Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
I««(,
22
• 6 net
1924
Die ftmzWe Smnmer nah der grontento
tUN-
>f-<5tfc
lü
rße
e SO.
i*
fil
Eelef. ®
miet 1 j h-li/
über die Vorzüge und die Nachts des Ais-
Auslaudr einzudeLr» Unbes wär« durchaus mög-zin Frage kvrrusa^kann. Der Sitz wird also Verli^
hältnisfe derartig ungünstig, daß sogar die verhältnis- mäkrig geringe Förderung der Ruhrzechen nicht ab» gefahren werden kann.
London, 25. Jan. Reuter berichtet aus Paris, es verlaute, daß Benesch während ।eines Besuches bei Lord Curzon auseinandergesetzt habe, daß das französisch-tschechische Abkommen keinerlei militärische Verpflichtung bedeute. Es ei jedoch ein Einvernehmen zwischen beiden Generalftäben vorhanden. Das gesamte Ueberein- Tcmmen könne auf Großbritannien ausgedehnt werden, wenn es die, wünsch«.
denSvertrageS. Sie Fortsetzung der Debatte wird aus morgen vertat.
di« «schalt.
Holland und die deutsche Kapitalflucht.
Aus dem Haag, 25. Jan. Auf eine Anfrage von Sommunistischer Seite, ob die Regierung bereit fei. Mitteilung über die in Holland deponierten deutschen Kapitalien zu machen, antwortete Finanzmtnister Colyn, daß er über diese Sache keinerlei Angaben besitze. Solche Angabe» zu sammeln, sei nur möglich auf Grund eines besonderen Gesetzesertasses. Er finde keine Ursache, einen ihm derartige Vollmachten erteilenden Gesetzentwurf vor die Kammer «u bringen.
Di- „S?beri)tim*t Zeitung" eti&eint lediemel wöchentlich. — Bezugovreir 16.—31.1 1,40 P ark einschließlich Zuftevu«g*gebLht. Für -u.sallrnve Nummern innige Erreiw oo. «temen«.Ereigntii« lein Eriag. —Vermag von Dr. <L Hitzerotd. — Druck dar llnio.-Duchvruckerei iwr 3ob. »■«. »o*. Marti 21,23. — Nerniprecher 56, Pakt checklonto: Nr. 5015 Imt Brankin« e. Main.
tpapi«
Äf Dörtiw
llee g> )s^M isieg^ >hul, u ei aUcr* sr.ifuts* [tat»
lich, daß die deutsche Ausfuhr gelegentlich deshalb, einmal überwiegt, weil die Einfuhr vollkommen steckt. Daß darin alles andere liegt als ein Zeichen blühender Wirtschaft, versteht sich von selbst.
Tatsächlich ist unsere Wirtschaft dem Zusammenbrechen näher als der Möglichkeit, sich wieder aufzurichten. Die Micum-Vertrage muten unserer Produktion im Ruhrgebiet Unmöglichem zu. Dies« Verträge sind von den Franzosen schematisch vom Großbetrieb bis auf das kleinste Werk übertrage« worden und so erpreßt man aus der Produktiv« dort Werte, die bei einer Durchführung eine« Jahreswert von mehreren Milliarden Goldmark darstellen. Die deutsche Industrie muß dies« Leistungen vollkommen auf die eigenen Schulter« nehmen, da die Regierung bekanntlich, abgesehen von der Eutschaft für Steuerzahlungen, keine Rückvergütung leistet. Es versteht sich von selbst, daß dieser Zustand nicht andauern kann. Tatsächlich haben wir als» im Ruhrgebiet eine Wirtschaftskrise von größter Gefahr und im unbesetzten Gebiet« eine Wirtschaft, die kaum etwas abwirst. Da» iß die Wirklichkeit, über die man sich durch Trugbild«! nicht Hinwegtäuschen lassen darf.
Frankreich nnd seine Vasallen.
