Einzelbild herunterladen
 

Mimg

Zweites Vtatt

Nr. 16

Sütrnabend, 19. Januar

1924

«3.75

Mimen! nD Wielen.

n 3.95

Von E. Hintzmann- Bremen.

Kneten eine Regierung bilde» müssen, die nach dem

auf

°Ie.cteikampf um Grundsätze und Programme.

att

iolin

BI.U

Hiine

8.6Q

6.06

Mr haben in Deutschland seit 1918 die parsamenta« M?. Regierungsform. Viele erwarteten von ihr eine grundlegende Ncuregelung unseres parlamentarisch«« Le- Lg». Ne glaubten, die neue Form genüge, um neuen

,n unser Parlament zu tragen und das deutsche Volk «litisch reif zu machen. Es erschien so einleuchtend, «m: überträgt die Verantwortung für die Gestaltung

Diesem Kampf aber kann und will btt Mass- der Kähler nicht folgen. Sie interessiert es garnicht, ob eim U(if vor so und so viel Jahren, diese oder, jene Parrei h oder so gehandelt, oder ihre Führer so oder so geredeb jabeu. Sie interessiert es garnicht, ob man im einzelnen immerkonsequent" war undgrundsähl'ch" das Mcht'.qe Mtllte Und da sie das nicht interessiert, so wendet sie sich

kt?' politischen Lebens des Landes dem Volke. Dann wird

Volk in den Wahlen das Parlament so zniammen- ton, das es ein getreues Abbild der Bolksmeinung ist. fjgii» Wird das Parlament aus der Mehrheit der Abge-

tes Wahlkampfes keinestvcgs ein getreues Abbild der 'Wolksmeinung, da so schließlich die Zusammensetzung hes Parlamentes keineÄoegs eine Grundlage sür die snuigemäsie Handhabung der parlauicutarischeu Regie-

ung.

Auswahl

ratisn,

jrt«er ihren Sonderinteressen beruflicher oder wir.sckost

. fe£?r Art zu. Da da? die Parteien wissen, kommt zu dem

* Parteikampf um di« Grundsätze noch der Kampf um die ikrtretring derberechtigten" Jnleressen der einzelnen Kruppen. Das veüoirrt so Völl'- Ye Ncüersicht. Kein Lunder, daß die Masse der Löäh'er bei dieser Art des WahikampseS durch- eie volitifchen Parteien den Blick

ra'iC 15 für das Ganze,' für die entscheiteudeu Gegenwartsfragen --------* verliert Kein Wunder, datz so schließlich das Ergebnis

Oßi Agseu der Bolksmehrheit harchelt unb die, da sie stets v| fällig sein must, bei der nächsten Wahl durch die beseitigt zu werden, vor einseitiger Inter« ; , Kuvertretuno bewahrt bleiben wird. So werden auch ihje Deutschen eir politisch brauchbares Volk werben.

1 Heute haben die meisten erkannt, datz diese Hoffnungen 1 sich nicht erfüllt haben. Woran sind sie gescheitert? Wir I haben in Deutschland ztvar die Regierungs f o r m ge­ändert. bie Instrumente der Politik aber, die P arte ien tznd im wesentlichen unverändert die Mten geblieben, gebet die Ausdehnung des Wahlrechte- auf die Jngeiw- 'fthen und die Frauen, noch die Aenderung der Pactei- gemen und Programms hat sie neu gestaltet. Heute wie wr 1918 sind sie reine Programmparteien. In Mundsätzen" suchen sie zu nahezu allen poLtischen, Wirtschaftlichen und kulturellen Fragen vorweg Stellung p nehmen Solche Grundsätze und Programme lassen jht aber naturgemäß nicht häufig ändern. Soerben sie sich fort" und werden sestgehalten, auch wenn die dißeren und innere» Umstände sich ändern und sie fnberF sich dauernd und .werden so zu Unsinn und Plage" und hiichern die Parteien im Wahlkampf dir ent- sKeidenden Gegenwartsfragen herauszustellen. Und fo »rrliert sich der Wahlkampf jeteSmal »«der in einen

zlelal!- iitung

vu-gskorm abgeben saun

Welches ist die entscheidende Gegcmvartssra-.e? i&e >sie lautet:Soft in Teutfchland bürgerlich

kaum. D. Schrift!.) Und ich glaube, vor diese F«ge ct» ßrtsl wird die deutsche 'Wählerschaft bestimmt rbre Stimmt so abgeben, datz der Reichstaz ein getreues Ab­bild der Volksmeinung Witt), und datz sich dann der Reichs-

