpft sind. Wetter wird in der Note Asogt, daß natürlich an ständig« steundfchaftlcche Be pehnngen zwischeu den beiden Ländern so lange nicht £ tracht werden tonnt, als von der einen Partei no-ü

Paris, 1. Febr. Str Chef der russischen feanbeto-

■^3 Oututung in London Rakow »t, erüärt: dem 6v»

Sie nette tulMt ftgitmg.

Moskau, 8. Febr. Nach der russischen Tele­graphenagentur wählte die Zentrale Zollzugsaus­schutz des Sowjetbundes den bisherigen stellvertre­tenden Vorsitzenden des Rates des Volkskornrniffare Rykow anstelle Lenins ium Vorsitzenden des Rates.

Moskau, 8. Febr. Die von der neug^il- deten Zentralexekutive die Sowjetunion gewählte Unionregierung fegt sich wie folgt zusammen: Prä­sident de» Rats der Volkskommissare Rykow, Stell­vertreter Kameneff, gleichzeitig Vorsitzender des Rates der Arbeit und der Verteidigung; Aeutzeres Tschitscherin; Krieg Trotzky; Außenhandel Krassin; Verkehr Rudeutek; Post Smirnow; Finanzen Eo- bolnokow; Präsident des Obersten Volkswirtschafts­rates Dscherfchinskr.

®ntaro Wn t.

Washington, 3. Febr. Der ehemaNge Prä­sident Wilso« ist heute geftorbe«.

Schon vor dem Kriege war Präsident Woodrow Wilson im eigenen Lande eine markante Persönlichkeit. Am 28. Dezember 1856 in Virginia al» Sohn eine» Predigers aus schottischem Geschlechte geboren, hatte er Geschichte, Rechtswissenschaft und Pbilosovbie jtuhier und im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts sich einen Namen als Professor bet Geschichte und Volks­wirtschaft gemacht. Im Jahre 1911 begann feine »oli- .ische Laufbahn. Er batte es damals verstanden, sich gegen da» eigene Potteigetriebe duraizufetzen und war als Dertrauensmail« der demokratifchen Partei rum Gouverneur von New Serien gewählt worben. In die­ser Staatsstellung setzte er seinen ganzen Willen daran, die volitischen Grundsätze zu verwirklichen, die er bis tbeoretlsih verfochten hatte. Er drana auf Rein­haltung der Verwaltung und kam dadurch zum Teil in Konflikt mit Männern der eigenen Partei. Umsomehr aber erwarb er sich da» Vertrauen der breiten Masse und fo hatte er gewonnenes Satti, als er im Jahre 1912 »um elften Male für die Ptäsidentickaft der Ver­einigten Staaten kandidierte. So kam es, daß die Ver­einigten Staaten unter feiner Führung in bte Zeit des Weltkrieges ein traten.

Dieier Man« bat al» Weltvolitiker vollkommen den Ruf verspielt, den er sich als amerikanischer Jnnen- volitiker erwarb. Man wird beute vielleicht Wilson bis zu einem gewißen Grade den guten Glauben zu- ivrecken. daß er es mit.seinen vierzehn Vunkten ehrlich gemeint hat. Allerdings eur unter großen Vorbehal­ten. Für uns ist das überhaupt eine nur akademische Frage, denn . Wilson mit feinen „14 Punkten" kann als einer der wichtigsten Urheber unseres nationalen Un­glücks angesehen werden. Auf ihn stützten sich unsere Pazifisten, ihm haben wir die scknelle Zermürbung von Heimat und Front mit zu danken. Schon in der sogenannten Neuiralitätsveriobe der Vereinigten Staa­ten. in der Zeit, in der ein Fall den andern und eine Note die andere ablöfte batte Willon sich als ausge­sprochener Parteigänger der Gegenseite gegen Dentsch- land erwiesen. Die Fäden, die damals schon die Ver­einigten Staaten mit der Gntenteieite verkniivften, wa­ren von der Hochfinanz so eng geflochten, daß für wahre Neuttalität kein Platz mehr war. Aus diesem Grunde war Wilfon auch gemüfetmaben von vornher­ein dazu bestimmt, das Versorechen zu brechen, mit dem er den zweiten Wablkamof als Präfidentickaftskandidat gewonnen batte. Er batte sich im Jabre 1916 wieder wählen lasten unter der Parole, er werde Amerika dem Krieg fernbalten Diese Zusage fiat et nickt gehalten und wohl auch nicht hatten können, be nicht nur er reriönlich, sondern auch die ganzen Stimmungsoerfiält- niste in Amerika Dem Weltkriege iutrieben.

