Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Rr. 13
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Marburg MllwE heu 16. Sanuat Hartung
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59. Mr,.
1924
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Bit £iot wird motmM.
Die Franzosen fangen an, alle schmerzlichen und «inlichen Wirkungen der Geldentwertung. die wir jt gut kennen, nun am eigenen Leibe zu spüren, xch sic unsere Nachfolger auf diesem Gebiete sind, K gewiß kein Jufalk. Es hängt vielmehr danlit zusammen, daß Deutschlands wirtschaftlicher Rui», tzen die französische Politik auf dem Gewissen h-rt, xun auf seine Urheier zurückfällt. Frankreich beginnt eben erst die Ansangslasten dieses Zustandes p tragen, aoer wir willen nur allzu gut, daß es guf der schiefen Ebene, wenn sie einmal betreten M, so leicht kein Halten gibt. Und deshalb wird gbch in Frankreich die Last sich von Woche zu zsioche, ja von Tag zu Tag vermehren. Das um so mchr, als die französische Regierung alles unterläßt. was wirklich helfen köstnte. Sie könnte den Kranken sehr rasch kurieren, wenn sie zu einer vernünftigen wirtschaftlichen Verständigung mit Deutschland käme. Aber davor scheut sie immer »och zurück. Sie versucht es statt dellen mit börsen- technischcn Vorschriften und strengen Kontrollmaßregeln, alles Dinge, die wir in Deutschland genug gnsprobiert haben, um zu wissen, daß sie für sich tlftin nichts Helsen.
Noch etwas anderes könnte in Frankreich eine Windung herveifübren und den Frankensturz auf- talten. Die französische Regierung hat bekanntlich to den Etat Einnahrneziffern deutschen Ursprungs riügejctzt, die sie durch ihre frevelhafte und törichte Ruhrpolitik selbst wieder ausschaltet. Denn man kann nicht, wie auch der Dümmste schließlich ein, sseht, die oeutsche Wirtschaft zugleich vernichten und kinnabmen ans ihr erpresien Frankreich könnte
Falle eines notgedrungenen Verzichtes auf deutsche Leistungen die eigene Steuerschraube an- iiehen. Und über diese Frage hat man sich denn nch im französischen Ministerrate wie auch in der Kammer selbst unterhalten. Die Folge war die Lerbreiturrg eines panischen Schreckens, denn nichts tz Den Franzosen fürchterlicher als Steuern zahlen. Klan spricht sogar davon, daß die Kammer ihre Kfortrge Auslösung verlangen werde, du sich die Abgeordneten nicht der Gefahr aussetzen wollen, siir unpopuläre Steuergesetze im Wahlkampf zu Muten. Das ist vom Standpunkt der Parteien aus rin ganz erklärlicher LUunsch. Sicher aber ist, daß ter Franken unrettbar weiter fallen wird, wenn •an die Verantwortung scheut, wirklich durch- peifende Maßnahmen auf sich zu nehmen Die Re- iierung geht um den heißen Brei herum, und die Kammer ergreift vor Steuergesetzen die Flucht. Unter diesen Umständen wird das französische Volk Nt Folgen der Ruhrpolitik weiter auskosten müssen.
