Einzelbild herunterladen
 

meße

Stuttg art, 25. Jan. Im Finonzaussit- des Landtags btetfite heute der Minister des Innern eine Nachtragsforderung für die politische Poli­zei ein, die darnft begründet umrde, daß in letzter Zeit erschreckende Einblicke in ein weitgehendes, aus rafrinCrteftf Art ausgebmites und auf die Durchführung eines Um kurzes angelegtes Snsiriy gewonnen worden seien, das die unbdxngte Entschlossrnheit der Komrnu nistischen Partei zur Vernichtung des Staates in seinem gegen­wärtigen Bestände erkennen lasse. Tie außerordentlich.' Gefahr, die hier drohe, berühre nicht nur Deutschland und Rußland, sondern auch Europa, und die Kraft der

leichte Erhöhung der Frequenz gewiffrr Schulen nötig sein. Die höheren Schulen find hier bereits bis an die Erenze des erträglichen gekommen. Aus dem Ge­biet des Volksschulwesens kann eine gewisse Erhöhung Eintreten. Nach statistischen Vergleichen zwischen den Zohlen der Schulkinder und der Lehrkräfte vor und nach dem Kriege kam der Minister zu folgendem Schluß: Heute haben wir im Vergleich zu 1914 1,2 Millionen Schulkinder weniger, 5000 Lehrkräfte mehr. Vgn jeder Lehrkraft werden 12 Kinder weniger betreut und im Durchschnitt in einer Schulklasse 11 Kinder weniger unterrichtet als damals. Es bedeutet also feine Aufgabe der Bildungshöhe unseres Volkes, wenn wir hinsichtlich der Klassenfrequenz in unseren Volksschulen nach einem verlorenen Kriege uns dem !atzten Friedensstand anvassen. Ebenso kann für den Vcbersong zu einer besseren Zeit eine gewiße Erhöhung der Pflichtstundenzahl in Kauf genommen werden. Zum 1. Avril d Js. wird fich nur eine geringere Ver­minderung aufgrund der Erhöhung der Klassenfrequenz und der Pflichtstundenzabl ermöglichen lassen. Im Laufe der Jabre 1924 und 1925 wird sich dann »eigen, wieviele Lehrkräfte ohne Schaden für die Bildungsan­stalten eingesvart werden können. Es bandelt fich hier nickt um. eine Zerstörung, sondern um eine otenvolle Neugestaltung und um eine stärkere Anspannung der Kräfte aller.

konzentrierten Anstrengungen gegenüber Deutschland dürfe nicht verkannt werden. Es wurden interessante Einzel­heiten über die fabrikmäßige Waffenherstellung durch die Kommunisten in einzelnen Betrieben mitgeteilt. In «nein Betriebe seien allein 1400 Handgranaten beschlag­nahmt worden Enorm feien dir Mengen o'-erommcncn Sprengstoffes.

A§ teil SJorlamenten.

Berlin, 25. Jan. Der sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschastsrats har einen Antrag angenommen der den durch die dritte Steuernotverordnung ev. fließen- den Mietzins zu einem erheblichen Teile zum Mi« - deraufb au der Wo bnu ng sw« r tscha ft ver­wenden will. Auch ein Antrag, welcher die Reichsregle- rnng ersucht, bet dritte Steuernotverordnung vor ihrer Bekanntgabe dem vorläufigen Reiwswirischastsrat zur Begutachtung vorzulegen, wird angenommen.

Berlin, 25. Jan. Wie die Blätter von zuständiger Seite erfahren, ist die Entscheidung üter eine Hypo­thek naufwertung noch nicht gefällt. Heute um 1 Uhr beginnt die neue Beratung des Kabinetts über die dritte Sleuernotvervrdnung. Aenderungen in der Auf­fassung des Reichssinanzministers sind nicht eingetreten.

