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1924

1924

Französische Schwierigkeiten

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Poincarö hat 400 bis 500- Ansprachen auf Friedhöten

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zent der Bevölkerung gegen sich habe und daher auf gene Loyalitätsrrttärung über die Sonderbündler die Dauer nicht zu halten sei. Die Vertreter der widerrufen wollte, wurde von dem französischen Bevölkerung hätten trotz der französischen Be-f Bezirksdelegiertea in Kusel erklärt: Wenn Sie di«

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gleitet des Generalkonsuls mit Mut und Offenheit einmütig erklärt, daß sie die sonderbündlerische» Bestrebungen verurteilten und am Reich und an Bayern festhalten wollten. Auch die Vertreter der pfälzischen Bauernschaft hätten sich einmütig gegen die Sonderbündler ausgesprochen, ihre Mitglieder dürften sich nicht an der Bewegung beteiligen. Wie dasTageblatt" meldet, hatten die Untersuchungen des englischen Generalkonsul« Clive bereits den Erfolg, daß die sog.autonome Pfalzregierung" sich in einem Manifest gegen bie Trennung der Pfalz vorn übrigen Deutschland ausgesprochen habe. (?) Auch General de Metz soll plötzlich eine Schwenkung (,.) in dieser Richtung unternommen haben.

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der Franzosen haben sich nicht geändert und sie würden sich auch zunächst kaum ändern. Die Aussicht tat seien also ausgesprochen schlecht.

Sie flaftrlataae la iet Mr.

Paris, 19. Ian. Wie aus Koblenz gemeldet wird, wird Generalkonsul Clive, der sich gestern nach Koblenz, begeben hat, wahrscheinlich in zwei oder drei Tagen nach München zurückkehren. Der Bericht wird unmittelbar der englischen Re­gierung zugestellt werden, zu deren Unterrichtung Herr Clive feine unabhängigen Untersuchungen an- gestellt hat.

Berlin, 19. Jan. Wie den Blättern mit­geteilt wird, hat der englische Generalkonsul Clive Pressevertretern gegenüber den Gesamteindruck seiner Untersuchungen dahin zusammengefatzt, datz die sog.autonome Regierung" mehr als 90 Pro-

Weiter flina Dr. Stresemann aus die Bebauptung l.?nhtcaree eilt, daß Deutschland an eine Reibe alli­ierter Etatikn zwar Sachlieserungen bewirkt bade, daß es dies aber nur getan habe, um sich die dortigen Absatzmärkte zu erobern. Frankreich hätte genau so gut wie andere Alliierte von dem Wies­badener Veriabren Gebrauch machen können. I m Saite 1 922 batte Frankreich Sachliese- runfltn im «"'eite von rund neunhundert» fünfzig Millionen Goldmark bekommen können Tatsächlich bat Frankreich von diesen Liefe­rungen für das Jahr 1922 nut einen ganz ge­lingen Viuchteil beanfptucht, und rwat allein deshalb, weil die itanzösischr Jn- dusttie die in einem weiteten Ausmaße deutscher Lieferungen liegende Äon» kuttenr bet deutschen Industtie fürchtete.

Auf die Vorwütfe wegen der Regiebabn erwiderte er: Tatsächlich bat die Reichsbabnverwaltung seit Auf­gabe des vgssiven Widerstandes 37 000 offene Güter­wagen mehr gestellt als von der Regie zurückgekommen sind. Was die von dem französischen Serrn Minister - vräsidrnten erwähnten 800 Lokomotiven betrifft, so bat die Regie selbst von uns bisher nicht 800, sondern nur 300 Lokomotiven gefordert Nach den erwähnten Abmachungen war selbst diese Forderung nicht berechtigt, da die Regie mit den in ihrer Sand befindlichen 3723 deutschen Lokomotiven bereits über mebr Lokomotiven verfügt, als bei dem jetzigen Stand der Vettehrsverbältnisse erforderlich ist.

Zum Schluß erklärte der Außenminister: Die Rebe des französischen Serrn Ministervräsidenten stellt es als den Angelvunkt der französischen Politik gegen Deutschland bin. daß Deutschland ebne Festhaltung des Pfandes an Rhein und Ruhr zu keinerlei Reoarations- leiftuns zu bewegen sei, und daß andere von Deutsch­land »u stellende Pfänder nicht zur Auslösung, sondern nur zur Verstärkung jenes Pfandes dienen dürften. Das Gegenteil ist der Fall!