Für Herrn Poincar«; ist das eine augerorvent- Üch ungemütliche Lage. Er wird im eigenen Lands terth die Entwertung des Franken einem 'charfen Druck ausgesetzt. Und diese Lage wird dadurch ■ Acht gemütlicher, daß nun auch der Druck von üvßen allmählich fühlbarer wird. Der erste Unterausschuß der Reparationskommission, der die deutsche Wahrung und die deutsche Zahlungsfähigkeit untersuchen soll, hat seine Arbeit in Paris auf- •enommen, und schon-in der Eröffnungssitzung hat kr Vorsitzende dieses Ausschusses, der amerikanische General Daoes, der französischen Regierung allerlei rnangenehme Wahrheiten mit einer Offenherzigkeit ins Gesicht gesagt, die erfrischend wirkt. Er kt betont, daß die Unfähigkeit der Alliierten fünf Zähre lang wahre Bibliotheken von verschiedenen Denkschriften und Statistiken angehäuft habe, obns Wch nur das geringste Positive zu leisten. Zn Wefct Zeit habe das egoistische Interesse verschiedener alliierter Beamter und die Demagogie nario- ^listischer Aasgeier triumphiert, während die wirtschaftliche Grundlage Deutschlands und damit die deutsche Produktionsfähigkeit zusammengebrochen fei. Die Folge sei die Stockung der europäischen Wirtschaft, titan hätte von dem Wirken des Herrn tkimate gar kein treffenderes Bild entwerfen kön- *tn, als es in diesen schneidenden Sätzen geschehen ksi Daß Pomcarö sich diesen Spiegel im eigenen Lande vorhalten lassen mutzte, wird ihm besonders peinlich gewesen sein. So furchtlos wie in diesem 8alle ist die Stimme weltwirtschaftlicher Wahrheit >nd Erkenntnis noch niemals zu hören gewesen. Und wenn auch der amerikanische Sachocrständige betonte, Der Ausschuß werde nur wirtschaftliche Er- kenntnr.' fördern und die polilllchen Schlutzfolge- lrungen anderen überlassen, so kann man doch sicher sein, daß wirtschaftliche Zeugen von solchem Wahr- feitemute sich gegen alle Widerstände durchsetzen werden. Freilich dürfen wir hier nicht allzu op- ^nistisch sein,' für die nächste Zukunft wenigstens, penn der Bericht der Untersuchungsausschüsse geht ^nächst an die Reparationskommission, wo der ein
same Engländer Bradbury von jeher — überstimmt wird.
Ungemütlich wird die Lage Frankreichs aber allmählich auch in der Pfalz. England hat sich d'^rch- gesetzt. Es wird Herrn Poincar^ wohl allmäylich dämmern, daß es doch nicht so leicht ist, den Napoleon zu spielen. Es wird gewiß noch einen harten Kampf mit ihm setzen. Aber es scheint doch dafür gesorgt zu fein, daß auch die Bäume der französischen Politik nicht in den Himmel wachsen.
Der Sttrj Des Wen.
Paris, 15. Jan. Gestern abend ist das PsuiK au der Rachbörse auf 98 Franken und der Dollar auf 23,27 gestiegen.
Das Sinken des Franken und die 'ranzösische Kammer.
Paris, 16 Jan. Bei Eröffnung der gestrigen Nachnirttagssitzang der Kainine- verlangte der Abgeordnete Lacotte die sofaeriar Dssvrechung einer Interpellation über die Devis-mbansss der letzten Tage. Die Kammer bekchloß dcmiicmäß. Der Finanzminifter machte daraufbin gellend, das die Regierung am Donnerstag di« gestern vocmillaz im Ministerrot befchlvste- icn Gesetzentwürfe eiabci>'zen werde und verlangte, daß auch die Jnteruellatior Lacotte auf Donnerstag oe-tagt werde Der Vorschlag des Finan-,Ministers fand jeboJ) Wideisoruch bei dem Sozialisten Blum, der erklärte, er besteh- aas sofortiger Diskussion. Die Regierung «rmabae die Kammer zur 9?uh?, aber die Ka n- mrr möchte, daß auch sie Regierung Rnbe und Kalt- llütigkeit bewahr:. Rach dem Protokoll des gestrigen Ministerrates schein: cs, daß der Regierung jede Kalt- l'iütiokrit fehle. Es habe den Anschein, als schicke sich die Regierung an, die Zustimmung der Kammer 'u ernsten Maßnahmen in erlangen, u. a. die schleunige Annahme von neuen Steuern. Er sei der Ansicht, baß dies ein schwerer Fehler sei. Das Sinker des Franken werde nich: durch das becoorzerufen, was in London, Amsterdam, Rewnork und Brüssel geschehe, sondern durch das was sich in Paris oocbereite (Zroische-r- rule des kommunistischen Abgeordneten Bachin: „kl-urch die Besetz uns des R u h r geb ie t si" Der Finanzminister ruft dazmilcher: „Auch durch die Artikel v"N gewissen Blätter?!" Mehrere Sozialisten wenden sich mit heftigen Zwischenrufen argen den Fi- naniminister, «ährend die Rechte ebenso gegen den Ada«ord'>etcn Blam oorgeht) Der Abgeordnete Blum erklärt nach WieSerberstell'ing der Ruhe, das Sinken des Franken lei da; Ergebnis der ganzen R e g i e r u n g s v »l i t i k, die von den Sozialisten so oft in der Kammer an dm Prrrger gestellt worden fei. Nach dem Sollalisten Blum spricht Abgeordneter Tardiru. der trotz der für Doiierstag angekiiadia- ten Reaiernngsenrwürfe ebenfalls die sofortige Diskussion der Jntervellotion La- cotte für notwendig erklärte. — ?m Namen der Radikalen und Sozialistiich-Rndlknlen stell:« darauf der Abgeordnete Denurd fest, daß die jetzige Lage die unmittelbare Folge cher bisherigen Nerschlepounas- rclitik der Kammer sei. Sie habe namentlich das zweijährige Busse» angr-rommen und den Glauben erwecken wollen, daß es im Gleichgewicht sei,' während sie wohl gewußt bade, daß cs nicht so sei.