3ir Lm Io tn Mr.

eines weiteren Sonderbündlerführers. Mayen, 25. Jan. Gestern abend gegen 10 wurde der Sonderbündlerführer Schlicht aus zwischen Nieder- und Ober-Mendig ermordet,

pae von acht Kugeln getroffen worden. Der Ee- »tzktete trug selbst ein gesicherten und geladenen Re- »loek bei sich. Schlicht kam von einer sonderbünd- l fischen Programmreise aus Rathenau. Er war i Itt Führer der hiesigen Sonderbündler, wahrend ; z«rcrl Herrschaft er als Landrat des Kreises Mayen Angierte. Während dieser Zeit lieh er 7 Trillionen Mark Geldscheine drucken, die hier unter dem Na- ftnSchlicht-Geld" bekannt sind. Der Getötete War von Beruf Backofenbauer. Von de» Tätern sthlt jede Spur.

5 p e o e r, 25. Jan. Dieautonome Regierung" Kal Strafmaßnahmen gegen eine Reihe er n Pfälzern, die sich bei dem englischen Eene- «ltonsul Clive scharf gegen den separatistischen Terror ^gesprochen haben. So wurden am 22. Januar zwei Kluende Mitglieder des Minzerbundes in Bad Dürk- stim, obwohl sie erklärt hatten, bei dem Empfang Eli-

1« Win.

Kein Rücktritt KahrLollows.

München, 25. Jan. Die Korrespondenz Hoff­mann meldet: In Berlin wurde die Nachricht ver- brkitet, daß General v. Lossow gestern den baunscken Ministerpräsidenten besucht und ihm die Bereitwillig­keit seines Abschiedsgesuches ausgesprochen habe. Lossow bat weder gestern noch überhaupt in der letzten Zeit den bäurischen Ministerpräsidenten besucht oder ge'vrochen. Die Nachricht ist von Anfang bis Ende frei erfunden. Von Rsicktrittsabsichten des Gene­ralstaatskommissars v. Kahr ist an keiner Stelle et­was bekannt ,, . ,

München, 25 Jan. Dberlandesaericht Pobner ist, wie dieMünchener Zeitung" erfährt, in der Un- tersuchungshat an einem Magen» und D a r m l e i - den erkrankt. Er muhte in ein Krankenhaus ühcraefübrt werden.

München, 25. Jan. Der bayrische Landesaus­schuß der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands fordert in einem Stufruf dazu auf, das Begehren der Bäurischen Volksvartei auf sofortige Auflösung des Landtages und Aenderung der Verdung durch einen neuen Landtag nicht zu unterstützen. , ' .

München. 25. Jan. Der BerfassunqSauSschnß des Londtoges beendete heute seine Arbeit.-». Zm Lauf- bft Sitzung raten die Demokraten auch an. de Dn'steift d^r ba-r scheu Reg-uc -na über die Revision ter Weim r r Berf^siung im Ausschuß zu besprechen. Redner der Bayrischen Bolkspartei und der Mittel- tzartei widersprachen mit Hinweis darauf, daß es att.sch r.ich' zweckmäßig wäre, in eine begonnene Ber- hand.uug zwischen der Rsikb?regierung und ter bay- r sch«n Regierung e-nuigr ism und mit dem weiteren intrde, daß die DenkschrHift dem Landtag offiziell garnichl vorliegt. Ein darauf von den Sozialisten gestellter Antrag, die D-nIchrift unverügsich im Land- tage zur Vorlage zu bringen, wurde mit den Stimmen -)ft Bayrlcben Volkspartei, der Mttelpartei und des Bayr'fcken Bauernbundes abgelchnt.

MMMM MMIL

Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbetter.

' Auf dem Markte der ausländischen Devisen spielen sich augenblicklich ganz eigentümliche Dinge ab. Die Ver- t-ältmffi sind mit denen, die wir noch vor acht Wochen kannten, überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Man kann fast sagen, daß die deutsche Währung im Augenblick eine der festesten ist, die es gibt Dagegen sind Währungen, die uns noch vor kurzem als geradezu mustergültig vor- schtvebten, in£ Schwanken geraten. Das gilt nicht nur für

3« Jen llmhtli In Anr-ZWimnlM.