Solange die deutsche Wirtschaftseinheit nicht wieder- bergeftellt ist, ist auch eine deutsche Revarationsfähig- keit nicht gegeben.

vörtckr gesetzt rgeben Win» leflihl« Ifl. 7. . reich, »erlich.

Marburg Ho* in 21. Mm Hartung

Sie SatzaerMIsea-MWIIe.

Paris, 20. San. liebet die gestrigen offiziösen Verhandlungen zwischen MitgliÄ-ern des Sach- verständigenkomiteee will dieChicago Tri» bune" erfahren haben, daß die Sachverständigen als GrundlagL ihrer Beratung die sogenannten tech­nischen Studien der Belgier benuden, die bekanntlich seinerzeit einem Unterausschuß d. Reva- lauonskommission zugewresen wurden. (Es habe sich nun kerausgestellt. daß angesichts der völligen Ver­änderung der Wäbrungsverbältnisse in Deutschland die belgischen Vorschläge eine umfassende Revision be­dürften. Die Sachverständigen hätten die Einnahmen aus den deutschen Eisenbahnen gewisien elektri­schen Werken, aus der Tabak- und Alkoholsteuer und aller Quelle zu schätzen versucht, die für die Beglei­chung der Revarationen Verwendung finden könnten. General Dawes sei. wie verlautet, für die Fort­setzung der Arbeiten in Berlin in einem möglichst nahen Zeitpunkt. Das würde die Revision der belgi­schen Pläne fördern. Das Sachverständigenkomitee soll nach dem Blatte weiter der Auffasiung sein, daß eine .Ausländsanleihe und zwar in Sähe von einer Milliarde Goldmark genügen werde, die deutsche Währung endgültig zu stabilisieren. Nach Ansicht der amerikanischen Sachverständigen schreiten, wie dieChicago Tribüne" zu reiften te- hauotet. die Arbeiten zu langsam fort. Dem New Bork Serald" zufolge wird vielfach erwartet, daß die Beforechungen mit Dr. Schacht zu dar Frage führen werden, wieweit das Sachverständigenkomitee in der Aufstellung feines künftigen Arbeitsvrogramms geben könnte. Doincare habe keinen Zweifel da­rüber gelosten, daß er die französischen Sachverstän­digen gereiste Instruktionen erteilt habe. Im Gegensatz zu den Amerikanern seien also die fran­zösischen. Sachverständigen nicht unab­hängig von ihrer Regierung, deren erste Forderung darin bestehe, daß der größere Teil jeder internationalen Anleihe zur Stabilisierung der deut­schen Währung für die Revarationszahlun- gen und nicht für die beabsichtigte neue deutsche No­tenbank Verwendung finden mtifie. und deren zweite Forderung sei, daß die von den Franzosen und Bel­giern zu zeit ausgeübte Kontrolle der Ruhr- induftrie al» vollendete Tatsache bin» genommen werden mäste, wobei nur die mili­tärische Besetzung sobald wie möglich einse» schrSntt werden solle.

Dies Kind kein Engel ist so rein!

Paris, 20. Jan. Ministerpräsident Poincare be­tonte am Schluß einer Rede, die er freute zur Einweihung des Kriegerdenkmals im 7. Arrondissement Hielt, wenn Frankreich für die Beachi rng der Friedensverträge und der Aufrechterhaltung der in ihnen festgelegten Rechte eintrete, so wolle es damit die allgemeine Ein­tracht derlei di gen (kl). Frankreich wünsche unter dem Schutze des beschworenen Vertrages in Sicherheit ?u leben und die Schäden, die es durch den Krieg erlitten habe, wieder gutzumachen. Es wünsche daS Glück der anderen Völker (!!) und zwar nicht nur das Glück einer Alliierten, "sondern auch das Glück seinem ehemaligenFeinde, vorausgesetzt, daß sie ihre Ver­gangenheit ausmerzlen und sich besserten (!!). Frankre'ch sei bescheiden: es wünsche nichts weiter, als daß es treu niemanden um das gebracht werde, was ihm versprochen wurde und daß es nicht wieder von seinem Nachbarn an der Kehle gepackt werde.