Prrr i s, 25. Jan. Der französisch-tschechische Bündnisvertrag wird heute oder morgen in Paris unterzeichnet werden, da Außenministe Benesch voraussichtlich am Sonntag von Pari» abreisen wird
Paris. 25» Jan. Zur Unteiyeichnung des fran- zösisch-tscheckn'schen Bündnisvertrages wird durch Havas fotflenhc offizielle Mitteilung veröffentlicht: Ter heute i»c iftag unterzeichne e fran-ö isb-lscheMcke B« frei sei ei« Bündnis- und Fveundfckaftssettrrg. Sktatcr voit dem Grundsatz, den der Völkerbund hinsichtlich glgensiitiger tnt'rna ionaler Garan ten aufte'elll hab«, habe, erklärten die beiden Länder, sich um die Aufrecht- Erhaltung des Friedens in Europa b mühen, sowie bet gegenwärtigen rechtlichen und politischen Ordnung Europas. wie sie durch die Friedensverträge festgelegt sei. treu bsiiben zu wollen. Die beiden Mächte geben die Tr:.Srung ab baß sie bereit seien, sich über die auswärtigen Fragen, die dazu angetan, ihre Sturheit in Besah! zu bringen, ins Benehmen zu setzen und sich über die im Felle der Gesah zu rrefenden Maßnahmen zu verständigen. Sie bekundeten, daß sie den in Artikel 88 des Vertrages von St. Germain ausgesprochenen politischen Grundsätzen treu bleiben wall- len und aar gemeinsame Lattung gegen jeden Bettuch einer Restauration der Hobenzollern und der Habs« du ger ek-zunehmen wünschten. Der Vertrag wer.« gemäß Ärtifet 18 der BölkcrbundSsatzung 3.-n» "ö str- bund mitgeteilt werden.
sen.
igent*
n. 4«$
asche uiiii diese neuen Steuern aukbange, utiäre: eure tatoiiffrttn Gebiete sind wieder herzestelkk, und nun «ersetzt die ganze Welt nicht in Aufregung mit eueren kvarationeu!
Mnisterptäsident Poincar 6 protestiert gegen diese Äußerung, die nach seiner Ansicht den Feinden Ftant- ; «ich? als Waffe bienen werde.
Ak>g. T a i 11 i ng e r macht dem Ministerpräsidenten
Justizrefvr« .
Berlin, 25. Jan. Laut „B. T." ist in Besprechungen des Reichsjustizministers mit den führenden Bittgliedern der Sieichstagsfraktionen eine dahingehende Verständigung erzielt worden, daß der vom Reichsjustizminister ausgearbeitete Entwurf einer Zivilprozeßreform nicht auf dem Ber- ordnungswega auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassen, sondern- zunächst dem Rechtsakt» schuß des Reichstages zugeleitet wird, von wo «r an das Plenum gelangen soll, so daß eine reichsgesetzliche Neuregelung der Zivilprozeffe erfolgt. Nur für den Fall, daß eine Verständigung mit de« Parteien nicht zu erzielen ist, hat der Reichsjustiz- Minister sich die Möglichkeit eines Rückgriffs aus das Ermächtigungsgesetzt vorbehalten.
Seine Anleihe ihne MM«be.
B«r l i tr, 25. 3an. Der Berliner Berichterstatter de» „Daily Telegraph" will von maßgebender Seite erfahren haben, daß für Deutschland eine internationale Anleihe so gut wie sicher sei, wenn die deutsche Regierung ihre Jurisdiltion im Ruhrgebiet zurückerhalte, und daß dieses Gebiet seinen Platz in dem fiskalischen Wirtschaftssystem de» Reiches wieder einnehme. Lei seiner Rückkehr nach Paris werde Herr v. Hoesch versuchen, die Erfüllung dieser Bedingung durc^usetzen und werde Frankreich dafür einen Teil des Ergebnisses der in Aussicht genommenen Anleihe versprechen. Die Ansichten über diese Frage seien in Regierungskreisen sehr optimistisch. — Von zuständiger Seite wird hierzu erklärt, daß diese Nachricht von einer maßgebenden deutschen Seite nicht staun :n kann, da man in maßgebenden deutschen Kreisen keineswegs zu besonderem Optimismus in der Anleihefrage oder in der Frage der Verständigung mit Frankreich Veranlassung habe.