Dresden, 25. Jan Die Lage in Aue-Schwarzen- berg ist ruhig. Seit vorgestern Abend haben sich wei­tere Vorfälle nicht mehr ereignet. Die Angabe, daß die Demonstranten bewaffnet waren, bestätigt sich "u dem durch die Polizei gesäuberten Markt 'n Schwar­zenberg wurden vorgesunden: eine scharfe Handgranate, eia entladener, entsicherter Revolver, ein Totschläger und Stahlruten. Unter den Verwundungen der Po- iizeibeamlen wurden noch mehrere Schußverletzungen fcstgestellt. Auf Seiten der Polizei wurden sieben Per­sonen verwundet, darunter mehrere schwer. Auf Sei­ten der Demonstranten sind zwei Tote und 12 bis 1 r Verwundete testgestellt. In Alberode find auf Seiten der Pol'-,ei ein Beamter und auf Seiten der Demonstranten der Kommunistenfübrer Weiß verwun­det worden.

Keine

se'etz'i.

Berlin, 25. Jan. Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Einberufung des Reichstages ist in politischen Kreisen auch davon gesprochen worden, baß ev. eine Verlängerung der Geltungsdauer d-4 Ermäch­tigungsgesetzes notwendig werden würde, ivefl diese am 15. Februar ab läuft und der durch Verordnungen zu regelnd« Stoff bis dahin von der Reichsregterung nicht anfgearboitet werden Ian». Wie man baju aus par­lamentarischen Kreisen hört, besteht die Absicht einer"Ver­längerung des Ermächtigungsü"setzes jedoch nicht, da die Regierung selbst es nicht für notwendig lullt. Das Gesetz wird also am 15. Februar wie vorgesehen außer Kraft treten. Außerdem rechnet man damit, daß un­gefähr Mitte Februar auch das Reichstagsplenum wieder Zusammentritt, weil anzunehmen ist. daß das nach Brn> Kn kommende Sachverständigenkomitee bis um jene Seit feine Arbeiten vollendet haben dürste.

! rif sofortiger Verhaftung und Vermögensbeschlag-

SS MMs rahme gelang es Schmitz-Evver, einen der beiden Her- 11II! | ten so einzuschüchtern, daß er eine Erklärung unter« 111« I f M)tie6, wonach die von dem Winzer Poth aus Bad II1111 kiirkbeim in Nenftadt gemachten Ausführungen der * fbfibrbelt nicht entsprächen. «Wie gemeldet, wurde das «ngganze bewegliche und unbewegliche Vermögen l«rt« k, rl>et 6s von den Sonderbündlern wegen seiner schar- Ausführungen gegen die Separatisten in Neustadt kl sch lagna hmf.l Die unter Gemalt erpreßte Er- Wrung wurde dem Generalkonsul El ine und General 1 Yllffl ®f** a^s Beweisstück für die angeblich sevaratisten- lUlufl beuudliche Gesinnung der Beoölkeruna übersandt.

? Mannheim, 25. Jan. D-r ^"-üs sche Delemerte ß » Kasel bat angeordnet, daß alte b«cördl'chen Schrriben Df der Post zunächst ihm zur Einsicktznahme vor einer Sftterleitung vorgelegt werden müssen.

_ s? in Neustadt pickt anwesend gewesen zu sein, von B krautonomen Regierung" in Svever einem 5^lstün- Mt Nsem Verhör unterzogen. Von dem berüchtigten WUM knssrchef Schmitz-Evver wurde ihnen angedroht, zehn fünfzehn Winzer über den Rheinspritzen" zu l£bes Ai fiffen, d. b. auszuweisen. Durch die weitere Drohung

Gint W b« RM«sminiWtr$.