Das arme verleumdete Frankreich l Nun wird die Welt doch baO> einfehen, daß ei nur dosGlück" bet anderen will! Wo finden sie da? auch wohl besser, als wenn Poincarä die Welt beherrscht. Aber die Welt muß sich eben nochbessern", ehe sie das ein sieht.

Di« Schulden Frankreichs.

Paris, 19. Jan. DerNew York Herald" behauptet, von autorisierter Seite erfahren zu haben, datz PoincarS angesichts der englischen und amerikanischen Kritik an der Frank­

reichs in der Frage der interalliierten Schulden von ihm nahestehenden Persönlich­keiten gedrängt werde, neue Verhandlungen über die Schulden Frankreichs bei England und den V » einigten Staaten aufzunehmen, sobald die Arbeiten der beiden Sachverständigenkommissionen abge­schlossen seien.

Gheltawan ittea Salami.

Bei einem Empfang der ausländischen Presse in der Presseabteilung der Stegferung hielt Dr. Stresemann eine Rede, in der er zunächst die Tätigtest der Sach­verständigenausschüsse begrüßt«. Besonders wünschte er, daß die Kommission persönlich nach Berlin komme. Die Vorschläge de» Komitees würden dann hoffentlich un­verzüglich in die Tätigkeit umgesetzt. Die sranzö - fische und belgische Antwort auf das deutsche Memorandum seien eine Enttäuschung gewesen, gleichwohl hoffe er noch aus ein Ergebnis der Diskussion.

ist mir unverständlich, tote uns als Vorwurf vorgehalten werden kann, daß wir bestrebt seien, «ufe­ren Einfluß in den besetzten Gebieten wie- derznerringen. Selbstverständlich verfolgen wir diese» Ziel, dessen Legitimität niemals strittig sein kann. Dies zu verweigern oder gar als eine Art von Heimtücke hinzustellen, ist unvereinbar mit der toidrerbetten Zu­sicherung de» französischen Herrn Ministerpräsidenten, et denke nicht daran, deutsches Gebiet zu annektieren oder unter französischen Einfluß zu bringen. Es ist unverein­bar auch mit der gleichfalls wiederholten Zusicherung der französischen Neuttalltät gegenüber inneren deutschen Fragen. Wenn der französische Herr Ministerpräsident versichert, daß Frankreich nichts getan habe, um die deutsche Reichseinheit zu zertrümmern, und daß Frank­reich, insbesondere der pfälzischen Bevölkerung völl-gc Freiheit lasse, so sprechen dem gegenüber die Tatschen lei­der eine andere Sprache. Die Politik des Gene­ral» de Metz hat die treudeutsche Bevölke- rung der Pfalz der Herrschaft einer sepa- ratistischen Räuberbande ausgeliefert, deren Treiben eine europäische Kulturschaude bebaut*" Tr. Stresemann widerlegte dann die Behauptung Poin- car6s, daß die Pfälzer Bauern die Separatisten unter» trübten. Clive habe gehört, daß dies nicht derFallsei.Noch gestern hat der $r?'-bent der drei pfälzischen KreiS-Bauemkammern sich ht schärfster Form gegen den Separatismus ausgesprochen und zum Aus­druck gebracht, daß es gegenüber der einmütigen Haltung der Bauernschaft bedeutungslos sei, wenn einige Land­bürgermeister zu sogenannten oy alit äiser- klärun gen" gepreßt worden seien. Mit Genug­tuung hat man in der deutschen Oefftnillchkeit davon Kenntnis genommen, daß eine Reihe prominenter Presse­vertreter aus den verschiedensten Ländern Studienreisen in die Pfalz unternommen haben. Die wertvollen Augen­zeugenberichte unparteiischer Beurteiler des Auslanoes haben bereits dazu geführt, die Aufmerksamkeit der Welt auf die unhaltbaren Zustände in jenen Gebieten zu lenken und Verständnis für die furchtbaren Leiden der gequälten Bevölkerung zu erwecken. Wir hoffen nicht vergebens an das Solidaritätsgefühl der ausländischen Pressevertreter zu appellieren, wenn wir sie bitten, sich mit uns dafür! einzusetzen, daß der Vergewaltigung der Mei­nungsfreiheit im besetzten Gebiet ein Ende gemacht und die Pressefreiheit, die elementarste Vor­aussetzung und Grundlage freien Verstrsfungslebens und moderner Zivilisation im .besetzten Gebiet wieder her- gestellt wird." '