Oer sozialistisch regiert weiden?" sDiese Fragestellung brikprei« tzh, int Einzelsalle für eine Teilnahme der sozrnseemorra- Bdien Partei an der Regierungsveoaiüwortung natürlich

strafe I

Mg diesem Willen des Bollesdie Staatsgewalt gehr Nm Volke aus! sagt die Verfassung nicht Wteber ent ßcheu kann, d. h.. daß dort dann auch die Parteien: das

MN i, »ck il» * gesucht. lstr. 21, l

tzcr-trum und die Demokraten, die bisher der Mehrheit drs Vollswiklens meist nicht folgten, obwohl sie sich befotch-rS Drn «Ur die berufenen Träger de« partameutarischei- Wedankens bezeichnen, im Reichstag auf die bürgerliche Seite ge-wnugen cder aber aus dem pol-tis hei Leben «-geschaltet werben.

Es wäre dringend erwünscht, datz das beim Aufmarsch ter Parteien zur nächsten Reichstagswahl von vornherein

(Nachdruck verboten.)

Andizten.

Bon P««l Rosenhay«.

5^ Forksetzung

tents

kraiiiyca ein unfreiwilliges gewesen ist.

4, i. 6t* . E rs^w rnb »en und dem Ang liegt n, dem R chtsan-

Flüqjd miums

Markt», t gröltet ,u beton»1 teilen bt< :

____j vor seinem Verschwinden haben eimvand« Neie Zeug n ein-rn fürchterlichen Streit zwischen dem

Atrossen. Aus der Tatsache, daß er dies nicht getan l <T ssiurlcS, wie ein Meteor in der Naht, in

ö.5®w Eachl verschwunden ist aus dieser Tatsache dürfen w Mr obn- weiteres den Schluß ziehen, daß sein Ber»

tl. Figur- u,- 7,

M»lt Gordon Carpen ter, gehört. Ter Angeklagte selbst Nit zu, daß dieser Streit zu schweren Drohungen aus- Aartet ist Es «st das Klügste was der Angeklagte *« tonnte, daß er diese Tatsache nicht besiegter, als *fj>iener Anwalt Weitz er natürlich, daß cs ein tot« sicher Frhler ist, Dinge zu leugnen, die bewiesen sind, daß er keine Posit on schwächt, ohne dafür irgend- Eren Vorteil enrzutmischen.

Ich komme zum Motiv der Tat. ES ist das alte l«d: -:e Liebe. Ich wenigstens bin davon überzeugt.

ib inen -

'Urii Schönp

kmaca, isel, 2S

i,e 7, hon 1279 LieOfftrt

..(£. '.näß'"Ihnen genügen, daß da- Bericht eiien« fer> ist. Dnß Sie demnach Ursache hatten, dem den Tod zu Wünschen, darüber brauchen Wir tu# vvhl int Ernst nicht zu streiten. Ich erteile sitzt Herr» Von eil. dem öffentlichen Ankläger, das Wo t." Herr L->well erhob sich. Die Weißen Locken ter Rl'c u rperück», fielen auf seine breiten Schulcern, die '<! einer hünenhaften Gestalt ruhte», und er sah Mt der ruhigen Sachlicher eine- Mannes, der seiner Aifsion sicher ist. aus den Angeklagten.

Ick glaube, ich kann mich kurz fassen. Am 5. Juli $ der Moronis von FairbankS aus seiner Wah rung

terfckwunten. Er hat niemals etwa eine Absicht ge- M/ti, zu verreisen, sollte er trotzdem eine Reise Mieteten haben, so hätte er ganz bestimmt die üb- kchr:> Versügungen für die Zeit seiner Aöwefe cheit

BWjyjjCTMjMOg erkannt und berücksichtigt würbe. Nur wenn es geschieht, kann zu der parlamentarischen Form auch das richtige Instrument, nämlich ein Reichstag, der dem VolkSwillen entspricht und Rechnung trägt, geschafstn werben. Hur bann wirf» die neue Form Leben erhalten. '

---*---

Sie SntnIuchW In ter Wz.