L Stettin, 24. Jan. . In einer öffentlichen Ver- OMmlung führte der preußische Kultusminister Dr

Loekitz beute abend u. a. aus: Oberster Grundsatz bei ItL infolge der geradezu trostlosen Finanzlage not» Pc obigen Verringerung des lluterrichtsversonals ist Md bleibt, daß die Bildungshöhe unseres Volkes nicht Pmindert wird.. Darum ist es zum mindesten mißver- tzirblich. wenn int Zusammenhang mit der Personal- Maunerordnung van Schulzerstörung und Verkümme- teug der Bildung gesprochen wird. Die Neuordnung Älteres höheren Schulwesens ist schon fange vor Ein­dringung der Abbauverordnung planvoll in Angrift teiwmrnen worden. Auf Grund der Gutachten von Mörben, Körperschaften und E'nzelversönlichkeiten Kirben in einer Denkschrift die Grundsätze oet gevlan- tzn Schulreiorm und für die einzelnen Schularten ent- Zechende Richtlinien und Stundentafeln auffleftefft Mbei handelte es sich auch um die aus vädaaogischen feinben aevlante Herabsetzung der Woche"stundenzahl «ss durchschnittlich 30. Die einzelnen Schulformen Wen in ihrer Eiaenart stärker heraus-'-»arbeitet und ter Gesamtunterricht von der Bildungsaufaabe der be- feeffenben Schulreform ausaestaltet werden. Hoher Anzelhcite» der Stundenverteilung kann zur Zeit Oberes noch nicht mitgeteilt werden. Diese llnn Miuugen «erden aber vor Ostern 1te>5 nicht durch- »fährt werden. Gleichzeitig wird man einer vorsich- tfcen Planwirtschaft bedürfen, z. B. Zusammenl"qung stm Anstalten, wenn eine nicht mehr lebenskräftig ist, ter andere aber in Blüte steht. Weiter wird eine

Hwettes Blatt

Nr. 22^ uabDid, 20. Januar 1924

d« dänische Krone, die einen plötzlichen Fall erleot, Ml aber titzwtschen davon wieder einiaermaßen erholt hat, ES gift außerdem auch für das englische Pfund, daS auch nicht ans festen Füßen steht und durck wiederholtes Nach, geben in der letzten Zeit auf etwa 8085 Prozent deck Borkriegswertes gesunken ist. Die Gründe sind uatürllch verschiedener Art. Bei der dänischen Krone waren eS mehr technische Voraussetzungen. Das englische Pfund ist, wie eS scheint, durch die politischen Ereignisse der letzten Zeit etwas erschüttert worden. Ter Uebergang der Regis» rungsgewalt an die englische Arbeiterpartei und dick Befürchtuirgen, die daS internationale Kapital damit ver» bindet, spiegeln sich in dem etwas wechselvollen Kurs des englischen Pfundes wieder. Aber es ist zweifellos daß die englische Währung diese kleinen Schwankung«» rasch überwinden wird. Denn wenn auch die wirtschaft­lichen Berhältnisie in England nicht gerade rosig sind, sa sind doch die Finanzen vollkommen in Ordnung und May kann deshalb daS englische Pfund immer noch auf die Taner für eine der sicherste Währungen halten, die eck gibt.

Dem armen französischen Franken dagegen gehl es auf die Dauer schlecht. Wir befinden unS dieser Baisse Zegenüber zur Zeit in einer geradezu beneidenswerten Lage, während die anderen, die jahrelang mit ihrem teilweise recht minderwertigen WährungSlöffel das Fei^ bei uns abschöpfen konnten, heute dazu veruttcill find« den Riemen etwas enger zu schnallen. Es ist bezeichnend, daß verschiedene Franzosen, die mit der französischen Bot­schaft in Berlin in mehr ober weniger engem Konnex stehen, es Vorgezogen haben, Berlin zu verlassen. ®ner davon, ein bekannter Prosi ssor, erklärte, er bekäme-für 106 Franken nur noch 17 Rentenmark und es fei ihm nicht möglich, mit diesen Bezügen noch auszukommen. Tie Ente ttmfhtn die damit eingesetzt, hat, wird ganz zweifellos, ihren Weg weitergehen und wenn auch hin und wieder der Franken sich etwas besser stellt, so wissen wir aus eigen«! Erfahrung nur zu gut, daß auf solche Vorübergehenden Erscheinungen kein Verlaß ist, wenn die Dinge einmal ins Rutschen gekommen find.