Die Jvtervcllalion Lacotte wurde schließlich mit 38» gegen 189 Stimmen auf Do rne.stag verschoben.
Paris, 15 Jan. Im heutigen Minister- r a t wird der Ministerpräsident Maßnahmen zum Schutze des Franken vorschlagen. Er hatte gestern abend eine längere Unterredung mit dem Finanzminister und dem Iustizminister, in deren Verlauf die Maßnahmen besprochen wurden, die ■‘'•griffen werden sollen, um den Entwertnngs- manövern, dir. gegen den französischen Franken unternommen werden, zu begegnen. Auch der Han- oelsminister verbandelte gestern mit den Vertretern der Warenbörsen, um über die Nachwirkungen des Frankensturzes auf das Genaueste unterrichtet zu werden. In den Wandelqängen der Kammer wurde die Frage des plötzlichen rapiden Franken- siurzes einaehend besprochen und es wurden verschiedene Maßnahmen ins Auge gefaßt, die man ergreifen könne, um die Frankenkrise zu beseitigen.
So ist nach Havas von einer strengen Kontrolle der Devisen gesprochen worden, von einer Zentralisierung des Devisen- Handels durch die Bank von Frankreich sowie von Einzelheiten, die ergriffen werden müßten, um die Devisen nach Frankreich zurückzuführen, die die Erportenre im Auslände belassen haben. Jedenfalls wünscht man aber eine erhöhte Wachsamkeit, r.m die Versuche zu durchkreuzen, die im Auslande gegen den Kredit Frankreichs unternommen werden. Nichts rechtfertige das plötzliche Sinken des Franken. Mittwoch werde der Finanzausschuß der Kammer in Anwesenheit des Finanzministers die Frage besprechen.
Wie im „Ecko de Paris" mitgeteilt wird, ist auch die Rede davon, durch eine vorübergehende Erhöhung einiger Steuern der Frankenkrise entgegenzuarbeiten. Jedenfalls werde der Ministerrat heute beschließen, daß keine Inflation getrieben werden soll.
„Rettet den-Franken!"
Paris, 15 .Jan. Der „Mai:n" richtet in einem Lcüarllkl mit ki Ueherschttft: „Franzosen, ver
teidigt den Franken!" einen Appell zur Boykottierung der auS Ländern mit hoher Valuta stammender Erzeugnisse an die Bevölkerung.
Es verlautet, daß eine erneute Erhöhung des Diskontsatzes der Banouc de France, der bekanntlich erst vor einigen Tagen um V» Prozent heraufgesetzt wurde, l-cvorstehen soll-
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London, 15. Jan. Die Blätter bezeichnen den neuen Frankensturz als aufsehenerregend und heben die in Paris darüber gezeigte große Besorgnis hervor. Dem Pariser Berichterstatter der „Morningpost" zufolge ist die einzig mögliche Erklärung für den plötzlichen Zusammenbruch des Franken die, daß die großen und kleinen französischen Kapitalanleger über die Wendung, die die Dinge genommen hätten, beunruhigt seien, weshalb sie ausländisches Geld und ausländische Wertpapiere kauften gegen Abgabe französischer Wertpapiere.
Der Pariser Berichterstatter der „Daily News" schreibt, die Ursache des Frankensturzes werde in Frankreichs auswärtigen Beziehungen gesucht. Man erwähne in diesem Zusammenhang die britische Haltung nach der Erschießung des Sonderbündlerführers Heinz in Speyer. Curzon beharrt auf eine unabhängige Untersuchung der Lage in der Pfalz.
„Daily News" schreiben in dem Leitartikel. Die Wirkung der Nuhrinvasion und das Verschwinden Deutschlands als eine wirtschaftlich« Einheit sei fetzt flat zu übersehen. Wenn PoincarS oder sein Nachfolger beschließen würde, daß Deutschland, um Frankreich vor der vollständigen finanziellen Katastrophe zu -eiten, in die Lage versetzt werden müsse» seine Schulden auf einer vernünftigen Grundlage zu bezahlen, so werde die Gesamtlage in Europa eine bemerkenswerte Umwandlung erfahren.
