(Nackdruck verbalen.)
Die Richte aus Florida.
Äwmfln von (£v v. Adlersseld-Bcrllestrem.
(Tchiud.)
„Jch laß dich nicht mehr lo8, für diese- Leben dich- mehr!" jubelte Max glückselig. „Nachdem ich so Itoge hinter einem Irrwisch dreingelaufe» bin und ■e:: plötzlich die Sonne sehe, müßte ich ein Narr sei«, roenu ich wieder in den Rebel zurückkhren wollte. Tick liebe ich, Ilse, dich hab' ich immer geliebt, und
Hand war», die mir aus dem Sumps her-rus- hkllcn wollte, mir herausgeholfen hat! Ilse, sag'sag' Mui.ll. daß du mir gut bist, daß du mich liebst! Deine Hand wars, die ich immer gesehen habe. Du hast sie tuir im Traum gereicht, nicht wahr?"
„Daß ich dich liebe, soll ich dir sagen? Lieber Gott, ich habe nie einen anderen geliebt als dich — aber was wcht denn da», wenn du nun doch jetzt fort muß:'?"
..Ich komme ja bak> wieder. Ach, Ilse, Wanin, hat ich nur solch ein Heupferd? Sag', warum? Hio i.tis wenigstens den Trost und sag' mir, daß dn auch eins warst!"
„Rrin, den Trost kann ich dir nicht geben", ex« ivwerte sie ernst. „Soviel will ich dir aber sagen, daß ich» erst empfunden hab', wie's mit mir st ht, wie leb ich dich habe, als du nur Augen hattest — du *rißt ja für wen. Ta wußte ich's, daß du mir mehr *=rft, als mein Gespiel aus Kindertagen. Ich war »Echt eifersüchtig. Max, ich konnte eS ja so gut br- tdeisen. Sie war schön, und es wäre ja auch zu MÜci- ktn gewesen, wenn du und sie ein Paar wüÄXt, aber Hegönnr habe ich dich chr nicht! Nein, denn ich kannte -dich und durchschaute sie oder hatte doch in lhrec Nähe hrotet da» Gefühl wie damals t» Wald, aU ich vor
Zrvettes Blatt
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Nr. 10
nabend, 12. Januar
1924
■HMgmmammtaamMmgmWMMMiMMggjgggg jatzungsbehörden im Oktober adgenommenen
Zur Lage ii
t Speyer, 11. Jan. Gestern vormittag 11 Uhr 5-nfinfl General de Metz die Vertreter der pfälzi-
Städte. Der Vertreter der Stadt Speyer :^gckte im Namen der pfälzischen Städte sein Be- M«ern über die in Speyer vorgekommene Mordtat _6 und wiederholte sodann seinen in Koblenz vor- ^tragenen Protest der Städte gegen die ihrer Auffaffung zu Unrecht bestehende a u t o-
Regierung der Pfalz. Hierauf dyrden die Vertreter der pfälzischen Verbände und Mporationen von General de Metz empfangen. Ke erhoben in feierlicher Weise ebenfalls Ein - spruch gegen die unrechtmäßige Re- ,le r u n fl und deren Verordnungen und bemerk- jfö, daß sie ihren Protest morgen auch in Koblenz tci der Interalliierten Rheinlandkommisston wie- ^cholen wollten. Zugleich soll bei dieser Gelegen- ^it Einspruch erhoben werden gegen die Eintragung der Verfügungen der autonomen Regie- jsnfl bei der Rheinlandkommission, damit diese licht Gesetzeskraft erhalten. Im Verlauf der Be- tzrechung bedauerte General de Metz, daß die erschienenen Vertreter der wirtschaftlichen Verbände •.rin Wort des Abscheus über die vorgekommene Mttat gefunden hätten, worauf ihm erwidert prüde, daß die anwesenden Vertreter zu dem aus- yiprotienen Zweck bei ihm erschienen seien, um ihm rn Rahmen ihrer Vollmacht den erwähnten Protest vorzutragen. Den rein menschlichen Empfin- ttmgen über die Mordtat wurde dabei Ausdruck Etlichen.