Neue Befürchtungen der Pfälzer

München, 19. Jan. Nach einer Meldung der Münch. Neuesten Nachr" steht nach Beendigung der Reis« des englischen Generalkonsuls Clive in der Pfalz zu befürchten, datz gegen alle Zeugen, die die Wahrheit über die sonderbündlerische Bewe­gung ausgesaqt haben, von den Franzosen entspre­chend vorgegaugen wird. Zn der Pfalz ist man er» staunt darüber, datz der englische Generalkonsul sich die Begleitung französischer Offiziere gefallen Hetz.

Die Franzosen unterstützen die Sonderbündler.

Mannheim, 19. Ian. Zn seiner letzten Kammerrede hatte P o i n c a r 6 die Stirn, erneut zu behaupten, datz die Franzosen mit der sonder» händlerischen Bewegung nichts zu tun hätten. Wenn auch die Unwahrheit dieser Behauptung der ganzen Welt bekannt ist und durch die Pfalzreise des englischen Generalkonsuls erneut bestätigt wurde, so ist doch u. a. von Wichtigkeit, festzustellen, datz der Vertreter Tirards, der Franzose Richter, beim Empfang der pfälzischen Vertreter am 20. und 21. Dezember in Kol-lenz den Herren erklärte, datz er bei derEroberung" von Kaiserslautern Anfang November v. Z. selber anwesend war und persönlich den Befehl zur Entwaffnung der städtischen Polizei gegeben habe. Nachstehende Meldung aus Kusel gilt als weitere Bstätlgung: Einern Landbürger« meister im Bezirk Kusel gegenüber, der die erzwun«

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22 Vie >n b?n, 5 höhet ce, e ich -» bet t Guten )ie Ei­er Wjs- -Zusiih- 22 r.

DieDberbeilii** Bettung* eridtaat ierbemal rnöchentltt. Dezngrorets 16.81.1. 1,49 Dark einschließlich ZasieUungsgebiihr. Für ausfallende Nummer» mrelge Streik« ov. elernenr. Ereignisse tein Ermg. Der.az non Dr. L. Hitzerotd. Druck der Uniu. - Buchdruckeret non Jod. Aua» * och, Markt 2123. Farnfprecher ao, PoNä-eckkonto: Jtr. 5015 »tut Frankfurt a. Main.

In einer Unterredung mit dem Heidelberger Kor- refpondentrn desBerliner Tageblatts" erftärte des Bischof vvn Speyer, Dr. Sebastian u. a., naefrfceat er an seine fruchtlosen Vorsdelltzingen GkneraldeMetz gleich zu Beginn des sonderbünd- lerischen Puisches und die Ablehnung eines zweiten ®e;u1re3, den er zusammen mit dem Präsidenten pcottssanlischen Landeskirche der Psa^z machen wollte« durch b n französischen Ceneral erinnert hatte, er habe in der vorigen Woche in Kob enz LordKilmarnok gesagt, wenn sich die Franzosen vollkommen neutral pftf.itlten, rofirfre die sonderbündlerische ®e< weg!, ng innrhlb 30 Minuten ohne Bluttergt. ße» erledigt fein. Der Bischof teilte weiter mit, ihm lägen zahlreiche Silagen ans allen Kreisen ter Be­völkerung vor, die, immer wieder darlegten, daß die

^nanntenLyml'tat-erkl r-iwen"mir unter bem Truck V»n schweren Drohungen abgegeben worden seien. Nach einem w Heren Hknw.is auf zahl­reich^ Beschwerden bet Geistlichen seines Sprengel» über den unhöflichen Ton der Briefe des fran­zösische«. Krcisdelegietten in der Angelegenheit bei Verbot? des Generals de M tz betreffend gewisser Er­klärungen von der Kanzel, sprach der Bischof schKeß- lich feine H"ffnung aus, daß die Untersuchung bei Generalkonsuls Cllve vollen Erfolg haben werde, zum Besten tec schwelg prüft n Bevölkerung der Psa'z Der­selbe Korrespondent hatte in Mannheim auch ti'Jt Unterretu.ig mit d m Bürgerin ister Klee fall, der ihm gegenüber di Autonomie in jeder Form ablehnte. Kttcsoll erftärte u.a daß die großen pfä $ f St'idte. die rund <ii Tr tiel d r Bevölkerung rerträt n k in tlei Loh UtSt» r Ihu gea segenüber cer sogenanien autonomen Regierung a5g"geben hätten. Diese Feststellung, fchridt der Korrefponsent. fei des­halb besonders wertvoll weil Gien.real b e Metz ans- l n ifr r. I urn list n g g nüb r zugegeben h be, b i 63 der ihm zug grng" nm Lo 'al tätscrllärvngen sei b.hauplcl worden, daß sie nur unter Anwendung von Gewalt abgegeben worden seien.