Dagegen ist die Frage, ob die deiztsche WSHrungS- befestigung endgültig sein wird, natürlich noch offen. Damit soll m'cht im geringsten die gute Fundierung her Rentenmark irgendwie in Zn>eifel gezogen werden. D« Rentemvährung ist gut und sicher und sie ist in sich gefestigt. We der tetzte Schritt des RentenhankvcrstandeS bei der Reichsregierung beweist, läßt die Bank mich ab­solute Vorficht walten und sie wird sich sicher nicht dazu verleiten lassen, mehr Scheine zu drucken, als unbedingt gedeckt sind. Die Gefahr liegt denn auch an einer anderen Stelle. Die deutsche WSHrungsgesundung wird erst bann von Dauer sein, wenn jede neue Gefahr ungedeckten Geümrnlaufs ein für allemal beseitigt ist. DaS fitzt aber voraus, daß das Reich und die Länder unbedingt dazu kommen, alle ihre Ausgaben aus ihren Einnahmen zn decken. Und hier steht die ganze Reparationsfrage immer noch wie ein dunkles und drohendes Fragezeichen hinter unterer Währungsgesundung. Man kann sich vorstellen> daß in diesem Zusammenhang die Verhandlungen den SachderstäMgen in Paris und demnächst in Berlin boffi -außerordentlich großer Wichtigkeit sind. Tenn wenn wirklich obiekttv die deutsche Zahlung-fähigteit festge- stellt und danach das Maß unterer Leistungen abgestimmt wird, so Verschwindet jenes drohende Fragezeichen, ooL uns heute immer noch überschattet. Setzt fich aber die andere bisher verfolgte Methode durch, daß man un- leistungSsähig macht und unS immer wieder Rebenlasten aufbürdet, so werden alle Sachverständigenausschüsse der Welt un? nicht Helsen können.

Die Sachverständigen worden tehon jetzt den Eindruck gewonnen haben, daß Deutfchland nicht erst auf da» ausländische Eingreifen gewartet, sondern sich schon in weitem Maße telbst geholfen hat. Der erste Schritt war dir Rentenmark, der zweite wird die Goldnotenbank fein, die der Reichsbankpräschent Tr. Schacht im Entwurf ichon (o gut wie fertig hat. Auch fite Kapitals-ichasfung ist, wie es scheint, schon so gut wie sicher gestellt. Sie ist natürlich das Hmiptproblem. In sehr weitem Umfange rechnet man mit einer Bcteil.gung inländftcher Devisen« besitzer, die nichts Besseres tun können,als ihren Besitz in der durchaus sicheren Goldnotenbank anzulegen. Außer­dem wird die Reichsbank sich mit einem Teil ibr-tz

en $

ffe

le

Nachdruck verboten.

Gsrmaine Rüschev.

ebilds ksi- Elsaß-Roman. Von Christian Bauch Holtz.

Es 8; Fortsetzung

zech

-6UP-

l mir laftei en Dten.

ich

rt er» er t»

n Sie von >beir

»hl

»ri|P en

Hören Sie sich den Mann an!" lächelte der £het= nant tregmerfend. Und Brant b ohattete den Toc» Hütet, dem man immer noch mit äußerster An- Mit lauschte. Er erzählte setzt von seinem Freund Stet Barr. Barr war ein sehr bekannter politi- ktt Kops und galt seinerzeit im Elsaß den Ehauvi- al? eine Art Nationa'h-'ld. Brant stutzte, «iS ® den Namen des Abb^es fallen hörte.

Ter Docteur war eine fast unheimliche Erschei- D'e Dame Eardelier. da? M bium, Hane vor W btt Herrin bei Salons zugeflüstert, wenn sie M DoktenrS Mick begegne, fei sie tierfotn, fall« Tranre. Sie ziehe eS vor. Strümpfe zu (trlen.