Ludwigshafen, 11. 3<ul Unter ber Ueder Rrift: Schluß mit der Autonomie schreibt Knie die „Wette Pjälzlsck)« Laudeszeitung" tu einem Legeren LeltarMcl: Der heutige Tag steht tm Zeichen k5 Brotestes gegen die sogenannte Regierung tzer autonomen Pfalz. Die Verhältnisse sind jetzt so- Wrtt gediehen, daß die Entscl^idung bald fallen muß. ti Wäre eine Ungeheuerlichkeit, tm Zeitalter ter Freiheit der Pfalz einen staatSrerlNlichen Zustand «rUwingen Zu wollen, den das pfälzische Volk fast in geschloffener Einmütigkeit aufs bestimmteste ablehnt, «d den es freiwillig nicht aiterkennen wird. Gerade He Staaten der Entente gaben immer wieder an, daß tze im Weltkrieg für Freiheit, Recht und Kultur kämpf- mt. Eine autonome Pfalz würde jedoch politische Atmosphäre dergiften und einen netten Krieg eher terbeiführen als verhindern. Die Bluttat in Speyer beleuchtet grell die Lage und bestätigt unsere Befurch - totflen. Wir fordern dellalb, daß mit der sogenannten Autvnomledeweguiig Schluß gemacht und den Lewisiensvergewalttgungen von seilen der Separa« titen ein Ende bereitet ivird.
Wie die „Reue pfälzische LandcSzeitung" noch mtt- ktn, wird am kommenden Sonntag von allen katyolt- jlhcn und protestantischen Kanzeln der Pfalz eine ent- tyrechende ErNärung abgegeb-n.
Wegen Beröfseniltchung vorsicüenden Artikels Da« den die Separatisten ocate abend die „Nene Pfälzische ßandeszeitung" besetzt und den zweiten Schriftleiter körflinger, weil sie den Hatptschrift'eiter nicht .fanden, verhaftet.
Frankfurt a.M.. 11. Jan- Wiee berichtet wird, Nti dieser Tag' eine Sitzung d s Gesamtv rstan^es der Nrku Bauernschaft der Pfalz statt. Anwesend war iwch der Bettreter d s franzSsischen Provinzdelegierten. 6$ entstand eine heftige Debatte., tm? der jedoch mit A-erwältt'gender Mehrheit der Beschluß der freien ka.l.roschast h>rvovgiag, daß jckun Mi gi ed b.t freien Nat-irnschaft verboten werden soll, sich an der sep-ara- Wi chen Bewegung in irgend einer Weise zu beteiligen, lers biedene Mtglieder der freien Bauernschaft, fcie sich üt diesem Sinne betättgt haben, sind, wie mitgetcilt Wnt». auS der Bereinigung ausgeschlossen wocden. Heinz-Orchis hatte bereits vor längerer Zeit feinen Au», tat! i tuartet.
t der Pfalz.
Die englische Presse über die Vorgänge in Speyer.
London, 11. Jan. Der Sonderberichterstatter der „D a i l y N e w s" in Speyer schreibt zu der Ermordung des Sonderbündlerführers Heinz, dieser sei in der Pfalz als das Werkzeug der Franzosen angesehen worden. Da er eine Hauptfigur in der Unterdrückung der Pfälzer gewesen sei, so sei es nicht überraschend, daß er Verräter genannt worden sei und daß sein Tod nirgends bedauert werde. Sein Mörder würde andererseits als Held in der Sache der Befreiung des pfälzischen Volkes angesehen werden. — Die „Time s"'veröffentlicht einen ausführlichen Bericht ihres Sonderberichterstatters in Speyer, der vorgestern abend Zeuge der Ermordung von Heinz war. Der Berichterstatter schildert die außerordentlichcit Umstände, unter denen es ihm gelang, nach der Ermordung des Sonderbündlerführers seine Meldung darüber telephonisch durchzugeben. Ein englisch sprechender Sonderbündler stand vor ihm, während er telephonierte und drohte, die telephonische Verbindung adzuschneiden, wenn er auch nur ein Wort gegen die sog. „autonome Regierung" äußere. Zwei grobe Rowdies, mit Gewehren und blanken Säbeln bewaffnet, standen dabei, dieser Aufforderung nachzukommen. Der Berichterstatter weist auf Grund seiner Erfahrungen darauf hin, welches das Los jedes britischen Untertanen in der Pfalz sein könne. Die Sonderbündler, die jede Kritik in der Pfalz unterdrückten, wünschten auch die auswärtigen Zeitungen zu verhindern, Informationen zu erhal- ten. Ein Journalist könne dort seine Pflicht als unparteiischer Berichterstatter nicht erfüllen. Diese Gesellschaft von Handlangern, Fanatikern und verrufen en Charakter e n, die ihre augenblickliche Stellung durch Niedermetzelung und Gewaltanwendung erreicht hätten, und die sich durch die schlimmste Art von Tyrannei hielten, belästigten und bed-ohten jeden britischen Untertan, obgleich die Ergreifung und die Beibehaltung ihrer Macht vollkommen von französischer Protektion abhänge. Der Berichterstatter erklärt, die Mordtat von vorgestern sei die fast unvermeidliche Folge einer Politik, die eine so verabscheute Tyrannei, wie sie die „autonome Regierung" dar- »telle, aufrecht erhalte.