Die Art wie der Vertrag von Versailles zustande gekommen ist, war bann der vollständige Infam- menbrvch Wikfons in feiner Eigenfchaft als Volitker und Staatsmann. Eicher tft, daß Lloyd George und Etomenceau in Versailles Den Theoretiker Wttfon vollkommen übertrumpften und ihn mit feinen Völkerbundsgedanken aus dem Felde schlu­gen Wilson batte entweder nicht die Kraft oder den Willen, sich durckruietzen, und wenn er »» Beginn fei­nes Auftretens in Eurona als derjenige Mann gefeiert wurde, der durch den Eintritt bet Vereinigten Staaten in ben Krieg bet Entente ben Sie« brachte, fo wat die­ser (Stans vollkommen erloschen, als et nach Amerika u.“.?bet zurückiufir Et wat bet geschlagene Mann unb so erlebte et benn auch in Amerika selbst einen völligen politischen und moralischen Zusammenbruch. Er strebte 'm Satire 19?0 an» Vrestige-Gründen danach, »um dritten Wctt al» ^nbfbet der bemofratif*cn Pe-ckei bei der Präfidentschafiswabl ««mitteten. Dabei schei­terte et vollkommen Für en» tft und bleibt er der Mann, der zuaetasfen bat, daß ein feierlich gegebenes Verspreche« der Welt und vor allem dem deutschen Sokke schnöde gebrochen worben ist.

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fine Bebe A. Kttrsesm;.

Stettin, 4. Fckr. Aufi«nm!nifter Dr. Zstkese- monn h t(t b i e ne: M e>r «r'a^m'i'ni d k Dk't scheu VotkSpart i eine Rede, in der er aussührte, mit dem Nomen des schcvererkrank.en ehemaligen Uräsi-' deuten Wilson unb mit seinen Versprechungen sei unser onß.'np-'lili'che; Schicksal ver'uüpst. W r seien ein wasjerttoscs Bvlh. müßten uns aber mit allen Kräften g-gen die Ansbürdunz der moralischen Schuld

------------1----- '■ f ■HIIIMMgMi mnrs der früher allein gegen Deutschland eingestell­ten Meinung der Welt. Der Zusammentritt der Sach», versiändigen in Berlin beweise dir durch die Folgen des" Versailler Vertrages hervorgerufenen Sorg-n unb Unruhen bei Welt. Unter Hinweis auf ben Währungs­verfall in Frankreich erttäete es der Minister für die Aufgabe der Sachverständigen» die Frage der Währun« tun gen der Länder so zu regeln, daß sie ein festes Verhältnis zueinander bekommen. Diese und alle da­mit tusammenhängenden Fragen würden zeigen, daß Deutschland leine Leistungen übernehmen könne, wenn seine Einheit zerstört sei. Ein Volk, das bin Krieg ver­loren habe, müsse doppelt arbeite», um für die kom­mende Generation erträgliche Verhältnisse yi schaff-». Stresemann verteidigte die Haltung der Regiernnz gegenüber Sachsen u. a. mit einer Rede Sinowjews, die der heut'ge „Vorwärts" nrebctg bt, in dar ,s heißt, der B:lschcwirmuS habe gchefft, von Sachsen aus i« Deutschland einmarschieren zu können. Eine feste Wäh- ntng könne Deutschland nur durch Balanziernng seines Etats erhalten. Unsere W rtschaft könne nur durch in­ternationale Kredite wieder in Gang komme». Die Weiterzahlung der Besahungskoste« müsse einen neuert Verfall der Währung bringen.

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Enthüllungen.