itf“ 15» und
Sie neue WHMeulmk.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Hebet das Projekt der neuen deutschen Goldnotenbank sind aus Anlaß der Besprechungen de» Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in Paris viel« ältige Mitteilungen verbreitet worden. Wir wollen an dieser Stelle nur das Grundsätzliche der Frage hervorheben. Danach ist es eine Selbstver« ständlichkeit, die aber doch im Hinblick auf vielerlei *" Trörleruugeu auch in der deutschen Prelle ausge-. prochen werden muß, daß die kommende Goldnoten- mnk keiner internationale, sondern eine deutsche Saht sein muß und auch sein wird. Andererseits st es wiederum selbstverständlich, daß diese Bank ich nicht allein mit deutschem Kapital etablieren, ävn, sondern daß sie in weitestem Umfang aus-' ländisches Kapital benötigt. Je größer diese Ka«, pitalbeteillgung, um so stärker der Rückhalt dieser deutschen Goldnotenbank im Ausland selber, um so' größer das Vertrauen und um so besser der Kredit.« Daß bei einer solchen Sachlage in dem Aufsicht»-' und Verwaltungsrat der Goldbank aus ausländisch« Vertreter sitzen müssen, sollte man nicht erst zu be«- tonen brauchen. Diese Dinge müßen vollständig ge»! Ichäftlich, ohne Beimischung von politischen Mo-' menten, gesehen werden. Und wie konnte man ein«; ausländische Kapitalienbeteiligung erwarten,, ohne, baß den Geldgebern auch die Möglichkeit zum Ein-- klick in die Geschäftsordnung desjenigen Unternehmens, dem sie ihre Gelder anvertraut haben, gegeben würde. Entgegen weiteren, auch in die deutsche Presse übergegangenen Mitteilungen, daß dec S i tz der kommenden Goldnotenbank i m A u »* land — man nannte Zürich oder Antwerpen — sein soll, ist auf das bestimmteste festzustellen, daß. als Sitz einer deutschen Bank nur deutscher Bode»
Sie öMekMIm-MWffe.
Paris, 25. Jan. Der „Newyork Herold" glaubt zu wissen, daß der Erste Sachverständinen-AuSschuß sich gestern vor allem mit dem Problem der Steuereinnahmen des Deutschen Reiches beschäftigt hat, um ju -r- mitteln, ob die Einnahmen genügend vermehrt werden Knuten, damit Oer deutsche Staatshaushalt während der nächsten Iahte sowohl den Reparationszahlungen wie der Bestreitung der Besatzungskosten genügen könne. Weiter suchten die Sachverständigen fest,»stellen, in welchen! Ausmaß private Banken zur Deckung der Reichs- lasten berangezagen werden könnten. .
Paris, 25. Jan. Wie der „Newhork Herold" berichtet, haben die Delegierten des Ersten Ausschusses auch den Meinungsaustausch über den Wert der deutschen Eisenbabnen fortgesetzt, der nach ihrer Auffassung erheblich gesteigert werden kann, wenn die Tarisiätze in Zukunft nach dem Vorbild der übrigen Länder in Gold berechnet würden.
Paris, 25. Jan. Das Erste Sachverständigen- fomtter 6at in seiner heutigen Vormittagssitzung den Gene- rallekrrtät der Europäischen Eisenbahn-Union Leverve und den englischen Sachverständigen für internationale Eisen- bahnsragen. Sir William Arworth, gehött. Das Kom-tee reist zusammen mit dem Generalsekretär der Reparrtions-- fommiffton Max Fadyen am Montag abend nach Berlin ab.
P a ri S, 25. Jan. Das Comitre Dawes hat gestern nachmittag die Berichte seiner Unterausschüsse über die ersten Maßnahmen zur Stabilisierung der Mark und zum Ansg'eich des deutschen Budgets zur Kenntnis genommen.
London, 26. Jau. Mac Kenna erklärte in der gestern unter seinem Vorsitz abgeyaltenen Generalver- f'^muluua der Middlandbonk, er I« soeben aus Pari» zu- rückqekommen. Er fteue sich, in der Lage zu |etn, sagen zu können, daß die in Paris getane Arbeit seiner Ansicht nach erfolgreich jein werde und daß das Ergebnis des Berichts der Unteriuchnngsausschüsie, wenn sich seine Hoffnungen erfüllen sollten, zu einer Aenderung der Mentasität in der Behandlung der, Reparationsfrage führen werde, was unentbehrlich sei, um einen dauernden Frieden jit schaffen.