Louden 11. Jan. Die „Daily News" schreibt, die Ar gäbe, daß irgend eine ivirklich Volks tüm« licke Gesinsnung hinter der sonderbündle- ri scheu Bewegung stche, sei Unsinn, wenn nicht Lb rechnete -vchc-ei De Anhänger di Senkung «ein Nr Abschaum des Rhein!andes. Es fei sicher, daß die von den SonderbüMern erzielten Erfolge vvllkommen den französiscken Bajonett n zu »er- danken seien. In den Augen jedes anständige.» Rheinländer fe: die s g'namtte „Autonome Republik" aus diesen guten Gründen einsach eine franz-sisiche Farce Die Folgerungen be3 Komplottes seien wahrscheinlich in Paris nicht vollaus gewürdigt wor- Boeen. Die Anerkennung dieser Leute werde zwrrsel- los tine vollständige Verletzung des Versailler Vertratzes bedeuten. PoincarÄ Farce fti eine Tragödie geworden, die erst beginne.
Lor einem neuen Putsch.
Koblenz, 11. Jan. Angesichts der Gefahr eines neuen Sonderbündlerputsches hat die deutsche Polizei die ihr von den Ve-
Feuerwaffen wieder erhalten. Die Sonderbündler wiederum haben die Bewachung de» hiesigen Schlosses verstärtt.
Repressalien.
Pari-, 11. Jan. Dar „Echo de PattS' meldet aus Mainz, daß anläßlich b*r Ermordung des Hctn, General de Metz folgende Maßnahmen angeordnet hat:
1. Der Zugang zur Pfalz ist jeder Person untersagt, dte aus dem unbesetzten Gebiet kommt und deren SScänort sich nickt In der Pfalz b-ftnbet.
2. Die Ryeinbrücken werden geschlossen mit Ausnahme der Teile, dte dem Etsenbahnverkehr bienen.
3. Dte Brücke von Ludwigshafen nach Mannheim biotbt mir zu bestimmten Stunden geöffnet, um dte L e b e » s >n t t t/e l v c n l o r g u n g der Pfalz sicherzustellen.
4. Im Gebiete der Stadt Speyer ist der Verkehr von 7 Uhr abends bis 6 Uhr morgens untersagt.
5. Die öffentlichen Gaststätten bleiben in dieser Zeit geschlossen. Alle Versammlungen, welcher Art sie auch sein mögen, sind verboten.
Ludwigshafen. 11. Jan. Der verkehr über die Rheinbrücke ist heute vormittag gegen V,10 Uhr von bet Besatzungsbehörde ohne vorherige Ankündigung für Personen, die nicht im Besitze eines Passes find, plötzlich gesperrt worden. Ob und inwieweit es stch bet dieser, die Bevölkerung "bet Doppelstadt Mannheim—Ludwigshafen hart treffenden Maßnahme um eine Repr-s- i aI i e wegen >et Speyerer Attentate handelt, ist nicht zu erfahren. Rach Mitteilung der Rheinlandkommisston ist die Sperre bi» auf weiteres verfügt worden. Wie »erlaufet, wird heute nachmittag von 2 bi» 3 Uhr und morgen vormittag »on 8 bis 9 Uhr ein Austausch der durch de» Brückenschluß ansqespertten Personen stattfinden. Der Güter- und Lebensmittelverkehr soll während einer bestimmten Tageszeit nicht behindert werden. ' Bis zur Mittagsstunde war auch der Perssuenzugoerkehr von Mannheim nach Ludwigshafen möglich.