Kaisers! autern, 1& Jan. Der britische Ge­neralkonsul Clive ist auf seiner Informationsreise gefhtn abend nach 7 Uhr in Kaiserslautern ange­kommen. Seine Ankunft hatte sich etwa- verzögert, da die Besprechungen in Neustadt a.d.H. sich länger lausdehnten, als man erwartet hatte. Der Gene­ralkonsul, der unter GlockengelSute von einer ungeheu­ren Menschenmenge erwartet wurde, empfing noch gestern abend die Vertreter von Zweibrücken, Pirma­sens und Umgebung, sowie die Vertreter der Justiz. Die Morfmungerr von Kaiserslautern und der um­liegenden Orte sind auf heute vormittag ttr.;eIabetL

Kaiserslautern, 19. Zan. Der englische Generalkonsul Clive empfing die Vertreter der pfälzischen Justiz, die die schweren Eingriffe der Sonderbündler in die Rechtspflege und das Ee- fängniswesen schilderten. Außerdem wurden hier von Clive die Vertreter der städtischen Verwaltung gen von Pirmasens und Zwetbrücken sowie Ver­treter der Geistlichkeit und der politischen Parteien empfangen. Die Aussprache ergab neue Beweise für das Festhalten der Pfälzer am Deutschtum Dem Generalkonsul wurden auf seiner Reise wie­derholt, besonders in Kaiserslautern, lebhafte Ova­tionen der Bevölkerung dargebracht.

Landau 18. Jan. Bei dem Empfang der be» r ts neu Vertreter d * gesan tetBevft'erauzLan­daus schilderte Oberbürg-rmcrster Orth von Lan­dau die ReoiernngSWeise derautonomen Regierung", durch bi? ter Berwastungsapvar-at in Unordnung ge­bracht, die Enferchslosenfürsorge gefährdet und die Autorität untergraben worben sei. Nur zwei Dinge seien den Pfälzern g blieben: das Herz, das bis zu­letzt treu für Deutschland und für Bayern schlage, und der Geist ter unermüdlich arbeiten wolle, um alle Not zu üterrointen. Bei den Pfälzern sei das Hei- matsgefüh! besonders stark ausgeprägt, und barum H die Ausweisung ein umso größeres Schrecknis. Der Redner gab zum Schluß ter Hoffnung Ausdruck, baß die englische Nation ben-n Sinn für Freiheit und Ge­rechtigkeit bekannt sei, dazu beitragen möge, daß die Pfalz bald von ihren Leiten erlöst leerte.

- Anschließend daran sprachen die Vertreter der politischen Parteien. Fm Anschluß an diesm Empfang fand im Stadchaussaale eine Bespre­chung mit den Vertretern der Stadt Nenn­st ad t statt, in ter der Neustadter Stadtrat, der Ver­treter des Kreistages und die Vertreter ter politischen Parteien, ter Gewerkschaften und de? Bayrischen Be- amtenbuntes einmütig feierlichen Pwtest gegen die Be­drückung ter Sonderbündler erhoben und erklärten, daß sie sich Weber durch Drohungen, noch Auswei- suugcn, noch Einkerkerung von diesem Standpunkt abbtingen ließen.

London, 18. Jan. Der Sonderbericht­erstatter desDaily Telegraph" in Speyer drahtet, Generalkonsul Clive habe ihm gestern mit- aeteilt, datz seine Untersuchung der Lage in der Pfalz heute zu Ende gehe und datz er sich daun nach Koblenz begeben werde, um Lord Kilmarnock Bericht zu erstatte«. Er hoffe, am Sonntag nach München zurückkehren zu können. In Germers­heim und Landau habe Clive vorgestern nicht weniger als 37 Reden angehört. Auch in Neu­stadt und Kaiserslautern sei er über die