Paris, 25. Jan. Der Vorsitzende der Berliner ständigen Kommission des Garcmtjegnsschusses, Haguenin, ist in Paris am H»rzlch!og neünrb-'n.
Staatssekretär Bergmann kehrt nach Berlin inrfirt
Paris, 25 Jan. Staatssekretär Bergmann hat.in den letzten Tagen noch weitere Besprechungen mit einzelnen Mitgliedern der beiden Sachverständigen-Ausschüsse gehabt Er verläßt morgen Paris und rotrb wahrscheinlich zusammen mit Tr. Schacht und anderen Mitgliedern der Reichsregiening an den Berliner Verhandlungen mit den haben Sachverständigen-Ausschüjsen teilnehmen. Der erste Ausschuß wird seine Berliner Besprechungen am kommenden Mittwoch, der zweite am darauffolgenden Donnerstag eröffnen.
Paris. 25. Jan. Die Gruppen btt Kammer- Mehrheit haben gestern «ine Ab rdnunz zum Ministerpräsidenten entsandt, um mit ihm über die Siellung- n.ahnie her Regierung zu bet heute beginnenden Debatte zu verhandeln. Die Delegierten forderten den Ministtftrr Zsidenten auf, durch eine formelle energisch« Erklärung zu Gunsten der Kammermrhrh-il die Annahmen ber Entwürfe zu erleichtern. Poinearö antwortete, daß er sich um die rasche Annahme der Re- g'erungSentwürfe durch die Kammer bemühe nnd binnen zehn Tagen dem Senat ein Gesetz unterbreiten werde, wo «r unter Ben g'eichen Bedingungen die Ber- trauensfrage zu stellen gedenke. Die früheren abgegebenen Erklärungen über fein Wollen werde er nicht I-reiSgiben Er weAde in der Kammer berart kategorisch sich aussprechen, daß eS ber Mehrheit möglich fein werbe, ihm bi» ans Ziel zu felgen.
TragZh tfe unsi» uns trteitng, vlitisch^ rbrun«, Tragö^ e Be»» 'ölkermy' Seise fo s-r Vor.
Lreaud bereist das Ruhrgebiet.
'S? Jen 25. Jan Ter Eener l ir.klor der Reg'«, Brraed, bereist gegenwärtig das Ruhrgebiet, um sich mit d u maßgebenden industriellen Bertre'rrn über dir VerkhrZverhültNisse, die durch die Mißwirtschaft der Regie ir d r letzten Zeit immer unhaltbarer werden, K» bejprechLU. AugenbücktüG finit die LuLchrsyeve |
tzrankrelchs im Ausland verlangten mmmebr, daß Kankreich auch für die von Deutschland zu deckenden Ausgaben einen ausgeglichenen Haushalt vorlege, in j »eiiher Weise aber, m*c für den inneren Staatshaushalt. sonst könnten sich die Kapitalisten ibrer Länder nicht mehr für die französischen
1 ktaatsvapiere interessieren. (Sehr starke , Bewegung.)
Bokanowskt fährt fort: Um dem Ausland« das Btt trauen wieder zu geben, ist es notwendig, daß kuernbe Einnahmen geschaffen werden, welch« der Ge« kmtbeh der dauernden Ausgaben -mtiorechen. Die ^änc. der Regierung werden keine unerlrägl'.ch« Steigerung der Lebenshaltung mit sich führen. Auch für kn französischen öandel'und die Verbraucher wird die kft nur gering sein. Wenn aber die neuen Steuern Mi angenommen werden, daun wird der Dollar um I i Ä Prozent steigen.
Der Abg. Du b ot«. der hierauf das Wort erbütt, be pichnet bte Entwürfe als Notbehelf. Man habe allzu- bnge von ber Formel gelebt Deutschland wecke be- zahlen. Dir Steuererhöhung würde unpopulär uub wir- hnnMo® kein
"Ter Abg. T a i t ti n ge r erklärt, es stehe fest, daß d«S g kar'ament in einer heiklen Lage sei. Den französischen . Steuerzahler erfasse Besorgnis bei dem Gedanken, daß ft für ein. Budget aufkomrnen solle, baS nach Auffassung
oanien Welt Deutschland zur Last falle. Sei mcht zu i-rchten. daß ««« wenn Frankreich tnesir Erspannsif
6it«n& bes AMMiurltz.