Sämtliche Geiseln miedet fteigelafice.
Zweihrück en, 12. Jan. Die von bett Separatsten verhafteten Geiseln wurden sänttlich wieder frei’ gelassen. Sie mußten sich schriftlich verpflichten, daS Weichbild der Stadt nicht zu verlassen.
Die französisch« Kammer und Speyer.
Patts, 12. Jan. Der Abgeordnete de Mage- lott brachte in der Kammer eine Jnterpellatton über die Ermordung des Sonderbündlerführers Heinz t« Speyer ein. Et fragt, welche Maßnahmen di« französisch« Regierung z« treffen gedenke, um die Freunde Frankreich» und de» Friedens z« schützen. Dte Kammer lehnte di« sofortige Festsetzung de» Sagte bet Beratung ab.
* *
Untersuchung über die Sonderbündler in der Pfalz.
Paris, 11. Jan. In englischen politischen Kreisen von Paris wird die Richtigkeit der Nachricht der Agence Havas, daß die Frage einer Untersuchung über die sonderbündlertsche Bewegung in der Pfalz bereits erörtert werde, bestritten. Auch nach den Mitteilungen des „Echo de Paris" und des „Motin", die Einzelheiten über den englisch-französischen Konflikt geben, kann man entnehmen, daß sich London und Paris übet die Durchführung der von Lord Curzon verlangten Untersuchung tatsächlich noch nicht verständigt haben. Nach einer Meldung des „Matin" aus London hat gestern der französische Botschafter wiederum eine Unterredung mit Lorz Curzon über die Vorgänge in der Pfalz gehabt. Curzon habe wiederum eine Enquete an Ort und Stelle verlangt.
der Kreuzotter stand. Ich Habs gewußt, daß sie dich unglücklich machen würbe, und das, das war bitter!"
„Also sind wir beide durch Nacht zum Licht gelangt", sagte er innig und schmieg!« fein Gesicht an ihr goldiges Haar.
„Nanu! Was ist denn das? Ilse! Marl Was fällt euch denn «in?" dröhnte es in die Seligkeit bet beiden hinein, daß sie erschrocken auseinaubecs.ahcen, U'id zum Benmßtsein der Wirklichkeit kommend, sah n )ii Henr von Zornau mit nnt rgestemmteu Armen vor sich gehen. „Knntscht sich diese Rasselbande ab, daß sie nichts hört und sicht, gerade, als ob man ans Ze- phirsslögeln dahergeschwebt wäre! Seid ihr verrück! geworden?"
„Das kommt auf den Gesichtspunkt an, von dem manS betrachtet", erwiderte Max. „Machen Sie nur nicht erst ihr Zrrnebockg scht. Papa Zorn-m. es nütz! Ihnen nichts denn ar dr Tatsache, daß ich mich eben mit Jlsi vettobt habe, kann es nichts ändern."
„Was haste? Mü Ilse hast- dich verlobt? I. da soll boj. gleich eine scheckige Pudelmütze dreinschlagen !" schnob Zorn au, förmlich zurückpralkend. „Wie seid ihr denn auf den Gedanken gekommen'?"
,^tch ncbme an, aus den gleichen Gründen, die Sie seinerzeit bestimmten, sich mit I sens Mu'ter zu ver- loben", verletzte Max sanft, und ehe sichS der also Belehrte versah, hatten sich zwei Paar Arme um seinen Hals gq+Isitgen.
„Vater, lieber, einziger Vater, freu dich doch mit mit deinem Jlsekind!" lachte und weinte «s in fein rechtes Ohr „Tu hast ja immer gesagt, daß du dem Max so gut bist!"
„Und ich bin feit einer halben Stunde ganz näc- rich «ich, denn Ilse ist meine Braut und der gute Zornebock mein Schwiegervater!" rief ihm Max ii:5 linke Ohr.