Auch der „Manchester Guardian" führt aus. man könne nur hoffen, daß das Dilemma, in dem der nächste französische Finanzminister sich befinden werde, ihn dazu veranlassen werde, Deutschland weniger als Feind anzusehen, der zerschmettert werden müsse, als vielmehr als Schuldner, der bei vernünftiger Behandlung Frankreich zum schließlichen finanziellen Gleichgewicht verhelfen könne.
Sie IlmiWei Nmm
Paris. 15. Jan lieber de» Ministerrat, btt 6-ute hcrmtf'ac unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik abgeb alten wurde, gibt Havas folgende offiziös? Mitteilung aus:
Tie Negierung hat beschkosscit, am Tonnerst'ag l*n Parlament eine Anzahl zusammenhängender Ge- sekkniwürse e'nzubnngen. die die Mederherstllung der Finanzlag-, feen Ausgleich W W ederaufbvtbudg-ts und die U-berw ndung der Krise auf dem Wechselmarke zu in Zweck haben. Sie sehen vor: i
1. Maßnahme» zur Unterdrückung der Steuekhiv-. kerzichung.
2. Ersparnisse in der Verivalcktng. t
3. Vertagung sämtlicher Gesetzentwürfe, tic neue Lasten nach fick' ziehen.
4. Erh bnng von zwei weiteren Zehntel» von sämtlichen Steuer».
Die Negierung wird die schleunige Annahme dieser E.iftoilrst verlangen und dir Vertrauensfrage stellen. Tie Sanierung hat ferner Maßnahmen getroffen. die schleunige energisch« Unterdrückung der Baisse- fp kulation an' die sranzäs sbe Devise uno die französischen SvnatSpapiere zu g-rodf)driften.
Paris, 15. Jan. Zu den heMgen B.schtüs- sen des Ministerrates bemerkt Havas in einer längere» Erlän'en'ng das Hanp kennz-ckchen der ins Aue« gnässten Moßneh nen besteht in dem tatsächlichen Ausgleich de- Bung ts. Seit dem Krieg- fei dem ordentlichen Budg t das Budget der i n Dent'chl and zu tr- ; fiert nbf» Ausl^gm angrg idr- g-tre en, nan-.e ulich derjenigen Ausgaben, die die Wiedecherstelliiitg bet fc.‘fr:iten Gebiete nach sich z'ehe. Tas Bersig-n Tcutschlands habe jetzt die französische Regierung g - nßtEat zur Anleihe ihre Zuflucht zu nehmen, um ihre Ansgabcu zu decken. Tarmifhin habe sich ein An -o chsin der franji fi chea Scku d n um m h els l 0 Millialden Franken ergeben, die neturge.iläß die g:- ianten Fi- anzen belaste. Die Reg e ung habc sich aus den Standpunkt gestellt, daß mit diesem Ver fahren gei'.-cben werden müsse. Sie b.kcästigr zwar auch für die Zukunft thr«n Willen, für die Koste» dct Wiederherstellung der zerstörten Depar.euteuis Die Be- zaylung non Deutschland zu erlangen, und di: Besetzung des Nndrgebiets liefere ihr hierzu ein sehr zu- »et ä,ss g.s Mittel, aber fit wolle unverzüglich sämtliche Ansgadev, gleichviel, ob sie vym ochrnüichen cter
von dem Budget der von Deutschland z» erstatte» den AuSgakkN herrühten, mit Hilfe gleich nettiger Eiu- nahrneu decken-
Bit öMlttUMtll-MUUr.