bauks umg-brocht hat. Der Bäcker'unge ZimErowe hat uns berichtet, daß um die Zeit des Versibwinb-ns h rum ein großer schwer r G-genstand au? dem Ba'kon- fenster te; Fairbankscheit Villa in die Themse gewor­fen N rte* ist. Ter Gegenstand hatte bi- Grüße und Fvrm einer menschlichen Gestalt, die man in eine" 3»ck rirg-nSH« hat. In b t Tat finden sich im Zim­mer Schl sp-r n als h'tte man dnen chte -,t G - g.rstand quer durch tetr Raum geschuppt, um Fenster find an drei Stellen Abschürfungen, die. Wie uns die Gärtnersl-ute erklärt hab-nf bestimmt am Tagt vtcher ri.V bekannt gewesin sind. Wei er haben uns die Gärtnerrleute geiaqt, daß auch sie einen tumvf t Laui geySri haben; die Frau des Gärtners hat fofort gerufen: ..Tu, da hat einer den antem zum Fenster hinauszeworfen." Darauf ist ter Gärtner hinanfo/- gangen: ha* anoeklopst; drinnen haben sich leise Schritte entfernt Er hat dann zum zweiten Male g-k'.rdft rno mit die Klink gedrückt: das Zimmer wer verschlossen. Daraus hat er die Tür aufg-teochen: das Zimmer wat, le-r. Gleichwohl Wat ter Anblick, der sich ihm Hot, ter einer vollkommenen Verwüstung. Alles deutete aus einen schw t'n verzweifelten Kampf ans Leben und T- d. ter in bi fern Raum ftat'g fu-rd-n fjoU.t mutzte.. Seit diesir Stunde ist, wie gesagt, ter Marquis verschwunden. Ich bin überzeugt, daß Cnr- penter ihn getötet, wahrscheinlich erdrosselt hat, daß er seine Ldcke zum Fenster hinanssgeworfen hat. Der Körp:» ist das fegt auf te-r H^nd. von ten Wll en der Themse in die Nordsee hinausgespült warten.

Für mich besteht kein Kveifel, inllne Herren Ge­schworenen, daß Mord vorliegt. Ich habe das Ver­trauen in die Einsicht angesehener brillscher Bürger, daß sie zu dem gleichen Schluß kommen werden."

Ei:>>. schwere und schwül: Pause entstand. Matt Hörle das Knistern sich umtoenbenter Blätter; neu­gierige, ängstliche und erwartungsvolle Blicke irrten durch ter. Saal, darunter saß unbeweglich im Deck und sah hinüber zu Maud Melford, die chm ver­stohlen giil&tekt. Einmal wanderte jein Blick zur Tür; ater als oh er sich «f einer llnvscjichr'gkcit

Lage ausführlich informiert worden. Es könne ge­sagt werden, datz seine Untersuchung die allge­meine Ablehnung der sog.autonomen Regierung- ergeben habe. Die Geistlichkeit, die Industriellen, die Landbesitzer und die Bürger­schaft hätten nicht gezögert, sich darüber ftei vor Clive auszusprechen. Gleichzeitig aber bemerkt der britische Generalkonsul, daß es unzufriedene Elemente in der Pfalz gebe unb datz dort eine Lage entstanden sei, die nicht fortdauern könne. Es sei jedoch nicht seine Sache, Anempfehlungen zu machen, sondern nur die Tatsachen, die er festgestellt habe, zu unterbreiten. Sein Bericht werde sehr umfangreich fein. Er habe sich nicht nur selbst No­tizen gemacht, sondern auch seine Sekretäre hätten eifrig Erklärungen niedergeschrieben, die von Män­nern und Frauen aus allen Volksketlen in der Pfalz abgegeben worden seien. Da» Hauptergebnis sei, soweit man sehen könne, d a tz d i e sog.a u t o - nome Regierung" nicht darauf hoffen könne, fortzudauern.