Berlin, S.Febr. Nach dem Bericht deS ,F?orwärts" über die Enthüllungen Sinowjews, die Reichsministcr Dr. ©trefemanu in seiner Stettiner Rede erwähnt bat, hak Sinoivjew auf der letzte» Patteikonfetenz der R. K. P. u. a. getagt, durch die Ereignisse des Sommers sei die Kommumftische Partei in den Kampf einer in Deutschland noch nicht dagewesenen revolutionären Welle gczoqeq worden. In Sachsen sei eine Mehrheit der Sozialdemo­kraten und Kommunisten auf parlamentarischer Grundlage vorhanden gewesen. Das Exekutivternttee sei stets gegen die Bildung einer legalen Regierung aut parlamentari­scher Grundlage gewesen. Als wir aber die Ereignisse so einschätzten, daß die Krise nur eine Frage von wenige» Wochen sÄ, hielten wir den Mvmevl für gekommen, um unter bestimmten Bedingungen in die Regierung einzu- treten, damit wir uns von Sachten ans zum Kampf um die Macht entsaften konnten. Da» war, als GeneraL Müller ernannt wurde. Wir nahmen an, daß di« Zeig- nerregicrung bereit war, wirklich gegen baS W«iße Bayern zu kämpfen und sofort eine» betoaffneteuAusstandmitLOOOOdeutscher Arbeitern ßurchzuführen. Die Dinge vollzogen sich aber ganz anders, als wir vorgesehen hatten. Die Kommunisten in der sächsischen Regierung fühlten sich nur als Mitglieder einer gewöhnlichen Koalition. Dar­auf schrieb da» ExekutivGenitee einen vertraulichen Brief an die K. P. D., in dem es hieß: Mr in Moskau beurtell- ttn, wie Euch gut bekannt ist. den Eintritt bet Kom­munisten in die sächsische Regienrnp lediglich als ein mllitLrjsch-strawgisches Manöver. Ihr habt diesen ©in* tritt iu einen politischen Block mit ber Linken der Sozial­demokratie verwandelt, die Euch die Hand reichte. Wit stellte» uns döe Sache fo vor, daß der Eintrittz in bi e sächsifche Regierung nur die Erobe­rung einer Kanrpffeldcs bedeutete, um auf ihm die Entfaltung der Kraft unserer Armee zu ermöglichen. Ihr habt es vorgegogen, die Beteiligung an der sächsischen Rcgieruug in eine banale parla- meutarifche Kombination $w verwand,In. Dar­aus ergab sich unsere politische Niederlage. Schiimmer als das — eS ergab sich daraus beinahe eint Komödie. Eine Niederlage im Kämpft hätten wir ertragen können; wenn aber eine revolutionäre Partei am Vorabend eines Aufstandes fich direkt lächerlich macht, dann ist das schlim­mer als eine Stieberlage. So bereitet man eine Revolution nicht vor. ' i

Vit SMnMdiM-MM.

Berlin, 2. Febr. Von einer maßgebenden Persönlichkeit der Sachverständigenkommission er» fährt die Telegraphenunion: Die Untersuchungs- lommission für Währungsf ragen beschäftigte fich auch gestern eingehend mit dem Plan Dr. Schachts zur Errichtung einer Soldbank. Die Unterkommis­sion für den Reichshaushalt prüfte die von der Reichsregierung unterbreitete reichhaltige Denk­schrift. Wie üblich, sand auch gestern eine Voll­sitzung der ersten Kommission statt, in der die ver­schiedenen llnterkommissionen eingehend Bericht er­statteten. Heute nachmittag findet wieder eine Vollsitzung statt. Die zweite Kommisiwn für Ka­pitalflucht beschäftigte fick in einer Morgen, und Rachmittagssitzung im Zusammenhang mit der Re- parationsfrag« mit der deutschen Handelsstattstik. In der Zwischenzett haben die Buchhaltungssach­verständigen Lei der Deutschen Dank und einer Reih« anbetet Großbanken mit der Prüfung de» ihnen vorgelegten Materials begonnen. Für die nächste Zeit ist folgender Arbeitsplan vorgesehen: In den Unterausschüssen wird das von der deutschen Regierung vorgelegte Material bearbeitet und die Fühlungnahme mit den deutschen Regierungsver­tretern und Sachverständigen aufrecht erhalten wer­den. Die beiden Kommissionen treten täglich ein­

mal zu einer Sitzung zusammen, um das Material

®u Kriege torhrrn. Es zei^e Ach eine zewijje der UnterausWüsie zu prüfen pod zu ficlsten.