Paris ,15. Jan. Der erste Sachverständ-genaus- fefrufi hat heute vormittag in seiner Sitzung beschlossen, die Protokolle seiner Berhandlungeu geheim zu halte» und sämtliche Ausschußmitglieder darauf zu verpflichten, der Presse keine Interviews und Mitteilungen zu gebe». Jede Mitteilung an die Presse wird durch den Generalsekretär erfolgen, her fie vorher dem Ausschuß unterbreit*» wird
Paris, 15. Jan. Rach einet Meldung de, „Stern« vor! Hcrald" soll in der Nachmittagssttmn« des erste« Sachoerstäudigenauslchnsses beschlossen wor« de» sein, zwei Unterausschüsse einzusetzen, einen kür di« Stabilifiernng der dentschca Mehrung mi* Yoon« al» Vorsitzenden und einen zweiten für den Ausgleich des deutschen Budget» unter dem Vorfitz de» Ecnerals Dawes. Weiter sei man übereingekour« tnen, nach einer einwöchiger Tätigkeit hi Pari» nach Berlin zu geben. Man nehme an, daß die Arbeite» dr« Komitees im Avril beendet sein werden. -
Paris, 15. Jan. Der erste SachverstSudigeiwuS- schuß hat heute vormittag beschlossen, den ReichsbankorSsi- denttn und Währungskommissar Dr. Schacht aufzufoider», einer der nächsten Sitzungen beizuwohnen, um Auskünfte über verschiedene auf die Währungsftagen bezügliche Fragen zu erteilen, die, wie der Belicht be'ogt, noch der Aufklärung bedürfen. 1
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Paris, 15. Jan. Die deutsche Noft. in der Fra je der interalliierten Militärkontrolle unterliegt, wie 6et „Petit Panssieu" mitteilt, zur Zeit aufmerksamer Prüfung von Seiten des Vorsitzenden der Kontrollkommission in Deutschland General Rollet, der sie alsdann mlf feinem Gutachten, namentlich mit den Feststellungen über die Kontrollopcrationen in München, der Bosschr-tec- konftrenz übermittelt werde. Erst dann werde dies» über die Beantwortung der deutschen Demarche beschließen.
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Sie MWm In Itt M.
Mannheim, 15. Jan. Der englische Generalkonsul Elive hat heute die berufenen Vertreter der Pfalz zu einer Aussprache empfangen. Vertreten find sämtliche Verbände der Pfalz, sämtliche politischen Parteien sowie die Oberhäupter der katholischen und der evangelischen Kirche. Die Aussprache ergab, daß die Sonderbündler sich nur durch den Schutz des französischen Generals de Metz und der französischen Bezarksdelegierten festsetzen konnten und ihre Gewaltherrschaft g« gen den einmütigen Willen der wehrlosen pfälzischen Benölkerung aufrechterhalten können. Ei« Arbeiterführer erklärte, das Pfälzer Velk sei in keiner Frage so einig gewesen, wie in der Ablehnung der son« derbündlerischen Bewegung. Die versammelten Vertreter des pfälzischen Volkes Übergaben dem englischen Generalkonsul als dem Ab» geiandten der Regierung Großbritanniens eine Kundgebung, in der fie versichern, daß sich die pfälzische Bevölkerung niemals der Gewaltherrschaft der sog. separatistischen Regierung mit ihren landfremden sittlich minderwertigen Elementen beugen werde. Nur durch die direkte Unterstützung durch die französische Besatzung sei die sonderbundlerische Gewaltherrschaft gegen eine wehr- und waffenlose Bevölkerung möglich. Die Kundgebung bittet schließlich im Namen der Menschenrechte und des Selbstbestimmungsrechts den Vertreter der britischen Nation, bei seiner Regierung dahin wirken zu wollen, daß in der Pfalz wieder der Rechtsboden der deutschen und bayerischen Per- Fassung. des Versailler Vertrages und des Rhein» kandabkommens gegeben und die Bevölkerung vo» hei sonderbiindlerischen Tnrannei befreit wird. Elive ist bereits nach der Pfalz abgereist, wo et zunächst General de Metz anfsncht. Dieser hat eine kleine Anzahl Pfälzer für den Besuch des englische» Generalkonsuls zu sich gebeten.
Nach Beendigung der Auss.n-- ' ' erhoben sich die Versammelten mm Zeichen ei« '.iger Zustimmung von ihren Sitzen, um in einer Kundgebung „im Namen der Menschenrechte und des Selbst» oostimmungsrechts von 800 (300 treudeutschen Pfäl» :ern den Vertreter der britischen Nation zu bitten, hei seinerNegicrung dabin wirken zu wollen, daß sie Pfalz vor dem Terror der-Sonderbündler und von Versklavung befreit werde".
Eine Lefprrchung, die der englische Generalkonsul in Msin-Htn Clive, in Mannh.im mit Pen-re- ter;t der Pfalz, darunter dem Bischof von Sp.-yer, dem Prä -d-meu des evrngelsschen K rchenrates und Ve« , hr:h t'i sämtlicher Pan eie» und Wirtsch asisgruppe»