Berlin, 25. Jan. WT«. teilt mit: Die dntte Steuernotverordnung wurde am Freitag vom Reichskabinett in eingehenden Erörterungen durchberaten. In den wesentlichen Punkten wurde Einverständnis erzielt. Die endgiltige« BeschMsfe werden in erneuter Beratung zu Begin« nächster Woche gefaßt.
Wie „D. A. Z." Hört, hat sich das Kabinett gründ« sätzlich für eiieAufwertung der Hypotheken entschieden Ein Verbot der Aufwertung wird nicht erfolgen. Der Entwurf der Verordnung hat zum wesentlichen Inhalt eine allgemeine Erfassung der Eeldentwer- tungsgewinn«.
>avduer> unten ► ic, v«h i SerUtl mloet < t in k ,en hoW
<lng* i d. flnV
Iruitili mi SHttML
Das Statistische Amt hat kürzlich Ziffern veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß Deutschland im November über eine aktive Handelsbilanz verfügte. Angeblich haben wir also in diesem Monat inehr ausgeführt als eingeführt, was man wohl als Gradmesser einer gesunden Wirtschaft betrachten ’ann. Es versteht sich dann auch von selbst, daß man »m Ausland«, namentlich in Frankreich, die Ziffern des Statistischen Amtes für eine Beweisführung zu llngunften Deutschlands verwandt hat. Franzü- ijchs Zeitungen haben von dem „atmen Deutsch- lond" gesprochen und ihre Ansicht vom Gegenteil mit den Ziffern de» Statistischen Amtes belegt Diese Schlußfolgerungen find um so schlimmer, als die Zugrundelegung dieser Ziffern ein ganz falsches Bild ergibt. Da» Statistische Amt hätte darauf unbedingt Rücksicht nehmen müssen und es vermeiden sollen, ein Gesamtbild in Ziffern baigub5 *ten, von denen es ganz genau wissen muß, daß sie zu Trugschlüssen verleiten. Der deutsche Außenhandel ist ziffernmäßig überhaupt nicht zu erfassen, da die Einfuhr über das besetzte Gebiet sich unserer Kontrolle vollkommen entzieht. Zudem würde das illcberwiegen unserer Ausfuhr, wenn es wirkich in jenem Monat vorhanden gewesen sein sollte, nur beweisen, daß wir wirtschaftlich schlimm daran sind 1 Die deutsche Industrie ist infolge ihrer Kapital« chwachheit nicht imstande, sich mit Rohstoffen im
Marburg
Sonnabend, itn 26. Sonin bartuu.
en
gen Ein» 3M
• Unter Vorsitz Perris ist die Kammersitzung um ’ Jllbr eröffnet worden. Auf der Ioge5 *biiung stehen ■# Finanzolöne der Regierung zur Einschränkung der frantenboifie.