» »

V

Speyer, 18. Ian. Die scharf ablehnende Hal­tung, die die katholische Geistlichkeit der Pfalz mit dem Bischof Sebastian an der Spitze gegenüber den Sonderbündlern einnimmt, hat das Organ des französischen Oberkommisiariats, das MainzerEcho du Rhin" so in Harnisch gebracht, datz sich das Blatt nicht scheut, die katholische Geistlichkeit der Pfalz als bezahlte Agenten, die von München aus ihren Ge­halt bezögen, hinzustellen und ihre Ablehnung des Sonderbündlertums niedrigen Motiven zuzuschrei- ben. lieber diese ungeheuerliche Verunglimpfung herrscht in der Bevölkerung allgemeine Entrüstung.

Cassel, 18. Ian. Wie aus Koblenz berichtet wird, steht einwandfrei fest, datz der bekannte fran­zösische General d'Älbert die Sonderbündler nicht nur mit barem (Selbe unterstützt hat, sondern auch veranlaßt hat, daß ihnen Waffen ausgehändigt worden sind unter Zusicherung der französischen Be­hörden, daß Träger derselben nicht bestraft würden. Diese Waffen bilden nun die Unterlage für die ttanzöfische Behauptung, datz Deutschland noch nicht entwaffnet sei und daher weitere Kontrollen er­forderlich seien.

Neustadt a. H , 18. Ian. Auf Veranlasiung des sonderbündlerischen Bezirkskommisiars Gabriele sollte hier in einer Erwerbslosenversammlung öffentlich für die Sonderbündler Stimmung ge­macht werden. Die Versammlung war ziemlich gut besucht, jedoch fast ausschließlich von Gegnern der Sonderbündler. Den Ausführungen des Refe­renten, des übel berufenen Erwerbslosenhäupttings und Organisators der Zehnmännerdemonstration in Ludwigshafen, Kunz, trat der Vorstand der kom­munistischen Partei der Pfalz, Äumpf, entgegen. Stadtrat Kumpf warf dem Kunz vor, daß er tiu Dienste des französischen Kapitalismus und Impe­rialismus stehe. Von den Kommuttisten wurde dann eine Entschließung eingebracht und einsttmmig angenommen, die besagt,: Die kommunistische Ar­beiterschaft der Pfalz fpricht sich gegen die Abtren­nung der Pfalz vom deutschen Wirtschaftsgebiet aus und lehnt jede Bildung eines selbständigen Staates ab, sie lehnt ferner dieautonome Regie­rung der Pfalz" ab und erklärt, daß sie mit den Brüdern jenseits des Rheins auf Gedeih und Ver­derb verbunden bleiben will.

Bergzabern, 18. Jan. Das fonderbünd- lerische Bezirkskommissariat hat an sämtliche Bür­germeisterämter des Bezirks ein Rundschreiben ge­schickt, in dem ihnen die Verantwortung für die Fol-

ertabpe, wandte er sich sofort wieder zur Seite, nur in seinen Augen schien ein lcifes Lächeln aufzuglim- men. t

Sie haben das Wort. Carpenier."

Alles wandte sich dem Angeklagten zu, b.t gelassen sich etfi-'b.

Hoher Gerichtshof meine Herren Geschworene ?. Sie bäte*- die sch-rf-n SSM» g hört, die Mr. Lowell o r öff<nisite Ankläger i' tezug auf biIteignite ge- 'unten bat die mich vor dUs Gericht geführt hüten. Ick will nicht von den Einzelheiten ter Sache selbst -prechen; ff- sind im Laufe ter Verhandlung u fi­ter und Mieter ven ilfirt w rten und st» find Ihnen aber ,o b kanni rrie mir. Ich möchte Sie nur mir die Löcker in* Ring der Jndi-llen Hinweisen, den Mr. Lc- Low-tt für lückenl-s geschlossen hält. Darum frage ich Sie: Haben Sie jemals g höN. daß man einen Mord en genommen hat, daß man im Ernst von einem Mow gesprochen hat in ein-rn Fall, in dem es x,a: keinen Ermordeten gab.

,^Ich muß Sie un'ett'rechen", sagte der Lerd Ober­richter mit den* Anflug einer leisen Schärfe-:schon mihrmch ist Venicleilung wegen M r>es erfolgt -- und znar ans Gruno eines erdrückenden Jnd-sien- beweises, auch wenn keine Leiche vorhanden war."