„Der Teixü ist dein Schwiegervaters" fchüupjre
der IHrrfaltene unter vergeblichen Bemühungen, sich loSznn.achen
„Wid^sprechen ist unhöflich", erwiderte Max vergnügt. „Außc rdem muß jeder am b ften wissen, traS und tret er ist. Ich bin der glückseligst: Lett unter Der Sanne!"
Zo-nau gelang es -Mich, sich zu befreien; sie nahmen ihn nun in ihre Mitte, faßten sich an den Händen und führten eine Att von KriegSmnz um ihn herum aus, wobei es merkwürdig in seinem Gesicht zu zucken begann. Beschwörend hob er brüte Hände, firg dann mit einem Griff seine Tochter auf und zor, sie zättlich an fein Herz.
„Jl.ckind, ist's denn wahr? Hast du den nichtsnutzigen Bengel den Max, lieber als deinen Vater willst du mich wegen so 'nem langen Lümmel verlassen' , fragte er mit schlecht v th hltcr Rühling.
„Ach, Vater", schluchzte Ilse, „ich wollte ja nicht! Aker er hat mich überrumpelt, und weil ich ihn so sckncklich liebhabe, bleibt mir nichts anders übrig. Das nirfl du einschen?"
.Einsehen, einschen!" brummte Zornau. „Aber ub ich's einjrhe oder nicht, wie wollt ihr denn lefti.?, Und heben will er mit denn einen Schafstall bauen?" setzt« er hinzu. Dabei fiel sein Mick auf den See und jenseits des SceS auf das daraus hervottagende schloß, und obwohl der alte Zornebsck nichts weniger c!s berechnend und habqiettg war, fuhr ihm zum erste» Male seit ber Katastrophe in diese» Mauern der Gedanke durch den Kopf, daß Max ja nun der Erbe von Elbcnbotn sei. „Du, Ilse, da da schwimmt ja b i» Hut'" rief er auf den See deutend.
„Laß ibn schwimmen, Batet, es ist mein alter", erwiderte Ilse lachend. „Tante — nein. Kurtet Ehrengcrd borgt mir zur Heimfahrt einen von den ihrigen."
„Sa ja, bann — wenaS um dein alter ist —
Man behauptet sogar, et hab« die Absicht, die Angelegenheit dem Völkerbund in Genf zu übermitteln. • -4e;'
München, 11. Jan. Im BerfassungSauSsckuß de» bayerischen Landtages ertlarte der Minister de» Innern Dr. Schweyer zu dem Antrag des fraktionslosen Abgeordneten Dr. Roth auf Gcwäbrung voller Versammlungsfreiheit für die Organisation Freie Dmiern- schast in dem «chtsrheinischen Bayern, daß der Landtag in dieser Frag« nicht zuständig sei. Die Frete Bauernschaft sei eine ausgesprochen politische Organisation, die durchaus nicht harmlos sei. Ihr Ursprung reiche auf die Pfälzer Freie Bauernschaft zurück, deren Gründer der berüchügte Heinz-Orbis war. Die Freie Bauernschaft versuche auch im «chtsrheinischen Bayern in hetzerischer Weis« die Staatsautorität zu untergraben. Es bestehe daher alle Veranlassung, die Polizeibehörden auf die Tätigkit ber Organisation aufmerksam zu machen. Der Antrag wurde schlleßllch mit 14 gegen 12 Stimmen der Sozialdemokraten und Tenrokraten. abgelc hnt, die sich vom Standpunkt gleichmäßiger Sicherung der Bersammlungs- und Wahlfrei lei! dafür ausgesprochen hatten.
MW» MW.