Der Generalberichterstatter ber Finanzkommifston U-kan wski erinnert daran, welch ungeheure Er- tefluno sich am- 14. Januar angesichts des plötzlichen f^urzes des Franken des Landes bemächtigt habe. ^8ur diejenigen, die Bescheid wissen, ist die Stunde Unft. Die Devisenkurse sind eine Frage, die man nicht M Innern des Landes losen kann. Sie find eine in« Srnoiionole und wirtschaftliche und psychologische Ma- jerie!“ Bokanowski versucht alsdann, die „wahren Itünbe“ für die Frankenbaisse darzulegen Bokanowski M wickelt die bekannten Anklagen gegen bte deutschen £3 holländischen Banken in Amsterdam. Diese hätten anfoabnaben in Franken vorgenommen und durch Pressekampagne, tendenziöse nnd uttaenaue Nach- Mten, den Franken noch weiter $u drucken gesucht Kbbafte Dew«su«g). „Dieses Borgehe« hat den Iweck gehabt, einen Druck auf die auswärtige Politik jreiuüben.“ Man müsse wissen, daß die französtjchen Pnanzen keinen guten Ruf mehr genießen. Der Red- St versichert jedoch, daß bet allgemeine französische aotsbaushalt fm Augenblick vollkommen im Gleich- »wicht sei. (Lebhafter Beifall ) Die besten Freund«
t :u Borwurf, nicht damit gerechnet zu babrn, daß dir «uksche«, um den französischen Druck im Ruhrgebiet zu wkrn, *n Versuch machen würden. Frankreich an ■ karr schwächsten Stelle ,u packen. Nach seiner Ansicht •knien die französischen Metallindustriellen und di« «ed:raufbaugeuskfenscZaften große Dollarkrckite ertön« Vu. was P«ncav6 bezweisrlt. Abg. Tailting« fürchtet, kß die Maßnahmen zur Untrckrückung der Steuerhimer- kbnngen gegenüber der Großkapitallsten unwirksam feier ** fragt sich, ob die Oeffentlichkeit nicht in erster Linie
Parlament und von ber Regierung verlange, selbst zu Wen. Poiucar6 beruft sich darauf, baß tr da» Pro- ber Regierung noch nicht im vollen Umfange l ^«nfgegebea habe. Er hoffe den Redner zu btfttobtgen, [ er werde nicht in bk Einzelheiten eingehen, bebor ® t« Vollmacht zum Erlaß von Brrvcknungen in der »nb habe. Aus diese Aeußerung hin tonr-d e» zu
Protesten auf der Linke« und äußersten Linken, *■* Wo auS Pvinrar^ zugerufen ttnrd: „Da» ist b« Dik- *«r, das ist Muffosim". DaS ganze Hau» gerät in Un- •k. Im Weiteren Verlauf geraten auch Ministerpräsi- und Herviot i» einen energft'chen Wortwechsel, wobei «inrar^ e» ablehnt, von irgend jemandem gute Lehren füglich der Verteidigung der Republik anzuuehme«. ^ö-ßlich fockert Poincare die Sammer ans, die weitere «ernte auf morgen Vormittag und Nachmühftg zu bet’ ^n. Die Kammer t>eschließt in diesem Sinne mit gegen 110 Stimmen, gewährt aber noch dem Ab»;.
Landet da» Wort, der u. a. erklärt, man könne ^tt«r bk Regiernngsenlwürfe angenommen würden, »rmtkreich sagen: Ist nicht da» Ruhrgebiet nach Ihrer ^najfung ein Mttel, um die Bezahlung ber R paratw- *6 zu erzwingen. Heute werden btt Reparationen ** den Franzosen bezahlt. Was nützt uirs also das
1gebiet? Der Ministerpiäsident möge wenigstens dir Atzung des Ruhrgebiets in den Augen der Orsjrntsich- ,,.^tten. Daudet schließt mit der Versicherung, da,, ?die Siegieningscntwürfe nur dann annehmen werde, die von rhm geforderten Maßnahmen gegen bieiftty k^Annahme fänden, die das fmnzösischr Volk in den, ^^len Gebieten ausbeuteten. Es kommt während der 2*be» royalistischen Abgeockneteu zu einer der be-
Auocinandersetzungen zwischen Poiucare und
Ter 2nz«ig«nvret» beträgt ’üt den 9 geb Zeilenmillimeter 0,08 (SelbmarL Amtliche u auswSrt. Anzeigen 0,10 G»l»maik. Bet i-iuvter.Zatz 5'>'f,Auiicklag. GammeUnietg. 106*/, KQ 'Tflfcwe Aufschlag. > «flamen 0,<0 Eoldmark. Jede« Rabatt gilt al* Bartabart. Belege werden Uw« berertmet, ebenso $uefunt<butd> die ek>elibäit*iielle unt> Zulenduno der Anuebote. Zahlung innerhalb 5 lagen (1 Dollar — 4.20 Eoldmarks, Berechnung nach dem Serltnet Uitttel« [Ur* de* Zahlung« ehtg«*g»iage*. Verzugszinsen pte Tag nach dem Bantztnssutz
ite.
__äm « Firm, tret* eit n
D eie«, in je iä#t |U richte, 345