Nach einem Mannheimer Telegramm derVofsi- schiM Zenting" sprechen vi le Anzeichen dafür, daß dir Herrschaft der Sonderbündler in der Pfalz zu End e geht. Infolgedessen bestehe die Aussicht, daß Störungen, die durch die Ausschaltung der deutschen Behörden in vielen pfälzischen Bezirken in der Ausz hl mg der Erw rbS se unt r ützung ent standen se en. bald fortt alten und so die Notlage Ort Arrests losen dort b.hbcn toct-tn könne.

Kein Zwei sei, in Frankreich ist man unzufrieden mit tzoincars. In Deutschland ist man gewöhnt, jede Schwie- ügkeit in Frankreich als den Beginn einer Entlastung für uns zu buchen. Es kann nicht dringend genug vor ' liefern Irrwahn gewarnt werden. Zunächst einmal wer- ten sich alle Schwierigkeiten Frankreichs dahin aus- ; »jrken, daß man den Druck auf Deutschland Verstärkt, veil man eben hier den Herd alles Unglücks sieht und das Poll seit Jahren daran gewöhnt hat: Der Boche bezahli «lies. So ist es mit dem Frankensturz, der, so sehr wir Poincare jede Schwierigkeit wünschen, keineswegs so nnsach als ein Plu» in unserer Rechnung zu buchen jft, so ist es mit der heutigen Ministerkrise. denn von einer Krise kann man bereits heute sprechen.

y Wenn man freute unzufrieden ist mit Poin- I t»re, so keineswegs etwa, weil man die Nutzlosigkeit ' terPfänderpolitik" und de» sadistischen Aach ctaumels gegen un» eingesehen hätte, ganz im Gegenteil. Die Kammer hat ausdrücklich die Ruhr- zolttik Poincar6s gebilligt. Man glaubt, daß Po>n

i korö nicht mehr der richtige Führer ist, weil er in den t durch den Frankensturz und die heimliche Politik der Engländer frerbetgeführten Schwierigkeiten nicht mehi ! ttng und scharf genug zupackt. Der Streit geht darum, ob der Präsident der Republik Millerand ihn ab- ; lösen solle. Und biefer Kamps tobt z. Zt. in der Presse

Nachdem ,-Ugaro" in einem Leitartikel des Senators Coty sich auf die Seit? Pvincares gestellt hat, entemimmt Tardta' einen ungewöhnlich heftigen Angrtrf tuf Poincare:Millerand hat immer seinen Mann ge­stellt; der andere, Poiücare, verstand es stets auszuwerchen. fei' gestrige Kammersipnna bietet dafür ein Beitp-ei

Amtliches VerWMgungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheMchej Oberhessen

lebaltai und die Rechte Franttkichs zum Ausdruck ge­bracht. Damit geben wir uns znfriedeir. Doch würde ein Ltadtrat dasselbe gesagt haken. Jn-der Frage der Siche- rpnMn haben wir feit 1929 die Kontrolle der de^tt toen Rüstungen, die der Vertrag uns übergeben hatte, t Bn» den Hänten gegeben. Die S<tzulb baf ür trägt

Poincare! Was die Reparationen anbelangt, so sind dir Einnahmen, die 1921 als unzureichend bezeichnet »urbeit, 1923 auf Null gesunken Auch Hier ist der Ver- t antwortliche Poincarö. Im nahe» Osten ist alles rnteber in Frage gestellt, und die von