Berlin, 11. Jan. Die Botschaft in Pans und die Gesandtschaft in Brüfiel find angewiesen worden, folgende Protestnote zu überreichen:
Es mehren stch die Anzeichen dafür, daß die interalliierte Rheinlandkommission in immer fort» * schreitendem Maße die sog. Regierung der autonomen Pfalz als die Inhaberin der legitimen, Regierungsgewalt in der bayerischen Pfalz anerkennt. So ist der deutschen Regierung bekannt geworden, daß die interalliierte Rheinlandkommisston Verordnungen dieser sogenannten Regierung am 2. Januar amtlich registriert hat. Dies wird bestätigt durch eine Bekanntmachung des französischen Kreisdelegierten in Zweibrücken, Oberstleutnant Defort, die in den pfälzischen Blättern veröffentlicht wird und folgenden Wortlaut hat:
„Nachdem die interalliierte Rheinlandkommisston die Verordnungen der Regierung der autonomen Pfalz, die ihr von dieser zur Genehmigung unterbreitet wurden, am 2. Januar 1924 amtlich eingetragen hat, muß die Bekannt» machung des Delegierten von Zweibrücken vom 4. Januar 1924 an di« dortigen bayerischen Be» Hörden als null und nichtig betrachtet werden.
sgez. Defort."
Zum Verständnis dieser Bekanntmachung mag bemerkt werden, daß die in der vorstehenden Bekanntmachung widerrufene frühere Verlautbarung des Kreisdelegierten dahin gegangen war, daß die Regierung der autonomen Pfalz nicht offiziell anerkannt sei und daß deshalb die interalliierte Rheinlandkommisston ihre Verordnungen nicht registriert habe.
Es steht also fest, daß die interalliierte Rhein- landkommisfion die Anfichrer des hochverräterischen Unternehmens in der Pfalz in aller Form al» lqzitime gesetzgebende Gewalt anerkennt.
Die deutsche Regierung legt gegen diesen unerhörten Vorgang Verwahrung ein und fordert, daß die dortige Regierung sofort dagegen ein» schreitet.
WMA WWsnm Btt I« * ftietsWim.
Paris. 11. Jan. EtUhüllungen der „Huma- mte aus Mt Allen be5 zaristisch en Rußland» nehm?» fiit gestern einen hochpolitischen Charaller an. In birken tritt jetzt nicht mehr allein der Ftnanzapent Rasfalewitsch handelnd auf, jondent auch I Sw olsii.
Heute wird an Ifingtetr Bericht JSwolikiS <tx ■ t —■—■m
Max, Junge, wenn du mir mein Jlsekind nicht glück« lick machst, dann schlage ich dir alle Knochen im Lab« entytrti! Verstanden?"
Man muß den Segen nehmen, wie et gebaten wird und nickt über die Form stolpern, Papa Zatnebock', sagte Max gerühtt. ,Lch danke dir von Herzen und verspreche dir, daß es die Aufgabe meine? Lebens sein soll, über mein «pnoche» zu wachen!"
Run mußte Bater Zornau lachen.
„Was der Bettgel für 'ne Schnauze hat'' tief er imb umarmte feinen Schwiegecsah-t. * „Aber", setzte er ciitrgtfd) hinzu, „aber wenn ihr denkt, daß ich allein in bent ollen großen Kasten von einem Hause bei mir sitzen h'.c'ken werde, dann habt ihr euch geschnitica! Co heben roh nicht gewettet! Allein bleibe ich nicht, und geht tif Ilse, dann gche ich hin und httratt oaS illtefte L-chma täd L Bapa "*
„Aber Vater, das ist ja ein herrlicher Einsatt!" rief Ilse begeistert. „Die Lini Lohma paßt wunderbar zu d r, da kann ich beruh gt Gott weiß wohin zi hen. Ja, die Lini sckwärmt doch schon lange für dich, das tut sie die Gräfin Hai mirs mal antiertraut.
Oh, nun ist ja alt s in schönster Ordnung! Hab Den Puütt Luntpi bringt sie dir mit in die Ehe, ohne den kriegst du sie nämlich nicht!"
• • •
Vater Z rttau ging hrrfib hin und h icattte die L'n: L.hrne mit bc.n SBuct. Luntpi und hat e», >o vttt ich weiß auch nie bereut, denn sie paßt ganz au-ge- zeilänct zu ihm, fast so gut. wir Ilse und Max zu« fatmen pas en und das will viel sagen. Seit die beiden t'.r. unbeschreiblich seliges Paar routoen, sind Jahr- vergangen, sodaß man sich über die Beständkg» ke.t chres Gfi'ckeS leine Sorge mdjr zu mache» braucht.
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