Tokteur Hüter war in den Bieniqm. Se'Nr Wkftalt war schlank und seine Manieren waren posiert- ^stvkrattsch. Vom Scheitel bis zur Sohle war «4er dem Goldsteg des Monok ls und einem unge- wneii roten Siegelring an der gelblichen Hand bunter Tupf an ihm. Sein Hoar war glänzend- f^varz. pomadisiert und sehr korrekt gefch fielt. Sein harzer, schr gepflegter, viereckig geschnittenerBoll-

ließ b:n dem 6laf tn Gesicht k ioe einz g' chira te- Msche Linie erkennen. Auch die Lippen lagen hin- " dem Batt versteckt. Vom HalS war nichrS zu »4en: er trug eine ganz hochgeschlossene 'Seidenkro- ®tte. die im Biedermeierstil unter dem Kinn durch

Agraff? festg knüpft war und den galt en Westen- ^schnitt verbeckte, sodaß auch die Hemdbrust ver- blieb. Den schwarzen Gehrock, der gut saß, hatte ? tnfl ge,chlossen. Die Lackschuhe hatten idmnnen ^^trinsatz. So bot er das Bild der Zugeknöpf heit, jj^abiotutn Ernstes und wirkte irg-nbnre m'-ste.iös. ?^ioz wie ein» Mumie saß er da. Nur seine Lippen Lasten sich. Er erzählte Anekdoten von dem Abbe»,

SBi'ten Sie. daß er sich ein Musee germanique eingerichtet bat?" fragte er die Tarnen, die ihn um* (jg.rteu.Er sammelt darin die Blüten deutscher Kultur. Uebrigens fordere ich in seinem Namen alle Anwesenden auf, kleine Beiträge zu liefern. Tas letzte Stück ist besonders interessant. Haben Ne es in der BerlinerIllustration" ges.hen? Es steht hort abgebildet. Tas Stück ist meinem Freund, dem Abdce, ton einem Straßburgt Juwelier überlaffea rcotben. Ich hüte mich, den Namen des Juweliers zu nennen, denn ich höre, er hat bereits genug unter den Intrigen der Deutsche» zu leiden. Also: Bor einem halben Jahre erschien ein preußischer Offizier in feinem Geschäft, brachte die Hirn'ch:Ie "einer Wien Geliebten und bat den Juwelier, daraus eine Bowle t- scht-le mit Silberfuß zu machen. Der Juwelier ver­fertigte den Fuß aber als der Offizier seine Schale abholen wollte, stellte e» sich heraus, daß er nicht ge­nügt nb Geld hatte, die Arbeit zu bezahlen. Er ver­sprach roicberu'ommen. kam aber natürlich nicht, und so überließ der Juwelier das prächtige Tokuurent det-iscker Kultur dem Musee germanique."

Tie Leute lachten.

Ob.Neutnant Schrick enismmte sich sofort, toorfo?. Er ging auf den Leutnant Bartsch zu, der nchen Ger- niaines Schwester A.ice saß. b.funkelt von ihren Ar gen. Schlick machte eine leichte Verbeugung zu Alice hin: Gestatten gnädiges Fräulein, Leutnant Bansch, tch bitte einen Augenblick!"

Die Offiziere verüeßen den Salon. Alice war­tete, beunruhigt.

Brant indessen glaubte, an Stelle des Oberleut­nants, der des Französischen nicht mächtig war, spre­chen zu müssen. Nachher erst wunderte er sich übet feineFrechheit". Er fragte auf französisch den Doc­teur:Glauben Sie das?"

Manche von den Anwesenden sahen Brant er­staunt an daß er eS wage, dem Doktenr zu wider» ,prechen und gar etwas zu bezweifeln, das vom Abb« Barr ausginz. Stz tarn chirea vor, wie Blasphemie.

Manchen Kreisen galt der Abbee fast als ein tzei- iger. Blicke streiften Lucian Brant, die etwa be­sagen wölkten- Du bist ein Elsässerfi-ind, ein Preuße, aber wozu dir erwidern? Dabei war Staut ein gebürtiger Elsässer. Seine Mutter war Äsässecin, sein Vater ein Deutscher. Seine Ansichten schwank­ten bis.txifen zwischen Deutschland und Frankreich. Aber nichts erregte ihn so, wie die Hetzereien, die die elsässische Atmosphäre vergifteten.