, Indizienbeweis," wird rhol e Carpen er:jawohl, mein Lord, das ist wieder einer von den belebten Indizienbeweisen, mit ten n die Justiz zu operieren pflegt, wenn ihr nichts Bess- res zur Hand ist. Denken Sie an K'nnaird' Sie haben sein Blut unschuldig vergossen: Sie selbst, mein woh'g ehr er Lord haben teilgehabt an e nem Justizv- rbrecken, das unte-ühnt zum Himmel sbre-'t. Sie hch-m ein-n Unschuldigen umg bracht, und Sie s nd nach nie o:r in Amt und Würden. So wollen Sie auch mich umbringen, was tümm~rt es Sie ob ein Just-zmord mehr oder weniger das Ans.Heu Großbritanniens b.fleckt?"

Ich muß Sie bitten, Ihre Tonatt zn ändecn", unterbrach ihn d:r Lcv) kiberr chtcr.

,^ch muß auf die Tinge Hinweisen, auf die c3 hier «ulkommt, wein fiorf»; nicht nur praktisch, joule u auch

gen einer Rückgängigmachung der erpreßten Treu« erklärungen gegenüber dem Sonderbündlertum zu» geschoben wird. Dieselbe Drohung wird von der gleichen Echein-Amtsstelle gegenüber den Gemein­den ausgesprochen, die die ihnen zugestellten Schrift­stücke desBezirkskommiffariats" nicht als rechts­gültig behandeln. Selbstverständlich fehlt de« Verordnungen der Sonderbündler nach deutsche« Recht die Gültigkeit, aber auch der Standpunkt der Rheinlandkommission geht dahin, diese Verfügungen nicht als rechtswirksam zu betrachten, nachdem die Anerkennung in Koblenz aufgeschoben worden ist (und wohl auch nicht mehr erfolgen wird).

Ludwigshafen, 18. Ja». Von der fran­zösischen Besatzirngsbehörde ist Eesuchsstellern u« Verkehrserlaubnis für Kraftwagen wiederholt et« *lart worden, wenn sie einen ftanzöfifchen Wagest anmelden, dann werde es sehr rasch gehen, sonst werde die Prüfung sehr lange dauern. Es liegt biet bet Versuch vor, die ftanzösischen Behörde« unter Mißbrauch ihrer amtlichen Befugnisie in de« Dienst der französischen Wirtschaftsinteresien z« stellen und dadurch der französischen Autoindusttte einen Monopolabsatz zu schaffen. Die Frage ist umso ernster, als aus der ganzen Pfalz ähnliche Be­arbeitungen der Wirtschaftskreise wegen anderer Bedarfsartikel, wie Lebensmittel, z. B. Eefrier- fleifch, Textilwaren usw. gemeldet werden.

Bor ehret eyglisch-feMnöfffchen Verständigung ht bet Plalikeaqe? .

Paris, 18. Sau Nach öen Mvraenblättern steht zwischen Frankreich unb Engta id ein Ausaleich tn der 5Tf'einpfaUfrr v unmittelbar bevor. Die größten Schmieriskeiren bereiten wie die französischen Blätter mefben die Resistrieruna der von herautonomen Ne« pierung" in der Pl-rlz Hera rsgrgeb men Verortmun» durch die Rbeinlandkommission. Nach demGrelfiot* wirb man bie Frage der Eiurtaittrierung in bet Som umgeben, daß die Rbriolaubkommission ten wichtigste» Erlab, der aus die Bekämvft'Ng her Arbeiislosigkei! abzielt, auf eigne Rechnen nimmt unb ihm von sich aus Gesetzeskraft verleihen wirb. Was bie anbeten Verordnungen anbelannt, so roeroe man sie für ten Augenblick aus bent Spiele lassen. Dieses Verfahren, so meint der .Erelsiar", habe ferner ten Vorteil, bat die Frage einer offiziellen Anerkennung der auto­nomen Psalzregierung offen bleite.

------

fite fiaoe ter teuWn 9rteiterl6e|t.