Frankreich während fünf Jahrhunderten geleistete Arbeit zunichte gemacht. SBer ist der Schuldige? Poincare! kie finanzielle Lage hat sich so verschlechtert, daß das i mglikch« Pfund von 50 Franken im Januar 1922

letzt aus 93 Franken gestiegen ist Frankreich muß 45 Milliarden neue Steuer.» über sich ergeben lassen, kub die ergrauten Diener des Staates zum Hungern terbammen. Seinerseits machte Gustave Herve, schein­bar von Milkerand infpinett, Poincar6 in ter ^Sittorre" ien Vorwurf, sich Donnerstag in der Kammer nicht auf Wr Höhe der Situation gezeigt zu haben. Der Artikel * herves ist mit den vielsagenden Worten überschrieben: Kabinett Poincare (legt in den letzten Zügen!" wer Ministerpräsident hätte, so schreibt ter Wortführer Vtitlerands weiter, von der Kammer aus der Stelle die Vewilligung ter beschlossenen Finanzmoßnahmen ver­langen solten. Er wäre nicht zu Fall gebracht worden, Mer wenn e» wider Erwarten doch zu seinem Sturz - Wommen wäre, so würde ihm jemand im Elvs6e unter ; fe Arme gegriffen haben Zum Schlüsse schreibt Herve:

«Das Kabinett Poincar^ liegt trotz de» unbeftreittareu biege» an der Ruhr satt vorgestern im Sterten. Die v Kation frat begriffen, daß Poinear^ die Eigenschasten

«ines Führer» abgefren und zumal seit der Siebe v;n toreui fängt sie an zu hegtet hm. daß der wahre Führer V deute nicht mehr der Ministerpräsident ist. sondern der

Uräsitent ter Republik." Der Senator Cottz teschuLig, Rillerand, das Interesse Frankreich» au» persönlicher f Borüebe für England zu vernachlässigen.

Man darf nunmehr gespannt sein, tote sich ter Streit Poinearö-Millerand weiter entwickeln wich, s «ber für uns frat « zunächst nicht dir Bedeutung einer irleitfctemng. Im Gegenteil, man mitb erwarten, daß Frankreich versuchen wird, feine praktischen Mißerfolge tetdurch zu verbergen, daß e» neue Zugeständnisse in der WcparationSpolitik zu erpressen sucht, wodurch die Ruhe tzud Arbeit im Ruhrgebiet immer wieder hinausgeschoben dich. Daraus deuten vor allem auch die neuen Lor- Dürfe über Nichterfüllung der ©a<6liefe­re n g e tt hin, die Poincar^ wber nn» erhoben.

Auch die Untersuchungen des Sachverständigenaus- schusses haben, da die praktischen Schlußsolgerungeil letz- bn Ende» doch wieder in die Hände Frankreich» gelegt sind, zunächst nur theoretischen Wert. Aus ter Tatsache, » ter Ausschuß seine Untersuchung mit bet deutschen Währung beginnt, schließt man nach demTag" wohl t techt mit Unrecht, daß die Untersuchungen wieder in te Kanäle ter gesamten Entente geleitet sind, vnd steht in der englischen Energie beim Betreiben dieser ®inge da» Best reden England», al» Bermitt» kt »wischen Deutschland und Frankreich nfiutreten, d.b wir sind wieder einmal Schacher- Objekt »toischen sranzösischen und eng- «schen Interessen irgendwo in der Welt!

, Rach der Unterredung v. Hoesch» bei Dr. Stte^mann tetrb sich Berliner Blätterstimmen »usolge noch das «binett mit den französisch-belgischen Antworten be» Wen. In Berlin beurteilt man zunächst die S tuatrov Mrchau» schlecht. Die sachlichen Forderungen

Ter enitiaenDtel» beträgt für bee 9gefg. 3eilenmi6taetet 0,08 Selbmart Mmtlute m- w , aurwärt. Anzetgen 0,10 Eolbmerk.Bet ickwier.Satz.°>v^.Aufschlag. Sammelanzet,. 100^ SO $ufid)lae. *ettarnen 0,"0 Selbmart. Jeder Rabatt gilt als 'Barrabatt. Belege werden 00. beredmet ebenso üustunrtburcb bte CreldiäftsiteUe und Zusendung »er fln iebote. Zahlung innerhalb 5 Tagen (1 Dollar 4,20 Eolbmarts, Berectnung na» bem Berliner bittet« tut» be» Zablungn ehrg«ng»tages. «erzngszfnsen pro Tag nach bem vankzinssuh