Eine Tarne fragte den Dolleur hastig ablenkend: Wo ist tei Abbee?"

Al er", der Tokteur zog die Brauen hoch, ,daS wissen Sie nicht? Im Gefängnis!"

Die Umrt'fenben routten schnell begehrt. Ter Abbe- habeharmlose, witzige" Ansichtskatteu unter hie Schü­ler des Straßburger Gymnasiums verteilt. Dasüt härte ihn die rabiate Regierung ins Gefängnis ge­steckt. Der Tatbestand war der: die Änsichlskarten waren von dem Karikaturisten Zislin geznchnet. D e Karikatur zeigte den Direktor des Gymnasiums in Bod h -sen Wie ein Eorrilla sah er in der Karikatur ans. In Wirllichk.it war der Gymnasialdirekror eine etwas verträumte deutsche Gelehr.engestalt; er gab nicht viel auf sein Aeußeres, war aber beteilt von Begeisterung für alles Schöne und versuchte, Ott el­sässischen Jugend seinen Liebling, Goethe, nahezu- bringen, den er als Ideal des Deutschtum- hin- stellle E? trat ein echter Schwabe, ohne viel Sinn für die P-riierP-r'Ümkullvr", wie er sie nannte. Ta er, trotz leities JägechemdS, Begeisterung zu wecken wußte und seine Jungen ihn liebten, war er tem AMee nicht genehm. Der Aöbee versuchte, ibn un­möglich zu machen, indem er Karikaturen von ihm unter tit Schüler verteilte, Er bekam oasür einen Motrar Gefängnis

Tie ahnungslose Dame (cs war Georgette Mik chel) seufzte:Armer Mättyrer!" Und sie fragte: ,^>at er eie' zu leiden?"

Der Dolleur lächelte:Er schreibt im Gefäng­nis eine Broschüre über deutsche Gejänguijje."

Müde des Geschwätzes ging Lucian Braut auf die Suche nach Germaine und Alice und wollte sie aufferbetn den Dolleur darauf aufmerksam zu ma>- dien, daß solche Reden in Gegenwart von Deutschen höchst talllos seien. Die Damen waren aber nicht in den Salons.

Er tr-f Germaine und Alice auf dem Flur. Alice weinte in den Armen Germaines.

,$8a5 ist denn geschehen?" fragte Lucian Brant.

Ach", siiifzte Germaine und strichelte iorer Sch,'.«- fct bo? dunkelbraune Üppige Haar.Unb gerade wollte ick es von Ihnen wiff-n. was geschehen ist."

Er ist fort, ohne sich verabschiedet zu haben", schluchzte Alice. Zerbrochen hingen ihr die rote» Tulpen vom Gürtel.

Germaine nickte:Ter Leutnant Bartsch." Und sie flüsterte:Tabei lieben sich die zwei doch so furchtbar! Ich verstehe das auch nicht. Pauo« öe« fite soeurette. Arms Mordete." sagte Germaine müt­terlich in allen drei Sprachen, die ihr zu Gebot stauben, nm ganz besonders zärtlich zu fein.Grrn doch nimmt" (Meine doch nicht mehr).

Und Aiiee schluchzte aber sie blieb bei der deutschen Sprache:Du weißt ja nicht, was Lieh« heißt." Da lächelte Germaine etwas über die schöne Phrase; aber ganz nachsichtig.

Brant ftans träumerisch vor dem hübschen Schwo« sternpaar. Er fand Germaine, an beten Schuller Alice meinte, rührend, und besonders liebreizend i» chrer Zeitnahme. Und über dem Bils der beide» Schrvestern vergaß er, daß er des Rätsels Lösung wußte. BiS die Frau des Psörtners, die am Park­tor ihr HäuSchen hatte, hereinkam und eine Karte abgub.F»r Mamsell Alice!"

Bon rotm?" {ragte Germaine.

Tie be-ben deutschen Osfizrere hätte» eben de» Garten verlassen, sagte die Ponrerfrau.

(Fortsetzung folgt.)