Auf Veranlasiuna be» 5ntcrnaticnalen Gewerk- scheftsbuntec, der Zweiten Internationale und bet internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Par­teien lSftien), ist ein Buch erschienen, bas auf Grund persönlicher Studie-tfis-n und Jmonnarionen einet neungltebrioen .llomintlsion die Lage der deutschen Ar­beiterschaft behandelt. Man könnte diese Schrift auch betiteln' Ein internationales Gutachten über die sorlilen Folgen des Friedenr< biftotes van Versailles.

Das Buch unrenud>t nicht asteln die Lage der deutschsu Ärbeiterschait. sonbern bet deutschen gegen Lohn unb Geba'r atbeiienten Vevölk-rung überbau»!.

An ter Hand zaütteicher Di rgraimne unb Tabetttn werben veranschaulicht: nie Entwicklung ter Reallöbn» in verschiedenen Länder-, von 19141922 im allge­meinen. für ein- unb dieselbe Arten, fi"«c verschiedene Perufsgruvoen, nach sei Äauftraft im Verhältnis ju den Prellen Di' Kommission kommt batei zu folgen, den Belchlllfsen:

1. Nach dem Kriege sieben die Löhne weit unter den Löhnen der sechs übrigen LSndrr, mit denen st« sich 1914 auf einer Linie bewegten. Sie find auf weni­ger als ein Drittel und ein Fünftel »er englischen ge­sunken. Während der Wen «betrag in» Uferlos steigt sinkt der wirkliche Lobn unaufhaltsam. Er ist bereit« weit unter dem Eriste »,Minimum angelangt.

2. Der Stur» ist umso gröber loder die scheinbar« Celbsteigerung umso geringer), je höbet der Lohn war (fxbäfter sinken mebt als die Löhne, bie Löhne der gelernten Arbeiter mehr als die der ungelernten. Eine

ch'oretifch ankommt. Sie wissen alle, daß gerate ich e8 bin. her von jeher für bie Abschaffung des Indizien­beweise: eing treten ist. Kommen Ihnen nickt irgend­wo auf dem Grunde Jhr.r Seele Zusammenhänge zum Bewußtsein? Ich will nicht mehr sagen, als was ich hrec a>,gedeutet habe."

Befreien Sie sich von dem juristischen Formalis­mus, der auf Sie Eindruck machen soll, der Ihre Sinne verwirrt, Ihre Gedanken mit dem Weihrauch bei Pathos umnebln soll. Lassen Sie Ihren klaren Men­schen versi and sprechen: betrachten Sie den Fall, indem Sie abs h-n von der Fei elickkeit dies:s Raumes, von dem Pathos der Perücke. Ich frage Sie im Ernst: Kann man von einem Mord sprechen, wo es nicht einmal e:ner Ermordeten gibt? Lassen Si- sich nicht- we'Smalben' bte Justiz, oder richtiger die Beamten dfifer Justiz, die Lohnempfänger der Rechtspf'ege, brauchen eben Mb dm und konstruier n darum einen Mord. Soffen Sie sich nicht alS ihre Helf-rshelser wistdrauchen. Der Bubstabe lötet ter Geist ist es, btt das Leben bebev.t t Bestehen Si? auf Ihrem gu­ten Recht: Verlangen Sie Beweise. Wirlliche Be­weise - - keine künstlich ineinandergehakten Ketten­glieder, bie ter starke Arm teS Rechtschaffenen la­chend zerreißt."

In verändertem Tone fuhr Carpenter fort:

Was ich hier gesagt habe, habe ich gesprochen nicht sowohl in meinem Jnlereffe alS im Ihrigen. Lassen Sie fick, warnen, meine Herren Geschvorenen. Sie kennen mich Sie kennen meine Bestrebungen. Sie willen daß ein guter Anwalt meist ein paar Trümpfe in der Hand hat, die er in dem Augenblick aus^pi'lt, in dem man es am. wenigsten erwartet. Glauben Si;. datz mich meine anwaltliche Taktik plötz­lich im Stich g lassen hätte? N.ch dazu, da es sich um meinen eigenen Kopf hantelt? Bedenken Sie die Tragen die in ter Tiefe ter Tinge icklummern könnten: »feien Sie gewarnt. Wollen Sie im Ernst, tast ganz Eng'and zum zweiten Male über Sfi lacht. Es möchte vielleicht nicht beim Lachen Mei» beut"- Konsetzung